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Mittwoch, 30. Mai 2012

Der böse, böse Solarcent

Heute in der Tageszeitung gelesen: Strom könnte teurer werden, weil die fiese Umlage für erneuerbaren Strom um einen Zehntel Cent oder sogar noch mehr steigen könnte.
...sacken lassen.
Ich weiß jetzt ehrlich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Weinen spätestens dann, wenn noch mal leise auf Atomstrom hingewiesen wird, der, wie wir wissen, hochsubventioniert ist.
Um das zu verdeutlichen, muss ich nicht mal verlinken: Die gesamte Entsorgung der hochradioaktiven Abfälle ist Bundessache, und damit alle anfallenden Kosten der aufwändigen Aufbereitung und der finalen Entsorgung. Dies aber nicht, um den Betreiberfirmen Zucker in den Arsch zu blasen, sondern einfach weil der Bund meiner Ansicht nach frei über das als Abfallprodukt produzierte waffenfähige Plutonium verfügen will. Weshalb es auch nach La Hague geht, und nicht nach Cellerfield. Eine eigene Wiederaufbereitungsanlage haben wir übrigens deshalb nicht, weil wir keine eigenen Kernwaffen haben dürfen. Aber seltsamerweise dürfen wir selbst Brennstäbe bauen - in Gronau/Westfalen. Tja, und deshalb wird alleine in diesen Aspekt ordentlich Zucker reingebuttert.

Zurück zum Thema. Laut Grafik in der LDZ ist Atomstrom jetzt nur noch bei sechzehn Prozent, hat also ein Drittel der Kapazitäten eingebüßt. Und in Deutschland sind die Lichter immer noch nicht ausgegangen. Zwar gibt es jetzt eine große Kontroverse über den Ausbau der "Stromautobahnen", so wird auch u.a. über eine 380 KV-Leitung durch das Leinetal diskutiert, um den Strom von den Produktionsstätten runter nach Süddeutschland zu schaffen, aber eifrige Leser meines Blogs werden sich dran erinnern, dass Stadtunternehmen rund zwanzig Milliarden in dezentrale Kraftwerke investieren wollen, jetzt, wo der Ausstieg vom Ausstieg aus dem Ausstieg sichere Sache ist. Verwirrend? Ja, das ist es.
Übrigens können diese dezentralen Krafwerke dann durchaus Kernreaktoren der Generation IV sein, die Atommüll verwerten können. Kleiner, dezentral, direkt am Stromnetz, besondere Kühlung nicht erforderlich, und die meisten dieser Reaktoren fressen so gut wie alles. Das wäre ein Schritt in die Zukunft.
Und noch eine gute Nachricht gibt es: Bundesweit haben Photovoltaik-Anlagen über die warmen, sonnenintensiven Pfingsttage so viel Strom ins Netz eingespeist, das es die Kapazität von zwanzig deutschen Kernkraftwerken aufwiegt. Zwanzig!!!

Was also tun gegen die böse Photovoltaik-Technik?
Tja, die produziert leider kein Plutonium, sind aber hauptsächlich Sache der Verbraucher selbst, weil auf privaten Dächern errichtet. Den Nachbarn zu beschimpfen halte ich jetzt für keine gute Idee. Im Gegenteil sollte man hoffen, da der Bund jetzt acht AKW weniger subventionieren muss, dass man zwar den Solarcent zahlen muss, aber irgendwie über die Steuer wieder rein kriegt, weil Frau Merkel jetzt eigentlich weniger von uns haben wollen sollte.
Strom ist genügend da. Wenn er tatsächlich teurer wird, und sei es über die Umlage, so liegt das Hauptproblem im Polypol begründet. Und bei Muberkel. Meine Meinung.