Aufmerksame Leser meines Blogs wissen ja, das manche Themen mich finden, und nicht umgekehrt. So ist es auch mit diesem Thema: Merkel und der Mindestlohn. Die Debatte an sich ist ja schon entlarvend. Mindestlohn ja, nachdem die CDU sich im Wahlprogramm eigentlich dagegen geäußert hat, weil er "Arbeitsplätze großflächig zerstört", diverse Erfolge des Mindestlohns z.B. in England wurden ignoriert.
Dass es mit dem Mindestlohn dennoch nicht zum Besten steht, aber dass die meisten Länder wenigstens einen haben, verraten uns Die Grünen hier.
Und dass es bei dieser Mindestlohn-Diskussion in der CDU nur darum geht, ihn auf dem Niveau der Zeitarbeitslöhne festzusetzen, diese also zu zementieren, und der soziale Aspekt ein schlechter Witz ist, sollte jedem aufmerksamen Zeitungsleser bekannt sein. Außer den üblichen Verdächtigen.
...sacken lassen.
Nun habe ich den Fehler gemacht und zum Mittag in der Leine Deister Zeitung gelesen.
Dort gibt es einen Kommentar von Tibor Pésca zum Thema unter dem Titel "Gleichmäßigere Verteilung".
Unter anderem schreibt Herr Pésca: [...]Sie hat es schon wieder getan, diesmal beim Mindestlohn! Was für eine Machtpolitikerin! Wie geschickt sie der SPD ein Thema wegnimmt! [...]
...sacken lassen.
Dazu muss ich sagen: [...] Was für ein Journalist! Wie er der orientierungslosen Merkel, während sie ihr Fähnchen nach dem Wind dreht, derart in den Arsch kriechen kann, ist erstaunlich! [...]
Denn wenn man die Zeitung weiter liest, findet man auf Seite vier unter dem Titel "Am Thema Gerechtigkeit führt kein Weg vorbei" folgende Textpassage, die Herrn Pésca und sein Lobgehudel auf Fraum Merkel ad absurdum führt: [...] Anders als bei der Abschaffung der Wehrpflicht, dem Atomausstieg oder in der Bildungspolitik sei der Anstoß für den nächsten Kursschwenk aus der Mitte der Partei gekommen - und nicht von Angela Merkel oder anderen CDU-Granden, wird in der Führungsetage der Partei betont.[...]
...sacken lassen.
Wenn man beide Textauszüge im Verhältnis sieht, und sich bewusst macht, dass der internationale Teil dieser Zeitung druckgleich in mindestens sieben weiteren Zeitungen des Dirk Ippen erscheint, frage ich mich, vor wie vielen Menschen Herr Pésca sich hier blamiert hat, für seinen unkritischen Lobgesang für eine Frau, die Trends hinterher hechelt. Und das meistens dann, wenn ihr ohnehin keine andere Wahl mehr bleibt.
Nur tiefschwarze Parteigänger und ewig stoische CDU-Gläubige können der Diskussion über Mindestlohn auf Höhe der Zeitarbeitslöhne und Merkels Schwenk unter dem Druck der Parteibasis überhaupt etwas Positives für sie selbst abgewinnen. Man muss schon eine ziemlich tiefschwarze Sonnenbrille aufsetzen, um hier Merkels Handschrift zu erkennen. Wie auch, sie ist ja gar nicht da.
...sacken lassen.
Letzten Freitag war bei mir in Banteln Ortsbegehung. Als ich mit unserem Bürgermeister zufällig vorweg ging, meinte er zum Thema Tempo, dass die Spitze das Tempo vorgibt, nämlich wir beide, die wir vorweg gingen, für alle anderen rund vierzig Personen, die teilnahmen.
Ich antwortete ihm: "Etwas Ähnliches gilt für Mobs. Drängel dich an ihre Spitze, und alle anderen glauben, du führst sie an."
Dass diese Worte nur ein paar Tage später zu einhundert Prozent auf Muberkel passen würden, habe ich bestenfalls geahnt.
Wahlberichterstattung, No-SLAPP-Handbuch, Macrons Mission
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