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Freitag, 27. März 2020

Zum Corona-Virus III: Keine Panik!

Okay. Zuallererst steht wohl das Wichtigste an, was ich hier schreiben muss: Ich entschuldige mich. Ich entschuldige mich aufrichtig für zwei Dinge. Einerseits dafür, dass ich die Verbreitungszahlen schlicht und einfach unterschätzt habe. Das, was ich angenommen habe, spielt sich derzeit in Deutschland ab, aber nicht in Italien oder in Spanien. Das habe ich nicht erwartet, vor allem nicht in dieser Form, und den sich abzeichnenden Zusammenbruch der Gesundheitssysteme beider Länder, die deutlich überfordert sind, ebenso wenig. All das habe ich nicht gesehen und nicht erwartet. Ja, ich werde mich später noch rechtfertigen. Aber im Moment muss ich zugeben, dass es viel schlimmer gekommen ist, als ich in meinem jugendlichen Leichtsinn prognostiziert habe. Länder wie die USA, Brasilien und diverse Drittweltländer mit noch schlechterem Gesundheitssystem werden noch richtig leiden, weil dort die notwendigen Maßnahmen nicht ergriffen wurden oder nicht ergriffen werden konnten. Oder eben zu spät wie in England.

Aber kommen wir zum Zusatz des Titels: Keine Panik.
Wenn man über siebzig ist und zwei oder mehr Vorerkrankungen hat, ist stark erhöhte Vorsicht natürlich angebracht, nicht ohne Grund sind die Altenpflegeheime in Deutschland in eine freiwillige Quarantäne gegangen, die sie bis zum Abfall der Neuinfektionszahlen aufrecht erhalten werden.
Generell sollte man sich nicht anstecken, weil so eine Grippe einerseits einen ziemlich üblen Verlauf haben kann, der auch bei jüngeren Generationen zum Tode führen kann (Spätfolgen, vergessen wir die Spätfolgen nicht), andererseits ist jeder Infizierte auch ein Verbreiter.
Ich möchte da mal ein Beispiel nehmen. In der Nachbargemeinde wurden Anfang vorletzter Woche zwei!!! Infizierte gemeldet, die sich sofort in häusliche Isolation begaben. Dabei ist es nicht geblieben, und heute in der Zeitung steht, dass es derzeit siebzehn Infizierte gibt, wobei sechs aber (die müssen wir dazu zählen) auch schon wieder genesen sind. Macht für den Nachbarort mit achttausend Einwohner bisher bekannte neunzehn Infizierte. Wie kommt es dazu? Wir als Normalbürger kennen weder die Vita der Infizierten, noch ihr normales Verhalten. Was wir aber im Gegensatz zu vielen anderen Staaten der Welt wissen, das ist, ungefähr, nicht exakt genug, aber immerhin ungefähr, wer infiziert ist und wer nicht. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Labore testen, was das Zeug hält.
Aber wir wissen halt nicht, wo sich die Leute angesteckt haben und wie viele es noch werden. Wir wissen nur, sechs sind wieder gesund, und im ganzen Landkreis Hildesheim mit 119 Infektionen gibt es drei stationär aufgenommene Fälle. Das sieht in meinem direkten Umfeld eher nach dem Verlauf aus, den ich dummerweise für die ganze Welt angenommen habe und wofür ich mich oben entschuldigt habe.

Schauen wir nach Italien, schauen wir auf die Todeszahlen dort, wissen wir im Gegensatz zur Nachbargemeinde - in meiner Samtgemeinde gibt es immer noch keinen einzigen Infektionsfall, und wir sind nur sieben Kilometer auseinander - recht genau, wer dort gestorben ist. Das Durchschnittsalter der dortigen Todesfälle wurde letzte Woche mit 79 angegeben, und Vorerkrankungen spielten eine ganz große Rolle in der ganzen Geschichte. Auch steigt die Zahl der Toten und Infizierten weiterhin an. Ein Abflachen beider Zahlen ist nicht so bald zu erwarten. Aber warum ist das so? Nun, vor allem, weil die Italiener jetzt mehr testen und damit auch mehr Infektionen identifizieren, die einen schwachen Verlauf verursachen oder nur übertragen. Dies ist der gravierenste Unterschied zwischen uns und Italien, Spanien und den USA. Wir haben den ungefähren Überblick, ob, wie und wo sich Corona ausbreitet. Die Gesundheitssysteme der genannten Länder erfahren dies mangels Tests oft erst nach dem Tode der Patienten, und mögliche Infizierte werden oft gar nicht getestet. In so einem Fall ist die "Stay at Home"-Anweisung natürlich eine Möglichkeit, zumindest die Streuung zu reduzieren. Aber in Italien wird es noch Wochen brauchen, bis sich der Erfolg dieser Maßnahme durchsetzt, eben weil jetzt mehr getestet wird und die Seuchenmediziner erst jetzt die Ausbreitung des Virus voll erfassen können.
Immerhin als gute Nachricht: Festland-China hat nur noch mit infizierten Fluggästen zu kämpfen, also Personen, die den Virus wieder ins Land tragen, es werden aber im Land keine Neuinfektionen gemeldet. (Hong Kong und Taiwan hingegen melden Neuinfizierte, also kann man davon ausgehen, dass sich die Neuinfektionen in Festland-China entgegen der offiziellen Verlautbarungen nur abgeschwächt haben, dies sogar deutlich, aber sicher noch nicht am Ende sind.)

Wo wir gerade bei China sind, ist eine zweite Entschuldigung fällig. Ich schrieb recht emotional und wie ich jetzt weiß nachweislich falsch gegen das Reiseverbot. Tatsächlich ist Reiseverbot eine der effektivsten Maßnahmen, um einen Virus an der Ausbreitung zu hindern. Dafür muss ich mich entschuldigen. Allerdings, zu meiner Verteidigung, habe ich gar nicht den internationalen Flugverkehr gemeint, sondern die absolute Isolierung in den Wohnungen in Wuhan, wo ganze Wohnhäuser zugeschweißt wurden.
In Italien aber habe ich den ortsübergreifenden Verkehr gemeint, und wie sich jetzt herausstellt, waren das Reiseverbot und der Hausarrest die richtigen Maßnahmen, nur viel zu spät.

Aber, auch hier gilt wieder: Keine Panik. Warum nicht? Will ich hier auf den eher milden Verlauf in den jüngeren Altersgruppen hinaus und die wenigen Todesfälle bei ihnen? Möchte ich mich nachträglich in irgendeiner Form gutreden oder rechtfertigen?
Gutreden nicht, aber rechtfertigen. Warum also schreibe ich: Keine Panik!? Abgesehen von den katastrophalen Situationen in Italien, vor allem in den Skigebieten der Lombardei, Spanien und den zu erwartenden humanitären Katastrophen in Brasilien, den USA und weiteren Ländern sowie der Tatsache, dass durch nachträgliche Tests  sehr viele weitere Infizierte hinzu kommen werden, deren Krankheit man nicht erkannt hat... Keine Panik. 
Dazu verlinke ich den Wikipedia-Artikel und verweise auf die im von mir verlinkten Unterkapitel vorhandene Grafik über weltweite Infektionen, Genesungen und Todesfälle. Wie ich schon zweimal schrieb, ist jeder Tote natürlich einer zuviel, und die Lombardei und der Rest Italiens ist hart gebeutelt mit über sechstausend Toten, aber die Zahl der Infektionen und der Todesfälle ist dafür, dass sich Corona in sehr bevölkerungsreichen Ländern verbreiten konnte, bevor Maßnahmen ergriffen wurden, die die Verbreitung eindämmen sollten, sehr hart.
Das Ergebnis: Jeder fünfte Infizierte über siebzig Jahren ist mittlerweile in der Lombardei an einer Mischung aus Vorerkankungen  und Corona (Fieber, Sekundärinfektionen durch Bakterien aka Lungenentzündung) verstorben.

Schauen wir uns dann die Grafik noch mal an, kommen wir auf einen Stand von bekannten fünfhunderttausend Infizierten weltweit. Verdoppeln wir das wegen der Dunkelziffer auf rund eine Million Fälle Infizierter, Corona-Toten und Genesenen, und lassen wir dabei für den Moment außer Acht, dass die Krankheit in vielen Ländern erst so richtig losgeht.
Im Vergleich dazu meldet der Merkur für die eigentliche Influenza-Saison alleine zum Stichtag 12.03.2020 119.280 bestätigte Fälle der echten Grippe in Deutschland, bei 19.819 Aufnahmen im Krankenhaus und bis zum Stichtag 202 Todesfällen. Corona wird da mit erfasst, zumindest wird es nicht gesondert geführt.
Was will ich damit sagen? Dass wir es immer noch nicht mit den Ansteckungsraten der normalen Influenza haben. Ich erwarte auch nicht, dass es zumindest hierzulande dazu kommt, dass sechzig bis siebzig Prozent unserer Bevölkerung infiziert werden. Der abschließende Wert von nachgewiesenen Corona-Fällen dürfte abschließend weit unter denen der echten Grippe liegen, wenngleich die Sterblichkeit höher als von mir angenommen ist, wir kommen wohl tatsächlich auf die drei Prozent, die von der WHO von vorne herein diagnostiziert wurde.

Wieso ist es in Italien so schlimm? Wieso rottet Italien seine alte Bevölkerung quasi aus? Nun, einerseits wurde der Großteil der Maßnahmen erst ergriffen, nachdem lange bekannt war, dass das Virus sich beinahe schrankenlos ausgebreitet hat; im Zuge dessen wurden auch sehr viele alte Leute angesteckt, von denen rund jeder Fünfte dann auch verstorben ist. Und das mitten in der Grippe-Saison. Das italienische Gesundheitssystem kollabiert geradezu, und das, obwohl das Land genau wie wir die saisonale Grippe kennt und darauf vorbereitet ist. Sollte es zumindest. Ich zitiere hierzu den Tweet von Jakob Augstein zum Thema: "Was wäre eigentlich, wenn am Schluss rauskommt, dass nicht das Virus so gefährlich ist sondern die Gesundheitssysteme in vielen Ländern so schlecht sind? Man sollte jetzt damit anfangen eine Liste der Punkte zu machen, die nachher besser werden müssen."
Und noch ein weiterer Punkt gehört natürlich untersucht. Nämlich, inwieweit die Lombardei als beliebtes und sehr gut besuchtes Skigebiet als Multiverbreiter gedient hat, und dies weltweit.
Und, das möchte ich als meine eigene Spekulation hinzufügen, Viren von Kleinsäugetieren wie Mäusen und Fledermäusen bekommt man nicht nur, wenn man die Fledermaus vor dem Essen nicht gut genug kocht. Man bekommt sie in erster Linie, wenn man ihre Fäkalien beseitigt und den dabei entstehenden Staub inhaliert. Ich denke, in puncto Herkunft und Ausbreitungswege stehen uns im Corona-Fall noch einige Überraschungen bevor.

Mein Fazit: Doch drei Prozent Sterblichkeit. Meine optimistische Hoffnung ist damit zu Grabe getragen. Aber wieder mal: Keine Panik. Wir haben es nicht mit SARS zu tun, und auch nicht mit Pocken und Pest, nur mit einer zehnmal tödlicheren, aber weit weniger ansteckenden Grippe, der vor allem Menschen mit Vorerkrankungen zum Opfer fallen - aber eben nicht nur. Wer will schon gerne Lotto spielen und der eine von fünfhundert in seiner Altersgruppe sein, der an Corona stirbt? Und wer möchte mit einem ruhigen Gewissen leben mit der Sicherheit, die Senioren der eigenen Familie mit Corona infiziert zu haben? Eine Grippe, die einen schweren Verlauf hat, ist immer eine ganz gefährliche Geschichte, egal ob echte Grippe oder Corona. So weit sollte es nicht kommen müssen. Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten beobachten können, wie wirklich marode Gesundheitssysteme wie jenes der USA mit dieser humanitären Katastrophe umgehen werden - oder auch nicht, je nachdem, was die politischen Führer entscheiden. Und was diese Entscheidungen bringen werden.
Aber auch hier gilt: Selbst ein sich ungebremst ausbreitender Virus würde die Gesundheitssysteme prekär überlasten, aber nicht die Mehrheit der Bevölkerung infizieren, geschweige denn umbringen.
Hierzu empfehle ich als Lektüre einen aktuellen Artikel des Volksverpetzers mit Thema Umgang mit der Situation: Hammer and Dance, der auf einen Fachartikel verweist.

Es bleibt eigentlich nur das, was wir auch bisher schon tun: Zuhause bleiben. Distanz halten zu anderen Personen. Einkäufe weitmöglichst reduzieren. Risikogruppen meiden. Nicht husten und nicht anhusten lassen. Und das meine ich ganz besonders in Richtung der vielen Senioren, die ich gestern im Supermarkt gesehen habe, in dem ich meinen Wocheneinkauf erledigt habe.
Klopapier horten, das bis Weihnachten 2022 reicht, gehört übrigens ausdrücklich nicht dazu.

Sonntag, 23. Februar 2020

Zum Corona-Virus II

Es ist jetzt schon ein wenig her, dass ich etwas zum Corona-Virus geschrieben habe. Seither ist wenig bis gar nichts geschehen. Die Übertragung erfolgt immer noch über Tröpfchen-Infektion, es gibt Ansteckungen im Umfeld infizierter Personen, es gibt eine spektakuläre Spekulation über ein Sektenmitglied, das 2019-nCoV eventuell als Superverbreiter absichtlich gestreut hat... Aber sehen wir der Realität ins Auge. So unschön das Sterben an einer Lungeninfektion durch einen Virus auch ist, die Zahlen auf der Wikipedia sprechen eine deutliche Sprache. Bis zum 22.02. waren dort in China 76.366 Fälle erfasst worden, weltweit kommen 1.428 dazu. Bis zum genannten Datum kumulierte dies zu 2.359 Todesfällen. Okay, DAZU kommt natürlich die Dunkelziffer der unentdeckt Erkrankten, die Zahl derjenigen, die als Überträger fungieren, ohne selbst erkrankt zu sein (ja, auch das macht ein Virus manchmal) und natürlich die Zahl derjenigen, die als Tote der 2019-nCoV-Infektion gar nicht erkannt wurden. Will sagen, bei rund 77.000 Infektionen ist die Zahl der Todesfälle von 2.359 natürlich nicht das Ende der Fahnenstange. Aber ebenso wenig können wir annehmen, dass bis zum 22.02. tatsächlich nur rund 77.000 Menschen infiziert waren. Aber selbst wenn wir davon ausgehen, haben wir 77.794 Infektionen bis zum 22.02., was bei bisher 2.359 Toten in etwa einen Prozentsatz von 3,0323 ergibt.

Wohlweislich weise ich darauf hin, dass diese Zahlen nicht endgültig sind. Sowohl die Zahl der Infektionen ist einerseits nicht zu Ende, und andererseits gibt es naturgemäß die von mir erwähnte Dunkelziffer an nicht erkannten Infektionen und reinen Überträgern und so weiter, als auch eine erkleckliche Anzahl an Todesfällen, die nicht als 2019-nCoV erkannt wurden. Im GEGENZUG aber gibt es bei den offiziell registrierten Fällen wie damals bei der Amerikanischen Grippe, im Volksmund Schweinegrippe genannt, auch etliche Fälle von Toden, in denen 2019-nCoV im Körper eines Toten nachgewiesen wird, aber nicht die primäre Todesursache ist. Wir können also davon ausgehen, dass Vorerkrankungen oder zusätzliche Erkrankungen bei den Todesfällen eine Rolle spielen.
Auch, und das kann man nicht genug betonen, sind rund drei Prozent Todesfälle (in China) natürlich bedauerlich, vor allem für jene, die an dieser Grippe gestorben sind, und mein Beileid gilt den Familien (nur um das klarzustellen), aber die Sterblichkeitsrate hält sich etwa in jenem Bereich auf, den die WHO diagnostiziert hat, der im Januar etwa bei 2,9% lag.
Dazu kommt natürlich noch diese Tabelle über Todesfälle durch den Corona-Virus in China und weltweit, die ebenfalls noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Aber dort sehen wir eindeutig, dass es bis dato 22.02. vier Todesfälle weltweit gab. Vier bei 1.428 Infektionen.
Ich mache mal schnell den Dreisatz, was bedeutet, dass weltweit der Quotient der Sterblichkeit zum jetzigen Zeitpunkt und unter Vorbehalt bei 2019-nCoV bei 0,2801% liegt. Diese Zahl ist natürlich mit Vorsicht zu genießen, denn es sind noch nicht alle Infizierten genesen oder verstorben, wobei ich Letzteres nicht hoffe. Auch schließe ich nicht aus, dass meine Daten schlicht und einfach unvollständig sind. Aber, Leute, ganz ehrlich, wenn die Zahlen handfest sind, bedeutet dies, dass die dritte, vierte, fünfte Generation an 2019-nCoV nur ein Zehntel so lethal ist wie die vorherigen Generationen, die in China zu den Todesfällen geführt haben. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht noch zu einer Pandemie mit hunderttausenden Infizierten kommen kann; das heißt aber auch, dass, wenn der Virus nicht noch zum Killervirus mutiert, indem er mit anderen Grippeviren RNS austauscht und noch mal kräftig verbreitet wird, es nicht einmal annähernd zu den Zahlen der SARS-Infektion kommen wird, nicht einmal zu jenen der Schweinegrippe, weil sich der Virus offensichtlich abschwächt. (Was vollkommen logisch ist, denn so kann sich das Virus weiter verbreiten, ohne den Wirt auszulöschen, was auch das Ende des Virus bedeuten würde.)
Dazu kommt auch noch, dass ich auch hier von mindestens einem Toten weiß, dass er Vorerkrankungen hatte und dadurch geschwächt war, was ich für die anderen drei Todesfälle nicht ausschließe.

Was also ist von der Isolation von Wuhan zu halten, was von der Isolierung italienischer Gemeinden?
Meines Erachtens hanebüchener Schwachsinn, Panikmache, Gespensterhatz und dergleichen. Wie ich schon schrieb, ist ein Toter auch ein Toter zu viel, das ist halt so. Aber eine ganze Stadt zu isolieren wie weiland in Mitteldeutschland zu Pestzeiten, als Fenster und Türen der Häuser mit erkrankten Personen einfach zugemauert wurden, damit sich "die Sache von selbst erledigt", ist nicht gerade das, was einem modernen Staat zusteht, der über ein einigermaßen aufgestelltes Gesundheitssystem verfügt. Warum schreibe ich das? Nun, einerseits wegen dem Vergleich der Infektionen weltweit mit den weltweiten Todeszahlen, die, selbst wenn sie sich verfünffachen, noch immer unter dem Index sind, den die WHO errechnet hat, nämlich locker um die Hälfte (und ich auch nicht erwarte, dass 2019-nCoV noch eimal schlimmer werden wird, siehe oben), und andererseits wegen der aktuellen Influenza-Saison  2019/20 in Deutschland, die jetzt gerade Anlauf nimmt, bei 79.263 labortechnisch identifizierten Infektionen zu bisher 130 Todesfällen allein in Deutschland gekommen ist. Diese Zahlen stammen vom Robert Koch-Institut und gelten für Kalenderwoche 7; der Bericht wird alle zwei Wochen aktualisiert und gelten alleine für Deuschland.
Auch hier mache ich kurz den Dreisatz, was 0,17817 Prozent macht. Das heißt natürlich nicht, dass nicht noch mehr Tote hinzu kommen, aber da dies ein Gesamtdurchschnitt durch den bisherigen Infektionsverlauf ist und die hiesige Influenza ihren Höhepunkt nicht erreicht hat, bedeutet dies wohl, dass auch die Zahl der Todesfälle auf diesem Niveau bleibt. Will sagen: In China sterben drei von einhundert Infizierten, im Rest der Welt drei von eintausend an 2019-nCoV, und an Grippe stirbt bundesweit einer von etwa fünfhundert, was doch sehr nahe dran an den internationalen Todesraten des Corona-Virus ist, nicht aber an jenen in China.
Daher: Schulschließung in Wuhan? Okay.
Aufforderung der Bevölkerung, sich vor Infektionen zu schützen? Okay.
Reiseverbot? What the...?
Isolierung von vermeintlich Betroffenen in Quarantäne innerhalb ihrer Wohnungen, sprich, sie sich selbst und dem Lieferservice überlassen? Himmel, Arsch, und Zwirn, was bitte?
Und dann lassen sich die Behörden für die Errichtung zweier Zeltstädte feiern, für die sie zehn Tage brauchen und die sie als Notkrankenhäuser nutzen, wofür das THW, Feuerwehr und BW bestenfalls zwei Tage gebraucht hätten...

Die Isolierung italienischer Gemeinden bei diesen Sterblichkeitsraten und Infektionszahlen? Man könnte meinen, Salvini wäre immer noch Innenminister.
Versteht mich nicht falsch, die Hinweise zum Selbstschutz und zum Schutz anderer sind auch das, was die reguläre Grippe davon abhält, sich zu verbreiten, was normalerweise vielen Menschen scheißegal ist, und ich halte sie für richtig und sinnvoll (wenngleich die meisten Atemschutzmasken für Corona nur Augenwischerei sein würden, würde sich das Virus anders als durch Tröpfcheninfektion ausbreiten), aber die radikalen Maßnahmen sowohl der chinesischen Behörden als auch der Italiener sehen mir nicht nach einer Schutzmaßnahme aus. Das ist schon ausgemachte Panik ohne wirkliche Begründung. Oder die chinesische Verwaltung probiert aus, wie weit sie gehen kann. Italien, wie ist das bei Dir gerade? Panik, oder Kontrolle der Massen?

Ich komme zum Schluss: Es ist nichts dagegen zu sagen, sich selbst zu schützen, Infektionen zu vermeiden, sei es nun 2019-nCoV oder aber die saisonale Grippe, die wesentlich ansteckender, aber ein klein wenig weniger tödlich ist (und beide Krankheiten sind meistens dann lethal, wenn Vorerkrankungen im Spiel sind), es ist auch nichts dagegen zu sagen, Flugpassagiere, die Superverbreiter der Viren, auf Infektionen und Fieber zu unersuchen und gegebenenfalls in die Obhut der Medizin zu übergeben, nicht nur um sekundäre Infektionen zu vermeiden, sondern auch um die Infizierten selbst zu schützen und richtig zu behandeln. Aber wegen einer etwas tödlichere Version der Grippe ganze Städte abzuriegeln, ist entweder hoffnungslos übertrieben, oder aber gewusst gewollt.
Leute, wenn Ihr krank seid, hustet bitte in die Armbeuge, haltet einen Meter Abstand zu anderen Personen, hustet und niest niemanden an. Desinfektionstücher und Spray benutzen ist auch eine gute Idee. Wer sich richtig krank fühlt, sollte zum Arzt gehen und anschließend Zuhause bleiben (bei schweren Infektionen bitte ins Krankenhaus), egal ob Corona und saisonale Grippe.
Leute, wenn Ihr nicht krank werden wollt, wascht Euch oft und gut die Hände, haltet mindestens einen Meter Abstand zu hustenden und niesenden Personen und lasst Euch nicht anatmen oder - brrr- anniesen. Fummelt, solange Ihr irgendwo unterwegs seid, nicht an Nase und Lippen herum, ohne vorher die Hände desinfiziert zu haben. Und sollte das alles nichts nützen - bei Fieber solltet Ihr zum Arzt gehen. Denn wenig ist schlimmer, als eine Grippe zu verschleppen und später den Herztod durch eine verschleppte virale Infektion zu erleiden, egal ob Corona oder saisonale Grippe.
Aber: Verfallt nicht in Panik. Dazu bestand bei meinem ersten Blogeintrag am 31.01. kein Anlass, dazu besteht auch heute noch kein Anlass. Und ich zweifle stark daran, dass sich das ändern wird. Ich KANN mich irren. Aber wenn ich irgendwann im Sommer oder nächstes Jahr zur gleichen Zeit in der neuen Grippesaison über diesen Blogeintrag stolpern werde, werde ich sehr wahrscheinlich Recht behalten haben.

Freitag, 31. Januar 2020

Zum Corona-Virus

Es kommt in letzter Zeit etwas selten vor, dass ich Kommentare abgebe, zum Beispiel zum Weltgeschehen. Aber heute muss ich etwas zum Corona-Virus schreiben, auch um ein paar Dinge "geradezurücken".
Heute habe ich einer Kundin Atemschutzmasken verkauft. Nein, nicht diese Gasmaskendinger aus dem Fernsehen, das in Kriegen getragen wird, auch nicht die Papierteile, mit denen Hunderttausende Chinesen herumlaufen. Richtige, gute Masken aus dem Fachhandel der Filterstufe FFP 3, die Partikel bis zu Null Komma sechs Mikrometer Größe davon abhalten, eingeatmet zu werden. Damit ist diese Maske effektiv gegen eine mögliche Penetration durch das Corona-Virus. (FFP 2 hätte auch gereicht.)
Jedenfalls wusste die Dame, dass "der Corona-Virus auch durch die Augen übertragen" wird und eine Maske deshalb wohl doch eher sinnlos ist. Aber für den Fall der Fälle wollte sie eben welche Zuhause haben.
Jetzt wird es ein wenig wild. Die Dame wusste übrigens auch, dass "die Chinesen damit irgendetwas planen". Sie war auch davon überzeugt, dass die ganze deutsche Politikerkaste längst auf eine einsame Insel umgezogen ist, wo sie vom Virus unbeeinträchtigt sein wird, und dass um das Politikerding in Berlin (Anm.: Sie meinte das Kanzleramt) ein Graben gezogen werden soll.
Nun haben wir es hier mit einem lebenden, atmenden, fühlenden und Vernunftbegabten Wesen zu tun, daher verbietet sich jede Form von Spott automatisch, alleine aus Respekt. Aber was ich tun kann, das ist, ein paar Fakten anzubieten und etwas zu recherchieren. Dazu werde ich den derzeitigen Stand des Corona-Virus mit der Schweinegrippe und SARS vergleichen, die in diesem so jungen Jahrtausend bereits um die Welt gezogen sind und noch einen kurzen Abstecher zum letzten Pockenausbruch in Deutschland nehmen, der sich in den frühen Siebzigern im Saarland ereignet hat.

Zuallererst einmal: Keine Panik. Bei dem "neuen" Virus handelt es sich um 2019-nCoV aus der Coronaviridae, einer hinlänglich bekannten Virenfamilie. Es stellt sich derart dar, dass es bei anfälligen Menschen schwere Lungenentzündungen und/oder andere Leiden auslöst, die tödlich enden können. Die Ansteckungsrate ist relativ hoch, die Sterblichkeitsrate jedoch nicht.
Bevor ich jetzt irgendetwas anderes schreibe, lasse ich mal die blanken Zahlen zum Thema sprechen.
Offizielle Stellen sprechen von einer Sterblichkeitsrate von 2,9, d.h., von einhundert Infizierten sterben 2,9 Personen. Dies ist aber (noch) unsicher, da sich die Sterblichkeitsrate aus zwei Faktoren ergibt: Der Anzahl der Fälle und der Anzahl der Todesfälle. Der Rest ist schlicht und einfach Mathe. Nun können viele Infektionen überhaupt gar nicht gemeldet worden sein, weil der Krankheitsverlauf nur schwach oder die Krankheit überhaupt nicht ausgebrochen ist. Das würde bedeuten, dass es wesentlich MEHR Krankheitsfälle gibt, was automatisch die Sterblichkeitsrate senkt. Es kann aber auch sein, dass es in absehbarer Zeit zu einer akuten Häufung an Todesfällen kommt, was bedeuten würde, die Letalität würde steigen, und damit auch die Sterblichkeitsrate.
Das Problem bei einer sicheren Berechnungsrate liegt wie immer im Detail. In Wuhan sind vor allem Personen über sechzig Jahren verstorben, und viele Fälle sind auskuriert worden und wurden nicht gemeldet, die als Dunkelziffer stattgefunden haben. Die Wahrscheinlichkeit liegt nahe, dass einige Todesfälle entweder fälschlicherweise dem Corona-Virus zugeordnet wurden, oder aber Corona als Todesursache für Todesfälle im Dezember (noch) nicht erkannt werden konnte, da die Infektion noch nicht bekannt war.

Zwischenschritt zur Virologie. Was macht Viren, zum Beispiel einer Virusfamilie, zu einer Bedrohung für den Menschen? Was ist mit SARS und Schweinegrippe? Nun, das Problem ist, dass Viren faktisch eine Art von biologischer Mschine sind. Ihr einziger Existenzzweck ist, in einen Gast einzudringen, dort in eine Zelle einzudringen, für die es den "Schlüssel" hat, und dort die Reproduktionsprozedur mit seiner eigenen RNS zu überschreiben, sodass sich die betroffene Zelle nicht mehr selbst reproduziert, sondern, Ihr ahnt es, Viren baut, bis sie entkräftet abstirbt. Die neuen Viren verbreiten sich, befallen Zellen des gleichen Typs, vermehren sich, und, und, und.
Bei Grippe und Co. ist das Problem, dass zwei Viren der gleichen Familie aufeinander treffen können - und dann tauschen sie Teile aus, was dem neu entstehenden Virus dann ganz andere Möglichkeiten gibt, bzw. der Dietrich für die Körperzellen wird verändert, was dem Virus eventuell neue Möglichkeiten eröffnet. Das kann furchtbar werden; in den meisten Fällen kommt aber harmloser Mist dabei heraus.
Auch das aktuelle Virus ist so entstanden: Eine Neukombination aus mehren Teilen von Viren, die bereits Tiere oder Menschen befallen haben. Deshalb kennen wir die Virenfamilie, nicht aber das Virus selbst.
Nun ist die Virologie eine recht junge Wissenschaft, und die Aufzeichnungen sind noch keine einhundert Jahre alt. Wir können also nicht sagen, ob 2019-nCoV nicht schon einmal in der Menschheitsgeschichte aufgetreten ist. (Was auch sinnlos wäre, da immune Menschen nach einhundert Jahren größtenteils verstorben wären.)
Anders sieht es bei der H1N1 aus, der Schweinegrippe. Sie trat bereits in den Sechzigern auf, was dazu führte, dass am Hauptausbruchsort, der Millionenmetropole Mexico City, nur Menschen unter fünfzig Jahren erkrankten. Manche Medien machten daraus eine Panikstory zum rabiaten Killervirus, der uns alle auslöschen wird - na, fällt da irgendjemandem eine Parallele auf? - anstatt die Frage, warum alte Leute nicht erkrankten, mit einem logischen "die hatten das schon mal und sind immun" zu beantworten.
Wir kennen also das Corona-Virus per se, nur halt nicht in dieser Zusammenstellung.

Zurück zum eigentlichen Virus. Die WHO hat gestern den Gesundheitsnotstand ausgerufen, was bei einigen Medien dazu geführt hat, dass sie (wieder mal) das Ende der Welt gekommen sehen haben wollen. Tatsächlich aber heißt es nur, dass sich die Organisation fachlich und sachlich mit dem Thema durch eine Expertenkommission auseinandersetzt und Verhaltensmaßnahmen an Mitgliedsländer ausgibt. Zwar ist der Status einer Pandemie erfüllt, sobald das Virus sich über mehrere Länder verteilt, also quasi andere Kontinente erreicht hat. Aber das sagt nur etwas über die Ansteckungsrate aus, nicht über die Gefährlichkeit.
Bei SARS, einem Virus, das ebenfalls aus der Coronaviridae-Familie stammt, war es geringfügig anders. Es hat während des Ausbruchs 2003 weltweit 8096 Infizierte gegeben. Direkt oder mittelbar durch die Infektion und andere Krankheiten verstarben 774 Menschen, was eine wesentlich höhere Sterblichkeitsrate von 9,6 ergeben hat.
Beim Influenza H1N1, im Volksmund Schweinegrippe gerufen, war es  2009/2010 genau umgekehrt. Es gab verdammt hohe Ansteckungsraten mit 226.000 verifizierten Fällen in Deutschland, aber es gab nur 226 Todesfälle. Genaue weltweite Zahlen sind nicht mehr verfügbar oder schwer zu bekommen. Aber nehmen wir an, die Sterblichkeitsrate wäre 9,6 wie bei SARS gewesen, alleine in Deutschland wären rund eintausend Menschen gestorben.
Dies entspricht übrigens den Todesfallzahlen der regulären Grippe.

Worum geht es der WHO also? Nun, 2019-nCoV breitet sich schnell aus, ist infektiös, und in einigen Fällen führt sie zum Tod. Dazu kommt, dass sie dank moderner Transportmittel schnell weltweit verbreitet wurde und wird. Da wir mittlerweile auf jedem der fünf Kontinente Infektionsfälle haben, ist eine Pandemie-Warnung angebracht. Aufgrund der Verbreitung. Lieber einmal zu viel warnen, als einmal zu wenig. Man stelle sich nur vor, die Schweinegrippe wäre mutiert und hätte SARS-Gefährlichkeit erreicht. Dann hätten wir durchaus ein Problem gehabt.
Als Beispiel möchte ich den letzten großen Pockenausbruch in Deutschland erwähnen, der aus Pakistan eingeschleppt wurde, weil der Patient Null eine unzureichende Schutzimpfung erhalten hatte. Pocken sind derart ansteckend, dass man nur im gleichen Raum die gleiche Luft atmen muss, die der Infizierte atmet; damit sind sie ähnlich ansteckend wie die Masern-Viren, was man nicht oft genug erwähnen kann. (Und Masern sind gefährlich genug, btw.)
Damals kam es zu einer relativ kleinen Ansteckung, aber mehreren Todesfällen. Doch in einem modernen Land wie Deutschland waren mehrere hundert Krankheitsfälle und Verdachtsfälle in Quarantäne im vierstelligen Bereich ein Schock, glaubte man doch diese Krankheit besiegt. Happy End: Die Pocken sind offiziell weltweit ausgerottet, und es existieren nur noch Proben in zwei sehr speziell gesicherten Labors, damit man für den Fall des Ausbruchs irgendeiner neuartigen Pockenvariante einen Impfstoff herstellen kann.
Aber auch bei diesen Raten der Ansteckung sind wir nicht.

Fazit: Etwas früher, weil ich nicht an die Zahlen komme, die ich haben will, komme ich zu einem Ende. Derzeit kann man noch nicht sagen, wie sich 2019-nCoV entwickeln wird. Es besteht bei Viren immer die Gefahr, dass sie mutieren. Dadurch können sie schlimmer werden, aber auch schwächer. Siehe weiter oben. Wir wissen jetzt seit zwei Monaten von diesem speziellen Gast der Coronae-Familie, und wir haben schon dank des Flugverkehrs auf jedem Kontinent außer der Antarktis bestätigte Krankheitsfälle.
Das bringt mich auf eine witzige Anekdote. Wisst Ihr, warum uns im Herbst/Winter Impfstoffe für die saisonale Grippe zur Verfügung stehen? Nun, meistens bricht die aktuelle Unfluenza in den Ballungsgebieten Südostasiens aus und breitet sich dann durch Tröpfeninfektion langsam in alle Himmelsrichtungen aus. Erreicht die aktuelle Grippe Deutschland, hatten die Pharma-Firmen natürlich genug Zeit, Impfstoffe zu entwickeln. Sowohl bei SARS als auch Schweinegrippe und jetzt beim aktuellen Corona-Virus ist es anders; die primäre Ausbreitung erfolgt über den Flugverkehr.
Was nicht heißt, dass eine eher traditionelle Ausbreitung von Person zu Person nicht doch noch stattfindet und den Weg zu uns findet. War bei SARS übrigens nicht der Fall.

Was also steht uns bevor? Nicht viel. 2019-nCoV brach in der Millionenstadt Wuhan aus, in der elf Millionen Menschen leben. Es gab definitiv nicht mehr Todesfälle als Infektionen, also sind die Ansteckungsraten eher moderat. Die Sicherheitsmaßnahmen in den anderen Ländern greifen, sodass infizierte Personen gut isoliert werden, ebenso die Personen, die mit ihnen in Kontakt gekommen sind, was bei einer Sterblichkeitsrate von 2,9 schon angebracht ist. Wer spielt schon gerne Lotto mit dem eigenen Leben? Die vier Fälle in Bayern wurden gut gemanaged und eine weitere Ausbreitung bisher verhindert. Und nein, die Kinder des Patienten Null, der sich bei seiner chinesischen Kollegin angesteckt hat, wurden definitiv NICHT von der Quarantäne ausgenommen. Es gibt keinen logischen Grund, das zu tun. Das hindert die Panik-Bubble aber nicht, so etwas einfach zu behaupten. Wenn also jetzt eines seiner Kinder ebenfalls positiv getestet wurde, heißt das nicht, dass eine ganze Schule oder ein Kinderspielkreis angesteckt sind. Heißt es das doch, werden eben auch diese Kinder isoliert. So schnell kommt das Ende der Welt nun mal nicht. Vor allem nicht in einem gut organisierten und gut aufgestellten Land wie Deutschland.

Also: Abwarten und Tee trinken. Impfen lassen? Sicher. Wenn das Virus über die normalen Verbreitungswege kommt, wie es die reguläre Grippe macht. Also von Person zu Person quasi zu Fuß über den ganzen Kontinent.
Wir müssen auf mögliche Mutationen achten, sicher. Und sich infizieren, und unter die 2,9 zu fallen, ist auch nicht nett, weil tödlich. Absehen, was überhaupt passieren wird, können wir auch nicht. Aber wenn es so weitergeht, und wenn die Behörden weltweit weiter so gut reagieren, sollte die Geschichte von 2019-nCoV wesentlich schneller zu Ende sein als Schweinegrippe oder SARS.
Verhaltensmaßnahmen? Abstand zu hustenden Personen. Hände waschen. Schutzmaske? Nur, wenn man direkt mit Patienten in Kontakt ist.

Grund zur Panik? Nein. Wir reden hier nicht von Masern, nicht von Pocken, nicht von der Schwarzen Pest. Und auch selbst wenn 2019-nCoV über die Augen übertragen wird (über die Augenschleimhaut, was ein recht komplizierter Weg in den menschlichen Körper ist), geben die bisherigen Zahlen einfach keine Panik her. Noch nicht.
Ich wage allerdings die Prognose, dass es auch dabei bleibt. Im Übrigen sollten sich alle Medienschaffenden schämen, die das genaue Gegenteil von dem tun, was ich hier gerade mache. Die bisherigen Zahlen sind Grund genug für eine Warnung und erhöhte Aufmerksamkeit, aber nicht für Hiobsbotschaften oder gar Panik.
Just my two Cents.