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Donnerstag, 12. November 2009

Darwin wäre beinahe Pastor geworden...

...aber ich bin sicher, die Seite, die mit seinem Namen und dem nach ihm benannten Preis, den Darwin Award, arbeitet, hätte nicht seinen Gefallen gefunden. Denn jeder, der die simple Adresse Darwin-Award.com eingibt landet nicht auf der Seite mit der Prämierungen der auf dümmste Weise aus dem Genpool der Menschheit verschwundenen Menschen, sondern auf einer Hardcore-Bibelseite.
Hardcore-Bibelseite? Was ist das, werden manche fragen. Nun, das ist vielleicht nicht so einfach zu erklären. Aber ich will versuchen, es mit einem Wort zusammen zu fassen: Kreationisten!
Genau, diese besondere Gruppe Mensch, deren Glaube mir Ausschlag verursacht. Wobei es nicht ihr christlicher Glaube ist, sondern ihr irrationales Verlangen, die Bibel mit einem Sachbuch gleich zu setzen oder gleich als erklärte Wissenschaft zu etablieren.
...sacken lassen.

Durch reinen Zufall gelangte ich also auf diese Hardcore-Seite, und es war alles da, was einen fundamentalistischen Christen, der daran glaubt, dass Gott die Erde in sieben Tagen erschaffen hat (Ätsch, es waren aber nur sechs) und das bald das Armageddon droht, richtig auf Touren bringt.
Als da wäre: - Die Uhr der bevorstehenden Apokalypse, die effektvoll auf fünf vor zwölf steht.
- Der Bericht des Bibelhassers, der durch eine Predigt und Monatelange eigene Bibelforschung dazu überging festzustellen, das "alles in der Bibel wahr ist".
- Ein Auszug der schönsten Prophezeiungen über das Ende der Welt.
- Und immer besonders beliebt: Wer kein Christ ist, im Idealfall natürlich kein Mitglied dieser einen christlichen Sekte, kommt nicht ins Himmelreich. Und wo finden wir die Begründung für diese gewagte Behauptung, die zwei Milliarden Katholiken düpiert? Richtig, natürlich in der Bibel, man muss nur richtig lesen.

Das waren natürlich nicht alle Beispiele, nur das was mir nach zehn Minuten und acthzig Zeilen des Berichts unseres Konvertiten so im Gedächtnis geblieben ist. Ich möchte keinem zukünftigen Besucher den Spaß oder die Erleuchtung nehmen, etwas neues auf dieser Seite zu finden, was ihn dann amüsiert oder erleuchtet. Tja, Schwamm drüber.
Jeder, der schon einmal einen von mir zum Thema verfassten Blogeintrag gelesen hat, weiß, dass ich Kreationisten nicht mag. Die Gründe dafür sind einfach: Kreationisten verkaufen sich erst selbst für dumm, und dann versuchen sie es mit allen anderen.

Zum Beispiel mit den obigen vier fadenscheinigen Argumenten, die ich jetzt behandeln werde:
1) Der berühmte Club of Rome hat eine ähnliche Uhr. Sie stand lange Zeit auch auf fünf vor zwölf. Nach den Entspannungen zum Ende des Kalten Krieges hin wurde sie jedoch zurück gestellt. Die Christen, welche diese Seite betreiben, scheinen die einzigen zu sein, die ein nahes Ende der Welt sehen. Aber das ist wahrscheinlich ihr Job.

2) Der Bericht des Saulus zum Paulus (unser Bibel-Konvertit) ist niemals authentisch. Der Autor berichtet immer wieder darüber, dass er mehr und mehr Stellen in der Bibel gefunden hat, die "wahr" sind. Dem dummen Leser aber lässt er seine unschätzbar wertvollen Erkenntnisse, wo denn die Bibel "wahr" ist, nicht zukommen. Die sollen wohl alle selber recherchieren. Außer Schlagworten nichts gewesen. Eine Broschüre, die sein Versprechen erläutert, die Bibel sei "wahr", wurde auch nicht angeboten.
Meine Meinung: Nur Leute, die ihre Fakten nicht erklären können, erklären ihre Fakten nicht. Klingt dämlich? Ist es auch, aber nur für diese Leute.

3) Eine Wolke im Westen und ein heißer Wind aus dem Süden, so fängt eine Prophezeiung zur Apokalypse an. Hallo? So was haben die in Bayern ständig. Das nennt sich Bewölkung im Westen und Fön von den Alpen. Und Bayern steht immer noch. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Das ist so ein wenig wie Nostradamus entschlüsseln: Wenn wir die Apokalypse hatten, können die Überlebenden ran gehen und ergründen, welche Wolke es aus dem Westen war, und welcher Fönwind aus dem Süden das Ende der Welt brachte. Kreationisten geizen immer mit Fakten und klaren Worten. Denn sie wissen warum.

4) Mein Lieblingspunkt ist aber der letzte: Da wird einfach munter behauptet, wer nicht zu unserer Kirche gehört, der ist kein richtiger Christ und kommt auch nicht in den Himmel.
Okay, ich habe in jungen Jahren sehr viel in der Bibel gelesen, und ich bin etwas sattelfest. Jedenfalls genug um zu wissen, dass Jesus Christus mit seinem Kreuztod die Schuld ALLER Menschen auf sich genommen hat, und das er JEDEM der ihm folgt geraten hat: Schlägt man dich auf die linke Wange, so halte auch die rechte hin. Passt das etwa dazu, dass sich eine christliche Kirche nicht nur auf Jesus beruft, sondern auch einen einmaligen, von der Bibel "untermauerten" Rettungsanspruch aufstellt? Nein, das passt natürlich hinten und vorne nicht. Im Gegenteil, nach dem ersten Drittel wird das purer Verrat am Christentum.

Ich habe nun schon einige Zeit gelebt und sehr viele Erfahrungen gemacht, gute wie schlechte. In all der Zeit habe ich oft mit dem Gedanken gespielt, meine Kirchensteuer zu sparen und auszutreten; letztendlich dachte ich mir aber immer, das es nicht auf das Geld ankommt, sondern auf den Glauben. Auch dachte ich, kann es der deutschen evangelischen Kirche nicht schaden, wenn mit mir einer mehr Mitglied ist, der Wissenschaft und Glauben auseinander halten kann.
Aber immer wenn ich die Texte von Kreationisten, religiösen Weltverschlimmerern und christlichen Pseudowissenschaftlern lese, schlackern mir die Ohren. Erlaubt mir, dass ich mich weiterhin auf diesem Wege dieser obskuren und peinlichen Konstrukte erwehre.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Besagte Seite prognostiziert das Ende der Welt, wenn Russland und einige arabische Staaten in Israel einfallen und die USA involviert sind...
Geschickt gemacht, denn sollten sich arabische Nachbarn - aus welchen Gründen auch immer - zu einem Waffengang gleich welcher Art gegen Israel entscheiden, sind die USA natürlich automatisch involviert. Das Problem hierbei ist Russland. Putin und Konsorten haben leider keinerlei Interessen an der Region, speziell nicht an Israel, was über den christlichen Glauben hinaus gehen würde. Es dürfte also schwer sein, Russland dazu zu bewegen, Israel anzugreifen, nur damit wir unser Armageddon-Vorzeichen haben.

Und natürlich finden die Schriftrollen vom Toten Meer Erwähnung im Bekenntnis des konvertierten Bibelhassers. Aber unser neugeborener Paulus begeht natürlich einen Fehler: Er vergisst uns zu versichern, dass seine Recherche aus einer Bibel stammt, die auf Grundlage dieser Schriftrollen geschrieben ist.
Jeder, der einigermaßen über den christlichen Glauben informiert ist weiß, dass die katholische Kirche und nach ihnen jede andere Splittergruppe an der Bibel herum gedoktort hat. Wobei Luther eher wenig zensierte, während die katholische Kirche in etwa ein Drittel der Texte weg fallen ließ. Auch die Schriftrollen vom Toten Meer, egal wie authentisch sie auch sein mögen, müssen erst einmal Eingang in die Bibel finden - und das tun auch nur jene Passagen, die neu sind. Dazu müssen diese aber auch erst wieder am Papst vorbei.

Hach, manchmal liebe ich es, mich über Kreationisten aufzuregen.
In diesem Fall überwiegt aber mein Ärger, wenn ich die Perfidität sehe, mit der diese Gruppe auf Leute hofft, die nicht Google nutzen, um auf die Seiten des Darwin Awards zu gelangen.
Autsch. Ich ergehe mich in Kopfschmerzen.

Montag, 9. November 2009

Ringelt sich das Schwänzchen schon?

Schweinegrippe und kein Ende. Eigentlich sollte ich ja alle Zeitungsartikel ignorieren, die den Virus NICHT mit H1N1 oder Neue Grippe betiteln, weil alleine das schon ein Hinweis darauf ist, dass ungenau recherchiert wurde. Aber ich habe es dennoch gemacht, bin ein paar Links von Bildblog.de gefolgt und hier gelandet! Und was Frau Friederike Tinnappel von der Frankfurter Rundschau in ihrem Leitartikel hier abliefert, abgesehen davon, dass sie am Montag, dem 9.11. bereits davon spricht, das morgen der 11.11. ist, kann man wie folgt zusammenfassen: Impf-Lobbyismus.

Nicht nur, dass sie vollkommen unbekümmert ohne Zahlenbelege arbeitet, sie scheut sich auch nicht, finsterste Polemik zu verwenden. Da sind die Impfstoffe, die vor zwei Wochen noch zuverlässig ausgeliefert wurden, plötzlich "wegen Engpässe nicht mehr geliefert worden", da werden Menschen die sich gegen die Impfung entscheiden die ewigen "Ich doch nicht"-Impfgegner genannt und damit karikiert, während die anderen jene sind, "die sich ernsthaft um ihre Familien sorgen". Und mit wahrer Hingabe beschreit sie nicht nur das Ende des Impf-Engpass, sondern auch die Verfügbarkeit neuer (und wahrscheinlich verträglicherer) Impfmittel von anderen Pharmaunternehmen.
Sie schließt mit Blick auf den Karneval und die dort folgenden Menschenmassen wie folgt: "Wenn wir uns alle impfen lassen, schlagen wir der Schweinegrippe ein Schnippchen."

Sehr geehrte Frau Tinnappel, Sie haben anscheinend ein paar elementare Dinge nicht begriffen.
1) Fünfundzwanzig Millionen mögliche Immunisierungen sind für ein Volk von zweiundachtzig Millionen Menschen mehr als ausreichend.
2) Wenn von dreißigtausend oder mehr Krankheitsfällen mit H1N1 geredet wird und wir auf elf Tote kommen - wobei bei diesen Opfern das Virus nachgewiesen wurde, nicht dessen Lethalität - haben wir einen supermilden Verlauf mit etwas Husten und Schnupfen, aber keine Pandemie, die Impf-Hysterie rechtfertigt.
3) Impfgegner pochen zwar auf die Nebenwirkungen der Impfung, aber darum geht es nicht, wenn ich mich nicht impfen lasse: Ich persönlich sehe keinen SINN darin, mich gegen diesen leichten Sommerhusten impfen zu lassen. Und ich bin Asthmatiker.
4) Mit Artikeln wie Ihrem muss man die Hände über dem Kopf zusammen schlagen und Medizinern wie Robert Koch und Wissenschaftlern wie Louis Pasteur Abbitte leisten, weil die positive Arbeit, die von ihnen begonnen wurde, von Ihnen absurd gemacht wird. Absurd in der gezielten Schürung von Panik, künstlichem Impfwillen und Lobbyismus für Pharma-Unternehmen, die nun auch noch auf den vermeintlich fetten Impfmarkt drängen, der gar nicht existiert.
5) Auch die Impfgegner sorgen sich um ihre Familien, deshalb sind sie ja skeptisch.

Frau Tinnappel, Sie leisten weder der Impfung an sich, noch der Bekämpfung der Schweinegrippe einen Dienst. Ich habe vergeblich in Ihrem Artikel nach Zahlen gesucht, nach Links zu Vergleichswerten und dergleichen. Was ich gefunden habe war eine Anzeige, über der das Wort Anzeige nicht zu finden war.
Was Ihren Schlusssatz angeht: Wir können der Schweinegrippe eben KEIN Schnippchen beim Karneval schlagen, wenn wir uns jetzt alle impfen lassen. Zwar dauert der Karneval bis zum Aschermittwoch... Aber um eine Immunität nach der Impfung zu entwickeln, bedarf es im Schnitt zwei Wochen. Zu spät für den 11.11. um Elf Uhr Elf.

Bitte mehr Fakten und weniger Meinung in Ihrem nächsten Leitartikel.
Ach, und bitte, überlassen Sie unsinnige, reißerische und sachlich falsche Texte doch bitte der BLÖD-Zeitung.

Donnerstag, 5. November 2009

Internet natives aller Länder, hört auf Euch zu treffen...

...so oder ähnlich möchte ich gerne diesen Blog-Beitrag beginnen.
Diese Woche entdeckte ich auf Bildblog.de in der Rubrik "Sechs vor neun" eine Auswahl diverser im Internet verfügbarer Artikel. Einer von ihnen behandelte das Interview einer Reporterin, die sich mit einer vierzehnjährigen Gymnasiastin über das Internet, Datensicherheit und dergleichen unterhalten hat, inklusive den "Gefahren im Netz". Teilweise kam mir das Interview authentisch vor, streckenweise unrealistisch, vor allem sobald es um New Age-Dinge wie "Geld verdienen durch Urheberrechtsklagen" oder "im Internet kann man auch Monster treffen" ging.
Mit vielem war ich einverstanden manches ließ in mir den Verdacht keimen, es entweder mit einer Retorte, einer massiven Nachbearbeitung der Autorin oder einem "vorbereiteten", sprich instruierten Gesprächspartner zu tun gehabt zu haben. Letztendlich überwogen aber die positiven Aspekte, deshalb Schwamm drüber.

Denkste. Felix Schwenzel, Betreiber des Blogs Wirres.Net, hat die Fragerunde auch entdeckt, etwas modifiziert und sich mit deren Hilfe selbst interviewt. Dabei hat er die Finger auf viele Ungereimheiten gelegt, tüchtig in der Wunde gebohrt und klar gestellt, dass man auch mit einem C64 bereits im Computerzeitalter angekommen war.
Felix, das war dringend nötig. Und jetzt bin ich mir sicher, große Teile des Ursprungsinterviews waren gefaket.
Euer C64-Veteran Ace.

P.S.: Wizball, anyone?

Dienstag, 3. November 2009

Je olla, je Dollar

Und ich meine nicht Dolly Dollar, sondern die US-amerikanische Währung.
Dies ist der Auftakt zu einem kleinen Gedankenexperiment meinerseits. Alle, die mit Mathe nichts am Hut haben, sollten jetzt fix das Weite suchen. Alle anderen zücken entweder den Taschenrechner oder aktivieren das in ihr Betriebssystem eingebettete Gadget.
Die Aufgabe ist simpel: Wir schreiben das Jahr 2000. Alexander fliegt zu einem mehrtägigen Urlaub in die U.S.A. und muss dafür sein Geld umtauschen. Der freundliche Banker in seiner Volksbank-Filiale sagt ihm, dass er für einen US-Dollar Zwei Mark zwanzig berappen muss.
Alexander tauscht zweitausendzweihundert Mark in eintausend Dollar um. (Ja, ich weiß, das ist ne Menge Kies, und man fragt sich, WAS für einen Urlaub Alexander geplant hat. Ignoriert das bitte. Ich wollte nur eine glatte Zahl haben.)

Kleiner Zeitsprung in die Gegenwart: Alexander spielt wieder mit dem Gedanken an eine Amerika-Reise. Er surft durchs Web und findet auf www.finanzen.net den aktuellen Dollarkurs. Demnach kriegt er heute für einen Euro Eins Komma vier sechs Dollar. Er bezahlt für Eintausend Dollar also Sechshundertvierundachtzig Euro und dreiundneunzig Cent.

Nun schauen wir noch einmal ins Jahr 2002, dem Jahr in dem wir Kontakt aufnahmen - mit dem Euro. Die Faustregel für die Umrechnung Mark gegen Euro ist fix. Für einen Euro muss Eine Mark neun fünf fünf acht drei berappt werden.
Wenn Alexander nun seine zweitausendzweihundert Mark in Euro getauscht hätte, dann wäre das wie viel?
Richtig: Eintausendeinhundertvierundzwanzig Euro und vierundachtzig Cent.
Dieses Geld wollen wir jetzt in Dollar anlegen. Wir erinnern uns, für einen Euro kriegen wir Einen Dollar und sechsundvierzig Cent. Macht also Eintausendsechshunderzweiundvierzig Dollar und siebenundzwanzig Cent (aufgerundet).

Worauf will ich hinaus? Nun, im Jahr 2000 hat Alexander für sein Geld Eintausend Dollar bekommen.
Im Jahr 2009 hingegen bekommt er für die gleiche Summe in Euro umgerechnet sechshundertzweiundvierzig Dollar siebenundzwanzig mehr. Und das in einer Zeitspanne von nur neun Jahren.
Mein Fazit: Kein Wunder, dass die Amerikaner in einer Krise stecken, wenn ihr Geld in nur neun Jahren zwei Fünftel seines Wertes verliert.
Und: Urlaub in den USA ist für uns Europäer aus Euro-Land gerade supergünstig.

Natürlich werden jetzt die Wirtschaftsexperten auf die Barrikaden steigen, von Kaufkraftverlust reden, die Inflation anführen, von Booms und Regressionen sprechen, ansteigender und absteigender Import-Export-Leistung... Aber, meine Herren, diese Bedingungen gelten doch nicht nur für die USA, sondern auch für den Euro-Raum, oder?
Mir bleibt ein vergnügte Schmunzeln, die Hoffnung, dass ich mit einem Euro-umgetauschten Dollar genauso viel kaufen kann wie mit den Mark-umgetauschten Dollars im Jahr 2000 und die Gewissheit, das es einer Währung gerade recht gut geht: Dem Euro nämlich.

Freitag, 30. Oktober 2009

Vermischtes

Hm, wenn so eine Woche ins Land geht, dann passiert so einiges. Ich will ein paar dieser "einige" aufgreifen und mit meinen persönlichen Anmerkungen versehen.

Afghanistan: Der vom deutschen Kommando angeforderte Luftangriff auf gestohlene Tankwagen wurde nun nachträglich von der NATO sanktioniert.
Vielleicht auch deshalb, weil die örtlichen Stammesführer selbst für den Angriff sehr dankbar sind und nicht müde werden zu betonen, es seien nur "böse Menschen" gestorben.
Ich persönlich frage mich immer noch eines: Was macht ein Zivilist um zwei Uhr nachts inmitten einer Horde Taliban in einer Flussfurt? Oder deren dreißig? Scheint, wir sind nicht das einzige Land, das mit ewig Gestrigen zu kämpfen hat.

Der Bundeskanzler ist tot, es lebe der Bundeskanzler: Tja, Frau Dr. Merkel ist nun wiedergewählt. Und abgesehen von der Frage, wo ihr Doktortitel plötzlich hergepoppt ist und warum sie ihren Mann und ihren Stiefsohn für den Wahlkampf doch noch in die Kameras gezerrt hat, gibt uns ein Aspekt allen zu denken: Sie wurde nicht mit allen Stimmen der Koalition wiedergewählt. Ich sage euch, Neuwahlen in einem Jahr.

Das gleiche passierte auch in Thüringen, wo der populistische MP Althaus nach seiner Wahlniederlage entmachtet wurde. Da half ihm auch nicht die großflächige Vermarktung des Unfalls mit Todesfolge, den er verursacht hatte.
In Thüringen fehlten auch seiner Kronprinzessin Christine Lieberknecht die Stimmen der Koalition, um im ersten Wahlgang zur neuen MP gewählt zu werden. Erst im dritten Wahlgang wurde sie wiedergewählt, weil hier die einfache Mehrheit reichte. Und das ist wohl ein Zeichen dafür wie rauh der Weg sein wird, der noch vor ihr liegt. Und ich wette, die Stimmverweigerer kamen nicht einmal aus dem SPD-Teil der Koalition, sondern aus der CDU-Partie - nämlich von jenen die mit Althaus unzufrieden waren und mit Lieberknecht eine Fortsetzung seiner Politik befürchten.
Fahren Sie besser nie Ski, Frau Lieberknecht.

Schweinegrippe: Eigentlich ist es eine Riesensauerei, wie über H1N1 berichtet wird. Noch nicht ein Schwein angesteckt, geschweige denn die Schweine als Ursprung der neuen Grippe sicher bestätigt, hat sich dieser Name festgefressen. Und hier wird es schweinisch: Der Name lässt sich einfach nicht ausrotten. Die Grippe selbst leider auch nicht, denn die Impfbeteiligung ist eher mäßig. Menschen interessieren sich eben mehr für rosa Wundersalben mit an Zauberei grenzenden Heilungserfolgen als für eine herkömmliche Krankheit, die den Tod bringen kann... Aber voraussichtlich nicht wird.
Btw, noch einmal: Warum sind die Jahrgänge über sechzig gegen diese Grippe immun? Ich glaube noch immer, dass das daran liegt, dass sie vor fünfzig bis siebzig Jahren einen identischen Erreger hatten und deshalb eine Immunität aufgebaut haben. Diesem Aspekt nachzuforschen wäre sicherlich interessant.
Und wenngleich ich die Impfung gegen H1N1 sinnlos, ich meine skeptisch betrachte, bin ich doch dafür, dass die Risikogruppen (chronisch Kranke, Schwangere, Rentner) zur Impfung gegen die saisonale Grippe gehen. Die fordert im Schnitt fünf- bis zehntausend Tote in Deutschland, also mehr als die Schweinegrippe weltweit geschafft hat.

Fanfiktion.de: Kaum zu glauben, aber wahr, ich habe tatsächlich mittlerweile sechstausend Aufrufe erfahren. Meine Geschichten sind beliebt wie nie. Allerdings bin ich von einem Rowlings-Hype weiter entfernt als der Mond von der Sonne. ^^°
Dennoch, die Zahl derer, denen mein Name als Autor ein Begriff ist, wächst ständig. Und vielleicht verkaufe ich dann ja endlich mal ein Buch. Aktuell steht "Für den Kaiser" vor dem Abschluss. Mal sehen, was daraus wird. Freiwillige, die eines kaufen würden, habe ich schon. ^^

In eigener Sache: Und das ist mir wirklich ein Anliegen... Leute, redet mit mir. Schreibt mir. Postet Antworten in meinem Blog. Ich weiß, dass einige meiner Fans hier mitlesen, und das etliche durch die Suchmaschinen auf mich stoßen, von denen der eine oder andere auch ein zweites mal rein schaut. Ich weiß, posten ist hier schwierig, geradezu komplex. Aber habe ich ein wenig Feedback nicht verdient, egal ob positiv oder negativ?

Sonntag, 25. Oktober 2009

Was soll der Hype?

Die Diskussion ufert aus. Das Ziel wird vollkommen aus dem Auge verloren.
Wovon ich rede? Von der bevorstehenden Impfung. Und alle, alle springen auf den Zug auf, um ihren Senf dazu zu geben. Von der rein sachlichen Variante bis hin zu fachlich qualifizierten Kommentaren ist alles dabei.
Auf Youtube bin ich dann dem Gipfel begegnet: Eine Medizinjournalistin namens Jane Bürgermeister verdächtigt das Pharmaunternehmen Baxter, die großmaßstäbliche Ausrottung der Menschheit vorzubereiten.
Dieser Punkt fällt eindeutig in die Verschwörungstheorie-Kiste und ist für mich unseriös.
Zwei Dinge sprechen m.E. gegen Frau Bürgermeisters Theorie:
1) Sie verkauft ein Buch zu diesem Thema.
2) Obwohl sie das größte Geheimnis eine elitären Spezialorganisation ausplaudert, welche mit Krankheiten die Überbevölkerung der Erde umregulieren will, sprich ein paar Milliarden ausrotten, ist sie noch immer am Leben, bzw. fürchtet sich nicht davor, von dieser geheimnisvollen verbrecherischen Organisation verfolgt zu werden.
Dies sind Auswüchse wie der Fall der rosa Wundercreme gegen Neurodermitis und Schuppenflechte, die während der TV-Sendung vom "Heilmittel" zum "Therapieunterstützenden Präparat" reduziert wurde. Auch hier versucht der Regisseur des Fernsehfilms zum Thema, ein Buch zu verkaufen, und ein mittelständisches Schweizer Pharmaunternehmen die Creme zu vermarkten.
Leute, so viele globale Verschwörungen haben wir nun auch wieder nicht. Ist doch klar, dass der Komplex nicht für alle reicht. Ich persönlich beschließe jedenfalls, immer erstmal skeptisch zu werden, sobald das Wort "Verschwörung" fällt. Zumeist in Verbindung mit "die da", "die Konzerne", "die ganz oben" oder "es gibt Leute".

Kommen wir aber mal zu den Fakten zurück. Was wissen wir?
Schweinegrippe tauchte das erste Mal offiziell in Mexico City auf; angeblich hoch ansteckend und supertödlich, weil sich hauptsächlich junge Menschen daran infizierten und daran auch starben. Daraufhin stürzten sich die großen Medien auf das Thema und entwickelten ein Szenario, das düsterer nicht sein könnte.
Nun, das düstere Szenario blieb aus. Mexico City wurde nicht entvölkert, und die Grippe verbreitete sich zwar in viele westliche Länder, darunter die USA und Europa, aber der weitere Verlauf der H1N1-Grippe war eher mild zu nennen. Hauptsächlich Personen aus Risikogruppen fielen ihr zum Opfer, während ältere Semester ab sechzig dagegen weitgehend immun zu sein scheinen. (Anmerkung von mir: Könnte eventuell daran liegen, dass die wirklich immun sind. Was bedeutet, dass sie diesen Virus wahrscheinlich schon mal hatten - vor fünfzig bis siebzig Jahren.)
Durch den Medienhype, der voll auf eine tödliche und Bilderwirksame Pandemie wie die Schwarze Pest im Mittelalter setzte, ließen sich auch die Behörden infizieren: Sie bestellten große Mengen des Impfstoffs, um ihre Bevökerung zu schützen, was an sich voraus schauend und löblich ist.
Nun ist der Impfstoff fertig, weltweit gab es ein paar hunderttausend Infizierte und ein paar tausend Tote. Versteht mich nicht falsch, ich will die Verstorbenen weder verhöhnen noch abtun, im Gegenteil. Mein Mitgefühl gehört den Angehörigen.
Aber wir haben den Impfstoff nun einmal, und fünfundzwanzig Millionen Deutsche können immunisiert werden.
Ich will jetzt nicht auf Frau Bürgermeisters Zug aufspringen, da sie behauptet, die Geimpften würden nicht immunisiert sondern mit einem besonders tödlichen Präparat infiziert werden.
Ich will auch nicht auf den anderen Zug aufspringen, der die Nebenwirkungen der Impfung aufpuscht und den "Impfungs-Hype" beschreit, da ich ein erklärter Befürworter der Impfung an sich bin.
Und ich will gar nicht erst auf Einzelrisiken eingehen.
Stattdessen überlege ich ein wenig an den Fakten herum.
Fakt ist, die "Schweinegrippe" hat sich außersaisonal weit verbreitet, allerdings mit mildem Verlauf und im Anbetracht der Infektionszahlen mit geringen Todesfällen.
Fakt ist, die Medien (vor allem die BLÖD) versuchen noch immer die Pandemie herbeizuschreien, was die Gegner eher noch stärkt als das es sie straucheln lässt.
Fakt ist, dass die normale Grippesaison kurz bevorsteht, der Winter. Also jene Zeit, in der unser Immunsystem durch weniger Bewegung, schlechtere Ernährung (als wäre es so schwer mal etwas Obst zu essen ^^° ), sowie trockene, überheizte Raumluft ohnehin geschwächt ist. Für diesen Zeitraum erwarten wir die normale Grippewelle, die wie meistens aus den Ballungsgebieten Südostasiens kommt und Ende Dezember, Anfang Januar hier eintreffen wird, um ihre fünf- bis zehntausend statistischen Todesfälle zu fordern. Wie sich ein zweiter Virus in dem Getümmel ausmachen wird, kann man gar nicht sagen. Das ist sowohl ein Argument FÜR als auch GEGEN die Impfung.
Fakt ist, dass sich die reguläre neue Grippe und die H1N1-Grippe in einem Infizierten treffen können, Daten austauschen und ein neuer gefährlicherer Virus entsteht. So läuft die Scheiße nämlich, und das wäre wieder ein Argument FÜR die Impfung. Aber genauso gut kann auch ein harmloser Drei Tages-Schnupfen dabei herauskommen. Denn Viren haben weder ein Bewusstsein, noch einen eigenen Willen. Sie haben keinen Plan, kein Konzept und keinen Zeitdruck. Sie sind beinahe Maschinen, am äußersten Rand dessen, was die Wissenschaft als lebendig bezeichnen würde. Sie planen nicht, sie tun einfach. Und da sie kein Bewusstsein haben, haben sie auch keine Ziele. Ziele wie die Menschheit auszurotten, beispielsweise. Das spricht wieder GEGEN eine Impfung.
Fakt ist, dass die älteren Semester eher selten infiziert werden. Daraus allerdings den Umkehrschluss zu ziehen, es würden hauptsächlich junge Leute infiziert werden, ist hanebüchen. Ich lasse hier lediglich ein "unter sechzig" gelten.

Natürlich kann man sich impfen lassen. Natürlich kann man durch die Immunisierung verhindern, dass gerade der eigene Körper durch eine Doppelinfektion von H1N1 und der regulären (aber neuen, verdammt noch mal. Darauf wird viel zu wenig aufmerksam gemacht! Jeder saisonale Virus ist auch ein NEUER Virus!) Grippe der Brutort einer neuen Supergrippe wird.
Aber: Man hat keine Garantie, das der Nachbar dann nicht zu eben jenem Superbrutherd wird, und dann widerum einen infiziert... Dass die Impfung gegen den neuen Supervirus funktioniert ist nämlich äußerst unwahrscheinlich.
Und auch der Medien-Hype, der immer noch versucht Recht zu behalten, die Regierungen die nun versuchen, mit Hinweis auf die eigentliche Grippe-Saison die dieses Jahr "besonders übel ausfallen kann" (aber keinesfalls muss) ihren Impfstoff, der gekauft und unbenutzt herum liegt, an den Mann zu bringen, sind der Sache letztendlich nicht zweckdienlich.
Danke, liebe Bundesregierung, dass ihr so besorgt wart und den Impfstoff produzieren lassen habt, um ganz Deutschland vor der Ausrottung zu retten. Aber ich für meinen Teil habe mich dazu entschieden, mich NICHT impfen zu lassen, weil ich zwar zur Risikogruppe der "Jungen" gehöre, ansonsten aber gesund bin. Eine kleine Infektion wird mich eher stärken als töten.
Außerdem, angenommen, es entsteht eine neue Supergrippe, und ich infiziere mich mit ihr...
DANN GIBT ES IMMER NOCH TAMIFLU? Schon vergessen? Und Donnie Rums freut sich dann bestimmt über den zusätzlichen Umsatz.
Tamiflu wirkt gegen Schweinegrippe. Damit ist die Chance auch recht groß, dass sie auch gegen eine eventuell entstehende neue Supergrippe hilft. (Betonung auf eventuell.)
Ich bin nicht gerade ein Freund der hypenden Pharma-Unternehmen... (Unsere hart arbeitenden mittelständischen Nonglobalplayer mal außen vor gelassen.)
Aber in diesem Fall habe ich das große Vergnügen, zwei Produkte der Global Pharma-Welt gegeneinander ausspielen zu können. Und das ist wirklich ein Vergnügen. Würde mich freuen, wenn Tamiflu auf diesem Weg wieder in die Diskussion kommt. Was dann allerdings in den Medien passiert... Könnte durchaus interessant werden.

Edit: Im April, gerade in meinem eigenen Blog nachgelesen, hieß es noch, Tamiflu hilft. Daraufhin bedienten sich Zehntausende auf mehr oder weniger legalen Wegen an diesem Medikament.
Heute, auf dem Höhepunkt der Impf-Operation wird Tamiflu eine Wirkung abgesprochen.
Marketing? Die Wahrheit? Beides? Oder will man sich mit dem einen Produkt nicht das andere kaputt machen lassen?
Fakt ist in jedem Fall, dass Tamiflu TROTZDEM gegen einen eventuellen Supervirus im Januar helfen kann. Falls es einen Supervirus gibt.

Edit am 26.10.: Und noch was ist mir aufgefallen... Sollte es wirklich zu einer zweiten, schwereren H1N1-Welle zwischen Januar und März kommen, kann man sich immer noch impfen lassen. Die Immunität tritt nach ca. zwei Wochen ein, wenn ich es richtig im Kopf habe.

Samstag, 24. Oktober 2009

Sarrazin und keine Ruhe

Ehrlich, es kommt selten vor, aber ich muss mich entschuldigen. Vor ein paar Tagen verfasste ich einen Blog unter der Voraussetzung, dass der Deutsche Bank-Vorstand Thilo Sarrazin tatsächlich sehr umstrittene Äußerungen zu Türken und Arabern in Deutschland, bzw. Berlin geäußert hatte.
Dabei stützte ich auf eine Meldung von Gmx.de...
Nun aber bin ich über meinen Lieblingsblogger Bildblog.de darauf gestoßen worden, dass die gesamte Thematik von der BILD künstlich aufgebauscht und gehyped wurde.
Man stelle sich vor, ausgerechnet die BLÖD steht auf der Seite der Migranten, obwohl die doch eher viel besseres Entfremdungsdiskussionsmaterial und "Darum darf die Türkei nicht in die EU"-Material bieten.
Leider verlinkten Niggemeyer und Co., die im Gegensatz zu mir journalistische Arbeit leisten, nicht auf das volle Sarrazin-Interview. Was ich aber bisher gelesen habe, lässt NICHT auf einen polternden, polemischen und rassistischen alten Stammtischmann voller Vorurteile schließen. Im Gegenteil, während er über Berliner Subventionen und über die Stadtentwicklung redet, entpuppt er sich als charmanter, leicht aggressiver (weil er den Finger auf die Wunde legt und darin bohrt) Plauderer, der zumindest den Anschein hat, über die Themen Ahnung zu haben, die er aufgreift.
Spiegel.de bringt dann noch einmal die wichtigsten Zitate, und siehe da, die Kernvorwürfe erwähnt die Sammlung gar nicht.

Herr Sarrazin, ich gestehe hiermit ein, dass ich Defizite habe. Defizite in meiner Recherche, Defizite in meinem blinden Vertrauen in vermeintliche Qualitätsmedien, Defizite auf die Untertöne zu hören. Hätte ich früh genug gesehen, dass die BLÖD diese Geschichte zuerst aufgenommen, breit getreten und entfremdet hat, wäre ich ihr nie so leichtgläubig auf den Leim gegangen.
Ich spreche Sie damit nicht frei; ich schiebe mein Urteil auf bis ich besser recherchiert habe.
Der Auszug Ihres Interviews auf Lettre International hat mich auf jeden Fall überrascht und zum Umdenken bewegt.
Ich entschuldige mich für mein voreiliges Handeln und werde weiter bohren. Sollte ich dennoch die Vorwürfe bestätigt sehen, versichere ich Ihnen, Herr Sarrazin, habe ich jetzt dennoch eine bessere Meinung von Ihnen als vor dem Auszug aus dem Interview.

Edit: Hier ein Link zum fraglichen Teil des Interviews, das ich aber mindestens noch durch eine Quelle gegenchecken werde.
Der Mann klingt mehr sachlich als verhetzend, aber auf keinen Fall befleißigt er sich der Political Correctness.

Freitag, 23. Oktober 2009

Die Erfolgsmeldungen häufen sich...

...nicht in der Wirtschaft, der Politik oder der Gesellschaft, aber bei mir.
Just um 22 Uhr 15 festgestellt: Die Anzahl der Aufrufe meiner Stories auf Fanfiktion.de hat die sechstausend erreicht. Damit hätte ich nie gerechnet, als ich im April begann, zu meinen zwei dahin dümpelnden Konzepten Dutzende weitere hinzu zu fügen.
Ich hätte immer noch sehr gerne Vergleichszahlen von anderen Autoren, aber ich habe noch keine kennen gelernt.
Muss ich mich eben mit achtzig Kommentaren begnügen.
So, und jetzt geht es mit vollen Schritten auf die zehntausend VOR Weihnachten zu. ^^

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Zahlenprobleme mit der BLÖD-Zeitung

Es kommt vor. Wirklich, manchmal passiert es einfach. Da stehe ich vor dem Zeitschriftenregal und greife interessiert nach einer BILD-Zeitung.
So ist es auch heute geschehen. Der Aufmacher der BLÖD diesmal: Renommierter Professor befürchtet neununddreißigtausend Tote durch die Schweinegrippe-Epidemie.
Dazu noch etwas weiter unten: Schwerer Verlauf der Schweinegrippe und neue Epidemiewelle im Winter befürchtet. Dreißig Millionen Krankheitsfälle.
...sacken lassen.
Ich will jetzt nicht auf den Offensichtlichen Dingen herum reiten, wie zum Beispiel der Tatsache, dass nächste Woche die Massenimpfungen gegen H1N1 beginnen sollen, und sich viele Bundesbürger (nicht verschrecken lassen) gegen eine Impfung sind, weshalb es der Bundesregierung womöglich an fünfundzwanzig Millionen Impfkandidaten für das teure Produkt fehlen wird. Oder zu bedenken geben, ob ein Mensch, der gegen Schweinegrippe geimpft wurde, auch Impfschutz genießt, falls der Virus mutiert und damit einen vollkommen anderen Aufbau hat. Und ich möchte auch nicht großartig darauf herumreiten, wie oft schon ein "schwerer Verlauf der Infektion" herbeigeschrieen haben, der aber nie eingetreten ist. Fakt ist, dass man nur mit äußerstem Wohlwollen laut unserer Medienlandschaft einen einzigen Todesfall in Deutschland bestätigen könnte. Wie gesagt, mit äußerstem Wohlwollen und drei zusammengedrückten Augen, inklusive Hühneraugen.
Nein, darum geht es in meinem Blog nicht.

Diesmal geht es um die Zahlenmagie von BLÖD.
Nebenbei bemerkt, manche mögen sich wundern, warum ich einerseits BLÖD und dann BILD schreibe. Das ist leicht erklärt. BLÖD ist meine Meinung. BILD dient dazu, damit auch wirklich jeder versteht, WEN ich meine.
Die Zahlenmagie. Angenommen, Schweinegrippe mutiert. Angenommen, es kommt tatsächlich durch den neuen Virus zu einer Grippewelle, die dreißig Millionen Bundesbürger erfasst.
Und angenommen, es kommt in dessen Folge zu neununddreißigtausend Toten...
Dann haben wir prozentual gesehen IMMER NOCH einen milden Verlauf, da in diesem Fall der Virus für 0,1% der Bevölkerung tödlich wäre.
Zynisch? Giftig? Keineswegs. So rechnet man nun mal in Mathematik. Und in der Seuchenkunde misst man eine Grippe an ihrer Verbreitung und ihrer Tödlichkeit.
Einmal ganz davon abgesehen, dass eine Infektionswelle, die mehr als jeden dritten Bundesbürger mit fiebriger Erkältung ins Bett bannen würde, mehr als ungewöhnlich für eine Grippe wäre, um nicht zu sagen der pandemiale Super-GAU, befürchtet besagter von BLÖD zitierter Professor diese (theoretisch möglichen, praktisch nicht wahrscheinlichen) Zahlen für eine mutierte H1N1-Form. Und da gilt wieder die Frage: Wirkt die Impfung in diesem Herbst gegen H1N1 auch gegen eine mutierte Form? Und ich spreche hier von einer Schutzimpfung, keiner Aktivierung des Immunsystems. Eine Impfung macht den Körper mit einem Erreger vertraut, er bildet Antikörper und sorgt im Idealfall dafür, dass die Krankheitserreger bei einer tatsächlichen Infektion gar nicht erst dazu kommen, sich zu vermehren, weil sie erkannt und vernichtet werden. Ich glaube eher nicht.
Andererseits wird die Industrie sicherlich drei, vier Monate, nachdem der mutierte tödliche Killervirus mit dreißig Millionen Infizierten und neununddreißigtausend Toten durch Deutschland gezogen ist, einen Impfstoff entwickelt und zur Verteilung bereit haben.
Andererseits, wenn über zwei Fünftel der deutschen Bevölkerung diese Grippe bereits gehabt haben, ist das schon eine eigene Immunisierung.
Bleibt nur noch eine Frage: Wer bezahlt BLÖD für diese Schleichwerbung?

Edit am 22.10.: Heute habe ich die BLÖD tatsächlich mitgenommen. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, sie war umsonst.
Der großer Aufmacher waren zehn Redakteure, die zur Impfung geschickt wurden, und die anschließend unisono darüber berichteten, wie harmlos die Impfung doch gewesen war, wie wenig man gespürt hat und wie wichtig es doch ist, dass Menschen im öffentlichen Leben nicht zur "Virus-Schleuder" werden.
Alles schön und gut. Wir haben nun zehn in gut zwei Wochen immunisierte BLÖD-Redakteure.
Der Haken bei der Geschichte ist schlicht und einfach: Die Diskussion geht nur sekundär um die Nebenwirkungen der Impfung (siehe Verstärker und den ganzen anderen Nonsens, der durch die Medien schleicht), es geht um den NUTZEN! Da H1N1 sich dazu entschlossen hat, in Deutschland weder tödlich zu sein, noch einen so genannten schweren Verlauf zu verursachen, ist genau diese Nutzen mehr als fraglich.
Und, wie ich oben schon erwähnte, ist diese Impfung nicht effektiv, falls sich H1N1 zur neuen Supergrippe durchmutiert, weil wir es dann mit einem neuen Virus zu tun haben.

Ich betätige mich mal wieder als Prophet: Es wird nicht lange dauern, und die BLÖD-Zeitung wird die Zwangsimpfung fordern, um "Deutschland vor der Katastrophe zu retten". Oder, zwischen den Zeilen gelesen, um die fünfzig Millionen Einheiten angekauften Impfstoff zu verbrauchen, damit er nicht vollkommen sinnlos Staub ansetzt.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Politische Arbeit in der Regierungsmannschaft ist politisch

Oder um es anders auszudrücken, lobbyistisch.
Was ich und viele andere erwartet haben, ist eingetreten: Union und FDP einigten sich auf ein milliardenschweres Subventionsprojekt, das einigen wenigen Mega-Konzernen erstens Milliarden an zusätzlichen Gewinnen in die Kassen spülen wird und zweitens noch einmal die gleiche Summe als Subventionen. Und der Höhepunkt bei der Geschichte ist, dass der Müll, den die Konzerne produzieren, nicht von ihnen selbst entsorgt wird, sondern dem Bund. Und der sucht auch noch - auf Staatskosten - einen geeigneten Müllplatz, der natürlich auch auf Staatskosten betrieben wird.
Richtig, ich rede über die Atomkraft. Union und FDP hatten ohnehin die Laufzeitverlängerung sicherer Kraftwerke in ihren Wahlprogrammen, also überrascht es nicht wirklich, was bei den Koalitionsverhandlungen festgelegt wurde, wie Gmx.de berichtet.
Mich überrascht nur die Dreistigkeit, mit der den Menschen verkauft wird, die Atomenergie sei notwendig. Dazu kommt auch noch die Unverschämtheit, Atomkraft als "Brückenenergie" zu klassifizieren, die "bis zur Ersetzung durch alternative Energien unbedingt nötig ist".
Aber wenn die Laufzeiten "sicherer" Atomkraftwerke erst einmal durch sind, werden ihre Laufzeiten dann auch irgendwann einmal beendet sein? Atomkraftwerke halten nun mal nicht ewig, und jedes einzelne hat einen hochgradig verstrahlten Reaktor, den man nicht einfach ausbauen und endlagern kann. Wohin mit alten Atomkraftwerken ist nur EIN Problem von vielen. Der Weiternutzung der Atomkraft auf unbestimmte Zeit und der Erklärung, ALLE Atomkraftwerke in Deutschland wären sicher und könnten zeitlich unbegrenzt betrieben werden, steht somit nichts mehr im Wege.
Das Dreisteste jedoch ist die Meinung der Leser dieses Artikels. Gmx.de hat eine Umfrage dazu gestartet, und zweiundfünfzig Prozent sprachen sich gegen einen Atomausstieg aus.
Bei den Lesermeinungen stieß ich dann auf folgende Frage: Was passiert wohl, wenn wir alle Atomkraftwerke einfach abschalten?
Mein lieber unbekannter User, und alle anderen die eifrig für den Erhalt der Atomkraft stimmen, ich will diese Frage beantworten und damit den Nutzen der Atomkraft ein für allemal klären. Was passiert also, wenn wir heute, Sonntag, oder morgen, Montag, einfach mal alle Atomkraftwerke abstellen? ...Richtig, es passiert NICHTS!
Wie, nichts? Ja, es passiert rein gar nichts. Denn das bisschen Spannung, das die Atomkraftwerke liefern, wird dann automatisch von Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken ersetzt, die genau für diesen "Notfall" in der Lage sind, ihre Stromabgabe rapide zu erhöhen, um die fehlende Spannung auszugleichen.
Gut, gut, ich will ehrlich sein. Wahrscheinlich käme es hier und da zum Zusammenbruch des Versorgernetzes, aber das wäre nur temporär und bei weitem nicht so schrecklich wie "In Deutschland gehen alle Lichter aus".
Und wenn alle Stricke reißen importieren wir einfach ein wenig Fremdstrom. Das tun wir ohnehin, obwohl im Inland mehr Strom produziert wird als wir wirklich brauchen.
Wie das kommt? Tja, das ist dann ein eigener Blogeintrag, der mit Subventionen, Bilanzen und gierigen Stromkonzernen zu tun hat, sowie einer Aufsichtsbehörde, die m.E. ihren Job zu machen hat.

Fazit: Schleichend öffnet das Merkel der Atomindustrie die Tür für unbegrenzte Laufzeiten, kostenlose Atommüllentsorgung und volle Subvention ihres Produkts. Und alle freuen sich darüber? Nicht alle. Nur all jene, die tatsächlich noch immer glauben, Atomenergie wäre notwendig und hätte Zukunft. Kraftwerke sind nicht unersetzlich, und der produzierte Strom wäre in der Tat billiger. Das wäre gut für uns alle.
"Aber was ist mit CO2?" Genau, was ist mit CO2?
...Seit wann produzieren Photovoltaik-Anlagen und Offshore-Windkraftparks CO2?
"Du willst ja nur die Kohlekraftwerke behalten! Die produzieren CO2!"
Richtig. Aber schon mal was von moderner Filtertechnologie gehört? Also, hinsetzen, googlen, informieren, und dann meckern. Nicht einfach der Union auf den Leim gehen und fadenscheinige Argumente nachkrächzen.
Denn sich informieren, seine eigene Meinung zu bilden ist heute leichter als je zuvor.
Ich habe es getan, wie man sieht. Und Ihr?

Freitag, 16. Oktober 2009

It really doesn´t matter, if you´re black or white...

Zeit-Online.de hat einen längeren Bericht über den Autoren und Undercover-Reporter Günter Wallraff, genauer gesagt über seine aktuelle Aktion als "Schwarzer in Deutschland" veröffentlicht.
Wallraff, der auch mit persönlichen Kommentaren zu Wort kommt, schildert dort die ganz einfachen alltäglichen Mühen, die ein Schwarzer in Deutschland hat, bis hin zu wildem Opportunismus von offiziellen Stellen. Die Ironie in seinem Bericht liegt daran, dass er nach eigener Aussage nur einmal beinahe enttarnt worden wäre. Alle anderen haben nicht hingesehen, bzw. nach seiner Hautfarbe beurteilt und behandelt. Versteht mich nicht falsch, ich hätte ihn wohl auch nicht erkannt, dazu kenne ich ihn nicht gut genug. Es soll in diesem Blog auch gar nicht um Diskriminierung, Eingliederung und dergleichen gehen. Nein, ich will hier und heute der deutschen Öffentlichkeit einen Zahn ziehen. Einen langen mit schmerzhaft verwachsener Wurzel und Geschwüren im Fleisch, der mich schon lange beschäftigt.
Wallraff begegnete Ost wie West immer einem gemeinsamen Gedanken: Deutschland deutsch (und weiß), Afrika den Afrikanern (schwarz).

Afrika den Afrikanern/Schwarzen: Hier treffen wir schon mal auf den ersten Denkfehler. Afrika ist schwarz? Entschuldigung, aber das stimmt so nicht. Wahr ist, dass die negriden Völker in Afrika in weiten Teilen dominieren, und das sie ethnisch einander sehr nahe stehen, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Dutzende anderer Völker leben auf unserem Nachbarkontinent: Araber, Buschleute, Chinesen (ja, Chinesen), Inder (auch Inder, und gar nicht mal wenige) sowie Vertreter jener Volksgruppen, die zwar recht dunkle Haut haben, aber nicht in die Kathegorie der negriden Völker einzuordnen sind. Als Beispiel nenne ich hier den Volksstamm der Pygmäen.
Ich will hier nicht zu ausführlich werden, weil die paar Zeilen da oben erstens der Völkervielfalt Afrikas nicht gerecht werden und zweitens auch gar nicht das Hauptthema sein sollen. Es soll nur kurz aufführen, dass Afrika nicht automatisch schwarz ist. Die Ägypter würden sich da sicher zurückgesetzt fühlen. Mein Thema bezieht sich auf den anderen Part.

Deutschland den Deutschen/Weißen: Einer der meiner Meinung nach größten Fehler in der vorherrschenden, von Vorurteilen und Missverständnissen geprägten Unkultur im Umgang mit Ausländern ist der Irrglaube, Deutschland hätte eine homogene Bevölkerung, beziehungsweise wir wären eine einheitliche ethnische Gruppe.
Niemand käme auf den Gedanken zu sagen, ein Russe, der in Deutschland lebt, sein ein Deutscher, egal wie weiß er ist, was widerum eine ganz eigene Form des Rassismus ist.
Im Gegenzug würden jedoch viele "Deutsche" sofort unterschreiben, dass die Wolgadeutschen, die nach und nach zu uns reemigrieren, Russen sind.
Beide Fraktionen sind automatisch diskriminiert, obwohl eine von ihnen, die Russlanddeutschen, uns genetisch nahe steht. Das zu definieren wäre allerdings ein eigenes Thema.
Womit allerdings bewiesen wäre, dass das Schlagwort: Deutschland=weiß nichts weiter ist als eine rassistische Farce. Bedient wird hier nach der Reihenfolge der Eingänge, und das ist sehr traurig.

Schauen wir uns abseits der Deutsch-Immigranten und weißer Einwanderer, bzw. Gastarbeiter um. Ist Deutschland homogen? Ja, möchte man sagen, wenn sogar die Bayern nicht als eigene Volksgruppe gelten. Aber ist das wirklich so? In der Tat nicht, denn abgesehen davon, dass in den Grenzgebieten Deutsche und Ausländer vermischt sind (also im polnischen Grenzland Deutsche und Polen, in Bayern Deutsche und Tschechen, über Elsaß-Lothringen wollen wir gar nicht erst anfangen) gibt es in Deutschland anerkannte ethnische Gruppen, die als eigene Minderheit gelten und vom Bundestag mit weit reichenden Sonderrechten ausgestattet wurden, bis hin zum Schulgang in der Muttersprache und der Vertretung vor Gericht mit einem Dolmetscher. Roma und Sinthi zum Beispiel. Sehe ich da jemanden abfällig grinsen? Das Beispiel hört hier nicht auf, und das Ergebnis lässt dieses grinsen sicher verblassen. Weitere ethnische und durch den Bundestag protegierte und privilegierte Gruppen sind: Die dänische Minderheit in Holstein; die Friesen in Ost- und Nordfriesland; die Sorben in Sachsen und Brandenburg. Homogenes Deutschland? Wohl eher nicht.

Kommen wir zum nächsten Irrglaube: Was ist deutsch, abgesehen von einer Nationalität, in die wir hineingeboren wurden? Die Kultur? Die Sprache? Das soziale Umfeld? Die traditionelle Strukturen der Familien? Weiß zu sein?
Von diesen fünf Punkten ist der letzte der lächerlichste, wenn ich an Jimmy Hartwig, Günther Kaufmann oder Patrice Bouédibéla denke, die unsere Kultur mehr als bereichern.
Sicher, Kultur und Sprache sind Dinge, die uns zu einem größeren Ganzen machen, aber im gleichen Atemzug, in dem wir das anerkennen, sind es auch die wichtigsten, bzw. einzigen Gründe, die aus einem Menschen einen Deutschen machen.
Es ist nicht die Hautfarbe, es ist nicht die Haarfarbe, es sind nicht die Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern, die deutsch machen. Es ist, Teil dieser Kultur zu sein, und, wer es exakt haben will, deutsch zu sprechen.
Vor siebzig Jahren kam ein kleiner, untersetzter, Chaplinbärtiger Österreicher und vertrat die Ansicht von der Herrenrasse, die groß, blond und blauäugig sein musste.
Die meisten Menschen in DVU, NPD oder Republikaner, die noch heute diese Ansichten vertreten, erfüllen diese Anforderung nicht einmal ansatzweise. Was ist dieses Klischee also wert? Nichts, richtig.
Ich persönlich? Ich bin nur groß, von blond und blauäugig keine Spur. Bin ich deswegen weniger Deutscher? Nun, wenn man wirklich diese Kriterien anlegen würde, könnte ich es nur hoffen.

Kommen wir zu einem noch interessanteren Aspekt, der Geschichte: Die europäische Geschichte, beginnend mit den Aufzeichnungen römischer Historiker vor etwas mehr als zweitausend Jahren, kennt Gallier und Germanen nördlich der Donau und zu beiden Seiten des Rheins. Später ziehen die Ostgoten durch dieses Gebiet und siedeln im heutigen Spanien, während die Westgoten nach Osten ziehen. Und das sind nur zwei ethnische Gruppen, die am Anfang eines wirren Hin und Her stehen. Sibirische Reitervölker wie Hunnen und Tartaren durchqueren dieses Gebiet ebenfalls, und sie sind nicht die Letzten. Unter Karl dem Großen werden eine Menge Kriege mit Völkern östlich der Elbe geführt, die damals schon als Sachsen bekannt waren, und die ihrerseits Auswanderungswellen starteten. Es folgen diverse weitere Ein- und Auswanderungswellen, die letzte große mit der Eroberung Nord- und Südamerikas (wir erinnern uns alle: Irland und Schottland haben sich vom Aderlass dieser Auswanderungen bis zum heutigen Tag noch nicht vollkommen erholt), Kriege überziehen das Land und lassen die verschiedensten Völker durch das heutige Deutschland ziehen, und am vorläufigen Ende steht die Kleinstaaterei mit Preußen als größtem Staat, dem man das Label "deutsch" aufdrücken könnte. Erst mit dem ersten deutschen Kaiser der Neuzeit endet die Kleinstaaterei und macht einem Gebilde Platz, das geographisch Deutschland definiert. Und ethnisch? Ein wilder Mix aus alteingesessenen Völkern, Einwanderern, Invasoren und Hängengebliebenen. Vom Schwarzhaarigen mit dunkler Haut, dessen Familie seit zwanzig oder mehr Generationen in Deutschland lebt bis zum bleichen Blondschopf, der ebenfalls seine Familie ein paar Jahrhunderte zurückverfolgen kann, ist hier alles vertreten.
Ich pflege in diesem Zusammenhang immer gerne zu sagen, dass Deutschland der Schmelztiegel Europas ist, weil hier alles durch kommt, jedes Volk hier einmal durch zieht und seine Spuren hinterlässt.

Mein persönliches Fazit: Deutsch? Deutsch was? Wer deutsch spricht und sich der deutschen Kultur verbunden fühlt, ist m.E. Deutscher. Gibt es noch etwas darüber hinaus? Äußerliche Merkmale? Sicherlich nicht. Wer dies behauptet redet aus Angst, Borniertheit, Rassismus oder sonstigen Beweggründen, mit denen er versucht, sich selbst auf- und andere abzuwerten. Vornehmlich jene, die sich voraussichtlich nicht wehren werden oder können. Und dann natürlich bitte nur aus der Sicherheit der Gruppe heraus, sei dies nun die Wehrsportgruppe, der Stammtisch oder die Schulklasse.
Ausländern mit Vorurteilen oder gar Haß begegnen, weil sie "hier nicht hergehören", "nicht weiß sind" oder "nicht deutsch sein können" ist himmelschreiender Blödsinn, ebenso die Legende vom ethnischen Deutschen.

Hierzu etwas zu meiner Person. Ich wurde `74 in Niedersachsen geboren, bin also defacto Deutscher. Auch meine Vorfahren sind deutscher Abstammung, doch die Herkunft macht das Thema interessant. So gehörte mein Vater zu den Ostpreußen, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs nach Westdeutschland emigrieren mussten. Er selbst verfolgte seine Vorfahren, wobei ich das jetzt nicht belegen kann, auf bayerische deportierte Protestanten zurück, die auf Wunsch der Deutschritter im heutigen Ostpreußen, z.B. Masuren, vor knapp fünfhundert Jahren angesiedelt worden waren.
Auf mütterlicher Seite kann ich auf eine niedersächsische Oma mit holländischen Vorfahren und auf einen rheinischen (Aachener) Opa schauen, dessen Familie demnach im deutsch-französischen Grenzgebiet gelebt hat. Wenn man es genau sehen will, bin ich ein Mischling, und ich bin da auch verdammt stolz drauf. Ich definiere mich als Deutscher, nicht weil ich blond und blauäugig bin, sondern weil dies die Kultur ist, in der ich aufgewachsen bin, und die ich mir zu eigen gemacht habe. Es käme mir demnach nie in den Sinn, einem Fremden mit mehr als anfänglicher Vorsicht zu begegnen, da ich defacto aus anderthalb Flüchtlingsfamilien stamme, die ihrerseits erhebliche Diskriminierungen über sich hatten ergehen lassen müssen, obwohl sie deutsch waren. Andererseits bin ich in keinster Weise bereit, das Label "deutsch" diskriminierenden, beleidigenden und sogar verletztenden Idioten zu überlassen, die meinen, sie könnten sich damit über andere erheben.
Gebt mir mein Land der Dichter und Denker, der kulturellen Vielfalt und der verschiedensten, in Harmonie und Frieden lebenden Menschen zurück, Ihr Idioten!

Sonntag, 11. Oktober 2009

Simon says...

"Simon says" ist ein amerikanisches Kinderspiel, in der eines der Kinder eine Tätigkeit vorführt und mit "Simon says" ansagt - alle anderen machen es ihm nach.
Die Leser der BILD am Sonntag spielen gerade "Sarrazin says", und blamieren sich damit m.E. selbst.

Was ist passiert? Thilo Sarrazin, Vorstand der Bundesbank hatte sich in einem Interview unwillig über den Integrationswillen von Türken in Deutschland geäußert. Das war sogar Gmx.de einen Bericht wert. Nun hat die BLÖD am Sonntag das Meinungsforschungsinstitut Emnid mit einer "repräsentativen" Umfrage betraut, und deren Ergebnis war, dass einundfünfzig Prozent der Deutschen seinen Aussagen zustimmen.
"Nicht integrationsfähig, nicht integrationsbereit", so Sarrazin laut dem Gmx.de-Artikel. Ach ja, ich habe ganz vergessen, dass er Araber auch in die Debatte geworfen hat.
Für das Ergebnis dieser Umfrage wurden fünfhundertneun Leute befragt, und abgesehen von den Wählern der Grünen stimmten die Wähler aller anderen Fraktionen seiner Aussage zu. Zweiundzwanzig Prozent stimmten sogar zu bei der Frage, ob es richtig von ihm gewesen sei, eine Integrationsdebatte angestoßen zu haben.
...sacken lassen.
Fünfhundertneun Personen? Repräsentativ? SPD-Wähler stimmen seiner Aussage zu? Bin ich der einzige, der ein halbes Tausend in keinster Weise für repräsentativ hält? Mal kurz im Kopf überschlagen und sehr großzügig gedacht sind das 0,001 Prozent der deutschen Bevölkerung.

Meine Meinung: Wir haben hier einen älteren Manager, der über Arbeitsmoral, Lebensweise und Integrationsbereitschaft aller Türken und Araber in Deutschland schimpft, ja, geradezu niedermacht. Und die BLÖD am Sonntag hat nichts eiligeres zu tun, um diese These durch eine "repräsentative" Umfrage mit Rückhalt der deutschen Bevölkerung zu untermauern.
Wer bezahlt Emnid für diese Studie? Die CSU mit ihrer "Die Türkei darf auf keinen Fall in die EU"-Paranoia? NPD, DVU oder Republikaner?
Auf jeden Fall ist der BLÖD am Sonntag mit dieser Umfrage ein Riesenwurf gelungen. In welche Richtung er geht und wie er sich weiter auswirkt ist noch offen. (Also, ich hätte nichts gegen eine weiter sinkende Auflage der BamS)
Sehr geehrter Herr Sarrazin, hat Ihnen noch niemand erklärt, dass Verallgemeinerungen grundsätzlich gefährlich, verfälschend und polemisch sind? Sind Sie ein aggressiver Agitator oder einfach nur ein bisschen... Sagen wir gehässig?
Und liebe BamS-Redaktion, was wäre wohl passiert, wenn Ihr eine repräsentative Telefonumfrage gemacht hättet? Ja, warum habt Ihr das eigentlich nicht? Das passiert doch sonst immer bei solchen Themen? Angst vor dem Ergebnis?

Herr Sarrazin, vor einundsechzig Jahren hat es mit den Juden im Dritten Reich genau so begonnen. Bitte denken Sie nach, bevor Sie als Vertreter der wichtigsten Bank Deutschlands solche Äußerungen treffen. Sie sind ehrverletzend, peinlich, abstrus und populistisch.
Ich bin sicher, eine ganze Reihe türkisch-deutscher Geschäftsleute, Abteilungsleiter, Manager und Akademiker werden eine sehr lange Zeit nicht gut auf Sie zu sprechen sein.
Von den türkischen Mitarbeitern in Ihrem Haus ganz zu schweigen. Ich hoffe, Sie haben ein dickes Fell, denn jedes Wort, das Sie bereits bekommen haben, und das Sie in den nächsten Wochen erwartet, haben Sie von A bis Z verdient.

Edit: Meine Heim- und Magenzeitung, die Leine Deister Zeitung, berichtet im überregionalen Part ebenfalls über den Fall und spricht im Titel von einer großen Mehrheit, die Sarrazin unterstützt. Auch sie hält die Umfrage im Auftrag der BLÖD am Sonntag für repräsentativ - bei ihr haben aber nur noch 501 Personen an der Umfrage teil genommen.
Ja, ja, Fehler zu machen oder subjektiv zu berichten ist kein Privileg der großen Zeitungen...

Edit Nr.2 am 14.: Tagesschau-online rudert zurück und berichtet erstmals, nachdem Sarrazin die Ressorts zusammen gestrichen wurden, er hätte seine Aussage speziell für Berliner Türken und Araber formuliert. Besser wird es dadurch allerdings nicht.
Ein Misantroph sollte nicht in einer Position arbeiten, in der er Menschen schaden kann.

Dienstag, 6. Oktober 2009

5555

Nein, ich bin nicht der Zahlenmagie der Kabbala verfallen. Nein, ich versuche auch nicht, die Bit-Technologie zu revolutionieren und mit einem Fünfer-Einzelbit zu kommunizieren.
Dieser Titel hat eine viel schlichtere, dafür aber auch tiefsinnigere Bedeutung:
Als ich mich heute Mittag auf Fanfiktion.de eingeloggt habe, sprang es mir geradezu entgegen:
Richtig, 5555!
Fünftausendfünfhundertfünfundfünfzig Mal wurden meine Geschichten bereits aufgerufen, Tendenz weiterhin steigend. Ich bin, wenn das so weiter geht, nur noch ein, zwei Wochen von der sechstausend entfernt, und vor Jahresende vielleicht schon im Fünfer-Zahlenbereich angelangt.
Leider kann man nur als Autor selbst seine Aufrufe einsehen. Ich habe also immer noch keine Ahnung, wie sehr ich ankomme (vor allem weil die User auf Fanfiktion.de immer noch mit Kommentaren geizen), aber für mich werte ich das Experiment FF.de als großen Erfolg. ^^V

Sonntag, 4. Oktober 2009

Wester macht ne Welle

Sachen gibt´s auf der Welt. Und ungewöhnliche Orte, an denen man sie finden kann.
Auf Gmx.de/Web.de habe ich gestern Abend folgendes entdeckt: Guido Westerwelle hat tatsächlich einen BBC-Reporter, der kein deutsch sprechen kann - oder es zumindest vorgab - angewiesen, ihm auf englisch ein paar Fragen zu beantworten. Er erteilte sogar dem Kompromiss eine Absage, den Reporter englisch fragen zu lassen und auf deutsch zu antworten.
...Sacken lassen.
Ganz, ganz ehrlich: Normalerweise würde ich einem Politiker applaudieren, der der meistgesprochenen Sprache Europas zu mehr Geltung verhelfen würde. Ja, deutsch IST die meist gesprochene Sprache Europas, trotzdem hat es bis zu Gerhard Schröder gedauert, bis offizielle EU-Dokumente auch in Deutsch aufgeführt wurden (danke, Helmut K., für Deinen vorauseilenden Gehorsam).
In diesem speziellen Fall aber bleibt ein bitterer, sehr bitterer Nachgeschmack. Abgesehen davon, das es eine Frage der Höflichkeit gewesen wäre, zumindest die Frage des Reporters auf englisch anzunehmen und zumindest auf deutsch zu antworten: Guido "Spaßpartei" Westerwelle hat Angst vor englisch.

Lieber Herr Westerwelle. Schön, dass Sie in Deutschland drauf bestanden haben, auch deutsch gestellte Fragen zu beantworten. Aber haben Sie im Umkehrschluss daran gedacht, dass das im Ausland ebenso sein kann? Und dass das Ausland dies jetzt von Ihnen erwartet?
Was, also, tun Sie in Frankreich? Was in China? Und noch schlimmer, was im United Kingdom oder gar den U.S.A.?

Herr Westerwelle will Außenminister werden. Schön und gut. Da kann man sich ja durchaus mit einem Dolmetscher behelfen, wenn man die Chuzpe hat zuzugeben, dass man eben nicht so gut englisch spricht... Das weitaus größere Problem sehe ich hier in seiner Höflichkeit. Die war in diesem Fall nichtexistent. Und Deutschland als Export-Land braucht einen höflichen Vertreter in seiner Außenpolitik. Das ist Herr Westerwelle augenscheinlich nicht.
Also, ICH habe ihn NICHT gewählt.

Samstag, 19. September 2009

Es ist ruhig... ZU ruhig...

Eines der beliebtesten Themen der letzten Monate war H1N1, im Volksmund auch gerne Schweinegrippe genannt, weil das ein so schöner, griffiger Name ist, obwohl es nicht mehr oder weniger korrekt wäre als die Namen Menschengrippe oder Vogelgrippe. Ach nee, Vogelgrippe gab es ja schon, der ist schon ausgenudelt.
Warum ich jetzt mal wieder darauf komme? Werft mal einen Blick auf den Header.
Es ist zu ruhig. Der Impfstoff ist fertig, bereit zur Verteilung. Die Pharmakonzerne erwarten den Abverkauf der bestellten Impfdosen... Aber in Deutschland herrscht Impfmüdigkeit. Danke, liebe Boulevardpresse, danke, liebe Experten, danke, liebe WHO, die keine wirklich wichtige höchste Pandemie-Warnstufe hat. Danke dafür, dass die Menschen in Deutschland der Impfung nicht mehr vertrauen, welche die Pocken ausgerottet hat, die Kinderlähmung besiegte und von der europäischen Malaria nichts mehr übrig ließ. Danke für eine populärjournalistische Effekthascherei, die uns vielleicht demnächst in eine wirklich schlimme Pandemie stürzt, weil EUCH die Superlative ausgehen und niemand mehr eine WIRKLICHE Warnung ernstnehmen kann.
Okay, das tat gut, das war Dampf ablassen.

Aber wieder zurück zum Titel. Im Mai versuchte ich mich als Prophet und stellte ein paar Schlagzeilen vor, die ich erwartete. Unter anderem: "Aber der Impfstoff reicht nicht für alle!"
Bild.de war dann tatsächlich so freundlich, einen ähnlichen Spruch zu verwenden.
Heute werde ich wieder etwas prophezeien. Denn angesichts der Tatsache, dass H1N1 immer noch nicht tödlich in Deutschland verläuft, werden einschlägige Boulevardmedien, um den Absatz von Impfstoffen zu steigern, demnächst folgende Schlagzeilen haben:
"Schweinegrippe ist mutiert - die neue Superseuche auf dem Vormarsch?"
"Tausendmal tödlicher als Schweinegrippe. Die Superschweinegrippe kommt."
"Experten erwarten noch gefährlichere Pandemie."
"Normale Grippe und Schweinegrippe haben sich vermischt. Nun erwarten Experten die Superpandemie."
Und all das nur, um eine unbeliebte und unnötige Impfung an den Mann oder die Frau zu bringen. Hatte ich schon danke dafür gesagt, dass die eigentliche Impfung dadurch auch einen schlechten Ruf weg bekommen hat?
Nun, was bleibt ihnen auch anderes übrig? Dafür werden ja Blätter wie die BILD bezahlt. Für tendenziösen Journalismus, Schleichwerbung und das verdrehen der Wirklichkeit, bis es passt. Dann ist es zwar nicht mehr die Wirklichkeit, aber das hat BILD ja noch nie beeindruckt. Ich freue mich jedes Mal wenn ich einen sachlich korrekten, gut recherchierten Artikel in der BILD lese. Das sind dann meistens die, die nichts mit Panik, Horror, Entsetzen oder Schwerverbrechen zu tun haben. Vielleicht lese ich sie deshalb so ungerne. Die guten Artikel sind einfach zu selten.
Erst kürzlich hatte BILD noch getitelt: "Nun ringt der erste Schweinegrippepatient mit dem Tod."
Nun, da sein Tod nicht von BILD und BILD.de vermeldet wurde, ist er augenscheinlich NICHT gestorben. Was für ein Pech aber auch. Der erste Tote von achttausend Infizierten hätte ja der Pandemie-Warnung neue Würze geben können. Tut es also nicht, der Herr war nicht so nett zu sterben. Also greifen Boulevard-Medien demnächst zu obigen Schlagzeilen, verlasst euch drauf.

P.S.: Als Kind wurde ich gegen Kinderlähmung geimpft. Außerdem hole ich mir alle zehn Jahre meine Tetanus-Impfung ab. Unglaublich wäre es, wenn eine ganze Generation Deutscher ohne diesen Schutz aufwachsen würde und Kinderlähmung und Wundstarrkrampf als Todesursache in die Höhe schnellen würden. Dann hätten wir den Salat, die Opfer und die Kosten. Und alles nur weil absteigende bunte Blätter auf Teufel komm raus kommerzialisieren. Zum dritten Mal: Danke. Danke für unseriösen Journalismus.

Edit: Heute tituliert WDR.de folgendes: Eine einhundertachtzig Kilo schwere Raucherin ist nach einer verschleppten Grippe im Uniklinikum verstorben. Bei ihr wurde u.a. H1N1 nachgewiesen. Neben einer ganzen Reihe von anderen Viren. Über Art und Anzahl schweigt der Artikel. Wohlweislich, denn sonst könnte der Autor ja nicht daraus schließen, dass die anderen Viren und die verschleppte Grippe harmlos waren, und die Frau an H1H1 gestorben ist.
Prompt tönt der Gesundheitsminister von NRW, die Impfung müsse her, damit "Risikogruppen wie diese Frau" geimpft und gerettet werden können.
Ach, und die anderen nachgewiesenen Viren waren alle harmlos? Ganz abgesehen von der verschleppten Grippe? Man muss schon ein sehr schlechter Journalist sein, oder eben bösartig, wenn man a) Schlagzeilen mit Fragezeichen benutzt (vergleicht hierzu die BILD-Zeitung, wenn sie für üble Nachrede nicht dran gekriegt werden will) und b) auf Teufel komm raus OHNE OFFIZIELLE ERGEBNISSE die Schweinegrippe (H1N1) zur Todesursache erklärt.
Der Autor des Artikels ist sich auch nicht zu schade darauf hinzuweisen, dass H1N1 (Schweinegrippe) nun auch die Risikogruppen erreicht hat, es bereits zwanzigtausend Infizierte in Deutschland gibt, und es ja "europaweit einhundertfünfzig Tote" gegeben hat.
Okay, mir war klar, dass es um H1N1 zu ruhig war. Aber ehrlich gesagt graut mir vor der BILD-Schlagzeile von morgen. Wahrscheinlich ist für sie al-Masri Schuld.

Auch hier gilt wieder, mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Frau. Vor allem weil sich kleinkarierte, kurzsichtige und sensationsgeile Medien nun auf den Fall stürzen, ihn zum ersten Todesfall der Schweinegrippe in Deutschland machen und den Hinterbliebenen die Medienhölle auf Erden bereiten werden. Leute, holt euch bloß verdammt schnell einen guten Anwalt mit sehr guten Beißreflexen.

Donnerstag, 17. September 2009

Auf Fanfiction.de müsst Ihr sein.

Es ist unglaublich, aber wahr: Ich habe es geschafft! Was ich noch vor einem halben Jahr als Fiebervision abgetan hätte, was mir selbst unmöglich erschienen wäre, ist nun vollbracht! Vor wenigen Minuten habe ich den fünftausendsten Aufruf meiner Geschichten auf der Fanfiction-Homepage registriert.
Ich weiß immer noch nicht ob das viel ist, und neunundsechzig Kommentare bei fünfundfünfzig Geschichten erscheint mir etwas dürftig. Luft nach oben ist immer. Aber ich kann mich nicht erinnern, in meinen anderen Foren für meine Arbeiten in einem ähnlichen Zeitraum so viele Aufrufe registriert zu haben. Also verbuche ich das unter positiv. Sehr, sehr, sehr positiv.
Und das bringt mich zu folgender Feststellung:

Besucht mich auf Fanfiction.de und kauft meine Bücher. ^^V

Montag, 14. September 2009

In München ist Zivilcourage gefährlich?

Ein fünzigjähriger Geschäftsmann in München wollte helfen. Er schritt ein, als zwei mutmaßliche Gewalttäter vier Jugendliche belästigten und rief die Polizei mit seinem Handy.
Nun ist er tot.
Das Gute daran ist, auch wenn es den tapferen Mann nicht wieder ins Leben zurück bringt, dass die Täter inhaftiert wurden. Auf sie wartet der reguläre Justizweg, der für einen solchen Fall in unserer Gesellschaft vorgeschrieben ist. Denn vor der Justiz sind wir alle gleich, und alle unsere Taten werden einzeln bewertet, nicht nach einem Katalog beurteilt und standardisiert. Ich habe wenig Zweifel daran, dass beide oder zumindest der Haupttäter wegen Totschlags angeklagt werden wird. Das ist der Stoff, der die Grenzfälle unseres gesellschaftlichen Lebens beschäftigt, der unser Miteinander zusammen hält.
Das Schlechte daran ist, dass sofort der erste Politiker wieder für höhere Strafen plädiert, ohne überhaupt das Strafmaß zu kennen, dass den beiden Tätern (mutmaßlich, denn immerhin gilt "in dubio pro reo - im Zweifel für den Angeklagten" in Deutschland) droht, wenn sie rechtskräftig verurteilt werden.
Aber das allerschlimmste ist, das ausgerechnet die bayerische Justizministerin Beate Merk gesagt hat: "Es geht selbstverständlich auch um die Sühne für den Fall."

Liebe Leser, bitte stellt Euch jetzt mal kurz vor, wie ich mir an den Kopf fasse, ihn heftig schüttle und leise darum bete, das er mir nicht zerspringt. Sühne? Ausgerechnet eine deutsche Justizministerin nimmt so ein Schlagwort in den Mund? Ich verstehe die Welt nicht mehr.
Wir betreiben in Deutschland keine Rachejustiz, wir sind ein Resozialisierungs-Staat.
Ich höre jetzt schon die ersten rufen: Klar, der Ace ist zu weich. Oder: Wenn das mal in deiner Familie passiert, dann willst du auch, dass die Täter richtig verknackt werden. Ich kann mir auch vorstellen: Schlau reden kannst du ja, aber mehr auch nicht.
Nun, meine lieben Leser, ich gebe zu, ich habe Angst. Angst vor den Menschen, die zu solchen Aussagen fähig sind. Angst vor den Menschen, die ernsthaft eine Sühne-Justiz fordern.
Angst, dass sie nicht begreifen, dass diese Sühne-Justiz auch auf SIE SELBST angewendet werden wird, wenn sie aus irgend welchen widrigen Umständen in die Mühlen der Justiz geraten.
Wir haben die Todesstrafe abgeschafft. Das halte ich für einen sehr wichtigen Schritt. Wir inhaftieren Straftäter, aber wir sperren sie nicht einfach nur weg. Wir geben ihnen die Chance, sich wieder (in manchen Fällen auch das erste Mal) zu resozialisieren und als wertvoller Bestandteil der Gesellschaft reintegriert zu werden. Und einige wirklich unbelehrbare Fälle bleiben ein Leben lang hinter Gittern. Es muss abe das Bestreben der Justiz sein, diese Zahl so klein wie möglich zu halten.
Was so banal klingt und hochgestochen aussieht ist in Wirklichkeit der Grundpfeiler unserer Demokratie. Die meisten Straftaten drehen sich eben nicht um Mord und Totschlag. Es geht nicht um Vergewaltigung und Kindesmissbrauch. Dennoch, wenn wir eine Sühne-Justiz haben, gibt es keine Garantie dafür, dass man beim höchsten Strafmaß der Todesstrafe NICHT damit konfrontiert wird, sobald man vor Gericht steht.
Witzig? Unmöglich? Quatsch? Weit gefehlt. In den U.S.A. werden so viele Todesurteile wie in kaum einen anderen Land der Erde vollstreckt. Zehntausende Menschen sind zum Tode verurteilt und verbringen ihr Leben in Isolation bei der ewigen Warterei auf den letzten Gang. Und mehrere zehntausend rechtskräftig verurteilte und hingerichtete Menschen erweisen sich Jahre nach ihrem Tod als unschuldig.
In Deutschland war der Schauspieler Günter Kaufmann für Jahre inhaftiert, weil er in einem Mordprozess für schuldig befunden worden war. Irgendwann stellte man seine Unschuld fest, und er wurde wieder entlassen. In Amerika hätte er die Giftspritze bekommen; diesen Justizirrtum zu korrigieren wäre im schlimmsten Fall nicht mehr möglich gewesen.

Gut, gut, höre ich wieder einige rufen. Aber müssen wir die wirklich schlimmen Straftäter nicht derart bestrafen, sodass sie nie wieder in der Lage sind, ihre Verbrechen auszuüben?
Darauf will ich antworten: Justiz mit zweierlei Maß wäre das. Und Justiz mit zweierlei Maß bringt uns einen Schritt näher an die Nazizeit. An Volksentmündigung, Kriegstreiberei und Rechtstaatslosigkeit.
Wenn wir die schlimmsten Verbrechen unserer Gesellschaft nicht auf die gleiche Weise behandeln wie die harmlosesten Verbrechen, dann ist unsere Justiz nichts wert. Ich sehe unsere Justiz gegenüber der amerikanischen als weit überlegen an. Ich sehe uns als fortschrittlicher, gereifter, ja, weiser an. Was die Justiz angeht, zumindest. Aber wie leicht wir all das wieder verlieren sehen wir ja, wenn eine bayerische Justizministerin einen einfachen Satz sagt: "Es geht selbstverständlich auch um Sühne für den Fall."
Nein, Frau Ministerin. Es geht um Gerechtigkeit im Rahmen der Gesetze, die von uns für uns alle aufgestellt wurden. Und wenn das nicht klar ist, sitzen Sie auf dem falschen Stuhl.
Bitte, Frau Merk, lernen Sie Ihr Vokabular.
Und Ihr da draußen, die denkt, dass Ace zu weich ist oder anders redet wenn er selbst betroffen ist: Vielleicht rede ich anders, wenn es meinen Bekanntenkreis treffen sollte, oder gar meine Familie. Vielleicht greife ich selbst dann sogar zur Lynchjustiz, wer kann das schon sagen. Aber eines werde ich dann sicherlich erwarten: Vom Rechtsstaat wie jeder andere auch angemessen behandelt und rechtskräftig verurteilt zu werden. So geht der Tanz nun mal. Und wer das nicht versteht, hat den Rechtsstaat nicht verstanden. Der lebt anscheinend im freiesten Land der Welt, ohne es gemerkt zu haben...


Edit: Eine Stunde später, nachdem ich intensiv über diesen Blogeintrag nachgedacht habe, kam ich zu der Erkenntnis, dass ich "Sühne" mit "Rache" gleich setze.
Natürlich wird es im Prozess gegen die Täter auch um Strafe gehen, um eine angemessene Bestrafung, die voraussichtlich im Anbetracht der Schwere der Tat auch hart ausfallen wird, was man als Sühne betrachten KÖNNTE. Sollte man aber nicht. Denn die Rachejustiz soll da bleiben wo sie her kommt - im Alten Testament.
Ich werde obigen Text nicht korrigieren, denn ich unterstelle Beate Merk, Sühne gesagt aber Rache gemeint zu haben. Ganz von ihrer Forderung nach zweierlei Maß im Strafrecht abgesehen.

Donnerstag, 10. September 2009

Drei Tage müsst ihr sein...

...nämlich drei Tage in Hamburg.
Bereits zum sechsten Mal (nicht in Folge, zugegeben) macht ein Arbeitskreis Science Fiction-Fans einen norddeutschen Con in Hamburg-Eidelstedt.
Die Gruppe um den Vorstand des Science Fiction Club Black Hole Galaxie, dem Perry Rhodan Stammtisch Hamburg und der Führung um das Eidelstedter Bürgerhaus ruft auf zum dreitägigen Fantreffen rund um Aliens, Monster und Mutanten.
Kurz entschlossene, die des Hamburger Regionalverkehrs mächtig sind und alle, die ohnehin in der Gegend zu tun haben, und Themen wie Rollenspiel, Perry Rhodan, Science Fiction von SERENITY bis Doctor Who zugeneigt sind - inklusive diverser Abstecher in den Horror und das Phantastische - werden hier ein ausgewogenes Programm und eine gleich gesinnte Klientel an Fans treffen.
Ich selbst war an der Organisation nicht beteiligt, da ich etwas weit entfernt wohne. Ich werde aber als Moderator einige Programmpunkte bestreiten. Wer mich also in Wirklichkeit das erste Mal oder wieder treffen will, der schaue nach der eindrucksvollen Persönlichkeit mit der eloquenten Sprache und der beeindruckenden Körpergröße, der auf der Bühne steht - ich bin garantiert gleich links daneben.

Der Link verweist direkt aufs Programm. Hier ein sehr kurzer Auszug.
Am Freitag findet eher ein Stammtisch statt. Die eigentlichen Programmpunkte beginnen Samstag morgen. Eintritt kostet pro Tag 5€, für beide Tage 10€.
Die Liste der Ehrengäste ist lang und für unseren kleinen Club sehr illust.
Wir sehen uns in Hamburg.

Montag, 7. September 2009

Es ist also passiert.

Heute widme ich mich einem recht merkwürdigem Thema, dessen Chronologie die Tagesschau auf ihrer Internetseite verbreitet: Der Vernichtung zweier geraubter Tanklastzüge und dem Tod von über einhundert Menschen.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden der Bundeswehr zwei Tanklastzüge vorenthalten.
NATO-Maschinen entdeckten sie unweit vom Bundeswehrlager bei einem Fluss. Mindestens einer hatte sich festgefahren. Die Piloten berichteten auch von einem Kordon schwer bewaffneter Menschen. Zu diesem Zeitpunkt gingen alle Beteiligten davon aus, dass es sich bei den Initiatoren, den Fahrern und den schwer bewaffneten Menschen ausschließlich um Taliban handelte.
Ein einheimischer Informant betont wiederholt, dass es sich bei der bewaffneten Menge tatsächlich nur um Taliban handelt; die Bewaffnung selbst ist mit Panzerfäusten aufgepeppt, also als schwer anzusehen.
Kurz vor zwei erbittet der deutsche Kommandeur einen Luftschlag, um die Tanker nicht in die Hände der Aufständischen fallen zu lassen. Nach Abwurf einer schweren Bombe registrieren die Piloten mehr als fünfzig Tote und ein gutes Dutzend fliehender Menschen.
Am nächsten Tag jedoch werden Zivilisten mit Verbrennungen in ein nahes Krankenhaus eingeliefert, unter ihnen ein zehnjähriger Junge.
Und nun streitet sich die Welt, ob die Bundeswehr auf Zivilisten schießen ließ.

Warum beschäftige ich mich mit dem Thema? Vielleicht, weil wir im Zuge der NATO-Mission endlich von einem Bürgerkrieg, wenn nicht gar richtigen Krieg in Afghanistan sprechen sollten.
Vielleicht, weil mich das Hickhack in den Medien etwas zu sehr an Bushkaeske Zeiten erinnert.
Vielleicht aber auch die Frage, was ein zehnjähriger Junge um zwei Uhr morgens in einer Rotte schwer bewaffneter Taliban mitten auf der Straße zu suchen hatte.

Ich möchte jetzt nicht über Politikrichtungen streiten. Ich möchte auch nicht, dass meine Bemerkung als höhnisch gegenüber den zivilen Opfern verstanden wird. Ich möchte einfach nur wissen, warum zu einer fortgeschrittenen Nachtstunde so viele Zivilisten mitten zwischen Taliban gestanden haben sollen. Und mich interessiert auch, warum sowohl der Informant als auch die Piloten keine Zivilisten im Zielgebiet erkannt haben.
Für mich gibt es darauf nur eine ernstzunehmende, logische Antwort, und die lautet, dass diese Menschen menschliche Schutzschilde gewesen sein müssen.
Warum sonst sollten sie um zwei Uhr morgens auf einer staubigen Straße inmitten einer Horde Bewaffneter stecken, nur wenige Kilometer vom Basislager der Bundeswehr entfernt, von der jederzeit eine Eingreiftruppe den Versuch hätte starten können, die Tanklaster zurück zu erobern? Die einzige andere Möglichkeit wäre für mich, die Zivilisten statt als menschliche Schutzschilde als Kombattanten anzusehen. Und das würde die Geschichte erklären, aber die Situation in Afghanistan noch weiter verkomplizieren.
Ich bin auf die Aufklärung gespannt.

Dienstag, 1. September 2009

Der Westerwelle hat gesagt...

und das war am Wahlabend: "Wir sind erstmals bei einer Wahl vor der SPD. Also ich könnte mich daran gewöhnen."
Okay, heute ist Dienstag. Und ich vermisse ernsthaft die hämische Reaktion der Medien auf diese Aussage. Es ist so als hätte Westerwelle das nie gesagt.
Dabei ist der gute FDP-Vorsitzende auf die Prognosen rein gefallen, welche die SPD bei der Sachsen-Wahl bei 10,0 Prozent sahen - und die FDP bei 10,2 Prozent!
Das letztendliche vorläufige amtliche Endergebnis spricht da ganz andere Bände. Demnach kam die SPD auf 10,4 Prozent, und die FDP auf 10,0 Prozent.
Gut, gut, sehen wir den Tatsachen in die Augen. Die SPD hat sich nur minimal verbessert, und diese Wahl ist im Gegensatz zu den guten Ergebnissen in den Bundesländern Thüringen und Saarland eher eine klassische Niederlage. Dagegen hat die FDP kräftig gewonnen und kann sich durchaus als einer der Sieger in Sachsen sehen. Da will ich nix beschönigen und auch nix gutreden. Denn immerhin bedeutet dieses Ergebnis auch, dass SPD und FDP die gleiche Anzahl an Sitzen im Landesparlament haben werden - und die FDP wird voraussichtlich der neue Koalitionspartner der stärksten Fraktion, der CDU.
Aber ich kann es nicht verhehlen, dass Westerwelle genau wie 2002 der Stoiber mit seiner voreiligen Aussage mehr als daneben lag, freut mich wirklich sehr. 0,4 Prozent Differenz zur FDP sprechen da für sich.
Herr Westerwelle, erlauben Sie mir, Sie höhnisch auszulachen. Wenigstens diesen kleinen Sieg hat die SPD in Sachsen errungen.

Freitag, 28. August 2009

333-4444

Ja, ich verwende ab und an schon merkwürdige Titel für meine Blogeinträge.
Aber wie immer habe ich mir was dabei gedacht. Habe ich im letzten Post versucht, Wulffs lächerliches Unankratzbar-Image zu parodieren, so hatte ich heute wirklich mal ein paar Ideen.
Grund für den Titel ist etwas sehr erfreuliches - eine Schnapszahl. Die 4444.
4444 mal wurden meine Geschichten auf diesen Tag genau auf Fanfiction.de aufgerufen. Ich kann zu Recht sagen, das mich das durchaus mit Stolz erfüllt. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass Ihr, meine Leser, schön fleißig weiter die Geschichten aus meiner Feder lest, ab und an mal kommentiert, und hier und da eines meiner Bücher kauft. ^^V

Wie kam ich aber zu diesem Titel? Nun, wenn man 444 murmelt, muss einem zwangsläufig die Eselsbrücke in den Sinn kommen, die für die Schlacht Alexander des Großen im persischen Issos erfunden wurde: 333 - bei Issos Keilerei.
Für 444, zudem eine Nachkommastelle zu kurz, fielen mir allerdings nur banale Reime wie Bier, hier, Parier oder Gier ein... Da dachte ich mir halt, bevor ich mir den schönen Post für die Schnapszahl versaue und einen selten dämlichen Titel nehme, probiere ich es doch mal mit einem selten geheimnisvollen. ^^V

Edit: Am Superwahlsonntag, dem 30.08.: Und auf magische Weise habe ich heute Mittag die 4500 an Aufrufen meiner Leser geknackt.
Ich wünschte, ich hätte auch mehr Kommis. ^^b

Montag, 17. August 2009

Da Wulff is in da House

Nein, ich bin nicht unter die Legastheniker gegangen. Nein, ich habe auch nicht Baggies angezogen, auf Halbmast gezogen und Goldschmuck angelegt. Der Titel ist lediglich mein brillanter Versuch, zu meinem aktuellen Thema überzuleiten: Christian Wulff, niedersächsischer Landesvater in der zweiten Legislaturperiode, und seine Einstellung zur deutschen Energiewirtschaft.

Zugegeben, ich war nie wirklich glücklich mit C.W., um ehrlich zu sein nicht einmal ansatzweise.
Seine Regierungszeit zeichnet eine gewisse Rücksichtslosigkeit gegen kleinere Sozialverbände aus, seine Ansichten in der Bundespolitik sind selbst für einen CDU-Mann konservativ, und der Mann hat nicht mal die Chuzpe, sich zur Wahl als Bundeskanzler zu stellen. Stattdessen kommt es mir so vor, als warte er auf das Straucheln von Angie, um dann als Retter der CDU herzukommen. Mein Eindruck, wohlgemerkt.
Nun, letzte Woche hat C.W. etwas getan, was ihn in meinem Ansehen noch weiter hat sinken lassen: Er hat bei der 25-Jahresfeier von Grohnde, einem AKW gleich um die Ecke an der Weser, tatsächlich den Atomausstieg in Frage gestellt und längere Laufzeiten z.B. für Störfallfreie AKWs wie Grohnde gefordert.
Meine Frage ist: Warum?
Warum propagiert er immer noch Atomstrom als billige Energiequelle, wenn längst bekannt ist, dass der Staat unsere Steuergelder als Subventionen verschwendet, um Atomstrom künstlich billig zu kriegen?
Warum propagiert er Atomstrom immer noch als Stütze der Gesellschaft, wenn er nicht einmal ein Drittel des gesamten Strommarkts ausmacht, Tendenz fallend?
Warum sind Atomkraftwerke notwendig wenn es doch die Kohlekraftwerke sind, die Energiespitzen in System ebenso wie Schwankungen abfangen müssen, weil sich AKWs NICHT dazu eignen, kurzfristige Spitzen zu bedienen?
Warum propagiert der niedersächsische Landesvater Atomstrom, wenn wir mit Gorleben und Asse fünfzigtausend Jahre Probleme vom Rest des Bundes aufgeschoben bekommen?
Vielleicht weil er parteihörig ist und Niedersachsen als relativ großes, aber industriell nicht hoch bedeutendes Bundesland "geopfert" werden kann? So kommt es mir zumindest vor.
So nicht, C.W., so nicht.

Zugegeben, Grohnde hat seit Inbetriebnahme nicht einen schweren Störfall zu verzeichnen, wobei unter Störfall eine Panne zu verstehen ist, die sofort meldepflichtig ist, also noch keine Bedrohung für die Bevölkerung darstellt. (Andererseits, erzählt das mal den leukämiekranken Kindern in der Elbmarsch.)
Nein, Grohnde hatte bisher nur rund vierhundert nicht meldepflichtige Pannen, ist also tatsächlich für ein AKW sicher. Allerdings wird es nicht jünger und hat schon fünfundzwanzig Jahre auf dem Buckel. Die Chance auf Störfälle reduziert sich nicht, sie erhöht sich. Genauso gut kann es natürlich sein, dass es tausend Jahre fehlerfrei läuft, aber ich bin nicht bereit, darauf zu wetten. C.W. anscheinend schon. Auf Kosten Niedersachsens.

P.S.: Der Anteil an Atomstrom liegt nicht nur mittlerweile bei unter einem Drittel. Ein Vergleich im Spiegel aus dem Jahr 2006 spricht von weniger als dreizehn Prozent. In einem hochindustrialisierten Land wie Deutschland ist das ne Hausnummer, die nicht ohne Weiteres ersetzt werden kann. Aber es ist relativ schnell möglich. Und selbst wenn wir die kostenintensiven Castor-Transporte mal außen vor lassen: Raffinierung, Wiederaufbereitung und Endlagerung sind auch ohne Unmengen an Demonstranten verdammt teuer.
Strahlende Zukunft für Deutschland - Ja. Durch Atomstrom - Nein.

Dienstag, 11. August 2009

Man darf halt nicht zwinkern...

Und so ist es mir passiert. Abzusehen war es schon seit einigen Tagen, aber letztendlich war es doch eine willkommene Überraschung für mich: Auf Fanfiction.de habe ich heute die stolze Zahl von viertausend und einem Aufruf erreicht, zugleich schoss die Zahl der Kommentare auf vierundsechzig hoch.
Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das gemessen an beliebten Autoren dieser Seite viel ist, vor allem da meine Leser offenkundig Kommentierfaulheit haben - Kommis wären für mich ein sicherer Indikator als die reinen Hits, immerhin will ich ja auch wissen wie es ihnen gefallen hat - aber ich zeige mich jetzt mal von der blanken Zahl beeindruckt. Immerhin habe ich das Gros von über dreieinhalbtausend Aufrufen seit April erreicht.
Und wenn ich mir davon auch nichts kaufen kann, so geschieht doch eines: Ich bin großartig motiviert, um weiter zu schreiben.
Also, hofft auf mehr Geschichten aus meiner Feder. Sehr viel mehr. ^^V

Mittwoch, 29. Juli 2009

Kriegsklingen von Joe Abercrombie

Heute will ich mich mal einer ganz anderen Sache widmen: Einer Buch-Empfehlung.
Normalerweise habe ich erheblichen Respekt vor besonders langen Büchern. Gerade von amerikanischen Autoren sagt man ja, sie werden nach Seitenlänge bezahlt und neigen dazu zu schwafeln, um zusätzlichen Platz zu sichern. In dieser Beziehung wurde ich angenehm enttäuscht als ich das Achthundert Seiten-Buch Kriegsklingen von Joe Abercrombie in die Hand nahm. Im Gegenteil, das Buch hat mich so sehr beeindruckt, dass ich die anderen beiden Bände der Trilogie, Feuerklingen und Königsklingen, gleich nachgekauft habe. Ich habe es nicht bereut.

Die Trilogie ist ein klein wenig anders als man erwartet, keine richtige Fantasy, aber auch kein Klon des Mittelalters oder der antiken Stadtstaaten. Am ehesten erkläre ich seinen sehr kurzweiligen Stil wohl so: Es ist als würde Terry Pratchett plötzlich fürs Schwarze Auge schreiben.
Gegenwart, Fantasy und Vergangenheit treffen aufeinander, kumulieren und erschaffen etwas völlig neues.

Der eigentliche Held - sofern man von einem Helden sprechen kann, ist der raue Nordmann Neunfinger-Jarl. Auf der Suche nach Rache verschlägt es ihn in die Gefilde von Bayaz, dem Ersten Magus, der ihn sogleich mit auf eine anstrengende und gefährliche Reise mitnimmt, die sie, einen jungen Hauptmann der königlichen Wache und eine junge Halbdämonin aus dem Wüstenland bis ans Ende der Welt führt.
Soweit klingt das schon nach klassischer Fantasy, aber die Charaktere sind nicht ganz das was sie zu sein vorgeben. Der weise alte Magus zum Beispiel hat sich schon sehr lange dazu entschlossen, die Zügel in dem von ihm gegründeten Großkönigreich etwas härter anzufassen, der junge Hauptmann ist von recht zweifelhafter hochroyaler Herkunft, und der Nordmann hat ab und an gewaltige Aussetzer, in denen seine zweite, finstere Persönlichkeit, der Blutige Neuner, Tod und Verderben unter allen säht, die sich ihm in den Weg stellen. Auch unter Verbündete.
All das ist abgeschmeckt mit einem schwachen König, einem unfähigen und einem blassen Erben, einen dräuenden Großreich, das unter dem Einfluss des Zweiten der Magi steht und der Rache an Bayaz sucht, einer interessanten Bank- und einer nicht so interessanten Liebesgeschichte. Alles aufzuzählen würde bei über zweitausendvierhundert Seiten Erzählung wirklich diesen Rahmen sprengen, aber ich empfehle die Bücher nachdrücklich. Zugleich warne ich aber: Das Ende ist unerwartet erwartet. Klingt komisch? Ist aber so. Ich war anfangs enttäuscht, habe die Bücher jedoch noch ein wenig im Kopf gewälzt, und konnte mich letztendlich damit anfreunden. Zu viele Ideen fließen ein, zu viele Handlungsebenen spielen zusammen, und zu gewitzt sind diese und jene Akteure, während man dem Rest grenzenlose Naivität vorwerfen muss...

Mein Lieblingscharakter zum Beispiel ist Sand da Gloktar, ein verkrüppelter Inquisitor, der in feindlicher Gefangenschaft grausam verstümmelt wurde. Nun foltert er selbst, und er ist der Beste in diesem Beruf. Zusammen mit seinen beiden Praktikalen deckt er manche finstere Verschwörung auf - und begeht eine Menge Unrecht, letztendlich sogar an seinem Zahnarzt, einfach weil den Erzlektor nur Ergebnisse interessieren, aber nicht die Wahrheit.
Dass dieser verkrüppelte, bittere und letztendlich dann doch freundlichste der Charaktere schließlich weit mehr erreicht als er vor der Folter hätte schaffen können, ist ein positiver Widerspruch in sich. Beinahe mag man ihn etwas zu sehr - bis er wieder sein Talent zum foltern unter Beweis stellt. Dabei kommt einem dieser Umstand nicht unwirklich vor, sondern man akzeptiert die Inquisition des Königs als das was sie ist: Ein Teil davon. Ein ungerechter, selbstverliebter, pauschalisierender und brutaler Teil, zugegeben.

Wer also keine Angst vor einem besonderen Ende hat, wer mit den Charakteren gerne miteifert und sich an den Gedanken gewöhnen kann, dass einige Hauptakteure sterben, der wird mit Joe Abercrombies Trilogie seine Freude haben.
Ich verlinke jetzt absichtlich nicht auf Amazon oder eBay, da ich festgestellt habe, dass der Begriff Kriegsklingen in der Suche schon ausreicht. Basta. Tut mal was fürs Hobby.

Donnerstag, 16. Juli 2009

Ein Hoch auf den Nachreiter für unser aller Gesundheit!

Ja, ein Hoch auf FOODWATCH, die unermüdliche Verbraucherschutzorganisation, die sich niemals dafür zu schade ist, auf Themen aufzuspringen, die vor zwei Wochen brandaktuell waren, die gerne Ideen angesehener Firmen für Verbraucherschutz auf sich nimmt, um ihnen den Anschein zu geben, eigene Ideen zu sein, und die gegen kleinere Firmen wie Capri Sonne jederzeit ins Feld zu ziehen bereit sind.

Ja, ein Hoch auf den legendären Nachreiter, Foodwatch.
Der neueste Geniestreich der Verbraucherstußorganisation, gestern in meiner Tageszeitung unter neueste Meldungen gelesen, ist... *Trommelwirbel* Ihr hervorragender, verspäteter und vehementer Kampf gegen Kunstkäse und Konstruktfleisch aus dem Chemielabor.
Wie, die Diskussion um dieses Thema wird schon seit Wochen geführt? Wie, warum kommen die erst jetzt damit an?
Nun, vielleicht mussten sie ja erst prüfen, ob sie niemandem mit Geld, Macht und Prestige auf die Füße treten. Als Verbraucherstußorganisation muss man ja vorsichtig sein, damit man weiterhin die Rechte des Bürgers beschützen kann. Solange es für einen selbst nicht gefährlich ist.

Liebe Nachreiter von Foodwatch: Niemand braucht Euch, wenn Ihr nur Themen aufgreift, die bereits seit Wochen in den Medien durchgelutscht wurden.
Ein Besuch auf Eurer Homepage hat mir auch nicht gerade den Eindruck beschert, die Medien würden nur selektiv über Euch berichten. Im Gegenteil: Ihr sucht Euch wirklich nur die harmlosen Themen aus, oder jene Bereiche, in denen andere bereits ausgiebig aktiv waren.
Wie nennt man sowas? Ich hoffe, man nennt es Langsamkeit, denn das nächste was mir einfällt wäre Feigheit, und Feigheit kann sich eine Organisation, die für Verbraucherrechte kämpft, absolut nicht leisten. Denkt man drüber nach.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Ja, sie lebt noch!

Ich betätige mich jetzt einmal als Prophet...
Folgende Schlagzeile wird vor allem in der von mir viel geliebten Zeitung mit den vier Großbuchstaben zu finden sein, aber auch als Aufmacher anderer Springer- und Boulevard-Blätter: "Schweinegrippe auf dem Vormarsch!" "Pandemie nicht mehr aufzuhalten!" "Das Ende der Welt noch in diesem Jahr?" "Wer darf sich durch eine Impfung retten?" "Zu wenig Impfstoff für alle Bürger, wer gehört zu den Auserwählten?"
Und ich wette, mindestens zwei dieser Überschriften werde ich auch in Zeitungsdschungel zu lesen bekommen.

Woher ich das weiß? Nun, seit dem Ausbruch von H1N1, auch Amerikanische Grippe oder volkstümlich Schweinegrippe genannt (ironischerweise wurde sie bei Schweinen aber bisher nicht nachgewiesen), ist gut ein Vierteljahr vergangen. Das bedeutet, die Impfstoffe sind fertig!
Oder um es anders auszudrücken: Die Pharma-Industrien, die fest mit einer weltweiten und tödlichen Pandemie gerechnet haben, investierten Material und Kosten mit immensem Aufwand in der Entwicklung eines Impfstoffs, der nun für ein paar hundert Millionen Bürger zur Verfügung stehen soll. Und was passiert? Die Tödlichkeit von H1N1 ist nicht nur verdammt weit unter den Erwartungen, trotz Pandemie ist das Thema zudem aus den Medien verschwunden.
Aber nun ist der Impfstoff fertig, und vor wenigen Minuten hörte ich bei den Privaten im Fernsehen folgenden Spruch: "Deutschland soll fünfzig Millionen Einheiten des Impfstoffs bekommen. Da aber jeder zweimal geimpft werden muss, reichen die Dosen nur für fünfundzwanzig Millionen Menschen."
Hand hoch, wer hier gezielte Panikmache und Geschäftemacherei vermutet!
Ach, du? Du auch? Und du da hinten? Genau das gleiche denke ich auch.
Nun ist der Impfstoff schon mal fertig, also muss er auch an den Mann gebracht, also verkauft werden, auf Teufel komm raus. Und wenn dazu H1N1 tödlicher geredet werden muss als sie ist, dann muss das halt so sein.
Außerdem könnte sie ja auch mutieren... Aber funktioniert der Impfstoff gegen einen defacto neuen Erreger? ^^°
Liebe Pharma-Industrie, vielen lieben herzlichen Dank für Eure Sorge um die Weltbevölkerung, für Euren Einsatz und die vielen Impf-Dosen, die Ihr produziert habt. Aber können wir das Zeug nicht einfach mit unseren Steuergeldern sinnlos bezahlen und damit die Regeln des freien Marktes ignorieren, und gut ist? Muss es auch noch verbraucht werden? Also ehrlich, das ist doch zuviel des Guten. Da kann Frau Chang in New York noch so lange über die Pandemie lamentieren, H1N1 ist nicht annähernd tödlich genug dafür.
Und wie gesagt, wenn das Virus mutiert, wirkt die Impfung dann noch? Ich denke nein.
Bezahlen müssen wir den Scheiß eh. Dumm gelaufen.
Und welchen Bärendienst erweisen wir hier eigentlich den regulären Impfungen, indem wir das Verfahren so in Verruf bringen? Pocken - weggeimpft. Kinderlähmung - durch Impfungen besiegt. Tuberkulose - in Europa nahezu im Griff durch Impfungen. Das ist nur Wasser auf die Mühlen der Impfungsgegner. Und eine schlechte Visitenkarte für die Pharma-Industrie.
Was ich jetzt schreibe, werdet ihr, werte Leser, von mir bestimmt kein zweites Mal hören, aber was soll´s: Leute, lasst euch nicht impfen. Nicht gegen die Amerikanische Grippe.


Edit: Gerade auf Bild.de entdeckt: ...aber der Impfstoff reicht nicht für alle!
Irgendwie habe ich ein Déjà-vu...

Edit am 18.07.: Britische Boulevardblätter hauen mächtig auf die Pandemie-Pauke und verbreiten Aufmacherschlagzeilen wie: "Worst Case: 65.000 People killed by Pig Flu."
"Schlimmstes Szenario: 65.000 Menschen sterben an Schweinegrippe."
Dazu sollte folgendes gesagt werden: Die so genannten Worst Case-Szenarien sind immer Planspiele, die davon ausgehen, dass sich eine Situation zum allerschlimmsten wandelt und die umgebenden Parameter dies noch unterstützen.
In unserem Fall würde das bedeuten, dass H1N1 doch noch tödlich werden würde.
Himmel, wir sind noch nicht einmal bei 65.000 Infektionen weltweit, bei denen 0,2% tödlich verlaufen und bei denen H1N1 als Todesursache vermutet wird. Wie also sollen wir auf 65.000 Tote kommen? o_O
Aber es stimmt wohl, der Impfstoff ist da, und nun muss er verbraucht werden. Die arme Pharma-Industrie hat ja sonst ein paar Millionen in den Sand gesetzt.
Ach, und wenn ich schon mal dabei bin: 65.000 Grippetote allein im United Kingdom klingt gewaltig, aber ist weit hinter den Horrorprognosen, welche noch im April aufgestellt wurden. Die Schreckensszenarien rudern zurück, wie es die Schlagzeilenlast der Yellow Press gerade noch vertragen kann...

Dienstag, 14. Juli 2009

Zwischenbericht

Tatsächlich, es geht wieder mal ums schreiben. Genauer gesagt geht es um Dinge, die ich bereits geschrieben habe. Die sind mir beinahe die liebsten, weil ich sie schon fertig habe.
Nichts gegen den Kitzel, etwas Neues zu schaffen, oder eine gute Geschichte fort zu setzen. Aber eine beendete Geschichte bietet beinahe noch mehr Möglichkeiten, und ich bin ein leicht abzulenkender Mensch.
Nun, wie alle meine regelmäßigen Blog-Leser wissen, veröffentliche ich seit April massiv und viel auf Fanfiction.de, und berichte regelmäßig über den Stand des Interesses, das meine Storys dort erreichen. Voller Stolz kann ich diesmal verkünden, das meine mittlerweile vierundfünfzig Geschichten stolze 3519 Hits erhalten haben. Mittlerweile halte ich das für ein recht großes Interesse. Ich bin zufrieden, für den Moment. Und ich fühle mich seit langer Zeit endlich mal wieder motiviert, um meine längeren Sachen fort zu setzen, die auf Vollendung harren.
Freut euch auf mehr aus meiner Feder.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Zurück ins wahre Leben? Was ist wahres Leben?

Hm. Seit mich mein alter Freund Lucas heute darauf aufmerksam gemacht hat, das ich ja "lange nichts mehr im Blog geschrieben" habe, dachte ich darüber nach. Über das was ich schreiben könnte, über das was ich schreiben wollte. Ich habe eigentlich erkannt, dass ich in letzter Zeit immer einen Anlass für einen Blog brauchte, und bisher hatte ich den nicht gefunden.
Natürlich hätte ich kurz über meinen extraknappen Trip mit meinen Kumpels zur Ostsee referieren können - oder erwähnen, dass ich auf Fanfiction.de mittlerweile 3354 Hits habe.
Ich könnte einem sehr guten Freund in diesem Blog beistehen, der kürzlich einen großen Verlust erlitten hat - würde mir auch nur irgendetwas einfallen, für das mein Blog der richtige Rahmen wäre, was er aber nicht ist.
Ich könnte mir Ärger, Seelennot, Zufriedenheit und Nachdenklichkeit von der Seele schreiben. Letztendlich fühle ich für all das keine Motivation oder keine Chance, einen wirklich sinnvollen Text zu schreiben.

Dann geschah folgendes: In der aktuellen Leine Deister Zeitung las ich den Kommentar, der den schwungvollen Titel trägt: Zurück ins wahre Leben. Der Verfasser, Herr Jan Schlüter, geht darin auf einer Fünftel Zeitungsseite auf ein Ereignis ein, das uns wohl fast alle die letzte Woche beschäftigt hat, den Tod von Michael Jackson und seine Beisetzung am gestrigen Tage.
Nun war ich nie ein besonders großer oder fanatischer Fan des "King of Pop", dennoch habe ich seine Lieder sehr gerne gehört und fand die meisten seiner Videos schlichtweg genial. Es gibt Menschen, die kann man entweder hassen oder lieben. Ich glaube, Michael kann man nur lieben oder noch nicht kennen.
Jedenfalls schreibt Herr Schlüter: [...] Mehr als 1,6 Millionen Menschen beteiligten sich an der Internetlotterie, um an Michael Jacksons Trauerfeier teilzunehmen... [...] Nun ist der Rummel endlich vorüber. Die Medien beruhigen sich, die Fans hoffentlich auch... [...] ...bei manchem muss wohl erst die erkenntnis reifen, dass auch der als Ersatzmonarch fungierende Star nur aus Fleisch und Blut war... [...] Seine Anhänger sollten Jacko vor allem für dessen Musik dankbar sein, sich aber nicht in kitschiger Verklärtheit verlieren, sondern in die eigene Realität zurückkehren... [...]
Ehrlich gesagt habe ich in dem Moment gewusst, als ich Nun ist der Rummel vorüber las: Dies ist mein neuer Blog.
...sacken lassen.
Lieber Her Jan Schlüter, ich muss wirklich sagen, Ihren Kommentar habe ich mit Widerwillen, ja, mit deutlicher Abneigung gelesen. Was unterstellen Sie da den Fans von Michael Jackson? Was unterstellen Sie mir da persönlich? Nein, reden Sie sich nicht raus, dass Sie nur die fanatischten Fans unter ihnen meinten, und werfen Sie mir nicht vor, dass ich nur auszugsweise aus Ihrem Kommentar berichte; alle anderen Textpassagen sind lediglich Fakten. Was mich aufregt sind die Meinungen!
Wenn ich so einen Kommentar lese, bin ich Michael Jackson-Fan, selbst wenn ich es vorher nicht gewesen wäre. Wir alle sind dann Michael Jackson-Fans, und wir alle sind dann darüber verärgert! Wieso scheren Sie uns alle über einen Kamm? Wieso werfen Sie uns Realitätsflucht vor, und ihm, unser Traumkönig gewesen zu sein? Haben Sie solche Angst vor Menschen, die sich von jemandem verabschieden wollen, der ihre Leben bewegt hat? Oh, er hat vielen Menschen etwas gegeben, er hat sie träumen lassen. Er hatte Visionen, schuf einige der besten Musikstücke und Musikvideos der Welt. Er erfand den Moonwalk. Ihn als etwas anderes zu sehen als einen Mega-Star wäre Kurzsichtigkeit. Ihn aber zum Oberträumer vom Nimmerland zu erklären und zu "hoffen, das sich die Fans beruhigen" nur ein Schlag in unsere Gesichter.
Wir trauern nicht alle gleich. Die einen weinen, die anderen sind stumm. Der eine oder andere mag Daheim einen Altar für sein Idol haben, andere wie ich jedoch nur ein oder zwei Alben.
Dennoch waren und sind wir Fans.
Michael Jackson-Fans neigen weder zu Spontandemonstrationen, noch zum Massenmord. Sie wollen weder die Grundlage unserer Demokratie erschüttern, noch die Welt zur Scheibe erklären, in derem Mittelpunkt sein Grab liegt.
Sie werfen uns kitschige Verklärtheit vor. Und? Ich weiß nicht wo Sie das gesehen haben, aber bitte, Herr Schlüter, lassen Sie uns doch unsere kitschige Verklärtheit. Sie tut niemandem weh und hilft einigen damit klar zu kommen, dass jemand gegangen ist, der schon immer da war und großartige Musikwerke geschaffen hat.
Zurück zur eigenen Realität? Was für ein ausgesprochen dummer Spruch, denn Michael Jackson GEHÖRT zur eigenen Realität eines jeden Fans! So gesehen war das widerum ein sehr guter Rat.
Herr Schlüter, ich glaube nicht, dass Sie ein Fan sind. Bitte schreiben Sie nicht bei Wikipedia ab, um einen Kommentar zu verfassen, wenn das Thema Ihnen Angst macht, Sie aber keine Ahnung davon haben.
Ihr sehr enttäuschter, bekennender Michael Jackson-Fan Alexander "Ace" Kaiser.

Zurück ins wahre Leben? Was ist wahres Leben?

Hm. Seit mich mein alter Freund Lucas heute darauf aufmerksam gemacht hat, das ich ja "lange nichts mehr im Blog geschrieben" habe, dachte ich darüber nach. Über das was ich schreiben könnte, über das was ich schreiben wollte. Ich habe eigentlich erkannt, dass ich in letzter Zeit immer einen Anlass für einen Blog brauchte, und bisher hatte ich den nicht gefunden.
Natürlich hätte ich kurz über meinen extraknappen Trip mit meinen Kumpels zur Ostsee referieren können - oder erwähnen, dass ich auf Fanfiction.de mittlerweile 3354 Hits habe.
Ich könnte einem sehr guten Freund in diesem Blog beistehen, der kürzlich einen großen Verlust erlitten hat - würde mir auch nur irgendetwas einfallen, für das mein Blog der richtige Rahmen wäre, was er aber nicht ist.
Ich könnte mir Ärger, Seelennot, Zufriedenheit und Nachdenklichkeit von der Seele schreiben. Letztendlich fühle ich für all das keine Motivation oder keine Chance, einen wirklich sinnvollen Text zu schreiben.

Dann geschah folgendes: In der aktuellen Leine Deister Zeitung las ich den Kommentar, der den schwungvollen Titel trägt: Zurück ins wahre Leben. Der Verfasser, Herr Jan Schlüter, geht darin auf einer Fünftel Zeitungsseite auf ein Ereignis ein, das uns wohl fast alle die letzte Woche beschäftigt hat, den Tod von Michael Jackson und seine Beisetzung am gestrigen Tage.
Nun war ich nie ein besonders großer oder fanatischer Fan des "King of Pop", dennoch habe ich seine Lieder sehr gerne gehört und fand die meisten seiner Videos schlichtweg genial. Es gibt Menschen, die kann man entweder hassen oder lieben. Ich glaube, Michael kann man nur lieben oder noch nicht kennen.
Jedenfalls schreibt Herr Schlüter: [...] Mehr als 1,6 Millionen Menschen beteiligten sich an der Internetlotterie, um an Michael Jacksons Trauerfeier teilzunehmen... [...] Nun ist der Rummel endlich vorüber. Die Medien beruhigen sich, die Fans hoffentlich auch... [...] ...bei manchem muss wohl erst die erkenntnis reifen, dass auch der als Ersatzmonarch fungierende Star nur aus Fleisch und Blut war... [...] Seine Anhänger sollten jacko vor allem für dessen Musik dankbar sein, sich aber nicht in kitschiger Verklärtheit verlieren, sondern in die eigene Realität zurückkehren... [...]
Ehrlich gesagt habe ich in dem Moment gewusst, als ich Nun ist der Rummel vorüber las: Dies ist mein neuer Blog.
...sacken lassen.
Lieber Her Jan Schlüter, ich muss wirklich sagen, Ihren Kommentar habe ich mit Widerwillen, ja, mit deutlicher Abneigung gelesen. Was unterstellen Sie da den Fans von Michael Jackson? Was unterstellen Sie mir da persönlich? Nein, reden Sie sich nicht raus, dass Sie nur die fanatischten Fans unter ihnen meinten, und werfen Sie mir nicht vor, dass ich nur auszugsweise aus Ihrem Kommentar berichte