Seiten

Posts mit dem Label FOODWATCH werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label FOODWATCH werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 17. Mai 2013

Leave Capri-Sonne alone... Please!!!

Wenn der Titel jemanden an die Internet-Ikone Chris Cocker und sein verheultes Video für Britney Spears' Unterstützung erinnert - Junge, Junge, Du kennst Dein Internet aber ziemlich gut. ^^V

Ich konnte da echt nicht widerstehen. Ich musste diese Parallele ziehen. Warum? Nun, die Organisation Foodwatch, die ich schon seit längerem skeptisch beobachte und die meiner Meinung nach viel zu kleine Brötchen backt, anstatt sich mit den wirklich Großen des Gewerbes anzulegen, hat gerade erst fünf Nahrungsmittel für Kinder zur Wahl zum Goldenen Windbeutel gestellt. Grund der Nominierung: Besonders perfide irreführende Werbung mit der Zielgruppe Kind, obwohl das Produkt eigentlich nicht gut für sie ist. Der Gewinner der Internet-Abstimmung: Capri-Sonne.
Ja, richtig. Capri-Sonne. Unsere Capri-Sonne. Das ist übrigens nicht das erste Mal. Bereits 2009 hat sich Foodwatch an Capri-Sonne versucht, anstatt an Coca Cola.
Okay, man kann Capri-Sonne durchaus vorwerfen, dass sie auf der Homepage zwar sagen, Fruchtsaftgetränke hätten nicht mehr Zucker als natürlicher Fruchtsaft, aber dies nicht explizit für Capri-Sonne Orange bestätigen... Was bedeutet, dass Capri-Sonne Orange durchaus mehr Zucker enthalten kann als Direktsaft, dieses Thema aber geschickt umschifft wird. Ja, das kann man der Firma vorwerfen. Mache ich aber nicht.
Und klar, okay, im Sinne der Kindergesundheit ist es, gerade in Zeiten, in denen manche deutsche Kinder nicht nur übergewichtig, sondern gar adipös sind, wichtig, dass sie sich nicht zu sehr mit Zucker und Fett vollstopfen, vor allem wenn sie keinen Ausgleichssport betreiben.
Da liegt aber auch der Hase im Pfeffer. Gehen wir davon aus, dass Capri-Sonne tatsächlich recht hat und ihr Produkt Capri-Sonne Orange tatsächlich so viel Zucker wie Direktsaft enthält. Was dann? Ist Direktsaft dann nicht im gleichen Maße böse wie die Capri-Sonne Orange?

Mein Fazit: Liebe Eltern, die Ihr auf Foodwatch.de die Capri-Sonne auf den Thron gehoben habt, nicht die Capri-Sonne ist böse, bestenfalls viel Capri-Sonne ist böse. Das Gleiche gilt auch für die anderen Nominierten für den Goldenen Windbeutel wie zum Beispiel den Paula-Snack oder den Pom-Bär. Aber das gilt auch für Brot, man mag es kaum glauben, für Spaghetti, für Kartoffeln, ja, selbst für Bratwurst, für McDonalds-Futter, für Coca Cola oder Pepsi und sogar für Salz. Alles ist in einem übertriebenen Maße gefährlich. Sogar Gesundheitsessen macht krank, wenn man zuviel davon isst.
Ich halte es hier wie Capri-Sonne selbst. Das Gesündeste ist Wasser. Mineralwasser. (Obwohl Foodwatch da ja auch schon vor gewarnt hat, weil Mineralwasser aus der Erde kommt und natürlich strahlende Isotope enthält... Was soll man dann noch trinken? Und in die Central Park Station, darf man in die noch rein? Immerhin besteht sie aus Granit, und der soll ja auch leicht strahlen... Fragen über Fragen.) Aber nur Mineralwasser ist langweilig. Warum dann nicht etwas, was schmeckt? Für zwischendurch? Vielleicht mit natürlichem Vitamin C? Und Zucker? Ja, Herrschaften, der Kinderkörper braucht definitiv auch Zucker, um zu laufen. Kohlenhydrate zum Beispiel werden überhaupt erst in Zucker umgewandelt.
Ich denke, das Wichtigste ist hier doch einfach, nicht in "schlecht" und "gut" einzuteilen, denn ein Kind möchte ja auch mal ein Glas Cola trinken, gerade weil es süß ist. (Das gehört zu den sogenannten genetischen Erinnerungen. Kinder und Frauen sind auf das Schmecken von süß getrimmt, weil sie in Eiszeittagen die "Sammler" waren. Süß bedeutete, eine gesammelte Frucht war reif. Das haben wir immer noch in unseren Genen.)
Eine Einteilung in "viel" und "wenig" ist hier wirklich wesentlich besser. Und auf Capri-Sonne mit dem Finger zu zeigen enthebt Euch Eltern nicht der Verantwortung. "Die Capri-Sonne war's, nicht wir!" brüllen bringt überhaupt nichts, liebe Eltern. Denn es ist eben nicht nur die Capri-Sonne, sondern auch die Fertig-Pizza, die Ernährung mit wenig Obst und Gemüse - und die Pferdeschnelllasagne, weil sie doch so billig und so lecker ist.
Also, nicht mit nackten Finger auf angezogene Leute zeigen, liebe Eltern, die Ihr gegen Capri-Sonne gestimmt habt, sondern lieber an einer gesünderen Ernährung arbeiten. Das ist ein ganzheitliches Konzept, das ich ausnahmsweise mal voll vertreten kann.

Es ist übrigens überhaupt kein Wunder, dass Capri-Sonne mit großem Abstand gewonnen hat. Das deutsche Traditionsunternehmen ist schon länger Zielscheibe von Foodwatch.
Wirklich, liebe Foodwatcher, ich frage Euch: Wo bleiben die Aktionen gegen Coca Cola, McDonalds, Pepsi, Wagner Fertigpizza und TIP Billiglasagne?
Vom Trend, sinnvoll in Deutschland für gesunde Ernährung und Verbraucherschutz zu arbeiten ist das in meinen Augen ein Schritt zurück. Ein gewaltiger Schritt zurück, vor allem in meiner Gunst.
Und, falls Euch das noch keiner gesagt hat, liebe Foodwatcher, viele Nahrungsmittel werden konsumiert, weil sie gut schmecken. In Deutschland sollten sie in jedem Fall darüber hinaus nicht giftig sein, also liegt es an einem selbst oder an der Aufsichtsperson, dass man vom Guten nicht zuviel zu sich nimmt. Und wenn die Capri-Sonne Orange tatsächlich nicht zuckerhaltiger als ein Direktsaft ist, wo ist dann das Problem? Denkt mal drüber nach.


Dienstag, 28. August 2012

Fällt Homöopathie in den Aufgabenbereich von Foodwatch?

Eigentlich wollte ich heute an meinen Geschichten weiter schreiben. Stattdessen habe ich die dafür vorgesehene Zeit damit verbracht, auf Scienceblog.de im Astrodicticum Simplex von Florian Freistetter einen Gastartikel über Homöopathie bei Tieren zu lesen. Vor allem die Kommentare haben es mir angetan.

Beim Lesen selbiger Kommentare habe ich mich wieder einmal gefragt, wieso Homöopathie immer noch existiert, wieso es tatsächlich Menschen gibt, die bereit sind, an Schwachfug wie sich erinnerndes Wasser zu glauben, weil die D10-Dosierung so hoch ist, dass der Wirkstoff defacto in der Lösung nicht mehr nachgewiesen werden kann, und eine Wirkung ergo da her kommen muss, weil das Wasser sich "an die Position der Moleküle des Wirkstoffs erinnert und dessen Positionen ausspart", was die "gleiche Wirkung hat, wie wenn die Moleküle noch da wären".
Und das bei einer Flüssigkeit im zweiten Aggregatzustand, wohlgemerkt. Verbunden mit der Aussage, dass dünner (bzw. nicht mehr nachweisbar) automatisch wirksamer ist, kann man nur noch den Kopf schütteln. Und dabei habe ich mich noch nicht einmal über das Simile-Prinzip ausgelassen, das Gleiches mit Gleichem heilen will...

Kommen wir zu Foodwatch, der Verbraucherschutzorganisation, über die ich mich sehr oft negativ ausgelassen habe. Weil sie zum Beispiel die negativen Seiten von Capri-Sonne aufführt, aber sich nicht an Coca Cola heranwagt. Oder sich in die Menus der Deutschen Bahn verbissen hat, ohne vorher deren Stellungnahme einzuholen.
Das alles hat sich rapide verbessert, seit ich mich mit Foodwatchs Forderung im Zuge des Fukushima-Unglücks nach Null Cäsium in Kinder- und Babynahrung auseinander gesetzt habe.
Der Foodwatch-Radioaktivitätsfachmann Martin Rücker hat erhebliche Arbeit geleistet, um auf meine gute Seite zu gelangen, und mir vieles mit Engelsgeduld erklärt, was Strahlung und strahlende Elemente angeht, sodass sogar ich es verstanden habe. Das plakative Festhalten der Kampagne an Cäsium-Isotopen hat er mir nicht erklärt, obwohl nicht nur Cäsium strahlt, aber er hat meine Hoffnung geschürt, dass sich Foodwatch in eine gute Richtung entwickelt - nämlich in eine kompetente, kämpferische und sachliche Verbraucherschutzorganisation. Sie hat übrigens fast drei Jahre gebraucht, um ihren ersten Eindruck auf mich bis zu diesem Punkt zu bringen, dass ich tatsächlich Hoffnung habe, Foodwatchs Arbeit könnte eines Tages auch für mich als Konsumenten nützlich werden. Bei Experten wie Herrn Rücker allerdings auch keine große Sache, bei der geballten Kompetenz.

Zurück zum Titelthema. Foodwatch heißt zwar Foodwatch, aber die Gesundheit des Menschen endet ja nicht in der Deutschen Bahn im Bordrestaurant, oder beginnt bei radioaktiv strahlendem Babybrei. Tatsächlich denke ich, dass auch Homöopathie in den Aufmerksamkeitsbereich von Foodwatch fällt, weil:
1) mit praktisch nichts gutgläubigen Menschen das Geld aus der Tasche gezogen wird.
2) Globuli vollkommen überzuckert sind.
3) homöopathische Medikamente so wertvoll wie ein kleines Steak sind.
4) in Homöopathie nicht drin ist was drauf steht.
5) wer Homöopathie vertraut, sich selbst daran hindert, wirkliche Hilfe zu suchen.
6) blaue Steine nicht bei einem Unfall mit einem Auto mit Azurmetalliclack helfen.

Ich denke, eine groß angelegte Aufklärungskampagne gegen Homöopathie könnte für Foodwatch der große Wurf werden - und, wenn die Bezahlung solcher Präparate durch die Krankenkassen endlich abgestellt wird, die Krankenkassen und damit wir den Gegenwert von jährlich vier bis acht Kernspintomographen einsparen werden.
Homöopathie will alles können, von der Heilung der Schlafbeschwerden bis zu AIDS und Krebs erfolgreich therapieren, liefert aber auch nicht mehr als einen Placebo-Effekt, den man billiger haben kann. Mit Homöopathie sollen angeblich "wichtige" Kinderkrankheiten "erlebt und besser auskuriert" werden, und dies auf Kosten der Kinderimpfung, wobei ich feststellen muss, das unser Immunsystem bestimmt keine Windpocken und keine Masern erleben muss, um stark zu werden. Im Dreck spielen reicht da auch schon. (Nostalgiemodus an: Mann, was haben meine Klamotten manchmal vor Dreck gestarrt. Und ich war glücklich und gesund. Nostalgiemodus aus.)
Homöopathie will mit Zuckerwasser und kleinen Zuckerkügelchen die "Alternative" zur "Chemiekeule Schulmedizin" sein, ohne zu erwähnen, dass sogar ihre Globuli mit D23-Dosierung (also ohne jeden Wirkstoff) auch nur Chemie sind. Homöopathie basiert einzig und allein auf dem Glauben an Heilung, und heilt nicht selbst. Und wo Homöopathie doch funktioniert, da ist sie in D3 dosiert, was Hahnemanns Prinzipien vollkommen zuwider spricht - weil diese Dosierung tatsächlich funktioniert und ein Naturpräparat vereinnahmt, ohne dass es Homöopathie ist.
Alles in allem: Homöopathie ist Geldschneiderei. Foodwatch, wäre das nicht was für Euch?

Nachtrag am 04.05.: Mist, da habe ich Foodwatch gerade mal gelobt, und war auch nicht sonderlich böse, dass die Organisation Homöopathie nicht anfassen will, und bin deshalb auf die Homepage gegangen, um zu schauen, was sie denn gerade schönes aktuell machen, da muss ich doch auf diesen Artikel stoßen, in dem Foodwatch in das gleiche dämliche Horn stößt, das auch schon der FDP-Minister Dirk Niebel gestoßen hat, nämlich dass die Subventionierung, bzw. der Anbau von Pflanzen für Biosprit die Lebensmittelpreise verteuert.
...sacken lassen.
Liebe Foodwatch, ich möchte hier nicht tadeln, nicht schon wieder. Ich möchte einfach Eurem Aufruf, der zweifelhaft ist, solange wir mehr Lebensmittel produzieren als wir in Deutschland konsumieren (und seien wir doch mal ehrlich, unser Getreide für Afrika wäre Eulen nach Athen tragen), den aktuellen Eintrag vom linksgerichteten Wirtschaftsblog Spiegelfechter gegenüberstellen, der m.E. erklärt, was nicht an der Teuerung von Lebensmitteln schuld ist.
Natürlich kann der gute Spiegelfechter irren. Dennoch wird es Eurem zwölfköpfigen Team helfen, die Sinne zu schärfen und konträre Meinungen zu betrachten, was für eine kritische Verbraucherorganisation nur gut sein kann.

Nebenbei bemerkt, im Anbetracht der großzügig stillgelegten Agrarflächen in Deutschland, der Bio-Abfälle, die jedes Jahr zu horrenden Mengen anfallen, des Kümmerkorns, der möglichen Verwendung von nicht nutzbaren Pflanzenteilen zur Ethanolgewinnung, und, und, und, sowie der durch Spekulanten künstlich hochgetriebenen Ölpreise ist es in meinen Augen eine sehr dumme Idee, E10 abzusägen, indem man z.B. finanzielle Anreize zu deren Produktion kürzt. Vor allem wenn man bedenkt, dass in unseren Sprit seit Jahr und Tag bereits fünf Prozent Ethanol eingemischt werden, und das lediglich verdoppelt wurde.
Hier gehen unsere Meinungen weit auseinander, und ich wünsche mir da Kritikfähigkeit, Foodwatch.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Irre! BILD wundert sich über Kapitalflucht der Griechen ins Ausland.

Und suggeriert, wenn ich das richtig gelesen habe, dass die Griechen, die ihr Geld kurz vor dem Bankenkollaps "in Sicherheit" bringen, ihr Privatvermögen nicht ins Ausland schaffen dürfen, weil es ja "Griechen-Geld" ist, und das soll gefälligst im Land bleiben. Warum, frage ich mich. Soll das Geld verstaatlicht werden, um griechische Schulden zu bezahlen?
Hm, Deutschland hat auch Staatsschulden, daher finde ich diese Idee der BILD gar nicht mal so schlecht. Warum nicht auch hier? Verstaatlichen wir doch am Besten das Vermögen des Vorschlagenden, um unser Staatsdefizit auszugleichen. Ich meine, wenn BILD schon mal so eine Idee in den Raum stellt, dann ist dem deutschen Steuerzahler das Vermögen der Axel Springer AG mehr als willkommen.
...sacken lassen.
Einmal unabhängig davon betrachtet, wie die rund zweihundert Milliarden Euro zustande gekommen sind, ob es sich um die Privateinlagen der Kleinsparer handelt, oder um die eine oder andere Milliardärs-Million, grundsätzlich ist gegen die Verschiebung des Geldes, z.B. in die Schweiz rechtlich nichts zu sagen. Mag sein, dass hier die Superreichen Griechenlands, die die berühmten fünf Prozent ausmachen und eine Mitschuld an der griechischen Staatskrise tragen, ihr Geld retten wollen.
Mag sein, dass korrupte Ärzte, Anwälte, Architekten, Vorarbeiter, Vorstandschefs, Besserverdiener und Polizisten - auch die nicht korrupten - ihr Scherflein aus griechischen Banken heraus transferieren, bevor sie den Abflug machen, also die Banken jetzt.
Und mag auch sein, dass besagte Banken pleite gehen, weil ihnen nun zweihundert Milliarden fehlen: Es ist nicht strafbar. Korrupt zu sein durchaus. Aber sicher nicht, sein Geld ins Ausland zu schaffen.
Nach deutschem Recht muss auch im Ausland gewonnenes Vermögen in Deutschland versteuert werden. Ich denke, Griechenland ist da nicht viel anders. Wenn die Griechen also ihre Auslandsvermögenswerte gründsätzlich bei der Steuer korrekt angeben, sehe ich hier nur einen Grund für einen Bericht, nämlich dass dieser Aderlass der Banken die Wirtschaft weiter schwächen wird.

Abgesehen davon hält Egghats Blog eine Obergrenze für zweihundertachtzig Milliarden Euro griechisches Auslandsvermögen für realistisch.
Das macht etwa vier Fünftel des Brutto-Inlandsprodukts aus.
Das Geld, über das BILD also berichtet, wird nicht gerade im Moment ins Ausland geschafft, sondern wurde dort schon zuvor investiert. Solange diese Vermögen angemeldet sind, und die Steuern auf die Verzinsung entrichtet wird, ist auch hier alles im grünen Bereich, (Egghats Blog hält etwa 2,6 Milliarden Euro Schwarzgeld für möglich) und es bleibt wieder nur der von mir identifizierte Wunsch der BILD, privates Vermögen zu verstaatlichen. Nicht unbedingt das der Superreichen, nicht die Vermögen der Korrupten (Griechenland hat sehr unter der über Jahre etablierten Korruption zu leiden), nein, es muss das Vermögen "der Griechen" sein.

Es wurde über Griechenland viel geredet und viel diskutiert, und die BILD hat dabei viel gehetzt; zwei ihrer Schmierfinken, die man auch noch Journalisten nennen muss, haben für ihre Hass- und Panik-Kampagne auch noch einen Preis bekommen. Aber zu fordern, dass Privatvermögen herhalten sollen, um Staatsschulden auszugleichen... Ist das nicht durch und durch und in jeder Form... Kommunistisch? Wandelt sich also die alte Mitte-Rechts-Einpeitscherin BILD jetzt in das Kampfblatt der Weltrevolution?
Wohl eher nicht. BILD reitet alles, was sie satteln kann, und wie immer ist sie sich für kein Thema zu schade. Schade ist einzig und allein, dass es Leute gibt, die ihr alles nachplappern.
...sacken lassen.

Bringen wir es mal auf den Punkt. Griechisches Schwarzgeld im Ausland bedeutet die gleichen Probleme wie für Deutschland. Es wird nicht versteuert, der Staat, und damit der Bürger, hat nichts davon. Angemeldetes griechisches Vermögen im Ausland hingegen wird versteuert, der Staat kriegt seinen Anteil, und leistet somit seinen Teil für die Entschuldung des Staates. Griechisches Kapital im Ausland würde auch ein Bankensterben überstehen und hinterher dem Staat weiterhin frisches Kapital einbringen. Und das scheint die einzige Überlebensstrategie für Griechenland zu sein, das von amerikanischen Rating-Agenturen niedergeratet wird, durch Put-Optionen der Investoren-Haie beschossen wird, und dann auch noch schlechte, ungerechte und einseitige Presse kriegt. In Deutschland zum Beispiel, durch die Axel Springer AG.
Um es mit den Worten von Peter Scholl-Latour zu sagen: "Griechenland ist nicht groß und wichtig genug, um deshalb den Euro zu riskieren."
Ich neige dazu, eher diesem großen Journalisten zu vertrauen als den Tintenklecksern von BILD mit ihren Endzeitszenarien.


Und wenn ich schon mal dabei bin: FOODWATCH steht in der Zeitung, und ich finde absolut keinen Grund, die Organisation für ihre neuesten Ansichten zu kritisieren.
Wenn FOODWATCH sich dagegen ausspricht, dass Stiftungen und Fonds in der Lebensmittelbranche investieren und damit Hedgefond-Managern das Kapital in die Hand geben, um Lebensmittel weltweit durch die im Ölgeschäft leidlich bekannten Verbrechen namens Termingeschäfte zu verteuern, und damit Hungersnöte auslösen, dann kann ich FOODWATCH nur Recht geben. Auf der einen Seite gibt es genügend Lebensmittel für alle, aber internationale Finanzwilderei treibt die Preise so in die Höhe, dass die Menschen im Angesicht der Reissäcke verhungern, weil sie sie sich nicht mehr leisten können.
Es ist nicht das erste Mal, dass mit Termingeschäften Nahrung künstlich verteuert wird und z.B. afrikanische Staaten in soziale Unruhen geworfen werden, weil die Rendite wichtiger war als die Menschen. Erst 2008 haben wir das erlebt. Bitte nicht noch mal. Termingeschäfte an sich müssen global verboten werden.

Was ist ein Termingeschäft? Hm, ich bin kein Ökonom, wohl aber Kaufmann, deshalb mein kurzer Abriss zum Thema.
A kauft Erdöl, sagen wir von B. Es geht um die Summe X. Aber das Erdöl wird erst in der Zukunft wirklich gekauft und bezahlt werden. Bis dahin ist es nur in der Bilanz verkauft worden. Aber in der Öl-Produktion des Landes von B wird das Erdöl schon als verkauft heraus gerechnet. Was passiert also: Das Öl ist noch nicht einmal gefördert, geschweige denn bezahlt, aber die Summe X fehlt bereits in der Produktion.
Was wissen wir aus dem kaufmännischen Unterricht? Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Das Angebot wurde um die Menge X verringert, zwar noch nicht bezahlt und auch nicht ausgeliefert, aber das ist dem Markt leider egal. Das Angebot sinkt bei gleicher Nachfrage. Ergebnis: Der Preis steigt.
Nun bezahlt A das Öl und verkauft es für den künstlich erhöhten Preis weiter. Schon hat er durch das Termingeschäft einen besseren Gewinn gemacht.
Natürlich gibt es bei Termingeschäften das Risiko, dass genau das Gegenteil geschieht, nämlich das der Preis fällt, und A das schlechte Geschäft macht. Aber je mehr finanzstarke Investoren sich den Termingeschäften anschließen, desto mehr sinkt die Ölmenge auf dem Markt, und desto höher klettert der Preis.
Das ist mit uns und dem Erdöl in den letzten Jahren geschehen.
So war es aber auch 2008 bei den Lebensmitteln, und so wird es augenscheinlich 2011 wieder bei den Lebensmitteln sein.
Wenn wir Termingeschäfte also verbieten, dann verhindern wir eine künstliche Verknappung der Rohstoffe, und damit eine künstliche Erhöhung der Preise, die wir alle auszugleichen haben. Schätze, es wird Zeit für die Politik, ein paar der Kapitalisten-Haifische da draußen zu schlachten...

Mittwoch, 21. September 2011

Foodwatch wieder...

Es ist kaum zu glauben. Eine Zeitlang dachte ich wirklich, Foodwatch würde sich tatsächlich zu einer sinnvollen Verbraucherschutz-Organisation mausern, die nicht nur Fördermitglieder an sich binden und Zeitungsschlagzeilen produzieren will, sondern nützlich sein möchte... Da beweist sie mir heute das Gegenteil.
Neulich noch fand ich Foodwatch GUT. Dazu genügte ein Blick auf den Pfanner-Tee mit Litschi. Ursprünglich gehörten Litschi nicht mal auf die Zutatenliste, da die Firma behauptet hat, es müssen keine drin sein, nur weil der Saft so heiße... Mittlerweile ist die Litschi auf der Zutatenliste, ergo auch mit drin. Ein grandioser Erfolg, und eine richtig gute Sache, die Foodwatch da betrieben hat. Ich gebe zu, ich hatte HOFFNUNG.

Doch nun das. Foodwatch und die Ärzteorganisation IPPNW, oder auf Deutsch, Vereinigung der Ärzte zur Verhinderung eines Atomkriegs haben in einer Studie klargestellt, dass die Grenzwerte für Radioaktivität in Deutschland viel zu hoch sind.
...sacken lassen.
Der von mir verlinkte Artikel der Website der Frankfurter Rundschau ist nicht ganz vollständig. Sicherlich in der gedruckten Ausgabe, aber auch in meiner hiesigen Zeitung, der Leine Deister Zeitung, ist der Artikel ausführlicher und nennt sogar die Grenzwerte, um die es geht.
Demnach ist diesem Doppelpack der erlaubte Grenzwert von 370 Becquerel Cäsium pro Kilogramm für Säuglingsnahrung und Milchprodukte zu hoch, und soll auf acht gesenkt werden.
In allen anderen Nahrungsmitteln soll der Grenzwert von 600 Becquerel auf 16 gesenkt werden. Cäsium, natürlich.
...sacken lassen.
Bevor ich jetzt mit meinem laienhaften Wissen und einiger Unterstützung von Wiki und den starken Seiten mein Donnerwetter herniederfahren lasse, habe ich für Euch, meine Leser, zwei Fragen:
1) Warum wird immer Cäsium erwähnt? Wir wissen alle, dass Cäsium hochgiftig ist, auch in kleinsten Konzentrationen. Aber ist Cäsium das einzige, was strahlt? Und warum wird der Strahlenwert Becquerel angegeben, aber nicht die Menge an Gramm, Milligramm oder Mikrogramm, die Cäsium gemessen an einem Kilogramm Nahrung haben darf? Warum dieser Umweg über die Strahlenbelastung? Okay, das waren jetzt vier Fragen, zugegeben.

2) Wenn die IPPNW und Foodwatch die Senkung des Grenzwerts für Babynahrung von 370 auf acht Becquerel pro Kilogramm fordern, kommt das nur mir wie billiger Populismus vor? Das war Frage fünf, zugegeben.
...sacken lassen.

Der Kinderarzt Winfried Eisenberg wird ganz zu Recht damit zitiert, dass "selbst kleinste Strahlendosen [...] die Erbinformationen verändern, das Immunsystem schädigen und Krebs auslösen" können, und das dies besonders für Kinder und Jugendliche gilt. Aber was hat das mit den aktuellen Grenzwerten zu tun?

Menschen, die sich für das Thema interessieren, sprich sich ein klein wenig mit Radioaktivität auskennen, können auf Anhieb mehrere Fakten zitieren, die diese Forderung in einem merkwürdigen Licht erscheinen lässt, schon einmal ganz davon abgesehen, dass Foodwatch und IPPNW das arme Cäsium totreiten.
Da hätten wir:
Radioaktiver, sprich ionisierter Strahlung, also der Strahlung die entsteht, wenn Atomkerne, vornehmlich Isotopen, zerfallen, sind wir permanent ausgesetzt.
Die wichtigsten Quellen für radioaktive Strahlung sind: Der Boden in Form von Emissionen unter anderem des radioaktiven Edelgases Radon; der Himmel in Form von kosmischer Strahlung, die natürlich im Weltall vorkommt; und, man höre und staune, der menschliche Körper! Jaha, Herrschaften, wir strahlen selbst, und das nicht zu knapp. Die Aufteilung auf die einzelnen Werte hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab. Je höher man wohnt, desto höher ist die Belastung durch Weltraumstrahlung. Je nachdem in welcher Region man lebt, ist die Belastung durch Radon-Emissionen höher oder niedriger. Je nachdem was man zu sich nimmt, hat man mehr oder weniger Isotopen im Körper, die radioaktive Strahlung aussenden.
...sacken lassen.

Laut Wikipedia emissiert ein Mensch durch die in seinem Körper eingelagerten Isotope - weniger Cäsium, sondern eher durch Elemente wie das natürlich strahlende Kalium - 9000 Becquerel selbst. Bei einem Anteil von dreißig Prozent der natürlichen Strahlenbelastung durch den eigenen Körper, vierzig von kosmischer Strahlung und dreißig von Erdstrahlung (was ja je nach Ort variiert) schauen wir hier auf die natürliche Belastung des Menschen. Das, was der Mensch sowieso abkriegt, ob er will oder nicht. Genau, von diesem Zeug, das einem in Überdosis Krebs verursacht, die Haare ausfallen lässt und die Zähne kostet. In Überdosis, wohlgemerkt.
Das gilt für uns, das gilt für Kinder.
...sacken lassen.

Mein Fazit: Augenwischerei. Alles nur Augenwischerei. Die Forderung nach einer derart radikalen Senkung der Grenzwerte ist reiner Populismus. Klingt gut, aber was soll das bringen? Klar sind Grenzwerte für Cäsium eine sehr gute Idee, das Zeug IST ja hochgiftig. Aber es zeigt doch mal wieder den reinen Show-Effekt, wenn immer wieder Cäsium! Cäsium! geschrien wird, und andere radioaktive Quellen wie Radon, Kalium und Radium keine Erwähnung finden. ODer Uran. Warum nennt hier niemand Uran?
Wieder einmal wird hier schlicht auf die Angst der Menschen spekuliert. Jener Menschen, die nicht einmal so wenig wie ich über Radioaktivität wissen. Und diese sollen dann was? Foodwatch-Unterstützer werden? Sicher, es macht immer Sinn, über Belastungsgrenzen für Umweltgifte zu diskutieren, es macht immer Sinn zu schauen, ob die derzeitigen Grenzen nicht zu hoch angelegt sind, ob diese nicht ein Hintertürchen dafür sind, dass Menschen Schaden entsteht. Und gerade beim hochgiftigen Cäsium sollte man sehr umsichtig sein, vom Iod-Isotop 131, das sich in der Schilddrüse ablagert und dort schwere Schäden anrichten kann, ganz zu schweigen.
Aber ehrlich gesagt möchte ich diese Diskussion nicht mit jemandem führen, der die Grenzwerte für Kindernahrung fünfzigfach zu hoch hält, und die Werte für Erwachsene fast zwanzigfach zu hoch... Da denkt man doch spontan: Hey, Greenpeace, ist euch das noch nicht aufgefallen, Ihr Flaschen?

Nein, Herrschaften, es ist eine unwiderlegbare Tatsache, dass wir permanent Radioaktivität ausgesetzt sind. Sie kommt von oben, sie kommt von unten, und sie kommt aus uns selbst. Diese Radioaktivität alleine ist weit höher als die Grenzwerte für Kindernahrung in Deutschland. Und wir reden hier von der Normalbelastung für den menschlichen Körper, nicht von Extremfällen. Dazu muss man auch einrechnen, dass auch die durch Nahrung aufgenommenen Isotope zu dieser natürlichen Belastung gehören.
Die Grenzwerte sollen uns vor übermäßiger Belastung schützen, vor gefährlicher, ja, tödlicher Belastung. Aus diesem Grund sind sie bei uns sehr tief angesetzt, und in Japan doppelt so tief. Jetzt zu kommen und eine Senkung um das Fünfzigfache zu fordern ist schlichtweg Quatsch. Genauso wie der Cäsium-Chauvinismus im ganzen Artikel Quatsch ist. Ich habe es schon geschrieben: Cäsium ist nicht das einzige Element, das strahlt. Aber das Wort zieht wohl einfach besser. Noch eindringlicher kann man sich selbst nicht als Populisten entlarven.

Vielleicht ist eine Diskussion über die deutschen Grenzwerte und über gemeinsame europäische Grenzwerte keine schlechte Sache. Aber Foodwatch oder die IPPNW würde ich dabei nicht so gerne anhören. Beide Organisationen kennen laut Zeitung nur das radioaktive Isotop Cäsium und sehen nur dies als gefährlich an; die anderen radioaktiven Elemente verschweigen sie oder kennen sie nicht, und laut Zeitung wollen sie auch nur eine Senkung für den Anteil von Cäsium im Essen, es geht ihnen nicht um eine Senkung von Strahlungsbelastung im Allgemeinen. Dabei ist es Gamma-Strahlung egal, ob sie aus der Kernfusion von Wasserstoff zu Helium entstammt, von Cäsium emissiert wird, oder ob Radon sie abgibt.
Mit Schock-Begriffen Schock-Grenzwerte durchzusetzen ist und bleibt Populismus. Und bei einer körpereigenen Strahlenbelastung von lt. Wiki 9000 Becquerel eine Senkung des Grenzwerts von sechshundert auf sechzehn zu fordern - wohlgemerkt geht es hier um eine Obergrenze, die bereits niedrig angesetzt ist - ist vor allem sehr dreist.
Mit der Angst der Menschen zu spielen hingegen ist frech.

Noch ein kleines Schlusswort von mir: Natürlich ist Radioaktivität gefährlich, natürlich kann sie tödlich sein. Ich wäre nicht gegen Atomenergie, wenn das nicht der Fall wäre. Aber es gibt eine sinnvolle, sachliche Diskussion, und es gibt eine unsachliche, populistische und übertreibende Diskussion, die der Sache nicht hilft, aber dem, der sie ausspricht, mehr Aufmerksamkeit verschafft. Ich nenne das: Schreien um des Schreiens willen. Foodwatch hat das in meinen Augen schon oft genug gemacht. Und hat in puncto Sachlichkeit nicht dazu gelernt.
Die Radioaktivität, über die wir hier allerdings reden, ist moderat. Natürlich können Kinder, Kleinkinder und Babys bereits bei diesen niedrigen Grenzwerten durch über die Nahrung aufgenommene Isotope Krebs bekommen... Aber das können sie auch bei einem Grenzwert von acht Becquerel. Und wie ich weiter oben schon schrieb, der Radioaktivität entkommen können wir ohnehin nicht.
Für uns Menschen gilt, dass wir uns von zu hoher, zu langer, zu intensiver Strahlung schützen müssen.
Tatsächlich erleiden unsere Körper genau in diesem Moment, wir Erwachsene ebenso wie Kinder und Babys, abertausende Zellschädigungen in unseren Körpern durch die radioaktive Strahlung in unseren Körpern und in unserer DNS. Tatsächlich entarten gerade jetzt bei einigen von uns durch diese Schäden Zellen und werden zu Krebsgeschwüren.
Tatsächlich werden einige von uns erst in wenigen Minuten Krebs ausbilden...
Und tatsächlich ist unser Körper darauf eingestellt. Denn auch tatsächlich frisst der Körper jeden Tag entartete Zellen, vernichtet Krebs, repariert die DNS-Codes. Dennoch erkranken und sterben Menschen an Krebs. Aber das liegt nun einmal nicht primär an der Nahrung, und ein Pilot oder ein Flugbegleiter, oder eben eine Röntgenschwester im Krankenhaus haben eine höhere Strahlenbelastung und damit ein höheres Risiko, um an Krebs zu erkranken... Was aber nicht automatisch Krebs bedeutet. Das Gleiche gilt für die Nahrung.
Entkommen können wir der Radioaktivität nicht. Sie gehört zu unserem Leben einfach dazu. Ebenso wie der Krebs, der uns begleiten wird, solange wir Menschen aus organischer Materie bestehen werden. Allein, helfen kann uns die Forderung von Foodwatch und der IPPNW in keiner Form. Sie ist nur gut zur Profilierung beider Organisationen. Und das ist diesem ernsten Thema nicht angemessen.


Themawechsel. In meiner Tageszeitung steht auch, dass in Rom sieben Seismologen vor Gericht gestellt werden sollen, mit der Anklage auf Totschlag, weil sie vor dem Erdbeben am 6. April 2009 in L'Aquila nicht ausreichend gewarnt haben...
Noch so eine Sache, die man nahtlos in die Foodwatch-Diskussion mit einbeziehen kann. Wenn ich so etwas lese, denke ich automatisch an Kreationisten.
Die zitierten Wissenschaftler wurden nach einer Analyse gefragt, ob es in der Region L'Aquila nach mehreren kleineren Erdbeben zu einem großen kommen könnte.
Die Wissenschaftler waren sich einig, dass die bsiherigen Beben keine typischen Vorläuferbeben für ein "Big One" waren, aber sie konnten es auch nicht ausschließen.
Anschließend gab es das Beben, und es verwüstete die Stadt, es gab 308 Tote. Es hatte eine Stärke von 5,8 auf der Richterskala.
...sacken lassen.
Als ich in San Francisco war, im Jahr 2000, habe ich in meiner ersten Nacht im Hilton&Towers im, hm, dreißigsten oder vierzigsten Stock geschlafen. Ich war so totmüde wegen meinem Jetlag, ich verschlief sogar das Erdbeben, das die Stadt kurz erschütterte... Es hatte, wenn ich mich recht erinnere, eine Stärke von fünf Komma vier. Und man mag es kaum glauben, am nächsten Morgen stand nicht nur mein Hotel noch, sondern auch die restliche Stadt.
...sacken lassen.

Fazit: Man kann Erdbeben nicht zu einhundert Prozent vorhersagen. Die Japaner haben eine Methode entwickelt, die anhand gemessener Schockwellen eine Vorwarnzeit von zehn bis dreißig Sekunden bietet; genug Zeit, um Menschen per Handy zu warnen, damit sie Schutz suchen können, oder ins Freie kommen, genug Zeit, um Kraftwerke abzuschalten (was, wie wir wissen, auch nicht immer klappt).
Dass die Forscher L'Aquila nicht vorhersagen konnten, ja, ein großes sogar ausschlossen (aber nicht ganz) liegt einfach in der Natur dieser Wissenschaftsdisziplin.
Vergleichen wir jedoch mal das San Francisco-Beben, das ich verschlafen habe, und nehmen das L'Aquila-Erdbeben hinzu, was sehen wir da? Links eine unversehrte, erdbebensichere Stadt, die gelernt hat, mit dieser Naturkatastrophe umzugehen und kleinere Beben unbeschadet zu überstehen; rechts hingegen eine komplett verwüstete Stadt mit vielen Toten und Verletzten.
Das bringt mich zur Erkenntnis, dass es weder um die Erdbebenforscher geht, noch um die Erdbebenvorhersage an sich. Es geht darum, dass jemand für L'Aquila büßen soll, für die Pfuscharbeiten beim Bau der Häuser, für die langsamen bis nicht vorhandenen Hilfen, die der Staatschef eigentlich zugesagt hatte, für den Wiederaufbau der einsturzgefährdeten Innenstadt, für das zerstörte Leben der Opfer. Und wie es scheint, versucht man nun den Volkszorn von der korrupten Baubranche, vom Versagen der Politik und vom Pfade der Vernunft in Richtung der Wissenschaft zu drängen. Besser sie als... Wer?
Derjenige, der eine Antwort auf diese schlichte Frage hat, findet die wahren Verantwortlichen der Katastrophe von L'Aquila.
Oder um es mal anders auszudrücken: 5,8? Moderne Länder mit Erfahrung im Erdbebenschutz lachen doch über so ein Beben.
Italien ist ein Erdbebenland, aber augenscheinlich wurde die ganze Stadt L'Aquila NICHT erdbebensicher erbaut. Und das, obwohl vor allem in der Innenstadt viele moderne Gebäude stehen/standen, wenn ich die Fernsehbilder der geräumten Zone recht im Kopf habe. Wir reden hier über Korruption, Pfusch am Bau, Materialunterschlagung, und über weitere hässliche Dinge, die zur Vernichtung der Stadt beigetragen haben. Die Wissenschaftler haben damit am wenigsten zu tun.
Man kann nur hoffen, dass dieser populistische Täuschungsversuch grandios scheitert und die wirklich Schuldigen auf die Anklagebank gesetzt werden.
Jemanden zu bestrafen, nur weil man einen braucht, das ist absolut sinnlos. Es muss dann auch den Richtigen treffen.


Edit am 22.09.: Erstmals hat Foodwatch meinen kleinen Blog gefunden, und Herr Rücker nimmt ausführlich Stellung in den Kommentaren zu meinen Vorwürfen.
Um mal ein Zuckerli auszuteilen: Bei der Null Toleranz-Forderung von Iod131 in Nahrungsmitteln haben Foodwatch und IPPNW zu einhundert Prozent Recht.
Der Rest, na ja, lest die Kommentare.

Nachtrag: Nachdem ich einige Zeit darüber nachgedacht habe, komme ich zu dem Schluss, dass ein einheitlicher Höchstwert in der Exposition durch Ionenstrahlung sowohl für Nahrung als auch für Belastung z.B. benachbarte Kernkraftwerke Sinn macht. Wie hoch dieser Wert sein sollte, sei allerdings dahin gestellt. Denn wie gesagt, der eigene Körper produziert alleine schon 9000 Becquerel...

Samstag, 22. Januar 2011

Das kommt davon, wenn man lange nicht bloggt: Viele, viele Themen auf einen Schlag.

Es ist zehn Tage her, das ich gebloggt habe. Das habe ich nicht getan, weil nichts in der Welt passiert ist, sondern weil ich zu faul war. Und dann passiert natürlich das: Alle Themen wollen auf einmal raus. Passiert ist ja auch genug. ^^

Fangen wir an mit dem ersten Thema: Seit meine Schwester mich zwangsverpflichtet hat, bin ich, wie eifrige Leser meines Blogs wissen, Moderator des Bandwettbewerbs Beatbattle in Hohe Warthe, Coppengrave, Alfeld.
Der Veranstalter, die Disco Checkpoint, hoffte damit, ein ganz eigenes, begeistertes Publikum am Freitagabend zu erreichen.
Ich habe lange nicht mehr drüber gebloggt, obwohl wir mittlerweile beim dritten Wettbewerb dieser Art angelagt sind. Schlicht und einfach weil ich das Gefühl habe, dass solche Blogeinträge von meinen Lesern nicht gerne gelesen werden.
Aber entschuldigt bitte, dafür ist ja der "Nicht mein Ding"-Button da. Und als nichtkommerzieller, werbefreier Blogger kann ich ja ohnehin tun, was ich will. ^^
Beim dritten Beatbattle sind wir mittlerweile beim Viertelfinale angekommen: Vier von sechs Bands haben sich bereits erfolgreich für das Halbfinale qualifiziert. Ich blogge vor allem deswegen, weil mir der gestrige Sieger, 180°, sehr viel besser gefallen hat als in der Vorrunde. Auch ohne das ihr Gegner Pluspunkt feige den Schwanz eingekniffen hätte, bin ich sicher, dass sie gewonnen hätten. Na, quod erat demonstrandum, wie die Lateiner sagen. Es war sehr schade, dass sich das Publikum wetterungsbedingt in Grenzen hielt. Es war auch sehr schade, dass die Alfelder Zeitung als größtes örtliches Blatt über diesen Wettbewerb kein einziges Wort verliert. Nein, das ist nicht schade, das ist Arbeitsverweigerung, wenn sogar die Hamelner Zeitungen über den Beatbattle berichten. Aber das steht auf einem anderen Blatt.
Fakt ist, 180° haben mir gestern sehr gut gefallen, so richtig gut. Und weil sie die Bühne für sich hatten, haben sie mit ihrem lauschigen Melancho-Pop auch eine volle Stunde gespielt.

In der Vorwoche gewann Couchdivers. Auch eine tolle Combo voller Elan und Energie. Die haben wirklich Spaß gemacht, und ich erwarte einen harten Kampf gegen 180° im Halbfinale, Jungs.
Im zweiten Viertelfinale setzte sich Magistarium klar durch. Sehr, sehr, sehr klar...
Ihre Gegner werden die Sieger des ersten Viertelfinales sein: Schrödingers Katze.
Als einzige der Halbfinalsbands kommt die aus der näheren Umgebung und bringt ihren Heimvorteil mit. Das wird eine interessante Schlacht auf der Bühne.

Was ich mir für die beiden letzten Viertelfinals und die Halbfinals wünsche: Mehr Publikum, das meine Anmoderationen bewundern kann. XD
Doch, mehr Publikum ist in der Tat wünschenswert. Denn auch wenn die eine oder andere Band im Laufe aller drei Beatbattles mal im Ausdruck oder im Gesang gelaggt haben mag, technisch waren sie bisher alle einwandfrei. Und manche Band, die bereits aufgetreten war und sich verkleinern musste, gewann dadurch an Ausdruck und musikalischer Stärke. Die Frauencombo Hangmanz verzichtete auf ihre Leadsängerin, und damit auf den alten Bandnamen Hangmans Reputation. Aber die drei Mädels haben dadurch so sagenhaft gewonnen, dass sie beim Beatbattle drei ohne Weiteres in den oberen Etagen mitspielen können. Gerade solche Veränderungen verdienen Aufmerksamkeit, eben weil der Checkpoint so ein geiler Stage für die Bands ist. Gerade für solche, die vor allem Bühnenerfahrung suchen.
Bettle ich hier um Publikum? Gut erkannt. d^^b

Thema Nummer zwei:
Auf der Gorch Fock stürzte eine Offiziersanwärterin aus der Takelage.
In Afghanistan wurde ein Unteroffizier getötet, und die Spekulationen, es könnte eine freundliche Kugel beim Waffenreinigen gewesen sein, wehte munter durch die nicht so ernst zu nehmenden Medien wie BILD und Co.
Und dann ist da noch der Vorwurf, Bundeswehr-Feldpost hätte geöffnete und leere Briefe ausgeliefert.

Im Falle der Gorch Fock, dem Schulschiff der Marine, zog sich ein kleiner Skandal nach. Angeblich weigerten sich Offiziersanwärter nach dem Sturz, erneut in die Takelage zu klettern. Und die Ausbilder sollen sie harsch getriezt haben. Das Wort "Meuterei" geisterte danach durch die Presse.
Meine Meinung dazu: Wer auf einem Segelschiff auf einem verdammten Ozean nicht seinen Teil leistet, und sei er noch so klein, der gefährdet Schiff und Mannschaft. Das ist inakzeptabel, gerade für junge Zeitsoldaten, die das Marineleben zu ihrem Beruf machen wollen und zudem freiwillig an Bord sind.
Ich stelle mir vor, ein Maschinenbauer wird von einer herab fallenden Stahlplatte erschlagen. Die ganze Halle ist geschockt. Selbstverständlich. Ein trauriges Unglück, ohne Frage. Aber deswegen wird am nächsten Morgen die Frühschicht ganz regulär anfangen und Trauerarbeit vom Broterwerb trennen. So sieht das aus - in der Freien Wirtschaft.
Nun haben wir - angeblich - vier Kadetten, die gerne das Geld der Bundeswehr und damit von uns nehmen, denen wir die - zugegeben in naher Zukunft nicht notwendige - Landesverteidigung auf hoher See anvertrauen, und die schlichte Befehle nicht befolgen können?
Meine Herren, ich war beim Bund. Und es ist traurig, das ausgerechnet ICH Ihnen sagen muss, wie es läuft: Wenn der Schock über den Tod der Kameradin so groß für Sie war, dass Sie nicht mehr in die Wanten steigen können, haben Sie auf dem Vordeck und in der Takelage nichts mehr verloren. Dann müssen Sie beim Bordarzt vorstellig werden und sich Dienstunfähig schreiben lassen. Der Segelbetrieb ist für ein Hochseeschiff wie die Gorch Fock überlebenswichtig. Da können keine zögerlichen Sissies gebraucht werden, weil es da ums Leben aller geht. Also, nächstes Mal aufs Revier, und nicht in die Meuterei.
Meine Tageszeitung vermeldete dazu heute, der Kapitän der Gorch Fock sei abgelöst worden. Eine unglaubliche Fehlentscheidung von KTG, um die Medien zufrieden zu stellen. Aber seit wann, frage ich, soll ausgerechnet die Bundeswehr tun, was große rote Buchstaben wollen? Solange die Marine nicht gegen Recht, Gesetz und die schärferen Bundeswehrgesetze verstößt, sollte ihnen öffentliche Meinung echt am Arsch vorbei gehen. Tschuldigung.

Ja, da ist also in Afghanistan, wie man hört, ein Soldat beim Waffenreinigen ums Leben gekommen. Ein Unteroffizier. Entweder hat er sich selbst verletzt, oder es ist beim Waffenreinigen mit neun Kameraden durch die Waffe eines anderen passiert.
Natürlich, lückenlose Aufklärung ist hier gefragt, Keine Zurückhaltung, volle Ehrlichkeit. Immerhin sterben genügend Bundeswehrsoldaten bereits durch Feindfeuer, da können wir uns Tote durch Unachtsamkeit nicht leisten.
Aber, Herrschaften, Presse und solch die es vorgeben zu sein, sprich BLÖD: Es war aus meiner bisherigen Sicht ein Unfall. Unfälle passieren. Gute Unteroffiziere wissen das, und sind mehr als akribisch, verlassen sich darauf, dass das Magazin abgenommen, und die Munitionskammer leer ist. In meiner Ausbildung war der Griff nach der Schießübung mit dem kleinen Finger durch die Munitionskammer in den Lauf Usus. Und wehe dem, der so blöde war, das Schloss nicht richtig gespannt zu halten.
Wenn man solche elementaren Sicherheitsregeln über die Jahre vergisst, dann ist das nicht Erfahrung, sondern Dummheit. Fragt sich nur, wessen Dummheit. Für diese Dummheit musste ein Mensch sterben. Aber muss dafür die Boulevardpresse aufhetzen? Von BILD erwarte ich ja nichts anderes.

Ach ja, die Feldpost, die Feldpost.
Okay, wer glaubt wirklich daran, dass deutsche Feldpost aus Afghanistan unzensiert und ungeöffnet nach Hause geschickt wird? Ich meine, im Zeitalter von E-Mails hat der MAD es schwer genug, die Zensur aufrecht zu erhalten... Ach, doch so viele.
Träumt weiter. Klar, das ist gegen die Verfassung. Aber das ist ein Angriffskrieg auch, und wir sind in Afghanistan daran beteiligt. Aber immerhin, wir leisten zivile Aufbauhilfe, ohne wie Uncle Sam nebenbei auf Mohn und Erdgas zu stieren...
Da sitzt also ein Vollidiot des MAD in der Kontrollstelle, und weiß nicht, wie man die Briefe wieder ordentlich verschließt, bzw. vergisst die kontrollierten Briefe weiter zu verschicken? Feuert den Trottel.
Soldatenpost sollte man nicht lesen dürfen? Hm, warum verschicken die ihre Briefe dann nicht per SMS oder E-Mail? Oder E-Post-Brief? Wie, das kann auch zensiert werden? Klar, aber ich glaube, jetzt überschätzt Ihr den MAD maßlos. XDDD


Und es geht in meinem heutigen Post, man glaube es kaum, auch ums SCHREIBEN:
Jaha, ab und an kann ich auch von diese Front etwas Positives berichten.
Ich stehe auf Fanfiktion.de kurz davor zwanzigtausendmal aufgerufen zu werden... In achtundsiebzig Geschichten präsentiere ich ein gefühltes halbes Gigabyte an Texten, und wurde bisher mit einhundertvierundvierzig Reviews auf der Page, und zweien hier in meinem Blog belohnt. Ich melde mich natürlich, wenn die zwanzigtausend geknackt ist.
Was ich auch noch erwähnen möchte: Vor gar nicht langer Zeit vermeldete ich für meine Geschichten Für den Kaiser und SailorMoon: Schatten der Vergangenheit, dass ich die Eintausender-, und später die Eintausendeinhundertelfer-Marke durchbrochen hatte, was Aufrufe angeht. Ersteres ist ein von mir komplett eigenständiges Werk von vier Romanen in einem von mir erdachten Universum. Zweiteres ist - ja, ich gebe es erneut zu, ich bin und bleibe Fan - eine SailorMoon-Fanfiktion.
Auf beide bin ich sehr stolz, und das Interesse ist mehr als erstaunlich. Na ja, eigentlich ist es eher erstaunlich, dass ich nicht noch MEHR Interesse wecke.
Wie dem auch immer sei, beide Geschichten sind auf dem Wege, zweitausend Klicks zu erzielen. Beide haben vor wenigen Wochen die Eintausendfünfhunderter-Marke hinter sich gelassen, und streben unaufhaltsam, aber recht langsam, auf den nächsten Tausender zu.
Ich wünsche mir natürlich: Bleibt mir treu, liebe Leser. Wenn Ihr die beiden Geschichten durch habt, warten noch ein paar hundert Megabytes an weiteren Texten von mir auf Euch. Und vergesst nicht ab und an einen Kommentar auf Fanfiktion.de oder hier in meinem Blog zu hinterlassen.

Thema Nummer vier, um das es mir heute geht ist ein ganz Besonderes. Heute werde ich hochoffiziell meine kleine Feindschaft mit Foodwatch zu Grabe tragen. Ich meine, Hey, Hey, Hey, was haben die nicht schon alles geleistet? Gut, gut, manchmal sagen sie so einen Quatsch wie: Schluss mit Dioxin im Essen, und lassen dabei vollkommen außer Acht, dass erstens Dioxin als natürliches Abfallprodukt bei Röst- und Garverfahren entsteht, und zweitens ist nur ein Bruchteil der möglichen entstehenden Dioxine wirklich gefährlich. Sprich, Du kannst Dioxin nicht entkommen, und nur Grenzwerte sind eine sichere Kontroll- und Schutzmöglichkeit.
Aber dann hat Foodwatch eben auch Aktionen, die mich zufriedener stimmen, zum Beispiel, wenn sie Pfanner fragen, warum in ihrem Litschi-Eistee laut Zutatenliste gar keine Litschis drin sind, und eine patzige Antwort kassieren wie: Es müssen laut Gesetz ja gar keine drin sein, auch wenn der Tee so heißt. Da hat Foodwatch mal eine echte Mogelpackung an der Hand gehabt. (Nein, ich werfe ihnen diesmal nicht vor, sich nur leichte Gegner auszusuchen.) Und ja, wenn ich ehrlich bin, brauchen wir auch jemand, der sich um die kleinen Skandälchen kümmert, und nicht ständig große Brötchen backt...
Und das geht ganz einfach, denn Foodwatch hat ein tolles Fördersystem entwickelt: Für sechzig Euro Jahresbeitrag kann man ihren Kampf gegen die unsauber arbeitende Industrie unterstützen. Laut eigener Aussage hat Foodwatch bereits 17.000 Förderer, die mit mindestens fünf Euro monatlich den Kampf unterstützen können. Als Gegenleistung, abgesehen vom Gefühl, etwas zur Gemeinschaft beigetragen zu haben, erhält man die kostenlosen Foodwatch-Nachrichten und kann sich kostenfrei von einer Ernährungswissenschaftlerin beraten lassen...
Mal ganz davon abgesehen, dass man für fast zwanzig Euronen diverse hilfreiche Bücher im Shop erwerben kann, die um das Thema Lebensmittelbetrug gehen. Was? Ermäßigung bei den Büchern für Fördermitglieder, die immerhin sechzig Tacken minimal im Jahr berappen? Davon steht da nichts. Siebzehntausend Fördermitglieder, jedes bezahlt freiwillig mindestens fünf Euro... Okay, nach dem Spendensiegel sucht man auf der Page vergebens, aber das ist bei fünfundachtzigtausend Euro monatlichen Einnahmen nur durch die Fördermitglieder ja auch nicht notwendig, oder? Ich meine, das sind ja im Jahr nur etwas mehr als mindestens eine Million Euro... Man kriegt ja auch ne Spendenquittung, wenn man sie haben möchte. Und ganz ehrlich gesagt, bei solchen Peanuts wie einer Million Euro im Jahr muss man ja auch nicht unbedingt seine Zahlungen offen legen, Referenzen über die eigenen geleisteten Aktionen abgeben, oder sogar aufschlüsseln, welchen Weg die eingenommenen Gelder gehen. Unter Bilanz ist nichts derartiges auf der Homepage zu finden. Und auch das Wort Jahresbericht führt ins Leere.
Was? Wie? Ich wollte eigentlich positiv über Foodwatch schreiben, und sie nicht in die Pfanne hauen?
Aber, aber, aber, das IST doch positiv, oder nicht? Ich meine, andere große gemeinnützige Vereine wie das Rote Kreuz und Greenpeace haben doch auch kein Spendensiegel und so... Und ein kleiner Verein wie Foodwatch, der ne läppische Million an Fördermitgliedbeiträgen bekommt, muss sich ja wohl nicht die Mühe machen, das Verbrauchervertrauen durch einen offenen Jahresbericht zu erhalten. Immerhin tun sie ja schon so sehr viel für uns Verbraucher. Zum Beispiel... Neee, war nix. Aber... Ach, das waren andere.
Geht doch am Besten mal auf die Homepage und überzeugt Euch selbst. Aber vergesst nicht, vorher mit dem Taschenrechner meine Zahlen zu betätigen, und Euch dann zu fragen, wie teuer wohl die Homepage, die ganzen Konferenzen und der Druck der Verkaufsbücher wohl kostet. Ich meine, da bleibt von einer Million eben nicht viel übrig. Natürlich nicht.

Mein Fazit: Ich bin Fördermitglied beim ASB. Das Geld sehe ich zwar nie wieder (die Hälfte übers Finanzamt), aber ich fühle mich dabei gut, und sehe des Öfteren einen ASB-Krankenwagen über die Straßen huschen. Greenpeace könnte ich mir auch vorstellen. Aber Foodwatch? Nein, danke.


Sooo, jetzt ist das doch eine ganze Menge geworden. Das hätten auch vier einzelne Blogs im Verlauf der Woche sein können. Sind sie aber nicht, und habe ich nicht.
Dies ist übrigens Blog zweihunderteins, den ich jemals geschrieben habe.
Hoffentlich folgen noch viele, viele Blogeinträge. Und hoffentlich folgen noch viele, viele Kommentare von Euch, meine lieben Leser. Oder klickt wenigstens die Buttons. Ich weiß, dass Ihr da seid. Ich habe die Statistiken entdeckt und herausgefunden, dass mein Blog im Dezember eintausendmal aufgerufen wurde. Also, faule Bande, für einen Buttonklick MUSS es doch einfach reichen. ^^
Euer Ace

Edit am Sonntag, den 23.01.: Zum Thema Gorch Fock.
Auf der Gmx-Homepage ist ein Artikel zu finden, der mich entsetzt. Überschrieben ist er mit "Gorch Fock ein schwimmender Puff".
Begründet wird der Titel im Artikel damit, dass eine ehemalige Kadettin davon berichtet, dass es sexuelle "Avancen" in Richtung der Offiziersanwärterinnen an Bord gebe, sich viele Kadetten bei den Frauen Chancen ausrechneten, usw. Das erfüllt nun nicht gerade meine Vorstellungen eines schwimmenden Puffs, aber ich war ja auch nicht an Bord und kann ergo nicht aus erster Hand berichten.
Weiter berichtet die Frau von Drill, Schlafmangel, und das sich viele Frauen "vor Erschöpfung in den Schlaf geweint" hätten.
...
Sacken lassen.
Ist sich die junge Frau im Klaren, dass "sexuelle Belästigung" auch in der Bundeswehr ein Strafbestand sind? Oder auch nur, dass sie mit dieser Anschuldigung einen Strafbestand aufzeigt, der dringend geklärt werden muss? Aber, und das sage ich hier ernsthaft, weil ich den Artikel für vollkommen überzogen halte, auch, dass Falschaussage ebenfalls ein Tatbestand ist? Bisher ging ich davon aus, dass die Gorch Fock der Stolz der deutschen Marine ist, wo junge Offiziersanwärter einiges für ihren späteren Beruf mitnehmen werden. Der Sohn eines ehemaligen Arbeitskollegen war als Mannschaftsmitglied an Bord, und er hat nur Gutes berichtet, sogar an Bord heiraten dürfen.
Nun gut, es ist Web.de/Gmx.de, und von diesen Nachrichten sollte man weder gute Recherche, noch Wahrhaftigkeit erwarten. Auch wenn ich meine E-Mail auf Gmx habe, so traue ich der Redaktion keine Nachrichten zu, die einen größeren Wert haben als die BILD-Schlagzeilen. Mit diesem Artikel hat Gmx.de bestenfalls einen Missstand aufgedeckt, der an Bord des Seglers herrscht/herrschte. Schlimmstenfalls ist die Gmx-Redaktion aber mit beiden Beinen voll in einen Karren Mist gesprungen, um im Klima der Hinterfragung der Vorfälle auf der Gorch Fock ihren Teil vom Kuchen abzubekommen - und sei es durch eine überzogene Berichterstattung, ja, falsche Berichterstattung. Der Titel hat nämlich mit dem Bericht nichts zu tun, und der Hinweis auf "sexuelle Avancen" hat nun weder was mit einem schwimmenden Puff zu tun, noch mit dem Tatbestand der sexuellen Nötigung, oder gar Vergewaltigung im schlimmsten Fall. Für mich liest sich der Artikel so, dass da eine Offiziersanwärterin an Bor eines Segelschulschiffs eine schwere Zeit gehabt hat und nun darüber meckert. Aber was hat sie auch auf einem Segelschiff anderes erwartet?
Und die Redaktion hat einen ordentlichen Header drauf geklatscht, damit möglichst viele Leute drauf klicken, u.a. ich. Damit nutzen sie nicht nur die Berichterstattung über das Schiff schamlos aus, sie beschädigen auch den Ruf der Marine. Sollten sie Recht haben, gratuliere zu einer großartigen journalistisch-investigativen Leistung. Sollten sie Unrecht haben, was ich sehr stark vermute, dann sollte die Bundesmarine, nein, dann MUSS die Bundesmarine angemessen reagieren.
KTG? Handeln? Ha, der muss doch vorher erst in die BILD-Zeitung gucken um zu wissen, was von ihm erwartet wird. ^^°°°

Montag, 10. Januar 2011

Who the f**k is Foodwatch?

Wer meinen Blog des Öfteren besucht, weiß das ich so meine Schwierigkeiten mit der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch habe. Die uns die Capri Sonne madig machen wollte, der die Grenzwerte für radioaktive Belastung von natürlichem Mineralwasser zu hoch angesetzt waren. Die der Deutschen Bahn einfach mal so pauschal vorgeworfen hat, die Gourmet-Speisen in den ICE-Restaurants wären mit Geschmacksverstärkern vorproduziert worden. Und, und, und...
Was mich bei diesen ganzen Geschichten nervt ist: Wer auf die Foodwatch-Seiten geht, der erkennt sehr bald, dass sich die Organisation nicht auf Spenden oder Sponsoren verlässt - aber auf Förderer, also eine Art Dauerspender. Und diese Dauerspender weren mit Nachhaltigkeit bei Laune gehalten. Nämlich Nachhaltigkeit der Präsenz von Foodwatch in den Medien. Ferner stören mich zwei weitere Dinge:
1) Foodwatch sucht sich leichte Ziele aus. Zum Beispiel Capri Sonne statt Coca Cola, oder die Deutsche Bahn, bei der jeder zuerst einmal nickt, wenn man dem Essen im Bordrestaurant vorwirft, es wäre mit Geschmacksverstärkern gemacht worden.
2) Foodwatch ist nur zu gerne bereit, Fortschritte in von ihnen aufgegriffenen Themen als eigenen Erfolg zu verkaufen. Ich möchte jetzt Innocence in Danger nicht beleidigen, aber das Prinzip erscheint mir dasselbe zu sein. Hauptsache in den Medien, Hauptsache, die Förderer bleiben dabei.
Ehrlich, ich mag Foodwatch nicht. Wir haben genügend Clowns im öffentlichen Leben. Fragt die FDP.

Nun ist Foodwatch auf den Dioxin-Zug aufgesprungen. Weil das Kind da aber schon in den Brunnen gefallen ist, erheischt die Verbraucherschutzorganisation mit einer aufsehenerregenden These Publikumsaufmerksamkeit: Nach ihren Informationen stammt die hohe Dioxid-Belastung von Pflanzenschutzmitteln, wie Stern.de, Bild.de, oder auch Abendblatt.de.
Der Tenor der Meldung ist folgender: Foodwatch liegt eine Probe aus dem Futtermittelbetrieb vor, die genau diese Belastung durch Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln bestätigt.

Okay, mal einen Schritt zurück. Ohne den Skandal schön reden zu wollen, und ohne den skrupellosen Geldschneidern, die mit unser aller Gesundheit gespielt haben, eine Brücke zu bauen: Worum geht es eigentlich? Dioxine sind Verbrennungsrückstände, die entstehen können, wenn etwas geröstet oder verbrannt wird. Deshalb gehen offizielle Stellen bisher davon aus, dass Überreste aus der Biodieselherstellung an der Belastung Schuld sind. Foodwatch hingegen ist sich sehr sicher, dass nun die Rückstände von Pflanzenschutzmitteln Schuld sind.
Okay, Dioxine sind Chlorhaltige Kohlenwasserstoffe, und viele Pflanzenschutzmittel sind auf Ölbasis (also Kohlenwasserstoffen) aufgebaut. Soweit klingt es so als gäbe es da tatsächlich einen Zusammenhang. Aber eine Frage bleibt natürlich: Warum sollte irgend ein Hersteller in Deutschland oder in Europa ausgerechnet die schlecht abbaubaren Dioxine, von denen einige Untergruppen nachweislich Chlorakne, Krebs oder Diabetes auslösen können, in ein Pflanzenschutzmittel einfügen? Oder warum sollte bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln Dioxin entstehen? Ich weiß aus erster Hand, dass Pflanzenschutzmittel weder erwärmt noch gekocht oder gar vorgeröstet gespritzt werden. Wo ist da also der Sinn? Oder anders formuliert: Zwar bin ich kein Experte auf diesem Gebiet, aber ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, warum die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln Dioxin verarbeiten sollten - und das in der Lebensmittelproduktion. So blöd werden die wohl nicht sein.

Lassen wir mal kurz Wikipedia etwas sagen. Gut, gut, einige halten Wikipedia für eine Desinformationsseite, wo Datenhijacker jeglichen Quatsch als bare Münze verkaufen können. Aber ich habe Wikipedia wenn schon nicht als ausführlich, so doch als gute Recherche-Seite kennen gelernt, und in kleineren Dingen vertraue ich Wikie und den Starken Seiten. Diesmal habe ich die Seite zu Dioxin aufgerufen, und folgenden Satz gefunden, der wohl vieles erklären dürfte: "Dioxine werden, außer für Forschung und Analytik, nicht gezielt hergestellt. Sie entstehen als Nebenprodukte bei einer Vielzahl von thermischen Prozessen. Es gibt keinerlei technische Verwendung von Dioxinen."
Also, wenn nicht tatsächlich ein Pflanzenschutzmittel vor der Verwendung gekocht oder geröstet werden muss, bevor es ausgebracht wird, habe ich tatsächlich keine Ahnung, wie Dioxin da rein gelangen soll. Im großen Stil produziert wird es laut der Wikie jedenfalls nicht.
Warum also sagt Foodwatch, es "wären mit großer Wahrscheinlichkeit Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln Schuld" an der Dioxin-Belastung im Tierfutter?
1) Weil es noch kein anderer behautet hat.
2) Weil es in ihr Konzept passt und sie den Buhmann "Spritzmittel" herbeirufen können - viele werden das tatsächlich glauben.
3) Weil es von einem Laien nicht widerlegt werden kann. Selbst ich kann nur Vermutungen anstellen, und dies anhand von Indizien. Ich kann widersprechen, aber ich kann nicht klar verneinen.
4) Weil sich Foodwatch wieder mal ein leichtes Ziel ausgesucht hat.

Fazit: Versteht mich nicht falsch, Dioxin ist nichts, was wir im Essen haben sollten. Andererseits können wir dem Dioxin ebenso wenig ausweichen wie der natürlichen Radioaktivität unserer Umgebung. Und dazu kommt, dass die EU die Grenzwerte für Dioxin vor gar nicht allzulanger Zeit auf ein Zehntel herunter geschraubt hat. Dennoch muss man gegen diese Geldmacherei strafrechtlich vorgehen, und vor allem die illegalen Gewinne beschlagnahmen und eventuell in Forschungsprojekte investieren, die zum Beispiel erforschen, wie man Dioxin dazu bringen kann, schneller von Körper wieder abgebaut zu werden - einmal im menschlichen Körper tut es das nur sehr widerwillig. Zum Beispiel.
Aber was Foodwatch da gemacht hat, passt in das übliche Handlungsschema dieser Organisation. Sie hat eine These in den Raum gestellt. Sie hat die Probe und kann es behaupten, und das Gesundheitsministerium schweigt vorerst. Weil es die Fakten prüfen wird, nicht weil Foodwatch automatisch Recht hat. Und die Verbraucherschutzorganisation schlägt drei Fliegen mit einer Klappe: Sie ist wieder im Gespräch, sie hat etwas vollkommen Neues in die Diskussion eingebracht und sie kann gegen Pflanzenschutzmittel wettern.

Und genau deshalb mag ich sie nicht. Das ist kein Verbraucherschutz, das ist Schlagzeilenwahn im BLÖD-Stil. Und mich würde es absolut nicht wundern, wenn sich heraus stellt, dass die "Pflanzenschutzmittel sind schuld"-These in sich zusammenstürzt wie ein Kartenhaus. Leider werden aber viele Bürger dann an Vertuschung, Verschleierung und Mauschelei glauben, nicht daran dass Foodwatch Unrecht hatte. Eine verrückte Welt.
Liebe Foodwatch, wenn Dioxine nicht produziert werden, um z.B. industriell genutzt zu werden, wie sollen sie dann in Pflanzenschutzmittel gelangen? Wenn Du mir diese Frage schlüssig erklären kannst, glaube ich Deine Theorie. Aber ich fürchte, Du kannst zwar diese Behauptung aufstellen, sie aber nicht beweisen.

Montag, 2. August 2010

Der Feldzug von Foodwatch geht weiter - zu unser aller Vergnügen.

Aufmerksame Beobachter meines Blogs wissen, dass ich die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch nicht mag. Ich habe schon oft über sie und ihre Projekte gebloggt, und selten, eigentlich nie, war ich mit ihnen einer Meinung. Egal ob es nun gegen die Capri-Sonne geht, die zuviel Zucker enthält, egal ob Foodwatch meint, die Grenzwerte für Uran im Wasser seien zu niedrig, oder ob sie das Essen in den Zügen der Bahn kritisiert, weil es ihrer Analysen nach Konservierungsstoffe enthält - die Projekte haben mir nie gefallen. Es ging immer um schnelle, leichte Sachen, und die Organisation schreibt sich meines Erachtens die Erfolge anderer als eigene auf ihre Fahnen.

Auch diesmal hat Foodwatch einen Gegner - Supermärkte und Discounter wie LIDL, ALDI, REWE und Marktkauf.
Die Verbraucherschutzorganisation bemängelt das SB-verpackte Fleisch der Endverkäufer, weil es unter Sauerstoffschutzatmosphäre verpackt wird. Nach Angaben von Foodwatch erhält es zwar lange die Optik, dafür schadet der Sauerstoff aber der Qualität, das Fleisch wird im Endeffekt zäh und schmeckt/riecht ranzig.
Die Handelsketten haben sich aber gegen diese Kritik gewehrt.

Ich persönlich finde: Selten war es so einfach für jeden Verbraucher, sich eine eigene Meinung zu bilden. Die Capri-Sonne schmeckt nun mal süß, und wer hat schon ein Labor Zuhause? Mit der Bahn fahren und im IC oder ICE essen kommt nun auch nicht jeden Tag vor, und dementsprechend greift man eben auf vorgefertigte Meinungen zum Bordessen, selbst den Gourmet-Menüs, zurück. Und letztendlich hat kaum jemand einen Geigerzähler daheim, um den Gehalt an radioaktiven Elementen im Trinkwasser zu überprüfen.
Dieser Fall liegt jedoch vollkommen anders. ALDI, LIDL, und die anderen großen Unternehmen der Branche, die ihr SB-Fleisch tatsächlich unter Sauerstoffschutzatmosphäre verpacken (was nach Informationen der Unternehmen die Bakterienbildung unterbinden soll), sind für uns alle erreichbar. Und wir kaufen auch fast* alle bei ihnen ein.
Dementsprechend ist es sehr leicht, beim nächsten Einkauf einfach mal ein wenig SB-Fleisch mitzunehmen, Zuhause zu öffnen, und es auf ranzigen Geruch zu überprüfen. Oder nach der Zubereitung festzustellen, ob es tatsächlich zäh war, fade oder ranzig geschmeckt hat.
Letztendlich muss sich jeder eine eigene Meinung bilden.

Spoiler für alle, die MEINE Meinung nicht wissen wollen, um unbeeinflusst einzukaufen, zuzubereiten und probieren zu können:
Ich bin ein großer Esser. Ein sehr großer Esser. Und zu meiner Ernährung gehört auch SB-verpacktes Fleisch. Nun will ich nicht verneinen, dass das Fleisch von Landschlachtern generell besser ist als das von Discountern und Supermärkten. Aber mangelnde Qualität, fader Geschmack oder ranziger Geruch wären mir schon tausendmal aufgefallen. Für mich hat sich Foodwatch wieder einmal nach vollem Herzen bemüht, um meine Meinung über diese Verbraucherschutzorganisation zu festigen. Dies sind nicht die Kampagnen, die ich von einem wahren Verbraucherschützer im Dienste des Kunden erwarte. Und es ist mir absolut schleierhaft, warum ausgerechnet der Spiegel über diese Organisation berichtet.

Wie dem auch sei: Bildet Euch eine Meinung über das unter Schutzatmosphäre verpackte SB-Fleisch in Supermärkten und Discountern. Und bei der Gelegenheit auch gleich über Foodwatch.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Es war einmal... Die Ampel-Kennzeichnung

Heute hat der Europa-Rat über die sogenannte Ampel-Kennzeichnung von Lebensmitteln entschieden. Sie wurde vor allem mit den Stimmen der Konservativen abgelehnt, da die Form der Kennzeichnung für sie zu simpel und wissenschaftlich nicht begründet ist. Kann man wunderschön auf Tagesschau.de nachlesen. Ebenso wie einen ganzen Haufen Kommentatoren, die beinahe schon die Mistforken und die Fackeln hervor kramen, um die Monsterhatz auf Doktor Westerwelle und seine Angie zu beginnen. So sehr es mich freut, wenn die derzeitige Regierung durch Inkompetenz glänzt, und so zufrieden es mich macht, wenn die konservativen Abgeordneten im EU-Parlament beweisen, warum man sie besser NICHT gewählt hätte, in diesem Fall sehe ich das Thema aus neutraler Warte.

Die Ampel-Kennzeichnung ist eine leichte, nach Farbschema sortierte Beurteilung der wichtigsten Anteile eines Lebensmittels, das dem Verbraucher helfen soll, sich zu orientieren. Die von mir in keinster Weise geschätzte Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hatte sich für ihre Einführung stark gemacht. Auch die Grünen und Linken im EU-Parlament hatten sich für die Einführung ausgesprochen.

Wie funktioniert die Ampel? Die einzelnen Bestandteile von Lebensmitteln werden einzeln aufgeführt, und anhand der Anteile grün, gelb oder rot markiert. Damit soll ein hoher, mittlerer oder niedriger Anteil der betreffenden Bestandteile angezeigt werden, der sich an einem fiktiven Tagesbedarf orientiert.
Ziel der Ampel ist es, dass man z.B. bei Fastfood wie Pizza auf einem Blick erkennen kann, wie viel überschüssiges Salz oder wie viel extra Fett man zu sich nimmt.
Aber Moment mal, steht nicht auf den deutschen Lebensmitteln bereits etwas ganz ähnliches? Eine Aufstellung der einzelnen Bestandteile, vom Brennwert über Eiweiß bis hin zum Natrium, aufgeschlüsselt im Anteil am ganzen Produkt und einen Fixwert, also 100g, 1Ltr, und dergleichen?
Wir haben in Deutschland also schon ein System, anhand dessen ein einigermaßen des Lesens mächtiger Kunde sehen kann wie viel Fett sein Einkauf enthält. Und die Flasche Lipton IceTea, die gerade vor mir steht, rechnet zudem den Anteil am Tagesbedarf anhand eines angenommenen Bedarfs von zweitausend Kalorien aus. Da bleibt zwar noch etwas Rechenarbeit über, um die "Portion" auf die ganze Flasche hoch zu rechnen, aber unmöglich ist es nicht. Die von Ampelzeichnung.org vorgeworfene Unübersichtlichkeit finde ich bei Lipton jedenfalls nicht. Ich finde die Ampel - im Gegenteil - sehr viel ungenauer. Sie stellt einfach fest, dass "Fett viel zu hoch ist, und deshalb rot kriegt". Wie viel zu hoch, und wann rot, wann gelb beginnt, sagt sie nicht.
Beide Lösungen sind nicht optimal, sicherlich. Aber ehrlich gesagt komme ich leichter damit zurecht, wenn mir ein ungefährer, für mich vielleicht nicht ganz zutreffender Richtwert genannt wird, als dass mir einfach gesagt wird: Du, das ist rot, das ist nicht gut. Man sollte vielleicht der Ampel-Kennzeichnung noch hinzu fügen, WARUM ein einzelner Punkt rot gekennzeichnet ist. Sonst steht der mündige Verbraucher nämlich vor dem Regal, und weiß nicht mehr als dass die roten Punkte alle "böse" sind... Ungeachtet der Tatsache, was er wirklich braucht.

Bringen wir es mal auf den Punkt: Für diätisches Leben ist die Aufschlüsselung nach Tagesbedarf besser als eine schlichte Schwarzweiß-Malerei in grün, gelb, rot. Auch wenn man einen höheren oder meinetwegen niedrigeren Tagesbedarf als zweitausend Kalorien hat.
Wir vergleichen: Auf meinem Lipton-Tee stehen die Bestandteile am Tagesbedarf orientiert. 250ml haben einen Brennwert von 4% meines angenommenen Tagesbedarfs. Für mich nur ein ungefährer Richtwert. Aber gewiss praktischer, als wenn dort stattdessen ein roter Warnpunkt stehen würde, der mir sagt, dass die Kalorien zu hoch sind.
Mein Tagesbedarf wird nicht einmal ansatzweise berücksichtigt. Es wird nur gesagt: Zuviel. Wieviel zuviel? Oder soll die Ampel mir tatsächlich suggerieren, auf dieses Lebensmittel zu verzichten, anstatt mir zu erlauben, meine Diät aus Fakten zusammen zu stellen?

Der eigentliche Hintergrund, Verbraucher mithilfe dieser optischen Signale von Fastfood und versteckten Kalorien wegzukriegen, verpufft wirkungslos, sobald von vier, fünf Ampeln nur eine oder zwei rot sind. Dem Verbraucher wird suggeriert, dass die anderen drei Ampeln gefahrlosen Genuss bedeuten, und da kann das Rote ja nicht so schlimm sein, oder?
Eindeutig ein Schuss nach hinten. Dabei wissen wir nicht erst seit gestern aus England, dem Land der McDonald's Mega-Menus, dass Verzicht auf Fastfood, Fertigprodukte und dergleichen, oder eben ein maßvoller Konsum dieser Lebensmittel zusammen mit Bewegung wesentlich mehr bringt, als sich einfach den Burger mit den wenigsten roten Punkten auszusuchen und rein zu stopfen. Die Verantwortung des einzelnen Konsumenten für sich selbst auf ein Ampelsystem zu schieben, das funktioniert wie die bereits existierende Tagesbedarf-Aufschlüsselung (halt nur schlechter), ist schon etwas dreist. Und mindestens genauso ungenau.


Meine lieben, Abnehmebereiten Leser: Wenn Ihr glaubt, Ihr seid zu dick, dann ist der dümmste Ansatz, den Ihr gehen könnt, Euch bei Eurem Konsum nach dem empfohlenen Tagesbedarf auf Eurem Essen und Euren Getränken zu richten. Generell gilt, dass weniger Fett und weniger Zucker, sowie der Griff in die Obstschale anstatt in den Schoki-Schrank wesentlich mehr bringt, als sich hinzusetzen und eine Rechnung aufzustellen. Vor allem, gerade weil nicht jeder Mensch einen Tagesbedarf von zweitausend Kalorien hat.
Mit der Ampel-Kennzeichnung ist es das Gleiche. Fünf grüne Ampeln bedeuten nicht automatisch, dass das Lebensmittel gesund ist. Schön wäre es ja. Ach, und wenn Ihr schon dabei seid, ein wenig regelmäßiger Sport wirkt wahre Wunder, versprochen.

Es ist allerdings nicht so als würde mich eine Ampelkennzeichnung stören, wenn sie die bisherige Kennzeichnung ersetzt oder ergänzt. Ich richte mich ohnehin nicht danach. Aber wie immer stellen sich mir die Nackenhaare auf, wenn jemand versucht, etwas so Unpraktisches als Ultima Ratio zu verbreiten. Sie ist ungenau, Verbraucherunfreundlich und leicht auszuhebeln. Zumindest leichter als die Aufschlüsselung nach dem ungenauen Tagesbedarf von zweitausend Kalorien.
Übrigens ist das Gesetz damit noch nicht gestorben. Es dreht noch eine Ehrenrunde, wird nachgebessert, und sucht das Parlament dann erneut heim. Wir werden sehen, was dabei herauskommt.

Ach, ein kleines Nachwort noch an all jene, die jetzt noch gerne die "versteckten" Fette und Kalorien durch die Ampel-Kennzeichnung entlarvt sehen wollen... Tiefkühlgemüse ist gesund, Vitaminreich und schmackhaft. Tiefkühlfertiggerichte sind Tiefkühlfertiggerichte. Entlarvt die versteckten Kalorien so viel Ihr wollt, aber esst das Zeug doch einfach nicht, auch wenn es schnell geht. Schiebt Euren Einkauf nicht anhand der Ampel durch die Tiefkühlregale, sondern zur Abwechslung mal nach einem Plan, der frisches Essen beinhaltet. Und vergesst eines nicht: Ab und zu ist auch ungesundes Essen vollkommen in Ordnung. Versprochen.

Dienstag, 1. Juni 2010

Foodwatch und die Deutsche Bahn

Und wieder bricht der gerechte Zorn von Foodwatch über Deutschland herein. Die Organisation hat der Deutschen Bahn vorgeworfen, oder wie sie sagt, nachgewiesen, dass die Speisen, die im Zuge ihrer Bordrestaurantaktion "TV-Köche tischen auf", nicht ausgewiesene Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe enthalten. Und das würde sich für die Gerichte nach Rezept eines Sternekochs nicht ziemen, bzw. wäre Betrug am Bahn-Kunden.
Diese Meldung ging auch prompt durch die Presse, und eine der betroffene Köche, Sarah Wiener, ließ verlauten, dass ihre Rezepte ohne Zusatzstoffe auskommen. Der Fehler müsse also beim Zulieferer der Bahn liegen.
Das ist natürlich alles ganz schön und medienwirksam, und vor allem ist es ja auch ein Schock für jeden Verbraucher, der in einem IC- oder ICE-Restaurant tatsächlich einmal Sterneküche erwartet hat. Wenn möglich auch noch tatsächlich frisch zubereitet.
Was dabei nicht so durch die Medien ging, war das Dementi der Bahn.
Und da der Text so vollkommen konträr zu Foodwatch ist, erlaube ich ihn mir, hier zu posten, weil er einerseits auf der Bahnnews-Seite etwas untergeht, und andererseits jeder meiner Leser in der Lage sein soll, sich eine eigene Meinung zu bilden, nachdem er beide Seiten gelesen hat.

Zitat von Bahnnews.de:
DB weist kennzeichnungspflichtige Zutaten auf Speisekarten aus

(28.05.) BERLIN - Die DB hat die Vorwürfe der Verbraucherschutzorganisation foodwatch zurückgewiesen, Gäste der Bordrestaurants nicht über die Zutaten zu informieren. "Alle kennzeichnungspflichtigen Zutaten werden auf der Speisekarte ausgewiesen", sagt Robert Etmans, Vorstand Personal und Bordservice der DB Fernverkehr AG. "Außerdem verbessern wir ab Juni weiter die Qualität bei der Produktion unserer Menükomponenten" Zusatzstoffe wie Hefeextrakt, gehärtete Fette und Maltodextrin werden in den Gerichten, die im Rahmen der Aktion "TV-Köche tischen auf" exklusiv produziert werden, nicht mehr verwendet.

Mit dem Ziel, qualitativ hochwertige Produkte zu bieten, wird im Bordrestaurant bereits seit mehr als zwei Jahren zum Beispiel auf die Verwendung künstlicher Farb- und Aromastoffe verzichtet. In Fällen, in denen eine besondere Zutat wie gepökeltes Fleisch diesen Verzicht nicht zulässt, kennzeichnet die Bahn die jeweiligen Gerichte gemäß § 9 der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung (ZZulV) auf der Speisekarte. Mit dieser Qualitätsphilosophie entspricht die Bahn dem Wunsch vieler Gäste nach Ursprünglichkeit und Natürlichkeit der angebotenen Lebensmittel.

"Die Deutsche Bahn ist einer der wenigen Systemgastronomen in Deutschland, der, wo immer möglich, auf jegliche Zusatzstoffe bei der Produktion ihrer Gerichte im Bordrestaurant verzichtet", so Etmans weiter. "Darüber hinaus händigen wir den Gästen gerne auf Nachfrage Listen aus, auf denen sämtliche Zutaten der Speisen ausgewiesen sind." Zitat Ende.

Ergo: Systemgastronomie, gerade bei der Bahn, hat einen schlechten Ruf und gilt als ungesund. Andererseits ist die Bahn in diesem Fall nicht kleinlaut dabei sich zu entschuldigen, sondern ganz klar wie die Unschuld vom Lande auf Konfrontationskurs. Darüber hinaus habe ich Foodwatch vor allem als Organisation kennen gelernt, die leichte Siege mag, und sich mit den wirklich Großen und den tatsächlich gefährlichen Themen nicht gerne auseinander setzt.
Ich bin gespannt, wie es hier weiter geht. Und ich bin gespannt, ob die deutsche Presselandschaft das Dementi der Bahn ebenso schnell weiterverbreitet, wie sie Gratiswerbung für Foodwatch macht.

Sonntag, 23. Mai 2010

Es lebe Foodwatch!

Wer meinen Blog aufmerksam verfolgt hat, der weiß, dass ich in der letzten Zeit nicht sehr viel Freude mit der Verbraucherorganisation Foodwatch hatte. Ihre Kampagne gegen Capri-Sonne und ihr Versuch, sich beim Radiumgehalt im Trinkwasser zu profilieren, ernteten bei mir nur harsche Kritik.

Doch das ist alles vorbei, denn ab jetzt scheint die Sonne für Foodwatch bei mir.
Endlich haben sie mal was richtig gemacht, anstatt sich an irgendein Thema dran zu hängen und zu sagen, sie seien die Ersten - oder das Thema sei überhaupt relevant. Und sie haben diesmal auch nicht einfach Europarecht überworfen und eigene Grenzwerte gesetzt, an die sich die Politik gefälligst zu halten hat. Nein, diesmal hat Foodwatch ein eigenes Thema - und eine eigene Klage.
In der Leine Deister Zeitung zu gestern fand ich den höchst interessanten Artikel, dass sich die Verbraucherschutzorganisation sehr speziell für LIDL interessiert, genauer gesagt für den Käse-Skandal. Wir erinnern uns alle: Ein österreichischer Zulieferer hatte einen Käse produziert, der zu viele Listerien enthielt - ein Bakterium, das schwere Infektionen auslösen kann und in machen Fällen sogar zum Tode führt.
Tatsächlich hat Foodwatch nun LIDL verklagt. Und den Käsehersteller in Österreich. Und das Stuttgarter Ressort des Verbraucherschutzministerium. Weil sie nach Auffassung von Foodwatch den Rückruf und die Warnung zu spät gestartet haben. Weil es drei Todesfälle gibt, die im Zusammenhang mit dem Käse stehen können, beziehungsweise den darin übermäßig vorkommenden Listerien.

Ein Schelm, der ich jetzt natürlich nicht bin, würde vielleicht an dieser Stelle anmerken, dass Foodwatch mal wieder einen Fall macht, wo gar keiner vorhanden ist, weil die Organisation einfach behauptet, der Verbraucherschutz wäre zu langsam gewesen. Oder LIDL den Rückruf zu spät gestartet hat. Tatsächlich gibt es hier Regeln und Normen, die anscheinend von allen Parteien eingehalten worden sind, aber es ist natürlich das gute Recht jeder Verbraucherschutzorganisation, diese Normen in Frage zu stellen und eine Verschärfung zu fordern - gerade in so einem schwerwiegenden, schrecklichen Zwischenfall, der so unendlich vielen Kunden von LIDL das Leben gekostet haben könnte. Und noch viel mehr bedroht hat.
Richtig so, Foodwatch. Nur die Lauten kommen in den Garten, und das Protestieren gegen Normen und Regeln, die Eurer Meinung nach nicht ausreichend sind, habt Ihr ja schon beim Trinkwasser ausgiebig ausprobieren können.

Ich fasse zusammen: Listerien sind Bakterien, die praktisch überall vorkommen, auch im menschlichen Körper. Wikipedia listet eines als wirklich gefährlich auf, aber was weiß schon Wikipedia? In erhitzten Speisen kommt das Bakterium nicht vor, dafür kann es den Weg in Frischkäseprodukte schaffen. Als eine Charge als mit dem Bakterium kontaminiert identifiziert wurde, hat LIDL einen Aufruf für die Rückgabe gestartet und die Charge aus dem Regal genommen. LIDL hat dabei nicht hinter dem Berg gehalten, im Gegenteil. Man hat nicht gewartet, bis es eventuell die ersten Toten gab.
Nun kommt Foodwatch daher. Und sie sagen, es gibt drei potentielle Tote. Das soll am Käse liegen, der verkauft wurde, bevor er aus dem Regal geräumt werden konnte. Genauer gesagt könnte es am Käse liegen, beziehungsweise die Listerien könnten den Tod dieser Personen begünstigt haben. Ein pathologischer Bericht liegt mir nicht vor, aber immerhin, die Möglichkeit besteht.
Foodwatch geht sogar so weit, deshalb zu klagen. Da drängt sich mir die Frage auf: Im schlimmsten Fall, bei mehreren hundert Toten, hätte Foodwatch da zur Revolution aufgerufen, in Berlin Barrikaden errichtet und die Bundesregierung gestürzt?
Das ist keine Verhältnismäßigkeit der Dinge. Ganz und gar nicht.

Samstag, 28. November 2009

Warum Uran importieren, wenn man Trinkwasser hat?

Uff. Wie fange ich hier am besten an? Und wie verberge ich sowohl mein Entsetzen als auch meine Irritation?
Vielleicht geht es so: Trinkwasser ist in Deutschland längst nicht so ein Thema wie beispielsweise in Saudi-Arabien. Der Grund ist, wir haben einfach genügend. Das letzte Mal, das Trinkwasser rationiert wurde, erlebte ich in einem echten Supertraumsommer Mitte der Achtziger. Es ist da, und vielleicht behandeln wir Trinkwasser deshalb auch ein wenig zu verschwenderisch.
Woher kommt dieses Trinkwasser? Ein Großteil ist Regenwasser, direkt aus Flüssen entnommen, in Stauseen gespeichert, aus natürlichen Seen, auf den Inseln zieht man es vom Meerwasser, weil das Süßwasser auf dem schwereren Salzwasser schwimmt. Und natürlich kommt Trinkwasser auch aus Quellen. Quellen, tief aus dem Herzen der Erde.
Viele dieser Quellen sind die Grundlage für Mineralwasser. Reich an Bestandteilen der Anionen- und Kationen-Liste. Wertvoll in der Ernährung, mit vielen Spurenelementen versehen. Das geht sogar hin bis zu Gold, welches in manchem Wasser in kleinstmöglichen Spuren enthalten ist.
Ein Punkt ist dabei nicht so erfreulich: Wasser, das aus natürlichen Quellen gewonnen wird, nimmt auf dem Weg nach oben nicht nur Eisen, Salze und Magnesium auf, sondern ALLES. Das beinhaltet auch Substanzen wie beispielsweise Uran. Der eine oder andere mag jetzt erschrecken. Ich meine, Uran, ist das nicht dieses radioaktive Zeug, aus dem man Atombomben baut? Richtig. Aber in einem Punkt kann ich jeden Leser meines Blogs beruhigen. Uran ist NICHT radioaktiv. Uran ist einfach nur ein Schwermetall. Lediglich die Uran-Isotope sind radioaktiv, und die kommen in natürlichen Uranvorkommen selbst nur spärlich vor.

...sacken lassen.
Es gibt da eine Organisation für Verbraucher- und Lebensmittelrechte namens FOODWATCH. Sie hat sich schon damit profiliert, die Capri-Sonne als zu zuckerhaltig anzuprangern, überhöhte Uranwerte in Mineralwasser entdeckt zu haben und sich die Ernährungsampel von FROSTA zu eigen zu machen, sprich uns weis zu machen, es wäre ihre Idee gewesen.
FOODWATCH zeichnet sich durch drei Dinge aus:
1) Sie legen sich zwar mit Capri Sonne an, aber nicht mit Coca Cola, obwohl die wesentlich mehr Zucker in sehr viel weniger Flüssigkeit geben. Ich nenne das Feigheit vor dem Feind.
2) Sie nehmen einen Umstand, der Schlagzeilen verspricht und behaupten erst einmal etwas, zum Beispiel das die Radioaktiven Bestandteile in manchen Mineralwassersorten zu hoch ist. Erst später und hintenrum kommt dann heraus, das sie die gesetzlichen Grenzwerte für zu hoch halten und ihre Senkung fordern - wohlweislich ignorierend, das ihre Feststellung, die Bestandteile wären zu hoch in den beanstandeten Mineralwassern damit ad absurdum geführt wurde. Von ihnen selbst, wohlweislich. Auch vermisse ich jedes Mal eine Studie, eine Erklärung oder eine Expertenmeinung, WARUM der Grenzwert gesenkt werden soll.
3) FOODWATCH ist eine Medienhure. FOODWATCH hat keine eigenen Projekte, wärmt lieber erfolgreiche Themen anderer Organisationen auf oder bedient sich im eigenen Fundus erneut. Schlagzeilen sind ihr wichtiger als effektive Arbeit, oder die Auseinandersetzung mit wirklichen Problemen.

...sacken lassen.
FOODWATCH war wieder aktiv und hat gesagt, neunundzwanzig Wasserwerke in Deutschland würden Wasser in die Leitungen pumpen, das zu radioaktiv sei. Sie verglichen "tausende Proben" aus dreizehn der sechzehn Bundesländer. FOODWATCH erklärte, die Werte wären zu nahe am Grenzwert, und damit vor allem für Kinder gefährlich.
Was? Der Grenzwert ist gar nicht überschritten? Und ihr macht hier ne Riesenwelle?
Wie, ihr bezieht euch auf "neueste wissenschaftliche Erkenntnisse", wenn ihr schreibt, diese Werte wären vor allem für Kinder bedenklich? Als ich auf eurer Homepage war, habe ich keinen Link zu diesen "neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen" gefunden.
Ach nee, da war ja was. Ein Artikel der EFSA, in dem gesagt wird, bei "Werten von zehn Mikrogramm Urangehalt pro Liter" sei eine mögliche Schädigung von Kindern und Säuglingen nicht auszuschließen. Prompt werden in einer PDF auch dreizehn Wasserwerke genannt, welche diesen Grenzwert überschreiten. Allerdings wieder, ohne einen Link zu setzen oder die Quelle zu nennen.
Viele Was wäre wenns, viele Vielleichts, viele Nicht auszuschließens... FOODWATCH könnte mit Fakten arbeiten, tut dies aber lieber mit Schlagworten.

Was den Urangehalt in Trinkwasser angeht, so sollte man wirklich im Sinne der Verbraucher über Grenzwerte, Schadensminimierung und dergleichen reden, weil wir dies in Deutschland schon immer getan haben. Aber FOODWATCH als Quelle, als Recherchematerial oder gar ernst zu nehmender Gesprächspartner in dieser Diskussion geht ja wohl gar nicht.
Davon einmal abgesehen, ich wiederhole mich, ist Uran als Bestandteil bedenklich, weil es ein SCHWERMETALL ist...
FOODWATCH hingegen bringt immer wieder RADIOAKTIVITÄT ins Spiel und spielt, beziehungsweise spekuliert auf die Ängste der Menschen.
Ich glaube, die BLÖD sucht jederzeit dringend ein paar helle Köpfe, die mit Was wäre wenns und Fragezeichenschlagzeilen umzugehen zu verstehen. Vielleicht solltet ihr die Branche wechseln.
Liebe FOODWATCH, in meinem ersten Blog, den ich zu euch verfasst habe, schrieb ich, niemand braucht eine Trittbrettfahrende Verbraucherschutzorganisation.
Erlaubt bitte, dass ich mich korrigiere: NIEMAND braucht euch.