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Montag, 23. Februar 2009

Da hat wohl einer Mißt gebaut...

Und zwar war das Philipp Mißfelder, Vorsitzender der Jungen Union, und damit auf dem Sprung in die Spitze einer der großen deutschen Volksparteien. Namentlich der CDU, wem das nicht klar ist.
Was ist geschehen? Mißfelder wird zitiert er habe gesagt, dass "eine Anhebung der Hartz IV-Sätze zu einem Anschub der Tabak- und Spirituosen-Industrie führt"...
Diese Aussage nimmt Herr Mißfelder übrigens nicht zurück, entschuldigt sich nicht dafür und verteidigt sie auch noch. Und zwar mit folgenden Argumenten: Seine Worte seien kein Angriff auf Hartz IV-Empfänger gewesen, sondern ein Plädoyer für deren Kinder. Statt Barmittel auszuzahlen wären Warengutscheine, z.B. für Schulspeisungen besser gewesen.

...Sacken lassen.
Also, was läuft hier? Ist sich Phil Miß eigentlich bewusst, dass er mit diesen Worten unterstellt hat, Hartz IV-Empfänger seien im allgemeinen Takab- und Alkoholsüchtig? Ist ihm bewusst, dass sein Beharren auf die Richtigkeit seiner Aussage wesentlich schlimmer ist, als die Worte an sich? Ist ihm bewusst... Ach, das führt zu nichts. Ich befürchte Phil Miß bleibt bei dem was er sagt und kommt damit auch noch durch, wird zudem vielleicht noch als Verteidiger der Kinder gefeiert.
Normalerweise bin ich eher auf Seiten der Politiker. Selbst in der Kommunalpolitik, weiß ich, dass viel von Bürgern zerredet wird, von Vorurteilen geradezu zerfressen ist und sich der Normalbürger mit der Ausrede, "die da oben wirtschaften doch eh nur in die eigene Tasche", aus der eigenen Verantwortung stiehlt und die drei Affen nachmacht: Nix sagen, nix hören, nix sehen.
Aber in diesem speziellen Fall hat ein Jungpolitiker in einer durchaus machtvollen Position ein paar Millionen Menschen auf einen Schlag beleidigt. Eine Entschuldigung und Rücknahme ist da mehr als angebracht. Einem JuSo-Vorsitzenden hätte man eine solche Aussage zum Strick gemacht, er wäre schon seit Tagen von allen Ämtern zurückgetreten. Aber in der Union? Gott bewahre. Irgendwie wird er schon Recht gehabt haben, und nach ein paar Tagen kräht kein Hahn mehr danach. Später vielleicht ein nettes Kabinettspöstchen, vielleicht im Familienministerium, denn er sorgt sich ja so um Kinder... Hallo?

...sacken lassen.
Rollen wir die Fakten auf. JEDE ZUNAHME von Geldmitteln in einem deutschen Haushalt, dessen Mitglieder Tabak und Alkoholika konsumieren, führt zwangsläufig dazu, dass die Tabak- und Alkoholindustrie profitiert. Entweder weil Mama nun nicht mehr Aldi raucht oder Papa sich statt dem Fünfjährigen den Elfjährigen Scotch leisten kann. Ist das verwerflich? Sicher nicht.
Phil Miß ging es aber mit Sicherheit nicht darum. Er wollte diffamieren, er wollte verachten, das unterstelle ich ihm. Und als er merkte, der Schuss ging nach hinten los, ruderte er zurück - leider im Vorwärtsgang. Seine Verteidigung: Kinder.
Kinder, das weiß doch jeder, haben unter Armut zu leiden. Und in seinen Augen besonders die Kinder von Hartz IV-Empfängern. Was durchaus sachlich richtig ist, denn Kinderarmut ist hierzulande kein Phänomen, sondern genau wie die Obdachlosenszene traurige Wirklichkeit. Sicher, es ist Zeit, das die Politik etwas dagegen tut, es ist Zeit, dass man sich mit dem Thema auseinander setzt, ohne es in den Massenmedien auszuschlachten. Mit einem sinnvollen Konzept.
Hartz IV-Empfängern einerseits die Fürsorgebereitschaft für ihre Kinder abzusprechen nach dem Motto, sie würden die Kindergelderhöhung mit Pennerglück versaufen, düpiert hier ein paar Millionen Menschen... Und das Jugendamt, das nämlich genau für diesen Fall weitreichende Rechte und Pflichten hat. Und manchmal mehr und manchmal weniger gut in Angriff nimmt, bzw. einsetzt. Obwohl diese Aussage auch direkt vom Stammtisch kommen könnte, wie ich zugeben muss.

...sacken lassen.
So wie ich das sehe, muss sich Phil Miß entschuldigen. Diese Worte zurücknehmen und seine Verteidigung in den WIND schießen.
Tut er das nicht hätte ich eine alternative Idee. Wie wäre es, wenn Phil Miß mal einen Monat selbst von Hartz IV lebt und dabei eine Familie versorgen muss? Ich würde drauf wetten, dass er als erstes zu den Zigaretten greift...

Sonntag, 22. Februar 2009

Und sie lauern überall...

Gerade erst habe ich mich in zwei sehr ausführlichen Blogs über Kreationismus und seine Auswüchse ausgelassen, schon stolpere ich über einen anderen religiös motivierten Aufruhr. Ein sichtlich wissenschaftlich vorgebildeter User hat auf Gmx.de/Web.de einen Thread eröffnet, der mit der Überschrift aufwartet: Die Beweislast ist erdrückend - Jesus von den Toten auferstanden.
Gut, gut, das ist jetzt sicher nicht wortwörtlich übernommen, man möge es mir verzeihen, dass ich lediglich den Sinn transferiert habe.
Warum rege ich mich darüber auf, werden jetzt einige anmerken. Und damit haben sie Recht. Ich rege mich drüber auf. Denn hier wird wieder mal auf Teufel komm raus Religion und Wissenschaft verquickt, indem aus den biblischen Texten des Neuen Testaments wissenschaftliche Fakten werden... Hallo? Bin ich der einzige, der da Magenschmerzen bekommt? Aber zum Thread.

Perfide geht unser Thread-Ersteller vor, behauptet anfangs, religiöse Themen und Wissenschaft nicht verquicken zu wollen, stapelt erst einmal einen Haufen seiner Meinung nach unwiderlegbarer Fakten und lädt dann andere Poster ein zum zerrissen werden.
Zum Beispiel wirft er einige Fakten ein, die sich ohne Recherche überhaupt nicht widerlegen lassen. Zum Beispiel behauptet er, Jesus Christus war tot am Kreuz, weil ihm nicht die Beine gebrochen wurden. Nach seiner eigenen Aussage wurde dies von den Römern getan, um den Verurteilten einen schnelleren Tod zu schenken... Ich beschreibe diese Aussage mal als 1) und gehe später drauf ein.
Dann erklärt er, Jesus müsse tot gewesen sein, denn man drohte ja, in den Sabbat hinein zu geraten, und jüdische Gesetze verboten das Kreuzigen am Sabbat. Dies will ich als 2) bezeichnen.
Dann kommt das nächste Hammer-Argument. Als der Legionär Longinus den Tod Christi feststellen wollte, stach er ihm mit der Lanze in die Seite. Daraufhin flossen Blut und Wasser aus der Seite. Laut unserem eifrigen Thread-Poster das eindeutige Zeichen, das Jesus tut gewesen sein musste, weil dies nur bei Leichen passiert. Argument, Ihr ahnt es schon, 3).
Kurz geht unser User auch auf die Argumente anderer ein und verschiebt Einwände, Jesus sei lebend vom Kreuz gekauft worden, ins Reich der Legende, "weil die Römer so etwas nicht gemacht haben und sie ihn nicht verkauft hätten, wenn er nicht tot gewesen wäre". 4).
Zuguterletzt geht er auf den einbalsamierten Leichnam ein und behauptet, Jesus wäre einbalsamiert und verbunden worden, wie es bei den Juden üblich sei 5), und ein Lebender hätte diese Prozedur nicht überlebt. 6)
So, ich glaube, das waren die wichtigsten Argumente. Bevor ich mich nun dran mache und darüber herfalle, möchte ich noch kurz erwähnen, WAS mich daran aufregt: Genauso wie bei einem gewissen Nazi oder bei diversen Anhängern von Intelligentem Design und Kreationismus wird hier einfach Wissen kreiert und als Tatsache hingestellt. Man betreibt Volksverdummung, nur um Religion zu stützen. Und da krich ich Plack. Entschuldigt bitte, dass ich in meinem Blog schreibe was ich will. Und entschuldigt, das ich mich auf solche Menschen stürze.
...Ich stelle gerade fest, würde ich so einem Glauben anhängen, wäre ich ein sehr gefährlicher Mensch geworden. Vielleicht war die Überdosis Perry Rhodan und der damit verbundene, tief in der Serie verwurzelte Humanismus für mich der richtige Wegbereiter, aber das nur am Rande.

So, kommen wir zu den Argumenten, die ich bereits durchnumeriert habe.

1) Die nicht gebrochenen Beine. Kreuzigung war damals die übliche verhängte Todesstrafe für Schwerverbrecher, die nichtrömischer Herkunft waren. Sie sollte abschrecken und als Strafe sehr grausam sein. Die Römer waren mit diesen Dingen nie sehr zimperlich, der Patriarch eines Haushalts war zum Beispiel der Herr über Leben und Tod in seinemHaus. Da haben sich die Römer sicher nicht Gedanken darüber gemacht, wie den armen zur Kreuzigung verdammten Übeltätern ein oder zwei Tage Leiden erspart werden konnten. Warum ihnen die Beine also gebrochen wurden oder gebrochen werden sollten werde ich erst recherchieren, bevor ich mich dazu äußere. Ansonsten ist in diesem Zusammenhang Occams Skalpell einzusetzen. Warum wurden Jesus NICHT die Beine gebrochen? Die Wachen wurden dafür bezahlt, es nicht zu tun.
Im Übrigen ist der Berg von Golgatha der Ort gewesen, auf dem hunderte zum Teil üble Gewaltverbrecher getötet wurden, die bevorzugte Hinrichtungsstätte Jerusalems, aber das nur am Rande.

2) Kreuzigung am Sabbath. Einer der Redner im Thread sprach sich dafür aus, dass sich die Römer einen feuchten Kericht um den Sabbath geschert hätten. Ich tendiere zu seiner Aussage. Außerdem, warum haben sie Jesus überhaupt erst ans Kreuz genagelt, wenn sie ihn abends ohnehin abnehmen mussten? Wir erinnern uns alle, der Sabbath beginnt bereits Samstag Abends, wenn die ersten drei Sterne am Himmel zu sehen sind. Da dies ein eindeutiger Widerspruch ist, können wir dieses Argument bedenkenlos fallen lassen.

3) Das Blut aus Jesu Wunde und das Wasser aus seiner Seite sind wichtige Sakramente der katholischen Kirche und werden entsprechend stilisiert. Die Berichte sprechen auch davon, wie der Speer des Longinus den "toten" Jesus in die Seite stach, woraufhin das "Wasser" floss.
Was der Thread-Einzelkämpfer dabei aber unterschlug sind zwei wichtige Fakten. Jesus wurde in die Seite gestochen, um seinen Tod festzustellen, und kurz zuvor sprach er die bedeutenden Worte: "Mich dürstet!" Daraufhin wurde ihm an einem Stab ein Schwamm mit Weinessig auf die Lippen gedrückt. Danach ging es laut den vier Testamenten verdammt fix mit dem Sterben.
Einige interpretierten es folgendermaßen, dass Jesus die alttestamentarische Prophezeiung, die sein Kommen ankündigte, verwirklichen wollte. Welcher Prophet nun von ihm gesprochen hat weiß ich nicht, eventuell Iesaja. Aber erstens übergeht mein Thread-Fanatiker hier den wichtigen Fakt, das zwischen "Tod" und "Weinessig" ein essentieller Zusammenhang besteht. Diese Passage unterschlägt er vollkommen. Und zweitens bedeutet eine Prophezeiung, die Jesus ankündigt, mit Namen, mit Elternhaus, mit Geburtsort, mit seinem Einritt in Jerusalem auf einem Füllen, und, und, und, bis zu dieser Szene am Kreuz, das er auch tatsächlich tot war. Im Gegenteil, ich tendiere dazu zu behaupten, dass der "Weinessig" ein Mittel enthielt, das den Gekreuzigten scheintot machte. Dies war die einzige Möglichkeit aus empirischer Sicht (gut, gut, MEINER empirischen Sicht), Jesus vom Kreuz zu kriegen, bevor das Wetter ihn töten konnte.

4) Die Römer verkaufen keine Lebenden. Tja, was soll ich dazu noch sagen? Wenn Jesus scheintot war, und der Preis gestimmt hat, haben die römischen Wachen ihn verkauft. Punkt. Dasselbe gilt natürlich auch für den Fall, das er richtig tot war. Ich tendiere aber zur Weinessig mit Gift-These.

5) Jesus wurde einbalsamiert. Nun, das wirft die größten Fragen auf. Üblich im Judentum ist es, Verstorbene möglichst zeitig unter die Erde zu bringen, sprich binnen von vierundzwanzig Stunden. So will es die Tradition, und diese Tradition hat in der heißen und Seuchen begünstigenden Klimazone Israels sicherlich sehr viel Sinn. Einbalsamierungen, also Konservierungen in dem Sinne und die Aufbewahrung in einem Grabmahl haben zur damaligen Zeit die Ägypter in erschöpfendem Maße praktiziert. Mir ist nicht bekannt, ob Juden, beziehungsweise nur reiche Juden so etwas je getan haben. Allerdings heißt es ja in der Bibel: Von der Erde bist du genommen, zu Erde sollst du wieder werden.
Ein Spruch, der m.E. gegen Einbalsamierung, Konservierung und einen Grabhügel spricht. Einem Toten hätte das sicher nichts genützt. Um einen Lebenden zu verstecken und wieder gesund zu pflegen hingegen war das eine prima Idee.

6) Ein Lebender hätte die Einbalsamierung nicht überlebt. Moment Mal, er wurde mit Salben eingerieben, mit Kräutern bedeckt und bandagiert. Hallo? Das würde jeder überleben! Wir sind hier nicht bei den Ägyptern, die zuerst die Nase brechen, dann mit einem glühenden Schürhaken in den Schädel gehen, dreimal drehen und dann das Gehirn rausziehen. Das sind ja wohl zwei vollkommen unterschiedliche Dinge. Argument sowas von widerlegt, das reicht bis zum Anfang der Woche.

Vielleicht noch ein Fazit von mir: Verquickt nicht Religion mit Wissenschaft, und glaubt was ihr wollt - solange ihr nicht Anspruch auf die ultimative Wahrheit hegt. Es gibt ein halbes Dutzend Religionen, die sind älter als Christen- und Judentum, und sollen die so vollkommen falsch sein? Ich finde, das ist ein intolerantes Denken und ziemt sich nicht, wenn man ein liebender, toleranter Christenmensch ist.
Alles in allem finde ich die Fakten, die belegen, das Jesus lebend vom Kreuz genommen wurde (nach einem lange vorbereiteten Plan wurde seine Kreuzigung inszeniert. Dafür spricht die Tatsache, dass zur Zeit von Judas´ Verrat niemand mit "Silberlingen" bezahlt wurde. Die Sezterze zum Beispiel bestand aus Gold), für erdrückend. Es gibt Berichte, dass Jesus nach Indien ging, dort die Sekte der Christen erneut gründete und eine große Gemeinde schuf. Dort soll er auch begraben sein. Die portugisischen Seefahrer unter Vasco da Gama, die Indien Mitte des letzten Jahrtausends entdeckten, sollen tatsächlich auf diese Christen gestoßen sein, ihre Form der Religiösität als strenge Katholiken jedoch abgelehnt und sie "richtig christianisiert" haben. Auch gibt es Berichte über eine uralte christliche Gemeinde in Japan. Ja, Japan. Sie soll so alt sein, das sie bereits vor dem Shintoismus existierte. Was zeitlich ziemlich gut passen könnte. Was davon zu halten ist, nun, vielleicht hat es einer seiner Jünger so weit geschafft. Eigentlich eine faszinierende Geschichte, ein wichtiges Detail über einen faszinierenden Mannes.
Persönlich denke ich, dass dieser "Opfergedanke für die Sünden der ganzen Welt" nicht die letzte Aussage von Jesus Christus ist. Im Gegenteil, sein Wirken, seine Lehren, sein Wille, der berühmte Spruch: "Schlägt man dich auf die linke Wange, biete auch die rechte an.", sind die Dinge, die wir von ihm wirklich im Gedächtnis behalten sollten. Sie hätten diese Welt schon damals zu einem viel besseren Ort gemacht, wären unsere Vorfahren diesen Worten wirklich gefolgt, anstatt sie bei jeder Gelegenheit auszuhebeln, egal ob durch oströmische Kaiser, Kreuzfahrer bei der Plünderung von Jerusalem oder Hexen- und Judenpogrome in den großen mittelalterlichen Städten Europas. Dies ist der wahre Wert des Neuen Testaments. Aber anscheinend lassen sich die Menschen eher vom Splatter begeistern, vom grausamen Foltertod am Kreuz denn vom Versuch, mit Friedfertigkeit eine ganze Welt zu ändern. Traurig ist das.
Und genau deshalb bin ich für eine strikte Trennung von Religion und Wissenschaft. Von Religion und Staat sowieso.

Freitag, 20. Februar 2009

Mein Freund, der twittert...& diverses

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat mich mein guter Freund und Autorenkollege (Ich wage nicht, Schriftsteller zu schreiben, denn die werden ja für ihre Arbeiten bezahlt) Roland Triankowski dazu überredet, ihm nachzueifern und einen eigenen Blog zu beginnen. Unter dem Namen Schreiberling startete er sein Egozine-Blog, und ich muss sagen, ich war recht dankbar dafür, das er mich dazu inspiriert hat.
Nun ist Roland dem Trend erneut auf der Spur und hat sich unter dem Namen Nerdlicht für Twitter eingetragen.
Was ist Twitter? Ehrlich gesagt keine Ahnung, aber es deucht mir eine extrem kurze Form von Blog zu sein, eine Art Speedchat mit unbewegtem und unlöschbaren Posts.
Hier der Link zu seinen Twitter-Aktivitäten: http://twitter.com/nerdlicht
Glaubt mir, wie alle anderen Blogs von ihm lohnt sich der Besuch.
Übrigens, wer sich bei der Namensgebung dieses Blogeintrags an den Titelsong von Flipper, der Delphin erinnert fühlt, liegt durchaus auf der richtigen Seite.

Aber das soll es noch nicht gewesen sein. Es gibt noch mehr zu berichten.
Mittlerweile habe ich mich in zwei Posts mit dem Thema Kreationismus und Intelligentes Design auseinander gesetzt, schlicht gesagt der wohl frechste Versuch, um Pseudowissenschaft an die Stelle von erworbenem Wissen zu etablieren, oder schlichter ausgedrückt: Versuchte Volksverdummung.
Ein Freund nannte es leicht ironisch, aber durchaus wohlwollend meinen von ihm freudig beobachteten Kreuzzug, und damit hat er durchaus Recht. Manche mögen mir vielleicht Intoleranz unterstellen... Aber wer Fehler toleriert, braucht sich nicht über die Konsequenzen zu wundern, denn Intelligentes Design ist KEINE anerkannte Wissenschaft, sondern der versuchte Missbrauch derselben. Kreationismus ist im besten Fall Fiktivliteraturinterpreation, basierend auf religiösen, nicht wissenschaftlichen Texten.
Ich neige dazu, ein wenig an das zu glauben, was Homer über Atlantis gesungen hat - aber ich behaupte nicht mit letzter Gewissheit, dass Atlantis wirklich jemals existiert hat. So lange der letzte Beweis ausbleibt, kann es niemand wissen. Dem gegenüber steht der Kreationismus. Er verlangt SEHR, SEHR VIEL Glauben, bietet aber nicht einmal ansatzweise die Möglichkeit, Glauben durch Wissen zu ersetzen.
Mein persönliches Fazit: Eher hat Atlantis existiert, als dass die Kreationisten Recht haben und die Sintflut den Grand Canyon schuf.
Nun, warum schreibe ich das? Es kommt gerade wieder die Zeit im Quartal, in der mein Club, der Black Hole Galaxie (Link: www.sfc-bhg.de.tf) Einsendeschluss für das nächste World of Cosmos hat. Und ich denke, ich kann meine Blogeinträge so nicht stehen lassen. Im Gegenteil, ich werde sie - eventuell mit den beiden freundlichen Lesern, die reagiert haben, Tostan hier und Striker per Mailzuschrift - zu einem Artikel verarbeiten.
Interessenten bestellen sich bitte World of Cosmos bei unserem Kontakter Bernd Labusch. Es ist ja nicht so als würde sich der Kauf nur wegen meines Artikels lohnen, im Gegenteil.

Freitag, 13. Februar 2009

Es ist schlimmer als ich dachte...

Ende Januar schrieb ich mir ein wenig Ärger von der Seele, als ich vom neuesten Versuch berichtete, den Anhänger der Kreationisten unternommen hatten, um Gott auf Teufel komm raus zum Konkurrenten erarbeiteter Theorien zu machen, sowie einen kleinen Abstecher in die Welt rechthaberischer, fanatischer aber zugegeben gut ausgebildeter Anhänger von definitiv falschen Glaubensdoktrinen zu tätigen.
Das Thema hat mich seitdem nicht mehr losgelassen, und ich habe einiges an Zeit aufgewendet, um dazu zu recherchieren. Dabei war die Wikipedia nicht meine erste Anlaufstelle, und ich habe einiges, längst nicht alles zu diesem Thema in Erfahrung gebracht. Und wenn ich daran denke, sträuben sich mir die Haare auf demKopf, mit welcher Perfidität, welcher Skrupellosigkeit hier agiert wird.
Ich übertreibe? Bei weitem nicht. Im Gegenteil, dieser Blogeintrag sollte von möglichst vielen Menschen gelesen werden, und zwar alleine schon wegen dem nächsten Satz:
Intelligentes Design ist KEINE! Wissenschaft, und kann daher die Evolutionstheorie NICHT! ersetzen!
Das ist kein Wunschdenken, kein Hoffen, kein Partei ergreifen, sondern eine schlichte Tatsache.
...Sacken lassen...
Moment, höre ich nun einige Leute sagen, aber warum nennt man es dann Theorie? Eine Theorie ist doch was unbewiesenes, oder?
*seufz* Das mag es vielleicht sein, wenn Detectiv Conan eine Theorie über einen Mordfall entwickelt, womit er - nebenbei gesagt - übrigens immer richtig liegt. Aber nicht in der anerkannten Wissenschaft. Wenn ein Wissenschaftler nämlich einen Erklärungsversuch aufstellt, ist das eine These. Wenn diese untermauert, bewiesen (selten zu einhundert Prozent. Die meisten Theorien haben noch viel Spiel für neue Fakten) und bestätigt wurde, entwickelt man ein Modell der These, die so genannte Theorie.
Theorie ist also kein Wunschdenken, sondern schlimmstenfalls erst zum Teil bewiesen. Es handelt sich um eine Sammlung wissenschaftlicher Beweise und Bestätigungen, die sich in einem größeren Modell vereinigen. Soweit der Begriff Theorie. Das trifft auf die Relativitätstheorie zu, die Theorie zur Quantenmechanik und schließlich auch auf die Evolutionstheorie.
...Sacken lassen...
Damit könnte das Thema beendet sein. Eigentlich. Lassen wir die religiösen Spinner bei ihrem Glauben, und erhalten wir uns unseren wissenschaftlichen Blick auf die Wahrheit. Es könnte so schön sein, wenn nicht ein gewisser missionarischer Eifer hinter der Sache stecken würde. Nicht nur das diese Leute gerne glauben wollen was sie da sagen, sie wollen, das es alle anderen auch tun. Zu diesem Zweck wurde ja überhaupt erst aus Kreationismus Intelligentes Design entwickelt. In den USA ist es verboten, Kirche und Staat verschmelzen zu wollen. Deshalb ist Gott als Schöpfer auch nicht im dortigen Biologie-Unterricht zu finden (das heißt, in einigen Staaten oder Schulen bedauernswerterweise doch, aber was kann man von einem Land erwarten, in dem fast fünfzig Prozent der Bürger lieber glauben als wissen wollen), sondern daraus verbannt. Intelligentes Design vermeidet den Namen Gott, postuliert aber eigentlich nichts anderes, nur mit dem Deckmantelchen einer wissenschaftlichen These, einem vehement verteidigten Feigenblat aus pseudointellektuellen Begriffen versehen. Sie sagen, wenn eine komplexe Sache existiert kann sie sich nicht spontan entwickelt haben, wie zum Beispiel das Auge. Es muss erdacht und erschaffen worden sein.
Für einen Brillenträger wie mich ist das hartes Brot zu kauen, denn der Designer des Auges muss dann einen wirklich miesen Job gemacht haben. Ob ich ihn verklagen kann?
Als ein gewisser Dabbeljuh Bush noch Präsident der USA war, hat er die Meinung vertreten, man müsse Intelligentes Design gleichberechtigt zur Darwinschen Lehre im Bio-Unterricht anbieten. In einem Staat der USA ist es mittlerweile erlaubt, auf Schulbücher Aufkleber anbringen zu lassen, die davor warnen, dass die Evolutionstheorie nur eine Theorie sei und das es noch Alternativen gäbe...
Und was kommt danach, wenn Intelligentes Design die Evolution abgelöst hat? Kreationismus und die Erkenntnis, dass die Welt erst sechstausend Jahre alt ist, Dinosaurierknochen von Gott in die Erde gelegt worden sind und der Grand Canyon während der Sintflut entstanden ist... Bitte nicht.

Noch einmal, um alle Unsicherheiten auszuschließen:
Die Darwinsche Naturwissenschaftliche Arbeit ist eine Theorie, eine faktisch untermauerte und bewiesene wissenschaftliche Arbeit.
Das Intelligente Design ist der Versuch für alles eine einfache und simple Antwort zu finden, allerdings mit der Macht des Glaubens, nicht mit harten wissenschaftlichen Fakten.

Schreibt mir, bitte. Was ist Eure Meinung? Was gilt für Euch? Evolution oder Kreationismus?

Mittwoch, 28. Januar 2009

The great Song of Evolution

Es ist jetzt genau zwei Tage her, seit ich auf GMX.de/Web.de einen Artikel über den Ursprung der Arten gelesen habe. Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam hatte laut des Artikels herausgefunden, das sich höhere und niedere Lebensformen bereits sehr viel früher voneinander getrennt hatten als bisher angenommen... Und dass damit die niederen Lebensformen nicht zu unseren Vorfahren gezählt werden können.
Soweit, so gut. Alles an sich ist das eine wertfreie Aussage einer schlichten wissenschaftlichen Arbeit. Sie sagt eigentlich nur zwei Dinge aus: Die Existenz von niederem und höherem Leben, wobei dieses durch Komplexität getrennt ist, und einen gemeinsamen Vorfahren. Ging man bisher davon aus, die höheren komplexeren Arten würden direkt auf dem "niederen" Leben basieren, sagen die deutsch-amerikanischen Forscher lediglich, dass es einen gemeinsamen Vorfahren gibt, also die Abspaltung früher erfolgte. Was in diesen Erdzeitaltern schon ein paar Millionen Jahre ausmacht.

Warum schreibe ich darüber? Nun, weil ich die Kreationisten schon hören kann, wie sie voller Hohn darauf hinweisen, pochen und rufen: Das haben wir doch gleich gesagt.
Was sind Kreationisten? Es gibt verschiedene Untergruppen von ihnen. Einige behaupten, die Erde sei der Mittelpunkt des Universums, andere denken an eine sphärische Existenz der Erde, in der Sonne, Mond und Sterne am Horizont quasi befestigt sind, einige vertreten auch das Scheibenweltprinzip... Die meisten jedoch denken in etwas weniger kleingeistigen Maßstäben und sagen schlicht, die Erde sei erst rund zehntausend Jahre alt, und Gott hätte alle Arten so wie sie heute sind, erschaffen.
Als Beweis für ihre Thesen führen sie sehr gerne das Auge an, das ihrer Meinung nach zu komplex aufgebaut ist, um natürlich entstanden sein zu können. Das arme Auge. Bis es den Punkt erreichte, dessen Nutznießer wir Menschen heute sind, hatte es einen weiten Weg zu gehen, der mehrere hundert Millionen Jahre in die Vergangenheit zurückreicht und unter primitivsten Bedingungen begann, beim schlichten Unterscheiden zwischen hell und dunkel.
Auch der Mensch wird zu gerne als Beispiel als Ganzes gesehen, der ja nach der Bibel nach Gottes Ebenbild erschaffen wurde. Ein derart komplexer Organismus soll sich durch Zufall entwickelt haben? Unmöglich. Und in der Bibel steht es ja auch so.
Was ist denn, fragen Kritiker die sich ernsthaft damit auseinander setzen, mit dem Grand Canyon? Der ist mehrere Millionen Jahre alt!
Antwort: Durch die Sintflut entstanden.
So geht es dann auch nahtlos weiter. Karbon-Analyse zur Datierung von Fossilien?
Ist von Menschen erschaffen worden und deshalb mit Fehlern behaftet, kann also nicht funktionieren.
Bestimmung geologischer Proben?
Gott hat die Erde extra so gemacht, damit die Geologen glauben, die Erde wäre sehr viel älter.
Dinosaurierknochen?
Die Biester haben nie wirklich gelebt. Auch die hat Gott in die Erde gelegt...

Und so weiter, und so fort. Eine sehr ermüdende Form der Diskussion, vor allem bei rechthaberischen Menschen, die uneinsichtig sind und sich auf jeden vermeintlichen Fehler stürzen, um ihren eigenen Standpunkt zu stützen. So auch in diesem Fall: Haha, sogar die Wissenschaft sagt, wir stammen nicht von den niederen Arten ab!
Das hat das deutsch-amerikanische Forscherteam zwar nie gesagt, sondern lediglich die Abspaltung vordatiert (was auch erst noch bewiesen werden muss), und außerdem pinkeln sich die Kreationisten damit ans eigene Bein weil sie mit dieser Argumentation die Evolution indirekt anerkennen, aber wenn sie diesen Fakt nur fest genug verdrängen wird er für die gottlosen Wissenschaftler schon zum Stolperstein, und zur Rettung der armen, in die Irre geführten Menschenseelen ist es nur noch ein kleiner Schritt.
Ihr seht also, der fanatische Aspekt des Kreationismus ist ein Problem, vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass es in Amerika gestattet wurde, die Evolutionslehre und die Lehre vom Intelligenten Design parallel lehren zu dürfen, wenn das Intelligente Design nicht gleich einzige Lehrmeinung wurde. (Intelligentes Design bezieht sich auf den Kreationismus und behauptet, alles ist durchdacht und kalkuliert direkt von Gott erschaffen worden, es gibt und gab keinen Wettkampf zwischen den Arten, und alle die es behaupten sind auf dem Holzweg.)

Zum besseren Verständnis meiner Ungläubigkeit und meines Entsetzens diesem Thema gegenüber möchte ich zwei Geschichten zum Besten geben. Eine habe ich wirklich erlebt, die andere im Fernsehen gesehen.

Geschichte eins: Seit ein paar Jahren bin ich auf der größten deutschen Anime-Community Animexx.info angemeldet. Dort war ich bereits in mehreren so genannten Zirkeln tätig und habe vielfältige Menschen kennen gelernt. In einem Zirkel, in dem vielerlei Themen erörtert werden können, stieß ich dann tatsächlich auf eine Diskussion zur Entstehung der Arten, an der sich eine deutsche Anhängerin des Intelligenten Designs beteiligt hat. Nun, was soll ich sagen, die junge Dame war "präpariert worden", oder um es verständlicher auszudrücken, ihr waren jede Menge Argumente in die Hand gegeben worden, die wissenschaftlich belegbar klingen.
Nun beginnt mein Dilemma. Besagte junge Dame behauptete in dem Thread, die Evolution hätte so gar nicht statt finden können, weil es die sogenannte Ursuppe gar nicht gegeben hat. Experimente hätten gezeigt, dass man diese Ursuppe, also jenen Pool aus primitiven Aminosäuren, Wasser und ultraviolettem Licht gar nicht dazu bringen konnte, primitives Leben zu erschaffen. Zu meiner eigenen Unrühmlichkeit muss ich sagen, ich bin darauf rein gefallen. Oh, ich habe den Standpunkt der Evolution verteidigt, habe Erklärungen gefunden, ihren Standpunkt nachhaltig erschüttert, aber nicht einhundert Prozent widerlegen können. Aufgegeben habe ich nie und zumindest ein Patt erzielt. Jetzt, ein Jahr später, stieß ich zufällig auf einen Artikel, der die wissenschaftliche Erstellung der Ursuppe zu Studienzwecken behandelte. Dort wurde das - übrigens jedes Mal höchst erfolgreiche - Experiment nicht nur beschrieben, sondern als Standardversuch für Studenten im ersten Semester beschrieben.
Fakt ist also: Die junge Dame hatte die Argumente in die Hand bekommen um Menschen mit wenig Hintergrundwissen in die Ecke zu treiben. Mit einem Wort: Mich.
Das ist ihr auch gelungen. Hätte ich damals schon zu diesem Vorwurf recherchiert anstatt ihre Worte für bahre Münze zu nehmen, hätte ich schon damals dieses unsägliche Argument entkräften können. Aber genau in diesem Moment bin ich sicher, dass sie darauf geantwortet hätte: "Das sind doch nur Behauptungen! Solange ich bei einem solchen Experiment nicht selbst dabei bin und sehen kann, dass es funktioniert, bleibt das Quatsch." Damit hätte sie wahrscheinlich sogar richtig gehandelt, aber das ändert nichts daran, dass zehntausende Physik- und Chemie-Studenten sie jedes Jahr auf Neue widerlegen. Dennoch wäre sie in diesem Punkt uneinsichtig geblieben, weil sie glauben will, was sie glaubt. Das unterscheidet sie von rationalen Menschen wie mir. Man entschuldige diese Wortwahl, sie ist nicht zur Selbstbeweihräucherung gedacht, sondern zur Differenzierung.

Kommen wir zur zweiten Geschichte. Ein bekannter deutsche Neonazi fährt nach Auschwitz. Was will er da? Ärger machen und den Holocaust leugnen. Jenes Lager, welches ein halbes Jahr vor Kriegsende von der Roten Armee aufgebracht wurde, gilt heutzutage als Synonym für die industrielle Massenabschlachtung von Menschen. Juden, Roma und Sinti, Schwule, Dissidenten und was der damaligen deutschen Regierung im Wege war - ideologisch oder materiell spielt keine Rolle - verschwand dort und wurde in einem raffinierten System liquidiert und in den Krematorien verbrannt. Gerüchte, die mir zu Ohren gekommen sind, und die sich wohl belegen lassen, behaupten, dass die erfolgreiche Massenvernichtung von Menschen nicht bei diesen Menschen gestoppt hätte. Hitler, ein erklärter Verfechter der "Deutschland braucht Lebensraum und muss es den Untermenschen im Osten abnehmen"-Ideologie, hätte sicherlich für die dortige Bevölkerung, die ja auf zukünftigem deutschen Land siedelte, eine bewährte, schnelle industrielle Lösung gefunden: Auschwitz.
Aber zurück zum Thema. Besagter Nazi-Aktivist fährt nun nach Auschwitz. Bei strahlendem Sonnenschein besichtigt er die Gaskammern und stellt eine Behauptung auf, welche den anwesenden Menschen ins Herz fährt. Er sagt: "Zyklon-B hinterlässt aber Ablagerungen an den Wänden. Davon sehe ich hier nichts."
Diese wenigen Worte reichen erstens, um ihn als Leugner des Holocausts zu identifizieren (nebenbei als Feigling, das ist aber meine persönliche Meinung), und zweitens, um die Menschen zu entsetzen. Sie sind in der wirklich unangenehmen Lage, zwar die historischen Zusammenhänge zu kennen - Auschwitz, Gaskammer, Zyklon-B, Krematorien - die von russischen und auch westlichen Kamerateams wieder und wieder protokolliert wurden, aber ihnen fehlt selbstverständlich ein Detailwissen. Hinterlässt Zyklon-B wirklich Ablagerungen an den Wänden? Und sind diese nach fünfzig Jahren noch zu sehen? Vor allem bei Gebäuden, deren Türen und Fenster schon vor Jahren ausgebaut wurden, also deren Innenräume Wind und Wetter jederzeit ausgeliefert sind? Sie können es nicht wissen, und ich habe auch nicht versucht zu recherchieren, ob der Mann Recht hatte. Wozu auch, die Beweise für die rücksichtslose Massenvernichtung von Menschen sind auch so überreich vorhanden, auch ohne dass sich Zyklon-B-Rückstände an den Wänden erhalten haben. Aber in diesem Moment hatte er mit einem ausweichendem, nicht sofort widerlegbaren Argument die Menschen im Griff, fassungslos. Nicht unbedingt davon überzeugt, dass der Holocaust gar nicht stattgefunden hat, aber erschrocken und mit einem eher unwichtigen Detail an die Wand gestellt. Denn dies ist eine Behauptung, die auch ein Fremdenführer nicht so ohne weiteres hätte widerlegen können.

Vielleicht ist es etwas hart, eine Geschichte über Kreationisten mit der über einen Nazi, der den Holocaust leugnet, zu vergleichen. Aber mir geht es nicht unbedingt um die Themen an sich, mehr um die Perfidität des Missbrauchs eines Details. Darin waren sich beide Argumentationen gleich. Und auch in einem anderen Aspekt gleichen sie sich und lohnen sich, bis zum Letzten bekämpft zu werden: In beiden Fällen sollte Wissen durch glauben ersetzt werden. Und das kann ich nicht zulassen.

Die Lehre für mich und für uns alle? Einfach. Solltet Ihr jemals in einer Diskussion, einer Situation oder in einem Hinterhalt einem solchen ungerechten und mit unfairen Mitteln geführten Hieb durch ein Argument ausgesetzt sein, das Teile Eures säkularen Weltbilds zerstören soll, und könnt Ihr es nicht widerlegen, dann heißt die Devise: Argument notieren, verabschieden und nach erfolgreicher Recherche zurückschlagen.

Mittwoch, 21. Januar 2009

Vielschreiberei 2

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Ich widme mich in meinem Blog tatsächlich wieder einmal meiner Arbeit als Hobby-Autor. Zwischen der Vereidigung von Barry Obama und dem Wahldebakel der CDU in Hessen (ja, Wahldebakel, denn Frau Westerwelle wird den ultralinken Koch für ihre Beteiligung an der Landesregierung noch ordentlich bluten lassen) habe ich tatsächlich mal wieder etwas fertig gekriegt.

Hiermit verkünde ich voller Stolz, dass ich Die Catrek-Chronik: Conrad IV beendet habe.
Diese Geschichte, die ich ursprünglich begonnen habe, um einer begabten jungen deutschen Mangaka eine Vorlage für einen Manga zu liefern, hat damit ihr drittes Sequel erfolgreich hinter sich gebracht. Ich bin recht zufrieden, wenn ich den Text betrachte, vor allem wenn man bedenkt, wie lange ich für die paar Seiten insgesamt gebraucht habe.
Lesen kann man Conrad IV und die drei Vorgeschichten, indem man dem Link links neben den Blogeinträgen folgt. Viel Spaß dabei, und vergesst nicht, ich freue mich über jede Meinung.
Neues auch vom Manga. Nachdem Kuraiyami (Julia Krebs) bereits Conrad I sehr gut umgesetzt hat, arbeitet sie nun am wesentlich längeren und Actiongeladenen zweiten Part. Erste Skizzen haben mich schon erreicht, und ich freue mich wirklich auf die erste Seite des neuen Mangas. Wer weiß, vielleicht inspiriere ich sie ja auch mit der neuen Folge. ^^

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass das Konzept von mir und Kuraiyami gemeinschaftlich erstellt wurde. Ehre wem Ehre gebührt.

Sonntag, 18. Januar 2009

DNA is not a german word...

Es ist noch nicht allzu lange her, da habe ich mich auf die Seite der multikulturellen Sprachvielfalt im Deutschen gestellt. Da habe ich mich offen dazu bekannt, dass Lehnwörter nicht nur ins Deutsche einfließen dürfen, sondern sogar MÜSSEN.
Der Kabaretist Thomas Freitag hat das mit seinem Bühnenprogramm noch weit deutlicher auf den Punkt gebracht.
Anhand des berühmten Schiller-Gedichts "Die Glocke" präsentierte er sämtliche Lehnwörter fremder Sprachen, die hierfür verwendet wurden - prompt war das Gedicht um ein Drittel kastriert. Die anschließende Fassung mit rein urdeutschen Begriffen war nicht nur unfreiwillig komisch. Da neigt man doch zu sagen: Ich fasse mir lieber weiterhin an die Nase als an den Gesichtsriechzinken, bleibe cool statt kühl und tippe weiterhin meine Gedanken in die Tastatur statt in meine Rechnerschreibhilfe... Ja, staunt nur, Tastatur ist ein italienisches Lehnwort. Und bei Rechnerschreibhilfe bin ich mir nicht so sicher, ob das wirklich deutsch ist.

Aber nun kommt der große Umkehrschluss, die große Wende, der Punkt an dem ich für die Reinerhaltung der deutschen Sprache kämpfe und mit hochrotem Kopf und pulsierender Stirnader auf die Barrikaden steige. Habe ich meinen Glauben an die Vielseitigkeit einer lebendigen Sprache aufgegeben? Bin ich nun ins Lager der meist unwissenden und häufig selbst ernannten deutschen Sprachexperten gewechselt? Wurde ich Paulus zum Saulus?
Weit gefehlt. Aber ein englisches Lehnwort, das uns mehr und mehr unterminiert, treibt mich zur Weißglut. Warum? Weil Menschen und Medien es benutzen, ohne sich bewusst zu sein, dass es eigentlich ein englisches Wort ist! Dabei kann man nicht einmal davon ausgehen, dass die Menschen es nicht wissen oder erkennen können, wie dies bei Nase, Meister oder Tastatur der Fall ist. Nein, denn es handelt sich um eine Abkürzung, und anscheinend macht sich niemand mehr die Mühe, diese Abkürzung vollständig auszusprechen oder wenigstens vollständig zu lesen, denn dann würde einem ja der Fehler bewusst werden...
Wovon ich spreche? Von der DNA.
Ja, genau, dieses merkwürdige Zeug mit den Aminosäuren, der Doppelhelix und den Auswirkungen auf den eigenen Körper. Ja, das Zeug, das mit AIDS zu tun hat. Oder vielmehr andersherum, AIDS hat mit der Doppelhelix des genetischen Codes zu tun.
Wo ist mein Problem? Nun, sprechen wir das Wort doch einmal aus. Okay, okay, euch arme Leser möchte ich nicht überlasten, also belassen wir es beim lesen. Ausgesprochen heißt es Desoxyribonucleinacid. Ja, das ist wieder so ein Mörderwort aus der Biologie und bezeichnet Aminosäuren und Doppelhelix und so... Das Problem liegt nur in den letzten vier Buchstaben. Acid. Den englisch sprachigen Lesern meines Blogs wird nun ein Licht dämmern. Hey, das ist doch englisch für Säure!
Genau. Es ist das englisches Wort für Säure. Das Nuclein innerhalb des Wortes wird übrigens mit c statt mit k geschrieben, was es ebenfalls ins englische rückt.
Nun der Gegenvergleich. Gibt es ein deutsches Wort dafür? Für die Doppehelix und die Erbinformationen und den ganzen Quatsch? Ja. Es heißt Desoxyribonukleinsäure.
Nun kommen die Englisch-Experten wieder zu Wort. Komisch, das ist das gleiche Wort wie DNA, nur eben mit Säure statt mit Acid am Ende. Und ein c wurde gegen ein k ausgetauscht.
Scharfsinnig und richtig bemerkt. Und hier liegt der Hund begraben, die Flinte im Korn und sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Überall sagen die Leute DNA. DNA hier, DNA da, DNA auf Wikipedia.de, dort sogar besonders konsequent, weil es so verdammt richtig klingt...
Und keine Sau merkt am Ende, dass sie eigentlich englisch spricht, wenn sie DNA statt DNS sagt. Das ist das Traurige an der ganzen Geschichte, sie denken sie sprechen das Wort deutsch aus. Dabei ist bereits die Abkürzung englisch.
Nun, der Wikipedia-Artikel ist etwas irreführend, aber er bestätigt meine Worte, liefert allerdings keine Erklärung warum der Autor bevorzugt DNA verwendet, geschweige denn dass er den Begriff näher erläutert. Für mich sehr enttäuschend.
Ich will euch den Link nicht vorenthalten: http://de.wikipedia.org/wiki/Desoxyribonukleinsäure
Zum Abschluss noch ein anderer, wesentlich kürzerer Wiki-Artikel, der mich mit der Welt wieder versöhnt hat... Der aber nicht verhindert, dass weiterhin DNA benutzt wird: http://de.wikipedia.org/wiki/DNA_(Begriffsklärung)

Liebe Leser, versteht mich nicht falsch. Ich will den Medien nicht ihr geliebtes Lehnwort wegnehmen und sie dazu zwingen fortan DNS zu sagen. Aber ich würde mich wahnsinnig darüber freuen wenn sie wenigstens WÜSSTEN, dass sie englisch sprechen.
So, nachdem ich mich abgeregt habe und wieder cool bin, betrachte ich meine Tastatur, um mir an die eigene Nase zu fassen. Aber es musste halt mal gesagt werden.

Freitag, 9. Januar 2009

Diese Geschichte hat nen Bart...

...und Kopftücher. Genauer gesagt neun Bärte und Kopftücher. Nicht ganz gleichmäßig verteilt.
Was war passiert? Neun Amerikaner mit arabischem Emigrationshintergrund wollten mit der AirTrans einen Inlandflug in den USA nehmen. Und sie durften nicht.
Mitreisende hatten dem Flugpersonal berichtet, die neun hätten sich "verdächtig unterhalten", woraufhin AirTrans die Passagiere nicht nur des Flugzeugs verwies, sondern auch einen späteren Weiterflug mit ihrer Airline außer Frage stellte. Das FBI verbürgte sich für die amerikanischen Staatsbürger, die Fluggesellschaft ließ sich aber nicht erweichen und ließ über einen Sprecher erklären, die traditionell arabisch gekleideten Passagiere "hätten sich halt so nicht verhalten dürfen". Eine Entschuldigung erfolgte erst sehr viel später.

Was sagt uns das? Abgesehen davon, dass die Attentäter vom elften September wohl ihr bestes gegeben haben, um als Amerikaner durchzugehen und abgesehen von den teilweise paranoiden Sicherheitskonzepten an amerikanischen Flughäfen (die übrigens regelmäßig ins Lächerliche gezogen werden, weil amerikanische Journalisten sich seit Jahren einen Spaß draus machen, möglichst naturgetreue Waffen- und Bombennachbildungen an Bord von Inlandsflügen zu schmuggeln) und niemals so eindeutig im "Feindbild" aufgetreten wären, kann man von der öffentlichen Meinung einiges lernen. Auf GMX verfolge ich ab und an die Meldungen und die Kommentare dazu. Der Tenor zeigte sich unverständlich, warum ausgerechnet das Land der unbegrenzten Möglichkeiten Quelle dieser Dummheit sein konnte, ein kleiner Teil rief: "Lieber einmal zuviel als einmal zu wenig. Es hätte ja doch was passieren können."
Hätte. Könnte. Würde. Hat aber nicht. Im Gegenteil. Neun Amerikaner wurden an ihrem verbrieften Recht gehindert, einen Vertrag anzutreten, indem der andere Vertragspartner, die Fluggesellschaft, ohne zwingenden Grund zurück getreten war, um mal die juristischen Fakten hinzu zu fügen.
Aber was kann man auch von einem Land erwarten, das nach 9/11 spezielle "Überlebenspacks" für Familien auf den Markt brachte, das im großen und ganzen aus Trockenfutter, Klebeband zum abdichten von Türen und Fenstern gegen Gasangriffe, Plastikhandschuhe und einer Billigatemschutzmaske bestand? Die entsprechenden Firmen sollen an der Paranoia ziemlich gut verdient haben. Oder von einem Land, das mit dem Patriot Act entscheidende Grundrechte beschnitt "um erfolgreich den Terrorismus bekämpfen zu können". Stattdessen führten zwei Kriege dazu, dass sich der erfolgreiche Krieg gegen den Terrorismus nun in einen Krieg gegen das Staatshaushaltsdefizit gewandelt hat.

All dies gipfelte nun darin, das Amerikaner Amerikaner aus Paranoia ungerecht behandelt haben. Ja, wenn es Schwarze, Juden oder Native American gewesen wären, um mal einen bissigen Schwenk in die Satire zu machen, wäre es verständlich gewesen. So aber beschleicht einen der Verdacht, dass die größte Gefahr für Amerikas innere Sicherheit Amerika selbst ist.
Nach den - zugegeben - Paukenschlägen der einstürzenden Twin Towers und dem Bombenangriff auf das Pentagon (wie, das war auch ein Flugzeug? Wo, bitte, war das Wrack? Selbst bei den Twin Towers blieben immerhin die Triebwerke übrig. Also, hat jemand eine Erklärung?), die mit relativ kleinen Mitteln dreitausend Tote sowie einen nicht unerheblichen Hieb gegen die amerikanische Wirtschaft verursachten, hat sich Amerika vor allem selbst geschadet. Alleine die Einschnitte in die von der Verfassung gewährten Rechten sind enorm und hätten ohne die sorgfältig geschürte Panikstimmung niemals eine Mehrheit gehabt.
Kritiker gab es wenige, und wenn wurden sie als unamerikanisch und unpatriotisch niedergeschrien.
Kritiker wie Deutschland und Frankreich, denen die Kriegspläne der USA zuwider waren, wurden - wir erinnern uns alle - als altes Europa abgekanzelt. (Trotzdem steht Deutschland mit viertausend Mann in Afghanistan, soviel also zum Widerstand des alten Europas.) Dubia Bush inspirierte die Öffentlichkeit sogar dazu, zu den French Fries (Pommes Frites) in Zukunft Freedom Fries zu sagen, um die Franzosen für ihre "Feigheit" abzukanzeln. Hat m.E. nicht geklappt und auch nicht gestimmt. Im Gegenteil, vielleicht hat gerade der Widerstand der Atommacht Frankreich schlimmeres verhindert.

Um zum Thema zurück zu kehren, nachdem ich die Trümmer einer einstmals vorbildlichen Demokratie weiter zerredet habe: Kommen wir zurück zu unserer Großfamilie, die nicht mitfliegen durfte, weil man sie des Terrorismus verdächtigt hatte.
Gut, man hat sie aus dem Flugzeug geholt. Das mag der Panik geschuldet sein. Gut, das FBI hat sie überprüft. Das Federal Bureau of Intelligence ist eine Polizeibehörde, sie muss das tun.
Aber sie keinen Anschlussflug nehmen zu lassen, weil "ja doch was passieren kann", ist Schwachsinn und zeigt, wie weit es mit den USA gekommen ist.
Denn angenommen, sie waren wirklich Terroristen (was ich NICHT glaube), so gilt für sie das Gleiche wie für alle anderen Menschen auch. Erst wenn sie eine kriminelle, meinetwegen terroristische Handlung vorbereiten und/oder durchführen, sind sie wirklich auch Straftäter. Zuvor gilt die Unschuldsvermutung. Meines Wissens nach hat sich nichts daran geändert, dass auch amerikanische Gerichte den Angeklagten ihre Schuld beweisen müssen, nicht die Angeklagten dem Gericht ihre Unschuld.
Oder um es mal burschikos auszudrücken: Die amerikanische Freiheit hat sich selbst ans Bein gepinkelt.

Donnerstag, 1. Januar 2009

Im neuen Jahr werde ich..

...reich, berühmt und erfolgreich. Nicht unbedingt in der Reihenfolge, aber alles in allem ist das der Plan. ^^

Nun mal ernsthaft. Wir alle kennen das: Das neue Jahr steht vor der Tür und wir fassen gute Grundsätze fürs neue Lebensjahr, in denen wir bessere, fittere und dünnere Menschen sein wollen.
Genau, die Sachen, die man sich für ein Jahr vornimmt, und dann maximal bis Februar durch hält.
Was mich zu der Erkenntnis bringt, dass man Silvester besser keine Neujahrsvorsätze fassen sollte - sie gehen ohnehin in die Hose. Außerdem zwingt man sich meistens selbst, was die Vorsätze äußerst unattraktiv macht. Ein Teufelskreis.
Also, liebe Leute, ich wünsche Euch ein erfolgreiches 2009 mit vielen Höhen und Tiefen (hauptsächlich Höhen, aber die weiß man erst zu schätzen wenn es auch Tiefs gibt), viel Spaß, Freude, Gesundheit und das eine oder andere Live-Konzert. Und fasst um Himmels Willen keine Vorsätze fürs neue Jahr, wenn Ihr diese Wünsche nicht sang- und klanglos untergehen lassen wollt.
Die erste Zeile dieses Posts sind demnach auch keine Neujahrsvorsätze, sondern Feststellungen.
In dem Sinne: Auf 2009!

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Ein Frohes Fest

Wie der Titel schon sagt, wünsche ich heute, am Heiligen Abend, meinetwegen auch am Wintersonnenwendfest oder für die Hardcore-Weihnachtsablehner am Vorabend zweier bezahlter freier Tage eine fröhliche Feier, viel zu essen und zu trinken und eine besinnliche Zeit all meinen Stammlesern, all jenen die zufällig vorbei gesurft kommen sowie all jenen, die hierbei noch nicht angesprochen sind.
Normalerweise bin ich recht gut im predigen, aber das will ich heute auf ein Minimum beschränken. Ich sage einfach nur, vergesst über den ganzen Feiertagstrubel, die Geschenke und den unvermeidlichen Ärger eines nicht: Nutzt die Zeit und verbringt sie mit euren Familien. Egal aus welchem Grund man sich über diese Feiertage freut, dies ist doch der eigentliche Hauptgrund und das wirklich schöne an Weihnachten.
Ein kluger Mann hat mal gesagt: Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht.
Ich bin versucht zu sagen: Gott sei Dank. Daran kann man vielleicht erkennen, dass ich schöne Weihnachten haben werde. ^^
Also, viel Spaß, tolle Gespräche, nette Fernsehabende, faszinierende Spielerunden, ansprechende Restaurantbesuche und was immer sonst ansteht. Aber tut es mit euren Familien.
Greetings,
Ace

Samstag, 20. Dezember 2008

Abgestürzt aus tausend Metern

So, es ist mal wieder soweit.
Es ist nicht gerade so als hätte ich viel geschrieben in den letzten Tagen... Bei Anime Evolution: Krieg 4 angefangen... Zwei Texte für Crimson Skies: Next Order geschrieben... Bei meinem neuen Gemeinschaftsprojekt BattleDragonTech weiter gearbeitet... Hier und da ein wenig die Tasten geklimpert und meinen Krieger und meinen Paladin bei WoW gelevelt.
Dennoch: Wenn man etwas nicht mehr darf oder kann, dann spürt man den Verlust am deutlichsten. In meinem Fall heißt das konkret: MEINE FESTPLATTE HAT SICH VERABSCHIEDET! Und damit auch alle meine Daten, mein komplettes Archiv, alle Animes, die ich nicht gesichert habe, meine Bibliothek, einfach alles. Und das Schlimmste daran ist: Ich kann an vielen Projekten nicht weiter schreiben. Ich konnte überhaupt nicht schreiben, für bange acht Stunden, aber dieses Problem habe ich wieder gelöst.
Nun habe ich eine neue Festplatte, und hoffe das Problem ist damit gelöst. Dann ist da noch ein aktuelles Dezember-Backup meines Archivs, also ist nicht ALLES verloren.
Und ich habe einen Plan, wie ich von der defekten Festplatte die wichtigsten Daten retten kann.
Dennoch, nicht an meinen Texten arbeiten zu können war dabei die schlimmste Erfahrung.
Hoffentlich hält der neue PC jetzt länger als ein halbes Jahr.
Mögen Euch Abstürze verschonen,
Ace

Freitag, 5. Dezember 2008

Wir sind RdG!!!

Als ich diesen Blog begann, dachte ich eigentlich, dass ich mich stärker um meine schreibende Tätigkeit, also mein Nummer eins-Hobby, kümmern und in kurzen Zeitabständen über die Fortschritte berichten würde. Weit gefehlt. Erstens habe ich augenscheinlich nicht so viel geschrieben in letzter Zeit, und zweitens hat sich die Welt als interessant genug erwiesen, um neunzig Prozent der bisherigen Blogs auszumachen, so mal grob über den Daumen gepeilt.
Aber das ändert sich nun, denn voller Stolz verkünde ich: Ich habe etwas fertig geschrieben:

Genauer gesagt habe ich Band achtundzwanzig der Perry Rhodan-Fanserie Rätsel der Galaxien ferti gestellt, und das in einer Nacht und Nebel-Einwochenaktion. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, und wenn uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt, dann wird der Roman (immerhin 152000 Anschläge) dank unseres Redachs pünktlich auf dem Gabentisch landen.
Was ist Rätsel der Galaxien, kurz RdG genannt?
RdG ist eine Fanserie des Science Fiction Club Black Hole Galaxie (man beachte die absichtliche ie-Endung), die im Perry Rhodan-Universum spielt. Gestartet wurde sie vor über zehn Jahren, und anfangs waren mehrere Autoren beteiligt. In der Spitzenzeit haben sieben Autoren mitgearbeitet, insgesamt kommen wir auf knappe zehn. Seit einiger Zeit, genauer gesagt Band 23, arbeite ich alleine an der Serie, und konnte damit den Output schlicht und einfach verdoppeln, ohne meine anderen Projekte zu vernachlässigen.
RdG startet kurz nach dem Hamamesch-Zyklus, der damals populär war; ein süchtiger arkonidischer Werftbesitzer kapert sein Flaggschiff ARIGA und zwingt die Mannschaft, ihn und einige Mitbetroffene nach Hirdobaan zu bringen, jenen Ort, an dem er "genügend Imprint-Waren" für den Rest seines Lebens zu kaufen gedenkt. Zu diesem Zweck ist er sogar bereit, sein Schiff zu verkaufen.
Es kommt zur Meuterei, die Süchtigen nehmen das Gros der Beiboote und gelangen nach Hirdobaan, während die Meuterer wieder in Richtung Heimat aufbrechen.
Auf dem Rückweg empfangen sie den Hilferuf eines Raumschiffs der Kosmischen Hanse, das ebenfalls von Süchtigen gekapert wurde und nun in Raumnot ist. Bevor sich die Meuterer aber entschließen können Hilfe zu leisten, wird das Raumschiff, die GLAMOUR, durch eine ortsansässige Spezies gekapert und die meisten Süchtigen getötet. Dies ist der Beginn eines Kampfes um eine ganze Galaxis zweier mächtiger Feinde, und die ARIGA steckt fortan mittendrin.
Wer mehr über die Serie erfahren will, wer sich Hefte bestellen möchte, oder einfach nur die Zusammenfassungen anschauen, sei auf diesen Link verwiesen: http://www.sfc-bhg.de.tf/
Dies ist die Homepage des SFC BHG. Dort werden alle offenen Fragen beantwortet, und für neue Fragen haben wir ein Forum auf der Seite.

Abschließend möchte ich voller Stolz darauf hinweisen, dass trotz der scheinbar endlosen Zeitspanne RdG die Fanserie ist, die es mit Abstand zu den meisten Heften gebracht hat.
Wir haben den längsten Perry-Klon, basta.
Und was die Qualität angeht... Ich schreibe die Serie. Noch Fragen? :D

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Deutsche Sprache, schwere Sprache

Nun ist es also wieder mal geschehen. Nach den leidigen Diskussionen für die deutsche Leitkultur und gegen den Multikulti-Staat gibt es mal wieder einen Vorstoß, um die Reinheit und Bedeutung der deutschen Sprache zu erhalten.
Ins Grundgesetz soll sie, die deutsche Sprache. Fest verankert, damit all die Ausländer, die uns in den nächsten Jahrzehnten durch Einwanderung und übermäßige Geburten überrollen, bis in alle Ewigkeit zumindest eine anständige Sprache sprechen. Und all das nur, um unser aller Kulturerbe zu schützen, oder was?
Es war für mich nicht sehr überraschend, diesen Vorschlag aus der CDU zu hören und die ersten Unterstützer in der CSU zu finden. Solange etwas populistisch genug ist, melden sich ja immer ein paar Quertreiber, ich meine über ihre Arbeitsbereiche hinaus interessierte Politiker. Und da ja bald ein gewisser Koch in einem gewissen Bundesland gewisse Neuwahlen vor Augen hat, die er gewiss erneut vergeigen kann (und weil mich dieses Thema frappierend an die Debatte über gewisse jugendliche Straftäter mit Migrationshintergrund erinnert, mit denen Herr Koch in braunen Gewässern gefischt hat) frage ich mich: Wie lange noch? Wie oft wollen diese Damen und Herren mit solchen plakativen Themen Punkte sammeln? Und Gott möge uns beschützen, wenn sie so etwas nicht nur sagen, sondern auch noch ernst meinen.
Zu meiner gelinden Überraschung kommt Kritik nicht nur aus der SPD, nein, auch in der CDU halten es viele für Unsinn, eine solche Debatte anzustoßen. Ich kann dazu nur nicken.

Einer meiner Lehrer in der Realschulzeit hat mir einmal den Unterschied zwischen einer lebendigen und einer toten Sprache erklärt. Er sagte: "Alexander, Latein ist eine tote Sprache. Sie hat feste Regeln, lässt keine Abweichungen zu und wird niemals neue Worte aufnehmen. Eine lebendige Sprache allerdings ist dynamisch, flexibel. Sie nimmt fremde Vokabeln auf, neue Wortwendungen, verändert sich ständig und passt sich den Menschen an, nicht den Mensch an sich." Nun, vielleicht nicht mit genau diesen Worten, aber im großen und ganzen stimmt es schon. (Hand hoch, wer jetzt auch an den Horrorklassiker "Armee der Finsternis" denken musste.)
Doch das ist noch nicht alles. Flexible Sprache bedeutet, dass manche Worte auch wieder raus fallen, nachdem sie Jahrzehnte oder länger im Gebrauch waren. Davor brauchen wir keine Angst zu haben, es ist normal. So sind wir halt, und wir sind es auch, die unsere Sprache dynamisch verändern, bereichern und korrigieren. Ich könnte jetzt ausführen, dass sich Werbetreibende mit ihren übertriebenen englischen Slogans längst lächerlich machen, darauf hinweisen, dass viele heutzutage wieder Rechner zu ihrem Personal Computer sagen. Ich könnte kurz erwähnen, dass das Wort "Nase" tatsächlich nicht deutsch ist, und wir es dennoch tagtäglich benutzen. Aber Schwamm drüber. Viel wichtiger ist, dass ich gerne so sprechen will wie ich möchte, und das ich so auch verstanden werde. Für mich persönlich sind das ein paar Lehnworte aus englisch und französisch, und bisher hat mich noch jeder verstanden, wenn ich "cool" oder "damnit" zum Besten gab.

Ich halte absolut nichts davon, auf Kosten unserer Sprache sinnfreie Debatten zu führen oder die Angst zu schüren, im eigenen Land eines Tages nur noch mit englisch verstanden zu werden. Das ist niederster Populismus. Und ich habe auch den Beweis dafür.
Artikel 23 des BVwVfG (Bundesverwaltungsverfahrensgesetz) sagt schlicht und einfach, warum die ganze Diskussion ein fruchtloser Knallfrosch ist: Die Amtssprache ist deutsch.
Was also soll die Diskussion? Deutschpflicht in der Disco? Deutschpflicht auf allen Internetverbindungen, die von und nach Deutschland gehen? Bitte nicht.

Sonntag, 30. November 2008

Bloggen für den Rechtsstaat

Ich gebe zu, ich lese meine Tageszeitung meist nur oberflächlich. Und ich gebe auch zu, dass ich die Kolumnen und Kommentare meistens bestenfalls überfliege. Gestern aber hatte es mir ein Kommentar in meiner Lokalzeitung Leine Deister Zeitung angetan. Verfasser ein gewisser Dirk Ippen. Zeitungsverleger, Vertreter des Rechtsstaats und augenscheinlicherweise Millionär, obwohl der letzte Punkt der unwichtigste in seinem Kommentar ist.
Allerdings neige ich seit dem Konsum einiger Kolumnen eines gewissen Herrn Wagners in einer gewissen Zeitung mit vier Buchstaben dazu, derart "unwichtiges zu überlesen. Heute wurde ich eines Besseren belehrt.
Entschuldigen Sie, Herr Ippen, dass ich Sie bis dato noch nicht gekannt habe, und danke für Ihren Kommentar.

Jedenfalls hat bereits der Titel seines Kommentars mein Auge eingefangen: Christian wer?
Herr Ippen bezieht sich auf den zur Freilassung anstehenden RAF-Mitanführer der Zweiten Generation Christian Klar, der mehr als ein Vierteljahrhundert inhaftiert war.
Ich könnte jetzt darüber referieren, wie Herr Ippen darlegt, was aus unserem Rechtsstaat wird, wenn wir für manche Straftaten andere Maßstäbe legen als für "normale" Verbrecher. Ich könnte darüber referieren, wie populistisch manche Politiker aus gewissen Parteien der Mitte dieses Thema ausgeschlachtet haben, um für sich und ihre Partei Stimmung zu machen, obwohl sie sich bewusst sein mussten, dass sie damit den Rechtsstaat unterhöhlten. Und ich könnte anführen, wie gierig sich eine gewisse Zeitung mit vier Buchstaben auf dieses Thema gestürzt hat und eine Sonderbehandlung für Herrn Klar einforderte. Sprich, ihn im Angesicht seiner Opfer und im Angesicht der Hinterbliebenden nicht in die Freiheit zu entlassen.
Nun, mein Mitgefühl gehört natürlich Opfern und Hinterbliebenen, aber wir leben in einem Rechtsstaat. Und auch wenn diverse Medien immer wieder versuchen uns das Gegenteil weis zu machen, unser Rechtsstaat funktioniert. Und damit er das auch weiterhin kann, muss man ihn gewähren lassen, anstatt bei solchen "Gelegenheiten" sofort ein Zweiklassenstrafrecht zu fordern.
Herr Klar mag als Mensch sein wie er will, mag seine Taten bereuen oder nicht, für seine Freilassung sind nur zwei Dinge relevant. Wird er erneut terroristisch oder kriminell aktiv? Ist seine vorzeitige Entlassung im gesetzlichen Rahmen? Beides kann man mit ja beantworten.
In Deutschland gibt es keine Todesstrafe. Warum ist das so, und was hat das hiermit zu tun? Nun, die Todesstrafe ist Teil des Vergeltungsstrafrechts. Genauer formuliert, Auge um Auge und Zahn um Zahn. Wohin so etwas führen kann sehen wir in den U.S.A., wo es eine erkleckliche Anzahl Unschuldiger gibt, die hingerichtet wurden und auch in Zukunft hingerichtet werden. Wir pflegen kein Vergeltungsstrafrecht. Manche Menschen wegzusperren bis sie hinter Gittern sterben mag für viele eine Option sein, sie töten zu lassen ebenso, aber Rechtsstaatlichkeit bedeutet nun einmal, dass Menschen, die das Potential dazu zeigen wieder in den Rechtsstaat eingegliedert zu werden, auch die Möglichkeit dazu erhalten. Das mag für viele unverständlich, zu nett und nicht abschreckend genug sein. Aber welche Abschreckung? In Amerika, wo es die Todesstrafe noch immer gibt, sind die Gefängnisse voll wie nie. Dort sperrt man Menschen in fast allen Bundesstaaten weg und/oder behält sie Jahrzehnte im Todestrakt, bevor sie hingerichtet werden. Das kann doch nicht die Lösung sein. So haben auch die Väter der Bundesrepublik gedacht und sich für Resozialisierung entschieden, für Wiedereingliederung. Für Wiedergutmachung. Daran ändert auch die Forderung nichts, diese RAF-Terroristen besonders "hart" anzupacken. Man möchte sagen, dass es ganz gut so ist. Denn unsere Freiheiten, unsere Kultur und unsere Selbstauffassung resultieren letztendlich auch daraus, wie wir unsere schwarzen Schafe behandeln.

Zum Schluss vielleicht noch ein paar passende Worte von Herrn Ippen. In seinem Kommentar sagt er ganz klar eines: Wenn man RAF-Terroristen strenger behandelt, verfallen diese weiterhin dem Irrglauben, mehr als normale Verbrecher zu sein.
Nun, sie sind Verbrecher, die sich gegen den Rechtsstaat gestellt haben, die gemordet, gebombt und entführt haben, die sich vom Rechtsstaat entfernt haben. Aus welchen Motiven dies geschah sei vollkommen dahin gestellt. Wie edel oder wie niederträchtig auch die Beweggründe gewesen sein mochten, sie tun nichts zur Sache. Die Taten sprechen für sich und werden geahndet. Beim Maß der Strafe mögen die Beweggründe wieder eine Rolle nach oben oder nach unten spielen, aber generell werden sie verurteilt. Auch das ist der Rechtsstaat.
Aber man kann das eine nicht haben ohne das andere zu akzeptieren. Man kann es mögen oder hassen, ein Schwerverbrecher und Terrorist ist wieder frei, nachdem er der Gesellschaft gegenüber seine Sühne geleistet hat. Ob er seine Taten bedauert, bereut, oder sie noch immer für gerechtfertigt hält tut ebenfalls nichts zur Sache. Das ist der Rechtsstaat.

Herr Ippen, haben Sie vielen Herzlichen Dank für Ihren Kommentar und verzeihen Sie mir, dass ich mich so schamlos daran bedient habe. Letztendlich sprechen Sie mir aus der Seele. Denn wer hat je behauptet, dass der Rechtsstaat einfach wäre? Genau wie die Demokratie ist es etwas, um dessen Erhalt wir täglich kämpfen müssen.

Dienstag, 25. November 2008

Vielschreiberei

Der heutige Blog-Eintrag ist persönlicher Natur. Sehr persönlicher Natur, denn er betrifft mein liebstes Hobby, nämlich das schreiben. Seit zwei Tagen arbeite ich an einem Text, den ich eigentlich schon vor einem Monat fertig haben wollte. Nämlich RdG 28, für Außenseiter: Am achtundzwanzigsten Band der im Perry Rhodan-Universum angesiedelten Fan-Serie Rätsel der Galaxien, erhältlich beim Science Fiction Club Black Hole Galaxie (man beachte die ie-Endung).
Leider habe ich das immer wieder vor mir her geschoben, aber immerhin habe ich an zwei Abenden neun der durchschnittlich fünfunddreißig Seiten, die ich für solch einen Band schreibe, fertig. An Wochenende schreibe ich erfahrungsgemäß - so ich denn schreibe und nicht im WoW-Sumpf versinke (hier ein Gruß an meine Gilde Lorem Ipsum auf dem Server Kargath) - wesentlich mehr, sodass ich mit Überarbeitung und eigenem Lektorat bis Mitte nächster Woche und damit fristgerecht fertig werde.
Aber dann plagt mich das schlechte Gewissen, weil ich bei den Catrek-Chroniken, Fantasy den ich für eine junge Mangaka deutschen Ursprungs und für unser gemeinsames Manga-Projekt auf Animexx.info begonnen habe, bei Episode vier auf Seite zwanzig stagniere und eigentlich längst fertig sein wollte.
Dann ist da noch Anime Evolution: Krieg 4, das ich längst anfangen sollte, um der mittlerweile dreiundsechzig Episoden langen Serie Band 6 anzutun, Specials und das Spinoff Anime Evolution: Spiegel nicht mitgerechnet.
Außerdem hänge ich gerade wieder bei Dantons Chevaliers fest; diese Story, die ich auf Battletech.info und Twobt.de als Leadautor schreibe, wartet auch darauf fortgesetzt und in der dritten Season beendet zu werden.
Nicht zu sprechen von Hinter den Feindlichen Linien, ein Projekt, bei dem ich diesmal nur Mitautor bin. Dort sollte ich längst Passagen zu meinen Chars Cliff Davis und Juliane Volkmer in ihrem Kampf gegen die aggressiven Akarii auf einem Träger geliefert haben.
Und da ist schließlich noch das Versprechen, Mein Gott, meine Göttin: Verlorenes Paradies endlich fort zu führen und an Band zwei zu arbeiten.

Manche mögen jetzt denken, was macht sich dieser Bursche so viel Arbeit?
Andere vielleicht nur: Hey, die Liste ist zu Ende!
Weit gefehlt. Denn es gibt darüber hinaus auch noch Für den Kaiser!, das auf die Vollendung wartet, diverse Ideen und kleinere Projekte, und, und, und...
Es mag den einen oder anderen interessierten Leser meines Blogs beruhigen, wenn ich stolz berichte, dass ich auch mal etwas zu einem Abschluss bringe, aber ehrlich gesagt schreibe ich am besten wenn der Druck am größten ist. Und je mehr Projekte ich in der Mache habe, desto besser für mich.

Wie ich schon erwähnt habe, RdG 28 hat bereits neun Seiten, die mir außerordentlich gut gefallen, weitere vier bis unendlich kommen heute hinzu. (Gruß an Bully, den Chefredakteur unseres kleinen aber feinen Clubs). Danach hätte ich theoretisch Zeit, um an den anderen Projekten zu arbeiten. Das schlimme daran ist: ICH WERDE ES AUCH TUN!
Ein wohlmeinender Spötter auf Twobt.de meinte mal zu mir: Im Universum fliegen die Ideen nur so umher, und ab und an treffen sie einen passenden Kopf. Du aber hast eine Zielscheibe hinten und wirst ständig getroffen.
Ein anderer auf Battletech.info meinte mal: Wenn Ace schlafen geht, glüht seine Tastatur bestimmt noch nach.
Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen. Außer vielleicht: Lest mich! Für wen sonst mache ich die ganze Arbeit? XD

Montag, 17. November 2008

Glanz und Gloria in California

Gerade eben flimmerte es durch die Nachrichten. Wieder einmal kämpfen die tapferen Feuerwehrleute Kaliforniens gegen einen flimmernden Großbrand. Tausende Häuser sind bereits vernichtet, und zehntausende sind bedroht. Sogar die Villen der großen Stars sind nicht mehr sicher und drohen ein Raub der Flammen zu werden.
Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, und der Wetterbericht macht Hoffnung. Die starken Winde, welche die Brandherde immer wieder anheizen, sollen schon bald abflauen und...
Moment Mal, kommt einem solch ein Text nicht bekannt vor? Wiederholt er sich nicht jedes Jahr im Sommer und Herbst in den U.S.A.? Was zugegebenermaßen neu ist, ist die Information, Los Angeles wäre bereits von drei Seiten vom Feuer eingeschlossen. Aber ansonsten ist diese Meldung kalter Kaffee.
Ich entschuldige mich hiermit aufrichtig bei all jenen Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben, vielleicht sogar Angehörige, die bis zur Erschöpfung das Feuer bekämpfen, sei es privat, sei es beruflich, und bei all jenen die noch bangen und hoffen, denn das bin ich ihnen als Mensch schuldig.
Außerdem erlaubt es mir, DAS zu sagen: WANN LERNT IHR ENDLICH?
Es kann doch nicht angehen, dass Jahr für Jahr ein riesiger Waldbrand über Kalifornien hinweg zieht und in trauter Regelmäßigkeit die großen Villen der Reichen dahinrafft! Es kann doch nicht sein, dass an das Problem seit Jahrzehnten kennt und nichts zur Prävention tut!
Es kann doch nicht sein, dass Kalifornien überhaupt noch nennenswerte Baumbestände hat, nach all den Jahren der Großfeuer, nach all den vernichteten Häusern.
Gut, gut, würde es alle paar Jahre mal ein Feuer geben, wäre das ja noch verständlich. Vor allem wenn es sich durch ungünstige Wetterbedingungen zum Großbrand ausbreitet könnte ich kapieren, dass die Feuerwehren nicht darauf vorbereitet sind.
Wir erinnern uns, bei unseren letzten Gigantfeuer in der Lüneburger Heide, waren wir auch relativ hilflos. Aber anscheinend haben unsere Feuerwehren was dazu gelernt.
Wo liegt das Problem? Bauen die Menschen immer und immer wieder in besonders gefährdeten Regionen, die zwangsläufig einmal vom Feuer konsumiert werden? Haben sie lasche Brandschutzbestimmungen oder wird den Amerikanern ihr Hobby zum Verhängnis, ihre Wohnhäuser aus Holz zu bauen? Ist der Gigantmoloch Los Angeles, der einen Großteil des vom Hoover-Damm gestauten Wassers benötigt, um überhaupt lebensfähig zu sein, vielleicht zu groß geraten, um hier wirklich sinnvoll zu löschen? Oder brauchen die Medien jedes Jahr ihren großen Aufhänger, was Schuld an den Brandstiftungen ist? Ein wenig von allem, vielleicht. Verstehen kann ich es dennoch nicht.
Leute, Brandschneisen. Kontrolliertes abbrennen. (Tatsächlich ist ein kontrollierter Waldbrand alle paar Jahre für Kaliforniens Wälder äußerst fruchtbar. Die großen Mammutbäume werfen Tannenzapfen ab, die sich nur nach einem Waldbrand öffnen. Auch andere Spezies profitieren von einem Waldbrand oder sind auf ihn perfekt eingestellt.) Nicht auf Wasser setzen oder auf eine Schar tapferer Feuerwehrmänner, die mit dem Fallschirm mitten in den Waldbrand abspringen und dort versuchen, dem Feuer mit Motorsägen und Hacken zu Leibe zu rücken.
Prävention beginnt im Kleinen. In diesem Fall bei den Brandschneisen. Zumindest in den Regionen um die großen Städte müssten sie breitflächig angelegt werden, um ein Überspringen des Feuers von einem Baumbestand zum nächsten zu verhindern. Wie macht man das am besten? Natürlich mit einem guten amerikanischen, sechsspurigen Highway. Da tut man gleich was für die Infrastruktur und bewahrt den Baumbestand von halb Kalifornien davor, ebenfalls ein Raub der Flammen zu werden.
Oder vielleicht doch den Park-Ranger des eigenen Vertrauens fragen und ruhig mal ein wenig kontrolliert zündeln?

Dienstag, 11. November 2008

Gorleben, Gorleben

Bevor wir zum eigentlichen Thema kommen zuerst in eigener Sache: Mir war es von vorne herein klar, dass ich es nicht lange durchhalten würde, jeden Tag einen Blogeintrag zu schreiben. Aber es erstaunt mich schon, dass meine Motivation so schnell verschwunden ist.
Andererseits ist es natürlich sinnvoll, auch nur dann einen Eintrag zu schreiben, wenn auch etwas passiert, und nicht auf Teufel komm raus den eigenen Blog zu zu spammen.
Was uns gleich zum Thema bringt: Gorleben und den jüngsten Castortransport.

Tja, nun ist es raus. Erst waren wir Papst, und nun sind wir Atommüllendlager.
Weil gut fünfzehntausend Menschen in teils aktivem, teils passivem Widerstand verhindern wollten, dass weitere Castor-Behälter aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague zu uns nach Niedersachsen gelangen, war ein bundesweiter, enormer Polizeiaufwand notwendig.
Letztes Jahr hatte ein Aktivist gesagt: "Wir machen jeden Transport so teuer, dass sie es irgendwann sein lassen."
Nett gesagt, aber sowas von falsch. Gut, gut, auch dieser Transport hat wieder zehn bis fünfzehn Millionen Euro gekostet, aber das sind doch alles nur Peanuts gegenüber den wahren Kosten.
Denn der Transport nach Gorleben und die dortige Lagerung des Atommülls ist nur der letzte Schritt einer endlosen Kette innerhalb der Atomwirtschaft, quasi noch einmal der überteuerte Schlusspunkt, der uns auch noch mit rund fünfzigtausend Jahre lang strahlendem atomaren Abfall zurück lässt. Davor hat Gott noch den Betrieb der Kernkraftwerke, den enormen Sicherheitsaufwand und die enormen Subventionen und Abschreibungen gesetzt.
Machen wir uns nichts vor: Uran als Energieträger ist genauso eine limitierte Ressource wie Erdöl oder Erdgas. Es wird in den nächsten Jahren teurer werden, und wenn sich die Spekulationsheuschrecken, die bereits das Erdöl auf das Doppelte künstlich verteuert haben und das gleiche nun mit Nahrungsmitteln durchführen, das Uran für sich entdecken, kriegen wir auch hier enorme Preisspitzen um die Ohren gehauen. Den Preis bezahlt natürlich der Betreiber, und im Gegensatz zu Öl und Gas werden die Mehrkosten nicht direkt an den Endverbraucher weitergegeben werden. Nein, das erfolgt indirekt über höhere Subventionen des Bundes, über Reduzierung von Steuerforderungen und dergleichen. Und wer hat diese Lücken zu füllen? Wir natürlich, die Steuerzahler. Und zwar ohne das wir es wissen. Der Witz an der Geschichte ist, dass Atomstrom den günstigsten Preis auf dem Strommarkt anbietet, aber dafür hochsubventioniert ist und somit den Steuerzahler immer belastet, selbst wenn er seine Energie aus Kohlekraftwerken, Gaskraftwerken, Solaranlagen oder Biostromanlagen bezieht. Wir verlieren immer und bezahlen eigentlich - so in den Raum geworfen - das Doppelte. Und dem können wir nicht entkommen.

Im letzten Bundeswahlkampf meinte mein Nachbar mal: "Wenn sich alle Mitarbeiter aller Atomkraftwerke zusammen schließen und streiken, gehen in Deutschland die Lichter aus und der Kanzler wäre damit gestürzt."
Mitnichten, mein lieber Nachbar, denn entgegen der, nun, Propaganda, ist Atomstrom schon lange nicht mehr so wichtig für uns wie suggeriert wird. Längst ist der Anteil an Atomstrom weit unter fünfzig Prozent gefallen, und kann in der bis 2020 anvisierten Frist leicht ersetzt werden. Für uns ein Segen, weil damit die versteckten Kosten wegfallen werden. Dann haben alle mehr Geld in der Tasche, erfreulich vor allem für all jene, die keinen Atomstrom beziehen, dennoch aber die Subventionen mittragen müssen.

Nun, mein lieber Widerstandsbereiter Castor-Gegner, der Du mit Deiner Aktion den Transport nach Gorleben teurer machen willst, Du wirst es leider nie schaffen, denn die Castor-Kosten sind vergleichsweise niedrig, wenn man bedenkt, um wie viel Geld es geht.
Aber mach dennoch weiter und erkläre lautstark Deine Bedenken gegenüber dem Atomstrom, denn das bedeutet, dass das Thema und die Gefahren dieser Methode den Menschen im Gedächtnis bleiben wird. Und das ist auch gut so.

Vielleicht noch eine Kleinigkeit am Rande, die mir in den Sinn gekommen ist, als ich kurz zu Öl und Gas abgeschweift bin...
Im Moment liegt der Preis für das Fass Rohöl bei sechzig US-Dollar. Im Sommer waren es kurzfristig 130 US-Dollar. Gas ist und war billiger, dennoch bestanden die Gaskonzerne darauf, dass der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt bleibt und sie somit vom Gewinn der Spekulationsheuschrecken profitieren können. Nun ist der Ölpreis geradezu ins Bodenlose gefallen, ich hätte gestern für einen Euro zwanzig tanken können, und die Gaskonzerne sehen jetzt überhaupt nicht ein, warum Gas und Öl gekoppelt bleiben sollen.
Ich schätze, es wird Zeit ihnen zu zeigen, was eine soziale Marktwirtschaft ist. Bundeskartellamt, ist das nicht ein Fall für Euch?

Samstag, 8. November 2008

Managergehälter sind bäh

Als ich heute meine Tageszeitung in Händen hielt, habe ich nicht schlecht gestaunt. Der Header liest sich wie folgt: Zentralrat der Juden in Deutschland legt Christian Wulff den Rücktritt nahe.
Ein Blick in die Geschichte selbst hat mich dann schnell über Details aufgeklärt. Demnach hat der niedersächsische Landesvater in einer Talkshow gewagt, die Managerdebatte mit Pogromstimmung zu vergleichen.
Grund genug für den Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, seinen Rücktritt zu fordern. Er sieht es als Ungeheuerlichkeit an, wenige Tage vor dem siebzigsten Jahrestag der Reichspogromnacht, dem offiziellen Startschuss der verschärften Judenverfolgung im Dritten Reich, eben diese mit der Managerdebatte zu vergleichen.
Die Entschuldigung von Herrn Wulff nimmt Herr Kramer übrigens nicht an.
Nun, vorweg vielleicht ein kleiner Link zum Thema Pogrome, bevor ich weiter schreibe. Seine Meinung kann sich dann jeder selbst nach der Lektüre dieses kleinen Wikipedia-Artikels bilden, ob und wie sehr Herr Kramer den Begriff Pogrom monopolisiert und wie berechtigt dies ist.
Hier der Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Pogrom

Meine persönliche Meinung zum Thema ist, dass Herr Wulff, so sehr ich ihn als Politiker und Landesvater auch ablehne, nun keinesfalls zum Rücktritt gezwungen ist, weil er diesen Begriff verwendet hat, um die Diskussion über Millionengehälter laut Herrn Kramer in die Nähe des millionenfachen Judenmords zu rücken. Andererseits wäre sein Rücktritt schon eine für mich erfreuliche Entwicklung.

Aber kommen wir zum eigentlichen Streitpunkt, den Herr Kramer nicht erfasst hat. Im Prinzip sprach der niedersächsische Landesvater von einer Pogromstimmung gegen Top-Manager. Wie wir alle wissen, die wir den Wiki-Artikel gelesen haben, ist ein Pogrom ein russisches Wort für Massenausschreitung gegen eine andere Gruppe aus ethnischen, politischen oder religiösen Motiven. Darin liegt die eigentliche Frechheit seiner Aussage. Dass Herr Wulff ein Freund der Industrie ist, war wohl allen klar, die ihn die letzten Jahre im Amt erlebt haben. Dass er aber derart in die Bresche springt, und für die armen, missverstandenen Manager eine derart große Lanze bricht, ist schlicht und einfach unglaublich.

Herr Wulff, wer vierzig Millionen Euro Steuern im Jahr bezahlt, soll besser behandelt werden?
Vierzig Millionen Steuern? DAS Gehalt hätte ich auch gerne. Aber wie sieht das in der Realität aus, in einer Zeit, in der hochprominente Manager des Geldtransfers in Steueroasen überführt werden, in denen z.B. geschlossene Immobilienfonds und diverse weitere Abschreibungsmöglichkeiten wie der neue Dienstmercedes dabei helfen, das lästige Steuern zahlen zu umgehen, um nur einmal die Möglichkeiten der Einzelpersonen aufzuzeigen?
Wenn Manager in Deutschland einen schlechten Ruf haben, dann liegt das wohl daran, dass die Stimmung sie betreffend immer schlechter wird. Wenn das radikale Allheilmittel deutscher Wirtschaftsbosse nun mal der Arbeitsplatzabbau ist, wenn sie selbst nach hohen Verlusten und vernichteten Firmen Millionenschwere Abfindungen erhalten, während der Arbeiter auf der Straße steht, dann muss man sich nicht wundern, wenn "ein paar schwarze Schafe" eine ganze Berufssparte in ein schlechtes Licht rückt.
Und dann nützt auch ein Herr Wulff nichts, der mal eben in den Dammbruch springt und Deutschland zu tadeln versucht, als wäre er der Oberlehrer und müsse seinen Schülern beibringen, nicht so gemein zu den armen Managern zu sein. In wie vielen Aufsichtsräten sitzt Christian Wulff gleich noch mal?

Donnerstag, 6. November 2008

Der Science Fiction Club Black Hole Galaxie

Auch wenn ich irgendwann genug davon haben werde, ich versuche solange wie mein Enthusiasmus ausreicht, jeden Tag einen neuen Post zu machen. Es geschieht genug in der Welt, um das zu rechtfertigen, und Spaß macht es auch. ^^
Mein heutiger Eintrag handelt ausschließlich um den alten Traditionsclub Black Hole Galaxie (man beachte die Schreibweise von Galaxy, eine alte, vom Club gepflegte Tradition) und seine wichtigsten Fanzines.
Der rührige Club, 1995 von Marc Schneider und Andreas Dempwolf gegründet, hat schon einige Erfolge hinter sich. Er besteht seit dreizehn Jahren, das Hauptfanzine World of Cosmos hat die Nummer fünfzig weit hinter sich gelassen, und er erfreut sich einer stabilen, geregelten Mitgliedschaft von gut dreißig Mitgliedern.
Hervorgegangen aus einem reinen Perry Rhodan-Club wurde schnell klar, dass sich die Interessen der Mitglieder nicht auf Perry Rhodan allein beschränken, deshalb wurde aus dem PRC schnell ein SFC.
Das Spektrum ist unglaublich weit. Zwar versuchen wir uns auf Science Fiction-Themen zu beschränken, aber Abstecher in andere Regionen sind durchaus erlaubt.
Im durchschnittlich einhundertzwanzig Seiten starken World of Cosmos ist durchaus auch mal Fantasy vertreten. Aber die Themenspanne reicht von Buch-Rezensionen, Leserbriefen, Fernseh- und Filmrezensionen, Kurzgeschichten, Episodengeschichten, Artikeln und vielen hervorragenden Illustrationen zum Thema so schon recht weit. Mit durchschnittlich sechs Leserbriefen unserer aktivsten Mitglieder gibt es gar eine recht aufgeweckte Diskussion.
Ich selbst bin seit `96 im Club, und habe den Fanzines oft genug meinen unverkennbaren Stempel aufgesetzt.
Die Hauptveröffentlichungen sind das bereits zweimal erwähnte WoC mit der aktuellen Nummer 53, die im Perry Rhodan-Universum angesiedelte Fanserie Rätsel der Galaxien, die bereits die unglaubliche Veröffentlichungsnummer 27 erreicht hat - für eine Fanserie wahrscheinlich Weltrekord - und das World of Myth, in der wir auch mal in besagte Fantasy ausweichen können.
Mitglieder, vor allem Autoren und Zeichner, suchen wir immer, aber auch stille Leser sind uns lieb, oder schlichte und ehrliche Kommentatoren, im Volksmund oft stimmig Beta-Leser genannt.
Wenn ich Euer Interesse geweckt habe, hier ein Link zu unserer Homepage.
Solange ich noch nicht gelernt habe einen Link zu hinterlegen, müsst Ihr ihn per Copy&Paste in der Adresszeile Eures Browsers platzieren: http://www.sfc-bhg.de.tf/
Also, man sieht sich, entweder im Fanzine, oder im Forum der Homepage. ^^V

Mittwoch, 5. November 2008

Obama for President

So, es ist geschehen. Die U.S.A., oder wie sie sich selbst gerne bezeichnet, die "großartigste Nation der Welt" hat Wahlbetrugsgerüchte, Kriegstreiberei und vor allem die Rassenschranken hinter sich gelassen, indem sie Barack Obama den Regierungsauftrag erteilt hat.
Dabei fällt es nicht weiter ins Gewicht, dass es eigentlich drei Präsidentschaftskandidaten waren, geflissen tot geschwiegen von den Medien. Noch erwähnen sie das von mir vermutete bevorstehende Comeback der gerade wieder frisch zur Senatorin gewählten Hillary Clinton, die sicher bald ihren (lukrativen) Platz in Obamas Kabinett einnehmen wird. Auch erfahren wir wenig über all jene Großspender, die Obama unterstützt haben, die für ihr gutes Geld bald ihren Preis fordern werden, vor allem mit Blick auf die Wiederwahl in vier Jahren.
Freuen wir uns einfach darüber, dass da jemand ist, der sagt: "Yes, we can change."
Und hoffen wir, dass der Rückhalt seiner Wähler ihm die Kraft gibt, dieses Versprechen auch zu halten.

Schon werden erste Stimmen laut. Von der bevorstehenden Ermordung des Politikers mit schwarzem kenianischem Vater und weißer amerikanischer Mutter ist die Rede, ein Komplott wurde schon aufgedeckt und verhindert.
Andere werfen Obama vor, die Welt in ein noch größeres Chaos zu stürzen als Bush es gekonnt hat, indem sie anführen, er sei nur eine willenlose Marionette der Kriegsindustrie, die ihn überhaupt erst bis zum Präsidenten aufgebaut hat.
Und vergessen wir nicht all jene, die lauthals geschrieen haben, Obama sei ein Terroristenfreund, ein Muslim und ein Kommu... Pardon, Sozialist.
Ich gebe zu, die meisten Stimmen waren schon während der Wahl aktiv, aber sie werden wieder aufklingen, und das umso lauter, sobald die U.S.A. aus ihrem Wahltaumel erwacht und der von Obama erwartete Aufschwung ein wenig auf sich warten lässt.
Ich kann einige dieser Punkte beschwichtigen. Es ist allgemein bekannt, dass "Barry" früher als jeder andere Kandidat schon sehr früh unter die Fittiche des Geheimdienst genommen wurde, und es scheint als hätten sie einen guten Job gemacht. Es bleibt zu hoffen, dass es so weitergeht.
Auch denke ich, dass "Barry" mit dieser Anhängerschaft, die von ihm Gutes erhofft und positive Taten erwartet, nicht so ohne weiteres in der Lage sein wird, z.B. einen Krieg mit dem Iran zu beginnen. Im Gegenteil, denn die Menschen die ihn gewählt haben, sind entmutigt und desillusioniert angesichts des Lügenkonstrukts, mit dem Cheney, Powell und Rice den Krieg mit dem Irak (meiner Ansicht nach eigentlich einem Vasallen der U.S.A.) eingeläutet haben. Ein ähnliches Spiel kann er also gar nicht spielen. Ich zweifle auch daran, dass er sich dafür hergeben würde.
Was den Aufschwung angeht, so erweist sich Obama als sehr realistisch. In seiner Siegesrede sagte er, dass diese Veränderungen nicht in einem Jahr und vielleicht nicht in einer Amtszeit erreicht werden können. Eine ungewöhnlich ehrliche Einstellung, die auf die schwere Krise, welche das Land erschüttert, zugeschnitten ist.

Bleibt uns als Fazit zu sagen, dass wir uns alle viel erhoffen. Einerseits vom jungen Senator, der nun für voraussichtlich acht Jahre das Schicksal einer der größten Nationen der Welt lenken wird, andererseits aber auch vom enthusiastischen amerikanischen Volk, das für den "Change" gestimmt hat, und das hoffentlich nun aus der Arroganz aufwacht, mit der es bisher die übrige Welt betrachtet hat.
Und hoffen wir einfach, dass das politische Verständnis dieser Menschen gereifter ist als noch acht Jahre zuvor.
Ich als Deutscher habe es natürlich leicht so etwas zu sagen. Wir hatten keinen Bush und keine zweideutigen Wahlergebnisse. Aber seid versichert, ich beobachte die deutsche Politik immer mit der nötigen Distanz für ein objektives Urteil. Ich werde mich bemühen, so zu bleiben.
Drücken wir Barack Obama und den U.S.A. die Daumen, damit sie ihren "Change" erreichen.
Wir werden sehen, wie sich dieser Staat in Zukunft präsentieren wird. Ich gebe zu, ich bin optimistisch eingestellt.

Dienstag, 4. November 2008

Präsidenten, Präsidenten

Nun ist es endlich so weit. Für die Amerikaner, genauer gesagt die U.S.-Amerikaner, gehen zwanzig lange Monate Vor- und Hauptwahlkampf zu Ende. Heute entscheiden sie sich entweder für den demokratischen Kandidaten Barack Obama, oder den Republikaner John McCain.
Wer immer auch gewählt wird, es bedeutet in jedem Fall, dass George W. Bush Jr. das Weiße Haus zum Ende des Jahres verlassen und ein neuer Präsident dort einziehen wird.

Es ist natürlich nicht besonders schwer für mich die Demokraten zu bevorzugen, und damit ihren Kandidaten Barack Obama. Es ist auch nicht besonders schwer, die Republikaner direkt mit zwei Kriegen im Mittleren Osten in Zusammenhang zu bringen und als nächstes unter einem republikanischen Präsidenten einen Krieg gegen den Iran zu befürchten und ihren Kandidaten deshalb a priori abzulehnen.
Dies ist nicht nur meine Einstellung, sondern die eines Großteils der Welt. Würde sich Barack Obama um das jeweils höchste Amt innerhalb eines Staates stellen, würde er in den meisten mit überragender Mehrheit gewählt werden.
Ich könnte hier mit einer Lobeshymne auf Obama weiter machen, die er durchaus verdient hat. Aber zuvor muss ich noch einige Gedanken zum Thema aussprechen, die gerne unter dem Tisch fallen.

Zum Beispiel gibt es einen dritten Präsidentschaftskandidaten, den Verbraucherschutzanwalt und Millionär Ralph Nader, der regelmäßig bei Präsidentschaftswahlen antritt und mit erschreckender Regelmäßigkeit im Schnitt fünf Prozent der Stimmen erlangt. Er tritt an für die dritte Kraft in den U.S.A., die Grünen, und es ist nicht zu bestreiten, das diese Partei sich nach und nach ihre Stammwähler erwirbt. Das Zwei-Parteienprinzip der U.S.-Amerikaner steht damit nicht vor dem aus, aber irgendwann könnte diese Demokratie eine ebenso zerfaserte Parteienlandschaft aufweisen wie beispielsweise Italien oder Israel, aus denen in den letzten Monaten immer mal wieder über die Schwierigkeiten berichtet wurde, verschiedene Parteien zu einem Regierungsbündnis zu schmieden. Aber ich sehe darin nichts schlechtes, im Gegenteil.
Winston Churchill hat einmal gesagt: "Die Demokratie ist die schlechteste Staatsform, aber sie ist die beste, die wir haben." Wie Recht er doch hat.
Aus dem alten Griechenland, dem Ursprung der Demokratie, ist die Ansicht bekannt, dass man jeden einzelnen Tag um den Erhalt der "Herrschaft des Volkes" kämpfen muss, oder man verliert sie. Eine Ansicht, die ich teile.

Doch zurück zum Thema. Es ist allgemein bekannt, dass der junge Senator Obama zwar seine Kandidatur verkündet hat, ihm aber nicht allzu viele Chancen zugestanden wurden, tatsächlich Präsidentschaftskandidat zu werden. Es ist außerdem bekannt, dass der ehemalige Sozialarbeiter und Rechtsanwalt ein Zögling von Hillary Rodham-Clinton ist, ehemalige First Lady und ebenso ehemals Managerin eines Unternehmens des Bush-Imperiums. Ein kurzer Abstecher zu ihrem Mann und Ex-Präsidenten Bill zeigt uns, dass dieser Demokrat Mitglied der Geheimloge Skull&Bones ist, deren Maxime lautet, die Privilegien der Reichen zu schützen. Übrigens sind auch die Bushs geschlossen Mitglied in dieser Gesellschaft. Dieser Kontakt zu Skull&Bones gibt mir mehr zu denken als die Unerfahrenheit, die man Obama vorwirft. Allerdings ist er m.E. entweder ein toller Präsident, der helfen wird, nicht nur die Rassenschranken in Amerika ein für allemal niederzureißen und die Welt mit der ungerechten Außenpolitik Bush Juniors zu versöhnen (wer kennt ihn nicht, den Ausspruch nach der Weigerung Frankreichs und Deutschlands, sich am Irak-Krieg zu beteiligen: Das ist nur das alte Europa.) , oder aber er ist zumindest das kleinere Übel. Doch dazu später mehr.

John McCain ist Vietnam-Veteran. Und damit hat er vielen seiner Bekannten und Freunden im Geldadel einiges voraus. Er war Kriegsgefangener, hat überlebt und gilt in seiner Partei als Querkopf, als jemand der den Mund aufmacht. 2000 hatte er die Nominierung gegen Bush Jr. noch verloren, diesmal hat er sich gegen ein zugegeben unspektakuläres Mitbewerberfeld durchgesetzt. Aber der Mann ist zweiundsiebzig Jahre alt, gewiss nicht mehr der Fitteste, wie die lange Belastung durch den Wahlkampf immer mal wieder gezeigt hat, und mit Sarah Palin hat er die denkbar schlechteste Vize-Präsidentin in spe, die ich mir vorstellen kann.
Sara Palin. Hottie nennen sie sie in Alaska, und ihre außenpolitische Erfahrung ist die Tatsache: "dass man Russland von Alaska aus sehen kann." Mrs. Palin, man kann es nicht. Die Erdkrümmung verhindert das.
Palin ist erzkonservativ, geht mit dem Helikopter auf die Elchjagd, hat in ihrem politischen Einstand eine mittelgroße Stadt mit unnötigen Bauprojekten auf Jahre hinaus belastet, und ihr Amt als Gouverneurin ausgenutzt um einen Polizeipräsidenten zu entlassen... Sicherlich war es Zufall, dass er sich kurz zuvor von ihrer Schwester getrennt hat.
McCain ist zweiundsiebzig, was ihm, würde er gewählt werden, zum ältesten Präsidenten machen würde, den die U.S.A. bisher hatte. Seither geht ein Bedenken quer durch alle Communities, durch alle Blogs und Foren, die sich mit diesem Thema beschäftigen und nicht Pro-Republikaner eingestellt sind: Was wenn McCain etwas zustößt und Sarah Palin als Präsidentin vereidigt wird? Wenn sie quasi ihren Finger am roten Knopf hat? Eine Frau, die von sich selbst sagt, dass sie von ihren Eltern nach der Highschool eben nicht in die Welt geschickt wurde und Alaska kaum verlassen hat (und sich für die Welt auch nicht interessierte)?
Eine Frau, die sich nicht zu schade ist, Obama bei einem Wahlkampfauftritt als "Sozialist" und als "Gefahr für Amerika" darzustellen, also härteste und ungerechteste Bandagen aufzuziehen?
Man kann Respekt vor McCain haben, auch wenn man ihn nicht als Präsidenten will. Aber Sarah Palin im Sprung aufs potentiell wichtigste Amt der Welt... Bitte nicht.

Man kann vieles über Barack Obama sagen, positives wie negatives. Viel ist mir in seinem Wahlkampf aufgefallen, was mich geradezu drängt, seine Partei zu ergreifen (solange Nader chancenlos ist). Und generell muss man mit einem Mann sympathisieren, der halb Kenianer und halb weißer Amerikaner ist, sich für eine Sozialversicherung für alle einsetzt, die Finanzkrise lösen und den Krieg im Irak beenden will. Zwar hat er erst neulich gesagt, dass er alles tun wird um als Präsident die Urananreicherung im Iran zu beenden, aber diplomatische Lösungen hat er damit nicht ausgeschlossen, im Gegenteil.
Überhaupt war der Wahlkampf durchwachsen und hat mehr als einmal auf seine genetische Abstammung gezielt. Ich erinnere mich sehr gut an einen Kommentar eines Users auf Web.de, der sich selbst als weißer Amerikaner ausgab und meinte, er und seine Freunde würden jetzt zu Obama-Wahlveranstaltungen gehen, aber er und alle anderen würden dann doch McCain wählen. Ihre Anwesenheit dort solle die Demokraten und ihren Bewerber nur in Sicherheit wiegen.
Auch im Hinterkopf ist mir noch die Geschichte mit der Wahlregistrierung, bei der sich Personen, ob im Ernst, ob im Spaß, mit dem Namen von Comic-Figuren anmelden wollten. Dies wurde sofort Barack Obama als versuchter Wahlbetrug untergeschoben. Unberechtigterweise.
Und ich erinnere mich nur zu gut an den Vorwurf, Obama sei Sozialist und wolle die Reichen besteuern... Wobei ich ehrlich gesagt nicht weiß ob den Republikanern das Wort "Kommunist" schlicht zu heiß war um es auszusprechen, oder ob sie überhaupt wissen was ein Sozialist ist. Wobei die Reichen zu besteuern grundsätzlich keine Benachteiligung darstellt.
Einfügen an dieser Stelle würde ich gerne noch eine Szene, die mittlerweile massiv ins Vergessen abgedrängt wurde. Eine junge McCain-Wahlkampfhelferin wartete mit der Geschichte eines Raubüberfalls und der Misshandlung durch einen großen Afro-Amerikaners auf, der ihr, nachdem er sie beraubt und geschlagen hatte, ihren Pro-McCain-Aufkleber auf ihrem Wagen sah und ihr deshalb mit einem Messer ein B in die Wange ritzte.
Die Republikaner sprangen sofort auf diesen Zug auf und scherten sich einen Dreck darum, warum das blaue Auge so merkwürdig gleichmäßig aussah und warum das B spiegelverkehrt und nicht einmal besonders tief eingeritzt worden war... Stunden später entpuppte sich die Geschichte als Fake, als die junge Frau geständig war. Leider hatte sich McCains Wahlkampfleiter da schon auf die Geschichte gestürzt. Heute bemüht man sich, diese Episode zu vergessen. Hoffentlich auch McCains Wahlkampfleiter, der sich nicht zu schade war, ein wenig Rassismus in den Wahlkampf zu packen.

Ich bin definitiv für Obama und drücke ihm die Daumen dafür, dass die Bürger der U.S.A. ihn wählen. Nicht nur weil er einst Sozialarbeiter in Chicago war und alle Spektren der Gesellschaft gesehen hat, nicht nur weil seine Wahl die Schranken in den Köpfen zerbrechen könnte, nicht nur weil er seine kenianischen Wurzeln pflegt (ein Jugendfoto in Landestracht beim Besuch seiner kenianischen Oma wurde im Wahlkampf wieder ausgegraben, um ihn als Al Kaida-Sympathisanten zu diffamieren), sondern vor allem weil seine Wahl so unwahrscheinlich war.
Man sagt, dass man von zwei Übeln das kleinere wählen sollte. Barrack Obama stand sicherlich bei vielen der alteingesessenen Lobbyisten nicht auf dem Plan; und obwohl er angeblich dreimal so viele Wahlkampfspenden erhalten hat wie McCain und diese Spender irgendwann einen Gegenwert erwarten, so kann Obama doch auf eine breite Basis in der Bevölkerung hoffen, die ihn unterstützt.
Kann man seine Parolen "Change" und "Yes, we can" glauben? Millionen Amerikaner tun dies, und sie tun vielleicht nicht einmal schlecht daran.

Eine kleine Anekdote darüber wie schwer sich doch viele Weiße mit ihm tun, die ich ebenfalls im Web gefunden habe, ganz zum Schluss.
Ein Mann besuchte seine Oma, und seine betagte Großtante. Großtante sagte klar und ausdrücklich, dass sie einen Schwarzen niemals zum Präsidenten wählen würde.
"Aber Tante", antwortete der Besucher, "er ist doch zur Hälfte weiß. Kannst du ihn nicht wenigstens für zwei Jahre wählen?"

Montag, 3. November 2008

Regelmäßiges

Wie ich schon angekündigt habe, wird mein Blog auch... Ähem, vor allem meiner Arbeit gewidmet sein. Deshalb werde ich ab und an in der Rubrik "Regelmäßiges" auf meine Fortschritte eingehen.
Abgesehen davon, dass mein Erstling Im Korridor der Sterne bei Amazon zu kaufen ist,
(http://www.amazon.de/Die-Allianz-Im-Korridor-Sterne/dp/3000222499/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1225711230&sr=8-1)
bin ich natürlich weiterhin aktiv. Bisher noch nicht auf dem deutschen Buchmarkt erhältlich, dafür aber direkt von der Homepage des Bod-Verlegers Lulu.com ist Teil eins der Trilogie Mein Gott, meine Göttin erhältlich. http://www.lulu.com/content/4333281
Später oder in einer eigenen Rubrik dazu mehr.
Natürlich soll es nicht nur um meine Arbeiten gehen, im Gegenteil. Viele meiner Blogeinträge werden sich auch mit Dingen wie der Weltpolitik beschäftigen, oder, wie mein nächster Eintrag, mit der Präsidentschaftswahl in den U.S.A. Warum? Weil es uns alle angeht, wenn ein Global Player einen neuen Präsidenten wählt, und damit eventuell eine neue Außenpolitik.

Aber zurück zur Rubrik. Wie praktisch so ein Blog ist, merkt man, wenn man feststellt, dass man hier tatsächlich den Fortschritt seiner Arbeit festhalten und der Welt mitteilen kann.
Vor einiger Zeit habe ich begonnen, die Catrek-Chroniken zu schreiben, hauptsächlich, damit sie als Vorlage für einen Fan-Manga dienen konnte. Dank Julia Krebs (auf Animexx.de, wo der Manga letztendlich erschienen ist, ebenso wie die schriftliche Chronik, besser bekannt als Kuraiyami) und ihrer Begeisterung für diese Welt gibt es mittlerweile drei Chroniken, und seit geraumer Zeit arbeite ich an Episode vier. Diese steht nun kurz vor der Vollendung, es wird also bald ein weiteres Abenteuer meiner Helden Conrad Waldek und Selestin Northim geben, während sie sich durch ihre Fantasy-Welt wagen.
Hier der Link zu den bisherigen Teilen: http://animexx.onlinewelten.com/fanfiction/autor/122395/184733/
Vielleicht wird Burg Catrek auch auf diesem Wege ihre Fans finden.
Und nicht vergessen: Bookmarkt mich. ^___^V

Sonntag, 2. November 2008

Jede Legende hat ihren Anfang...

...so auch diese. Willkommen zu meinem ersten Blog-Eintrag, willkommen auf meiner Seite der Realität.
So, nun bin ich also unter die Blogger gegangen. Was will ich hier, bzw. was wird den interessierten Leser hier erwarten?
Nun, um meinen guten Freund Roland und sein "Schreiberlings Egozine" zu zitieren: "Was heute Blog genannt wird, hieß man dereinst "Egozine" – das Prinzip bleibt dasselbe: man tut der
mäßig interessierten Welt seine Gedanken zu Themen seiner Wahl kund."
In diesem Sinne werde auch ich tätig werden, meine Ansichten über die Welt kund tun, und eben dieser Welt über meine Fortschritte bei meinem großen Hobby, dem schreiben berichten.
Ich hoffe, dass es ein lebhaftes, aktives Blog wird, das auf viel Zustimmung stoßen wird.