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Dienstag, 22. November 2011

Wissen ist Macht, Glauben ist Ohnmacht - Klimawandel eine Glaubensfrage?

Seit etwa zwei Jahren twittere ich. Seit einem knappen Monat habe ich ein Tool gefunden, mit dem ich tatsächlich Twitter nicht nur für die Verbreitung meiner Tweeds nutzen, sondern auch mitlesen kann.
Vor etwa einer Stunde fiel mir dann ein Tweed von @Newstopaktuell auf, der zu diesem Artikel führte.
Das Besondere an diesem Artikel ist seine Engstirnigkeit. Das "Ende der Klimalüge" wird hier herbei geredet.
Ich möchte mich mit dem Thema nicht zu sehr auseinandersetzen, weil mir der Klimarat IPCC überhaupt nichts sagt. Wohl aber zu dem Artikel selbst, der vor Fehlern, Lügen und Ignoranz nur so strotzt.
Ich arbeite diesen Blödsinn mal Punkt für Punkt ab.

1) Die australische Zeitung The Australian titelte: "The IPCC has ben wrong for the past fifteen years!"
(Die IPCC hat sich die ganzen letzten fünfzehn Jahre geirrt!)
...sacken lassen.
Nun ist es schon mal sehr sensationsheischend, eine Zeitung als Beleg für diese Aussage zu nehmen anstelle einer zitierfähigen wissenschaftlichen Arbeit. Zudem auch noch eine, die dem in letzter Zeit in erhebliche Kritik geratenen Medienmogul Rupert Murdoch gehört, der für Sensationen, nicht aber unbedingt für die Wahrheitsfindung bekannt ist. Es ist dabei aber besonders dämlich, wenn @Newstopaktuell auf den Diskussionsthread verlinkt, nicht auf den Zeitungsartikel selbst.
Verlinkung auf belegbare Quellen habe ich nicht gefunden. Ergo: Unglaubwürdige Berichterstattung.

2) "Klimalügner IPCC am Ende"
...sacken lassen.
Die IPCC ist ein Konglomerat von Fachleuten und Wissenschaftlern, die die neuesten Erkenntnisse über das Weltklima referieren und Empfehlungen geben. Die IPCC schreibt selbst nicht auf ihrer Homepage, fünfzehn Jahre falsch gelegen zu haben oder räumt Teilaspekte ein. Klarer Fall von träumerischem Wunschdenken. So wird definitiv KEIN Journalismus gemacht. Abgesehen davon, dass die IPCC nicht von den Journalisten mit dieser "Tatsache" konfrontiert wurde, wie es gute Journalisten, die nicht für Murdoch arbeiten, getan hätten.

3) Als Beleg für die Behauptung, der Treibhauseffekt existiere gar nicht, werden Wissenschaftler erwähnt, die "schon vor hundert Jahren" belegt haben, dass es den Treibhauseffekt nicht gibt, nicht geben kann.
...sacken lassen.
Schon vor hundert Jahren hat man auch die Homöopathie als nicht funktionierenden Schwachsinn erkannt, und dennoch hat sie sich gehalten.
Bei der Klimaforschung sieht es jedoch anders aus. Vor einhundert Jahren hatten Wissenschaftler weder Wettersatelliten, noch weltweite Messstationen, also unsere heutigen Möglichkeiten. Anders ausgedrückt: Schon vor hundert Jahren können sich Wissenschaftler geirrt haben. Und ihnen haben definitiv die Daten von heute gefehlt. Das ist unumstößlich.

4) Der sogenannte "Treibhauseffekt" ist nichts anderes als wissenschaftlich verbrämter Unsinn.
...sacken lassen.
Da wird also ein Themenfeld der Wissenschaft, an der laut Wikipedia seit fünfzig Jahren geforscht wird, mal eben als null und nichtig, wissenschaftliche Spinnerei abgetan.
Der Treibhauseffekt ist eine Wechselwirkung zwischen bestimmten, vermehrt auftretenden Gasen und Sonnenstrahlung. Das kann man mögen oder hassen, wegreden geht allerdings nicht. Außer, man wird dafür bezahlt. Aber Wissenschaft besteht nicht aus Glauben, sondern aus Wissen. Und wir wissen, wo diese Gase sind, was sie bewirken und wie sie es tun. Der Rest ist Messarbeit und Datenauswertung.

5) Für diesen Punkt muss ich zitieren: "Laut Klima(l)ügnern sollte das Spurengas CO2 (atmosphärischer Gehalt: nur 0,0385 Prozent) nun diese von der Erde abgstrahlte Wärmeenergie absorbieren. Das Dumme dabei ist, dass CO2 das gar nicht kann! CO2 ist nämlich nur bei minus 73,5 und weniger Grad Celsius zur Absorbtion von Energie in der Lage. Was vom Erdkörper abgestrahlt wird, ist aber deutlich wohltemperierter und somit für CO2 in tieferen atmosphärischen Schichten gar nicht absorbierbar, da es dort nicht kalt genug ist."
...sacken lassen.
Da hat sich ja jemand richtig Mühe gegeben, um ein paar Tatsachen zu verdrehen, sprich sich die Wirklichkeit wie gute Kreationisten zurecht zu biegen und physikalische Erkenntnisse gegen die Wissenschaft zu verwenden.
Selbst ich als Laie weiß, dass es NICHT darum geht, dass CO2 in der Atmosphäre Wärme ABSORBIERT. Das wäre in zehn, zwanzig und mehr Kilometern Höhe, wo automatisch Minusgrade herrschen, vielleicht auch ein wenig viel verlangt.
Tatsächlich aber geht es darum, dass Gase wie CO2 zwar Wärmestrahlung auf die Erde lassen, jedoch die Wiederreflexion ins All behindern. Dass diese Gase Wärmestrahlung speichern sollen, ist Blödsinn. So funktioniert die Aufheizung der Erde nicht.
Das hätte ein guter Journalist herausgefunden, mit einem Klick auf Wikipedia.

Ein richtig guter Journalist jedoch kennt all diese Fakten, verdreht sie, und schreibt ein Rupert Murdoch-Pamphlet gegen die Wissenschaft und gegen die wissenschaftliche Forschung zum Klimawandel.

...sacken lassen.
News Top Aktuell, das war eine miese Leistung für Journalisten. Oder es war eine exzellente, hoffentlich bezahlte Lobby-Auftragsarbeit. In beiden Fällen: Setzen, sechs.
Tatsächlich bin ich kein Verfechter des von Menschen verursachten Treibhauseffekts und der damit zusammenhängenden globalen Erwärmung. Nein, sicher nicht.
Stattdessen weiß ich, dass sich die Erde periodisch, in einem Zeitraum, den ich jetzt nicht im Kopf habe (der aber sechshundert bis eintausend Jahre andauern kann, ich recherchiere das noch mal), um ein bis zwei Grad erwärmt und wieder abkühlt. Das liegt vor allem daran, dass wir uns mitten in einer sogenannten Interglaziale befinden, der warmen Phase einer Eiszeit, und Schwankungen in der Welttemperatur über einen großen Zeitraum sind da vollkommen normal. Und, daran möchte ich auch kurz erinnern, zur Römerzeit galt Germanien als noch unwirtlicher und kälter, während sich um 900 herum norwegische Bauern auf dem warmen und fruchtbaren Grönland niederließen. Tatsächlich war das Eis der Antarktis dann zu Cooks Zeiten ein noch gewaltigeres Bollwerk und der Nil fror zu, als wir den letzten Tiefpunkt erreicht hatten. Dies mal als Ansatz für ein Zeitfenster für Erwärmung und Abkühlung.
Nun streben die Temperaturen wieder nach oben, und ich weiß noch nicht, wann wir die aktuelle Spitze erreichen werden. Tatsache ist jedenfalls, dass es die Erderwärmung gibt. Tatsache ist auch, dass der Mensch die Erderwärmung u.a. mit Klimagasen begünstigt. Da wir aber erst seit rund einhundertfünfzig Jahren das Wetter effektiv beobachten, wird noch viel Forschung notwendig sein, um die natürliche Erwärmung und den Anteil von Menschenhand zu bestimmen. Soweit mein eigenes Wissen zum Thema.
...sacken lassen.


Fazit: Es gibt die globale Erwärmung. Sie mit Blick auf das nicht existente "Klimagate" wegreden zu wollen, oder mit Hinweis darauf, dass "der Treibhauseffekt gar nicht funktionieren kann", nur weil sie Wirtschaftsinteressen stört, ist dumm, leichtfertig und wird für die gleichen Wirtschaftsinteressen horrende Kosten verursachen. Wie ich schon sagte, halte ich den menschlichen Anteil an der Erwärmung für nicht gleichbedeutend mit der Gesamterwärmung, um es schwammig zu sagen. Jeder Journalist, jeder Wissenschaftler, der sagt, es gibt keine globale Erwärmung, hat entweder von Klimaforschung, Geologie, Meteorologie oder wenigstens rationaler Wissenschaft keine Ahnung (was bei Journalisten eventuell verzeihbar wäre - eventuell), oder sie lügen ganz bewusst.
Deshalb, liebe @Newstopaktuell: Ihr seid mir schon mehrfach negativ aufgefallen. Noch so ein Propaganda-Ding, und Ihr seid entfolgt. Wer sich als Journalist ausgibt, muss auch als Journalist arbeiten.
Selbstredend werde ich dann auch all meinen Followern die Entfolgung empfehlen.
Es kann NICHT angehen, dass ich Laie EURE journalistische Arbeit machen muss, um die Welt vor Dummheit zu bewahren.

Samstag, 19. November 2011

33.333

Es ist mal wieder soweit. Schnapszahl! Wenige Tage nach dem letzten Tausender verzeichne ich dreiunddreißigtausenddreihundertunddreiunddreißig Aufrufe auf meiner Seite. Na, wenn das nicht mal einen Blogeintrag über Fanfiktion.de wert ist...

Was mich zu einem anderen Thema bringt. Ich bin ja nicht der einzige, den höhere Klickzahlen und mehr Kommentare freuen. Ein mittlerweile guter Freund von mir, der Autor Stinkstiefel, hat eine geniale alternative Stargate-Geschichte namens Projekt Killian geschrieben, nicht abgeschlossen, die Jahre vor dem Spielfilm ansetzt, und dazu... in Deutschland. Ich habe es gerne gelesen, und ich denke, wenn er mehr Klicks kriegt, dann kommt auch bald die Fortsetzung. Also, Leute, schaut mal rein, wenn Ihr eine unabhängige Story im Stargateversum lesen möchtet. Ich empfehle sie nachdrücklich.

Donnerstag, 17. November 2011

He's back - und wir haben ihn nicht vergessen!

Tja, es ist also soweit. Karl Theodor und so weiter zu Guttenberg traut sich das erste Mal seit seinem Rücktritt und seiner Flucht nach Amerika wieder zu einem öffentlichen Auftritt. Laut dem Handelsblatt soll er auf einem Sicherheitskongress in Halifax, Kanada, eine Rede zum Thema Weltwirtschaftskrise halten.
...sacken lassen.

Nur noch einmal zur Erinnerung an den Themenkomplex: KTG ist im März als Verteidigungsminister zurückgetreten, weil ihm "die feige Linke und die heuchlerische anonyme Schwarmintelligenz im Internet" (ironische Hervorhebung von mir) nachweisen konnte, dass er nicht nur über die Hälfte seiner Doktorarbeit geklaut hatte, sondern sogar für das Fazit Fremdtexte verwendet hat - was den Sinn des Fazits ad absurdum geführt hat.
Darauf, dass er mit nur einem Staatsexamen mit seiner Doktorarbeit beginnen durfte, und dass er den Doktortitel rund ein Jahr vor Abgabe seines Machwerks bereits führen durfte - machte sich ja gut auf seinem Namensschild - will ich auch nur am Rande eingehen.
Viel wichtiger ist für mich, wofür dieser Mann steht, der bei der Bundeswehr ach so beliebt war, weil er im sicheren Masar el Sharif für die Presse mit kugelsicherer Weste Schaulaufen betrieben hat, als wäre er direkt an der Front: Nämlich für halbherzige Ausreden, stückchenweise Teilgeständnisse, ans Ausmaß der Enthüllung seiner Verfehlungen angepasst, und einen weinerlichen, rührseligen Abschied, in dem er es gewagt hat, sich als Opfer darzustellen. Ohne seine Tat zuzugeben, als er bereits entlarvt war. Dabei war er sich auch nicht zu schade, seine eigene Familie zu instrumentalisieren.
...sacken lassen.

Man kann ihm sicherlich vieles vorwerfen. Als Wirtschaftsminister hat er mir überhaupt nicht gefallen (was wohl auch an seiner Mitgliedschaft bei der Atlantikbrücke liegt, die amerikanische Interessen in Deutschland schützt und neoliberale Wirtschaftspolitik propagiert - genau, die gleiche Wirtschaftspolitik, die uns in die aktuelle Krise geführt hat), und als Verteidigungsminister werfe ich ihm Ablenkung auf Kosten der Soldaten vor. So hat er nämlich, als die Vorwürfe konkreter wurden, den Tod von drei deutschen Soldaten in Afghanistan genutzt, um sich zu verteidigen, weil "die Aufmerksamkeit nicht ihm, sondern den getöteten Soldaten gebühre". Gorch Fock-Affäre; undurchsichtige Handlungsstrategie im Zuge der Untersuchungen zur Zerstörung der von Taliban entführten Tanklaster; Ministerarbeit, als sei sie von der BILD-Redaktion diktiert; nein, ich kann nichts Gutes an KTG in der Politik entdecken.
...sacken lassen.

So, jetzt hat er also seinen ersten Auftritt in Kanada, und nicht in den USA, wo er viele persönliche Kontakte haben soll. Das ist dann wohl der erste Schritt in Richtung Comeback für ihn.

Fazit: Ich habe es ja gewusst. Er kommt durch die Hintertür wieder und wird definitiv 2013 für den Bundestag antreten. Das ist meine Prognose. Und Merkel wird, falls sie überhaupt wieder die Regierung bilden kann (was ich nicht hoffe, denn schlechter geht es nicht, besser allemal), keine Probleme haben, ihn wieder in die Regierung zu holen. Obwohl er beinahe für zehntausende Doktoren ihre hart erarbeiteten Titel zur Lächerlichkeit degradiert hatte. Obwohl er sich nicht einmal entschuldigt hat. Obwohl er der Wissenschaft großen Schaden zugefügt hat, vor allem durch seinen Abschied auf Raten. Obwohl er seinen Ghostwriter schlecht bezahlt hat... Okay, letzteres ist meine Mutmaßung.

KTG, komm ruhig wieder, wenn Du meinst, Du wirst wieder gewählt, sobald der Staub sich gelegt hat. Mit einem Mann, der sich entschuldigt, und dann wieder von unten versucht Tritt zu fassen hätte ich kein Problem. Wohl aber mit jemandem, der von Glaubwürdigkeit keine Ahnung hat, aber dieses Land regieren will. Dreister geht es wohl nicht. Es fehlt nur noch, dass am Ende "die Linke" schuld war, und alles war nur ein Komplott gegen den zukünftigen Bundeskanzler. Wundern würde mich diese Legendenbildung keinesfalls.
Ich für meinen Teil stehe dann bereit und helfe dabei, den Staub wieder aufzuwirbeln.
Aber theoretisch kannst Du Dich ja immer noch aufrichtig entschuldigen, um Dir eine zweite Chance ehrlich zu verdienen.
Allein, daran glaube ich nicht.
Komm nur, ich warte auf Dich. Die feige, anonyme Schwarmintelligenz wartet auf Dich.

Montag, 14. November 2011

Webcomic-Roll: Ace schaut über den Tellerrand 3

Und weiter geht es mit dem Webcomic-Roll.
Die Reaktionen sind ja eher spärlich. Aber das hindert mich nicht daran, weiter zu machen.

Der nächste englsichsprachige Comic beschäftigt sich mit World of Warcraft. Siinigerweise heißt er: "World of Warcraft, eh?", und beschäftigt sich - man lese und staune - mit dem Erfolgs-MMORPG von Blizzard.
Die Kanadierin Kelly Aarons zeichnet hier humorvolle, sympathische, augenzwinkernde Texte aus Sicht der Horde, und speziell aus der Sicht ihrer Tauren-Druidin Cadistra.
Ihr zur Seite steht die Blutelfen-Paladina Kissless, und gemeinsam erleben sie ihre Abenteuer in Azeroth.
Die ersten rund fünfzig Comics von ihr sind Onepager oder Ein Bild-Cartoons. Später wagt sie sich mehrfach an längere Storylines. In einem dieser längeren Arcs stößt der Heiler Kama hinzu, um das Duo fortan zu unterstützen.
Eigentlich updated der Comic jeden Montag, doch seit einiger Zeit erfolgt er nur sehr unregelmäßig. Kelly Aaron lässt da die Zügel ungewohnt lange schleifen; ich hoffe ja, weil sie eine neue Arbeit gefunden und deshalb für ihr "sweet Baby" keine Zeit mehr hat. Generell zu empfehlen, sonst würde ich nicht regelmäßig rein schauen.


Manly Guys doing manly Things von Kelly Turnbull ist, wie der Name schon verrät, ein englischsprachiger Comic mit eine Menge Humor, Ironie und Sarkasmus. Punchline der Geschichte ist eine Agentur, die machomäßigen Männern nach ihrer Zeit als Actionheld den Einstieg ins normale Berufsleben erleichtert. Und so tummeln sich dann auch ganz besondere Personen in der Agentur, so wie zum Beispiel Duke Nukem, Kratos aus dem Spiel God of War, Marv aus dem legendären Film Sin City oder gar Goliath aus der Disney-Serie Gargoyles.
Dazu kommen etliche große, Muskelbepackte Männer aus etlichen weiteren Serien, Filmen, Spielen, Bücher und dergleichen, die ich nicht zuordnen kann.
Sie stellen sich unter der Leitung des "Commanders", einem geschiedenen Vater und zeitreisendem Space Marine (übrigens ein Original-Charakter), den Unbilden des normalen Lebens.
Ich verfolge den Comic erst seit einer Woche, hatte aber viel Spaß dabei, ihn von Anfang an nachzulesen.
So wie ich das erkennen kann, kommt der Update einmal wöchentlich.



Daily Quests
von Sara Kleeyo ist wieder ein englischsprachiger WoW-Comic. Meistens geschildert aus der Sicht eines Blutelfen-Pärchens, aber sie/er hat auch ein paar Gastbeiträge auf ihrer Seite. Mit viel Spaß schaut sie auf die Lebensumstände, die man eben so hat, wenn man auf Seiten der Horde in Azeroth unterwegs ist.
Der Comic kriegt sein Update immer Montags. Bisher habe ih keine größere Verzögerung bemerkt.


Um wenigstens ansatzweise gerecht zu sein, präsentiere ich jetzt einen WoW-Webcomic, der aus der Sicht der Allianz erzählt: Dark Legacy behandelt die Erlebnisse der Gilde Dark Legacy, und hat anfangs einen eher gewöhnungsbedürftigen Stil. Nach ein paar Seiten aber hat Arad Kedar seine Form und seinen Stil gefunden und gestaltet seine Comics aufwändiger.
Die Comics haben im Allgemeinen einen düsteren Humor, und man muss sich beinahe schon schämen beim Lachen. Wen das nicht stört, der wird wundervoll unterhalten von den vielen unterschiedlichen Charakteren und ihren Abenteuern in Azeroth.
Aber Leute mit schwachem Magen sollten die Rubrik Gighs Kitchen überspringen. Was die Nachtelfenheilerin da in ihre Töpfe tut ist gewöhnungsbedürftig. ^^
Der Comic kriegt jeden Montag eine neue Seite, und ich habe nicht bemerkt, dass Arad großartig laggen würde. In jedem Fall schreibt er amüsante Geschichten für seine Charaktere.


Der zweite - oho, es gibt noch einen - englische Allianz-Webcomic zum Thema World of Warcraft ist ein älteres, bereits abgeschlossenes Projekt der Autoren Dave Kossak und Rhys Yorke, die mittlerweile professionell für Blizzard arbeiten: Flintlocke's Guide to Azeroth.
Erzählt werden die Abenteuer des Zwergenjägers Flintlocke und seinem üblichen, täglichen Wahnsinn. Gemeinsam mit seinen Gefährten richtet er normalerweise mehr Schaden an als er nützt. Ich sage einfach mal: Reinschauen.
Wie ich oben schon schrieb, ist der Webcomic abgeschlossen. Der Leseaufwand ist also überschaubar.

Samstag, 12. November 2011

33.000 mit leichter Verspätung

Ich gebe zu, ich war in letzter Zeit etwas verwöhnt. Mit schöner Regelmäßigkeit hatte ich alle zwanzig Tage eintausend Aufrufe auf meine Geschichten bei Fanfiktion.de.
Diesmal haben die Klickzahlen zwei Tage Verspätung.
Ich hoffe nicht, das dies ein Zeichen für das nachlassende Interesse von Euch Lesern ist. ^^°

Aber aussagekräftiger sind ohnehin die Reviews. Also, schreibt mir welche. ^^

Lest mich weiter und bleibt mir treu.


Edit: Heute habe ich doch glatt den SPAMFILTER entdeckt. Da waren drei alte Kommentare versteckt, die ich soeben freigegeben habe. Sorry, liebe User. Ich habe Euch nicht zensiert. ^^°

Edit 2: Auch gerade entdeckt: Dies ist exakt mein dreihundertster Blogpost. ^^

Donnerstag, 10. November 2011

Webcomic-Roll: Ace schaut über den Tellerrand 2

Den zweiten Teil meines Rolls fülle ich hauptsächlich mit deutschen Seiten, damit ich das hinter mir habe.

Den Auftakt macht Joscha Sauers Blog-Comic Nicht lustig. In seinen Ein Bild-Comedy-Performances kommen seine Knuddel-Menschen so richtig in Fahrt. Seien es die beiden verrückten Wissenschaftler, Herr Riebmann aus der Zwischenwand oder die üblichen Opfer des Alltags. Natürlich kriegt auch der Weihnachtsmann sein Fett weg. Beliebte Themen bei ihm sind auch die todesverliebten Lemminge. Legendär die Szene mit dem Tod, der einem Lemming sagt: "Hören Sie auf, mich zu verfolgen!" Und der Lemming: "Aber... Ich liebe Sie!"
Auch die ungezählten Yeti-Sketche, Zeitreise-Dinosaurier, auf ihre eigene Art fiese Hunde, (legendär die Szene mit dem lesenden Hund, an dessem Zaun folgende drei Schilder zu sehen waren: 1. Warnung vor dem Hund. 2. Hey, ich kann schreiben! 3. Dann kann ich auch lesen!), Kühe, und was das Tierreich noch zum Besten gibt.
Episch wird es dann allerdings, wenn es ein Crossover zwischen ihm und Ruthe gibt.
Während Ralph Ruthe einen Maulwurf zeichnet, der mit dem Besenstiel gegen einen Sarg über seiner Decke trommelt, taucht bei Joscha ein Maulwurf auf, der einen alten, toten Maulwurf auf dem Bett eines Mannes ausdrapiert und sagt: "So, jetzt liegt MEIN toter Großvater in Ihrem Schlafzimmer! Wie finden Sie das? WIE FINDEN SIE DAS?"
Die Mafia kriegt natürlich auch ihr Fett weg.
Nicht lustig lädt sehr unregelmäßig hoch, ungefähr einmal die Woche ist normal. Es kann auch mal sein, das zwei Wochen oder länger nichts kommt. Aber dann lädt Joscha auch mal zwei in der gleichen Woche hoch. Legendär ist auch das Merchandising der Seite, mit T-Shirts, Kaffeetassen und vielen weiteren Extras.
Nichts gegen den Pudel des Todes, Leute.


Der Cartoonist Flix aus Berlin hat auf seiner Homepage einen eigenen Bereich für simple Schwarzweiß-Comics, in dem er den Alltag veralbert: Flix' Helentage.
Auf diesen Vier Bilder-Strips kommt so ziemlich alles vor, was ihn bewegt und was er kennen lernt. Ob Beziehungsprobleme, eine seiner Reisen, der ganz normale Berliner Alltag, sein Job aus Comiczeichner (er hat schon einige Bücher raus gebracht), oder sogar - man staune - sein neues Sofa. Alles wird verflixt erzählt.
Doch auch ihm sind Grenzen gesetzt. Wenn er erzählt, dass er eigentlich Vampir ist, und seine Kumpels Joscha und Ralph ja Werwölfe, und er dann nicht mehr weiter weiß, ist das schon irritierend. Aber lustig. ^^V
Der Flix datet sehr unregelmäßig ab. Alle zwei Wochen zumindest bringt er aber seine "Heldentage" auf den neuesten Stand.


Last but not least für die deutschen Comics kommt wieder Ralph Ruthe zum Zug. Bei den Frühreifen kämpfen Ralfi, Norbert und Marcel mit den Unbilden klein zu sein, erwachsen zu werden, der Schule, den Eltern und der Pubertät.
Vor allem Ralfi fängt sich mit seiner Liebe für die Veganerin Jenny regelmäßig Ärger ein. Und dann ist da noch sein eigener Hund, der ihm das Leben schwer macht, von Mama und Papa ganz zu schweigen...
Ralph Ruthe tobt sich hier tüchtig aus, bringt die Probleme, Peinlichkeiten und Unmöglichkeiten dieses Alters auf den Punkt und uns zum Lachen. Amüsant, abstrakt, abstrus, aber immer witzig begleitet er Ralfi und Freunde durch ihren Alltag.



Arkward Zombie
von Katie Tiedrich gehört definitiv zu meinen englisch-sprachigen Lieblingen. Katie parodiert hauptsächlich Spiele, von Nintendo über Portal bis zu Minecraft, Filme wie Matrix, Anime und Manga... Zu viel um es alles aufzuzählen. Sie ist ungeheuer kreativ und trifft fast immer meinen Humor. Ich bin sehr zufrieden mit ihr.
Sie lädt eigentlich regelmäßig jeweils Montag einen neuen Comic hoch; Ausnahmen bestätigen die Regel. Für Game-Fans von Link&Co. sehr zu empfehlen.


So, die vier sollten erst mal vorhalten.
Bitte schreibt mir in die Kommentare, welche Comics Ihr besucht habt und wie Ihr sie findet.

Mittwoch, 9. November 2011

Webcomic-Roll: Ace schaut über den Tellerrand 1

Webcomics, was ist das? Oder vielmehr, was SIND sie?
Webcomics sind für jeden etwas, der schon einmal die Micky Maus durchgeblättert hat; der einen Manga im Schrank hat; der mit Lucky Luke in den Sonnenuntergang geritten ist, Tim&Struppi auf Abenteuer begleitete; Lollek und Bollek mochte; mit Clever&Smart auf verrückte Missionen gegangen ist und mit Captain America oder Superman die Welt zu retten versuchte...

Im Prinzip ist ein Webcomic ein Comic im Internet, wie es der Name schon sagt. Er wird regelmäßig oder unregelmäßig, manchmal auch gar nicht geupdatet... Was bei einigen Schade ist. Thematisch sind Webcomics breit gestreut, es ist für jeden was dabei. Manche Webcomics sind grandios, manche gewöhnungsbedürftig, manche extrem, so wie das Web selbst sein kann.
In meinem heutigen Blogeintrag möchte ich erst mal vier der Comics vorstellen, die ich regelmäßig besuche. Ich werde dazu schreiben, wer sie produziert, wie oft geupdatet wird, und natürlich von vorne herein, worum es geht. Die Webcomics, die ich besuche, sind fast alle auf englisch. Das als Warnung vorneweg. Aber ich musste eher selten zum Web-Übersetzer greifen, also keine Panik, Leute. ^^
Ich stelle alle Links ab Seite eins ein; teilweise haben diese Webcomics vierhundert Episoden.


Ich beginne mal mit leichter Kost vom Blind Ferret-Team Lar Desouza und Ryan Sohmer.
Least I could do behandelt die Abenteuer des eigentlich eher normalen Rayne Summers. Das "eigentlich" ist hier das Problem, denn Rayne hat gegenüber Sexualität ein sehr offenes Verständnis. Der erste Comic, der im Web zu finden ist, zeigt ihn prompt auch dabei, wie er seinem Penis zur fünfzigsten Frau gratuliert...
Macho-Schwachsinn, könnte man jetzt sagen, und man hätte eventuell auch Recht. Aber das ist nur ein Teilaspekt der Geschichte. Denn es dreht sich für Rayne nicht nur um Frauen. Rayne ist Fantasy-begeistert, Manga- und Comic-Liebhaber, ein guter Freund und ein verlässlicher Partner - nur nicht in Liebesdingen. Tja.
Das Augenmerk gilt natürlich Rayne, aber auch die anderen Mitglieder des Comics kommen nicht zu kurz. So kommt zum Beispiel sein Bruder vorbei, der ein noch rigoroseres, kompromissloseres Verhältnis zu Frauen pflegt, und dabei gerne noch darauf herum reitet, dass er Chirurg ist.
Ich will nicht zu viel erzählen, um nicht die Freude an der Entdeckung des Comics zu nehmen. Ich erwähne nur eine Szene, in dem Rayne für den 1. April seinem eher klein geratenen Freund Mick die Tür zu seinem Zimmer zu einer typischen runden Hobbit-Tür umbaut.
Oder wenn der Lehrer John mit dem imaginären Darth Vader auf seiner Schulter Zwiegespräche hält... Der Spaß und der Humor kommen nie zu kurz.
Eine kleine Warnung vielleicht noch. Lar Desouza ist der vierte? Zeichner, der LICD umsetzt. Der Stil des ersten Zeichners Trevor Adams und der der nachfolgenden Zeichner ist... Sehr different und gewöhnungsbedürftig. Bis zu Lars unverwechselbarem und gutem Stil dauert es ein wenig, aber die Story ist es wert, versprochen.
Der Comic wird!!!! täglich geupdated, und Sonntags kommt grundsätzlich ein Least I could do! Beginnings! in Form einer großformatigen Seite, in der der junge Rayne die Welt auf den Kopf stellt.


Der nächste Webcomic ist ebenfalls von Blind Ferret und dem bewährten Team Desouza/Sohmer. Looking for Group fängt als World of Warcraft bealike an.
Der Elf Cale'Anon betritt das Geschehen mit dem großherzigen Versprechen, alles Gute in der Welt zu beschützen. Leider trifft er schon auf der ersten großformatigen Seite auf den Untoten Hexenmeister Richard, der dem Elfen anhand eines Hasen erklärt, dass die Welt aus Gut und Böse besteht - und dass er nicht zu den Guten gehört. Das Cale selbst auch ein "Böser" sein soll, ist für ihn dann doch etwas schwierig zu verstehen. Und das sie die Hilfe der Troll-Priesterin Benny brauchen, um den gerade eben von Richard in Asche verwandelten Cale zu rezzen - was sie in die unvorteilhafte Lage bringt, gegen einen General des Königs zu kämpfen und seine Männer zu töten - hilft auch nicht gerade weiter. Aber es ist der Beginn einer Zweckgemeinschaft, die für etliche Lacher gut ist, aber auch für den einen oder anderen Schauder.
LFG beginnt als WoW-Comic-Klon, aber etabliert sich schnell in der eigenen Welt mit eigenen Regeln. Zwar begegnen einem viele der alten Völker - schnell kommen weitere Trolle, Gnome, Zwerge und Menschen hinzu - aber wir haben hier viel Eigendynamik, und ein grandioses Gesamtkunstwerk, das jede gelesene Seite wert ist.
LFG wird garantiert!!! jeden Montag und jeden Donnerstag fortgesetzt. Ich habe es noch nie erlebt, dass das Blind Ferret-Team jemals Verspätung gehabt hätte.


Willkommen auf einem deutschsprachigen Webcomic: Ruthe.de. Ralph Ruthe ist ein wahres Multitalent. Wer dem Link folgt, gelangt nicht nur auf der Hauptseite seiner Homepage mit jeweils dem aktuellsten Cartoon, er hat auch Zugang zu einer Vielzahl an Videos, die Ralph in den meisten Fällen alleine produziert, spricht, und die Musik dazu schreibt und macht.
Zu Ralph Ruthe möchte ich nicht viel sagen, nur dass er seinen ganz eigenen Humor hat, der sich wirklich, wirklich lohnt; es ist eigentlich für jeden was dabei.
Und es lohnt sich, vor allem wenn man seine Arbeiten noch nicht kennt, wirklich bis zum Anfang zurück zu klicken und sich alles anzuschauen.
Hauptelemente von Ralph sind die HNO-WG (Giraffe, Nashorn und Koala), der Weihnachtsmann und Rudolph, der Typ in rosa Hasenkostüm, die Bäume, der gelbe Hund und der arme blonde Kerl, der bei Ruthe selten viel zu lachen hat. Auf seine Kosten kommt man trotzdem, versprochen.
Ralph veröffentlicht unregelmäßig, aber man kann sich sicher sein, dass es die Woche mindestens zwei Updates gibt, manchmal auch vier oder sogar fünf. Gibt es keine Updates, steht bald wieder ein neues Video an. Der Mann ist super produktiv, und wer ihn nicht schätzt, hat selber Schuld. Wer ihn nicht kennt, sollte das UNBEDINGT nachholen.

Dann wäre da als letzte Vorstellung des Tages die englische Seite vom Tsunami Channel samt Webcomic.
Eine Warnung vorweg: Der Hauptautor Akira hat letztes Jahr im Frühjahr eine fast anderthalbjährige Pause beendet... In diesen Tagen befindet er sich in einer weiteren, bereits ein Jahr andauernden Pause.
Der Comic ist schwarzweiß, aufgelockert durch die Arbeiten von Akiras Schwester Romy und diversen Gastcomics.
Der Comic selbst ist geprägt durch die vielen Anspielungen auf populäre Mangas und Animes. Hier erkennt man sehr gut den Insider, nein, den Fachmann. Gerade Anime-Fans, wie ich einer bin, haben hier sehr viel Spaß.
Den Hauptanteil bestreitet übrigens Experimental Comic Kotone, kurz ExCoKo.
Wie im Anime kriegt die Hauptfigur, "Onii-chan", den weiblichen Cyborg Kotone als kleine Schwester zur Seite gestellt... Im Forum der Seite wird übrigens reichlich spekuliert, wie Oniichans wahrer Name lauten könnte.
Und damit beginnt nicht nur der Spaß, sondern auch der Ärger, regelmäßig angeheizt vom Tutor des studierenden Oniichans, Professor Hagesawa, der selbst ein übermäßiges Interesse an Animes hat. Seine Assistentin Tsunami hat dabei auch alle Hände voll zu tun, um die schlimmsten Schnitzer des Professors, ebenso wie seine Hentai-Sucht, auszubügeln.
Das Ganze nimmt dann nicht Harem-hafte, sondern Datingsim-hafte Züge an, wenn die Kendo-Meisterin Raika Teil von Oniichans Leben wird. Natürlich trägt sie ein richtiges Katana bei sich und hat mit inneren Dämonen zu kämpfen.
Dann folgt auch noch die ominöse japanische Verlobte Haruna für Oniichan, die kein Englisch spricht, und recht unbedarft daher kommt, sowohl was die plötzliche Verlobung angeht, als auch die Umstände ihres auf den Kopf gestellten Lebens. Nur, um dann der doch recht gewalttätigen Raika effektvoll Kontra zu geben.
Und das passiert alleine auf den ersten Seiten. Und es sind längst nicht alle Figuren. Spätenstens wenn Konstantin dazu kommt - jung, bisexuell und offen für jeden und alles zwischen sechzehn und achtzig - ist ExCoKo vollends im Comedy-Sektor angekommen.
Wie ich eingangs schon schrieb, pausiert Akira. Ich schaue immer wieder mal rein in der Hoffnung, das es weiter geht; ins Forum habe ich nicht geschaut.
Dennoch, es gibt viel zu entdecken, gerade als Fan von populären Animes und Mangas. Ich halte es nicht für verschwendete Zeit, all dies nachzulesen. Selbst wenn Akira seine Arbeit nie mehr fortsetzen sollte. Ein Schicksal, das viele viel versprechende Webcomics ereilt. Leider.

Das waren natürlich nicht alle Webcomics, die ich verfolge. Die anderen werde ich Euch nach und nach Häppchenweise präsentieren.
Schreibt mir bitte in die Kommentare, welche Comics Ihr Euch angesehen habt, und was Ihr von ihnen haltet.

Freitag, 4. November 2011

How to deceive german people...

Also, Leute, ich weiß ernsthaft nicht, wo ich heute anfangen soll.
Ich weiß wirklich nicht, wo ich thematisch hinsteuern soll.
Und ich weiß echt noch nicht, wie weit ich es heute führen soll.

Fangen wir mit dem Thema an, über das ich ursprünglich posten wollte:
Mittagstisch. Diskussion. Zufällig erwähnt: "Pluto ist ja kein Planet mehr."
Da kriege ich zu hören: "Ja, aber dieser andere Planet im Planetoidengürtel, der größer als der Mond ist, der soll ja Planet werden."
"Wo? Im Asteroidengürtel?" "Ja." "Größer als der Mond?" "Ja." "Du meinst nicht Ceres?"
"Nein, das kam im Fernsehen. Den haben sie neulich erst entdeckt."
"Das ist unmöglich." ... ... ... "Du weißt auch nicht alles besser, und es kam im Fernsehen."
...
"Das ist trotzdem unmöglich. Ein Objekt dieser Größe müsste schon vor Jahrtausenden entdeckt worden sein. Sieh dir Ceres an. Eintausend Kilometer groß, und seit Ewigkeiten bekannt."
"Aber es kam im Fernsehen in so ner Sendung. Man konnte ihn vorher nicht sehen, weil er so eine Oberflächenstruktur hat. Er wurde jetzt erst entdeckt."
"Sieh mal, ein Objekt größer als der Mond, das sich im Planetoidengürtel befindet, reflektiert Sonnenlicht und wird damit sichtbar. Ceres hat man so entdeckt. Wenn das Ding größer als der Mond ist, dann hätte man deinen Planeten noch vor Ceres entdecken müssen."
"Aber es kam im Fernsehen. Du weißt auch nicht alles besser. Die werden ja keinen Quatsch erzählen."
"Das ist trotzdem unmöglich. Du meinst sicher den neuen Planeten, den man in der Oortschen Wolke hinter Pluto entdeckt hat..."
"Nein, im Planetoidengürtel. Kam im Fernsehen. Und jetzt halt die Klappe."
...sacken lassen.

Also, hier noch mal zum Mitschreiben: Der Astronom Florian Freistetter, der auf Scienceblogs.de das Astrodicticum Simplex betreibt, ein Blog, der Astronomie Laien erklärt und näher bringt, hat vollkommen Recht. Die Existenz dieses Planeten, der angeblich im Planetoidengürtel existieren soll, erfordert Glauben. Wissenschaft aber erfordert Wissen. Mit einigen schlichten Beobachtungen, ein wenig Fachliteratur und gesundem Menschenverstand wäre mein Gesprächspartner von selbst darauf gekommen, dass ihm das Fernsehen - schade, dass ich den Sender nicht weiß - gequirlte Scheiße erzählt hat.
Florian hatte und hat zuerst mit dem Kometen Elenin zu kämpfen gehabt, der wahlweise aus hochverdichteter Masse eines Neutronensterns bestehen sollte, oder selbst ein Brauner Zwerg sein sollte (weil Idioten Koma und Schweif des Planeten für genauso fest hielten wie Sonnenmasse, dabei ist sie gasförmig und flüchtig), oder eben ein Vorbote von Nibiru, der schon im Dezember nächsten Jahres die Erde treffen soll, und das auf einer Bahn, für die er dreitausendsechshundert Jahre braucht... Was 1) eine sehr exzentrische, ellyptische Umlaufbahn erfordert, und 2) bedeutet, er müsste, um nächsten Dezember der Erde auch nur nahe zu kommen, bereits auf Höhe der Jupiterbahn sein.
Wäre das Objekt tatsächlich so groß wie ein Brauner Zwerg, und damit locker zwanzigmal so Massereich wie der Jupiter, hätten wir schon einen zweiten Mond am Himmel, alleine weil er Sonnenlicht reflektiert.
Klingt das soweit für alle logisch? Gut, okay. Und für alle, die jetzt rufen, Nibiru sei nur im Infrarotbereich zu erkennen, bzw. er absorbiert Sonnenstrahlen, eine Gegenfrage: Wenn da plötzlich ein riesiger schwarzer Fleck durchs Sonnensystem wandert, der Sterne verdeckt, meint Ihr, der fällt nicht auf?

Summa summarum verhält es sich auch mit dem Planeten, von dem das Fernsehen behauptet hat (Oh, ich WILL wissen, welcher dämliche Sender das war!!!), er wäre größer als der Mond und befände sich im Planetoidengürtel: Ein Ding, das so groß ist, erreicht fast die Größe des Mars. Zwar ist der Planetoidengürtel noch weiter entfernt als Mars, aber trotz der höheren Entfernung wäre er das hellste Objekt im Gürtel und wäre ohne Mühe bei der richtigen Konstellation mit bloßem Auge zu sehen.
Und auch wenn er Licht absorbiert, d.h. kein Sonnenlicht reflektiert, aus welchen Gründen auch immer, würde man ihn spätestens dann entdecken, wenn er Sterne verdeckt.
Also, Leute, bitte, bitte, bitte. Das ist Kreationismus, das ist Glaube statt Wissenschaft. Das ist Schwachsinn. Schaut zum Himmel und guckt nach, ob da irgendwas zu finden ist.
Und an meinen Gesprächspartner gerichtet: Glaub nicht jeden Scheiß, den Du im Fernsehen siehst, und verbiete mir nicht den Mund, nur weil Dir meine Antwort unbequem ist. Letztendlich weiß ich nicht annähernd so viel über Astronomie wie Florian Freistetter, aber unter den Blinden ist der Einäugige König.


Nächstes Thema. Es ist lange her, dass ich mich über GMX.de/Web.de aufgeregt habe. Heute ist es mal wieder so weit.
Die Redaktion schreibt unter dem Titel Deutsche für Euro-Aus Athens bei Sparverweigerung: "Die große Mehrheit der Deutschen ist für einen Austritt Athens aus der Eurozone, sollten die Griechen bei einem Volksentscheid gegen das internationale Hilfsprogramm stimmen. 82 Prozent sprechen sich im aktuellen ARD-Deutschlandtrend für das Euro-Aus der Hellenen aus."
...sacken lassen.

Leute, ich kann hier zwei Dinge nicht glauben. Das eine ist, dass hier wirklich suggeriert wird, dass Griechenland aus dem Euro aussteigen KANN; das andere, dass deutsche Politiker das für eine LÖSUNG halten.
Und noch ein Punkt stößt mir dabei sehr sauer auf: BILD. Natürlich ist es die BILD-Berichterstattung, die Fähnchen nach dem Wind-Merkel dazu gebracht hat, nach Atom-Umstieg und Minderlohnschwenk nun vom alternativlosen Retten von Griechenland auf den RAUS! RAUS! RAUS!-Zug aufzuspringen.
...sacken lassen.

Leute, mal ganz ehrlich. Griechenland hat knappe elf Millionen Einwohner. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt lt. Wikipedia 230 Milliarden Euro pro Jahr.
Zum Vergleich: Deutschland macht bei 82 Millionen Einwohnern fast 3,3 Billionen!
Oder um es mal in Worte zu fassen: Für eine Million Steuergelder, die Griechenland generiert, generieren wir zwei! Wir sind reicher als unser beliebtes südländisches Urlaubsland, erheblich reicher. Nicht nur ein bisschen reicher, sondern RICHTIG reicher. Und wir sind nicht die einzigen EU-Motoren. Sonst wäre das eine traurige Sache, das Vereinigte Europa.
...sacken lassen.

Natürlich läuft nicht alles rund in Griechenland. Gerade erst in den Siebzigern Demokratie geworden, ist der Staat recht jung. Korruption ist ein riesiges Problem. Beamte, die nicht existieren, Rentner, die nicht existieren und Tote, die Rente beziehen, sind für das erheblich geringere Budget Griechenlands ein Riesenproblem. Da muss was getan werden. Da muss aufgeräumt werden. Und man fängt am Besten z.B. in den Krankenhäusern an, wo man nur behandelt wird, wenn man sein Schmiergeld für den Arzt abgibt. Sicher. Aber das sind interne Probleme, die die Griechen bitte auch selbst regeln.
Okay, bleiben die großzügigen Beihilfen Deutschlands und anderer europäischer Staaten. Was ist damit?
Nun, ich misstraue Muberkel, dass wissen alle meine Blog-Leser. Und ich misstraue vor allem einer Hilfe, die vertraglich verlangt, das Griechenland von den Hilfsgeldern stantepede für ein paar Milliarden Euro deutsche U-Boote kauft. Was soll denn der Scheiß? Ich dachte, das Geld soll Griechenland helfen, und nicht Deutschen Werften? Muberkels Politik ist das.
Und jetzt kommt die Crux: Wofür ist das Geld da? Soll es die Infrastruktur verbessern? Fließen daraus Gehälter für Spezialisten, die Korruption bekämpfen? Werden wichtige Firmen wettbewerbsfähig gehalten, und damit Arbeitsplätze gesichert?
...sacken lassen.

Nun, es gibt da ein paar Banken, viele davon europäische Banken. Auch deutsche. Griechische sind, ehrlich gesagt, auch dabei. Die haben Griechenland geholfen, besser auszusehen als sie eigentlich dastanden, und ihnen damit den Sprung in die Währungsunion erleichtert. Und das war auch gut so, denn ich sehe einerseits in einem Land wie Griechenland in keinem Fall eine große Nagelprobe für eine Staatengemeinschaft von fast dreihundert Millionen Menschen, und andererseits kommt es auch deutschen Urlaubern zugute, die im Urlaub mit Euro bezahlen können.
Peter Scholl-Latour hat gesagt, es sei Quatsch, Griechenland zu "opfern" und den Euro politisch angreifbar zu machen, nur weil ein so kleines Land wie Griechenland in überschaubaren Schwierigkeiten steckt.
Zurück aber zu den Banken. Griechenland wurde ein rigoroser Sparkurs verpasst. Das mag auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen. Haben die doch alle über ihre Verhältnisse gelebt, die Pensionskassen und Rentenkassen leergefressen, und dergleichen - zumindest wenn man BLÖD glaubt. Aber was macht dieser rigorose Sparkurs? Warum demonstrieren so viele Menschen in Athen? Wieso wollen die nicht zum eigenen Wohl sparen? Trauern sie dem Geld nach, das die nichtexistenten Beamten bekommen haben, und das ihnen nun fehlt? Mussten sie jetzt doch Opa als verstorben abmelden und kriegen keine Rente mehr für ihn? Oder... sieht es vollkommen anders aus, und sorgt der rigide Sparkurs dafür, dass - japs - der sich selbst regulierende Markt plötzlich Arbeitsplätze KOSTET, weil die Sparmaßnahmen jeden vernünftigen Unternehmer kleine Brötchen backen lässt, bis die Krise vorbei ist?
Griechenland spart sich kaputt, aber nicht auf Kosten derer, die dort das Geld haben, die berühmten fünf Prozent. Auch nicht so sehr auf Lasten korrupter Ärzte, Richter, Rechtsanwälte, und was weiß ich noch. Nein, auf dem Rücken der Masse. Und glaubt mir, achttausend Renten, die an tote oder nichtexistente Personen ausgezahlt wurden, reichen nicht für elf Millionen korrupte Griechen.
...sacken lassen.

Und wenn wir schon mal dabei sind: WER kriegt eigentlich das Geld, das die EU zur Euro-Rettung zur Verfügung stellt? WER profitiert? Griechenland? Die Griechen? Die griechische Regierung? BILD? Nur eine Antwort ist richtig.
Aber es profitiert noch jemand. Hierzu ein kleines Rätsel: Wo hat das Land die meisten Verpflichtungen, d.h. die meisten Zinsforderungen, die es mit den Krediten aus Euro-Land fleißig bedienen muss, damit das Geld weiter fließt?
*trommelwirbel*
Richtig! Bei AUSLÄNDISCHEN BANKEN, darunter auch deutsche Banken! Dieser ganze Knüppelkurs, zur Schicksalsfrage für den Euro hoch gepusht, ist nichts weiter als eine Subvention für unsere eigenen Banken. Und das auf Kosten, des - zugegeben - korrumpierten Staates Griechenland, aber vor allem auf dem Rücken der kleinen Leute.
Das ist das Knochenxylophon, auf dem Muberkel und BLÖD gerade spielen.
...sacken lassen.

Und jetzt die Crux des Themas. Die europäischen Staaten und damit auch Griechenland haben rechtsgültige Verträge abgeschlossen. Weit reichende Verträge. Viele Verträge. Haben Rechte und Pflichten auf sich genommen.
Glaubt hier irgendjemand, Griechenland könnte einfach so zur Drachme zurückkehren? Glaubt hier irgendjemand, nur weil eine obskure Umfrage behauptet, die meisten Deutschen wollen Griechenland aus der Eurozone kicken, das hätte auch nur die geringste Auswirkung auf die Politik?
Glaubt hier noch irgendjemand, dass wenn Muberkel irgend etwas als "alternativlos" bezeichnet, dass es keine Alternativen gibt?
Nein, das geht alles nicht. Aber schreien tut sie ja, die Frau Doktor. Ach, wäre sie doch nur in der Physik geblieben. Dort kann man Macht-Politiker, die ihr Fähnchen nach dem Wind drehen, sicher noch gut gebrauchen...

Mein Fazit: Retten sieht anders aus. Größter Schwachsinn aus den Stuben des Turbokapitalismus und aus dem Schwarz/Gelben Regierungssumpf.
Mein Rat: Entweder die Zügel schleifen lassen und Griechenland zu einer Wirtschaft verhelfen, die ihre Verpflichtungen eines Tages begleichen kann, oder ein radikaler Schuldenschnitt. Trifft dann ohnehin nur die Banken, die überhaupt eine Mitschuld am Griechenland-Desaster haben.
Was den Schuldenschnitt angeht: Keine Angst vor dem Staatsbankrott. Staaten überleben sowas. Und ein so kleines Land wie Griechenland mit einem so kleinen Bruttosozialprodukt reißt uns nicht mit in den Untergang.

Aber, man fragt sich zu Recht, warum dafür Geld da ist, und in Deutschland Menschen beinahe schon zwei Jobs brauchen, um ihre Familien über Wasser zu halten.
Die Antwort steht weiter oben. Das Geld ist ja nicht für die Griechen, sondern für deutsche Banken. Und für ein paar versteckte Subventionen hat Schwarz/Gelb doch immer Zeit und ein paar Milliarden übrig...
Anstatt den Banken das Geld und die Zinsen in den Arsch zu schieben, wäre eine Übernahme der Schulden und eine Verringerung der Zinslast angebracht. Daran würde Deutschland noch sehr gut verdienen. Aber dann könnte man die Banken ja nicht versteckt fördern.
Und das erklärt auch unser bröckelndes Sozialsystem: Deutsche Staatsbürger, ob mit oder ohne Hartz IV, sind keine Banken.
...sacken lassen.


So, genug geschrieben. Das reicht definitiv für einen Eintrag. Und es reicht für mich, um mich zu ärgern.
Das nächste Mal hoffe ich, dass Lettland pleite geht. Nicht, dass ich den Letten Böses wünsche... Aber wer wie ich gefühlte fünfzig Mal Griechenland geschrieben hat, der weiß, was ich meine. ^^°°°

Dienstag, 1. November 2011

Was für eine (Ohn-)Macht-Politikerin

Aufmerksame Leser meines Blogs wissen ja, das manche Themen mich finden, und nicht umgekehrt. So ist es auch mit diesem Thema: Merkel und der Mindestlohn. Die Debatte an sich ist ja schon entlarvend. Mindestlohn ja, nachdem die CDU sich im Wahlprogramm eigentlich dagegen geäußert hat, weil er "Arbeitsplätze großflächig zerstört", diverse Erfolge des Mindestlohns z.B. in England wurden ignoriert.
Dass es mit dem Mindestlohn dennoch nicht zum Besten steht, aber dass die meisten Länder wenigstens einen haben, verraten uns Die Grünen hier.
Und dass es bei dieser Mindestlohn-Diskussion in der CDU nur darum geht, ihn auf dem Niveau der Zeitarbeitslöhne festzusetzen, diese also zu zementieren, und der soziale Aspekt ein schlechter Witz ist, sollte jedem aufmerksamen Zeitungsleser bekannt sein. Außer den üblichen Verdächtigen.
...sacken lassen.

Nun habe ich den Fehler gemacht und zum Mittag in der Leine Deister Zeitung gelesen.
Dort gibt es einen Kommentar von Tibor Pésca zum Thema unter dem Titel "Gleichmäßigere Verteilung".
Unter anderem schreibt Herr Pésca: [...]Sie hat es schon wieder getan, diesmal beim Mindestlohn! Was für eine Machtpolitikerin! Wie geschickt sie der SPD ein Thema wegnimmt! [...]
...sacken lassen.
Dazu muss ich sagen: [...] Was für ein Journalist! Wie er der orientierungslosen Merkel, während sie ihr Fähnchen nach dem Wind dreht, derart in den Arsch kriechen kann, ist erstaunlich! [...]
Denn wenn man die Zeitung weiter liest, findet man auf Seite vier unter dem Titel "Am Thema Gerechtigkeit führt kein Weg vorbei" folgende Textpassage, die Herrn Pésca und sein Lobgehudel auf Fraum Merkel ad absurdum führt: [...] Anders als bei der Abschaffung der Wehrpflicht, dem Atomausstieg oder in der Bildungspolitik sei der Anstoß für den nächsten Kursschwenk aus der Mitte der Partei gekommen - und nicht von Angela Merkel oder anderen CDU-Granden, wird in der Führungsetage der Partei betont.[...]
...sacken lassen.

Wenn man beide Textauszüge im Verhältnis sieht, und sich bewusst macht, dass der internationale Teil dieser Zeitung druckgleich in mindestens sieben weiteren Zeitungen des Dirk Ippen erscheint, frage ich mich, vor wie vielen Menschen Herr Pésca sich hier blamiert hat, für seinen unkritischen Lobgesang für eine Frau, die Trends hinterher hechelt. Und das meistens dann, wenn ihr ohnehin keine andere Wahl mehr bleibt.
Nur tiefschwarze Parteigänger und ewig stoische CDU-Gläubige können der Diskussion über Mindestlohn auf Höhe der Zeitarbeitslöhne und Merkels Schwenk unter dem Druck der Parteibasis überhaupt etwas Positives für sie selbst abgewinnen. Man muss schon eine ziemlich tiefschwarze Sonnenbrille aufsetzen, um hier Merkels Handschrift zu erkennen. Wie auch, sie ist ja gar nicht da.
...sacken lassen.

Letzten Freitag war bei mir in Banteln Ortsbegehung. Als ich mit unserem Bürgermeister zufällig vorweg ging, meinte er zum Thema Tempo, dass die Spitze das Tempo vorgibt, nämlich wir beide, die wir vorweg gingen, für alle anderen rund vierzig Personen, die teilnahmen.
Ich antwortete ihm: "Etwas Ähnliches gilt für Mobs. Drängel dich an ihre Spitze, und alle anderen glauben, du führst sie an."
Dass diese Worte nur ein paar Tage später zu einhundert Prozent auf Muberkel passen würden, habe ich bestenfalls geahnt.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Das Forum des Science Fiction Club Black Hole Galaxie

Es wird mal Zeit, den SF-Club zu bewerben, in dem ich seit fast zwei Jahrzehnten Mitglied bin, und der mir viele Freunde, neue Eindrücke und eine beträchtliche Erweiterung meiner schriftstellerischen Fähigkeiten verschafft hat.
Genauer gesagt geht es mir diesmal um die Internet-Aktivitäten des Clubs. Wir haben die kleine, feine Homepage, und ein dazu gehöriges Forum.
Abe das Gros des Vereinsleben hat sich bisher grundsätzlich im Hauptfanzine World of Cosmos abgespielt, einen vierteljährlichen gedruckten Zine, in dem Rezensionen, Leserbriefe, Sachartikel und Geschichten ihre Heimat haben. Und das World of Cosmos hält sich ebenso wie der SFC BHG trotz oder gerade wegen dem Internet als kleiner, feiner Club mit Druckerpresse, quasi. Eigentlich ist es ein Kopierer. ^^
Für einen Jahresbeitrag von 25,-€ kann man Mitglied werden, bezieht vierteljährlich das WoC, und alle anderen unregelmäßig erscheinenden Publikationen, so auch das von mir derzeit allein geschriebene Epos Rätsel der Galaxien.

Merkt Ihr was? Ja, wir sind unheimlich stark auf dem Drucksektor vertreten, haben hier Fanzines, die man noch in die Hand nehmen kann, und das ist auch gut so.
Aber wir haben eben auch eine Homepage und ein Forum. Letzteres war lange Zeit eingeschlafen, immer mal wieder kurzfristig reanimiert worden, aber es waren meistens nur die üblichen Verdächtigen unterwegs. Dabei haben wir Black Holer natürlich die Chance verpasst, um auf den neuen Zug Internet aufzuspringen. Es hätte ohnehin außer Frage gestanden, den Druck zugunsten von PDF oder anderen Bildformaten aufzugeben; das gedruckte Zine ist unsere Seele und unsere Identität. Aber die Möglichkeiten und Chancen, die das Forum damals versprach, als es eifriger genutzt wurde - also zu Zeiten, in denen selbst das Internet 2.0 noch jung war - sind leider verloren gegangen. Das möchte ich ändern, und gerne mit diesem Blogpost.

*Räusper*
Im World of Cosmos behandeln wir alle gängigen Science Fiction-Themen, begrüßen Fanfic-Autoren ebenso wie jene, die eigene Werke erschaffen. Die meisten meiner Arbeiten sind irgendwann einmal in einem der bald siebzig WoC's erschienen - also bevor ich sie bei FF.de gepostet habe - und in den gedruckten Zines schlummert mehr als eine literarische Perle voll Faszination. Einige wenige davon kann man auf der Homepage lesen, aber die tatsächliche Zahl an Geschichten hat den Multiplikator hundert.
Im WoC wird SF natürlich favorisiert. Deutsche, amerikanische, britische SF, aber auch russische SF und natürlich die internationalen Klassiker. Und im Forum möchten wir, neben den klassischen Forums-Threads, interaktiver und schneller über die vielen Themen, die uns bewegen, diskutieren.
Jetzt kommt's.
Natürlich sind wir immer froh über neue, begeisterte und aktive Mitglieder für unser Forum. Wir freuen uns über neue Themen und neue Welten, die uns nahe gebracht werden. Auch die alten Themen, die Klassiker wie Perry Rhodan, Star Trek, Babylon 5, Star Wars, und, und, und, sind für uns alte Freunde und brauchen nicht zu kurz kommen. Und auch wer auf den Anime-Zug aufgesprungen ist, hat mit minimal mir, einen begeisterten, kompetenten Ansprech- und Diskussionspartner.
Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere den Weg in unser Forum findet, das gerade wieder mal aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist, und daraus ein heiteres, bewegtes und interessantes Forum macht, um nicht nur den SFC BHG, sondern auch die Science Fiction in Deutschland hoch zu halten.
Also, Leute, wir würden uns freuen, Euch in unserem Forum zu Themen jedwelcher Art begrüßen zu können. Auch Fantasy darf im Forum diskutiert werden.

Gruß
Ace

P.S.: Bitte keine Trolle. Geht dafür ins Galaktische Forum, da gibt es Leute, die sich über Euch echauffieren wollen.

P.P.S.: Stinkstiefel hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich im Forum des SFC BHG nicht unter Ace Kaiser zu finden bin; im Perry Rhodan-Fandom kennt man mich kurz und knapp als Tiff.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

32.000 - da sage ich doch danke.

Wenn es sonst nichts zu berichten oder aufregen gibt, meine auf Fanfiktion.de geposteten Geschichten sind eine sichere Bank. Heute, rund zwanzig Tage nach dem letzte Tausender, erreichten meine Geschichten 32.000 Aufrufe.
Das sind im Schnitt fünfzig pro Tag, und die Zahl meiner Reviews ist - nicht zuletzt dank Stinkstiefels Kommentierfreudigkeit, danke dafür ^^ - auf 264 hochgeschnellt.
Zweiundzwanzig Leser favorisieren mich als Autor, meine Geschichten werden 217x einzeln favorisiert.
Bei vierundachtzig Geschichten und Gedichten, einige davon im Buchformat, kein so schlechter Schnitt.
Deshalb, Bezugnehmend auf den Titel: Da sage ich doch danke. ^^

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin.
Und hinterlasst ruhig mal einen Review.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Irre! BILD wundert sich über Kapitalflucht der Griechen ins Ausland.

Und suggeriert, wenn ich das richtig gelesen habe, dass die Griechen, die ihr Geld kurz vor dem Bankenkollaps "in Sicherheit" bringen, ihr Privatvermögen nicht ins Ausland schaffen dürfen, weil es ja "Griechen-Geld" ist, und das soll gefälligst im Land bleiben. Warum, frage ich mich. Soll das Geld verstaatlicht werden, um griechische Schulden zu bezahlen?
Hm, Deutschland hat auch Staatsschulden, daher finde ich diese Idee der BILD gar nicht mal so schlecht. Warum nicht auch hier? Verstaatlichen wir doch am Besten das Vermögen des Vorschlagenden, um unser Staatsdefizit auszugleichen. Ich meine, wenn BILD schon mal so eine Idee in den Raum stellt, dann ist dem deutschen Steuerzahler das Vermögen der Axel Springer AG mehr als willkommen.
...sacken lassen.
Einmal unabhängig davon betrachtet, wie die rund zweihundert Milliarden Euro zustande gekommen sind, ob es sich um die Privateinlagen der Kleinsparer handelt, oder um die eine oder andere Milliardärs-Million, grundsätzlich ist gegen die Verschiebung des Geldes, z.B. in die Schweiz rechtlich nichts zu sagen. Mag sein, dass hier die Superreichen Griechenlands, die die berühmten fünf Prozent ausmachen und eine Mitschuld an der griechischen Staatskrise tragen, ihr Geld retten wollen.
Mag sein, dass korrupte Ärzte, Anwälte, Architekten, Vorarbeiter, Vorstandschefs, Besserverdiener und Polizisten - auch die nicht korrupten - ihr Scherflein aus griechischen Banken heraus transferieren, bevor sie den Abflug machen, also die Banken jetzt.
Und mag auch sein, dass besagte Banken pleite gehen, weil ihnen nun zweihundert Milliarden fehlen: Es ist nicht strafbar. Korrupt zu sein durchaus. Aber sicher nicht, sein Geld ins Ausland zu schaffen.
Nach deutschem Recht muss auch im Ausland gewonnenes Vermögen in Deutschland versteuert werden. Ich denke, Griechenland ist da nicht viel anders. Wenn die Griechen also ihre Auslandsvermögenswerte gründsätzlich bei der Steuer korrekt angeben, sehe ich hier nur einen Grund für einen Bericht, nämlich dass dieser Aderlass der Banken die Wirtschaft weiter schwächen wird.

Abgesehen davon hält Egghats Blog eine Obergrenze für zweihundertachtzig Milliarden Euro griechisches Auslandsvermögen für realistisch.
Das macht etwa vier Fünftel des Brutto-Inlandsprodukts aus.
Das Geld, über das BILD also berichtet, wird nicht gerade im Moment ins Ausland geschafft, sondern wurde dort schon zuvor investiert. Solange diese Vermögen angemeldet sind, und die Steuern auf die Verzinsung entrichtet wird, ist auch hier alles im grünen Bereich, (Egghats Blog hält etwa 2,6 Milliarden Euro Schwarzgeld für möglich) und es bleibt wieder nur der von mir identifizierte Wunsch der BILD, privates Vermögen zu verstaatlichen. Nicht unbedingt das der Superreichen, nicht die Vermögen der Korrupten (Griechenland hat sehr unter der über Jahre etablierten Korruption zu leiden), nein, es muss das Vermögen "der Griechen" sein.

Es wurde über Griechenland viel geredet und viel diskutiert, und die BILD hat dabei viel gehetzt; zwei ihrer Schmierfinken, die man auch noch Journalisten nennen muss, haben für ihre Hass- und Panik-Kampagne auch noch einen Preis bekommen. Aber zu fordern, dass Privatvermögen herhalten sollen, um Staatsschulden auszugleichen... Ist das nicht durch und durch und in jeder Form... Kommunistisch? Wandelt sich also die alte Mitte-Rechts-Einpeitscherin BILD jetzt in das Kampfblatt der Weltrevolution?
Wohl eher nicht. BILD reitet alles, was sie satteln kann, und wie immer ist sie sich für kein Thema zu schade. Schade ist einzig und allein, dass es Leute gibt, die ihr alles nachplappern.
...sacken lassen.

Bringen wir es mal auf den Punkt. Griechisches Schwarzgeld im Ausland bedeutet die gleichen Probleme wie für Deutschland. Es wird nicht versteuert, der Staat, und damit der Bürger, hat nichts davon. Angemeldetes griechisches Vermögen im Ausland hingegen wird versteuert, der Staat kriegt seinen Anteil, und leistet somit seinen Teil für die Entschuldung des Staates. Griechisches Kapital im Ausland würde auch ein Bankensterben überstehen und hinterher dem Staat weiterhin frisches Kapital einbringen. Und das scheint die einzige Überlebensstrategie für Griechenland zu sein, das von amerikanischen Rating-Agenturen niedergeratet wird, durch Put-Optionen der Investoren-Haie beschossen wird, und dann auch noch schlechte, ungerechte und einseitige Presse kriegt. In Deutschland zum Beispiel, durch die Axel Springer AG.
Um es mit den Worten von Peter Scholl-Latour zu sagen: "Griechenland ist nicht groß und wichtig genug, um deshalb den Euro zu riskieren."
Ich neige dazu, eher diesem großen Journalisten zu vertrauen als den Tintenklecksern von BILD mit ihren Endzeitszenarien.


Und wenn ich schon mal dabei bin: FOODWATCH steht in der Zeitung, und ich finde absolut keinen Grund, die Organisation für ihre neuesten Ansichten zu kritisieren.
Wenn FOODWATCH sich dagegen ausspricht, dass Stiftungen und Fonds in der Lebensmittelbranche investieren und damit Hedgefond-Managern das Kapital in die Hand geben, um Lebensmittel weltweit durch die im Ölgeschäft leidlich bekannten Verbrechen namens Termingeschäfte zu verteuern, und damit Hungersnöte auslösen, dann kann ich FOODWATCH nur Recht geben. Auf der einen Seite gibt es genügend Lebensmittel für alle, aber internationale Finanzwilderei treibt die Preise so in die Höhe, dass die Menschen im Angesicht der Reissäcke verhungern, weil sie sie sich nicht mehr leisten können.
Es ist nicht das erste Mal, dass mit Termingeschäften Nahrung künstlich verteuert wird und z.B. afrikanische Staaten in soziale Unruhen geworfen werden, weil die Rendite wichtiger war als die Menschen. Erst 2008 haben wir das erlebt. Bitte nicht noch mal. Termingeschäfte an sich müssen global verboten werden.

Was ist ein Termingeschäft? Hm, ich bin kein Ökonom, wohl aber Kaufmann, deshalb mein kurzer Abriss zum Thema.
A kauft Erdöl, sagen wir von B. Es geht um die Summe X. Aber das Erdöl wird erst in der Zukunft wirklich gekauft und bezahlt werden. Bis dahin ist es nur in der Bilanz verkauft worden. Aber in der Öl-Produktion des Landes von B wird das Erdöl schon als verkauft heraus gerechnet. Was passiert also: Das Öl ist noch nicht einmal gefördert, geschweige denn bezahlt, aber die Summe X fehlt bereits in der Produktion.
Was wissen wir aus dem kaufmännischen Unterricht? Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Das Angebot wurde um die Menge X verringert, zwar noch nicht bezahlt und auch nicht ausgeliefert, aber das ist dem Markt leider egal. Das Angebot sinkt bei gleicher Nachfrage. Ergebnis: Der Preis steigt.
Nun bezahlt A das Öl und verkauft es für den künstlich erhöhten Preis weiter. Schon hat er durch das Termingeschäft einen besseren Gewinn gemacht.
Natürlich gibt es bei Termingeschäften das Risiko, dass genau das Gegenteil geschieht, nämlich das der Preis fällt, und A das schlechte Geschäft macht. Aber je mehr finanzstarke Investoren sich den Termingeschäften anschließen, desto mehr sinkt die Ölmenge auf dem Markt, und desto höher klettert der Preis.
Das ist mit uns und dem Erdöl in den letzten Jahren geschehen.
So war es aber auch 2008 bei den Lebensmitteln, und so wird es augenscheinlich 2011 wieder bei den Lebensmitteln sein.
Wenn wir Termingeschäfte also verbieten, dann verhindern wir eine künstliche Verknappung der Rohstoffe, und damit eine künstliche Erhöhung der Preise, die wir alle auszugleichen haben. Schätze, es wird Zeit für die Politik, ein paar der Kapitalisten-Haifische da draußen zu schlachten...

Montag, 17. Oktober 2011

Wenn man mal eine Woche nicht bloggt...

Ja, da sammelt sich doch schon einiges an, worüber sich zu berichten lohnt. Oder zu diskutieren. Oder beides.

Der erste Punkt betrifft meinen letzten Blog-Eintrag. Damit habe ich jemanden verärgert. Gut so. Nur wer provoziert, kriegt Reaktionen. Und Reaktionen bedeuten Veränderungen. Es tut mir ein wenig leid, zugegeben, weil ich nicht blamieren will und das hoffentlich auch nicht getan habe. Aber über ein Thema muss gesprochen werden dürfen. Sonst sollte ich das Bloggen besser ganz sein lassen.
Tatsächlich hat es jemand gewagt, anonym einen Kommentar zu schreiben: "Hast Du sonst nichts zu tun im Leben ??"
Mit XXX kann man streiten, ob und wann sie eine Diskussion über Homöopathie wünscht und wann nicht. Und es ist XXX' verbrieftes Recht, meine Texte zum Thema nicht zu lesen.
Anonym jedoch ist ein anderes Kaliber. Er diffamiert mich als Person. Und er übergeht den Wert meiner geleisteten Arbeit. Danke für den Kommentar, aber eine ausführliche Antwort, warum ich Dein Missfallen erregt habe, Anonym, wäre mir lieber gewesen. Darüber hätte man reden können. Andererseits, habe ich es nötig, mit missgünstigen Trollen ohne Kernaussage zu streiten?
Nun, jederzeit. Denn wie Anonym festgestellt hat, habe ich ja sonst nix zu tun, den Mund halte ich eh nicht, und Homöopathie ist Quatsch und funktioniert nicht.
...sacken lassen.

Mir wurde gesagt, ich sei ein Gegner der Homöopathie. Das ist falsch. Ich bin der Homöopathie gegenüber nicht kritisch eingestellt, und ich habe auch nicht das Ziel, gegen sie zu polemisieren. Ich habe schlicht und einfach nachgewiesen, dass sie nicht funktioniert, nicht funktionieren kann. Das ist empirisch, keine Gegnerschaft.
Gut, auch darüber kann man streiten. Und ich mache es gerne.


Man nachdenken, was gab es denn noch? Ach ja, die letzte Woche war angefüllt mit Occupy-Demos nach New Yorker Vorbild. Was ist das? Eine Gruppe Menschen hat in einem Park in der Wall Street gecampt, um gegen die Allmacht und Selbstherrlichkeit amerikanischer Banken zu demonstrieren. In etwa so, wie junge Menschen in Kairo die alte Regierung zu Fall brachten. Oder in Tunis. Oder, wir erinnern uns alle, wie die friedliche Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens, die genau so begonnen haben. Bevor sie von Panzern und Polizei aufgelöst wurden. Blutig aufgelöst wurden.
Parallelen zum letzten Fall gibt es auch. Libyen zum Beispiel, wo die Gewalt aber in einen Aufstand überleitete, der im Moment betrachtet erfolgreich gewesen sein muss. Eventuell. Mal sehen, welches Land für die NATO-Hilfe Ölförderkonzessionen haben will...
Oder Rom. Da ist eine große Occupy-Demo eskaliert. Ein Block aus fünfhundert Vermummten konnte eine kleine Polizeitruppe vertrimmen und anschließend stundenlang wüten und plündern. Aber anstatt das der Vorwurf der "gefährlichen linken Chaoten" laut wurde, um die Occupy-Anhänger als Ganzes zu diffamieren, wurde die Gegenseite gehört, die zwei Dinge vorbringt: Woher kamen diese fünfhundert Vermummten, die es augenscheinlich nur auf Gewalt abgesehen hatten; waren sie eventuelle bestellt, um der Occupy-Bewegung einen schlechten Ruf zu geben?
Warum hat die Polizei bei einer Großdemonstration mit mehreren zehntausend Menschen so unendlich lange gebraucht, und erst nach mehreren Stunden Verstärkung ausgerechnet in die Hauptstadt geschafft?
Der Vorwurf, dass man verletzte Polizisten und zerstörte Läden zur Polemisierung brauchte, erscheint mir bei diesem Hintergrund als wahrscheinlich.
Und Deutschland? Tja, da sitzen die Occupy-Anhänger in Frankfurt und in Hamburg.
Bei einer sich abzeichnenden weiteren Bankenkrise innerhalb von drei Jahren und einer sich abzeichnenden Uneinsichtigkeit in den Chef-Etagen, seine Bank rechtzeitig gegen einen weiteren Crash zu sichern, ist die Wut der Leute verständlich.


Und dann war da noch die Sache mit der ICE-Strecke Berlin-Hamburg, wo man Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit an Weichen und in Schaltschränken gefunden hat.
Grund genug nach einem linken Bekennerschreiben, gleich von linkem Terrorismus zu sprechen. Für einige. Nicht für die Polizei, oder den Berliner Innensenator. Aber für die Zeitung mit den vier großen Buchstaben, und für andere Konservative.
Also, da wurden Flaschen gefunden mit brennbarem Inhalt. So what? Was regen sich da eine Handvoll Leute auf? Wären sie mit Sprengkapsel versehen gewesen, mit irgendeinem Höllenmechanismus, der die brennbare Flüssigkeit gezündet hätte, dann hätte man sicherlich von einem Brandsatz gesprochen.
Ein Fehler, den auch die konservative Presse entdeckt hat. Jetzt sollen auf Bahnstrecken Brotdosen mit Zündern versehen versteckt sein.
(Aber bin ich der einzige, der hier den Hinweis auf Sprengstoff vermisst?)
Und wofür das alles? Um eine linke gewaltbereite Szene zu simulieren, die es gar nicht gibt?
Und wofür noch? Bei einer Diskrepanz von politisch motivierten Gewalttaten, die eins zu zehn ausfällt, eins für linke Gewalt, zehn für rechte Gewalt (plus über hundert Todesfälle, die aus dieser rechten Gewalt resultieren), die uns ganz klar sagt, von welchem Spektrum mehr Gewalt ausgeht, klingt die BILD-Debatte tatsächlich so, als solle der "linke Terrorismus" eine Entschuldigung für rechte Gewalt werden. Ich meine, Terrorismus, das klingt doch gleich nach was.
Nur haben wir hier römische Verhältnisse. Auch in unserer Presse überwiegen die Stimmen, die den gewaltsam herbei geredeten "linken Terrorismus" nicht mal im Ansatz sehen. Eine beruhigende Entwicklung. Beunruhigend aber ist, dass es überhaupt Gewalttaten gibt, die links oder rechts orientiert sind.
Okay, okay, Gewalttaten an sich sind auch schon schlimm genug.


Was war denn noch? Ach ja, Gilat Shalit, der im zarten Alter von zwanzig Jahren entführt worden war, als junger Soldat, am Ghaza-Streifen stationiert, darf - auch durch deutsche Vermittlung - endlich wieder via Ägypten nach Hause. Der Preis hierfür: Die Freilassung von eintausend inhaftierten Palästinensern. Na, da sage ich doch erst einmal herzlichen Glückwunsch an Galit, dass er diese lange Tortur endlich hinter sich bringen kann und zu seiner Familie zurückkehrt. Im Gegensatz zu BILD.de drücke ich die Daumen, dass morgen alles glatt geht.
Und ich gratuliere auch den Palästinensern, die ab morgen die Gefängnisse verlassen können, um zu ihren Familien zurück zu kehren.
Und wenn ich schon mal dabei bin: Liebe Skeptiker und Apokalypse-Prediger. Ausgerechnet Netanjahu hätte diesem Handel nie zugestimmt, wenn er eintausend potentielle Terroristen frei lassen würde, die bereits am Mittwoch frisch bewaffnet für den nächsten Terrorangriff bereit stehen. Dagegen spricht auch, dass Israel fund die Hälfte der zu entlassenden Palästinenser selbst bestimmen darf. Man könnte meinen, der Hamas gehen die Terroristen in israelischen Gefängnissen aus.
Na, Schwamm drüber. Hauptsache, morgen läuft alles. Im Idealfall ist dieser Handel vielleicht der Auftakt für eine neue Gesprächsrunde, gegenseitiges Verständnis, und in letzter Konsequenz für stabilen Frieden in der Region.
*seufz* Man wird doch noch träumen dürfen.


Was war denn noch? Ach ja, die Schröder, also Kristina Schröder, und die von der Leyen, ja, die aus Niedersachsen, streiten sich über eine Frauenquote in deutschen Vorständen. Von der Leyen will die Quote per Gesetz regeln, Schröder hingegen hätte gerne eine freiwillige Selbstverpflichtung. Und die DAX-notierten Unternehmen, die von einem Gesetz betroffen wären, bringen ihre eigenen Vorschläge.
...sacken lassen.
Ich erinnere mich vage, dass es so etwas wie ein Gleichstellungsgesetz gibt. D.h., wenn es zwei gleich gut qualifizierte Bewerber auf einen Posten gibt, dann ist derjenige vorzuziehen, der weiblichen Geschlechts ist. Stark vereinfacht ausgedrückt, denn etwas komplizierter ist es schon.
Hm, mal Gleichberechtigung, Emanzipation und die erschlagende Mehrheit von Männern in Vorständen und Aufsichtsräten außen vor gelassen, genügt es nicht, dem Gleichstellungsgesetz einen Passus mitzugeben, der eine höhere Quote von Frauen in Vorständen regelt? Muss es gleich ein neues Gesetz sein?
Und davon mal abgesehen, was werden die armen DAX-notierten Unternehmen tun, die einfach nicht genügend qualifizierte Frauen für ihre Vorstände haben? Müssen sie dann Alibi-Frauen aus dem mittleren Management nach oben zwangsbefördern?
Ich glaube, das kann nicht im Sinn der Gleichberechtigung und auch nicht im Sinne der Unternehmen sein.
Leute, wir leben in Zeiten des Umbruchs. Macht es den Frauen, die sich berufen fühlen, ruhig leichter, um in Vorstände zu kommen und über deutsche Firmenpolitik mit zu entscheiden. Aber seht ein, dass ein dynamischer, durch sich selbst wirkender Prozess, über den die Frauen in den kommenden Jahren ihre eigene Quote schaffen werden - gerade weil ein vollkommen neuer Schlag von Frauen nachrücken wird, was durch die steigenden Zahlen studierender Frauen offensichtlich ist - mehr wert ist, als eine Alibi-Quote.
Und, Herrschaften, die Geschlechtergrenzen fallen ohnehin. Frauen drängen in Männerberufe, Männer in Frauenberufe. Die Zeiten ändern sich. Und das ist auch gut so.


So, mehr fällt mir auf die Schnelle nicht ein. Da bleibt mir nur noch, allen Lesern einen guten Wochenbeginn zu wünschen.
Bleibt mir treu und lest mich weiterhin.

Edit am Dienstag, dem 18.10.: Schalit ist frei und wurde ägyptischen Behörden übergeben. Ebenso kamen fast fünfhundert Palästinenser frei. Dass die sich da unten überhaupt mal auf was einigen konnten, ist ein Wunder. Vielleicht gibt es ja noch mehr davon. ^^

Dienstag, 11. Oktober 2011

Homöopathie vereinnahmt - eine Untersuchung der Traumeel Salbe durch einen Laien.

Liebe XXX,

da Du dem Produkt Traumeel Salbe so vertraust, habe ich mich hingesetzt, und einmal die Zusammensetzung untersucht. Sicher, es steht homöopathisch drauf, aber mein Fazit ist schon jetzt: der homöopathische Aspekt ist nicht der heilende Aspekt.

Traumeel Salbe, in fünfzig Gramm und hundert Gramm erhältlich. Was sind die essentiellen Bestandteile? In einer Hundert Gramm-Salbe sind 3,405g naturpflanzliche Produkte in verschiedenen Dosierungen. Einige davon sind homöopathisch verdünnt, andere sind in geringen Mengen pur hinzu gefügt. Nun haben die "homöopathischen" Bestandteile der Salbe einen Anteil von nicht ganz dreieinhalb Prozent; aber das macht ja nichts, weil die Verdünnung ja einer der essentiellen Bestandteile der Homöopathie ist. Oder sein soll. Oder beides.

Gehen wir zuerst einmal auf die Hauptbestandteile ein: Emulgierender Cetylstearylalkohol, dickflüssiges Paraffin, weißes Vaseline, gereinigtes Wasser, Ethanol 96,7Vol.-%
Der emulgierende Cetylstearylalkohol ist ein Emulgator, d. h. er sorgt dafür, das sich die anderen Komponenten vermischen.
Dann haben wir dickflüssiges Paraffin. Paraffin, oder auch Bienenwachs genannt, ist ein klassisches Hautpflegemittel.
Nun folgt weiße Vaseline, einerseits als Gleitmittel bekannt, aber wesentlich öfter zur Hautpflege eingesetzt.
Gereinigtes Wasser kommt als Nächstes. Darunter kann ich mir nichts vorstellen; entweder kommt hier irgendeine homöopathische Legende zum Einsatz, oder wir haben es mit destilliertem, d.h. reinem Wasser zu tun.
Zum Schluss Ethanol, und zwar in höchstmöglicher Konzentration. Alles zusammen ergibt über sechundneunzig Prozent Deiner Creme. Wenn ich mir die Hauptbestandteile Paraffin und Vaseline so ansehe, erkenne ich, dass Du es hier von vorne herein mit einem recht simplen, aber darum vielleicht gerade wirksamen Hautpflegepräparat zu tun hast.

Aber kommen wir zum nächsten Schritt. Gehen wir auf die homöopathischen Bestandteile ein.
Hauptbestandteil vom Rest sind 1,5g Arnica Montana, der Arnika, in der homöopathischen Dosierung D3, also eins zu tausend. Wikipedia erklärt diese Dosierung so: Ein Tropfen Lösung auf die Wassermenge aus zwei Schnapsgläsern. Für homöopathische Begriffe eine unglaublich hohe Dosierung. Umgerechnet auf die zwei Schnapsgläser und die 1,5 g Anteil haben wir hier aber schon eine erhebliche Verdünnung. Von dem Wasser, in dem ein Tropfen Tinktur verdünnt wurde, schaffen es ja nur 1,5 g in die Creme. Dennoch ist das in einem Bereich, in dem der Wirkstoff noch nachgewiesen werden kann, sprich selbst wirkt.
Arnika indes ist als Heilpflanze bekannt. Wikipedia weiß dazu zu sagen: "Heutzutage wird Arnika zur äußeren Anwendung bei Verletzungen und bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden verwendet. Die Anwendung ist dabei zugelassen und klinisch belegt."
Wir haben hier also als homöopathischen Hauptbestandteil eine Heilpflanze, dessen Wirkung bei Gelenkbeschwerden nachgewiesen ist. Wenn auch in einer geringen Dosierung.
Die beiden nächsthöchstdosierten Stoffe sind Calendula Officinalis, auch als Ringelblume bekannt, und Hamamelis virginiana, Zaubernuss genannt. Beide sind mit 0,45g vertreten und sind als Urt. gekennzeichnet. Mangels näherer Definition muss ich davon ausgehen, dass sie unverdünnt sind, und damit eigentlich stärker dosiert als die Arnika.
Die Ringelblume gilt als entzündungshemmend und wird als Arznei vertrieben.
Die Zaubernuss ist ebenfalls ein Entzündungshemmer. Darüber hinaus mindert ihre Anwendung den Juckreiz.
Die nächsten beiden, unverdünnten Bestandteile sind mit je einem Anteil von 0,15g auf die ganze Salbe: Echinacea angustifolia, der schmalblättrige Sonnenhut, und die Echinacea purpurea, der purpurne Sonnenhut.
Zur E. Angustifolia weiß die Wikipedia zu berichten, dass sie präventiv gegen Erkältungen und zur Wundheilung eingesetzt wird. Zur E. Purpurea fand ich leider keinen Artikel. Aber da sich beide Pflanzen vor allem dadurch unterscheiden, dass die A. eine Pfahlwurzel hat, und die P. als einziger Sonnenhut nicht, werden die Wirkungen nicht so unterschiedlich groß sein.

Die restlichen Dosierungen erspare ich mir. Ich würde wahrscheinlich noch weitere Naturheilprodukte entdecken, die in immer verschwindend geringerer Form enthalten sind.
Was also haben wir hier? Ein Hautpflegeprodukt, das aus Paraffin und Vaseline besteht, dementsprechend auch gut für die Haut ist. Die Hauptbestandteile Arnika, Ringelblume und Zaubernuss werden in der Naturheilkunde als Heilmittel bei Entzündungen, Rheuma und Gelenkschmerzen eingesetzt, Zaubernuss zudem gegen Juckreiz. Die beiden Sonnenhüte fördern die Wundheilung.
Ich bin kein Experte, aber ich denke, dass die Dosierung, in der diese fünf Komponenten in der Salbe vertreten sind, gerade so noch im wirksamen Bereich liegt.
Mein Fazit: Das macht die Salbe aber leider nicht zu einem homöopathischen Produkt, aber durchaus zu einem guten Naturheilprodukt.

Ich werde Dir jetzt erklären, warum es sich hierbei um kein homöopatisches Produkt handelt, warum also nur Homöopathie drauf steht.
Das Prinzip der Homöopathie seit Hahnemann ist es, dass "Gleiches mit Gleichem" bekämpft wird.
Das bedeutet ganz genau, nicht ungefähr und gewiss nicht vielleicht, dass die fünf Hauptbestandteile der Salbe, von einem Gesunden eingenommen, die Symptome hervor rufen, die sie bekämpfen. D.h. Die Arnika müsste dann, bei einem Gesunden therapiert, Rheuma-Symptome und Gelenkschmerzen auslösen.
Die Ringelblume würde Entzündungen verursachen, und die Zaubernuss darüber hinaus einen unangenehme Juckreiz.
Die beiden Sonnenhüte würden dementsprechend Rötungen, vielleicht auch Schmerzen verursachen.
Diese Wirkung dieser Heilpflanzen ist aber nicht bekannt; nur Homöopathen würden versuchen, einem Menschen mit Hautausschlag etwas Hautausschlagverursachendes zu verabreichen. Für alle anderen sind Arnika und Co. Heilpflanzen, die, richtig eingenommen und richtig dosiert, heilend wirken. Würde die Arnika z.B. Rheuma-Symptome hervorrufen, würde sie in der Naturheilkunde nicht gegen Rheuma eingesetzt werden. Da sie weitaus länger bekannt ist, als es Hahnemanns Homöopathie gibt, nehme ich nicht zu Unrecht an, dass eine solche Wirkung der Arnika nie beobachtet wurde. Im Gegenteil, in höheren Dosierungen wirkt die Arnika zu gut, z.B. eingenommen als Abführmittel oder auch als Stimulans.
Niemand nimmt eine Stimulans ein, die ihm Rheuma beschert.

Ein weiterer und sehr wichtiger Punkt der Homöopathie ist die Dosierung, sprich die potenzierte Verdünnung.
Die potenzierte Verdünnung beginnt bei D1, einem Verhältnis von eins zu zehn. Also die zehnfache Menge Wasser auf eine Einheit Tinktur. D3, also eins zu tausend, (hier wieder der Vergleich von einem Tropfen Tinktur auf zwei Schnapsgläser Wasser) gehört auch noch zu den höheren Dosierungen. Doch bereits D6 bedeutet ein Tropfen Tinktur auf die Einmillionenfache Menge Wasser, D23 rechnet sich eins zu einhundert Trilliarden (d.H. ein Tropfen Tinktur auf die Wassermasse des gesamten Mittelmeers), und D78 wird sogar mit einem Tropfen Tinktur auf die Gesamtmasse des bekannten UNIVERSUMS gerechnet, und dürfte in der Wirkung obsolet sein.
Dabei folgt die Homöopathie dem Grundsatz Hahnemanns, dass eine Tinktur durch die Verdünnung nicht in der Wirkung reduziert, sondern im Gegenteil, potenziert wird. D.h. D78 wäre demnach ein hoch wirksames Medikament, obwohl man den Wirkstoff bei D9 schon nicht mehr nachweisen kann.
Warum also enthält diese Salbe z.B. Arnika in D3-Verdünnung, und die anderen wichtigen Bestandteile unverdünnt? Warum ist die Dosierung, sagen wir einfach mal, gut? Nachweisbar? Die Wirkstoffe in ausreichendem Maße vorhanden, und nicht, wie in der Homöopathie üblich, stark verdünnt, bis das Erinnerungsvermögen von Wasser einsetzt, also die Lehre der Idee, dass Wassermolekühle ihre Positionen so halten, wie der Wirkstoff ihnen eingeprägt hat, auch nachdem er bereits herausdosiert worden ist?

Ich hoffe, ich habe Dir hier einiges zum Nachdenken gegeben. Dir und allen anderen Fans von Homöopathie. Vielleicht habe ich Homöopathie hiermit nicht widerlegt. Das können andere auch viel besser als ich. Aber in jedem Fall hoffe ich, dass Du mir bestätigst, dass Deine Salbe zwar Homöopathie drauf stehen hat, aber in Wirklichkeit eine Paraffinhaltige Vaseline mit diversen hochwirksamen Heilkräutern in ausreichender Dosierung ist. Sprich: Du hast ein Naturheilprodukt.

Wie ich schon erwähnte: Um homöopathisch zu sein, müsste jeder einzelne Wirkstoff die Symptome auslösen, die er bekämpft. Und die Dosierung würde bei D6 erst anfangen, da der Grundsatz ja lautet: Je dünner, desto wirksamer. Die Produzenten dieser Salbe haben jedoch auf die sichere Seite gesetzt und dafür gesorgt, dass die Salbe nicht nur die Haut pflegt, sondern dass die Wirkstoffe der Arzneien in ausreichendem Maße vorhanden sind.
Kein homöopathisches Präparat. Naturheilkunde. Womit wir wieder mal das Problem mit dem Labeln haben. Es ist nicht drin, was drauf steht.

Wie, aber die Arnika ist doch mit D3 dosiert? Kann man dann nicht Homöopathie...?
Nein. D3 ist zwar ein Begriff der Homöopathen, aber wie ich oben mehrfach schrieb, sind die Tinkturen nicht dünn genug, um über das Erinnerungsvermögen von Wasser zu funktionieren. Sie funktionieren, weil sie stark genug dosiert sind.
Der Hersteller dieser Salbe weiß das. Und er weiß auch, dass mehr Menschen sie kaufen, wenn homöopathisch drauf steht, obwohl es sich um ein Mittel der Naturheilkunde handelt.

Liebe XXX, ich hoffe, Du verstehst die Problematik, die sich mir mit der Homöopathie stellt.
Und eventuell siehst Du, dass Deine Salbe kein homöopathisches Präparat sein kann.

Gruß
Ace


Edit: Name aus eigenem Antrieb anonymisiert.

Montag, 10. Oktober 2011

Wieder eintausend Aufrufe

Diesmal bei einem ganz besonderen Projekt. Als ich Ende Januar meinen Beitrag für das Projekt Perry Rhodan, 50 Jahre - 50 Geschichten bei Fanfiktion.de hochlud, hatte ich natürlich große Erwartungen und Hoffnungen. Ich dachte tatsächlich, die Neuadaption würde mir so viel Spaß machen, sodass ich meinen zweiten persönlichen Perry Rhodan-Restart schreiben würde... Und tatsächlich spuken die Ideen in meinem Kopf, und das gewaltig.
Heute, acht Monate und zehn Tage später, hat meine Geschichte Guncross Perry Rhodan die eintausend Aufrufe überschritten. Für Fanfiktion-Verhältnisse, und für das wenig besuchte und beschriebene Perry Rhodan-Ressort ist das viel. Richtig viel.
Daher, habt vielen Dank, liebe Leser, und hinterlasst ruhig auch mal nen Kommentar.

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin.

Freitag, 7. Oktober 2011

Homöopathie, oder wie man Medikamente sinnentleert labelt.

Ich gebe zu, mein Blog ist mittlerweile etwas unübersichtlich geworden. Wer alle meine Blog-Einträge lesen möchte, der sollte sich durchaus einen Samstag Nachmittag, oder noch besser gleich das ganze Wochenende frei halten. Ich schätze, ein Buch ist das mittlerweile schon.
Zudem hat mein Blog sein spezifisches Thema, nämlich über mein Hobby Schreiben zu berichten, mehr als verfehlt. Mittlerweile schreibe ich in meinem Blog über Gott und die Welt, und zu jedem Thema, das mir erwähnenswert oder der Kritik verpflichtet scheint. Natürlich weiß ich, dass es im Netz die Nettiquette gibt; natürlich weiß ich, dass ich zwar schreiben darf was immer ich will, aber es nicht sollte. Oder wenigstens doch nett formulieren sollte. Und, das habe ich auch lernen müssen: Was Du nicht willst, das man Dir tu', das füge auch keinem anderen zu!
Mein Aufreger über Markus Kompa bei seinem vermeintlichen Kotau im BILD-Büro war so ein typischer Fehler, den ich eingesehen und für den ich mich entschuldigt habe. Ironischerweise ist er immer noch einer meiner meistgelesenen Blogeinträge.
Als die Rothemden Bangkok besetzten, ging ich, trotz einiger Widersprüche tatsächlich von einer Volksbewegung aus, und nicht von Menschen aus nur einer Region, die undemokratisch in einem - zugegeben - hoch korrupten Land ihren Willen durchgesetzt sehen wollten. Mit dem ehemaligen schweizer Journalisten Georgio habe ich ganze Romane diskutiert, bevor wir uns einander angenähert haben. Ich habe meine naive Weltsicht aufgegeben und den Widersprüchen mehr Aufmerksamkeit geschenkt und verstanden.
Mein letzter größerer Fehler ging ausgerechnet um Foodwatch, jene Verbraucherschutzorganisation, die bei mir noch nie in besonders gutem Licht stand.
Im Gespräch mit Martin Rücker habe ich eingesehen, dass einige der Ansichten von Foodwatch und Ärzte gegen den Atomtod - gerade im Falle eines GAU in Deutschland oder einem Nachbarstaat, durchaus Sinn machte. Herr Rücker hat mir sogar noch ein paar elementare Dinge über Radioaktivität beigebracht. Letztendlich aber konnten wir die Frage nicht klären, warum Foodwatchs Pressestelle diesen Cäsium-Chauvinismus betrieben hat, ohne zu erläutern, warum sie die ganzen anderen schönen strahlenden Isotope ignorierten. Dennoch, bei Mitarbeitern wie Herrn Rücker steht die Foodwatch bei mir schon erheblich besser dar.

Warum ich diese kleine Bilanz meiner Fehler ziehe? Nun, siehe Titel.
Ich mache Fehler. Ich stehe dazu. Kommt zwar selten vor - das Fehler machen, nicht das dazu stehen - aber ich kann sie nur vermeiden, wenn ich nie wieder blogge. Wobei ich sicherlich KEINEN Fehler mache, das ist, wenn ich Homöopathie mit Unverständnis begegne.
Auf Scienceblogs.de äußert sich Ulrich Berger zu einer Rezension eines neuen Homöopathie-Buchs in der österreichischen Zeitung "Presse" und des Kotaus vor dem Buch und der Homöopathie der Autorin Gerta Niebauer.
Eines der Hauptargumente im Artikel ist dann auch, dass "die Wirksamkeit der Homöopathie noch nie zu einhundert Prozent widerlegt" worden sein.
...sacken lassen.
Hier mal die Grundlagen der Homöopathie, und mein ausdrücklicher Hinweis, dass Vergleiche zum Schliemann-Faktor absoluter Schwachsinn sind.
- Das Gleichheitsprinzip
- Die Potenzierung
- und damit einher gehend, die Aktivierung der „im innern Wesen der Arzneien verborgene, geistartige Kraft“.

Das Gleichheitsprinzip: Eine Substanz, die z.B. Fieberähnliche Symptome hervor ruft, kann, richtig dosiert eingenommen, Fieber heilen.
Die Potenzierung: Ursprünglich wurden viele Gifte stark verdünnt, später wurde daraus ein Grundsatz der Homöopathie. Verdünnungen, die so stark sind, dass das Gift gar nicht mehr nachweisbar ist, und teilweise sogar Ozeane in den Schatten stellen, sind gang und gebe.
Die verborgene geistartige Kraft im Innern der Arzneien zu aktivieren, ist mal wieder die alte Mär vom "Erinnerungsvermögen von Wasser", sprich die Idee, dass Wasser auf Molekularebene seine Gitterstrukturen, wie sie vom "Medikament" eingedrückt wurden, beibehält, selbst nachdem es bereits heraus verdünnt wurde.
Das mal so auf die Schnelle. Und wer meinen Blog ein wenig kennt, weiß, dass ich mich dazu mehr als einmal aufgeregt habe.
Nun regt mich aber nicht nur die Hofierung einer österreichischen Presse der Homöopathie auf; sie ist in der Wissenschaft als unwirksam bekannt, und das durch über einhundert Studien.
...sacken lassen.

An dieser Stelle möchte ich gerne mal wieder auf ein Gespräch mit einem Freund zurückkommen, der mir erklärte, er habe ein homöopathisches Präparat, das seinem Sohn bei den Schmerzen beim Zahnen helfe. Und das sogar sehr gut.
Auch meine Schwester schwört ab und an auf homöopathische Produkte. Oder hat das getan. Ist etwas her, seit sie das gesagt hat.
Wie man aber an den drei von mir identifizierten Stützpfeilern dieser Alternativ-Medizin sehen kann, steckt von vorne herein nicht viel Sinn in der ganzen Leere, äh, Lehre.
Was mein guter Freund da für seinen Sohn hatte, war demnach m.E. ein medizinisch hochwirksames Präparat, das einfach nur als homöopathisch gelabelt wurde.
Was meine Schwester hatte, war entweder das Gleiche, oder sie profitierte vom Placebo-Effekt.
Ich vergesse es immer wieder, aber das Präparat gegen Zahnschmerzen hätten beim Vater, aufgetragen, Zahnschmerzen verursachen müssen. Ich vergesse immer wieder, ihm das zu sagen.
Was Schwesterchen geholfen hat, keine Ahnung, aber da es ihr gut getan hat, es privat zusammen gemixt wurde, und die Homöopathie-Industrie mit zwei Milliarden Euro Umsatz weltweit nicht von ihr profitiert hat, soll sie es ruhig weiter geben.
Aber deshalb arbeiten diese Arzneien/Wirkstoffe NICHT nach dem homöopathischen Prinzip.
Wenn wir uns dann aber klar machen, dass es um Geld geht, und allein bei den Kassen acht Millionen Euro für die Förderung der nachgewiesen unwirksamen Homöopathie anfallen, wie ich schon mal gebloggt habe, weiß man, warum die Homöopathen mindestens ebenso besessen und verbittert ihre Kämpfe führen wie Kreationisten oder Atomstrombefürworter, obwohl sie bereits widerlegt wurden...
Alles in allem bin ich ein Freund von alternativer Medizin. Alleine der Placebo-Effekt, also die spontane Selbstheilung, ausgelöst durch äußere Faktoren ist ein Bereich, der mehr als erforschenswert ist. Auch bin ich als Laie noch nicht sicher, ob man Akupunktur als widerlegt betrachten sollte, selbst wenn die moderne Medizin die KI-Energieströme, die von Akupunktur manipuliert werden sollen, nicht anerkennt...
Aber es gibt überall eine Grenze, und das beginnt da, wo man anfängt zu lügen, um seinen eigenen Standpunkt zu schützen. Homöopathen sind widerlegt, aber sie leugnen es.
Also, bitte, liebe Homöopathen, sortiert doch bitte die tatsächlichen Medikamente in Eurem Sortiment aus, also die, die ohne den Gleichheitseffekt helfen, labelt sie als Naturmedizin um, und lasst dann den ganzen, sauteuren dummen, dummen homöopathischen Gedanken verdünnen und verdünnen, bis ein Tropfen auf das Zehnfache aller Weltozeane kommt. Danke, das wäre sehr nett.
...sacken lassen.

Auslöser für meinen heutigen Blogeintrag war zwar der Artikel auf Scienceblog.de, aber erneut über Homöopathie schreiben wollte ich schon, seit ich in Gronau Leine im Krankenhaus zu Besuch war. Denn dort, man lese und staune mit Entsetzen, bezeichnet sich tatsächlich eine praktizierende Ärztin als Ärztin für Homöopathie.
Und dabei wundert mich, dass ich in den beiden Apotheken im Ort noch nie Werbung für Homöopathie gesehen habe... Zumindest fiel sie mir nie auf.
Was also läuft da verkehrt? Irrt die Wissenschaft, die Homöopathie widerlegt hat? Eher nicht.
Benutzt die Ärztin diese "Alternativmedizin" als zweites Standbein? Welch eine Ironie.
Oder arbeitet sie als Expertion aktiv gegen die Ausbreitung dieser sinnlosen, teuren Pseudo-Arznei? DAS wäre zu hoffen. Aber nicht sehr wahrscheinlich.
Homöopathen, Kreationisten, Atomstrombefürworter, ihnen allen ist gemein, dass sie ihr Weltbild nicht wanken sehen wollen. Und dafür sind sie bereit, Fakten zu ignorieren.
...sacken lassen.

Sollte ich einmal so werden, warnt mich bitte, bitte, bitte... ^^°°°

Nachtrag am 9.10.: Bisher bin ich gar nicht auf die Verdünnungspotenzen eingangen.
Wikipedia schreibt dazu diesen Text, der aus dieser Studie vom Laborjournal stammt.
Aus rechtlichen Gründen verlinke ich nur. Aber ich denke, damit ist zu der Idee, das ein verdünnter Wirkstoff wirksamer ist als die unverdünnte Tinktur, alles gesagt.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Engel mit Eisaugen?

Heute ging der spektakuläre Berufungsprozess gegen die US-Amerikanerin Amanda Knox zu Ende. Sie war in erster Instanz wegen Mordes an ihrer Mitbewohnerin Meredith Kercher in einem Indizienprozess zu fünfundzwanzig Jahren Haft verurteilt worden.
Berühmt wurde der Fall nicht nur wegen der Brutalität der Tat (deshalb wohl Mord und kein Totschlag), sondern auch wegen Knox' recht hübschen Äußeren. Dieser brachte ihr den Spitznamen "Engel mit den Eisaugen" ein.
Nach der Urteilsverkündung wurde sie zitiert, zurück nach Hause, zurück in ihr Leben zu wollen. Verständlich, immerhin hatte sie vor dem Berufungsverfahren bereits vier Jahre Haft abgesessen. Amanda Knox ist jetzt vierundzwanzig. Man kann annehmen, das sie noch ein langes Leben vor sich hat.

Ich möchte mich jetzt nicht in die Ermittlungen der Polizei einmischen, deren DNS-Entnahme mangelhaft war, was den Prozess platzen ließ, nicht darauf hinweisen, das der eigentliche Mörder, so Knox (und ihre Mitbeschuldigten) tatsächlich unschuldig sind, noch irgendwo da draußen herum läuft. Ich möchte zu diesem Fall, den ich erst mitbekommen habe, als die Berufung angesetzt und der Fall durch die Medien ging, eigentlich gar nichts sagen als ich ohnehin getan habe.
Mir geht es eher um ihren Spitznamen, den sie von der Presse bekommen hat.
...sacken lassen.

"Engel mit den Eisaugen".
Was entnehmen wir hieraus? Einmal das Wort Engel, das eigentlich in einem toleranten, positiven Zusammenhang zu sehen ist. Dann kommen schon die Eisaugen. Gut, sie hat blaue Augen, wie dieses Foto in einem Online-Artikel des Hamburger Abendblatts beweist. Aber eigentlich sind Eisaugen blassblau oder grau, finde ich. Haben wir hier also eine Farbbeschreibung der Augen, oder eine Wertung?
Ist es eine Wertung, dann haben die Medien hier eine negative gefunden. Eisaugen lassen auf Kälte, Skrupellosigkeit, Gefühlsarmut schließen. Negative Eigenschaften, die das Wort Engel ins absolute Gegenteil verkehren.
Also ist "Engel mit den Eisaugen" ein negativ wertender Begriff. Wer ist da mit mir einer Meinung? Ach, doch so viele.
Also, was haben wir hier? Eine durch und durch negative Wertung, die schon vorab beweisen soll, was die Medien gerne sehen würden, nämlich das sie schuldig ist. Es ist eindeutig, das die Vorverurteilung bereits statt gefunden hat; die Medien wollten ihrer rechtskräftige Verurteilung.
Ist sie schuldig? Ist sie unschuldig? Das Gericht sagt unschuldig, und für ein Revisionsverfahren wird sie wohl kaum nach Italien zurückkehren.
Aber zwei Dinge werden fortan auf ihrem Leben lasten. Einerseits ist es der von den Medien geschürte Verdacht, sie könnte ja doch, und so... Wobei es für die Medien sehr leicht ist, diesen Verdacht wach zu halten und zur Gewissheit zu machen, nachdem sich vor allem die deutschen Medien sehr gerne des Kunstworts des "Freispruchs zweiter Klasse" bedienen.
Andererseits der Begriff "Engel mit den Eisaugen". Den wird sie nie wieder los werden, und dafür werden die gleichen Medien sorgen.
...sacken lassen.

Fazit: Ich weiß nicht, wann dieser Name aufgekommen ist, nach ihrer ersten Verurteilung, vor oder während des Prozess. Nach wäre im gewissen Maße verständlich, vor oder während mehr als eine Frechheit, schon ein Eingriff in den Prozessverlauf. Zeitungen und Sender spielen sich als Richter auf, und das ist nicht sehr schön. Hatten wir auch Zuhauf. Zum Beispiel im Fall Kachelmann.
Und auch die ARD macht es nicht gerade richtig, wenn tagesschau.de weiterhin diesen Begriff verwendet, und das nach dem Freispruch.
Wollen denn alle Medien auf Teufel komm raus auf Boulevard-Niveau sinken?
Wenn das der Fall ist, werden andere kommen und den Bereich seriöser, nicht vorverurteilender Berichterstattung übernehmen. Sinkt ruhig auf BLÖD-Niveau, liebe deutschen und europäischen Medien. Die Blogosphäre freut sich schon darauf, über Euer sinkendes Niveau zu steigen. Und dafür muss sie nicht mal etwas tun.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Und wieder zweitausend

Es gibt Dinge auf dieser Welt, die mich nicht überraschen.
Es gbt Dinge auf dieser Welt, die mich überraschen.
Und dann gibt es Dinge, die irgendwo dazwischen angesiedelt sind.
Eins gemein haben aber alle drei: Meistens sind sie für mich sehr erfreulich, wenn sie passieren.
So war ich heute nicht wirklich überrascht dass eine weitere meiner Geschichten auf Fanfiktion.de die Marke der zweitausend Aufrufe geknackt hat - es hat mich mehr überrascht, dass ich die fehlenden zweiundachtzig Aufrufe in nur zwei Tagen zusammen gekriegt habe, kaum das ich ein Update gepostet habe.
Diese Story, die SailorMoon-Fanfiction Schatten der Vergangenheit, ist, so dachte ich, nur was für Menschen, die sowohl eingefleischte SailorMoon-Fans als auch eingefleischte Ace Kaiser-Fans sind. Zu viel meines Humors und meiner Art sind hier zu finden. Also, entweder habe ich mich geirrt, oder es gibt sehr, sehr viele eingefleischte SailorMoon- und Ace Kaiser-Fans. ^^


Bleibt mir treu und lest mich weiter. ^^

Und vergesst nicht, man kann von mir Bücher kaufen oder downloaden.

Samstag, 1. Oktober 2011

31.000

Heute habe ich es mal am frühen Abend entdeckt.
http://www.fanfiktion.de/u/Ace+Kaiser auf Fanfiktion.de haben eben gerade den nächsten Tausender geknackt, und das in gut zwanzig Tagen. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, zeigt es doch, dass ich fünfzig mal am Tag angeklickt werde.
Das ist ein großes Interesse, ein beständiges Interesse, für das ich mich bedanke.

Bleibt mir treu und lest mich weiter.

...und kommentiert ruhig ab und zu, wenn Euch meine Geschichten gefallen. ^^b


Für alle, die eher zufällig über diesen Blogeintrag stolpern: Meine Geschichten auf Fanfiktion.de bedeutet nicht automatisch Fanfiktion. Ace denkt sich auch eigene Welten aus, und das zuhauf. Auf Fanfiktion.de kann man viele eigene Arbeiten von mir lesen, darunter mehrere Texte in Romanstärke. Einige dieser Romane kann man überdies kaufen, dank der Segnungen modernen Book on Demands. ^^ Oder das PDF gegen eine kleine Gebühr, die eins zu eins in meine Tasche fließt, downloaden.