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Dienstag, 22. April 2014

Post von Manuel Wagner

Edit am 24.04.: Ursprünglich hieß dieser Blogpost: Post von Wagner - Manuel Wagner. Die Klicks auf diesen Beitrag sind jedoch so schmerzhaft hoch, dass ich befürchte, etliche Leute hiermit aufs Glatteis zu führen. Deshalb habe ich den Titel parodistisch entschärft und in den jetzigen Titel geändert. Sorry an alle, die ungewollt auf meinem Blog gelandet sind. Dieser Blogpost ist ein Warnpost vor Phishing und hat nichts mit der schreiberischen Primadonna von BILD zu tun.


So, jetzt ist es passiert. Ich habe ja schon einige dreiste Phishing-Mails gesehen, gerade zum Thema Paypal, aber auch bei Sparkasse, Commerzbank, und so weiter. Aber das, was gerade in meinem Briefkasten (dem virtuellen) ruht, erinnert mich doch sehr stark an den Abmahn-Abzocke-Spam, mit dem ich vor fünf Jahren bombardiert wurde und den ich erfolgreich ausgesessen habe, aber was vollkommen anderes ist. Also, den Drang, auf den Anhang zu klicken, um mehr zu erfahren, unterdrücken und einfach mal nachdenken.

Wagner schrieb mir nämlich - und ich betone hier nochmal Manuel Wagner, nicht das literarische Exponat von Bild - ich hätte zehn Tage, den offenen Betrag zu begleichen.
Hier die Original-Mail:

Guten Tag,
Im Anhang dieser Email senden wir Ihnen Ihre aktuelle Rechnung.

Der offene Betrag ist innerhalb von 10 Tagen zu begleichen.



Bpay AG


Natürlich schlagen da sofort meine Anti-Spam-Melder Alarm. Und mein natürlicher Instinkt sagt mir auch, den Anhang NICHT zu öffnen, obwohl da dreist und frech steht, es sei nur eine Rechnung. Aber der .exe-Kürzel verrät uns: Das ist eine Anwendung. Das Anti Scam-Forum warnt auch prompt davor, dass der Anhang aus Schadsoftware besteht. Also anklicken ist gleichbedeutend mit elektronischem Selbstverstümmeln.  Einmal "geöffnet", haben wir in Wirklichkeit aktiviert, und der PC wird schlimmstenfalls geschwemmt mit Viren, Würmern und Dialern.

Woran erkenne ich den Spam? 
1) Keine direkte Anrede.
2) Keine Rechnungsnummer.
3) Kein Impressum.
4) Keine Steuernummer.
5) Und das ist der interessanteste Punkt: Die Mailadresse ist bei bigstring.com registriert. Laut Google löschen sich mit bigstring.com versendete Mails nach einmaligem Lesen selbst. Wie passend für diese Art von Verbrechen.

Was mache ich mit dem Spam?
Nun, es gibt keine Möglichkeit, zurückzuschlagen, niemanden, den man anzeigen kann. Man kann eventuell der Domain einen Hinweis geben, aber ob es die interessiert. *schulterzuck* Also lauten die Gebote der Stunde: Ab in den Spamordner damit, und alle weiteren Mails dieser Adresse kommen da gleich rein. Den Anhang nicht öffnen. Namen merken für die Zukunft. Vorgehensweise merken und wiedererkennen.

Warum rege ich mich so auf?
Ich halte diese Phishing-Mail für besonders gefährlich. Ich behaupte jetzt einfach mal, auf einen Link klicken machen die wenigsten, auch und gerade nicht, wenn's um das eigene Paypal-Konto geht. Diesmal aber ist nur eine "harmlose Rechnung" zu öffnen. Das ist leicht, verführerisch, geht fix. Traurig dabei: Schon zu Zeiten von Goldfish.exe musste man auf den Anhang klicken, und man aktivierte statt hübscher Bildchen einen Virus. Die Idee ist uralt, aber nach dem ganzen Banken-Spam und Link-Klicken könnte es hier glatt zu einer Rennaissance des Anhang-Spams kommen.
Also Augen auf, und nicht auf die verschiedensten Methoden reinfallen, die sich Schwerkriminelle einfallen lassen, um uns zu schaden.