Freitag, 26. Juni 2009

Happy?

Gestern Abend gegen halb elf war es endlich soweit: Die Zahl der Aufrufe meiner Storys auf Fanfiction.de durchbrachen die Dreitausender-Grenze. Das Erstaunliche daran ist, dass ein Großteil, nämlich über zweieinhalbtausend Aufrufe - wahrscheinlich mehr - im Zeitraum April bis heute erfolgten. Ich bin nicht sicher, ob ich mich darüber freuen kann, immerhin habe ich mittlerweile fünfzig eigenständige Storys gepostet, und die Anzahl der Aufrufe verteilt sich ja auf die etwas über einhundertdreißig Kapitel all meiner Geschichten. Dazu kommen einundfünfzig Kommentare. Klingt beeindruckend, aber ist das auch viel? Wie ist das Interesse meiner Leser? Die Seite ist groß, es gibt zahlreiche Geschichten in zahlreichen Genres. Habe ich also das eine oder andere Leserherz zu packen gekriegt, oder mache ich mir hier selbst etwas vor? Ich sehe es durchaus kritisch. Aber letztendlich freue ich mich doch über jeden Aufruf und jeden Review.
Danke, meine lieben Leser. Macht weiter so. ^^V

Edit am Montag, dem 29.06.: Gerade gecheckt und für schreibenswert befunden: Um 13.40 Uhr habe ich exakt 3111 Aufrufe registriert. Dazu kommen vier neue Reviews.
Ich glaube, ich freue mich zu Recht. ^^

Edit Nr. 2 am Mittwoch, dem 01.07.: So, ich bin bis Montag fern jedes Internets, deshalb kommt diese Meldung schon jetzt, obwohl ich bis zur nächsten Doppel-Null warten wollte.
Heute um Sechzehn Uhr verzeiche ich 3193 Hits für meine Geschichten. Wenn ich wieder hier bin, werden es vielleicht schon 3300 sein. V^^V

Montag, 22. Juni 2009

Die weltweiten Zeitungsentenvorräte reichen nicht mehr für unsere Kinder!

Es ist eine erschütternde, alarmierende und irgendwie auch gruselige Erkenntnis: Die weltweiten Vorräte an Zeitungsenten gehen unweigerlich dem Ende entgegen! Experten schätzen das die Vorräte an Bildzeitungsenten, Yellow Press-Reserven und The Sun-Vorkommen lediglich noch weitere zwanzig Jahre reichen werden. Unsere Kinder und unsere Kindeskinder müssen also zwangsläufig ohne Zeitungsenten auskommen. Eine Vorstellung voller Schrecken, blanker Horror! Warum tut die Politik nichts dagegen?

Stammleser meines Blogs (also alle beide) wussten natürlich spätestens nach der Überschrift, dass ich obigen Text in keinster Weise ernst gemeint habe. Im Gegenteil, dies ist das humorvolle Vorwort für das eigentliche Thema, dem ich mich in diesem Blog widmen möchte. Und das Thema ist Erdöl.
Wieder und wieder liest man in Tageszeitungen, in Internetmagazinen und sonstigen Publikationen, dass die weltweiten Erdölreserven zwanzig, höchstens dreißig Jahre reichen, und wenn die enorm wachsende chinesische Industrie ein wenig sparsamer ist, eventuell vierzig Jahre. Danach, so die Zeitungen, ist Schluss mit lustig. Dann ist alles Öl abgesaugt, und wir stehen da mit unseren Autos, mit unserer Plastikproduktion, mit unseren petrochemischen Medikamenten. Dann war es das mit unserer Zivilisation.
Und genau das ist ALLES QUATSCH! Das kommt eben davon wenn reißerische Publikationen reißerische Aufmacher suchen um reißerische Falschinformationen unter die Leute zu bringen, um reißerischen Absatz ihrer Zeitungen zu erreichen. Oder um es noch deutlicher zu sagen: Das ist alles erstunken und erlogen und kann mit ungenügendem Fachwissen schon nicht mehr ausreichend erklärt werden. Ich akzeptiere höchstens noch pure Faulheit zur Recherche, fordere aber Höchststrafen für die Autoren solcher Artikel: Macht Hörbücher draus und zwingt die Verfasser, ihre eigenen literarischen Ergüsse vierundzwanzig Stunden anzuhören.
...Okay, für diese Forderung muss ich mich wohl mit Amnesty International auseinander setzen, das ist nämlich schon seelische Grausamkeit.

Aber kommen wir zu den Fakten: Warum ist die Aussage, unsere weltweiten Erdölvorräte würden nur noch dreißig, vierzig Jahre vorhalten, absoluter Quatsch?
Immerhin wachsen mit China und Indien zwei riesige, Ölverschlingende Volkswirtschaften heran, die mehr und mehr Öl brauchen.
Und der Ölpreis klettert in Deutschland ja auch in schwindelerregende Höhen, oder?
Nun, seit einigen Tagen habe ich Zugang zu Fachliteratur, und dort sah ich bestimmtes Wissen bestätigt, das ich in der Dokumentation "Sind wir allein im Universum?" vor Jahren gelesen hatte.
Bereits in dem Buch hieß es zum Thema Rohstoffe sinngemäß:
"In die Aufstellung der weltweiten Rohstoffreserven kommen nur bereits erschlossene Lagerstätten. Bereits vermutete oder zumindest aufgedeckte Lagerstätten fließen hier nicht mit ein. Daran kann es dann liegen, dass die Weltvorräte für Gold in der 1959er-Schätzung noch für fünfzehn Jahre reichen, in der 1960er-Schätzung aber dreißig - einfach weil eine neue erschlossene Lagerstelle in die Aufstellung gelangt ist."
Oder um es speziell für das Thema Öl zu sagen: Alle vermuteten, alle entdeckten und alle verbrauchten Lagerstätten zählen erst dann, wenn sie auch bereits erschlossen sind. Das bedeutet, das all die vermuteten Vorräte in Alaska, die Riesenvorkommen in Sibirien und all jene Schätze in der weltweiten Tiefsee hier noch gar nicht rein gerechnet sind. Wenn man diese vermuteten und bereits erkundeten (aber noch nicht angezapften) Reserven hinzuzieht, kommt man auf zweihundert Jahre und mehr - egal wie sehr Chinas und Indiens Wirtschaften noch wachsen. Und das ist noch nicht das Ende des Themas, wenn sogar Experten vermuten, das die weltweit existierenden Vorräte womöglich knapp gegen unendlich gehen. Denn jetzt kommt der Clou.

Wie gesagt habe ich seit einiger Zeit Zugang zu Fachliteratur, in die ich mich aus beruflichen Gründen einarbeiten muss. Die Sache mit den erfassten Rohstoffen war mir zuvor schon bekannt. Dazu kommt jetzt die Förderpraxis. Und die besagt, dass selbst die sprudelfreudigstens Ölfelder selbst mit der aktuell modernsten Technik lediglich bis zu einem Maximum von siebzig Prozent gefördert werden können!
Die Regel sind aber in etwa vierzig bis fünfzig Prozent!
Für deutsche Ölfelder unter dem Heidesand, im Rheingraben und in der Nordsee gilt sogar nur ein Wert von fünfunddreißig Prozent maximaler Ausbeute...
Wie das?
Nun, das ist einfach erklärt. Erdöl und Erdgas, die meistens gemeinsam vorkommen, lagern nicht einfach in riesigen Kavernen, die nur noch angezapft werden müssen. Sie lagern sich in sogenanntem Speichergestein, meist einer porösen Sandsteinschicht, aus der das Erdöl mit dem einen oder anderen Trick gefördert werden muss.
Die Saudis haben es da recht gut. Ihre Ölfelder stehen zumeist unter sehr hohem Erdgasdruck, sodass sie zwanzig bis dreißig Prozent eines Ölfelds ohne den Einsatz von Pumpen fördern können. Das bedeutet natürlich, das alle Erdölfelder, welche die Saudis in den letzten sechzig Jahren aufgegeben haben, weil sie nicht mehr sprudelten, damals nur zu zwanzig, dreißig Prozent angezapft wurden. Es liegen also noch bis zu achtzig Prozent des bereits geförderten Öls im Sand der ewigen Wüste. Mit den bereits von mir angesprochenen Methoden kann man heutzutage aber sogar siebzig Prozent dieses Öls fördern. Die Saudis sitzen also im wahrsten Sinn des Wortes noch immer auf einem schwarzen Goldschatz, den sie anzapfen werden, sobald die Ölfelder mit Eigendruck erschöpft sind, und man mit Wassereinleitung oder Lösungsmitteln arbeiten muss, um den Rest zu fördern.
In Zukunft wird die Industrie langfristig Mittel und Wege finden, um achtzig oder sogar neunzig Prozent des Erdöls zu fördern. Wenn es sich wirtschaftlich rentiert vielleicht sogar bis nahezu hundert Prozent. Ist alles nur eine Frage der Kosten und der Technik. Das Ende des Öls ist in Sicht? Eher gehen uns die Zeitungsenten aus. Und das wäre echt mal ein Segen für uns.

Warum ist das Öl also so teuer? Tja, damit betreten wir einen Bereich, der, ehrlich gesagt, purer Kapitalismus ist. Furchtbarer, erschreckender Kapitalismus, der auf Angebot und Nachfrage beruht. Fakt ist, das es bis vor kurzem eine Methode gab, das Angebot von Erdöl künstlich zu verknappen und damit eine künstliche Nachfrage zu erzeugen. Speulanten konnten durch einen kaufmännischen Trick Optionen auf Erdöl erwerben. Es wurde also weg gerechnet, aber noch nicht bezahlt. Dafür blechen mussten die Spekulanten erst, wenn sie die Option in Anspruch nahmen, also es selbst verkauft hatten. Und dies taten sie, nachdem sie selbst durch ihre Optionen das Erdöl künstlich verknappt und die Preise in die Höhe getrieben hatten.
Diese Kapitalismuspiraten wendeten sich meinen Informationen aber dem Lebensmittelmarkt zu und sorgten mit der gleichen Methode für horrende Lebensmittelpreise in Afrika, die man prompt der Erzeugung von Biokraftstoff in afrikanischen Ländern zuschrieb, und nicht den Kapitalismusheuschrecken. Das Thema überteuerter Grundversorgung ist mittlerweile länger aus den Medien verschwunden, deshalb vermute ich zu Recht, das irgend jemand dem Optionskauf einen Riegel vorgeschoben hat.
Das ist aber leider nicht das Ende hoher Preise, denn nun kommen die wirklich finanzstarken Investoren, die auch das Geld haben, um das Öl wirklich zu kaufen. Und die Muße und Reserven, um es längere Zeit zu horten, also auf hohe Preise zu warten. Sie lagern das Öl einfach ein, bis es einen akzeptablen Verkaufspreis erreicht hat. Die Zinsen, die sie dabei bezahlen, sind in Anbetracht des zu erwartenden Gewinn ein kalkulierbares Risiko, denn obwohl mehr Erdöl gefördert wird als der Weltmarkt wirklich braucht, stürzen sich Spekulanten auf jede Schwankung des Rohölpreises und sorgen somit für Verteuerungen... Der Endeffekt ist ein steigender Ölpreis, obwohl das Angebot höher ist als die Nachfrage.
Leidtragende dieser Praxis sind in Deutschland dann die Leute direkt an der Front, also die Tankstellenpächter und Heizölfirmen, denen vorgeworfen wird, was in Rotterdamm verbockt wurde, aber das nur am Rande.

Glücklicherweise kann man als Verbraucher etwas dagegen tun. Ja, man kann tatsächlich auf seine eigene Weise gegen künstliche Hochpreise protestieren. Aber das ist mit Arbeit verbunden. Man kann den Ölpreis beobachten und einkaufen, sobald er niedrig ist. Reicht man mit seinem Vorrat nicht, kann man hochpreisig kleinere Partien kaufen, um über die Runden zu kommen, bis die nächste Tiefpreisphase erreicht ist. Und Tiefpreisphasen haben wir trotz Spekulanten jedes Jahr immer mal wieder. Diese Methode ist halt nur mit persönlicher Anstrengung verbunden.

Also, mein persönliches Fazit: Am Erdöl liegt es nicht, und es wird auch noch für unsere Kinder und Kindeskinder reichen. Wir brauchen also weder neue Atomkraftwerke, noch müssen wir die Ölkraftwerke abreißen, weil ihr Rohstoff eh bald nicht mehr reicht.
Es schadet dennoch nicht, angesichts der Spekulationssituation die Abhängigkeit von ausländischem Öl einerseits zu reduzieren und sich andererseits in diesen unseren Tagen das eine oder andere Land mit beträchtlichen Ölreserven schon jetzt zu einem sehr guten Freund zu machen, um eventuell in Zukunft aufgrund dieser Freundschaft einen besseren Preis zu kriegen als all die anderen Kinder auf dem Schulhof. Also machen wir uns ruhig bei Russland und Kanada sehr, sehr beliebt, denn das ist die einzige Gefahr, die unserer Wirtschaft wirklich droht, obwohl auch in Zukunft mehr Öl gefördert werden wird als die Weltwirtschaft braucht: Bezahlbares Rohöl in ausreichender Menge zu bekommen.

Bei den Zeitungsenten hoffe ich jedoch auf eine baldige weltweite Verknappung und extreme Rationierung: Nur noch eine Zeitungsente pro Boulevardzeitung und Monat. Das wäre ein Labsal für uns alle.

Montag, 15. Juni 2009

Nur Scholl-Latour konnte nach Iran gehen...

Wem dieser Titel bekannt vorkommt, und angelehnt an ein Zitat über Nixon, hat vollkommen Recht.
Zwar gibt es auch diesmal etwas über mein schreiben zu berichten - fast zweitausendachthundert Aufrufe auf Fanfiction.de, danke, liebe Leser ^^V - aber wieder einmal wende ich mich der Weltpolitik zu.

Ich bin verwundert. Ehrlich, ich bin zutiefst verwundert. Und diese Verwunderung betrifft den Iran und seinen gerade wiedergewählten Präsidenten Ahmadinedschad. Unruhen gibt es in der Hauptstadt. Seine politischen Gegner glauben nicht, dass er mit über sechzig Prozent der Stimmen gleich im ersten Wahlgang gewonnen hat. Sie sprechen von Unstimmigkeiten, von der Behinderung freier Kontrollen, und westliche Medien beschweren sich darüber, massiv behindert worden zu sein. Sein schärfster Kontrahent steht unter Hausarrest, nachdem er sich selbst zum Sieger erklärt hat, und das bei etwas mehr als einem Drittel der abgegebenen Stimmen. Ach, und Studenten gehen zu Tausenden auf die Straße, um gegen Ahmadinedschad zu protestieren.
Nun hat Ahmad*** nicht gerade den besten Ruf bei uns. Er gilt als Holocaust-Leugner, Nationalist und Feind des Westens. Und wahrscheinlich fördert er die Hamas im Gaza-Streifen.
Ach, und augenscheinlich lässt er iranische Wissenschaftler eine Atombombe konstruieren.

Andererseits ist das Thema zu differenziert, um es nur so zu betrachten. Der Iran ist nicht einfach nur der Iran, sondern auch das ehemalige Kaiserreich Persien, ein Land, das von Rechts wegen hätte reich sein müssen. Ein Land, das von Öl und Erdgas prosperieren müsste. Von diesen Schätzen kam nie besonders viel beim Volk selbst an, das Land befindet sich zudem gerade in einer Rezession. Und dann haben die Israelis auch noch mit einem Militärschlag gegen die Nukleareinrichtungen des fernen Nachbarn gedroht.
In solcher Atmosphäre ist ein Nicht Pro-Westlicher Präsident natürlich automatisch ein Nachteil - zumindest aus der westlichen Welt gesehen. Aber irgendwie beschleicht mich der Verdacht, dass Ahmad*** irgendetwas richtig machen muss.
Wer von uns hatte nicht unterschwellig das Gefühl, die USA würden nach ihrem erfolgreichen Schlag gegen die Ölwirtschaft des Mittleren Osten, tschuldigung, den Irak, nicht auch noch den Iran angreifen?
Und welche Nation, die augenscheinlich mit dem Iran verfeindet ist, verfügt über die Atombombe?
Normalerweise hätte ein Holocaust-Leugner vor meinen Augen keine Gnade verdient. Ahmad*** jedoch wurde so hartnäckig und so perfide falsch zitiert - dank dem Internet schnell nachweisbar falsch zitiert - dass ich mich frage, ob die Berichte darüber, ob er wirklich den Holocaust leugnete, so stimmen, wie sie wiedergegeben wurden.
Mich beschleicht der Verdacht an eine Kampagne der Westlichen Welt, um einen vielleicht ungeschickten, aber sichtlich beherzten Politiker daran zu hindern, wiedergewählt zu werden. Vielleicht mit der Motivation, dass ein mehr pro Westen ausgerichteter Präsident auf die Bombe verzichten würde.
Andererseits hat Scholl-Latour gesagt: "Was bleibt ihnen anderes übrig? Wenn sie die Atombombe haben, werden sie nicht angegriffen."
Von wem? Ein großes Geheimnis der Weltpolitik.
Und siehe da, Nord-Korea HAT die Bombe. Und etliche scharfe Petitionen, Rügen und aufgestockte Hilfslieferungen für die darbende Bevölkerung konnten Kim Jong-Il nicht dazu bringen, seine Atomwaffen abzuschaffen. Anscheinend hilft die Atombombe selbst gegen eine Superpolizei wie die USA.

Fazit: Ich bin dafür, nachdrücklich dafür, dass die Vorwürfe und Anzeigen der Opposition nachgeprüft werden. Eine demokratische Wahl muss eine demokratische Wahl bleiben. Und das Ergebnis muss dann von allen akzeptiert werden.
Ob das nun Menschen sind, die von den Gratis-Kartoffelrationen des Präsidenten profitiert haben, oder ob es Studenten sind, die ihr neues Idol nun nicht im Amt sehen, Demokratie sieht keine gewalttätigen Proteste als legal an.
Das bedeutet: Ist das Wahlergebnis legal, dann muss auch der Westen dies akzeptieren, soll die eigene Demokratie nicht zur Farce werden. Ist es manipuliert, dann bin ich ausdrücklich für Sanktionen, um den wahren iranischen Präsidenten zu unterstützen.
Mit stark tendenziöser Berichterstattung im Westen ist allerdings niemandem geholfen, außer dass eine demokratische Kontrolle der Wahl erschwert wird.
Und was die Bombe angeht - liefert dem Iran kein Uran.
Blauäugig? Vielleicht. Aber wie wir am Beispiel von USA, GB, Russland, Frankreich und China sehen, bedeutet die Bombe zu haben nicht automatisch, sie einzusetzen. Bei Indien und Pakistan bin ich da nicht so sicher... ^^°

Dienstag, 9. Juni 2009

Mit Computerspieleverboten gegen Kinderpornos, oder was?

Manchmal kann ich selbst nicht so recht verstehen, was in der Welt vorgeht - und ich halte mich im allgemeinen für einen klugen Burschen. So sind mir einige der Vorgänge der letzten Zeit unbegreiflich. Geradezu selbstzerstörerisch.
Ich meine, wenn jemand die Pest hat, dann kommt doch auch kein Arzt und sagt: "Das ist gar nicht die Pest, das sind Mückenstiche! Kippt sofort alle Teiche zu, um die Mücken auszurotten!"
Merkwürdiges Beispiel? Ha! Von wegen.

Nehmen wir mal Bezug zum Titel: Computerspieleverbot.
Es gibt tatsächlich Politiker in Deutschland, die behaupten, wer Egoshooter spielt, verroht innerlich und ist eher bereit andere Menschen zu töten. Dies führt zu Amokläufen. Wenn wir also die Egoshooter und andere Computerspiele des Genres verbieten, sind wir auf der sicheren Seite, und es kommt nicht mehr zu Amokläufen.
Hallo? Das klingt doch wieder nach Pest und Mückenstichen!
Herrschaften, jetzt mal ganz ehrlich: Wenn tatsächlich einmal jemand Realität und Spielewelt nicht mehr auseinander halten kann, bezweifle ich stark, dass er mit Computerspielen für den nächsten Amoklauf üben kann. Diese Spiele erklären weder den Ladevorgang, noch Kniffe wie Sicherung und gezieltes Schießen. Hey, ich war beim Bund, ich habe mit allen geläufigen Waffen geschossen. Ich kenne mich aus. Seit ich das erste Mal eine P1 abgeschossen habe und vor dem lauten Knall erschrak weiß ich: Mit Waffen zu töten trainiert man mit Waffen! Das kann einem kein Computerspiel vermitteln.
Gut, gut, es kann eventuell, in irgendeiner Pararealität jenseits von Vernunft und Verstand einen Amokläufer geben, der seine grausige Tat begangen hat, weil ein Egoshooter seine Synapsen zersäbelt hat. Wahrscheinlich ist es indes nicht. Amokläufer, die Computergames wie Egoshooter auf ihren PCs haben, werden damit sicherlich nicht für den Amoklauf trainiert haben. Sonst würden sie nämlich erwarten, an jeder Ecke neue Munition zu finden, die sie aufnehmen, indem sie drüber weg laufen; und ein Tippser auf die Erste Hilfe-Box würde ihnen helfen, wieder volles Leben zu bekommen. Sie haben Egoshooter TROTZDEM auf dem PC.
Wir haben in Deutschland eine sehr strenge FSK für Computerspiele. Sehr viele Spiele sind nur für Erwachsene freigegeben, eine verschwindend geringe Zahl gibt es sogar erst ab achtzehn. Wollt Ihr, liebe verbotswütige Politiker, tatsächlich die sehr gute Arbeit dieser Institution in den Wind schießen, sechzig Millionen Erwachsenen ihre Mündigkeit absprechen und alles auf ein "Killerspiel" schieben?
Waffen töten Menschen, und natürlich derjenige, der diese Waffen in Händen hält. Spiele tun das nicht. Denn: Wo sind all die Amokläufer, die Egoshooter spielen, dadurch labil und mordlüsternd werden, sich Waffen besorgen und dann über unschuldige Menschen herfallen? Immerhin wurden hunderttausende dieser Spiele verkauft.
Jeder Amoklauf ist eine furchtbare Tat, ausgeführt von einem zerrissenen, jenseits der Menschlichkeit befindlichen Täter ohne Hoffnung auf eine Zukunft. Mein Mitgefühl gilt den Opfern und den Angehörigen. Aber, und das ist das perfide, mit dem Verbot von Computerspielen, die zudem der FSK unterliegen, verhindern wir bestimmt keine Amokläufe.
Das geht nur über das soziale Umfeld, Prävention, psychologische Beratung und vielleicht ein wenig Verständnis lange bevor jemand mit dem Leben abschließt und sich zu solch einem Wahnsinn hinreißen lässt.

Auch ein großes Thema: Kinderpornographie.
Zur Zeit ist es hochaktuell, nachdem die Gebärmaschine im Ministersessel (ich entschuldige mich explizit hier bei allen Frauen und Müttern, die nicht über Vermögen verfügen und dementsprechend ihre Kinder nicht an Nannys abschieben können) gesagt hat, man müsse das Internet zensieren. Gemeint ist, Seiten von Anbietern der Kinderpornographie mit Stoppschildern zu belegen, um den Surfer auf sein Missverhalten aufmerksam zu machen. Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob die IP dabei nicht auch noch gespeichert wird.
Nur: Was soll das bitte bringen? Kinderpornographie ist ein Verbrechen. Schlimmer noch ist es Kinder zu missbrauchen um diese Aufnahmen zu machen. Wird das verhindert, indem man virtuelle Stoppschilder vor entsprechende Seiten hängt? Ich meine, Hallo? Wenn Ihr solche Seiten gefunden habt, warum blockt oder löscht Ihr sie nicht? Und den Opfern hilft das auch nicht weiter.
Pädophile im weitesten Sinne waren noch nie Personen der Öffentlichkeit oder haben sich dazu in irgendeiner Form bekannt. Sie sind meist Täter, Konsumenten, Weiterverbreiter. Sie organisieren sich in Zirkeln, beinahe geheimen Logen. Alle Schläge der Polizei gegen Kinderpornographie im Inland ist immer gegen diese geschlossenen Gesellschaften gerichtet. Immer wieder berichten die Medien von Netzwerken, also Passwortgeschützten Servern, auf die nur die Mitglieder Zugriff haben. Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, wie ein harmloser Internetuser ausgerechnet auf diese Seite stoßen, das Passwort knacken und in diesen Zirkel gelangen soll. Im Umkehrschluss kann ich mir nicht vorstellen, dass Fahnder da erst ein Stoppschild vorsetzen, um eventuell allen Mitgliedern dieser kranken Gemeinschaft die Zeit zu geben, belastendes Material zu vernichten.
Imho ist das nicht weiter als der Versuch, uns, die User, langsam an eine staatliche Kontrolle zu gewöhnen. Ich habe hierzu ein interessantes Beispiel aus Finnland ertwittert. Dort findet die Sperrung von Internetseiten statt (nicht die dämlichen Stopp-Schilder). Aber welche Seiten wurden dort gesperrt? Von über eintausend Seiten hatten zwei einen Bezug Kinderpornographie, eine war tatsächlich vollkommen zu Recht gesperrt worden.
Die restlichen tausend Seiten? Auch Pornographie, allerdings keine verbotene.
Das droht uns auch in Deutschland, wenn deutsche Beamte in Entscheidungswut geraten und auch noch die Macht dazu haben, solche Seiten zu sperren.
Herrschaften! Auch damit verfehlen wir die Wirkung! Wir sind wieder bei der Pest und Mückenstichen! Die Täter gehören verhaftet, verurteilt und therapiert, bzw. psychiatrisch isoliert, und die Opfer in psychologische Behandlung, um die Traumata zu verarbeiten. Virtuelle Verbotsschilder nützen ihnen gar nichts.
Lasst die Polizei ihre Arbeit machen. Das Thema ist zu wichtig und zu ernst, als dass man es als Aushängeschild für illegale Kontrolle freier Medien missbrauchen sollte.

Fazit: Wenn jemand die Pest hat, kann man ihm nicht helfen, indem man Teiche mit Mückenlarven zuschüttet. Das ist nicht nur sachlich falsch, sondern sträflich unverantwortlich. Für Volksverdummung sollte es ein Strafmaß geben.

Herzlichen Dank an alle, die meine Geschichten lesen

Tja, ich habe es so nicht erwartet, aber das Experiment Fanfiction.de beschert mir mehr Aufmerksamkeit in zwei Monaten als ich ansonsten in einem Jahr erhalte. Unaufhaltsam klettert die Zahl der Aufrufe meiner Geschichten auf die 2600er Marke, wobei zwei Dinge zu erwähnen interessant sind:
1) Ich habe mittlerweile 44 Geschichten rein gestellt, einige davon mit mächtiger Überlänge, was das alles ein wenig relativiert.
2) Richtig angefangen einzustellen habe ich erst Ende März. Seit diesem Zeitraum bekam ich über dreißig Reviews, die vom Grundtenor positiv waren.
Okay, das ist noch nicht mein Einstieg in die von mir so begehrte Profi-Liga, in den Bereich der massenhaft verkauften Bücher, der eigenen Community, der Fans und Fanfic-Schreiber, die sich nun in meinen Welten bewegen. Kurz gesagt, kein Hype. Aber ich kann mit einer gewissen Ruhe sagen: Ich bin zufrieden. Noch nicht satt, aber zufrieden.


Edit: 10.06.2009, und jetzt sind es 2623 Aufrufe... Ich habe entweder einen sehr eifrigen Leser oder sehr viele Einmalleser... Vielleicht irgendwas dazwischen.
Auf jeden Fall noch mal danke. ^^V

Dienstag, 2. Juni 2009

Die Welt dreht sich

Und das ist auch gut so.
Veränderungen bei mir: Auf Fanfiction.de habe ich soeben meinen zweitausendzweihundertfünfzigsten Zugriff registriert. Ich weiß nicht ob das viel oder wenig für FF.de ist. Aber ich weiß, dass das sechshundertfünfzig Zugriffe seit dem zwölften Mai sind, UND das ich mich sehr darüber freue. Zeitgleich habe ich meinen dreißigsten Review registriert, und auch hier weiß ich nicht, ob es viel oder wenig ist, auf jeden Fall ist der Tenor vom Grund her positiv.
Liebe User und Mitautoren auf FF.de: Herzlichen Dank dafür, das ich gelesen werde. ^^b

Veränderungen in der Welt:

Ein Passagierflugzeug der Air France ist über dem Atlantik verschwunden, und eine uns wohl bekannte nervige Zeitung mit vier Buchstaben spekuliert: War es ein Blitzschlag?
Liebe BLÖD, sicherlich nicht. Denn gegen das primitivste und älteste Problem des Stratosphärenflugs werden unsere findigen Luftfahrtingenieure sicher schon ein Mittel gefunden haben.
Edit: Jetzt, da es offensichtlich wird, das die Maschine tatsächlich abgestürzt und alle über zweihundert Insassen ums Leben gekommen sind, möchte ich kurz anmerken, das meine Sympathie den Hinterbliebenen gilt. Auch wenn obiger Text den Opfern gegenüber etwas zynisch klingt, er ist keinesfalls so gemeint. Zynisch sollte er nur gegenüber der Schlagzeilensucht der BLÖD-Zeitung sein. Sollte jemand nun ernsthafte Zweifel an meinem Mitgefühl und meiner Integrität gehabt haben, so hoffe ich, das hiermit auszuräumen.


H1N1 streunt immer noch durch die Medien, und noch immer erschallen halbherzige Kassandrarufe von irgendwelchen Türmen, die vor der großen Pandemie warnen, nur weil Wissenschaftler das nicht ausschließen.
NATÜRLICH schließen sie das nicht aus, immerhin ist die Möglichkeit, das es immer noch zur Pandemie durch H1N1 kommt, nicht ausgeschlossen. Ein guter Wissenschaftler weiß das.
Aber, liebe Medien, vielleicht fragt Ihr mal: Ist es eigentlich wahrscheinlich, dass es noch zur Pandemie mit H1N1 kommt? Die Antwort wäre sicher ein klares Nein. Aber das wollt Ihr sicher weder hören noch drucken. Soviel zur BLÖDisierung der deutschen Medienlandschaft.

In Pakistan geht die Armee noch immer gegen den offenen Aufstand der Taliban vor, zehntausende Menschen mussten ihr altes Leben und ihr Hab und Gut aufgeben, um vor den Kämpfen zu fliehen. Die Hochburg der Taliban-Bewegung befindet sich jetzt im Krieg.
Sehr merkwürdig. Sehr, sehr merkwürdig. RICHTIG merkwürdig.
Warum ich das sage? Nun, bisher ging ich von drei Fakten aus:
1) Die Taliban sind vom pakistanischen Geheimdienst ausgesuchte und trainierte Pashtunen aus Koranschulen, die als verlängerter militärischer Arm dieses Geheimdienstes dienen sollten.
2) Die Eroberung Afghanistans durch die Taliban ist der einzige militärische Sieg der Pakistani.
3) Geheimdienst und Militär in Pakistan sind bereits stark von militanten konservativen muslimsischen Kräften unterwandert.
Da fragt man sich wirklich, was dort gerade geschieht. Kommt es zur großen Säkularisierung, also der endgültigen Trennung von Kirche und Staat? Ist es ein Machtkampf zwischen verschiedenen konservativen Fraktionen um die Vorreiterrolle? Hat der neue Präsident etwa mehr Rückhalt und mehr Macht als all seine Vorgänger zusammen und traut er sich tatsächlich, im eigenen Haus aufzuräumen? Fragen über Fragen über Fragen.

Nord-Korea testet Langstreckenraketen und Atombomben, und die Welt ist in Aufruhr.
Hallo? Lasst sie doch Atombomben testen, soviel wie sie wollen. Jeder einzelne Test kostet nicht nur Millionen, die das Militärbudget extrem belasten und die Wehrfähigkeit der Armee ernsthaft in Frage stellen, er kostet auch waffenfähiges Plutonium, das danach in Angriffswaffen nicht mehr eingebaut werden kann. Lasst sie doch ihr ganzes Material verballern, dann kloppen sie es wenigstens nicht auf Seoul, Tokyo oder Beijing.
Und davon einmal abgesehen, hat das Patriot-System nicht bereits vor Jahren bewiesen, wie effektiv es gegen anfliegende Raketen ist? Dazu die Aegis-Kreuzer der Amerikaner, die zweifellos vor Ort sind, und die vergleichsweise primitive Tarn- und Waffentechnik der Nord-Koreaner vorausgesetzt, wer will so eine Waffe fürchten, wenn auf jeden Abschuss einhundert Möglichkeiten lauern, diese Rakete abzufangen?
Okay, besser es kommt gar nicht erst dazu. Aber Angst davor haben? Sicher nicht, wenn irgendjemand im amerikanischen Militär seinen Sold auch wert ist.
Diejenigen, die am meisten unter dieser Farce zu leiden haben sind natürlich all jene, denen das Geld vorenthalten wird, welches das Militär für die Atombomben- und Raketentests: Das Volk. Und das ist das wahrlich schlimme an der Situation in einem Land, das seit Jahren Hilfslieferungen aus dem Ausland braucht, um eine Hungersnot im Land zu vermeiden.
Die nächste UNO-Resolution sollte Nord-Korea dazu auffordern, den Reisanbau zu optimieren und die Grundversorgung der eigenen Bevölkerung wieder sicher zu stellen, anstatt mit Waffen herum zu spielen, die im Ernstfall gar keinen Nutzen haben.

Ach ja, das ist auch noch passiert: Die Billy und Barry-Show gerät richtig in Fahrt. Neben Gesprächsbereitschaft mit dem Iran - ohne Vorbedingungen - und der ultimativen Aufforderung an Israel, die umstrittenen Siedlungsprojekte einzustellen, bewegt sich tatsächlich etwas in der Beziehung zu Kuba. Barry macht wirklich ernst und stellt die ganze Welt auf den Kopf. Kumpel, ich drücke Dir die Daumen. Wenn Du nur zwanzig Prozent Deiner Ziele erreichst hast Du mehr bewirkt als Deine Vorgänger.

Montag, 1. Juni 2009

Der Hildesheimer Lyrik-Wettbewerb

Es ist merkwürdig, für welche Dinge ein Blog manchmal praktisch ist. Zuerst hatte ich ihn als kastrierte Version einer Homepage gesehen, später als Newsfeed. Nützlich ist er allemal, gerade um auf Ereignisse und Veränderungen hinzuweisen.
Unter die Abteilung Ereignisse fällt die Überschrift. Zum dreizehnten oder vierzehnten Mal findet der Hildesheimer Lyrikwettbewerb statt. Ziel ist es aus einer möglichst großen Anzahl von Gedichten die "Perlen" heraus zu picken und jedermann eine Schreiberplattform zu bieten. Der, beziehungsweise die Sieger, sieben an der Zahl, werden auf großformatige Plakate gedruckt, die in Bussen und Wartehäuschen des Hildesheimer Stadtverkehrs aufgehängt werden und dort gelesen und gesehen werden können. Letztes Jahr hatte es noch gut zweihundert Einsendungen von knappen siebzig Gedichtbegeisterten gegeben. Dabei hat meine Mutter Dorita Kaiser einen der damals acht Plätze erobert, was mich als Autor besonders stolz gemacht hat. Es war ihr erster Versuch überhaupt in ihrem Leben sich literarisch zu betätigen, und dann gleich sowas - wow.
Dieses Jahr waren es schon Anfang Mai zweitausend Einsendungen, und bis zum vorgezogenen Einsendeschluss kamen sicher noch einmal tausend dazu. Was rund tausend Teilnehmern entspricht, und das bundesweit.
Die Vorjahressiegerin Dorita Kaiser nimmt ebenfalls wieder teil und wurde mit einem wundervollen Gedicht über das voran gehen auf der Homepage des Lyrikwettbewerbs nominiert.
Als ihr Sohn verlinke ich direkt auf ihren Beitrag. Aber von dort kann jeder Interessierte die teils sehr unterschiedlichen Gedichte einsehen und - so sie es möchten - auch bewerten. Denn dieses Jahr werden drei der Siegergedichte nicht von der Jury, sondern vom Publikum gevotet. Ich jedenfalls drücke meiner Mutter die Daumen, und garantiert findet sie da draußen weitere Fans.