Mittwoch, 30. Dezember 2009

Althaus durch den Nacktscanner schicken

Es gibt Dinge auf dieser Welt, die sind unausweichlich. Manchen Tatsachen oder Umständen kann man nicht entkommen. Eine davon ist die allgemeingültige Tatsache, dass auf den Tag die Nacht folgt... Oder dass man in bewölkten Nächten keine Sterne sehen kann... Dass Wasser grundsätzlich bergab fließt... Dass die Schlagzeilen der BLÖD-Zeitung dazu führen, das ich mich regelmäßig aufrege...

Heute soll es um letzteres gehen. Die aktuelle BLÖD-Schlagzeile regt mich nämlich auf: Althaus fährt wieder Ski!
Mein erster Gedanke war; Will er noch jemanden umbringen?
Aber der Reihe nach. Dieser Bericht, der BLÖD die halbe Titelseite wert ist, zeigt einen Skifahrer, der Althaus im Winterurlaub sein soll, sowie ein Foto der jungen Mutter, die vor gut einem Jahr beim Unfall mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten umgekommen ist.
Und jetzt kommt der Part mit dem aufregen. Nein, Althaus hat nicht schon wieder einen totgefahren. BLÖD verschweigt nur vollkommen, das Althaus am Unfall Schuld ist, rechtskräftig verurteilt wurde und eine hohe Geldstrafe an den Witwer zahlen musste.
Ich kenne Herrn Althaus nicht persönlich und kann ihn deshalb als Mensch nicht einschätzen. Aber ich nehme es ihm übel, dass er die politischen Gegner gebeten hat, sich im Wahlkampf über den Unfall auszuschweigen, ihn aber selbst politisch ausgeschlachtet hat. Und der BLÖD nehme ich es übel, diese Tatsache ebenfalls unter den Teppich zu kehren. Gewiss, es war ein Unfall, aber der Schuldige hat den Kopf zwischen die Schultern gezogen, die Verantwortung abgewälzt und gehofft, dass sein Verbündeter, die BLÖD-Zeitung, die Sache schon verwischt oder weit genug unter den Teppich kehrt. Der Teppich hat noch ein paar Beulen, wie das Foto des Opfers zeigt. (Wofür BLÖD sicherlich die nächste Klage ins Haus rollen wird, weil die Hinterbliebenen dieser Veröffentlichung GARANTIERT NICHT zugestimmt haben.)
Aber der Verursacher des Unfalls wird schon mal rausgeschwiegen. Leider haben wir kein so schlechtes Gedächtnis, lieber Herr Ex-Ministerpräsident, liebe BLÖD-Zeitung. Und wir beobachten euch weiterhin. (Vielleicht tue ich der BLÖD unrecht, und im weiteren Bericht auf Seite zwei wird erwähnt, das Althaus den Unfall verursacht hat. Aber man möge mir verzeihen, das ich davor zurückgeschreckt habe, die BLÖD aufzuschlagen. Jeder hat eine gewisse Hemmschwelle, die nicht so leicht zu überwinden ist.)

Teil zwei meines Blogs behandelt die so genannten Nackt-Scanner, eine besondere Form der Körperanalyse, bei der ein Proband in eine Scannerkabine tritt und anschließend auf einem Monitor ohne Kleidung abgebildet wird. Bis zum heutigen Tag gilt diese - funktionierende - Technik als Verletzung der Menschenrechte, empörend und übertrieben.
Seit sich ein radikaler Nigerianer mit achtzig Gramm kristallinem Sprengstoff in der Unterhose (angeblich im Auftrag von Al Kaida) beinahe in einem Flugzeug in die Luft gesprengt hätte, ist die Koalition in Berlin laut Tagesspiegel eindeutig PRO Nacktscanner eingestellt. Tja, was man nicht alles auf dem Trittbrett mitreisen lassen kann.
Der eine versucht auf der Empörung über Kinderpornographie mal schnell aus dem Rollstuhl heraus eine Internetzensur zu etablieren, der andere versucht die bisherige Sicherheitstechnologie durch einen Milliardenauftrag an eine Einzelfirma zu pushen. Aber ich habe nichts anderes von CDU/FDP erwartet. Die Doppelfrauenspitze wird für noch mehr derartige Überraschungen gut sein.
Liebe Koalition, lasst mich ein weiteres Adjektiv, den Nacktscanner betreffend, hinzufügen: Unnötig. Was passiert wohl, wenn der Nacktscanner Standard wird, mit dem man Menschen unter die Kleidung sehen kann? Ganz einfach: Potentielle Attentäter erkennen, dass der Nacktscanner AUCH NUR bis zur Haut reicht. Bereits jetzt schlucken Drogenkuriere Heroin und Kokain, verbergen es unsichtbar von jeder Leibesvisitation, und unsichtbar für Nacktscanner in ihren Körpern, gehen dabei ein großes persönliches Risiko ein... Solche "Drogenesel" werden von erfahrenen Beamten der Zollfahndung immer wieder im internationalen Flugverkehr entdeckt. Auch Al Kaida-Terroristen werden sich nicht zu schade sein, sich ein paar Gramm Sprengstoff in den Arsch zu stecken, wenn sie damit an einem Nacktscanner vorbei kommen. Und das ist auch die Idee mit dem Nacktscanner: Im Arsch.
Stattdessen sollte man in die richtige Technologie investieren, nämlich animalische oder technische Sprengstofffinder. Die animalischen haben wir schon lange. Es lebe die Hundenase. Die technische ist bereits sehr weit in ihrer Entwicklung. Beim Umgang mit Sprengstoff ist es nahezu unmöglich, absolut sauber zu arbeiten, was bedeutet, das die Umgebung des Sprengstoffs mit Spuren kontaminiert ist. Technische Spürnasen können diese Sprengstoffspuren finden und nachweisen. Das ist zuverlässig, geht schnell und greift die Menschenwürde nicht an. Aber wahrscheinlich ist das nicht spektakulär genug. Vielleicht glaubt Frau Merkel, den Familien auch was fürs Steuergeld zu bieten, und so ein Nacktscanner vor dem Urlaubsflug ist ja immerhin ein Erlebnis.

Was mich noch ganz fix zu einem dritten Thema bringt. War da nicht noch was kurz vor der Bundestagswahl? Hat da nicht ein arabisch aussehender Mann in sehr gutem Deutsch ganz Deutschland gedroht, das es zu Anschlägen kommen könnte, wenn "wir nicht die richtigen wählen"? Hm. Oktober, November, Dezember... Immer noch kein Anschlag. Brauchen die Jungs so lange? Brüstet sich die deutsche Polizei nicht mit verhinderten Anschlägen? Fanden sie bereits statt, und Al Kaida hat sich einfach ein unspektakuläres Ziel ausgesucht? (Das WAR doch neulich eine Fliegerbombe, oder? Und das Kölner Stadtarchiv ist doch wegen dem U-Bahnbau eingstürzt, oder?)
Und da drängt sich mir der Verdacht auf, dass besagter zorniger junger Mann mit genau diesem Ausgang der Bundestagswahl zufrieden sein könnte. So zufrieden, dass Al Kaida keine Anschläge angeordnet hat? Das Ausbleiben der Anschläge springt doch geradezu ins Auge: Ist Al Kaida CDU/FDP-Wähler? Der Gedanke liegt nahe. Die Alternative wäre, dass der junge, arabisch aussehende und so gut deutsch sprechende Mann ein Hoax war, oder ein recht zorniger, aber machtloser Einzeltäter, der sich über die viele Aufmerksamkeit in Deutschland gefreut hat.
Es gibt da natürlich auch noch die Erklärung, dass die große mächtige Terrororganisation Deutschland international nicht für voll nimmt und denkt das es ausreicht, ab und an mit einem Anschlag zu drohen, um in unseren Zeitungen und anderen Medien übermäßig präsent zu sein. Aber das dürfte an den Haaren herbei gezogen sein. Ich meine, Hey, es wir doch nicht gleich durch alle Medien mit fetter Schlagzeile gehen, die damit die Bundesbürger noch extra verunsichern, nur weil jemand ein Youtube-Video hoch geladen hat? Das erscheint mir dann doch bei unserer sachlichen, kritischen und gut recherchierenden Presselandschaft nicht möglich zu sein.
Sollte es in der Zwischenzeit oder kurz nach der Veröffentlichung dieses Blogs zu einem Al Kaida-Anschlag in Deutschland kommen, habe ich selbstverständlich unrecht gehabt. Daran glauben tue ich trotzdem nicht.

Edit am 04.01.: Eine Frage beschäftigt mich bei der ganzen Nacktscannergeschichte seit fünf Minuten: Hätte dieses Mistding eigentlich den kristallinen Sprengstoff in der Unterhose des Nigerianers entdeckt, oder wäre dieser nicht erkannt worden?
Auf die Antwort bin ich gespannt.

Montag, 28. Dezember 2009

Ich sollte wirklich mehr über das schreiben berichten...

...dachte ich gerade noch. Denn tatsächlich passiert auch hier einiges, wenngleich ich immer wieder glaube, ich komme nicht wirklich voran.
Die wichtigste Meldung zuerst: Heute beim einloggen auf Fanfiktion.de registrierte ich 8019 Aufrufe meiner Geschichten. Die Achttausender-Marke ist also auch geknackt worden.
Die Leute mit den Orden bitte nach Rechts und die gratulierenden Schönheitsköniginnen bitte nach links. XD

Was ist sonst so passiert? Derzeit schreibe ich eifrig, selbst für meine derzeitige Schreibmoral, an Für den Kaiser. Offiziell bin ich bis zum Epilog gekommen. Also bestenfalls noch zehn, zwölf Seiten, dann kann ich die Geschichte abschließen. Roman Nummer vier, Pro Populus, hat allerdings mit fast 260 Seiten nahezu doppelt so viele Seiten wie einer der drei Vorläufer, weshalb ich drüber nachdenke, den Text zu halbieren und zwei Romane draus zu machen.

Außerdem verkünde ich stolz, dass es mir gelungen ist, RdG 30 in Rekordzeit zu schreiben und zu korrigieren. Leider kam es dennoch zu spät, um dem Zeichner zu erlauben, ein gutes Titelbild zu machen... Also wird es erst was mit der Veröffentlichung Anfang März. Aber Hey, so habe ich wenigstens etwas Luft.

BattleDragonTech hängt gerade etwas in der Luft; dafür wird Dantons Chevaliers aber weiter gehen. Auch andere von mir stiefmütterlich behandelte Arbeiten werde ich etwas stärker verfolgen. Lasst euch überraschen.

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Frohe Weihnachten 2009

Wie der Titel schon sagt, wünsche ich heute, am Heiligen Abend, meinetwegen auch am Wintersonnenwendfest oder für die Hardcore-Weihnachtsablehner am Vorabend zweier bezahlter freier Tage eine fröhliche Feier, viel zu essen und zu trinken und eine besinnliche Zeit all meinen Stammlesern, all jenen die zufällig vorbei gesurft kommen sowie all jenen, die hierbei noch nicht angesprochen sind.
Normalerweise bin ich recht gut im predigen, aber das will ich heute auf ein Minimum beschränken. Ich sage einfach nur, vergesst über den ganzen Feiertagstrubel, die Geschenke und den unvermeidlichen Ärger eines nicht: Nutzt die Zeit und verbringt sie mit euren Familien. Egal aus welchem Grund man sich über diese Feiertage freut, dies ist doch der eigentliche Hauptgrund und das wirklich schöne an Weihnachten.
Ein kluger Mann hat mal gesagt: Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht.
Ich bin versucht zu sagen: Gott sei Dank. Daran kann man vielleicht erkennen, dass ich schöne Weihnachten haben werde. ^^
Also, viel Spaß, tolle Gespräche, nette Fernsehabende, faszinierende Spielerunden, ansprechende Restaurantbesuche und was immer sonst ansteht. Aber tut es mit euren Familien.
Greetings,
Ace

P.S.: Wer als erster den Fehler in diesem Text findet, kriegt von mir eine Kurzgeschichte auf den Leib geschrieben. ^^b

Edit: Anscheinend habe ich die Frage falsch gestellt, weshalb ich den kleinen Wettbewerb für beendet erkläre. Der "Fehler" war: Ich habe den Text eins zu eins von meinem Weihnachtspost 2008 übernommen. Ist das wirklich niemandem aufgefallen?

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Afghanistan, Afghanistan

Das ferne Land am Hindukusch ist immer wieder ein Thema in der deutschen Medienlandschaft. Nicht zuletzt die "sensationellen Enthüllungen" zum Diebstahl zweier Tanklastzüge, wie BLÖD titelte und wie etliche Medien ungeprüft übernahmen, haben unsere kuschelweichen und Konfrontationsfremden Politiker sehr beschäftigt. Sehr zur Freude der BLÖD, die dadurch aber beinahe ihren neuen Liebling mit dem Haargel-Tick abgeschossen hätte.

Dass es auch anders geht, zeigt die Süddeutsche Zeitung mit einer unkommentierten Sammlung von Zitaten deutscher Soldaten, die in Afghanistan und besonders in Kundus dienen, und nach Hause geschrieben haben. Über Ängste, über Nöte, über Chancen, über unsere "Heimatfront", über Politiker, die nicht verstehen wollen wie es ihnen wirklich geht, dort unten, wo die Einheimischen für ihre Landschaft, wie einer der Schreiber titelt, bestimmt hundert Wörter für "braun" kennen sollten (in Anlehnung an das Sprichwort, die Eskimos hätten über hundert Wörter für Schnee). Und über die internationale Zusammenarbeit in einem Land, das von den Taliban in die Steinzeit zurückgedroschen wurde...
Lassen wir die Tatsachen außer Acht, dass die Landwirtschaft in Afghanistan stark vom Drogenanbau abhängig ist. Lassen wir außer Acht, dass die Taliban eigentlich pakistanische Pashtunen sind, die vom pakistanischen Geheimdienst trainiert und religiös indoktriniert wurden. Denken wir mal nicht an Al Kaida und an diesen Kumpel von Bush jr., den Osama bin Laden. Lesen wir einfach die kurzen und auch längeren Passagen über Lagerkoller, die Not der Bevölkerung, Hoffnungen und Wünsche, vor allem dass es den Leuten dort auch eines Tages besser gehen wird, und das Landkinder dort irgendwann einen Bleistift als solchen erkennen, wenn er ihnen geschenkt wird.

Als ich über unter anderem über Bildblog.de auf diesen Artikel stieß, habe ich nicht viel erwartet. Entweder Polemik FÜR oder Polemik GEGEN den Einsatz der Bundeswehr. Ich wurde positiv enttäuscht. Ich kann nur jedem raten, alle Seiten des Artikels durchzulesen und sich darauf eine eigene Meinung zu bilden. Mich hat es sehr erschüttert, überrascht, erschrocken, aber auch fasziniert. Und es weckt in mir einen Wunsch. Doch dazu vielleicht später mehr.

Dienstag, 22. Dezember 2009

So hat es ja kommen müssen...

...sagt nicht ich habe Euch nicht gewarnt.
Hans-Heinrich Sander, bei mir bis heute unbekannter FDP-Politiker in Niedersachsen und bei uns sogar Umweltminister, hat nach der Klimakonferenz gefordert, Atomkraft weltweit massiv auszubauen. Darüber berichten zum Beispiel Focus.de und HNA.de. Diese beiden Links stehen auch exemplarisch für den Artikel im Lokalteil der Leine Deister Zeitung, den ich gerade in der Hand halte, aber keine neuen Informationen hinzu fügt.
Herr Sander sagt, nun da der Klimagipfel gescheitert sei, müsse alles getan werden, um Co2-arme Energie zu erzeugen. Recht hat er damit. Leider schlägt er ausgerechnet Nuklearenergie als unseren neuen Heilsbringer vor. Zwar meint er beschwichtigend, vor der Laufzeitverlängerung müsse die "Prüfung der Sicherheit" stehen, und Gorleben müsse ernsthaft als sicheres Endlager festgestellt werden, aber dennoch verkauft er hier nur den Atomstromlobbyismus im neuen Gewand.

Okay, hierzu ein paar Gedanken mit Fakten aus dem Gedächtnis.
1) Die CDU, größter Atomlobbyist in der Politik, hat kürzlich auch über Laufzeitverlängerungen gesprochen, allerdings nur bis genügend alternative Energieerzeugungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Nicht einmal Frau Merkel wagt es, von unbegrenzten Laufzeiten zu sprechen. Kein Wunder, dass Herr Sander Merkel und Co. vorwirft, das Thema vor der wichtigen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen auszuklammern, um das Interesse der Öffentlichkeit nicht allzu sehr auf diesen bestimmten Punkt im Parteiprogramm zu lenken, wo festgeschrieben ist, dass die Laufzeitverlängerung "sicherer" AKWs kommen wird.
Ich denke, der Herr Minister hat der CDU damit in zweierlei Hinsicht einen Bärendienst erwiesen. Einerseits vor der Landtagswahl das Thema wieder aufgewühlt, andererseits die Gorleben-Debatte zu einer Zeit neu angefacht, in der ein anderer Salzstock, die Asse, gerade traurige Berühmtheit als Ort erlangt, den man am liebsten nur noch zubetonieren und danach vergessen will. Leider löst das nicht das Problem zerrosteter Atommüllfässer, mittelstark strahlender und hochgradig strahlender Abfälle, die in der Asse nichts zu suchen haben, und die Hilflosigkeit der Betreiber, die seit dem letzten Grundwassereinbruch fürchten müssen, die gesamte Region über das Grundwasser radioaktiv zu kontaminieren.

2) Atomkraft ist NICHT billig und CO2-frei!
Alleine wenn wir uns das Uran betrachten, den Grundstoff für die Brennstäbe, kommen wir hier schon mal zu einem wichtigen Punkt. Uran wird im Ausland gewonnen, und dort meistens im Tagebau. Aber da man ja seit neuestem Solar- und Batteriebagger und -Lastwagen für den Abbau und Abtransport nutzt, fällt dort weder für Fahrzeuge, noch für Maschinen CO2 an. ;P
Ebenso wenig bei dem Transport und der Aufbereitung des Urans, was selbstverständlich vollkommen umweltfreundlich und mit Hilfe von Solarkraft geschieht.
Und was die Kosten angeht, Atomstrom ist IMMER NOCH hoch subventioniert. Würden wir für den Atomstrom den Preis direkt bezahlen, den wir jetzt über Steuern indirekt entrichten, dann wäre Deutschland binnen weniger Jahre von Windkrafträdern verspargelt.
Gut, gut, ein Punkt spricht für Atomkraft: Der hochgradig radioaktiv strahlende und extrem heiße Abfall liegt uns zwar noch fünfzigtausend Jahre auf der Tasche, aber bei der Stromerzeugung fällt kein CO2 an. Stattdessen wird Kühlwasser benötigt. Flüsse, die von AKWs genutzt werden, haben eine zwei Grad höhere Temperatur, sobald sie das Atomkraftwerk passiert haben. Das ist auch eine Form von Umweltverschmutzung.
Alternativen? Sicherlich. Wind-, Wasser-, und Solarenergie erzeugt nicht einmal beim Abbau und der Verarbeitung CO2, produziert dafür aber eine ganze Existenz lang Energie für uns. Da fällt das bisschen CO2, das bei der Errichtung und beim Bau der Teile anfiel, nicht so sehr ins Gewicht wie die ständig stattfindende Raffinierung von Uran.
Und auch Kohlekraftwerke sind längst keine CO2-Schleudern, wie sie es früher einmal waren. Die Technik entwickelt sich halt weiter. Auch in der Atomkraft ist das so. Die Zeit, in der Fusionskraftwerke Atomkraftwerke ablösen werden, ist nicht mehr fern. Deren Abfälle strahlen zwar auch, aber einhundert Jahre relativ kalt strahlender Müll ist im Gegensatz zum heutigen Atommüll geradezu einfach zu entsorgen.

3) Einen FDP-Mann zum Umweltminister zu machen ist ja schon ein starkes Stück. Wäre er Wirtschaftsminister geworden, Finanzminister, meinetwegen Arbeitsminister, dann klingt das nach der Kern(in)kompetenz der FDP. Aber Umweltminister?
Außerdem, ein Umweltminister, der Laufzeitverlängerung von AKWs fordert, wie geht das denn? Nur einen wahren Schelm würde hier der böse Verdacht beschleichen, die FDP hätte hier auf dem wichtigen niedersächsischen Umweltministerium (Gorleben, Asse, drei Kraftwerke) einen Pro Atom-Mann installiert, der ja, Amen und Halleluja zu allem ruft, was die Atomindustrie in irgend einer Weise fördert.
Das ist nicht der Auftrag, den die Wähler Ihnen erteilt haben, Herr Sander. Es wäre besser gewesen, Sie wären da geblieben wo Sie hergekommen sind: Im ferner liefen.

4) Jetzt muss also der Klimaschutz her halten. Das ist ja ein beliebtes Thema der Atomkraftbefürworter. Allerdings bedeutet die Laufzeitverlängerung ja auch eine Verlängerung der Subventionen, die von Steuergeldern - unserem Geld - bezahlt werden. Wir sprechen hier von einer guten Milliarde Euro pro Kraftwerk und zehn Jahren Laufzeit. Wäre ich Chef eines Atomkonzerns würde ich die CDU und die FDP mit Parteispenden vollpumpen, bis es ihnen zu den Ohren wieder raus kommt, denn soviel kann man denen gar nicht zustecken, wie die drei niedersächsischen Atomkraftwerke an Extra-Gewinn einbringen werden.
Schade für den Klimaschutz, der für dieses traurige Beispiel von Lobbyisten herangezogen und missbraucht wird. Und schade auch für China, das laut Herrn Sander neue Kraftwerke baut... Nachdem die aufstrebende Kulturnation den Dreischluchtenstaudamm erbaut hat, hätte ich erwartet das sie auf innovative und neue Energiegewinnungsmöglichkeiten setzen würden. Ja, zum Beispiel Wasserkraft. Oder Windkraft. Oder Solarenergie. China HAT ein paar ordentliche Wüsten für Solarenergieanlagen. Tja, eventuell wissen sie es nicht besser.
Sorry, Herr Sander, aber WIR wissen es besser. Deshalb werden AKWs bei uns ja auch abgeschaltet.

5) Was gibt es für eine Heilslösung, was führt uns aus der Misere? Wenn keine Kernkraftwerke, was rettet uns dann?
Tja, das absolute Erfolgsrezept habe ich leider auch nicht. Und ich würde schon sehr gerne auf Atomkraft verzichten, weil sie mit Uran eine endliche Ressource benötigt, hoch subventioniert ist und durch Lobby-Politik länger am Leben erhalten wurde als für uns alle gut ist.
Zudem kommt da noch das traurige Beispiel Asse und das drohende Dilemma Gorleben.
Aber ich weiß, dass wir mit Zeit, Anstrengung und Mühen genügend alternative Energien erzeugen können, um nicht länger auf Atomkraft angewiesen zu sein. Bereits jetzt ist Atomenergie hierzulande längst nicht mehr der stärkste Stromlieferant und krebst um die zwanzig Prozent rum. Den Rest schaffen wir auch noch.
Zudem sind wir hier in Norddeutschland eine der führenden Industrien auf dem Gebiet alternativer Energien. Wenn nicht wir, wer sollte es sonst schaffen?

Lieber Herr Minister für Unwelt, lassen Sie das Klima in Ruhe, es hat Ihnen nichts getan!
Kümmern Sie sich stattdessen lieber mal um Asse. Ich freue mich auf Fotos, dieSie mit Grubenhelm zeigen, während Sie sich in zweitausend Meter selbst ein Bild über den Wassereinbruch und die dadurch entstandene, hochgradig giftige und radioaktive Lauge machen. Danach bin ich bereit, Ihnen mehr Kompetenz und weniger Lobbyismus zu zu gestehen.

Wer mehr zum Thema lesen möchte, ich habe bereits einige Blogs dazu verfasst. Viel Spaß beim stöbern.

Montag, 21. Dezember 2009

7777

Okay, liebe Leser, die zehntausend bis Silvester schaffe ich wohl nicht auf Fanfiktion.de... Aber immerhin habe ich es jetzt bis zur nächsten Schnapszahl geschafft. ^^V
Siebentausendsiebenhundertsiebenundsiebzig Aufrufe habe ich heute beim einloggen verzeichnet.
Das bedeutet zwei Dinge:
1) Es ist nicht mehr weit bis zur Achttausend.
2) Seit April haben meine Romane, Kurzgeschichten, Essays und Gedichte über siebentausend Mal zum klicken und hoffentlich auch lesen verführt.

Dazu kommen einhundertundein Review, was mich besonders stolz macht. Dafür, das ich weder bei Harry Potter noch in einem anderen Klischee-Einselferkommi-Fanbereich schreibe, ist das ne ganze Menge. Und ich hoffe, es wird noch mehr. Also, liebe Leute, lest mich weiterhin. Je mehr Feedback ich bekomme, desto mehr schreibe ich auch. ^^b

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Der WDR geht mir auf den Senkel...

Warum? Nun, vor einiger Zeit berichtete WDR.de darüber, dass in der Gas- und Ölförderung radioaktive Abfallprodukte anfallen. Das klingt dramatisch. Ist es wohl auch. Zumindest für den WDR, wenn der zwangsläufig folgende Bericht nicht ähnlich reißerische Wirkung hat wie der neuliche Fernsehfilm über das Wundermittel Regividerm.
Im Bericht, welcher eine Reportage bewirbt, geht der WDR, bzw. der verantwortliche Redakteur sehr plakativ vor. Es ist die Rede von großen Mengen radioaktiver Substanzen, die mit Öl und Erdgas gefördert werden und entsorgt werden müssen. Es handle sich dabei häufig um das Isotop Radium226, welches aufgenommen in kleinsten Mengen tödlich wirkt.
...sacken lassen. Also, lieber WDR, schäm dich. Es ist nichts dagegen zu sagen, einen Fernsehbericht mit einem Artikel zu unterstützen und zu bewerben. Aber es ist eine Persiflage auf guten Journalismus, ein derart heikles Thema ohne Fakten und Zahlen belegen, inklusive einer Legende über das Isotop (Dass es sich um ein Isotop handelt, hast du auch verschwiegen, WDR) Radium226. Ich sehe jede Menge Schlagwörter, aber nichts handfestes.

Nun ist Radium an sich tatsächlich nicht ungefährlich, vor allem weil es ein Schwermetall ist. Darüber hinaus ist es selbst schwach radioaktiv (es emissiert hauptsächlich Alpha-Strahlung). Und da sind natürlich auch noch die radioaktiv strahlenden Isotope vom Radium, wie das im Artikel erwähnte Radium226, die natürlich ebenfalls im Radium selbst vorkommen und als Isotope durch den Zerfallsprozess selbst stärker strahlen. Aber ich verwehre mich nachdrücklich dagegen, dass der liebe WDR den Eindruck erweckt, die Ölförderung würde radioaktiven Abfall produzieren. Tatsächlich entstehen diese Abfälle, wenn nach Öl und Gas gebohrt wird. Die teils radioaktiven Rückstände werden mit dem Bodenaushub der Bohrung gefördert, wenn man durch Uranhaltige Gesteinsschichten bohrt. Das Öl an sich und das Erdgas strahlen nicht selbst.
Dazu kommt freilich noch, dass die Zerfallszeit von Radium226 rund 1602 Jahre beträgt, und das ist eine lange Zeit. Allerdings sagt dies noch nichts über die Gefährlichkeit der Strahlung an sich aus. Radioaktive Industrieabfälle aus Kernkraftwerken strahlen zum Beispiel rund 50.000 Jahre. Und sie gehören zudem zu den heißen, also Wärme emissierenden Abfällen, während die Abfälle der Förderindustrie auf z.B. kernfragen.de nicht einmal eine Erwähnung oder gar eigene Rubrik wert sind. Ein Schelm, wer deshalb gleich auf die Gefährlichkeit von Radium, bzw. dessen Radioaktivität schließt (oder seines Isotops Radium226), aber der Gedanke liegt nahe. So groß kann das Problem also nicht sein, das der WDR daraus macht.
Wikipedia.de sagt zum Thema Radium unter anderem, das es lange Zeit als Heilmittel galt; das war natürlich ein Trugschluss, aber immerhin kam es nicht sofort zum Massensterben der eifrigen Heilmittel- und Heilbadnutzer.
Auch erwähnt der Wikipedia-Eintrag, dass das Isotop Radium226 in wägbaren Mengen gewonnen werden kann, d.h., es kommt in Spuren im natürlichen Radium vor.

Also, ich sehe hier immer noch keinen großen Skandal. Natürlich müssen wir mit dem Thema der radioaktiven Abfälle sensibel umgehen, natürlich brauchen wir gerade für die stark strahlenden und "heißen" radioaktiven Abfälle aus der Kernenergie endlich ein vernünftiges Konzept (wie zum Beispiel keine mehr produzieren). Was wir aber nicht brauchen ist ein Sensationsheischender Bericht über Radium226, das bei Öl- und Gasbohrungen in Spuren aus Uranhaltigem Gestein gefördert wird, der die Thematik zum Skandal aufzublähen versucht.
Bitte, lieber WDR, ich lasse mich gerne eines Besseren belehren und von der Gefährlichkeit der Öl-Industrie überzeugen. Aber leicht hast du es bei mir nicht. Zu dilettantisch und zu plakativ war der Anheizer-Artikel.
Noch mal, um sicherzugehen: Zusammen mit Uran wird Radium gefördert... Radium, in dem Radium226 nur in Spuren vorkommt. Peinlich, peinlich, daran den ganzen Bericht hoch zu ziehen. Das ist BLÖD-Zeitungsniveau, würde ich normalerweise sagen, aber die war diesmal schlau genug, NICHT auf diesen Zug aufzuspringen.
Mehr Fakten, mehr handfeste Beweise, weniger Sensationsjournalismus ohne Grundlage, bitte.

Dienstag, 15. Dezember 2009

BILD bricht das Gesetz

Was so skurril richtig klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Bereits vor einigen Tagen und heute erneut berichtet Bildblog.de über die Regionalausgabe der BLÖD Bremen, die mal eben Horst Frehe, Sprecher für Rechtspolitik der Grünen in der Bremer Bürgerschaft den Satz in den Mund legte, er wolle den "Knast abschaffen".
Es stellte sich heraus - natürlich - dass der verantwortliche BLÖD-Redakteur René Möller nicht recherchiert und seine Zitate vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen hat. Nebenbei diskreditierte er im gleichen Abwasch auch noch mal Professor Johannes Feest, der in verschiedenen Bundesländern als Fachmann zum Strafvollzug gehört worden ist.

Bericht Nummer eins fand ich schon sehr interessant. Bericht Nummer zwei von heute noch viel mehr, denn das Berliner Landesgericht hat BLÖD Bremen dazu verdonnert, einen Widerruf zu drucken, der dem sachlich falschen Artikel entspricht. Das bedeutet eine halbe Seite Platz und mehrere Zentimeter große Buchstaben. Das interessante an der Situation: BLÖD Bremen hat die richterliche Frist verstreichen lassen und sich damit einem Urteil der Exekutive widersetzt.
Was folgt jetzt? Geldstrafen? Noch mehr Geldstrafen und danach eine neue Frist mit der Androhung noch höherer Geldstrafen? Oder im besten Fall Erzwingungshaft für den verantwortlichen Redakteur? Fakt ist aber, dass BLÖD Bremen ungesetzlich gehandelt hat, als es sich der richterlichen Verfügung widersetzt hat. Denn für BLÖD gelten die Gesetze ja nicht so wie für Privatpersonen und andere Institutionen des öffentlichen Lebens. So werden zum Beispiel Rügen des Presserats grundsätzlich persifliert.
Mal sehen, wer den längeren Atem hat, das Berliner Landesgericht, oder BLÖD Bremen. Es wird Zeit, den roten vier Buchstaben ein für allemal die Extrawurst weg zu nehmen und Chefredakteur Kai Diekmann klar zu machen, was eine Zeitung in Deutschland darf und was nicht.
Dass sie gegenüber der Öffentlichkeit eine Pflicht der Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und guten Recherche hat, verlange ich ja nicht mal von ihm. Wir wollen ja nicht riskieren, dass die Sonne explodiert.

Edit am 21.12.: Von mir unbemerkt berichtet Bildblog.de schon am 18., dass BLÖD Bremen dem Gerichtsentscheid gefolgt ist und sich für die unwahre Berichterstattung entschuldigt hat.
Na also, geht doch.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Wunder gibt es immer wieder

Und manchmal erwischen sie auch den Richtigen.
Vor vier Jahren habe ich mich für die Kommunalwahlen in Niedersachsen für den Ortsrat aufstellen lassen. Ich trat damals für die SPD an, und bekam leider nicht genügend Stimmen, um Ratsmitglied zu werden.
Vier Jahre später ist einer der SPD-Ratsmitglieder wegen gesundheitlicher Schwierigkeiten zurück getreten. Und man höre und staune: ICH bin der nächste Nachrücker, nachdem mein Vormann aus beruflichen Gründen abgesagt hat!
Tja, besser spät als nie. Ich bin schon etwas mehr als zehn Jahre im Vorstand tätig; wir reißen hier nicht gerade Bäume für meinen Heimatort aus, aber es geht schon um konstruktive Arbeit in der Gemeinde. Jetzt endlich komme ich dazu, der Fraktion nicht nur mit meiner Meinung beizustehen (und meiner Hilfe bei den diversen Veranstaltungen), sondern auch mit meiner Stimme.
Okay, ich gehe nicht davon aus, das hiermit mein kometenhafter Aufstieg in der SPD beginnt. Siegmar Gabriel, Du kannst beruhigt sein.
Und ich glaube auch nicht wirklich daran, dass ich zwangsläufig hier im Ort oder in unserer Samtgemeinde die höchstmöglichen Weihen erringe. Aber ich denke, dass ich bis zu den nächsten Wahlen im September 2011 effektiv in die Ratsarbeit rein schnuppern kann, mich etwas profiliere und im bestmöglichen Sinn meiner Mitbürger arbeiten kann, ohne zum Stichwortgeber oder Ja-Sager zu verkommen. Verantwortungsbewusstsein und Bürgerinteresse werden sich die Waage halten. Und wer weiß, vielleicht liegt mir die Ratsarbeit so sehr, so das ich 2011 mit meiner Wiederwahl rechnen kann. :D

Oh, ich liebe die Demokratie. Drückt mir die nächsten anderthalb Jahre die Daumen. d^^b

Freitag, 11. Dezember 2009

(K)einmal Gewinner des Tages in BILD sein...

Oh ja, es kommt vor. Manchmal werfe ich tatsächlich einen Blick auf die BLÖD-Zeitung, und wenn ich besonders kurios bin, nehme ich sie in die Hand und drehe sie um. Heute erwartete mich eine Meldung, Notiz oder wie immer man die Rubrik Gewinner/Verlierer des Tages nennen möchte, die mir Hoffnung macht.
Unter Gewinner war diesmal Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ, zu finden. Grund war sein Buch Payback, das einhundertfünfzigtausendmal verkauft wurde, und in dem er laut Psychologie-Professor Peter Kruse seinen Unwillen über das Internet in Worte fasst - unfähig, sich wirklich mit der Thematik zu beschäftigen.
"Das Internet macht das Gehirn weich!", zitiert die BLÖD Schirrmacher, lässt es aber offen, ob sie den Redakteur wegen des Verkaufserfolgs seines Buchs oder wegen dem Buch an sich zum Gewinner des Tages ernannt hat.

Die gute Nachricht dabei ist: Wenn BLÖD tatsächlich Schirrmacher folgt - entweder wegen seinen unzeitgemäßen Theorien oder aus Angst, auch die Hirne der BLÖD-Redakteure könnten weich werden - dann bleibt uns in Zukunft der unsägliche Online-Auftritt der BLÖD-Zeitung erspart. Da kann man nur hoffen und beten, dass Herr Diekmann konsequent bis zum Ende ist.
Lasst uns alle dafür die Daumen drücken. Denn es wäre immerhin ein Anfang.

Nachtrag: Gerade auf Spiegel.de gefunden. Lobo vs. Schirrmacher.
Lobo gewinnt nach technischem K.O. ^^

Donnerstag, 10. Dezember 2009

U.S.-Regierung warnt vor Schweinegrippe-Epidemie... 1976?

Richtig gelesen. Gerade bin ich über mehrere Links via Bildblog.de, FAZ.de und weltwoche.ch auf Youtube gelandet. Dort wurde Usern wie mir der Tipp gegeben, nach den Schlagwörtern "Swine Flu 1976" zu suchen.
Als Ergebnis landete ich bei einem zweiteiligen Enthüllungsbericht der CBS-Sendung 60 Minutes, die dem Propagandafeldzug folgt, der zur Impfung von 42 Millonen Amerikanern führte, sowie den dreiundvierzigtausend Amerikanern, welche die Regierung wegen Folgeschäden der Impfung verklagt.
Durchaus sehenswert, um Soll und Ist unserer Tage zu vergleichen. Außerdem unterstreicht es wieder mal, dass heiße Luft nicht gefährlich ist. Ausgelöst hatte die Geschichte damals ein Private in der Army, der aus dem Krankenbett heraus gezwungen wurde, an einem längeren Marsch teil zu nehmen. Das mit dem Krankenbett verschwiegen die offiziellen Stellen, betonten aber den "überraschenden und plötzlichen Todesfall eines jungen, gesunden Menschen".
Ein Schelm ist, der dabei Parallelen zur heutigen Zeit entdeckt.

Aber ich bin auch auf anderen Quatsch gestoßen, der sich nahtlos daran anschließt.
Ich habe dieses Jahr schon einmal erwähnt, dass ich eher ein Verfechter der Impfung bin und es sehr bedaure, dass der Impfung an sich durch die H1N1-Hysterie ein Bärendienst erwiesen wird. Prompt stoße ich auf "Lasst euch nicht impfen"-Videos. Nun, solange sie sich nur um Schweinegrippe drehen, ist alles in Ordnung. Ausgemachte Impfgegner hingegen sind mir ein Dorn im Auge.
Auch stieß ich auf ein Video, das Obama im Titel vorwarf, einen Plan entwickelt zu haben, die Bevölkerungszahlen zu senken und dafür den Schweinegrippe-Impfstoff zu missbrauchen.
Leider aber produziert eine Firma an der Rumsfeld Anteile hat, den Impfstoff. Ich bezweifle auch ernsthaft, dass Barry überhaupt Zeit hatte, sich einen solchen perfiden, hirnrissigen, abstrakten und darüber hinaus paranoiden Plan auszudenken. Das passt dann doch eher zu George "Dubia" Bush. ...Okay, da er nur eine Marionette war, zu seinen Beratern. Und da finden wir, wen wundert es, Donald Rumsfeld.

Letztendlich komme ich zu folgendem Schluss:
Risikogruppen sollten sich gegen die reguläre Grippe impfen lassen.
Wenn Du Grippe oder Schweinegrippe hattest, kuriere dich ordentlich aus, denn die große Gefahr ist nicht die Krankheit, sondern der geschwächte Kreislauf und das angegriffene Herz NACH der Infektion.
Lass dich nicht gegen Schweinegrippe impfen, vor allem nicht wenn du sie schon hast oder sie in deinem Umfeld bereits aufgetreten ist.
Ich glaube einfach nicht daran, dass Pharma-Unternehmen ihren eigenen Kundenkreis ausrotten wollen, um eine obskure Menschenreduzierungspolitik zu betreiben. Selbst bei allergrößter Skepsis rate ich, statt auf die großen Konzerne wie Roche eher auf die Medikamente europäischer mittelständischer Unternehmen zu wechseln, die es sich nicht leisten können, ihren Kundenstamm auszurotten.
Wenn sich das Schwänzchen noch nicht kringelt, ist es auch keine Schweinegrippe.

Schwulen Dieben droht die Todesstrafe beim Benzinklau?

Manch einer wird sich wundern, was für eine Überschrift ich diesmal über meinen Blog gesetzt habe. Manch einer wird sie als Quatsch abtun, auch wenn alle Aspekte in diesem Blog hinreichend erklärt werden. Aber manch einer muss dann auch einsehen, dass er die Überschrift gelesen und sich damit auseinander gesetzt hat. Zweck erfüllt. ^^V


Heute habe ich zwei Themen auf dem Herzen. Thema eins behandelt Afghanistan und den Luftangriff in Kundus. Nachdem die BLÖD gebasht hat, oder umgangssprachlich mit großen Schlagzeilen und ohne neue Fakten Druck ausgeübt hat, ist die Bundesregierung massiv eingebrochen, hat den Verteidigungsminister entlassen, einen neuen -hust- Fachmann auf den Ministerposten gehoben... Hat alles nichts genützt. Die deutsche Presselandschaft hat das Bashing aufgenommen, hackte auf der Bundeswehr herum und ließ die Publicity-süchtige Bundesregierung gefährlich wanken. Denn wenn sie sich eines nicht leisten kann, dann einen Verlust der Popularität. Dann würden Fragen auf den Tisch kommen, Forderungen der Partner-Parteien, und letztendlich das Ende der Koalition.
Was war gleich passiert? Taliban-Rebellen haben zwei Tanklaster für die Bundeswehr geklaut. Dabei wurde ein Fahrer erschossen. Was mit dem anderen passiert ist, weiß ich nicht. Auf der Flucht blieben die Taliban im schlammigen Ufer eines Flusses stecken. Gegen zwei Uhr in der Nacht, nachdem Beobachter und Kampfjets massive Bewaffnung der über hundert Personen großen Taliban-Gruppe gemeldet hatten (Panzerfäuste), entschied sich der Befehlshaber des Kundus-Camp zu einem Luftschlag. Beide Tankwagen wurden getroffen und vernichtet.
Am nächsten Tag lieferten Anwohner einen Jungen mit schweren Verbrennungen in ein örtliches Krankenhaus ein und bezeichneten ihn als Opfer des Luftangriffs. Ab hier wird es verwirrend, denn plötzlich waren mehr Zivilisten vor Ort als Taliban. Über hundert starben.
Die BLÖD hat gebasht, Regierung Merkel hat gekuscht. Drei Millionen Euro Entschädigung soll es an die Hinterbliebenen der Opfer geben.
Was, bitte? Entschädigung? Wofür? Dafür, das sie sich um zwei Uhr Nachts zwischen Taliban rum getrieben haben, in Angriffsreichweite zur Bundeswehr, welche die Taliban bekämpft? Wenn das nicht schon als eigene Dummheit gilt, dann weiß ich auch nicht.
Nun stellte sich heraus, das die Zivilisten "Benzin abzapften, um Generatoren zu betreiben oder um es zu verkaufen".
Im Sommer habe ich gesagt, dass ich nur zwei Erklärungen dafür habe, dass sich Zivilisten unter Taliban aufhielten: Entweder seien sie Kombattanten oder menschliche Schutzschilde.
Jetzt wissen wir, dass sie Benzin haben wollten. Das bringt uns zur dritten Erklärung: Es waren Diebe.
Reden wir nicht über Not und Elend in der Bevölkerung (woran die Taliban am ehesten Schuld haben), reden wir nicht über enge Versorgungslagen, reden wir nicht über Dinge, die vielleicht so oder so gerechter sind. Reden wir stattdessen über Gesetz.
Das Strafgesetz in Afghanistan ist dank Präsident Karsai und seiner Regierungsmannschaft, und abgenommen vom Parlament, die Sharia. Der alte, ehrwürdige und sehr strikte Gesetzestext aus dem Koran.
Also, ich fasse zusammen. Taliban stehlen Benzin, das für die Bundeswehr bestimmt und eventuell bereits bezahlt ist. Dabei töten sie einen Fahrer.
Mitten in der Nacht kommen gute hundert Zivilisten zu den stecken gebliebenen Lastern, um gestohlenes Benzin zu bekommen. Das macht sie m.E. ebenfalls zu Dieben. Wer, zum Henker, glaubt denn wirklich daran, dass Nachts um zwei einhundert Wohltäter auftauchen und gratis Benzin verteilen, das ihnen auch noch gehört? Die zivilen Opfer haben gewusst, in welche Gefahr sie sich begeben. Immerhin herrscht in ihrem Land ein Jahrzehntelanger Bürgerkrieg dank der Taliban. Wenn sie es nicht gewusst haben, zweifle ich am menschlichen Verstand. Von der Bundeswehr hätten sie sicherlich erwarten können, ein paar Dutzend Liter für Generatoren und dergleichen geschenkt zu bekommen, aber doch nicht von den pakistanischen Taliban. Richtig, Pakistan hat die Taliban aufgestellt, ausgerüstet und trainiert und DANACH das Land erobern lassen. Pakistans einziger militärischer Erfolg, laut dem pakistanischen Schriftsteller Tariq Ali.
Das Merkwürdige daran ist: Als Taliban, die bereits einmal einen Gottesstaat errichtet haben müssen sie eigentlich wissen, was die Sharia für Diebstahl vorsieht: Der linke Fuß und die rechte Hand werden abgeschlagen. Die Menschen, die von ihnen gratis Benzin erhielten wussten das auch. Immerhin hat ihr eigenes Parlament für die Sharia gevotet.
Diebe gehören bestraft, vielleicht nicht nach der Sharia, aber dennoch bestraft. Auf keinen Fall sollte man sie stattdessen entschädigen.
Nein, wir reden nicht über Notlagen, Notwendigkeiten und dergleichen. Die Bundeswehr ist im Gegensatz zu den Taliban vor Ort, um die Situation der Menschen zu verbessern. DAS sind Notwendigkeiten. Und die Sharia ist in diesem Fall auf der Seite der Bundeswehr.


Kommen wir zu den Schwulen. Kommen wir zu Afrika, kommen wir zu Uganda.
Als Heterosexuell orientierter Mann mit wenigen wirklichen Kontakten zu Schwulen bin ich nicht gerade ein Fachmann. Dennoch wage ich zu behaupten, das ich ein weltoffener und toleranter Mensch bin, dem das Thema Homosexuelle keine Angst macht, der unvoreingenommen und gerecht damit umgehen kann. Und genau diese Eigenschaften sind es, die mir bei dem, was gerade in dem ostafrikanischen Land vorgeht, das Bedürfnis weckt, die Hände vors Gesicht zu schlagen ob dieser Unwissenheit, Intoleranz und Ignoranz.

In Uganda ist nämlich folgendes geschehen: Der Abgeordnete David Bahati hat laut Spiegel Online einen Gesetzentwurf ins Parlament eingebracht, der die Todesstrafe für Schwule vorsieht. Natürlich nur für gleichgeschlechtliche Vergewaltigung, wenn man als HIV-Infizierter Schwuler sexuell aktiv ist, oder halt für Serientäter.
Als normaler Durchschnittsschwuler, der seinen Sexualtrieb nicht unterdrücken oder seine sexuelle Gesinnung nicht leugnen kann, riskiert man nur lebenslange Haft.
Ach ja, der Entwurf sieht natürlich auch vor, dass man als Vermieter gegen Androhung von Haftstrafen an Schwule nicht vermieten darf. Simple Begünstigung oder gar Beihilfe, wie immer die aussieht, soll nur läppische sieben Jahre Knast kosten.

Die Begründung ist haarsträubend. Es geht David Bahati nicht um die Eindämmung von HIV, sondern darum, dass "Jugendliche nicht mehr von Schwulen angeworben werden".
Nach Bahati investieren westliche Schwulenorganisationen Unsummen an ugandischen Oberstufen, um Jugendliche zu schwulen sexuellen Handlungen zu motivieren.
Der Lehrer Kisambira sagte dazu: "Eine Menge Schüler seien zu Schwulen gemacht worden."
...sacken lassen.
Tatsache ist, dass die afrikanischen Schwulen in den stark patriarchisch orientierten afrikanischen Ländern immer selbstbewusster und immer offener auftreten, ihre sexuelle Orientierung nicht länger verstecken. Und Tatsache ist, dass dies einigen Leuten ein Dorn im Auge ist, weil es an der traditionellen Rollenverteilung und damit am Patriarchat rüttelt.
Da müssen dann westliche Schwulen-Organisationen schon mal dafür her halten, um aus harmlosen Schülern "Schwule zu machen".
Der Gesetzesentwurf hat bereits internationalen Protest ausgelöst und wird es weiter tun. Andere afrikanische Länder wie Burundi, Kenia und Nigeria stoßen ins gleiche Horn und haben teilweise schon sexuelle Handlungen unter Homosexuellen unter schwere Strafe gestellt.
Tja, da bleibt nur eine Frage: Wird sich diese intolerante, an Schwachsinn grenzende Propaganda-Lüge für die Sündenbocksuche auch weiter durchsetzen und selbst liberalere Länder erfassen und geisseln, oder wird das ganze Lügengebilde, einmal ins Licht der internationalen Öffentlichkeit gezerrt, in allen genannten Ländern in sich zusammen fallen?
Die Argumente sind unsachlich, fadenscheinig und von einer nicht nachvollziehbaren, tiefen Homophobie geprägt. Ich sag's ja, da wird für innerstaatliche Probleme ein universeller Sündenbock gesucht.

Homosexuelle hat es schon immer gegeben, und wird es auch immer geben, solange es Menschen gibt. Sie haben sich diese sexuelle Orientierung nicht ausgesucht, ihre biologische Programmierung macht sie halt dazu. Ein gewisser Prozentsatz der Menschheit wird eben immer schwul sein. Und warum auch nicht? Lasst sie leben, wie sie es wünschen.
Das gleiche gilt für Afrika. Die Homosexuellen wurden hier nicht aus dem Hut gezaubert oder als Mode von westlichen Organisationen eingeführt. Es gab sie dort schon immer und wird sie auch in Zukunft dort geben. Sie "ein Jahr einsperren und ihnen sagen, sie sollen das nicht mehr tun" wäre das gleiche wie einer Gazelle zu sagen, sie solle nicht mehr laufen. Ich sehe eigentlich mehr Aufklärungsbedarf in diesem Trauerspiel. Und mit verängstigten Homophoben muss man sich halt Zeit nehmen, um sie von ihren unbegründeten Ängsten zu befreien.
Obwohl, solange in England christliche Gemeinschaften Therapien anbieten, die Schwule "heilen" können, müssen wir selbst auch noch einen langen Weg gehen.

Mr. David Bahati, wir haben ein Sprichwort in Deutschland: Wer quietscht, will geölt werden. Sind Sie eventuell selbst schwul und versuchen das zu überdecken, Mr. Bahati?

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Atomares Regividerm entdeckt?

So, der Dezember hat noch gar nicht richtig angefangen, und schon treibt mich der innere Drang wieder zum bloggen.

Thema Nummer eins ist eine personelle Umbesetzung im Umweltministerium. Dort holt Minister Rüttgen (CDU), vorab mit Lorbeeren für seine Sachlichkeit und fachliche Qualifikation beweihräuchert, ausgerechnet einen Atomindustriemanager als Chef der Behörde für Reaktorsicherheit ins Boot. Auch wenn man Herrn Hennenhöfer NICHT unterstellen möchte, das ihn noch Loyalitäten mit der Atomindustrie und/oder seinem alten Arbeitgeber verbinden, so muss man dem Minister jedoch mindestens mangelnde Sensibilität vorwerfen. Sicher, Herr Hennenhöfer kennt die Sicherheit einiger deutscher Kernreaktoren besser als manch Mitarbeiter im Umweltministerium. Und es ist klar, das ein Greenpeace-Aktivist oder ein fanatischer Angehöriger der Anti Atomtod-Bewegung sicher ebenso polarisiert hätte. Aber hätte es ein Ingenieur, am besten vom TÜV nicht auch und vielleicht sogar besser getan? So bleibt ein schaler Beigeschmack. Immerhin ist der Mann Atomfachmann und dürfte es mit fortschreitendem Alter schwer haben, einen neuen Job zu finden... Ein Schelm, wer denkt, dass er nun eifrig daran arbeitet, auch außerhalb des Ministeriums einen sicheren Arbeitsplatz vorzufinden.

Thema Nummer zwei ist Regividerm, die vollkommen Nebenwirkungsfreie Creme gegen Psoriasis (Schuppenflechte) und Neurodermitis.
Am Anfang war der WDR. Er berichtete aufrüttelnd und polemisch über die Wundersalbe im rosa Gewand, dessen genialer Erfinder verarmt und verrückt in einem Krankenhaus in - ich glaube, der Schweiz - leben muss.
Nach dem erstaunlichen Bericht, der hunderttausenden Neurodermitis- und Psoriasis-Patienten Hoffnung gemacht hat, kam die Skepsis der Experten, die zu Recht die Faustformel aufstellten, dass alles was wirkt auch automatisch Nebenwirkungen hat. Nebenwirkungen haben muss, sonst hat es keine Eigenwirkung. Es wurden noch weitere Gründe genannt, und selbst ein Plasberg, der am Anfang seiner Sendung "Hart aber fair" noch unter dem Thema "Heilung unerwünscht" vom Wundermittel und der Heilung der Patienten sprach, musste am Ende klein beigeben und korrigierte sich selbst, dass Regividerm nur "Therapieunterstützend" sei.
Okay, eines der wichtigsten Argumente, das erklären sollte, warum der rosa Lutschbonbon nicht von der Pharmaindustrie vermarktet wurde war: Die Salbe kostet mit allen Bestandteilen höchstens zwei Euro. Das ist zu billig, damit macht sich die Pharmaindustrie die Preise für ihre anderen Medikamente kaputt. Dieses Argument hat sich ad absurdum geführt, denn für eine 100g-Tube werden fast dreißig Euro verlangt. Und die Inhaltsstoffe kosten immer noch höchstens zwei Euro.
Stirnrunzeln, nachdenken, noch mehr Stirnrunzeln.
Heute folgte ich mal wieder Bildblog.de in der Rubrik Sechs vor Neun. Dies führte mich zu einigen Meinungen und Berichten von Betroffenen zum Thema Revigiderm. Und ehrlich gesagt bin ich jetzt etwas verwirrt. Es fehlen natürlich Vergleichszahlen, aber im großen und ganzen scheint Regividerm zu wirken. In erster Linie natürlich für das Pharmaunternehmen, welches die Salbe vertreibt. Auffällig an den Meinungen ist, dass anfangs die Skeptiker und all jene zu Wort kamen, die der Salbe keine und/oder negative Wirkung bescheinigten. Danach übernahmen die Befürworter den Kommentarbereich und verteidigten ihre Wundersalbe teils vehement und als absoluten Heilsbringer.
...sacken lassen.
Normalerweise würde ich jetzt schreiben, dass jedem Menschen seine Heilung gegönnt sei. Normalerweise würde ich schreiben, dass, wenn die Salbe bei nur ein paar hundert Menschen wirkt, ihren Zweck erfüllt hat. Normalerweise würde ich mich freuen, wenn hier bei einem Patientenkreis von fünf Millionen Menschen in Deutschland einem Teil und vielleicht allen von ihnen Heilung bevorsteht. Und normalerweise würde ich schreiben, das ich als Nicht-Psoriasis- sowie Nicht-Neurodermitis-Betroffener eigentlich kein Recht habe, mich in diese Diskussion einzumischen. Normalerweise. Aber die harsche Art, wie die "geheilten" Poster in den Kommentaren des Blogs mit einem anderen User umsprangen, der eine fundierte wissenschaftliche Meinung zum Besten gab, disqualifiziert sie in meinen Augen als verlässliche Quelle. Da drängt sich mir wirklich der Verdacht auf, dass die Salbe - wie schon einige andere Produkte - (darunter, das weiß ich aus eigener Erfahrung, Abofallen im Internet betreibende Räuberfirmen) von Agenturen und Pharmamitarbeitern gehyped wird. Alleine die auffällig große Anzahl an Männern, die Psoriaris "im Genitalbereich haben" und endlich eine zuverlässige Behandlungsmethode mit Hilfe von Regividerm gefunden haben, verwundert mich. Mutig, mutig, meine Herren. Ich hätte das ums Verrecken nicht verraten.
Wie dem auch sei. NATÜRLICH wünsche ich jedem, der von Regividerm Linderung erfährt, diese Linderung. NATÜRLICH wünsche ich jedem, der von Regividerm Heilung erfährt, Heilung. ABER: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung.
Aus persönlicher Kuriosität werde ich das Thema weiter verfolgen. Und eines weiß ich ganz genau: Die Wirksamkeit von Regividerm wird letztendlich an der Apothekenkasse entschieden. Wenn sie etwas taugt, wird sich die Creme selbst für einen kleinen Teil der Betroffenen wie geschnitten Brot verkaufen. Wenn sie nichts taugt, können die Befürworter noch so begeistert in den Blogs auftreten und das Heil von Regividerm verkünden, die Salbe wird sich nicht verkaufen. Aber einen Trost haben diese Leute ja. Selbst wenn das Pharmaunternehmen wegen Absatzproblemen die Produktion einstellt, ist das Rezept ja bekannt, und man kann sich die Salbe in der Apotheke bei einem Materialwert von fast zwei Euro zusammen mixen lassen.
Ist mir ohnehin schleierhaft, wieso der durchschnittliche Neurodermitis- und Psoriaris-Patient lieber das Fünfzehnfache für die fertige Salbe ausgibt.
Ich bin skeptisch. Und ich werde skeptischer, je euphorischer die Salbe beschrien wird. Deswegen blogge ich schließlich.
Ach, übrigens: Placebo, anyone?