Montag, 31. Dezember 2012

Letzter Post des Jahres nach dem nicht stattgefundenen Weltuntergang

Ja, ich reite wieder drauf rum. Und ich werde es wohl noch ein paarmal tun, bis ich zufrieden bin.
Der 21.12.2012 war ein stinknormaler Vorweihnachtstag und es war abzusehen, dass wir in aller Ruhe den Jahresübergang feiern können. Natürlich nur die, die es ruhig mögen. Alle anderen dürfen gerne auch wild feiern. ^^V
Es ist nichts passiert und es sieht auch nicht so aus, als würde etwas großartig Schlimmes geschehen. Ich habe allerdings keine Zweifel, dass Menschen wie Camping und Broers erstens eine Erklärung dafür haben, dass nicht eingetreten ist, was sie propagiert haben - der eine Weltuntergang, der andere Bewusstseinssprünge durch nicht existierende Synchronisationsstrahlen - und zweitens haben sie bereits die nächste Sau im Keller, die durch den Ort getrieben wird.
Bei Harold Camping bin ich mir allerdings sehr sicher, dass er zumindest noch ein Jahr oder zwei die Füße stillhalten wird, bevor er einen vierten Weltuntergangstermin bekanntgeben wird.

Ach ja, Frau Merkel, ja die, unsere Bundeskanzlerin, hat sich zwar allergrößte Mühe gegeben, um in Griechenland eine Krise herbeizureden, die dann auch tatsächlich eintrat und das Land zu Tode zu sparen, was auch den Euro gefährdet, aber der Euro existiert ebenso noch wie Griechenland. Dafür haben sie zwei deutsche U-Boote mehr, die sie kaufen mussten, weil Merkel es so wollte. Und sie haben den Chinesen einen ihrer Seehäfen verpachten müssen, damit Devisen ins Land kommen...
Weitere Länder straucheln zwar, aber sie sehen recht genau, was mit ihnen passiert, wenn die "Finanzexpertin" Merkel auch zu ihnen rüberschaut. Und wieder nimmt sich niemand ein Beispiel daran, wie Island aus der eigenen, echten Krise rausgekommen ist.
Ja, ich weiß, Korruption und so, alles weit verbreitet da unten. Klar. Ist ja auch so. Aber ist es nicht eine Riesenschweinerei, dass Kranke, Arbeitslose und Rentner die Zeche in Griechenland bezahlen müssen, und nicht die, die überhaupt erst von der Misswirtschaft und Bilanzfälschung profitiert haben und noch immer profitieren und z.B. immer noch eifrig Steuern hinterziehen? Der rigide Sparkurs ist in keinem Fall sozial, und erst Recht nicht solidarisch. Aber das interessiert Frau Merkel ja nicht. Wie denn auch, wenn kostenlose Schulspeisung in unserem Land normal werden soll, wenn voll arbeitende Menschen vom Staat Zuschüsse zum (Über)Leben brauchen und wenn Menschen mit Beruf der Zeitarbeit und dem Niedriglohnsektor in die Arme getrieben werden. Weil die Zeitarbeit und der Niedriglohnsektor voll bezahlte Arbeitsplätze vernichten.
Na ja, der Rant ist lang genug. Und nächstes Jahr haben wir ja die Möglichkeit, die deutsche Politik nachhaltig zu ändern.
Wie, der Steinbrück ist auch nicht besser, wegen seiner Vorträge und so? Und dann will er auch noch mehr verdienen als Kanzler, und so?
Vorweg eines: JEDER ist besser als Angela Merkel. Wäre sie mal in der Physik geblieben, anstatt durch Totsparen zu versuchen, ein Land nicht zu retten. Und was Steinbrück angeht: Ob man ihn mag oder nicht, er ist wenigstens ehrlich und bei ihm ist nicht alles gleich "alternativlos". Die Gelder für seine Vorträge hat er gespendet und ein Kanzler sollte gute Verbindungen zu den Schlüsselindustrien haben, oder? Aber ein SPD-Mann kann es eben nie recht machen. Bleibt nur zu hoffen, dass der gute Peer nicht wie anno dazumal der Gerd auf die Idee kommt, allzu viele "gute" Ratschläge von der Industrie anzunehmen. Wir sehen ja, was dabei rauskommt: Hartz IV und billiges Gas aus Russland.
Und was die Diät des Kanzlers angeht: Im direkten Vergleich mit anderen Regierungschefs weltweit ist das schon ein klein bisschen wenig, da gebe ich Peer vollkommen Recht. Man beachte nur mal, was unser Staatsoberhaupt bekommt.


Tja, was war nur los 2012? Kein Nibiru kam vorbei, keine Annuaki sprangen zu uns herüber, um uns für die Goldsuche zu versklaven, Der Supervulkan unter dem Yellowstone-Nationalpark ist nicht ausgebrochen und die Planeten, diese Halunken, weigern sich beharrlich, in einer Reihe zu stehen, um ein besonderes Weltereignis anzukündigen. Ja, anstatt schlimmer und kriegerischer zu werden, wagt es die Welt tatsächlich, friedlicher, demokratischer und humaner zu werden.
Bestes Beispiel sind die Israelis und die Iraner, die sich gegenseitig über Facebook den Rücken stärken und offen für Frieden und Nächstenliebe stehen - gerade miteinander.
Auch nicht schlecht sind die Unruhen - ja, Unruhen - die derzeit durch Indien walzen, in denen die Menschen nicht nur Gesetze zum Schutz von Frauen fordern, sondern dass sie in erster Linie auch durchgesetzt werden. Wenn alles so kommt, wie ich das denke, ist dies das Ende der "drei von vier Vergewaltigungen werden gar nicht verfolgt"-Ungerechtigkeit. Und wer weiß, vielleicht steht am Ende sogar das Jahrtausendealte Kastensystem vor dem Aus. Hoffen darf man doch, oder?
Und ach ja, HAARP ist wohl doch keine Waffe, sondern ein stinknormales Instrument der Forschung. Und man kann damit weder Hurrikane erzeugen, noch abwehren. Und nein, die Russen haben weder den Hurrikan Katrina erzeugt und nach New Orleans geschickt, noch Sandy nach New York. Es ist halt eine Hurrikan-Gegend in der Hurrikan-Saison. Ende. HAARP hat Sandy nicht abgewehrt, abgelenkt oder aufgehalten. Kann es auch gar nicht. Damit dürfte diese Verschwörungstheorie doch hoffentlich ein Ende haben. Na ja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Für 2013 stehen die Zeichen also gar nicht so schlecht, dass weltweite Solidarität, Friedensbemühungen und Demokratie weiterhin zunehmen werden. Es kann für uns hier in Deutschland, aber auch in der Welt ein tolles Jahr voller Möglichkeiten werden. Voller Möglichkeiten, aber auch voller Erfordernisse, die unbedingt angepackt werden müssen. Das erfordert nur ein wenig guten Willen von uns allen, den Mut zu Veränderungen und den Mut, auch mal selbst aufzustehen und etwas zu sagen. Ich wünsche uns allen dabei viel Glück, viel Spaß und einen guten Rutsch ins nächste Jahr.
So, damit ist auch dieser Rant lang genug. ^^V


Freitag, 28. Dezember 2012

7.000 Aufrufe auf die Konoha Side Stories

Wer hätte das gedacht? Die Konoha Side Stories auf Fanfiktion.de haben gerade eben die Siebentausend geknackt. Nicht schlecht, wenn ich dran denke, dass ich am 04.12. erst die 6.666 gemeldet habe. Dabei stieg die Zahl der Reviews nicht signifikant auf lediglich einhundertzweiunddreißig. Fünf mehr als am 04.

Aber damit bleibt meine Naruto-Fanfiction die meistgelesene meiner Geschichten und Gedichte auf Fanfiktion.de.  Merkwürdig, dass sie sowohl auf Twobt.de als auch auf Battletech.info ebenfalls hohe Aufrufzahlen hat, aber auf Myfanfiction.de bisher gefloppt ist. o_O

Auf jeden Fall aber ist es ein schöner Ausklang für das alte Jahr bei einer Geschichte, die mir nicht nur am Herzen liegt, weil sie im Naruto-Universum spielt. Ich gebe zu, die Charaktere sind mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen. (Und das ermahnt mich, doch mal wieder ein paar alte Sachen fortzuführen. Zum Beispiel Beyonder. ^^ Ganz recht, Spelllie, ich habe KSS fertig und fange morgen damit an. ^^V)
Bleiben noch meine Bücher zu erwähnen, die Ihr über die Verkaufslinks links in meinem Blog, ganz oben, finden und erwerben könnt. Macht reichlich Gebrauch davon. ^^

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin.

Ach ja, noch was. Ich habe immer noch Hoffnung, das Jahr mit 65.000 Aufrufen zu beenden. Auch wenn das bedeutet, dass bis zum 31.12. noch rund fünfhundert Aufrufe erfolgen müssen. Und bis zum eintausendsten Review sind es auch noch einhundertacht... Ich verlasse mich da auf Euch, dass das was wird. Also, die 65.000 spätestens in der ersten Januarwoche, und die eintausend Reviews spätestens im März. ^^V

Montag, 24. Dezember 2012

Frohe Weihnachten 2012

Wie der Titel schon sagt, wünsche ich heute, am Heiligen Abend, meinetwegen auch am Wintersonnenwendfest oder für die Hardcore-Weihnachtsablehner am Vorabend zweier bezahlter freier Tage eine fröhliche Feier, viel zu essen und zu trinken und eine besinnliche Zeit all meinen Stammlesern, all jenen die zufällig vorbei gesurft kommen sowie all jenen, die hierbei noch nicht angesprochen sind.
Normalerweise bin ich recht gut im predigen, aber das will ich heute auf ein Minimum beschränken. Ich sage einfach nur, vergesst über den ganzen Feiertagstrubel, die Geschenke und den unvermeidlichen Ärger eines nicht: Nutzt die Zeit und verbringt sie mit euren Familien. Egal aus welchem Grund man sich über diese Feiertage freut, dies ist doch der eigentliche Hauptgrund und das wirklich schöne an Weihnachten.
Ein kluger Mann hat mal gesagt: Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht.
Ich bin versucht zu sagen: Gott sei Dank. Daran kann man vielleicht erkennen, dass ich schöne Weihnachten haben werde. ^^
Also, viel Spaß, tolle Gespräche, nette Fernsehabende, faszinierende Spielerunden, ansprechende Restaurantbesuche und was immer sonst ansteht. Aber tut es mit euren Familien.
Greetings,
Ace

P.S.: Wer als erster die Besonderheit dieses Blogeintrags herausfindet, darf ein Thema bestimmen, über das ich bloggen soll, oder aber, was den meisten viel lieber ist, darf bestimmen, welche meiner Geschichten ist als Nächstes fortsetze. Spelllie, Deine Chance. ^^V

Samstag, 22. Dezember 2012

Nänänänänä

Ich habe diesen provokanten Titel bewusst gewählt. Ich bin mir der Naivität der Aussage bewusst. Ich bin mir auch der Implikationen bewusst, die damit über mich angestellt werden können. Aber es ist mir egal. Das eigentliche Thema konterkarikieren zu können, ist es mir einfach wert.
Denn - Wir haben den 22.12.2012, und die Welt steht immer noch. Die Währung Euro ist NICHT zusammengebrochen. Es gibt KEINEN Weltkrieg. Ebenso ist Nibiru NICHT vorbeigekommen, um die Annuaki auf uns loszulassen, die uns alle versklaven wollen, damit wir für sie nach Gold schürfen. Auch gab es KEINEN Polsprung, und das Erdmagnetfeld wurde NICHT aufgehoben. Die Kernkraftwerke sind NICHT massenweise explodiert, und WEDER standen die Planeten in irgendeiner seltenen Konstellation, NOCH stand die Erde mit dem Milchstraßenzentrum in Konjunktion, NOCH zeigte die Erdachse direkt darauf. Es gab auch KEINEN Gammastrahlenblitz aus dem Zentrum der Milchstraße, und erst Recht KEINEN irgendwie gearteten und ominösen Synchronisationsstrahl, der uns auf eine höhere Ebene des Seins gehoben hat. Auch sind WEDER am Berg vom französischen Bugarach, NOCH ist das im türkischen Sirince passiert.
Habe ich was vergessen? Ach ja: Die Zahl der Erdbeben, Naturkatastrophen, Massenepidemien und Kriege hat NICHT zugenommen, und erst recht NICHT signifikant.
Gestern war ein Scheiß normaler Dezember-Tag, drei Tage vor Weihnachten. Mit allerdings ZWEI sehr gravierenden Ausnahmen:
1) Eine Menge Leute haben mit Büchern und Vorträgen zum NICHT STATTGEFUNDENEN Weltuntergang eine Menge Geld verdient, indem sie die Menschen geängstigt haben.
2) Männer, Frauen und Kinder hatten dank dieser gewissenlosen und/oder verblendeten IDIOTEN teilweise echte Todesangst ausgestanden.

Wir ziehen drei Lehren aus der Geschichte:
1) Ace Kaiser ist ein hämischer und sarkastischer Rechthaber.
2) Ihr Weltuntergangspropheten und Apologeten, schämt Euch, schämt Euch wirklich. Und wagt es ja nicht, noch einmal mit irgend einem verfickten Weltuntergangstermin anzukommen! Nein, Herr Broers, auch nicht mit einem nächsten Termin für einen "harmlosen" Bewusstseins-, oder Evolutionssprung!
3) Ihr da draußen, die Ihr Angst hattet, richtige Angst, kommt Ihr Euch jetzt nicht ein wenig blöde, aber vor allem verarscht vor? Merkt Euch dieses Gefühl, und denkt daran, wenn das nächste Mal jemand mit dem Ende der Welt hausieren geht.

In diesem Sinne: Ich hab's doch gesagt. Oft genug. Es wird nichts passieren. Gar nichts. Aber wahrscheinlich haben sich ein paar Menschen vor lauter Angst selbst umgebracht.
Und: Florian Freistetter hat's auch gesagt, oft genug.

Freitag, 21. Dezember 2012

Mein persönliches First World Problem...

...das ich mich nicht scheue, Euch aufzudrücken mit Euch zu teilen: Ich bin Kommentarsüchtig.
Ja, wirklich, richtig gelesen. Ich gehöre zum erlesenen Kreis der Kommentarsüchties.
Wie aufmerksame Leser meines Blogs wissen, verfasse ich jedes Jahr mehr Blogeinträge als im Vorjahr. Wie sie auch wissen, schreibe ich auch Kurzgeschichten und Romane und dergleichen und veröffentliche sie gratis im Web, was großartige Resonanzen hervorbringt. Gut, gut, keine Joanne K. Rowlins-Resonanzen. Den Sprung in die Profi-Liga werde ich wohl nicht so bald erleben - was keiner mehr bedauert als ich. Aber ich kriege meine Resonanzen. Und die überwiegende Mehrheit ist positiv bis euphorisch, was mich doch sehr glücklich machen sollte.
So haben zum Beispiel die Konoha Side Stories, meine Fanfiction im Naruto-Universum, in der ich mich mal nicht um den Hauptcharakter, sondern um eine Sideplot-Story bemühe, gerade in diesem Moment 6918 Aufrufe auf Fanfiktion.de. Dazu kommen 132 Reviews. Auf Twobt.de sind es 3653 Aufrufe und auf Battletech.info auch grandiose 2327 Aufrufe im Moment, was besonders interessant für mich ist, da sich die Leser der drei Seiten wohl recht wenig überlappen. Die Zahl der Reviews ist nicht so genau zu bestimmen, da auch meine Antworten mitgezählt werden. Das macht also 188 auf Twobt.de, bei denen ich meine Antworten rausrechnen müsste, und nicht eine einzige auf Battletech.info. ^^°°° Aber der Thread hat zumindest 218 Aufrufe. Animexx.de verrät mir die Aufruf-Statistik nicht (obwohl ein Gerücht besagt, man könne das mit Bargeld aktivieren), aber mit meinen Antworten kombiniert - die übrigens nicht eins zu eins erfolgt sind - sind das auch 137 Reaktionen. Auch hier, wenig Überschneidungen bei den Lesern. Ich sollte eigentlich zufrieden sein. Zumal, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Aufrufe und die Zahl der Reviews für 2012 heftig-kräftig durchgestartet sind, und meine *hüstel* Fans ihre eigenen Lieblingsgeschichten aus meiner Feder haben, die sie fortgesetzt sehen wollen...
Aber bin ich undankbarer Kerl zufrieden? Nicht die Spur. Ich will mehr. Mehr Klicks, mehr Kommentare, mehr Reaktionen, mehr Buchverkäufe... Eindeutig eine Form des Aufmerksamkeitverlangenssyndroms.

Zur Zeit etwa versuche ich mich an einer Side-Story im Star Wars-Bereich, die ich Sturmtruppen in der ersten Linie genannt habe. Ich poste sie auf Twobt.de, Battletech.info und auf Fanfiktion.de und habe für die paar kurzen Minikapitel - es sind jetzt achtundzwanzig Seiten, Times New Roman, Schriftgröße zwölf - eine entsprechende Resonanz bekommen, sodass ich nahezu jeden Tag ein paar Seiten als eigene Kapitel veröffentlicht habe. Aber reicht mir das? Nein. Natürlich nicht. Denn für meine kreative Arbeit, die doch einigen Menschen Freude macht, will ich auch die Reaktionen ernten.
Nun frage ich mich, soll ich froh darüber sein, dass ich mich im reichen Deutschland, fernab von Hunger, Tod und Gewalt solchen banalen Dingen widmen kann, oder ist es nicht besser, sich zu entwöhnen, um diese Sucht loszuwerden?
...ich schätze, ich sollte ein gewisses Versprechen halten und bis zum Jahresende ein weiteres Kapitel für die Konoha Side Stories, und für Anime Evolution V schreiben...
Soviel also zu meiner Entscheidung.
Also, genau darum müsst Ihr mich mit Klickzahlen und Kommis füttern. Auf das ich nie vom Schreibtrip runterkomme. ^^V

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin. ^^b

Donnerstag, 20. Dezember 2012

64.000 Aufrufe auf Fanfiktion.de

Es ist mal wieder soweit: Meine Geschichten und Gedichte auf Fanfiktion.de haben gerade eben den nächsten Tausender geknackt. Jetzt steht der Counter bei 64.003, und der Reviewzähler bei magischen 888 Rezensionen. Nicht schlecht, nicht schlecht. ^^
Das bedeutet, dass dieser Tausender etwas länger gebraucht hat; Ihr habt zwölf Tage statt der zehn wie beim vorigen Tausender benötigt. Aber es bedeutet auch vierzehn Reviews mehr, zwei mehr als letztes Mal. ^^ Und wenn man dann noch bedenkt, dass mein alter Rhythmus vierundzwanzig Tage hatte, kann ich beinahe zufrieden sein.
Nein, natürlich nicht. Immer ein bisschen, aber niemals ganz zufrieden sein, ist eines meiner Lebensmottos. Deshalb lest und kommentiert eifrig weiter. Und wenn es Euch gefällt, kauft ruhig eines meiner Bücher oder eBooks. ^^
Hm, wenn ich dann bedenke, das ich in einem Blogpost von März diesen Jahres stolz auf meinen vierhundertsten Review war - vierhundertachtundachtzig Reviews Plus, und es ist nicht mal ein Jahr um - sollte ich doch ein klein wenig stolz sein, oder? ^^V

Vergesst nicht, wenn mein Review-Counter auf Fanfiktion.de die 1000 anzeigt, verlose ich eventuell wieder eines oder auch mehrere nichtmaterielle Geschenke wie Self-Inserts, Vorzugsbehandlung für die Lieblingsstory, und vielleicht, aber nur ganz vielleicht, wenn ich bis dahin mit Equus Carnifex fertig bin, eine Story nach Wunsch. Aber diesmal wird das nur eine Kurzgeschichte, und ich verspreche nur vierzigtausend Zeichen.
Bei achthundertachtundachtzig Reviews bedeutet das, es könnte in zwei, drei Monaten tatsächlich schon soweit sein.
Und damit Ihr auch Grund zum Kommentieren habt, bin ich auch weiter eifrig am Schreiben.
Nicht nur bei Belongo, Konoha Side Stories, Equus Carnifex (okay, da nicht so eifrig, aber das liegt daran, dass ich nur noch zwei Kapitel brauche, um die Geschichte zu beenden; sowas fällt mir immer schwer) und Anime Evolution V, nein, ich Wahnsinniger habe schon wieder was Neues angefangen.
Diesmal im Star Wars-Universum. Es heißt Sturmtruppen in der ersten Linie und ist den Kämpfern in den weißen Rüstungen mit den schwarzen Akzenten gewidmet.

Außerdem wisst Ihr ja: Wenn ich spitze Klammern benutze, fügt Blogspot seit neuestem so verrückte Steuerzeichen ein. Deshalb muss es so gehen: Auf der linken Seite meines Blogs seht Ihr die Links zu meinen Büchern, die Ihr als gedruckes Buch oder als eBook kaufen könnt. ^^

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin. ^^V

Eso-Eso-Eso

Okay, Leute, heute ist der zwanzigste Dezember 2012. Und was macht dieses Datum zu etwas besonderem, abgesehen natürlich davon, dass bald vierter Advent und bald darauf Weihnachten ist?
Richtig, die Welt soll morgen untergehen. Ach nee, doch nicht, es gibt ja nur einen Synchronisationsstrahl aus dem Zentrum der Milchstraße, der die Gesellschaft zerstört... Ach nee, doch nicht. Wir erleben ja alle nur das Ende der Zivilisation... Auch nicht. Nein, jetzt ist es nur noch der Bewusstseinssprung auf eine höhere Ebene des Bewusstseins.
Also ungefähr jene Ebene, die die Propheten dieser Botschaften beim Verbreiten ihrer Pamphlete schon erreicht hatten. Sei es durch Drogen, sei es durch psychosomatische Zustände... Tja.
Was passiert morgen also? Geht die Welt unter, oder werden wir alle nur ein wenig schlauer/besser/guter/höher/wasauchimmer?

Zuerst einmal die gute Nachricht: Passend zum Ende der Welt veranstaltet die Discothek Checkpoint die Zappenduster-Party. Auf der Tanzfläche bleibt das Licht aus, passend zum Ende aller Tage.
Und jetzt zu den schlechten Dingen: Es werden mindestens weltweit einhundertfünfzigtausend Menschen sterben.
Schauerlich, nicht wahr? Aber bei einer Gesamtbevölkerung von sechs Milliarden Menschen weltweit ist das nur der übliche statistische Wert.
Ansonsten passiert nicht mehr und nicht weniger als an allen anderen Tagen. Oh, eventuell regnet es morgen. Es könnte auch kalt genug für Eisregen oder Schnee werden. Das dürfte es dann aber auch schon gewesen sein. Abgesehen von der Checkpoint-Party natürlich. ^^V
Die Welt geht nicht unter. Garantiert nicht. Die Kultur auch nicht, der Westen nicht, und obwohl Muberkel sich bemüht hat, geht auch der Euro nicht unter. Tja. Es ist eben nur Wintersonnenwende, das ist auch schon alles.

Ich will mal ein wenig zusammenfassen, was mir so zum Thema im Gedächtnis geblieben ist. Und danach stelle ich Fragen.
1993 hat der Prediger Harold Camping das Ende der Welt terminiert. Ist was passiert? Nein.
Besagter Camping verlegte das Ende der Welt daraufhin auf Mai 2011. Als an jenem Tag nichts geschah, behauptete er, wir befänden uns bereits in der Zeit der Prüfung vor dem jüngsten Gericht, und der eigentliche Weltuntergang wäre erst im Herbst. Ist was passiert?
Nun, ich will nicht ausschließen, dass die Welt untergegangen ist und wir uns alle im Fegefeuer befinden, aber dann kann man es hier echt gut aushalten, finde ich. Das Internet läuft, das Bier schmeckt  - aber Reality TV hat schon was von ewiger Pein, zugegeben.

Etwa zur gleichen Zeit behaupteten Eso-Eso-Eso-Spinner, der frisch entdeckte Komet Elenin wäre in Wirklichkeit ein Neutronenstern, der mit der Erde kollidieren würde. Natürlich hat die NASA uns das alles verschwiegen, damit sich die Mächtigen in Ruhe retten konnten. Aber ist etwas passiert?
Der Witz bei der Geschichte ist aber, der Schweif eines Kometen ist noch nicht mal annähernd so dicht wie Morgennebel - wenngleich über eine viel größere Fläche verbreitet - während ein Neutronenstern der Überrest einer kollabierten Sonne ist, der einmal eine Million oder mehr Kilometer Durchmesser gehabt hat - und nun so ultradicht ist, dass ein starker Mann einen Teelöffel mit Materie des Neutronensterns nicht anheben könnte. (Und der arme Teelöffel würde sich wahrscheinlich verbiegen und plattgewalzt werden.)
Der Hype um Elenin ging soweit, dass sich der Entdecker des Kometen, ein promovierter Physiker, der in seiner Freizeit Kometen jagt, bei einem Interview ausweisen musste, um zu beweisen, dass es ihn gibt. Denn die Spinner sagten, der Name Elenin wäre eine versteckte Warnung an Insider, weil ELE im Namen Elenin Extinction Level Event bedeuten würde, Auslöschungslevelereignis. Ein Begriff, der vom Behörden gar nicht verwendet wird und der bisher nur im Abenteuerfilm Armageddon vorkam.
Ach ja, Erdbeben auslösen sollte er auch können. Nämlich dann, wenn er mit Sonne und Erde auf einer Linie lag. Tatsächlich fällt in die Zeit seines Einflugs das Touhoku-Erdbeben in Japan. Allerdings einen Tag zu spät für eine Linie Elenin-Erde-Sonne.
Und dann war da noch der gute Conrebbi auf Youtube, der sich mit Vorliebe mit Verschwörungstheorien beschäftigt - auf der Gegenseite, wohlgemerkt. Der hatte ein besprochenes Video zum sogenannten Elenin-PDF gemacht, das ich aber leider nicht mehr finden kann. Im Video ging es um den gekippten Saturn (also Fotos, bei denen die Kameras verschieden gehalten wurden und was prompt als gekippter Saturn ausgelegt wurde), um die Vernichtung der Erde durch den Neutronenstern Elenin, und, und, und. Die Kommentare dazu waren dann auch angefüllt mit Gläubigen und Vernünftigen. Auch ich habe mich auf der Seite verewigt und mit Fakten gegengehalten, aber wie gesagt, es ist nicht mehr zu finden... Na ja, Elenin hat die Welt nicht ausgelöscht und Chemtrails machen Conrebbi ja auch Spaß. Bei dem Thema glaube ich ihm aber erst, wenn er Kachelmann tatsächlich verklagt. Tja.

Aber das ist ja noch nicht der Höhepunkt. Das Beste kommt ja erst noch: Nibiru, eine geheimnisvolle Welt, entweder ein Riesenplanet, oder aber einer von mehreren Planeten, die einen braunen Zwergstern umkreisen, der so alle dreitausendsechshundert Jahre an der Erde vorbeikommt, damit die auf ihm lebenden Annuaki uns versklaven können.
Abgesehen davon, dass man sich fragt, warum die Annuaki freiwillig dreitausendsechshundert Jahre durch das kalte Weltall gondeln, anstatt auf der Erde zu bleiben, und abgesehen davon, dass Nibiru als Riesenplanet und erst Recht als Brauner Zwergstern seit November letzten Jahren problemlos am Himmel zu sehen sein müsste, bleibt uns hierfür nicht viel hinzuzufügen. Wenn er nicht noch morgen heranwarpt, um uns zu vernichten/versklaven/zu Tode zu langweilen/zutreffendes bitte einfügen, fällt Nibiru sowas von flach.

Da diese Option zwar immer noch möglich, aber verdammt unwahrscheinlich ist, haben sich die Eso-Eso-Eso wie Dieter Broers, der sich sicherheitshalber in Deutschland nicht mehr Doktor nennt, diverse andere Geschichten ausgedacht, die ich oben schon erwähnt habe. Herr Broers ist Erfinder des Synchronisationsstrahls aus dem Zentrum der Milchstraße, der uns erreicht, wenn wir in Konjunktion mit dem Zentrum stehen, der unser Bewusstsein erweitern soll. Der Witz bei der Geschichte ist: Es wird keine Konjunktion am morgigen Tag geben.  Und auch keinen Synchronisationsstrahl.
Auch sagte Dieter Broers in seinem Buch Checkliste 2012 eine weltumspannende Krise vorher. Dieses Buch hat sich demnach als absolut falsch erwiesen. Das Geld für dieses Buch könnt Ihr Euch schon mal sparen. Stattdessen investiert mal lieber hier drin.

Für die anderen Details weiterer Eso-Eso verlinke ich mal auf den Journalisten-Leitfaden des Astronomen Florian Freistetter, der sein Bestes tut, um verschreckte, verängstigte und potentiell selbstmordgefährdete Opfer des Hypes zu beruhigen und ihnen beizubringen, sich das Wissen dazu anzueignen, um selbst zu erkennen, warum es keinen Weltuntergang geben wird. Denn gegen Glauben hilft nur Wissen, Leute.

Was also bleibt als Fazit? Die traurige Erkenntnis, dass die Eso-Eso-Eso morgen leider nicht unglaubwürdig sein werden, obwohl die Welt nicht untergeht, oder wir einen Bewusstseinssprung erleben. Behaupten werden sie die Sache mit dem Bewusstseinssprung natürlich, logisch. Wie sollte ihnen auch das Gegenteil beweisen werden können? Und die traurige Erkenntnis, dass es immer noch Menschen gibt, die lieber glauben, als zu wissen. Dabei kann man die meisten Thesen mit logischem Nachdenken und ein wenig Recherche selbst entkräften.
Und ach ja: Der Maya-Kalender endet morgen nicht. Kalender tun so etwas nicht. Sie werden solange fortgeschrieben, wie es jemanden gibt, der sie fortschreibt. Und selbst wenn die Erde menschenleer und die Galaxis ohne jedes intelligente Leben wäre, er würde immer noch nicht enden. Kalender sind nur eine mathematische Krücke für Menschen, um auf dieser Welt in Zivilisation leben zu können, nicht mehr und nicht weniger.

Also, die Frage ist nicht mehr, ob irgendjemand vor morgen Angst haben muss, die Frage ist, was uns die Eso-Eso-Eso als Nächstes verkaufen wollen. Naturkatastrophen wie den Supervulkan unter Yellowstone vor dem Ausbruch, Chemtrails, HAARP, doch noch ein Besuch von Nibiru (leicht verspätet), ihnen wird schon etwas einfallen. Und dafür wollen sie Geld. Sagt das nicht alles?

Montag, 17. Dezember 2012

Zu spät, Bekkay.

Also, da war dieser Typ, schwarzer Bart und schwarze Haare, deutsch sprechend, der uns mal per Youtube-Terrorvideo gedroht hat - und das war vor der letzten Bundestagswahl - Deutschland würde es bereuen, wenn es nicht richtig wählt. Tja, gewählt wurde Schwarz/Gelb, was die Vermutung aufkommen lässt, dass Terroristen konservativ-liberal eingestellt sind, denn nach dieser Wahl passierte - nichts. Ich habe damals darüber gebloggt. Der gute Mann hieß Bekkay Harrach, und nach seinen drei Terrorvideos im "Auftrag von Al Quaida" habe ich zumindest nichts mehr von ihm gehört. Wozu auch? Die Bundestagswahl war ja gelaufen.
Und dann war da doch noch diese Rohrbombe im Bahnhof Bonn, die "gezündet hat, aber nicht explodiert ist". Tatverdächtigt: Wahlweise Islamisten oder Salafisten. Dabei berichteten Augenzeugen nur von drei jungen Männern, die die Tasche mit Bombe abgestellt haben...
...sacken lassen.

Tja, nun, was soll ich sagen? In Niedersachsen sind ja im Januar Wahlen, und es sieht bisher so aus, als würde McAllister abgewählt werden. Der kann ein wenig Terrorangst natürlich gut gebrauchen. Und im Herbst wird der Bundestag gewählt. Da zittert die FDP ja jetzt schon um den Einzug. Und wie wir ja wissen, sind Terroristen in Deutschland konservativ und pro-liberal und helfen gerne mal mit ein wenig Terror-Angst, um für die richtige Politik für Deutschland zu sorgen...
Darüber hinaus, und einmal abgesehen von der aufgeflogenen Sauerland-Gruppe und diversen weiteren Kleinkriminellen in Deutschland, die gerne große Terroristen wären: Ihr seid spät dran, liebe Terroristen. Beinahe hätten wir die Terrorwarnung von Bekkay Harrach nicht mehr ernstgenommen. Aber das könnt Ihr uns doch nicht verdenken. Ich meine, vier Jahre Verspätung, da kann die Glaubwürdigkeit schon mal leiden.

Fazit: Islamisten oder Salafisten, die Glaubwürdigkeit deutscher Zeitungen wird in letzter Zeit zu oft zu Gunsten von Schlagzeilen geopfert. Terror-Angst verkauft sich gut, und daher glaube ich an keinen terroristischen Hintergrund mit Religionsbezügen, bevor nicht der erste islamistische Tatverdächtige auf der Anklagebank eines deutschen Gerichts sitzt. Bis dahin sind das für mich Spekulationen zu einem Thema, das vollkommen überbewertet wird, denn den schlimmsten Terror, den Moslems bisher in Deutschland veranstaltet haben, war die Verteilung von Gratis-Exemplaren des Korans durch Salafisten in deutschen Städten. Und das kann man wahrlich nicht als Bedrohung auffassen. (Gut, es gibt Menschen, die fassen es als Bedrohung auf. Aber Idioten gibt es überall.)
Und selbst wenn die drei jungen Männer Salafisten sind und aus religiös-terroristischen Motiven gehandelt haben, sehe ich noch nicht den Grund, auf diesem Aspekt derart herumzureiten. Außer natürlich wegen dem Seltenheitswert, denn für ordentlichen Terror in Deutschland sind Deutsche mit christlich-spätrömischem Hintergrund zuständig.
Ach nee, wartet, da war ja noch was mit der Landshut, dem von palästinensischen Terroristen entführten Lufthansa-Flieger. Allerdings hatte diese Entführung keinen religiösen Hintergrund: die Palästinenser wollten Terroristen der Roten Armee Fraktion freipressen.

Das Ganze erinnert mich frappierend an die Geschichte des Jungen, der immer Wolf ruft. Darum Vorsicht, liebe deutsche Qualitätsmedien. Die Impfung habt Ihr schon ruiniert, also achtet ein wenig auf den kläglichen Rest Eurer Seriosität.
Just my two Cents.

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Der Royal Prank

Ja, ich weiß, Tausende haben über das Thema gebloggt, hunderte Zeitungen haben berichtet und Dutzenden TV-Stationen waren da hinterher. Warum also heute und warum ich?
Nun, heute berichtete unter anderem tagesschau.de über die Nachricht, dass die tote Krankenschwester Jacintha S. tatsächlich Selbstmord begangen hat. Damit wird zumindest um diesen Teil der Ermittlungen ein Schlussstrich gezogen. Was aber reizt mich an dem Thema?

Kurz zur Erinnerung: Die ehemalige Waity Katy (good done, Kate) war wegen heftiger Schwangerschaftsübelkeit im Krankenhaus. Was bei Normalsterblichen nicht einmal bis zum Hausarzt geführt hätte, ist im Kingdom natürlich sofort eine Staatsaffäre. Denn immerhin geht es hier um nicht mehr und nicht weniger als den zukünftigen Thronfolger Groß-Britanniens.
Wie zu erwarten gewesen war, gab es einen Riesenrummel um die Schwangere. Man hätte meinen können, es hinge irgendjemandes Leben davon ab.
Ungefähr hier setzte der australische Radiosender 2dayFM an. Zwei seiner Moderatoren gaben sich als die Queen und Charly aus und wollten Details über Kate erfahren. Dabei wurde der Anruf von Jacintha S. entgegengenommen, die im Empfang zu diesem Zeitpunkt nur aushalf. Sie leitete den Anruf weiter, und auf der Station wurde den Reportern Auskunft erteilt. Diese Geschichte wurde schließlich von 2dayFM gesendet, und wie es scheint, ohne Einwilligung Jacintha S. und der Schwester auf der Station, die tatsächlich geglaubt hatte, mit dem Anruf wäre alles in Ordnung.
Nein, ich will jetzt nicht darauf eingehen, wie unwahrscheinlich es ist, dass so ein Scherzanruf stattfindet, just zu der Zeit, in der eine Schwester aushilft, die in das übliche Procedere von Anrufen aus dem Palast nicht eingewiesen ist; sehen wir es einfach als extrem unglücklichen Zufall an. (Der durch den Zeitunterschied zwischen Australien und England noch bekräftigt wird. Rechnet mal nach.)

Kommen wir zu dem Part, der mich stört. Natürlich wurde es nicht nur eine erfolgreiche Sendung, als der Royal Prank gesendet wurde, die Nachricht ging auch um die Welt und wurde von hunderten Medien weiterverbreitet. Dabei habe ich die Berichterstattung nicht verfolgt, aber ich bin überzeugt, dass vor allem die britischen Boulevard-Medien, die noch nie zimperlich waren, hart mit den beiden Krankenschwestern ins Gericht gegangen sind, vor allem aber mit Jacintha S., die den Anruf weitergeleitet hatte.
Vor knapp einer Woche beging sie Selbstmord, wie wir heute wissen. Und ihr Tod löste nicht nur bei Kate, William und dem Palast Bestürzung aus, sondern weltweit. Es werden mittlerweile rechtliche Schritte gegen den Sender geprüft, und Zehntausende, ach was, Hunderttausende stürzen sich auf die beiden Komiker, die den Tod auf dem Gewissen haben sollen. Die übrigens stantepede suspendiert wurden.
...sacken lassen.

Den Shitstorm, der darauf folgte, kann man mit dem Tag #royalprank auf Twitter direkt einsehen. Und hier stellt socialitelife.com den ganzen Scherzanruf schriftlich dar. Wohlgemerkt zu einer Zeit, als Jacintha S. noch am Leben war.

Zwei Dinge finde ich hier zum Kotzen. Vor allem, weil sie vollkommen offensichtlich sind.
Einerseits wundern sich die gleichen Medien, die Häme und Spott vor allem über Jacintha S. haben niedergehen lassen, woher der Druck gekommen sei, der sie in den Selbstmord getrieben hat..
(Ehrlich, Leute, der Anruf war weder dramatisch, noch gefährlich und hätte weder diese weltweite Aufmerksamkeit, noch die typischen Reaktionen verdient gehabt.)
Und andererseits sind da die Menschen, die sich mit Mails, über Twitter, per Telefon oder mittels Facebook über die beiden Komiker beschweren und ihnen die Qualen der Hölle wünschen, denn meines Erachtens sind es die gleichen, die noch Tage zuvor über die "dumme Krankenschwester" gelacht haben. Von den Medien, die das auch machen, einmal ganz zu schweigen.
Vielleicht brauchte England den Hype um Kates Schwangerschaft. Den Hype um den Royal Prank brauchte die Welt zumindest garantiert nicht, ebensowenig wie die mediale Häme. Und was sie gar nicht braucht, das sind selbsternannte Weltverbesserer, die nicht verstehen, dass sich die arme Frau nicht wegen der weitergeleiteten Nachricht geschämt haben muss, sondern weil es wieder und wieder breitgetreten wurde. Auf die Komiker loszugehen ist eine Ersatzhandlung, und noch eine ziemlich dumme dazu.
Denkt mal drüber nach.

Was in dem Zusammenhang noch interessant ist: Die Berichterstattung zum Royal Prank selbst ist vollkommen aus dem Netz verschwunden. Nein, nicht einfach verdrängt worden von der Berichterstattung über Jacintha S.' Selbstmord, sondern... Weg. Ich nehme an, da haben nicht wenige ein schlechtes Gewissen. Okay, das ist zu hoch gehofft. Sie wollen nicht erwischt und mitangeklagt werden, trifft es da wohl eher.


Edit am Freitag: Und da waren noch die Leute, die es lustig oder richtig finden, die beiden 2dayFM-Moderatoren mit Morddrohungen zu überschütten.
Wisst Ihr eigentlich, dass Ihr Euch strafbar macht?
Und wie feige seid Ihr eigentlich? Anonyme Morddrohungen versenden ist ja wohl das Letzte.
Mit den Mitteln moderner Forensik werden die bereits angelaufenen polizeilichen Ermittlungen sehr bald den einen oder anderen Feigling ermittelt haben. Dann zieht Euch warm an.

Ach ja, Gerüchte wollen wissen, in einem der Abschiedsbriefe von Jacintha S. hätte gestanden, das Krankenhaus hätte sie massiv unter Druck gesetzt. Das ist entgegengesetzt zur Aussage der Krankenhaussprecher, sie würden im Gegenteil alles für ihr Wohl tun/hätten alles für ihr Wohl getan. Warum aber wundert mich das nicht?
Und der andere Abschiedsbrief geht direkt an eine englische Zeitung, wie ich gehört habe. Warum wundert das mich auch nicht? Tja...

Ach ja, für alle Spaßvögel, die jetzt sagen: Ace, sollen die Leute denn dann adressierte Morddrohungen aussenden, oder was?
Nein, sie sollen überhaupt keine Morddrohungen aussenden. Das ist feige, rücksichtslos und naiv. Nur Idioten tun das. Und jeder, der dies tut, egal gegen wen, handelt nicht nur gegen die Menschlichkeit, sondern stellt sich auch ein äußerst misantrophisches Zeugnis aus. Ganz davon abgesehen, dass so etwas wie gesagt strafrechtlich relevant ist.
Merkt Euch, nur Idioten verfassen Morddrohungen. Alle anderen wissen, dass das Gewaltmonopol beim Staat liegt.
Und wenn wir schon mal dabei sind, Ihr heuchlerischen Spießer, die zuerst gelacht haben und jetzt Betroffenheit heucheln: Wenn Ihr schon jemanden brandmarken müsst, dann trefft wenigstens die Richtigen. Zum Beispiel die Boulevard-Zeitungen oder die Krankenhausleitung.

Montag, 10. Dezember 2012

Storytime: Die letzte Strafe


Wieder ein paar Informationen vorweg zu dieser Geschichte. Auch schon zwölf Jahre alt oder älter, gerade frisch von mir aufgehübscht. Schätze, ich muss mir 'nen Lektor suchen. ^^
Nichtsdestotrotz eine der Geschichten, die mir wirklich viel Spaß gemacht haben.
Und deshalb wünsche ich Euch auch Spaß beim Lesen. ^^



Es war ein normaler Tag, hier auf Erden. Irgendwo in Afrika tobten ein Dutzend Bürgerkriege, irgendwo in Europa erfror ein Obdachloser, irgendwo in Asien starb ein Bankräuber im Kugelhagel der Polizei, in Amerika war wieder mal der Rassismus an der Tagesordnung.
Alles in allem also ein ganz durchschnittlicher Tag.
Doch eine höhere Macht - sie mit Gott zu bezeichnen, würde sie negieren - sandte an diesem Tag einen Boten auf Erden. Dieser Bote, vom Antlitz her eine wunderschöne junge Frau, wandelte auf dieser Welt, an seiner Seite zwei Männer die ihm bei der Entscheidung helfen sollten. Mußte die Menschheit vernichtet werden? War die Menschheit am Ende?
Der erste Helfer der wunderschönen Frau war Pro. Ein vorlauter Kerl, der immer und überall eine Möglichkeit fand, seinen Standpunkt, die Menschheit gehöre vernichtet, zu stützen.
Ihr zweiter Helfer war Contra, ein ruhiger Zeitgenosse, der selten etwas sagte. Ehrlich gesagt, hatte er bisher noch gar nichts gesagt, um die Argumente von Pro zu erschüttern...

„Siehst du, diese Frau dort“, sagte Pro und deutete auf ein Mädchen, daß gerade ein Bürohochhaus verließ. „Gerade hat sie mit ihrem Chef gevögelt, um ihre Karriere voranzutreiben. Die Firma, in der sie arbeitet, produziert Waffen, die in die Dritte Welt exportiert werden, um dort Abertausende zu töten. Sie hat ihre alte Mutter ins Altenheim gesteckt, um sich nicht mit ihr belasten zu müssen und unterhält zur Zeit drei sexuelle Beziehungen zu verschiedensten Kerlen, von denen sie nicht einen liebt. Und wenn sie nach Hause kommt, dann setzt sie sich vor den Fernseher und sieht sich irgendeine schwachsinnige Soap an!“
Die wunderschöne junge Frau sah Pro an, der seine Worte mit einem grimmigen Nicken unterstrich. Dann sah sie zu Contra. Doch dieser schwieg, trotz der schweren Anklage. Noch immer.
„Wir folgen dem Mädchen, diesem verderbten Luder! Und ich verspreche, ich werde noch mehr Beweise vorlegen können, die beweisen, wie dringend dieser Sündenpfuhl gereinigt werden muß!“
Die drei folgten dem Mädchen, unsichtbar für alle die anderen, ohne jeden Hauch von Materie. Doch wer immer auf seinem Weg jenen Bereich berührte, an dem sich die schöne Frau befand, erfuhr einen Moment des Glücks. Wer jenen Bereich durcheilte, an dem sich Pro befand, mußte spontan weinen. Und wer immer Contras Pfad kreuzte, der sah erstaunt auf... und lächelte.
'Merkwürdig', dachte die junge, schöne Frau bei sich. 'Wer mich durcheilt, spürt die Harmonie des Universums, daß ich präsentiere, und wer Pro berührt, spürt seinen geballten Zorn auf die Menschen, denen er nie verzeihen wird. Doch was spüren sie, wenn sie Contras Sphäre berühren?'

„Siehst Du?“, blaffte Pro in seiner hitzigen, hasserfüllten Art. „Siehst Du, was sie gerade kauft? Schuhe aus Krokodilleder! Seit 200 Millionen Jahren gibt es diese Amphibien auf der Welt, selbst die Dinosaurier überlebten sie, doch die Menschen werden die lebenden Zeichen der Evolution ausrotten, nur, um an ihre Haut zu kommen, weil einigen von ihnen die Schuhe aus den Häuten der extra dafür gezüchteten Rinder nicht mehr fein genug sind! Wie viele Arten haben die Menschen schon vom Antlitz der Erde getilgt, teils aus Gier, teils aus völliger Gleichgültigkeit? Würden sie nicht ab und an auch Exemplare ihrer eigenen Spezies so gleichgültig vernichten, würde man meinen, sie würden sich daran ergötzen, niederes Kroppzeug auszurotten!“
Die junge Frau sah zum Mädchen herüber, dass sich gerade die neuen Schuhe einpacken ließ. Deutlich hörte man sie den Verkäufer fragen, ob es auch echte Tierhaut war und nicht etwa Imitat.
Pro grinste hämisch. Er sah sich wieder einmal bestätigt, und Contra schwieg, schwieg noch immer.
'Wenn Contra nicht bald etwas zur Verteidigung der Menschen sagt', dachte die wunderhübsche Frau, 'werde ich nicht umhin können, Pro recht zu geben... Und das würde bedeuten, daß die Menschheit bald nicht mehr sein wird.'

Die drei verfolgten das Mädchen weiterhin auf ihrem Weg, der wohl nach Hause führen würde.
Dabei kamen sie an einem Mann vorbei, der in Lumpen gehüllt an der Straße saß und  um Geld bettelte. Die meisten Passanten gingen vorbei, einige wenige warfen ihm ein Geldstück zu, vermieden es aber, ihn anzusehen. Auch das Mädchen warf ein Geldstück, dabei sah sie gerade mal  weit genug herüber, um wenigstens in die Nähe des Mannes zu werfen.
„Das brauche ich wohl nicht groß zu kommentieren, oder?“, stieß Pro gehässig hervor. „Wie Zeus aus seinem Olymp wirft sie dem Wurm am Boden ein paar Krumen zu und geht weiter, ohne ihn überhaupt angesehen zu haben!“
Contra schwieg, aber er schien zu lächeln.
Weiter folgten sie dem Mädchen auf ihrem Heimweg. Die wunderschöne Frau wußte nicht so recht, wie Pro das gemacht hatte, aber sie war sich sehr sicher, dass er für den nächsten Zwischenfall verantwortlich war. Plötzlich sackte ein älterer Herr auf dem Pflaster zusammen, griff sich an die Brust. Er war kreidebleich im Gesicht und sein Atem ging japsend, stoßweise. Das Mädchen wich scheu aus und setzte seinen Weg fort, es floh beinahe vor dem Unglücklichen.
„Sie hätte ihm vielleicht helfen können!“, rief Pro anklagend. „Sie hätte vielleicht auch nur einen Arzt rufen können! Aber was hat sie gemacht? Gar nichts, rein gar nichts! Nein, etwas hat sie doch gemacht, sie ist schneller gegangen, um hier fortzukommen!“
Contra schwieg immer noch.
„Contra!“ Der Mann sah zur wunderschönen Frau herüber. „Contra, wenn du nicht bald ein Argument gegen die Ausführungen von Pro bringst, werde ich gezwungen sein, ihm recht zu geben. Und was das bedeutet, kannst du dir ja denken!“
Contra nickte stumm. Er bedeutete den beiden, ihm zu folgen. Das Mädchen war derweil in einem der Mietshäuser hier verschwunden. Contra stieg in die Luft bis zum Dritten Stock und durchquerte die Wand des Hauses. Die anderen folgten ihm. Ihnen gegenüber ging die Haustür auf. Das Mädchen trat ein, schloß hinter sich ab, ließ seine Einkäufe fallen und fiel mit dem Rücken gegen die Tür. Tränen liefen seine Wangen herab und es schluchzte leise.
Schließlich wischte die junge Frau die Tränen mit den Händen aus dem Gesicht und lächelte bald wieder ein wenig. „So schlimm war die Welt heute gar nicht“, murmelte sie. „Vielleicht wird sie eines Tages sogar einmal besser sein.“

Die wunderschöne Frau zog sich mit ihren Begleitern zurück, als das Mädchen begann, ihr Abendessen zu bereiten. Sie ließ sich mit ihren Begleitern auf einer nahen Bank nieder und sah die beiden an.
„Ich habe eine Entscheidung getroffen. Sie ist mir sehr schwer gefallen, aber ich denke, es ist die richtige. Dir, Contra, kann ich nicht nachgeben. Du stehst für den Fortbestand der Menschheit, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie dies auch verdient.
Aber dir, Pro, kann ich auch nicht Recht geben. Du stehst für die Vernichtung dieser Spezies, einer Vernichtung, die sie aber auch noch nicht verdient hat.
Es gibt viel Gutes im Bösen dieser Welt, und ebenso viel Böses im Guten. Ich kann und darf heute nicht entscheiden, welches Urteil die höhere Macht fällen wird. Deshalb setze ich die Untersuchung für weitere tausend Jahre aus. Soll einer meiner Nachfolger dereinst versuchen, eine eindeutige Antwort auf die Frage finden: Pro oder Contra!“
Damit verschwand die wunderhübsche Frau, einfach so, ohne ein weiteres Wort.
Doch einige Zeit standen sich Pro und Contra noch gegenüber. Schließlich sagte Contra leise: „Ich glaube, diesmal war es ganz schön knapp. Beinahe wäre eine eindeutige Entscheidung gefallen.“
„Für die die Menschen noch nicht reif sind. Vielleicht sind sie es aber in eintausend Jahren. Und wenn nicht werden sie in weiteren tausend Jahren geprüft werden, und vielleicht noch einmal in nochmal tausend Jahren. Und wir werden versuchen, die Antwort auf diese Frage solange hinauszuzögern, sie in einem Patt halten, wie dieses Patt auch in den Menschen herrscht.“
Contra nickte nur. Plötzlich gingen die beiden ineinander, aus zwei wurde eins, drei Sekunden darauf konnte man als normaler Mensch einen jungen Mann aus dem Nichts entstehen sehen, der sich mit zufriedener Miene umsah und anschließend fröhlich pfeifend davonspazierte - für dieses Mal.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Ich beschwere mich bei der TV Hören und Sehen

Meine Oma reicht mir jeden Samstag ihre TV Hören und Sehen hoch, wenn das Fernsehprogramm die nächste Woche erreicht hat. Ich lese die TVHUS, wie sie gerne abgekürzt wird, wirklich gerne, vor allem die Kolumne von Paulo Coelho hat es mir angetan. Die TVHUS von letzter Woche jedoch hat mir dann doch schon fast körperliche Schmerzen verursacht, als im Artikel Menschen 2012 Kapitän Schettino, der die Costa Concordia vor Giglio Porto auf Grund setzen und evakuieren ließ, als "dümmster Feigling" beschrieben wurde. Zur Begründung tischten die Autoren des Artikels allerlei alte, verallgemeinernde und widerlegte Beispiele auf, die mich veranlasst haben, mich deutlich zu äußern. Alles Weitere findet Ihr unten.

Leserbrief an die TV Hören und Sehen:

Sehr geehrte Frau Kröger,

vorweg, bevor ich meinem Ärger Luft mache, möchte ich kurz erwähnen, dass ich die TV eigentlich recht gerne lese. Vor allem die Kolumne von Paulo Coelho ist für mich mehr als lesenswert. Durchschnittlich gesehen sind die Artikel eher seicht, was grundsätzlich nicht zu verwerfen ist.
Der Artikel Menschen 2012 aber enthält einen großen, bizarren Fehler. Ich möchte Sie bitten, den oder die Autoren in meinem Namen darauf hinzuweisen.
Es geht um den Unterartikel "Der dümmste Feigling", in dem Kapitän Schettino besonders schlecht bei wegkommt.

Ich möchte mich nicht in Spekulationen verlieren, aber ein paar Fakten aufzählen: Kapitän Schettino ist nicht auf Grund gefahren, als er an Giglio Porto vorbei "paradierte", sondern er lief auf ein Riff, noch vor der Küste.
Das Paradieren entsprang keinstensfalls dem Ehrgeiz des Kapitäns, sondern war von der Reederei als Werbemaßnahme gefordert. Beweis hierfür ist, dass ein Schwesterschiff am zweiten Abend nach der Havarie mit voller Beleuchtung an Giglio Porto vorbei paradierte.
Die Tatsache, dass das Schiff auf Grund lief, ist dem Umstand zu verdanken, dass Schettino die Concordia nahe der Küste auf Grund setzen ließ, um zu verhindern, dass sie sank. Die Costa Concordia hatte Nordkurs, liegt nun aber mit dem Bug nach Süden im Wasser. Das sind alles Fakten, die man recherchieren kann, ohne sich großartig anzustrengen.
Auch wurde Kapitän Schettino von jeglichen Drogenvorfwürfen freigesprochen, weil alle Tests negativ waren.
Es ist offensichtlich, dass Kapitän Schettino als einziger Schuldiger herhalten muss und nur zu gerne mit Dreck beschmissen wird.
Ich möchte nicht sagen, dass er nicht tatsächlich als einer der Ersten das Schiff verlassen hat, wie der Artikel behauptet, aber ich habe im TV einen Telefonmitschnitt mit der Küstenwache gehört, indem er aussagte, er wolle das Schiff als Letzter verlassen.

Sehen Sie, ich erwarte von Ihren Kollegen nach Traumständen, Superreisen und Städtebeschreibungen ja nun wirklich keine Pulitzer Preis-Artikel, und ich bin auch zufrieden damit, was ich in der TV zu lesen bekomme. Aber dieser Artikel ist derart dreist auf veralteten Informationen aufgebaut, dass es wehtut. Jeder Journalist, der etwas auf sich hält, sollte wenigstens ein Mindestmaß recherchieren, dann wäre Ihr Team darauf gestoßen, dass die Drogentests negativ waren und dass das Paradieren vor Giglio Porto für Schiffe der Reederei Pflicht war.
Und ich erwarte dann auch keine schwammigen Behauptungen wie "Alkohol auf der Brücke und die Freundin". Zu Letzterem hatte er als Kapitän das Recht, und ersteres unterstellt es sogar der ganzen Brückenbesatzung, alkoholisiert gewesen zu sein.

Entschuldigen Sie, wenn ich so deutlich werde, aber wenn augenscheinlich ein Mann eine Schuld tragen muss, obwohl er nach einem Unfall so viel wie möglich richtig gemacht hat, und wenn er dann auch noch mit längst überholten Vorwürfen in einem meiner Lieblingsmedien erneut gekreuzigt wird, beschwere ich mich. Sie haben sehr viele Leser, und diese Leser sind erneut mit dem Vorurteil bestätig worden, dass am Unglück ein alkoholisierter, feiger und geflohener Kapitän Schuld war, der zu nahe an der Küste entlang gefahren ist. "Zu nahe" heißt in diesem Fall zwei Kilometer, und Giglio ist eine Vulkaninsel mit steil abfallenden Unterwasserhängen. Wie ich schon sagte, nur etwas Recherche.

Mit freundlichem Gruß,

Alexander Kaiser


Edit: Es ist Donnerstag - keine Reaktion. Was habe ich erwartet?

Samstag, 8. Dezember 2012

Nun sind es 63.000 Aufrufe auf Fanfiktion.de

Ja, ich weiß. Immer, wenn ich darüber blogge, wie viele Aufrufe meine Geschichten und Gedichte auf Fanfiktion.de erreicht haben, mache ich auch zugleich Werbung für das Medium. Und wisst Ihr was? Die Seite hat es echt verdient. Darum: Wenn Ihr meinen Fußspuren nachspürt, nehmt Euch ruhig die Zeit und trottet ein wenig über die Seite. Es ist keinesfalls übertrieben, wenn ich sage: Es ist für jeden was dabei. ^^
Aber zurück zu meinem Ego zu mir: Meine Geschichten und Gedichte auf Fanfiktion.de haben heimlich, still und leise in der Nacht auf Samstag nach nur neun Tagen den nächsten Tausender geknackt. Nun habe ich 63.022 Aufrufe auf dem Zähler, dazu kommen 874 Reviews. Das sind zwölf mehr als am 29.11., als ich den letzten Tausender vermeldet habe, und damit eine Reviewsteigerung um fünfzig Prozent. Exzellent. ^^V
Den entscheidenden Sprung machte diesmal Belongo, meine Geschichte über zwei deutsche Abenteurer, die mit einer Menge ehemaliger Soldaten der BW und anderer Einheiten eine Diamantenmine in Afrika finden und ausbeuten wollen - und nebenbei entpuppen sich ihre "Bestechungen" für die umliegenden Dörfer nach und nach zum Stabilisierungsprojekt für das gebeutelte Land. Ja, gäbe es da nicht Interessengruppen, die das Land aus wirtschaftlichen Gründen instabil halten wollen... Aber lest selbst, wenn Ihr auf Battle-Stories steht...
Einen großen Anteil haben aber auch wieder die Konoha Side Stories, die nicht mehr weit von der 7.000 entfernt sind und meine erfolgreichste Fanfic auf Fanfiktion.de sind...
Erwähnen sollte ich aber auch noch fix meine erfolgreichste eigene Geschichte auf Fanfiktion.de, nämlich Für den Kaiser.  Diese Science Fiction-Battle Story, die mittlerweile in vier Büchern existiert, habe ich mittlerweile auch in zwei von vier Büchern als Book on Demand veröffentlicht. Wem also die Texte auf FF.de gefallen - links oben in meinem Blog sind die Kauflinks. Ich überlege, ob ich vor Weihnachten noch Buch drei rausbringe, aber bisher hat es mich abgeschreckt, dass Buch eins und zwei schon ohne Titelbild auskommen müssen. Also, wenn Ihr einen kreativen Zeichner für SF-Motive kennt, der mir mal fix vier Titelbilder nach meinen Wünschen klimpert, ohne die Welt zu kosten, scheut Euch nicht, mich zu informieren.

Vergesst nicht, wenn mein Review-Counter auf Fanfiktion.de die 1000 anzeigt, verlose ich eventuell wieder eines oder auch mehrere nichtmaterielle Geschenke wie Self-Inserts, Vorzugsbehandlung für die Lieblingsstory, und vielleicht, aber nur ganz vielleicht, wenn ich bis dahin mit Equus Carnifex fertig bin, eine Story nach Wunsch. Aber diesmal wird das nur eine Kurzgeschichte, und ich verspreche nur vierzigtausend Zeichen.Natürlich mache ich das auch bei 100.000 Aufrufen , aber realistischerweise gehe ich davon aus, dass die Reviews eher den Rekord verzeichnen werden.
Und ja, das war ein Textbaustein. Zum vierten Mal recycled.^^ Aber hauptsache, der Inhalt stimmt. ^^V


Außerdem wisst Ihr ja: Wenn ich spitze Klammern benutze, fügt Blogspot seit neuestem so verrückte Steuerzeichen ein. Deshalb muss es so gehen: Auf der linken Seite meines Blogs seht Ihr die Links zu meinen Büchern, die Ihr als gedruckes Buch oder als eBook kaufen könnt. ^^

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Storytime: SOLAR FIVE

Diesmal ein paar mehr Informationen. Ursprünglich 2003 geschrieben, wurde diese Geschichte in der Anthologie "Deus ex machina" veröffentlicht. Später brachte ich sie auch im World of Cosmos und veröffentlichte sie auch unter meinen Geschichten auf Fanfiktion.de. Wie viele meiner älteren Geschichten habe ich ihr keine Überarbeitung gegönnt, sondern sie einfach gepostet. 
Heute erreichte mich eine recht kritische Stimme von meiner Briefbekanntschaft Uwe Lammers vom SFCBW, der das Fanzine Baden-Württemberg Aktuell herausgibt, wobei er mir sagte, ich hätte zuviel Potential verschwendet und die Geschichte hätte eigentlich acht oder zehn Seiten lang sein müssen. Nun, für mich war sein Brief zumindest Ansporn genug, um mich heute mal hinzusetzen und die Fehler aus der Version auf FF.de rauszusuchen. Da ich vier verschiedene Versionen auf meiner Festplatte hatte, erschien mir das der gangbarste Weg zu sein. Damit habe ich das Potential noch immer nicht ausgeschöpft, zufrieden bin ich trotzdem. Viel Spaß mit der Kurzgeschichte wünsche ich. ^^


„Und hier sehen Sie die Solarwind-Tänzer bei ihrer Arbeit!“ Die Stimme der Fremdenführerin überschlug sich fast, als sie mit geröteten Wangen und einer weit ausladenden Armbewegung durch die transparente Kuppel des Touristenpendlers nach draußen deutete.
Draußen, das war die unmittelbare Umgebung von SOLAR FIVE, dem Sonnenwindkraftwerk, welches die Energieversorgung der Erde, des Mondes und der neun großen orbitalen O´Neill-Kolonien sicherte.
„Die Oberfläche des Kollektors von SOLAR FIVE beträgt zweihundert Quadratkilometer. Sie ist also um einiges größer als St.Andrews, die mit zwei Kilometern Radius neueste und größte O'Neill-Kolonie im Tausend Kilometer-Orbit um die gute alte Erde.
Die Fläche muss so groß sein, um genügend Partikel des allgegenwärtigen Sonnenwindes einzufangen. Der Energiebedarf der Menschheit ist riesig, und dieses Kraftwerk liefert sie.
Es ist eigentlich kaum vorstellbar, dass eine zweihundert Quadratkilometer weite, aber nur wenige hundertstel Millimeter dünne Kollektor-Folie dies bewerkstelligen soll. Vor allem nicht, da die Folie extrem gefährdet ist, und zwar von…“
Ein junges Mädchen hob eifrig die Hand. Sie gehörte wie zwei Drittel der Passagiere des Touristenbootes zu einer Schulklasse aus Shanghai, die zur SOLAR FIVE ihren Tagesausflug machten. Die Kids liebten es, Dinge die eigentlich jeder Mensch wusste, zu wiederholen.
„Von kosmischem Staub, Mikrometeoriten, Weltraumschrott, mit dem unsere Vorfahren der prästellaren Erde den Weltraum verschmutzt haben und von Trümmern vom Mond, die bei Einschlägen von Meteoriten in den Orbit geschleudert werden.“
„Richtig“, lobte die junge Frau. „Und natürlich auch von teilweise gigantischen Meteoren und Kometen, die unglücklicherweise die Mondbahn kreuzen und damit SOLAR FIVE bedenklich nahe kommen. Erst letztes Jahr kam der Halleysche Komet hier vorbei und passierte den Mond in lediglich zwanzigtausend Kilometer Abstand. Die Besatzung von SOLAR FIVE hatte drei Monate alle Hände voll zu tun, um die Staubpartikel und Trümmer abzusammeln, die Halley hinter sich hergezogen hatte, bevor sie die Kollektorfolie gefährden konnten. Und wer genau hat das gemacht?“
„DIE SOLARWIND-TÄNZER!“, riefen die Kinder im Chor.
Die Touristenführerin lächelte. „Richtig. Die Solarwind-Tänzer. Obwohl die Arbeit auf SOLAR FIVE sehr, sehr wichtig ist, und nur die Qualifiziertesten und fähigsten Menschen hier arbeiten dürfen, so sind die Tänzer unter ihnen doch etwas Besonderes. Sie sind es, die jeden Tag ihr Leben riskieren, um die Folie vor Schaden zu bewahren. Sie sind die großen Helden unserer Zeit.“
Ein Erwachsener im Hawaii-Hemd spähte nach draußen und deutete auf die im All umeinander kurvenden Tänzer-Schiffe. „Miss, ich dachte, die Tänzer kriegen immer die neueste und beste Hardware. Aber das Ding da draußen neben dem Armstrong Hewlett Alpha 3 ist ja noch aus dem letzten Jahrhundert. Eine Fokker Spacebus 39, wenn ich nicht irre.“
„Na, das nenne ich einen Glücksfall. Es gibt nur einen einzigen Sonnenwind-Tänzer, der dieses Modell noch benutzt. Pilot, bringen Sie uns bitte näher heran.
Meine Damen und Herren, liebe Kinder. Wir haben das äußerst seltene Glück, einen der berühmtesten Tänzer unserer Zeit zu sehen. Er war der Anführer der Sonnenwind-Tänzer von SOLAR FOUR, hält neun stellare Rekorde, hat bereits hundertfünfundsiebzigtausend Flugstunden, flog vierundzwanzigtausend Einsätze und bekam für seinen aufopferungsvollen Dienst an der Menschheit neun Tapferkeitsmedaillen, drei Belobigungen des Parlaments und wurde elfmal zum wichtigsten Mann des Systems gewählt. Er war es, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, um die sieben Fragmente des Kometen Wong-Mbuto zu zerstören, als dieser zerbrach und auf die Erde, den Mond und die damalige Kollektoranlage SOLAR FOUR zu stürzen drohte. Er war es auch, der in der legendären Hundert-Stunden-Schicht, sowohl im Erdorbit als auch um SOLAR FOUR, die Anstrengungen der anderen Tänzer koordinierte, die Trümmer der von ihm vernichteten Fragmente einzusammeln und damit Millionen Menschen allein in den O'Neill-Kolonien und auf der Erde das Leben rettete. Und das ohne eine einzige Pause.
Er ist das Vorbild jedes Solarwind-Tänzers, und sicher ist er auch euer Held. Von wem spreche ich?“
„DENNAR WATTS!“, riefen die Kinder im Chor. Auch der eine oder andere Erwachsene fiel ein.

„Dennar Watts“, brummte der Mann im Hawaii-Hemd und machte Aufnahmen mit seiner Holocam. „Als ich klein war, da war er mein großer Held.“
Die Touristenführerin lächelte. Das war er immer noch, für viele Menschen im gesamten Sonnensystem. „Es ist gerade sehr ruhig da draußen, die Tänzer sind nur auf Patrouille. Ich denke, wir können es wagen, Dennar Watts anzufunken. Er ist heute draußen mit Sarem Adegi, seinem Flügelmann und diesjährigem Sieger im Pan-Planetoidenrennen. Wir werden ihn zuerst fragen, ob Dennar mit uns sprechen kann. Sarem, können Sie uns hören?“
Die Stimme des Tänzers erfüllte die halbtransparente Kabine. Kaum jemand wagte zu atmen. „Sarem Adegi hier. Sind Sie das, Kassia?“
„Kassia Poul, richtig. Es freut mich, dass Sie sich an mich erinnern. Sagen Sie, hat Dennar Watts heute einen guten Tag? Ich habe hier eine Besuchergruppe aus Shanghai, die für ihr Leben gerne mit ihrem großen Helden sprechen würde.“
Sarem Adegi lachte leise. „Ich werde sehen, was sich machen lässt. Dennar? Hast du Zeit?“
Einen Moment lang war Stille, dann vernahm man die unverkennbare Stimme des berühmten Piloten. „Wofür? Um den Leuten etwas zu zeigen, was ich nicht bin? Himmel, Sarem, zeige mir einen Helden und ich zeige dir einen Lügner. Es gibt nur zwei Sorten von ihnen. Strahlende Lügner und tote Helden. Dazwischen ist nichts.“
Kassia Pouls Lächeln gefror. Sie flog die Strecke beinahe täglich und traf dementsprechend oft auf Dennar Watts. Sie hatte sich gefreut, überhaupt die Stimme des legendären Piloten zu hören, aber seine Antwort war wie immer patzig und dazu geneigt, ein Dutzend Kinderträume zu zerstören.
„Alter Tattergreis!“, blaffte Sarem Adegi wütend. „Wir wissen alle, was du über Helden denkst. Aber da sind Kinder an Bord, die gerne ein paar Worte vom fähigsten Sonnenwind-Tänzer des Systems hören würden!“
„Dann rede du doch mit ihnen!“ blaffte Dennar zurück. „Ich habe meinen Zenit lange schon überschritten!“
Darauf folgte eine atemlose Stille, die endlos zu sein schien. Eines der Kinder begann zu weinen.
„Na schön.“ Der legendäre Pilot seufzte steinerweichend. „Liebe Kinder, ich bin Dennar Watts. Ihr habt sicher schon von mir gehört. Wenn ich all meine Auszeichnungen anstecke, brauche ich eine zweite Jacke, um alle unterzukriegen. Ich fliege schon seit fünfzig Jahren und bin Sonnenwind-Tänzer, seit ich meinen Abschluss in stellarer Navigation gemacht habe. Okay, für einige von euch mag mich das zum Helden machen. Aber das bin ich nicht. Vielleicht ein Vorbild. Denn die Arbeit hier draußen ist gefährlich, anstrengend und zeitraubend. Es ist ein Dienst an der gesamten Menschheit. Ich wusste das, als ich mich für diesen Posten beworben hatte. Und ich wusste, dass es eine Lebensaufgabe ist. Doch es sind nicht nur wir Sonnenwind-Tänzer, die der Menschheit mit dieser gefährlichen Aufgabe dienen.“
Innerlich atmete Kassia Poul auf. Der alte Pilot schien heute wirklich einen seiner besseren Tage zu haben, wenn er so freundlich werden konnte.
„Neben uns Tänzern, die den Nordpol des Mondes und die Umgebung von SOLAR FIVE nach kosmischen Trümmern absuchen, gibt es noch fünftausend Menschen von der Erde, dem Mond, dem Mars und den Venus-Habitaten, die hier arbeiten, um die Energieversorgung zu sichern. Sie sind hier als Techniker, als Ärzte, Köche, Ingenieure, Fährenpiloten, oder Fremdenführer. Ja, auch eure Fremdenführerin, Frau Poul, ist eine von uns. Sie arbeitet bereits seit fünf Jahren hier und hilft den Menschen, einen Einblick in die gefährlichste Arbeit im ganzen Sonnensystem zu bekommen.“
Kassia wurde rot. Der alte Haudegen erinnerte sich an sie?
„Denkt also immer daran, Kinder. Die Tänzer sind vielleicht die berühmteste Gruppe von SOLAR FIVE, aber ohne die anderen wären wir nichts. Ohne die Besatzung der ARCHE, die den von der Kollektorfolie gesammelten Sonnenwind konvertiert und als Mikrowellenstrahl zum Nordpol des Mondes hinab schickt, wäre unsere Arbeit sinnlos. Wenn überhaupt, dann sind wir alle hier oben Helden. Vielleicht machen wir aber auch nur unsere Arbeit.“
Ein Knacken in der Leitung deutete an, dass Dennar abgeschaltet hatte.

Die beiden Tänzer-Schiffe verharrten noch kurz neben dem Touristenpendler, dann beschleunigten sie und verschwanden in der Tiefe des Alls. Im Shuttle selbst herrschte beängstigende Stille.
„Ich will auch Sonnenwind-Tänzer werden und der Menschheit dienen“, sagte das Mädchen von vorhin plötzlich. „Ich will auch auf SOLAR FIVE arbeiten.“
„Du? Du könntest doch in tausend Jahren kein Tänzerschiff bedienen“, spottete der Junge neben ihr.
„Na und? Dennar Watts hat doch gesagt, jede Arbeit an Bord der ARCHE ist genau so wichtig wie die der Tänzer. Dann werde ich eben Ärztin oder ich werde auch eine so gute Fremdenführerin wie Miss Poul!“, konterte sie.
Der Mann im Haiwaii-Hemd nickte bestätigend. Er klatschte in die Hände, und die gesamte Fähre fiel nach und nach ein. „Unsere Helden von SOLAR FIVE!“
Mühsam hielt Kassia die Tränen zurück. Alles in allem war Dennar Watts doch kein so übler Kerl, fand sie.

Als die Fähre zur eigentlichen Besichtigung die ARCHE erreichte, durchlief Kassia wie immer ein wohliger Schauer. Der konische Zylinder mit den Dutzenden Auslegern erreichte eine Maximallänge von elf Kilometern, oben an der Kollektorfolie, wo die aufgesammelten Partikel des Sonnenwindes zusammenliefen drei, und unten am Fuß, von wo der Mikrowellenstrahl die aufgesammelte Energie an die Nordpolstation des Mondes verschickte , einen halben Kilometer.
Dies erschien auf den ersten Blick groß. Aber der Zylinder war innen weitestgehend hohl, lediglich durchsetzt mit hunderten schwebenden Generatoren, die den stetigen Strom von Partikeln konvertierten und weiter nach unten sandten.
Die Ausbeute der aufgefangenen Partikel betrug siebenundachtzig Prozent. Über die Ausleger wurden die übrigen dreizehn wieder abgegeben, bevor sie der ARCHE schaden konnten.
An diesen Hohlraum drängte sich der Lebensraum für die fünftausend hier arbeitenden Menschen.
Die Zustände waren nicht wirklich beengt, aber auch nicht großzügig. Kassia Poul schauderte bei dem Gedanken, dass es auf SOLAR FOUR noch knapper zugegangen sein sollte.
Aber es reichte, um eine Touristengruppe beinahe unbemerkt von der Besatzung einmal durch das riesige Gebilde zu führen.
Die Fähre dockte an und die Fremdenführerin lächelte. „Sie haben nun alle etwas Zeit, um sich nach Herzenslust umzusehen. Aber bitte bleiben Sie in dem grün markierten Bereich. Der rote Bereich ist Sperrgebiet, seit die Kämpfer für den Sonnenwind neun Anschläge auf die ARCHE verübt haben.“
„Was sind denn die Kämpfer für den Sonnenwind?“, wollte das kleine Mädchen wissen, das mal Ärztin auf SOLAR FIVE werden wollte.
Kassia runzelte die Stirn. „Du, das ist schwierig zu erklären. Weißt du denn, was die Gäaner sind?“
„Das ist leicht“, strahlte sie. „Das sind Menschen, die die Erde als geschlossenen, lebenden Organismus verstehen. Es gibt verschiedene Ausprägungen: Neo-Gäaner, Kontra-Gäaner, Gäaner Vieille…“
„Gut“, lobte Kassia. „Dann weißt du sicherlich, dass es noch eine vierte Gruppe Gäaner gibt, die Radikalen.“
Das Mädchen nickte eifrig. „Das sind doch die, die wollen, dass alle Menschen wieder auf die Erde zurückkommen, um dort absolut naturverbunden zu leben.“
„Richtig. Es gibt da eine ähnliche Gruppierung wie die Gäaner, das sind die Solaner. Sie verstehen das gesamte Sonnensystem unserer Sonne Sol als lebenden Organismus und sehen uns als Teil dessen an.
Wie bei den Gäanern gibt es friedliche Gruppen wie die Kontras oder die Vieilles.
Es gibt aber auch aggressivere Gruppen wie die Radikalen Gäaner, die sogar Gewalt einsetzen, um ihre Ziele durchzusetzen. Eine dieser Gruppen bilden die Kämpfer für den Sonnenwind. Auch sie glauben daran, dass das gesamte Sonnensystem ein Organismus ist. Und sie glauben daran, dass der Sonnenwind für das gesamte System sehr wichtig ist, so wie Blut, das durch den menschlichen Körper fließt. Die sagen nun, dass Stationen wie SOLAR FIVE den Sonnenwind abfangen, bevor er die Außenbereiche des Systems erreichen kann. Dort entsteht dann ein riesiger Teil im Raum, wo kein Sonnenwind hinkommt. Oder anders gesagt, dort droht der Organismus Sonnensystem abzusterben.“
Das kleine Shanghaier Mädchen sah die Fremdenführerin aus traurigen Augen an. „Ist das wahr, Miss Poul?“
Kassia drückte sie an sich. „Nein, mein Engel, natürlich nicht. Denn selbst wenn die Solaner Recht hätten, würde der Schatten von SOLAR FIVE durch das Sonnensystem wandern, wie es die Planeten auch tun. Außerdem ist die Sonne so groß, dass sich die Strahlen vom linken und vom rechten Rand der Sonne schon wenige tausend Kilometer hinter der Station treffen. Du brauchst keine Angst zu haben.“
Die Tür glitt auf, nachdem das Andockmanöver beendet war. „Sie haben zwei Stunden, bevor wir den Rundgang auf der Beobachtungsplattform oben an der Kollektorfolie beginnen. Ein Elektrobus wird uns dort hinbringen.“
Kassia lächelte jedem einzelnen freundlich zu, als sie die Fähre verließen. Besonders freundlich dem Mann im Hawaii-Hemd, der sich seine kindlichen Helden bewahrt hatte. Er musste ein Gäaner sein, denn diese trugen, um ihre Verbundenheit mit der Natur zu vergegenwärtigen, gerne Pflanzenmotive wie Palmen und Strand. Auf dem Hemd des Touristen war sogar ein Stück des Sternenhimmels zu erkennen.

„Kassia!“ Die Fremdenführerin wandte sich um. Fröhlich winkend kam Sarem Adegi auf sie zu. Der mittelgroße Spitzenpilot legte seine Rechte auf ihre Schulter, als er die zierliche Frau erreicht hatte. „Kassia. Ich darf Sie doch Kassia nennen? Es tut mir leid wegen vorhin, aber Sie wissen ja, wie Dennar so ist. Aber ich glaube, wenn man nur den Mund aufmacht und schon schieben sich zehn Mikrophone davor, um die eigenen Worte für die Nachwelt festzuhalten, darf man ruhig etwas ruppig und genervt sein.“
Kassia erschien die Szene wie aus einem Traum. Adegi, ausgerechnet Adegi, sprach mit ihr. Und seine Hand lag auf ihrer Schulter. Wie gerne hätte sie ihn jetzt einfach geküsst. Etwas, irgendetwas getan. Doch sie starrte ihn nur an.
Sarem runzelte verwundert die Stirn, weil die junge Frau beharrlich schwieg. Geradezu erschrocken riss er die Hand von ihrer Schulter und murmelte eine hastige Entschuldigung.
Er trat von einem Bein aufs andere, sah ihr stumm in die Augen. Sie sah zurück, unfähig, auch nur einen Ton zu sagen.
„E-entschuldigung“, stammelte Sarem und wandte sich zum Gehen.
Kassia erschrak und erstarrte noch mehr. Sie fühlte genau, dies war ihre einzige und letzte Chance, ihrem Schwarm nahe zu kommen.
„Na, du bist mir ja ein Held“, hörte sie plötzlich Dennar Watts spöttische Stimme hinter sich. „Lässt dieses tolle Mädchen hier einfach so stehen.“
Sarem wandte sich wieder um und warf dem berühmten Solarwindtänzer einen tiefen, verzweifelten Blick zu. „Ich… Ich will Kassia nicht aufhalten. Sie hat noch soviel zu tun…“
Dennar gab der Fremdenführerin einen sanften Klaps auf den Rücken.
„Du hältst mich doch nicht auf!“, rief sie hastig und viel zu laut. Erschrocken über ihre eigene Courage starrte sie Sarem an. „Die Tour geht erst in zwei Stunden weiter.“
„Oh“, machte der Solarwindtänzer. „Oh.“
„Nun lad sie schon zum Mittagessen ein“, schalt Dennar seinen Flügelmann. „Sonst stehen wir morgen noch hier.“
„Äh“, machte Sarem. „Hast du…“
„Ja!“, kam ihre viel zu laute Antwort.
Der junge Pilot lächelte. „Okay. Ich hoffe, du magst venusianisch?“
„Leidenschaftlich gerne. Da gibt es doch dieses tolle Restaurant an der Ecke…“
Dennar sah den beiden hinterher. Manche Dinge brauchten ab und an einen leichten Stoß.
Andere, wie diese hier hingegen, einen ausgeprägten Tritt in den Hintern.
Er seufzte und dachte an seine eigenen Beziehungen. Keine von ihnen hatte so unschuldig angefangen. Und keine hatte auch nur annähernd so lange gehalten, wie er es von seinem Flügelmann und der Fremdenführerin erwartete.

Plötzlich schreckte ihn der Alarm auf! Der Rhythmus der Sirenen war eindeutig: Störung der Kollektoranlage!
Dennar Watts reagierte mit den guten Reflexen eines Solarwindtänzers, rannte zum nächsten Interkom und informierte sich über die Art der Störung.
Er erstarrte. Der Mikrowellenstrahl wurde gestaut. Das bedeutete Sabotage.
Watts rannte zum nächsten Verbindungskorridor, schnappte sich einen Elektrowagen und fuhr zur Schnittstelle, in der der Mikrowellenstrahl gebündelt wurde.
Ein heftiger Ruck sagte ihm, dass er einen Passagier dazubekommen hatte. Er sah hinter sich und erkannte seinen Flügelmann. Neben ihm hangelte sich gerade Kassia auf den bereits fahrenden Wagen.
Dennar sah die beiden an, nickte grimmig und beschleunigte.
Als sie die Beobachtungsgalerie erreicht hatten, von der aus die Techniker rein optisch die Anlage überwachen konnten, blendeten sämtliche Bildschirme den Befehl zur Evakuierung und einen Countdown ein.
Als Dennar vom Wagen sprang, eilte sofort Maren Strautmann, die Diensthabende Chefingenieurin, herbei. Sie deutete auf die Schnittstelle. Dort schwebte ein einsamer Raumanzug. „Er verstopft die Schnittstelle mit einer Folie aus Platin. Die Strahlung wird ihn in spätestens einer Minute umgebracht haben. Aber ich befürchte, bis dahin hat er sein Ziel erreicht.
Bereits jetzt steigt die Strahlung so stark an, dass ich keinen von meinen Leuten da hineinschicken kann.“
„Ich verstehe“, sagte Dennar. „Totalabschaltung der Kollektorfolie?“
„Dauert zehn Minuten. Die Überladung erfolgt aber in sieben. Keine Chance.“
„Was sagt Captain Myles?“
„Er hat die Evakuierung selbst ausgerufen. Wir müssen hier in spätestens einer Minute raus, oder wir kommen nicht mehr weit genug von der Station weg.“
„Meine Gruppe!“, rief Kassia erschüttert. „Hoffentlich folgen sie den Anweisungen der ARCHE-Besatzung. Sie dürfen sich ja frei bewegen und…“
Sie erstarrte und deutete auf den stumm agierenden Mann im halbtransparenten Raumanzug. „Oh mein Gott, warum habe ich das nicht sofort gesehen? Dies ist einer aus meiner Touristengruppe! Der Mann mit dem Hawaii-Hemd. Die Sterne auf dem Hemd, sie formen das Kreuz des Südens. Und das ist doch eines der Symbole der Kämpfer für den Solarwind.“ Kassia Poul fluchte unbeherrscht.
„Das erklärt einiges.“ Chefingenieurin Strautmann brummte missmutig. „Wenn das einer von diesen Spinnern ist, wird er sich im Tode auch noch quer vor den Strahl legen. Das wird das Ende der ARCHE um zwei bis drei Minuten beschleunigen. Das war es dann. Wir kommen hier nicht mehr weg.“
Dennar sah der Ingenieurin in die Augen. „Wir haben immer noch eine Chance.“ Er deutete auf den Sterbenden, der sich nun wirklich direkt in den Strahl schob.
„Freiheit…“, kam eine raue Stimme über die Kommverbindung, „für… den… Sonnen…“
Die Gestalt erstarrte. Der Mann mit dem Hawaii-Hemd war tot.
„Einer geht da rein, schiebt den Solaner aus dem Strahl und reißt die Folie ab“, sagte der alte Pilot bestimmt.
„Irrsinn. Mit jeder Sekunde wird das Operationsfenster für so einen Quatsch kleiner und kleiner. In zwei Minuten überlebt man da drin höchstens noch zehn Sekunden.“
Dennar wandte sich um und sah Sarem und Kassia an. Wieder seufzte er. "Ich gehe rein. Geben Sie mir einen Anzug, schnell. Je eher ich rein komme, desto mehr Zeit habe ich.“
„Das wird dein Tod sein, Dennar. Ich werde gehen“, rief Sarem. „Ich bin ein ebenso guter Pilot wie du.“
„Du sagst es, mein Junge. Und du hast dein Leben noch vor dir. Falls ich es schaffe.“
„Sir?“ Dennar wandte sich um und sah eine Faust auf sich zukommen. Der Schlag war hart genug, ihn zu Boden zu schicken, aber nicht hart genug, um ihn ohnmächtig werden zu lassen.
Einer der Techniker hatte sich einen Anzug geschnappt und begann hinein zu steigen.
Der Schläger rieb sich die schmerzende Rechte und nickte dem Techniker, der gerade den Anzug schloss, aufmunternd zu. „Sir. Sie sind Pilot. Und Sie sind der Beste in diesem Job. Aber das hier ist eine Aufgabe für einen Techniker. Überlassen Sie das uns, bitte. “
Ohne ein weiteres Wort half der Techniker seinem Kollegen in die Schleuse.
„Irrsinn!“, blaffte Strautmann wieder. „Ihm bleiben zwanzig, bestenfalls dreißig Sekunden!“
Wortlos ließ der Mann die Schleuse zufahren.

Atemlos beobachteten die Anwesenden, wie der Techniker ausschleuste. Mit Hilfe der Schubdüsen des Anzugs beschleunigte er hart und flog direkt auf die Schnittstelle zu.
Hart rammte er die Leiche des Solaners.
„Na toll“, murrte jemand, „jetzt geht es noch schneller.“
Doch der Techniker war noch nicht am Ende seiner Kraft. Er drückte und schob und befreite den Anzug mit dem Toten aus der Schnittstelle. Als dies geschehen war, zog er sich selbst heraus.
„Die Strahlung fällt wieder etwas. Wir haben nun wieder fünf Minuten Spiel, das reicht für eine Evakuierung!“ Strautmann sah zu ihrem leblos dahin schwebenden Techniker hinein. „Verdammt, Antani, verdammt.“
Dennar aber sah noch etwas anderes. Auch Sarem schien es zu sehen, denn er streckte die Hand aus und deutete auf die Schnittstelle.
Unendlich langsam schob sich der Techniker wieder auf die Schnittstelle zu. Die behandschuhte Rechte griff in den Partikelstrom hinein. Die Fingerkuppen berührten die Folie.
Wie in Zeitlupe begannen sich die Finger zu krümmen. Die Folie dellte ein, spannte an den Seiten… Und riss.
Lauter Jubel brandete auf, als die Strahlung noch weiter zurückging.
„Sieben Minuten!“, rief Strautmann aufgeregt. „Der Junge hat uns das volle Evakuierungsfenster zurückgegeben! Wäre sein Arm nicht in der Schnittstelle, könnten wir sogar die ARCHE retten!“
Als hätte sie damit ein Kommando gegeben, glitt der Helm des Technikers auf. Die Luft innerhalb des Anzuges schoss heraus und gab dem Anzug einen Bewegungsimpuls mit, fort von der Schnittstelle.
„Jetzt hat er wirklich alles gegeben“, hauchte Kassia ehrfürchtig. Ihre Hände berührten das Schutzglas. Sarem stand hinter ihr und hielt sie fest an sich gedrückt.
„Die Strahlung pendelt sich auf das Niveau ab, das wir mit den Anzügen kompensieren können. Die ARCHE wird nicht explodieren.“
Maren Strautmann ging zum Schrank mit den Anzügen und suchte sich einen heraus. „Ich gehe unseren Helden da raus holen.“
„Ja, das ist er wohl.“ Dennar starrte hinein in die Schnittstellenkammer. „Er hat uns allen das Leben gerettet. Ein wahrer Held…“

Mittwoch, 5. Dezember 2012

2.222 - noch 'ne Schnapszahl, diesmal bei Crimson Skies: Next Order

Und das ist besonders ironisch, denn bei Crimson Skies, einem Flieger-Szenario, das in Nordamerika spielt, spielt die Prohibition eine wichtige Rolle. ^^

Na, wie auch immer, nach dem zweitausendsten Aufruf sind wir also jetzt bei der Schnapszahl angelangt; anscheinend bin nicht nur ich der Meinung, dass die Geschichte dieses faszinierenden Universums noch lange nicht zu Ende erzählt ist. Und dass es viel zu wenige offizielle Bücher gibt. Leider.
Um es mal kurz zu umfassen: Crimson Skies spielt nach den Grippewellen in den USA. Das Land ist in Diadochen zerfallen, die teilweise Kanada mitgerissen haben... Die ganze Welt sieht anders aus, zum Beispiel heißt der Erste Weltkrieg nun "Großer Krieg", und in Deutschland führt Reichskanzler Adolf Hilter für Kaiser Wilhelm den Zweiten die Staatsgeschäfte, während sich in Russland Zarentreue und Kommunisten noch immer Gefechte liefern und in Südostasien Japan beginnt, die Finger nach neuen Territorien und Rohstoffen auszustrecken.
Hauptaugenmerk bei Crimson Skies: Interkontinentale Wege, seien es Zugverbindungen oder Highways, wurden zugunsten des schnelleren und sichereren Luftweges aufgegeben. Flugzeuge und Zeppeline beherrschen den Himmel. Aber wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten. Natürlich bevölkern bald Piraten die Lüfte. Ihnen folgen Air Militia und Sicherheitsagenturen, und der blaue Himmel steht bald in Flammen. Fliegerei ist so wichtig, der Rest der Welt erhebt sich ebenfalls per Zeppelin in die Lüfte... Und in der Piratenstadt Sky Haven in den Rocky Mountains sammeln sich Gut und Böse auf ein Bier oder einen Scotch...
In dieses Szenario platzt ein desertierter deutscher Luftwaffenpilot, der durch einen Verwandten seiner französischen Mutter unter Spionageverdacht geriet. Die Geschichte seiner ersten Reise, noch unter Conal Andrew Thomas Shannon (Eigenszenario meines Freundes Lucas Cunningham), gibt es leider nicht mehr zusammenhängend. Aber auf diesem Szenario aufbauend, entwarf ich mein eigenes Szenario und stürzte meinen deutschen Luftwaffenpiloten unter dem Namen Dave Stone erneut in das Gerangel der Nationalstaaten.
Dabei wird er von einem deutschen Agenten unterstützt, der ihn eigentlich töten soll...

Geschrieben habe ich das Ganze mit Tyr Svenson, der den Part des deutschen Agenten Ernst Stahl übernommen hat. Das Ergebnis ist diese Geschichte, die mir viel Spaß gemacht hat. Und ich schließe es nicht aus, hier noch mal zurückzukommen.

Dienstag, 4. Dezember 2012

6.666 - Konoha Side Stories

Ja, richtig gelesen. Die Konoha Side Stories auf Fanfiktion.de haben eine Schnapszahl erreicht. Und was für eine. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 6.666 Aufrufe. Ausgeschrieben sechstausendsechshundertsechsundsechzig. Wow. Und ich meine: WOW!

Damit bleibt meine Naruto-Fanfiction die meistgelesene meiner Geschichten und Gedichte auf Fanfiktion.de. Dazu kommen einhundertsiebenundzwanzig Reviews, was sie auch zu meiner meistbewerteten Geschichte macht. Das sind allerdings nur zwölf Reviews mehr als am 29.10., als KSS die Sechstausend erreicht hat... Etwas mehr Kommentare dürfen es schon sein, liebe Leser. Und ich denke, bei diesen Aufrufzahlen habe ich nicht nur Fly by-Leser, sondern auch solche, die alles von A bis Z lesen. Nur zu beim Kommentieren. Ich beiße nicht, und ich freue mich über jeden Review, egal ob hier auf meinem Blog, auf TWOBT.de, oder eben auf FF.de. Versprochen.

Ach, und wenn ich gerade dabei bin: Da weder die Sache mit der Werbung, noch die Flattr-Geschichte überhaupt nur ansatzweise geklappt haben, bleiben mir, um mein Schreiben zu unterstützen, ironischerweise nur meine Bücher, die ich als gedruckte Versionen oder als eBooks anbiete. Also, wenn Euch mein Stil gefällt und Ihr mich gerne lest (und nicht wie Stinkstiefel, Nenos, Stokosam und Nathan bereits alle bisher erschienenen Bücher von mir habt), beschenkt Euch zu Weihnachten selbst und kauft meine Bücher. ^^V
Verkaufslinks links in meinem Blog, ganz oben. :D

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin.

Montag, 3. Dezember 2012

Schnapszahl bei Belongo

Es ist mal wieder soweit. Belongo,  die Geschichte um eine fiktive Diamantenmine in einem fiktiven Afrika, hat jetzt 2.222 Aufrufe erreicht. Das hat nur vierundzwanzig Tage gedauert und spricht für ein großes Interesse an der Geschichte. Damit zählt Belongo nicht nur zu meinen meistgeklicktesten Geschichten auf Fanfiktion.de, sondern mit vierundachtzig Kommentaren zu den meistkommentierten. Das macht übrigens sieben Reviews mehr als beim Zweitausender am 9. November diesen Jahres. Und dabei habe ich in der Zeit nur eines, höchstens zwei Kapitel geschrieben. Worum geht es? Knapp und deutlich, zwei Brüder aus Deutschland beschließen, eine unbekannte Diamantenmine in Zentralafrika in einem auszubeuten, und, damit sie in Ruhe arbeiten können, ihre "Nachbarn" zu bestechen. Das Unternehmen läuft etwas aus dem Ruder und die "Bestechungen" fallen immer großzügiger aus, was die Deutschen und ihre Company sehr beliebt macht. Zugleich aber werden sie in einen militärischen Konflikt hineingezogen, in den schließlich auch noch die USA eintreten...
Spannung ist garantiert. Wer meinen Schreibstil und meinen Humor mag, wird auf seine Kosten kommen. Allerdings ist es reichlich blutig und direkt, das nur mal als Warnung.
Viel Spaß beim Lesen der bisher vierundzwanzig Kapitel.

Wie immer gilt natürlich: Vielen Dank für die vielen Klicks und Reviews, liebe Leser, und gerne mehr von beiden.

Und, weil es mittlerweile obligatorisch ist, am linken Rand meines Blogs findet Ihr wie immer die Links zu meinen Kaufbüchern in gedruckter und eBook-Form.

Edit am späten Nachmittag: So. Nun hat es auch meine Full Metal Panic!-Fanfiction FMP: Nordatlantik über die Zweitausender-Grenze geschafft. Und das, obwohl ich schon seit über zwei Jahren nicht mehr dran geschrieben habe. Ich schätze, das gehört ganz oben auf meine To do-Liste.

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin.

Freitag, 30. November 2012

Wind of Change

Seit einiger Zeit verfolge ich die derzeitige Debatte um Offshore-Windparks, Windenergie, EE-Umlage, Trassenverlängerung, und, und, und. Der Konsens, den unsere uninformierten oder meinetwegen gleichgeschalteten Zeitungen und Medien dazu bringen ist: Der Verbraucher muss zahlen. Ich frage mich, wieso.Immer wieder blitzt in der Debatte um den Strom auf, das Windparks zwangsabgeschaltet werden müssen und das jemand die Windparkbesitzer für den Verdienstausfall entschädigen muss. Ab hier setzt mein eigenes Denken ein, und ich frage: Wieso?

Tatsache ist, das es auch in Deutschland nur eine begrenzte Zahl an Verbrauchern gibt. Tatsache ist, das wir ins europäische Stromnetz einspeisen. Tatsache ist, dieses Netz verträgt bei Verbrauchern auf einer Seite und Produzenten auf anderer Seite nur eine gewisse Menge produzierten Strom, und das bedeutet, dass im Ernstfall Stromkraftwerke hinzu-, oder abgeschaltet werden müssen, um das Netz zu stabilisieren.
...sacken lassen.

Worauf will ich hinaus? Nun, Deutschland hat die höchsten Strompreise in Europa, und dabei ist die versteckte Subvention der Atomenergie NICHT mit eingerechnet, denn die erfolgt über Zahlungen der Bundesregierung, nicht über den Strompreis.
Deutschland produziert auch mehr Strom, als es eigentlich verbrauchen kann und exportiert Überschüsse ins Ausland. Selbst im Zeitalter abgeschalteter Atomkraftwerke.
Fazit: Wir haben mehr Strom, als wir verbrauchen können.
...sacken lassen.

Nun macht aber auch eine andere Information die Runde. An der Strombörse, wo sich die Produzenten von Strom ihre Stromnutzungsmengen zuschieben, ist der Strompreis schon lange gesunken, aber an den Verbraucher wird nichts weitergegeben. Im Gegenteil, er soll mehr bezahlen, und auch noch über den Strompreis die Subvention der Erneuerbaren Energien und den Ausbau des Stromnetzes tragen.
...sacken lassen.

Also, ich fasse zusammen: Deutschland hat mehr Strom, als es benötigt. Deutschland trägt dazu bei, das europäische Stromnetz zu stabilisieren, indem es seine Überschüsse weitergibt. Selbst nachdem etliche KKW abgeschaltet wurden, haben wir mehr als genügend Strom. In einem normalen Markt, der sich selbst reguliert, würde das bedeuten, das der Strompreis fällt. Ein höheres Angebot als Nachfrage bedeutet automatisch Preiskampf der Anbieter und bessere Preise für den Endverbraucher. Warum geschieht das nicht in Deutschland? Nun, einerseits, weil die derzeitige Bundesregierung ihr Bestes tut, wieder mal etwas als "alternativlos" zu verkaufen, und andererseits, weil die großen vier Energiekonzerne in Deutschland, E.ON, Vattenfall, EnBW und RWE ein sogenanntes Oligopol bilden; sie beherrschen zu viert den Strommarkt in Deutschland und diktieren die Preise. Klar gibt es viele kleine Anbieter, Stadtstromwerke und ausländische Anbieter, oder einfach nur Firmen, die große Kontingente Strom kaufen, ohne ihn zu produzieren, um ihn günstig an Endverbraucher abrechnen zu lassen, Yello zum Beispiel. Der Strom ist dabei übrigens IMMER der Gleiche. Unterschiedlich ist nur der Preis. Nun gibt es in Deutschland keine große Wechselmentalität beim Stromanbieter. Die großen Vier können sich einigermaßen zuverlässig darauf verlassen, dass ein Stromkunde zeitlebens bei ihnen bleibt. So kann man natürlich sehr gut und sehr bequem Geld verdienen. Und durch den Aufkauf örtlicher Versorger lässt sich das Oligopol gut weiter ausbauen. Ihr könnt Euch sicher meine Überraschung vorstellen, als ich erfuhr, dass das Überlandwerk Leinetal, mein Versorger, mittlerweile mehrheitlich E.ON gehört. Ich wette, die meisten Stromkunden der ÜWL wissen das nicht und halten damit E.ON aus falsch verstandener Loyalität zu ÜWL die Stange.

Nun gibt es noch einen Punkt, der an mir nagt. Sieben Kernkraftwerke, aber elf Reaktoren wurden vom Netz genommen und sollen es auch bleiben. Für elf Reaktoren wird man in Zukunft keine Uran-Brennstäbe mehr kaufen müssen; für den Strom aus elf Reaktoren muss keine versteckte Subvention mehr fließen; für elf Reaktoren müssen keine Brennstäbe mehr in La Hague aufgearbeitet und kein Atommüll entsorgt werden. Für elf Reaktoren muss kein Strom bezahlt werden! Und? Wieso sinkt der Strompreis dann nicht, wenn genügend Strom da ist, und die Subventionsmaschinen eigentlich im Rückbau sein müssten? Weil die großen Vier es so wollen. Und weil die Bundesregierung das deckelt. Ich bin sicher, ein "Spezialist" kann mir in großen Worten und farbigen Schilderungen gut erklären, warum das so ist und so sein muss und so bleiben muss. Einerseits, ich verstehe es trotzdem nicht. Die Betriebskosten für elf Reaktoren fallen weg. Puff. Die Kosten für den Strom, den sie produziert haben, fallen weg. Bleiben noch die Kosten für die Mitarbeiter und den Rückbau (den die Betreiber zurückzulegen staatlich verpflichtet sind). Nichts.
Stattdessen bombardieren uns alle Zeitungen damit, dass die Preiserhöhung kommt... Definitiv. Und sie sagen uns auch, dass der böse Wechsel zu erneuerbaren Energien schuld ist.
...sacken lassen.

Da bleibt eigentlich nur eines: Die Macht des Oligopols brechen. Und das geht nur mit einem Anbieterwechsel. Nur wenn eine große Gruppe Personen von den großen Anbietern zu den Abrechnern wechselt, um Stromkosten zu sparen, wird sich auch der Strompreis für alle anderen bewegen. Klar, es gibt viele Tarife, viele Anbieter, es ist alles so unübersichtlich. Und es ist so bequem, einfach bei dem zu bleiben, was aus meiner Steckdose kommt, und dann warnen die Zeitungen auch immer über unseriöse Geschäftspraktiken der anderen Stromanbieter...
Aber mal ganz ehrlich, in unseren Zeiten, kann man sich da Bequemlichkeit noch leisten? Ein Wechsel könnte durchaus das wettmachen, was uns bei den großen Vier auf den Strompreis aufgeschlagen werden soll, eventuell erheblich mehr. Auch hier gibt es Preisvergleich-Websites und Tarif-Vergleiche. Klar muss man ab sofort ein wenig mitdenken, anstatt wie gewohnt immer mit dem gleichen alten Anbieter abzurechnen. Aber ganz, ganz ehrlich: Zahlt Ihr lieber mehr, und das freiwillig, nachdem Ihr wie unmündige Kinder genasführt wurdet? Dann soll das wohl so sein.
Ich werde jedenfalls bei der nächsten Vertragsverlängerung zuerst mal die Tarifseiten im Web konsultieren, bevor ich mich wieder auf E.ON einlasse. Garantiert. Auf das der Strompreis fallen möge.

Und wisst Ihr, liebe Leser, was das Ironische an der Geschichte ist? Abgesehen davon, das wir Verbraucher durch Energiespar-Modi an Haushaltsgeräten, Energiesparlampen und vieles mehr Strom einsparen und deshalb eigentlich weniger als mehr für Strom bezahlen müssten: Strom wird in Deutschland subventioniert. Nicht für den Verbraucher, sondern für die Produzenten und die Industrie. Dabei gibt es mehr zivile Verbraucher als geschäftliche... Wirklich, der einzige Ausweg ist ein Anbieterwechsel.