Mittwoch, 28. Januar 2009

The great Song of Evolution

Es ist jetzt genau zwei Tage her, seit ich auf GMX.de/Web.de einen Artikel über den Ursprung der Arten gelesen habe. Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam hatte laut des Artikels herausgefunden, das sich höhere und niedere Lebensformen bereits sehr viel früher voneinander getrennt hatten als bisher angenommen... Und dass damit die niederen Lebensformen nicht zu unseren Vorfahren gezählt werden können.
Soweit, so gut. Alles an sich ist das eine wertfreie Aussage einer schlichten wissenschaftlichen Arbeit. Sie sagt eigentlich nur zwei Dinge aus: Die Existenz von niederem und höherem Leben, wobei dieses durch Komplexität getrennt ist, und einen gemeinsamen Vorfahren. Ging man bisher davon aus, die höheren komplexeren Arten würden direkt auf dem "niederen" Leben basieren, sagen die deutsch-amerikanischen Forscher lediglich, dass es einen gemeinsamen Vorfahren gibt, also die Abspaltung früher erfolgte. Was in diesen Erdzeitaltern schon ein paar Millionen Jahre ausmacht.

Warum schreibe ich darüber? Nun, weil ich die Kreationisten schon hören kann, wie sie voller Hohn darauf hinweisen, pochen und rufen: Das haben wir doch gleich gesagt.
Was sind Kreationisten? Es gibt verschiedene Untergruppen von ihnen. Einige behaupten, die Erde sei der Mittelpunkt des Universums, andere denken an eine sphärische Existenz der Erde, in der Sonne, Mond und Sterne am Horizont quasi befestigt sind, einige vertreten auch das Scheibenweltprinzip... Die meisten jedoch denken in etwas weniger kleingeistigen Maßstäben und sagen schlicht, die Erde sei erst rund zehntausend Jahre alt, und Gott hätte alle Arten so wie sie heute sind, erschaffen.
Als Beweis für ihre Thesen führen sie sehr gerne das Auge an, das ihrer Meinung nach zu komplex aufgebaut ist, um natürlich entstanden sein zu können. Das arme Auge. Bis es den Punkt erreichte, dessen Nutznießer wir Menschen heute sind, hatte es einen weiten Weg zu gehen, der mehrere hundert Millionen Jahre in die Vergangenheit zurückreicht und unter primitivsten Bedingungen begann, beim schlichten Unterscheiden zwischen hell und dunkel.
Auch der Mensch wird zu gerne als Beispiel als Ganzes gesehen, der ja nach der Bibel nach Gottes Ebenbild erschaffen wurde. Ein derart komplexer Organismus soll sich durch Zufall entwickelt haben? Unmöglich. Und in der Bibel steht es ja auch so.
Was ist denn, fragen Kritiker die sich ernsthaft damit auseinander setzen, mit dem Grand Canyon? Der ist mehrere Millionen Jahre alt!
Antwort: Durch die Sintflut entstanden.
So geht es dann auch nahtlos weiter. Karbon-Analyse zur Datierung von Fossilien?
Ist von Menschen erschaffen worden und deshalb mit Fehlern behaftet, kann also nicht funktionieren.
Bestimmung geologischer Proben?
Gott hat die Erde extra so gemacht, damit die Geologen glauben, die Erde wäre sehr viel älter.
Dinosaurierknochen?
Die Biester haben nie wirklich gelebt. Auch die hat Gott in die Erde gelegt...

Und so weiter, und so fort. Eine sehr ermüdende Form der Diskussion, vor allem bei rechthaberischen Menschen, die uneinsichtig sind und sich auf jeden vermeintlichen Fehler stürzen, um ihren eigenen Standpunkt zu stützen. So auch in diesem Fall: Haha, sogar die Wissenschaft sagt, wir stammen nicht von den niederen Arten ab!
Das hat das deutsch-amerikanische Forscherteam zwar nie gesagt, sondern lediglich die Abspaltung vordatiert (was auch erst noch bewiesen werden muss), und außerdem pinkeln sich die Kreationisten damit ans eigene Bein weil sie mit dieser Argumentation die Evolution indirekt anerkennen, aber wenn sie diesen Fakt nur fest genug verdrängen wird er für die gottlosen Wissenschaftler schon zum Stolperstein, und zur Rettung der armen, in die Irre geführten Menschenseelen ist es nur noch ein kleiner Schritt.
Ihr seht also, der fanatische Aspekt des Kreationismus ist ein Problem, vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass es in Amerika gestattet wurde, die Evolutionslehre und die Lehre vom Intelligenten Design parallel lehren zu dürfen, wenn das Intelligente Design nicht gleich einzige Lehrmeinung wurde. (Intelligentes Design bezieht sich auf den Kreationismus und behauptet, alles ist durchdacht und kalkuliert direkt von Gott erschaffen worden, es gibt und gab keinen Wettkampf zwischen den Arten, und alle die es behaupten sind auf dem Holzweg.)

Zum besseren Verständnis meiner Ungläubigkeit und meines Entsetzens diesem Thema gegenüber möchte ich zwei Geschichten zum Besten geben. Eine habe ich wirklich erlebt, die andere im Fernsehen gesehen.

Geschichte eins: Seit ein paar Jahren bin ich auf der größten deutschen Anime-Community Animexx.info angemeldet. Dort war ich bereits in mehreren so genannten Zirkeln tätig und habe vielfältige Menschen kennen gelernt. In einem Zirkel, in dem vielerlei Themen erörtert werden können, stieß ich dann tatsächlich auf eine Diskussion zur Entstehung der Arten, an der sich eine deutsche Anhängerin des Intelligenten Designs beteiligt hat. Nun, was soll ich sagen, die junge Dame war "präpariert worden", oder um es verständlicher auszudrücken, ihr waren jede Menge Argumente in die Hand gegeben worden, die wissenschaftlich belegbar klingen.
Nun beginnt mein Dilemma. Besagte junge Dame behauptete in dem Thread, die Evolution hätte so gar nicht statt finden können, weil es die sogenannte Ursuppe gar nicht gegeben hat. Experimente hätten gezeigt, dass man diese Ursuppe, also jenen Pool aus primitiven Aminosäuren, Wasser und ultraviolettem Licht gar nicht dazu bringen konnte, primitives Leben zu erschaffen. Zu meiner eigenen Unrühmlichkeit muss ich sagen, ich bin darauf rein gefallen. Oh, ich habe den Standpunkt der Evolution verteidigt, habe Erklärungen gefunden, ihren Standpunkt nachhaltig erschüttert, aber nicht einhundert Prozent widerlegen können. Aufgegeben habe ich nie und zumindest ein Patt erzielt. Jetzt, ein Jahr später, stieß ich zufällig auf einen Artikel, der die wissenschaftliche Erstellung der Ursuppe zu Studienzwecken behandelte. Dort wurde das - übrigens jedes Mal höchst erfolgreiche - Experiment nicht nur beschrieben, sondern als Standardversuch für Studenten im ersten Semester beschrieben.
Fakt ist also: Die junge Dame hatte die Argumente in die Hand bekommen um Menschen mit wenig Hintergrundwissen in die Ecke zu treiben. Mit einem Wort: Mich.
Das ist ihr auch gelungen. Hätte ich damals schon zu diesem Vorwurf recherchiert anstatt ihre Worte für bahre Münze zu nehmen, hätte ich schon damals dieses unsägliche Argument entkräften können. Aber genau in diesem Moment bin ich sicher, dass sie darauf geantwortet hätte: "Das sind doch nur Behauptungen! Solange ich bei einem solchen Experiment nicht selbst dabei bin und sehen kann, dass es funktioniert, bleibt das Quatsch." Damit hätte sie wahrscheinlich sogar richtig gehandelt, aber das ändert nichts daran, dass zehntausende Physik- und Chemie-Studenten sie jedes Jahr auf Neue widerlegen. Dennoch wäre sie in diesem Punkt uneinsichtig geblieben, weil sie glauben will, was sie glaubt. Das unterscheidet sie von rationalen Menschen wie mir. Man entschuldige diese Wortwahl, sie ist nicht zur Selbstbeweihräucherung gedacht, sondern zur Differenzierung.

Kommen wir zur zweiten Geschichte. Ein bekannter deutsche Neonazi fährt nach Auschwitz. Was will er da? Ärger machen und den Holocaust leugnen. Jenes Lager, welches ein halbes Jahr vor Kriegsende von der Roten Armee aufgebracht wurde, gilt heutzutage als Synonym für die industrielle Massenabschlachtung von Menschen. Juden, Roma und Sinti, Schwule, Dissidenten und was der damaligen deutschen Regierung im Wege war - ideologisch oder materiell spielt keine Rolle - verschwand dort und wurde in einem raffinierten System liquidiert und in den Krematorien verbrannt. Gerüchte, die mir zu Ohren gekommen sind, und die sich wohl belegen lassen, behaupten, dass die erfolgreiche Massenvernichtung von Menschen nicht bei diesen Menschen gestoppt hätte. Hitler, ein erklärter Verfechter der "Deutschland braucht Lebensraum und muss es den Untermenschen im Osten abnehmen"-Ideologie, hätte sicherlich für die dortige Bevölkerung, die ja auf zukünftigem deutschen Land siedelte, eine bewährte, schnelle industrielle Lösung gefunden: Auschwitz.
Aber zurück zum Thema. Besagter Nazi-Aktivist fährt nun nach Auschwitz. Bei strahlendem Sonnenschein besichtigt er die Gaskammern und stellt eine Behauptung auf, welche den anwesenden Menschen ins Herz fährt. Er sagt: "Zyklon-B hinterlässt aber Ablagerungen an den Wänden. Davon sehe ich hier nichts."
Diese wenigen Worte reichen erstens, um ihn als Leugner des Holocausts zu identifizieren (nebenbei als Feigling, das ist aber meine persönliche Meinung), und zweitens, um die Menschen zu entsetzen. Sie sind in der wirklich unangenehmen Lage, zwar die historischen Zusammenhänge zu kennen - Auschwitz, Gaskammer, Zyklon-B, Krematorien - die von russischen und auch westlichen Kamerateams wieder und wieder protokolliert wurden, aber ihnen fehlt selbstverständlich ein Detailwissen. Hinterlässt Zyklon-B wirklich Ablagerungen an den Wänden? Und sind diese nach fünfzig Jahren noch zu sehen? Vor allem bei Gebäuden, deren Türen und Fenster schon vor Jahren ausgebaut wurden, also deren Innenräume Wind und Wetter jederzeit ausgeliefert sind? Sie können es nicht wissen, und ich habe auch nicht versucht zu recherchieren, ob der Mann Recht hatte. Wozu auch, die Beweise für die rücksichtslose Massenvernichtung von Menschen sind auch so überreich vorhanden, auch ohne dass sich Zyklon-B-Rückstände an den Wänden erhalten haben. Aber in diesem Moment hatte er mit einem ausweichendem, nicht sofort widerlegbaren Argument die Menschen im Griff, fassungslos. Nicht unbedingt davon überzeugt, dass der Holocaust gar nicht stattgefunden hat, aber erschrocken und mit einem eher unwichtigen Detail an die Wand gestellt. Denn dies ist eine Behauptung, die auch ein Fremdenführer nicht so ohne weiteres hätte widerlegen können.

Vielleicht ist es etwas hart, eine Geschichte über Kreationisten mit der über einen Nazi, der den Holocaust leugnet, zu vergleichen. Aber mir geht es nicht unbedingt um die Themen an sich, mehr um die Perfidität des Missbrauchs eines Details. Darin waren sich beide Argumentationen gleich. Und auch in einem anderen Aspekt gleichen sie sich und lohnen sich, bis zum Letzten bekämpft zu werden: In beiden Fällen sollte Wissen durch glauben ersetzt werden. Und das kann ich nicht zulassen.

Die Lehre für mich und für uns alle? Einfach. Solltet Ihr jemals in einer Diskussion, einer Situation oder in einem Hinterhalt einem solchen ungerechten und mit unfairen Mitteln geführten Hieb durch ein Argument ausgesetzt sein, das Teile Eures säkularen Weltbilds zerstören soll, und könnt Ihr es nicht widerlegen, dann heißt die Devise: Argument notieren, verabschieden und nach erfolgreicher Recherche zurückschlagen.

Mittwoch, 21. Januar 2009

Vielschreiberei 2

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Ich widme mich in meinem Blog tatsächlich wieder einmal meiner Arbeit als Hobby-Autor. Zwischen der Vereidigung von Barry Obama und dem Wahldebakel der CDU in Hessen (ja, Wahldebakel, denn Frau Westerwelle wird den ultralinken Koch für ihre Beteiligung an der Landesregierung noch ordentlich bluten lassen) habe ich tatsächlich mal wieder etwas fertig gekriegt.

Hiermit verkünde ich voller Stolz, dass ich Die Catrek-Chronik: Conrad IV beendet habe.
Diese Geschichte, die ich ursprünglich begonnen habe, um einer begabten jungen deutschen Mangaka eine Vorlage für einen Manga zu liefern, hat damit ihr drittes Sequel erfolgreich hinter sich gebracht. Ich bin recht zufrieden, wenn ich den Text betrachte, vor allem wenn man bedenkt, wie lange ich für die paar Seiten insgesamt gebraucht habe.
Lesen kann man Conrad IV und die drei Vorgeschichten, indem man dem Link links neben den Blogeinträgen folgt. Viel Spaß dabei, und vergesst nicht, ich freue mich über jede Meinung.
Neues auch vom Manga. Nachdem Kuraiyami (Julia Krebs) bereits Conrad I sehr gut umgesetzt hat, arbeitet sie nun am wesentlich längeren und Actiongeladenen zweiten Part. Erste Skizzen haben mich schon erreicht, und ich freue mich wirklich auf die erste Seite des neuen Mangas. Wer weiß, vielleicht inspiriere ich sie ja auch mit der neuen Folge. ^^

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass das Konzept von mir und Kuraiyami gemeinschaftlich erstellt wurde. Ehre wem Ehre gebührt.

Sonntag, 18. Januar 2009

DNA is not a german word...

Es ist noch nicht allzu lange her, da habe ich mich auf die Seite der multikulturellen Sprachvielfalt im Deutschen gestellt. Da habe ich mich offen dazu bekannt, dass Lehnwörter nicht nur ins Deutsche einfließen dürfen, sondern sogar MÜSSEN.
Der Kabaretist Thomas Freitag hat das mit seinem Bühnenprogramm noch weit deutlicher auf den Punkt gebracht.
Anhand des berühmten Schiller-Gedichts "Die Glocke" präsentierte er sämtliche Lehnwörter fremder Sprachen, die hierfür verwendet wurden - prompt war das Gedicht um ein Drittel kastriert. Die anschließende Fassung mit rein urdeutschen Begriffen war nicht nur unfreiwillig komisch. Da neigt man doch zu sagen: Ich fasse mir lieber weiterhin an die Nase als an den Gesichtsriechzinken, bleibe cool statt kühl und tippe weiterhin meine Gedanken in die Tastatur statt in meine Rechnerschreibhilfe... Ja, staunt nur, Tastatur ist ein italienisches Lehnwort. Und bei Rechnerschreibhilfe bin ich mir nicht so sicher, ob das wirklich deutsch ist.

Aber nun kommt der große Umkehrschluss, die große Wende, der Punkt an dem ich für die Reinerhaltung der deutschen Sprache kämpfe und mit hochrotem Kopf und pulsierender Stirnader auf die Barrikaden steige. Habe ich meinen Glauben an die Vielseitigkeit einer lebendigen Sprache aufgegeben? Bin ich nun ins Lager der meist unwissenden und häufig selbst ernannten deutschen Sprachexperten gewechselt? Wurde ich Paulus zum Saulus?
Weit gefehlt. Aber ein englisches Lehnwort, das uns mehr und mehr unterminiert, treibt mich zur Weißglut. Warum? Weil Menschen und Medien es benutzen, ohne sich bewusst zu sein, dass es eigentlich ein englisches Wort ist! Dabei kann man nicht einmal davon ausgehen, dass die Menschen es nicht wissen oder erkennen können, wie dies bei Nase, Meister oder Tastatur der Fall ist. Nein, denn es handelt sich um eine Abkürzung, und anscheinend macht sich niemand mehr die Mühe, diese Abkürzung vollständig auszusprechen oder wenigstens vollständig zu lesen, denn dann würde einem ja der Fehler bewusst werden...
Wovon ich spreche? Von der DNA.
Ja, genau, dieses merkwürdige Zeug mit den Aminosäuren, der Doppelhelix und den Auswirkungen auf den eigenen Körper. Ja, das Zeug, das mit AIDS zu tun hat. Oder vielmehr andersherum, AIDS hat mit der Doppelhelix des genetischen Codes zu tun.
Wo ist mein Problem? Nun, sprechen wir das Wort doch einmal aus. Okay, okay, euch arme Leser möchte ich nicht überlasten, also belassen wir es beim lesen. Ausgesprochen heißt es Desoxyribonucleinacid. Ja, das ist wieder so ein Mörderwort aus der Biologie und bezeichnet Aminosäuren und Doppelhelix und so... Das Problem liegt nur in den letzten vier Buchstaben. Acid. Den englisch sprachigen Lesern meines Blogs wird nun ein Licht dämmern. Hey, das ist doch englisch für Säure!
Genau. Es ist das englisches Wort für Säure. Das Nuclein innerhalb des Wortes wird übrigens mit c statt mit k geschrieben, was es ebenfalls ins englische rückt.
Nun der Gegenvergleich. Gibt es ein deutsches Wort dafür? Für die Doppehelix und die Erbinformationen und den ganzen Quatsch? Ja. Es heißt Desoxyribonukleinsäure.
Nun kommen die Englisch-Experten wieder zu Wort. Komisch, das ist das gleiche Wort wie DNA, nur eben mit Säure statt mit Acid am Ende. Und ein c wurde gegen ein k ausgetauscht.
Scharfsinnig und richtig bemerkt. Und hier liegt der Hund begraben, die Flinte im Korn und sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Überall sagen die Leute DNA. DNA hier, DNA da, DNA auf Wikipedia.de, dort sogar besonders konsequent, weil es so verdammt richtig klingt...
Und keine Sau merkt am Ende, dass sie eigentlich englisch spricht, wenn sie DNA statt DNS sagt. Das ist das Traurige an der ganzen Geschichte, sie denken sie sprechen das Wort deutsch aus. Dabei ist bereits die Abkürzung englisch.
Nun, der Wikipedia-Artikel ist etwas irreführend, aber er bestätigt meine Worte, liefert allerdings keine Erklärung warum der Autor bevorzugt DNA verwendet, geschweige denn dass er den Begriff näher erläutert. Für mich sehr enttäuschend.
Ich will euch den Link nicht vorenthalten: http://de.wikipedia.org/wiki/Desoxyribonukleinsäure
Zum Abschluss noch ein anderer, wesentlich kürzerer Wiki-Artikel, der mich mit der Welt wieder versöhnt hat... Der aber nicht verhindert, dass weiterhin DNA benutzt wird: http://de.wikipedia.org/wiki/DNA_(Begriffsklärung)

Liebe Leser, versteht mich nicht falsch. Ich will den Medien nicht ihr geliebtes Lehnwort wegnehmen und sie dazu zwingen fortan DNS zu sagen. Aber ich würde mich wahnsinnig darüber freuen wenn sie wenigstens WÜSSTEN, dass sie englisch sprechen.
So, nachdem ich mich abgeregt habe und wieder cool bin, betrachte ich meine Tastatur, um mir an die eigene Nase zu fassen. Aber es musste halt mal gesagt werden.

Freitag, 9. Januar 2009

Diese Geschichte hat nen Bart...

...und Kopftücher. Genauer gesagt neun Bärte und Kopftücher. Nicht ganz gleichmäßig verteilt.
Was war passiert? Neun Amerikaner mit arabischem Emigrationshintergrund wollten mit der AirTrans einen Inlandflug in den USA nehmen. Und sie durften nicht.
Mitreisende hatten dem Flugpersonal berichtet, die neun hätten sich "verdächtig unterhalten", woraufhin AirTrans die Passagiere nicht nur des Flugzeugs verwies, sondern auch einen späteren Weiterflug mit ihrer Airline außer Frage stellte. Das FBI verbürgte sich für die amerikanischen Staatsbürger, die Fluggesellschaft ließ sich aber nicht erweichen und ließ über einen Sprecher erklären, die traditionell arabisch gekleideten Passagiere "hätten sich halt so nicht verhalten dürfen". Eine Entschuldigung erfolgte erst sehr viel später.

Was sagt uns das? Abgesehen davon, dass die Attentäter vom elften September wohl ihr bestes gegeben haben, um als Amerikaner durchzugehen und abgesehen von den teilweise paranoiden Sicherheitskonzepten an amerikanischen Flughäfen (die übrigens regelmäßig ins Lächerliche gezogen werden, weil amerikanische Journalisten sich seit Jahren einen Spaß draus machen, möglichst naturgetreue Waffen- und Bombennachbildungen an Bord von Inlandsflügen zu schmuggeln) und niemals so eindeutig im "Feindbild" aufgetreten wären, kann man von der öffentlichen Meinung einiges lernen. Auf GMX verfolge ich ab und an die Meldungen und die Kommentare dazu. Der Tenor zeigte sich unverständlich, warum ausgerechnet das Land der unbegrenzten Möglichkeiten Quelle dieser Dummheit sein konnte, ein kleiner Teil rief: "Lieber einmal zuviel als einmal zu wenig. Es hätte ja doch was passieren können."
Hätte. Könnte. Würde. Hat aber nicht. Im Gegenteil. Neun Amerikaner wurden an ihrem verbrieften Recht gehindert, einen Vertrag anzutreten, indem der andere Vertragspartner, die Fluggesellschaft, ohne zwingenden Grund zurück getreten war, um mal die juristischen Fakten hinzu zu fügen.
Aber was kann man auch von einem Land erwarten, das nach 9/11 spezielle "Überlebenspacks" für Familien auf den Markt brachte, das im großen und ganzen aus Trockenfutter, Klebeband zum abdichten von Türen und Fenstern gegen Gasangriffe, Plastikhandschuhe und einer Billigatemschutzmaske bestand? Die entsprechenden Firmen sollen an der Paranoia ziemlich gut verdient haben. Oder von einem Land, das mit dem Patriot Act entscheidende Grundrechte beschnitt "um erfolgreich den Terrorismus bekämpfen zu können". Stattdessen führten zwei Kriege dazu, dass sich der erfolgreiche Krieg gegen den Terrorismus nun in einen Krieg gegen das Staatshaushaltsdefizit gewandelt hat.

All dies gipfelte nun darin, das Amerikaner Amerikaner aus Paranoia ungerecht behandelt haben. Ja, wenn es Schwarze, Juden oder Native American gewesen wären, um mal einen bissigen Schwenk in die Satire zu machen, wäre es verständlich gewesen. So aber beschleicht einen der Verdacht, dass die größte Gefahr für Amerikas innere Sicherheit Amerika selbst ist.
Nach den - zugegeben - Paukenschlägen der einstürzenden Twin Towers und dem Bombenangriff auf das Pentagon (wie, das war auch ein Flugzeug? Wo, bitte, war das Wrack? Selbst bei den Twin Towers blieben immerhin die Triebwerke übrig. Also, hat jemand eine Erklärung?), die mit relativ kleinen Mitteln dreitausend Tote sowie einen nicht unerheblichen Hieb gegen die amerikanische Wirtschaft verursachten, hat sich Amerika vor allem selbst geschadet. Alleine die Einschnitte in die von der Verfassung gewährten Rechten sind enorm und hätten ohne die sorgfältig geschürte Panikstimmung niemals eine Mehrheit gehabt.
Kritiker gab es wenige, und wenn wurden sie als unamerikanisch und unpatriotisch niedergeschrien.
Kritiker wie Deutschland und Frankreich, denen die Kriegspläne der USA zuwider waren, wurden - wir erinnern uns alle - als altes Europa abgekanzelt. (Trotzdem steht Deutschland mit viertausend Mann in Afghanistan, soviel also zum Widerstand des alten Europas.) Dubia Bush inspirierte die Öffentlichkeit sogar dazu, zu den French Fries (Pommes Frites) in Zukunft Freedom Fries zu sagen, um die Franzosen für ihre "Feigheit" abzukanzeln. Hat m.E. nicht geklappt und auch nicht gestimmt. Im Gegenteil, vielleicht hat gerade der Widerstand der Atommacht Frankreich schlimmeres verhindert.

Um zum Thema zurück zu kehren, nachdem ich die Trümmer einer einstmals vorbildlichen Demokratie weiter zerredet habe: Kommen wir zurück zu unserer Großfamilie, die nicht mitfliegen durfte, weil man sie des Terrorismus verdächtigt hatte.
Gut, man hat sie aus dem Flugzeug geholt. Das mag der Panik geschuldet sein. Gut, das FBI hat sie überprüft. Das Federal Bureau of Intelligence ist eine Polizeibehörde, sie muss das tun.
Aber sie keinen Anschlussflug nehmen zu lassen, weil "ja doch was passieren kann", ist Schwachsinn und zeigt, wie weit es mit den USA gekommen ist.
Denn angenommen, sie waren wirklich Terroristen (was ich NICHT glaube), so gilt für sie das Gleiche wie für alle anderen Menschen auch. Erst wenn sie eine kriminelle, meinetwegen terroristische Handlung vorbereiten und/oder durchführen, sind sie wirklich auch Straftäter. Zuvor gilt die Unschuldsvermutung. Meines Wissens nach hat sich nichts daran geändert, dass auch amerikanische Gerichte den Angeklagten ihre Schuld beweisen müssen, nicht die Angeklagten dem Gericht ihre Unschuld.
Oder um es mal burschikos auszudrücken: Die amerikanische Freiheit hat sich selbst ans Bein gepinkelt.

Donnerstag, 1. Januar 2009

Im neuen Jahr werde ich..

...reich, berühmt und erfolgreich. Nicht unbedingt in der Reihenfolge, aber alles in allem ist das der Plan. ^^

Nun mal ernsthaft. Wir alle kennen das: Das neue Jahr steht vor der Tür und wir fassen gute Grundsätze fürs neue Lebensjahr, in denen wir bessere, fittere und dünnere Menschen sein wollen.
Genau, die Sachen, die man sich für ein Jahr vornimmt, und dann maximal bis Februar durch hält.
Was mich zu der Erkenntnis bringt, dass man Silvester besser keine Neujahrsvorsätze fassen sollte - sie gehen ohnehin in die Hose. Außerdem zwingt man sich meistens selbst, was die Vorsätze äußerst unattraktiv macht. Ein Teufelskreis.
Also, liebe Leute, ich wünsche Euch ein erfolgreiches 2009 mit vielen Höhen und Tiefen (hauptsächlich Höhen, aber die weiß man erst zu schätzen wenn es auch Tiefs gibt), viel Spaß, Freude, Gesundheit und das eine oder andere Live-Konzert. Und fasst um Himmels Willen keine Vorsätze fürs neue Jahr, wenn Ihr diese Wünsche nicht sang- und klanglos untergehen lassen wollt.
Die erste Zeile dieses Posts sind demnach auch keine Neujahrsvorsätze, sondern Feststellungen.
In dem Sinne: Auf 2009!