Dienstag, 25. Oktober 2011

Das Forum des Science Fiction Club Black Hole Galaxie

Es wird mal Zeit, den SF-Club zu bewerben, in dem ich seit fast zwei Jahrzehnten Mitglied bin, und der mir viele Freunde, neue Eindrücke und eine beträchtliche Erweiterung meiner schriftstellerischen Fähigkeiten verschafft hat.
Genauer gesagt geht es mir diesmal um die Internet-Aktivitäten des Clubs. Wir haben die kleine, feine Homepage, und ein dazu gehöriges Forum.
Abe das Gros des Vereinsleben hat sich bisher grundsätzlich im Hauptfanzine World of Cosmos abgespielt, einen vierteljährlichen gedruckten Zine, in dem Rezensionen, Leserbriefe, Sachartikel und Geschichten ihre Heimat haben. Und das World of Cosmos hält sich ebenso wie der SFC BHG trotz oder gerade wegen dem Internet als kleiner, feiner Club mit Druckerpresse, quasi. Eigentlich ist es ein Kopierer. ^^
Für einen Jahresbeitrag von 25,-€ kann man Mitglied werden, bezieht vierteljährlich das WoC, und alle anderen unregelmäßig erscheinenden Publikationen, so auch das von mir derzeit allein geschriebene Epos Rätsel der Galaxien.

Merkt Ihr was? Ja, wir sind unheimlich stark auf dem Drucksektor vertreten, haben hier Fanzines, die man noch in die Hand nehmen kann, und das ist auch gut so.
Aber wir haben eben auch eine Homepage und ein Forum. Letzteres war lange Zeit eingeschlafen, immer mal wieder kurzfristig reanimiert worden, aber es waren meistens nur die üblichen Verdächtigen unterwegs. Dabei haben wir Black Holer natürlich die Chance verpasst, um auf den neuen Zug Internet aufzuspringen. Es hätte ohnehin außer Frage gestanden, den Druck zugunsten von PDF oder anderen Bildformaten aufzugeben; das gedruckte Zine ist unsere Seele und unsere Identität. Aber die Möglichkeiten und Chancen, die das Forum damals versprach, als es eifriger genutzt wurde - also zu Zeiten, in denen selbst das Internet 2.0 noch jung war - sind leider verloren gegangen. Das möchte ich ändern, und gerne mit diesem Blogpost.

*Räusper*
Im World of Cosmos behandeln wir alle gängigen Science Fiction-Themen, begrüßen Fanfic-Autoren ebenso wie jene, die eigene Werke erschaffen. Die meisten meiner Arbeiten sind irgendwann einmal in einem der bald siebzig WoC's erschienen - also bevor ich sie bei FF.de gepostet habe - und in den gedruckten Zines schlummert mehr als eine literarische Perle voll Faszination. Einige wenige davon kann man auf der Homepage lesen, aber die tatsächliche Zahl an Geschichten hat den Multiplikator hundert.
Im WoC wird SF natürlich favorisiert. Deutsche, amerikanische, britische SF, aber auch russische SF und natürlich die internationalen Klassiker. Und im Forum möchten wir, neben den klassischen Forums-Threads, interaktiver und schneller über die vielen Themen, die uns bewegen, diskutieren.
Jetzt kommt's.
Natürlich sind wir immer froh über neue, begeisterte und aktive Mitglieder für unser Forum. Wir freuen uns über neue Themen und neue Welten, die uns nahe gebracht werden. Auch die alten Themen, die Klassiker wie Perry Rhodan, Star Trek, Babylon 5, Star Wars, und, und, und, sind für uns alte Freunde und brauchen nicht zu kurz kommen. Und auch wer auf den Anime-Zug aufgesprungen ist, hat mit minimal mir, einen begeisterten, kompetenten Ansprech- und Diskussionspartner.
Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere den Weg in unser Forum findet, das gerade wieder mal aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist, und daraus ein heiteres, bewegtes und interessantes Forum macht, um nicht nur den SFC BHG, sondern auch die Science Fiction in Deutschland hoch zu halten.
Also, Leute, wir würden uns freuen, Euch in unserem Forum zu Themen jedwelcher Art begrüßen zu können. Auch Fantasy darf im Forum diskutiert werden.

Gruß
Ace

P.S.: Bitte keine Trolle. Geht dafür ins Galaktische Forum, da gibt es Leute, die sich über Euch echauffieren wollen.

P.P.S.: Stinkstiefel hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich im Forum des SFC BHG nicht unter Ace Kaiser zu finden bin; im Perry Rhodan-Fandom kennt man mich kurz und knapp als Tiff.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

32.000 - da sage ich doch danke.

Wenn es sonst nichts zu berichten oder aufregen gibt, meine auf Fanfiktion.de geposteten Geschichten sind eine sichere Bank. Heute, rund zwanzig Tage nach dem letzte Tausender, erreichten meine Geschichten 32.000 Aufrufe.
Das sind im Schnitt fünfzig pro Tag, und die Zahl meiner Reviews ist - nicht zuletzt dank Stinkstiefels Kommentierfreudigkeit, danke dafür ^^ - auf 264 hochgeschnellt.
Zweiundzwanzig Leser favorisieren mich als Autor, meine Geschichten werden 217x einzeln favorisiert.
Bei vierundachtzig Geschichten und Gedichten, einige davon im Buchformat, kein so schlechter Schnitt.
Deshalb, Bezugnehmend auf den Titel: Da sage ich doch danke. ^^

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin.
Und hinterlasst ruhig mal einen Review.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Irre! BILD wundert sich über Kapitalflucht der Griechen ins Ausland.

Und suggeriert, wenn ich das richtig gelesen habe, dass die Griechen, die ihr Geld kurz vor dem Bankenkollaps "in Sicherheit" bringen, ihr Privatvermögen nicht ins Ausland schaffen dürfen, weil es ja "Griechen-Geld" ist, und das soll gefälligst im Land bleiben. Warum, frage ich mich. Soll das Geld verstaatlicht werden, um griechische Schulden zu bezahlen?
Hm, Deutschland hat auch Staatsschulden, daher finde ich diese Idee der BILD gar nicht mal so schlecht. Warum nicht auch hier? Verstaatlichen wir doch am Besten das Vermögen des Vorschlagenden, um unser Staatsdefizit auszugleichen. Ich meine, wenn BILD schon mal so eine Idee in den Raum stellt, dann ist dem deutschen Steuerzahler das Vermögen der Axel Springer AG mehr als willkommen.
...sacken lassen.
Einmal unabhängig davon betrachtet, wie die rund zweihundert Milliarden Euro zustande gekommen sind, ob es sich um die Privateinlagen der Kleinsparer handelt, oder um die eine oder andere Milliardärs-Million, grundsätzlich ist gegen die Verschiebung des Geldes, z.B. in die Schweiz rechtlich nichts zu sagen. Mag sein, dass hier die Superreichen Griechenlands, die die berühmten fünf Prozent ausmachen und eine Mitschuld an der griechischen Staatskrise tragen, ihr Geld retten wollen.
Mag sein, dass korrupte Ärzte, Anwälte, Architekten, Vorarbeiter, Vorstandschefs, Besserverdiener und Polizisten - auch die nicht korrupten - ihr Scherflein aus griechischen Banken heraus transferieren, bevor sie den Abflug machen, also die Banken jetzt.
Und mag auch sein, dass besagte Banken pleite gehen, weil ihnen nun zweihundert Milliarden fehlen: Es ist nicht strafbar. Korrupt zu sein durchaus. Aber sicher nicht, sein Geld ins Ausland zu schaffen.
Nach deutschem Recht muss auch im Ausland gewonnenes Vermögen in Deutschland versteuert werden. Ich denke, Griechenland ist da nicht viel anders. Wenn die Griechen also ihre Auslandsvermögenswerte gründsätzlich bei der Steuer korrekt angeben, sehe ich hier nur einen Grund für einen Bericht, nämlich dass dieser Aderlass der Banken die Wirtschaft weiter schwächen wird.

Abgesehen davon hält Egghats Blog eine Obergrenze für zweihundertachtzig Milliarden Euro griechisches Auslandsvermögen für realistisch.
Das macht etwa vier Fünftel des Brutto-Inlandsprodukts aus.
Das Geld, über das BILD also berichtet, wird nicht gerade im Moment ins Ausland geschafft, sondern wurde dort schon zuvor investiert. Solange diese Vermögen angemeldet sind, und die Steuern auf die Verzinsung entrichtet wird, ist auch hier alles im grünen Bereich, (Egghats Blog hält etwa 2,6 Milliarden Euro Schwarzgeld für möglich) und es bleibt wieder nur der von mir identifizierte Wunsch der BILD, privates Vermögen zu verstaatlichen. Nicht unbedingt das der Superreichen, nicht die Vermögen der Korrupten (Griechenland hat sehr unter der über Jahre etablierten Korruption zu leiden), nein, es muss das Vermögen "der Griechen" sein.

Es wurde über Griechenland viel geredet und viel diskutiert, und die BILD hat dabei viel gehetzt; zwei ihrer Schmierfinken, die man auch noch Journalisten nennen muss, haben für ihre Hass- und Panik-Kampagne auch noch einen Preis bekommen. Aber zu fordern, dass Privatvermögen herhalten sollen, um Staatsschulden auszugleichen... Ist das nicht durch und durch und in jeder Form... Kommunistisch? Wandelt sich also die alte Mitte-Rechts-Einpeitscherin BILD jetzt in das Kampfblatt der Weltrevolution?
Wohl eher nicht. BILD reitet alles, was sie satteln kann, und wie immer ist sie sich für kein Thema zu schade. Schade ist einzig und allein, dass es Leute gibt, die ihr alles nachplappern.
...sacken lassen.

Bringen wir es mal auf den Punkt. Griechisches Schwarzgeld im Ausland bedeutet die gleichen Probleme wie für Deutschland. Es wird nicht versteuert, der Staat, und damit der Bürger, hat nichts davon. Angemeldetes griechisches Vermögen im Ausland hingegen wird versteuert, der Staat kriegt seinen Anteil, und leistet somit seinen Teil für die Entschuldung des Staates. Griechisches Kapital im Ausland würde auch ein Bankensterben überstehen und hinterher dem Staat weiterhin frisches Kapital einbringen. Und das scheint die einzige Überlebensstrategie für Griechenland zu sein, das von amerikanischen Rating-Agenturen niedergeratet wird, durch Put-Optionen der Investoren-Haie beschossen wird, und dann auch noch schlechte, ungerechte und einseitige Presse kriegt. In Deutschland zum Beispiel, durch die Axel Springer AG.
Um es mit den Worten von Peter Scholl-Latour zu sagen: "Griechenland ist nicht groß und wichtig genug, um deshalb den Euro zu riskieren."
Ich neige dazu, eher diesem großen Journalisten zu vertrauen als den Tintenklecksern von BILD mit ihren Endzeitszenarien.


Und wenn ich schon mal dabei bin: FOODWATCH steht in der Zeitung, und ich finde absolut keinen Grund, die Organisation für ihre neuesten Ansichten zu kritisieren.
Wenn FOODWATCH sich dagegen ausspricht, dass Stiftungen und Fonds in der Lebensmittelbranche investieren und damit Hedgefond-Managern das Kapital in die Hand geben, um Lebensmittel weltweit durch die im Ölgeschäft leidlich bekannten Verbrechen namens Termingeschäfte zu verteuern, und damit Hungersnöte auslösen, dann kann ich FOODWATCH nur Recht geben. Auf der einen Seite gibt es genügend Lebensmittel für alle, aber internationale Finanzwilderei treibt die Preise so in die Höhe, dass die Menschen im Angesicht der Reissäcke verhungern, weil sie sie sich nicht mehr leisten können.
Es ist nicht das erste Mal, dass mit Termingeschäften Nahrung künstlich verteuert wird und z.B. afrikanische Staaten in soziale Unruhen geworfen werden, weil die Rendite wichtiger war als die Menschen. Erst 2008 haben wir das erlebt. Bitte nicht noch mal. Termingeschäfte an sich müssen global verboten werden.

Was ist ein Termingeschäft? Hm, ich bin kein Ökonom, wohl aber Kaufmann, deshalb mein kurzer Abriss zum Thema.
A kauft Erdöl, sagen wir von B. Es geht um die Summe X. Aber das Erdöl wird erst in der Zukunft wirklich gekauft und bezahlt werden. Bis dahin ist es nur in der Bilanz verkauft worden. Aber in der Öl-Produktion des Landes von B wird das Erdöl schon als verkauft heraus gerechnet. Was passiert also: Das Öl ist noch nicht einmal gefördert, geschweige denn bezahlt, aber die Summe X fehlt bereits in der Produktion.
Was wissen wir aus dem kaufmännischen Unterricht? Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Das Angebot wurde um die Menge X verringert, zwar noch nicht bezahlt und auch nicht ausgeliefert, aber das ist dem Markt leider egal. Das Angebot sinkt bei gleicher Nachfrage. Ergebnis: Der Preis steigt.
Nun bezahlt A das Öl und verkauft es für den künstlich erhöhten Preis weiter. Schon hat er durch das Termingeschäft einen besseren Gewinn gemacht.
Natürlich gibt es bei Termingeschäften das Risiko, dass genau das Gegenteil geschieht, nämlich das der Preis fällt, und A das schlechte Geschäft macht. Aber je mehr finanzstarke Investoren sich den Termingeschäften anschließen, desto mehr sinkt die Ölmenge auf dem Markt, und desto höher klettert der Preis.
Das ist mit uns und dem Erdöl in den letzten Jahren geschehen.
So war es aber auch 2008 bei den Lebensmitteln, und so wird es augenscheinlich 2011 wieder bei den Lebensmitteln sein.
Wenn wir Termingeschäfte also verbieten, dann verhindern wir eine künstliche Verknappung der Rohstoffe, und damit eine künstliche Erhöhung der Preise, die wir alle auszugleichen haben. Schätze, es wird Zeit für die Politik, ein paar der Kapitalisten-Haifische da draußen zu schlachten...

Montag, 17. Oktober 2011

Wenn man mal eine Woche nicht bloggt...

Ja, da sammelt sich doch schon einiges an, worüber sich zu berichten lohnt. Oder zu diskutieren. Oder beides.

Der erste Punkt betrifft meinen letzten Blog-Eintrag. Damit habe ich jemanden verärgert. Gut so. Nur wer provoziert, kriegt Reaktionen. Und Reaktionen bedeuten Veränderungen. Es tut mir ein wenig leid, zugegeben, weil ich nicht blamieren will und das hoffentlich auch nicht getan habe. Aber über ein Thema muss gesprochen werden dürfen. Sonst sollte ich das Bloggen besser ganz sein lassen.
Tatsächlich hat es jemand gewagt, anonym einen Kommentar zu schreiben: "Hast Du sonst nichts zu tun im Leben ??"
Mit XXX kann man streiten, ob und wann sie eine Diskussion über Homöopathie wünscht und wann nicht. Und es ist XXX' verbrieftes Recht, meine Texte zum Thema nicht zu lesen.
Anonym jedoch ist ein anderes Kaliber. Er diffamiert mich als Person. Und er übergeht den Wert meiner geleisteten Arbeit. Danke für den Kommentar, aber eine ausführliche Antwort, warum ich Dein Missfallen erregt habe, Anonym, wäre mir lieber gewesen. Darüber hätte man reden können. Andererseits, habe ich es nötig, mit missgünstigen Trollen ohne Kernaussage zu streiten?
Nun, jederzeit. Denn wie Anonym festgestellt hat, habe ich ja sonst nix zu tun, den Mund halte ich eh nicht, und Homöopathie ist Quatsch und funktioniert nicht.
...sacken lassen.

Mir wurde gesagt, ich sei ein Gegner der Homöopathie. Das ist falsch. Ich bin der Homöopathie gegenüber nicht kritisch eingestellt, und ich habe auch nicht das Ziel, gegen sie zu polemisieren. Ich habe schlicht und einfach nachgewiesen, dass sie nicht funktioniert, nicht funktionieren kann. Das ist empirisch, keine Gegnerschaft.
Gut, auch darüber kann man streiten. Und ich mache es gerne.


Man nachdenken, was gab es denn noch? Ach ja, die letzte Woche war angefüllt mit Occupy-Demos nach New Yorker Vorbild. Was ist das? Eine Gruppe Menschen hat in einem Park in der Wall Street gecampt, um gegen die Allmacht und Selbstherrlichkeit amerikanischer Banken zu demonstrieren. In etwa so, wie junge Menschen in Kairo die alte Regierung zu Fall brachten. Oder in Tunis. Oder, wir erinnern uns alle, wie die friedliche Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens, die genau so begonnen haben. Bevor sie von Panzern und Polizei aufgelöst wurden. Blutig aufgelöst wurden.
Parallelen zum letzten Fall gibt es auch. Libyen zum Beispiel, wo die Gewalt aber in einen Aufstand überleitete, der im Moment betrachtet erfolgreich gewesen sein muss. Eventuell. Mal sehen, welches Land für die NATO-Hilfe Ölförderkonzessionen haben will...
Oder Rom. Da ist eine große Occupy-Demo eskaliert. Ein Block aus fünfhundert Vermummten konnte eine kleine Polizeitruppe vertrimmen und anschließend stundenlang wüten und plündern. Aber anstatt das der Vorwurf der "gefährlichen linken Chaoten" laut wurde, um die Occupy-Anhänger als Ganzes zu diffamieren, wurde die Gegenseite gehört, die zwei Dinge vorbringt: Woher kamen diese fünfhundert Vermummten, die es augenscheinlich nur auf Gewalt abgesehen hatten; waren sie eventuelle bestellt, um der Occupy-Bewegung einen schlechten Ruf zu geben?
Warum hat die Polizei bei einer Großdemonstration mit mehreren zehntausend Menschen so unendlich lange gebraucht, und erst nach mehreren Stunden Verstärkung ausgerechnet in die Hauptstadt geschafft?
Der Vorwurf, dass man verletzte Polizisten und zerstörte Läden zur Polemisierung brauchte, erscheint mir bei diesem Hintergrund als wahrscheinlich.
Und Deutschland? Tja, da sitzen die Occupy-Anhänger in Frankfurt und in Hamburg.
Bei einer sich abzeichnenden weiteren Bankenkrise innerhalb von drei Jahren und einer sich abzeichnenden Uneinsichtigkeit in den Chef-Etagen, seine Bank rechtzeitig gegen einen weiteren Crash zu sichern, ist die Wut der Leute verständlich.


Und dann war da noch die Sache mit der ICE-Strecke Berlin-Hamburg, wo man Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit an Weichen und in Schaltschränken gefunden hat.
Grund genug nach einem linken Bekennerschreiben, gleich von linkem Terrorismus zu sprechen. Für einige. Nicht für die Polizei, oder den Berliner Innensenator. Aber für die Zeitung mit den vier großen Buchstaben, und für andere Konservative.
Also, da wurden Flaschen gefunden mit brennbarem Inhalt. So what? Was regen sich da eine Handvoll Leute auf? Wären sie mit Sprengkapsel versehen gewesen, mit irgendeinem Höllenmechanismus, der die brennbare Flüssigkeit gezündet hätte, dann hätte man sicherlich von einem Brandsatz gesprochen.
Ein Fehler, den auch die konservative Presse entdeckt hat. Jetzt sollen auf Bahnstrecken Brotdosen mit Zündern versehen versteckt sein.
(Aber bin ich der einzige, der hier den Hinweis auf Sprengstoff vermisst?)
Und wofür das alles? Um eine linke gewaltbereite Szene zu simulieren, die es gar nicht gibt?
Und wofür noch? Bei einer Diskrepanz von politisch motivierten Gewalttaten, die eins zu zehn ausfällt, eins für linke Gewalt, zehn für rechte Gewalt (plus über hundert Todesfälle, die aus dieser rechten Gewalt resultieren), die uns ganz klar sagt, von welchem Spektrum mehr Gewalt ausgeht, klingt die BILD-Debatte tatsächlich so, als solle der "linke Terrorismus" eine Entschuldigung für rechte Gewalt werden. Ich meine, Terrorismus, das klingt doch gleich nach was.
Nur haben wir hier römische Verhältnisse. Auch in unserer Presse überwiegen die Stimmen, die den gewaltsam herbei geredeten "linken Terrorismus" nicht mal im Ansatz sehen. Eine beruhigende Entwicklung. Beunruhigend aber ist, dass es überhaupt Gewalttaten gibt, die links oder rechts orientiert sind.
Okay, okay, Gewalttaten an sich sind auch schon schlimm genug.


Was war denn noch? Ach ja, Gilat Shalit, der im zarten Alter von zwanzig Jahren entführt worden war, als junger Soldat, am Ghaza-Streifen stationiert, darf - auch durch deutsche Vermittlung - endlich wieder via Ägypten nach Hause. Der Preis hierfür: Die Freilassung von eintausend inhaftierten Palästinensern. Na, da sage ich doch erst einmal herzlichen Glückwunsch an Galit, dass er diese lange Tortur endlich hinter sich bringen kann und zu seiner Familie zurückkehrt. Im Gegensatz zu BILD.de drücke ich die Daumen, dass morgen alles glatt geht.
Und ich gratuliere auch den Palästinensern, die ab morgen die Gefängnisse verlassen können, um zu ihren Familien zurück zu kehren.
Und wenn ich schon mal dabei bin: Liebe Skeptiker und Apokalypse-Prediger. Ausgerechnet Netanjahu hätte diesem Handel nie zugestimmt, wenn er eintausend potentielle Terroristen frei lassen würde, die bereits am Mittwoch frisch bewaffnet für den nächsten Terrorangriff bereit stehen. Dagegen spricht auch, dass Israel fund die Hälfte der zu entlassenden Palästinenser selbst bestimmen darf. Man könnte meinen, der Hamas gehen die Terroristen in israelischen Gefängnissen aus.
Na, Schwamm drüber. Hauptsache, morgen läuft alles. Im Idealfall ist dieser Handel vielleicht der Auftakt für eine neue Gesprächsrunde, gegenseitiges Verständnis, und in letzter Konsequenz für stabilen Frieden in der Region.
*seufz* Man wird doch noch träumen dürfen.


Was war denn noch? Ach ja, die Schröder, also Kristina Schröder, und die von der Leyen, ja, die aus Niedersachsen, streiten sich über eine Frauenquote in deutschen Vorständen. Von der Leyen will die Quote per Gesetz regeln, Schröder hingegen hätte gerne eine freiwillige Selbstverpflichtung. Und die DAX-notierten Unternehmen, die von einem Gesetz betroffen wären, bringen ihre eigenen Vorschläge.
...sacken lassen.
Ich erinnere mich vage, dass es so etwas wie ein Gleichstellungsgesetz gibt. D.h., wenn es zwei gleich gut qualifizierte Bewerber auf einen Posten gibt, dann ist derjenige vorzuziehen, der weiblichen Geschlechts ist. Stark vereinfacht ausgedrückt, denn etwas komplizierter ist es schon.
Hm, mal Gleichberechtigung, Emanzipation und die erschlagende Mehrheit von Männern in Vorständen und Aufsichtsräten außen vor gelassen, genügt es nicht, dem Gleichstellungsgesetz einen Passus mitzugeben, der eine höhere Quote von Frauen in Vorständen regelt? Muss es gleich ein neues Gesetz sein?
Und davon mal abgesehen, was werden die armen DAX-notierten Unternehmen tun, die einfach nicht genügend qualifizierte Frauen für ihre Vorstände haben? Müssen sie dann Alibi-Frauen aus dem mittleren Management nach oben zwangsbefördern?
Ich glaube, das kann nicht im Sinn der Gleichberechtigung und auch nicht im Sinne der Unternehmen sein.
Leute, wir leben in Zeiten des Umbruchs. Macht es den Frauen, die sich berufen fühlen, ruhig leichter, um in Vorstände zu kommen und über deutsche Firmenpolitik mit zu entscheiden. Aber seht ein, dass ein dynamischer, durch sich selbst wirkender Prozess, über den die Frauen in den kommenden Jahren ihre eigene Quote schaffen werden - gerade weil ein vollkommen neuer Schlag von Frauen nachrücken wird, was durch die steigenden Zahlen studierender Frauen offensichtlich ist - mehr wert ist, als eine Alibi-Quote.
Und, Herrschaften, die Geschlechtergrenzen fallen ohnehin. Frauen drängen in Männerberufe, Männer in Frauenberufe. Die Zeiten ändern sich. Und das ist auch gut so.


So, mehr fällt mir auf die Schnelle nicht ein. Da bleibt mir nur noch, allen Lesern einen guten Wochenbeginn zu wünschen.
Bleibt mir treu und lest mich weiterhin.

Edit am Dienstag, dem 18.10.: Schalit ist frei und wurde ägyptischen Behörden übergeben. Ebenso kamen fast fünfhundert Palästinenser frei. Dass die sich da unten überhaupt mal auf was einigen konnten, ist ein Wunder. Vielleicht gibt es ja noch mehr davon. ^^

Dienstag, 11. Oktober 2011

Homöopathie vereinnahmt - eine Untersuchung der Traumeel Salbe durch einen Laien.

Liebe XXX,

da Du dem Produkt Traumeel Salbe so vertraust, habe ich mich hingesetzt, und einmal die Zusammensetzung untersucht. Sicher, es steht homöopathisch drauf, aber mein Fazit ist schon jetzt: der homöopathische Aspekt ist nicht der heilende Aspekt.

Traumeel Salbe, in fünfzig Gramm und hundert Gramm erhältlich. Was sind die essentiellen Bestandteile? In einer Hundert Gramm-Salbe sind 3,405g naturpflanzliche Produkte in verschiedenen Dosierungen. Einige davon sind homöopathisch verdünnt, andere sind in geringen Mengen pur hinzu gefügt. Nun haben die "homöopathischen" Bestandteile der Salbe einen Anteil von nicht ganz dreieinhalb Prozent; aber das macht ja nichts, weil die Verdünnung ja einer der essentiellen Bestandteile der Homöopathie ist. Oder sein soll. Oder beides.

Gehen wir zuerst einmal auf die Hauptbestandteile ein: Emulgierender Cetylstearylalkohol, dickflüssiges Paraffin, weißes Vaseline, gereinigtes Wasser, Ethanol 96,7Vol.-%
Der emulgierende Cetylstearylalkohol ist ein Emulgator, d. h. er sorgt dafür, das sich die anderen Komponenten vermischen.
Dann haben wir dickflüssiges Paraffin. Paraffin, oder auch Bienenwachs genannt, ist ein klassisches Hautpflegemittel.
Nun folgt weiße Vaseline, einerseits als Gleitmittel bekannt, aber wesentlich öfter zur Hautpflege eingesetzt.
Gereinigtes Wasser kommt als Nächstes. Darunter kann ich mir nichts vorstellen; entweder kommt hier irgendeine homöopathische Legende zum Einsatz, oder wir haben es mit destilliertem, d.h. reinem Wasser zu tun.
Zum Schluss Ethanol, und zwar in höchstmöglicher Konzentration. Alles zusammen ergibt über sechundneunzig Prozent Deiner Creme. Wenn ich mir die Hauptbestandteile Paraffin und Vaseline so ansehe, erkenne ich, dass Du es hier von vorne herein mit einem recht simplen, aber darum vielleicht gerade wirksamen Hautpflegepräparat zu tun hast.

Aber kommen wir zum nächsten Schritt. Gehen wir auf die homöopathischen Bestandteile ein.
Hauptbestandteil vom Rest sind 1,5g Arnica Montana, der Arnika, in der homöopathischen Dosierung D3, also eins zu tausend. Wikipedia erklärt diese Dosierung so: Ein Tropfen Lösung auf die Wassermenge aus zwei Schnapsgläsern. Für homöopathische Begriffe eine unglaublich hohe Dosierung. Umgerechnet auf die zwei Schnapsgläser und die 1,5 g Anteil haben wir hier aber schon eine erhebliche Verdünnung. Von dem Wasser, in dem ein Tropfen Tinktur verdünnt wurde, schaffen es ja nur 1,5 g in die Creme. Dennoch ist das in einem Bereich, in dem der Wirkstoff noch nachgewiesen werden kann, sprich selbst wirkt.
Arnika indes ist als Heilpflanze bekannt. Wikipedia weiß dazu zu sagen: "Heutzutage wird Arnika zur äußeren Anwendung bei Verletzungen und bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden verwendet. Die Anwendung ist dabei zugelassen und klinisch belegt."
Wir haben hier also als homöopathischen Hauptbestandteil eine Heilpflanze, dessen Wirkung bei Gelenkbeschwerden nachgewiesen ist. Wenn auch in einer geringen Dosierung.
Die beiden nächsthöchstdosierten Stoffe sind Calendula Officinalis, auch als Ringelblume bekannt, und Hamamelis virginiana, Zaubernuss genannt. Beide sind mit 0,45g vertreten und sind als Urt. gekennzeichnet. Mangels näherer Definition muss ich davon ausgehen, dass sie unverdünnt sind, und damit eigentlich stärker dosiert als die Arnika.
Die Ringelblume gilt als entzündungshemmend und wird als Arznei vertrieben.
Die Zaubernuss ist ebenfalls ein Entzündungshemmer. Darüber hinaus mindert ihre Anwendung den Juckreiz.
Die nächsten beiden, unverdünnten Bestandteile sind mit je einem Anteil von 0,15g auf die ganze Salbe: Echinacea angustifolia, der schmalblättrige Sonnenhut, und die Echinacea purpurea, der purpurne Sonnenhut.
Zur E. Angustifolia weiß die Wikipedia zu berichten, dass sie präventiv gegen Erkältungen und zur Wundheilung eingesetzt wird. Zur E. Purpurea fand ich leider keinen Artikel. Aber da sich beide Pflanzen vor allem dadurch unterscheiden, dass die A. eine Pfahlwurzel hat, und die P. als einziger Sonnenhut nicht, werden die Wirkungen nicht so unterschiedlich groß sein.

Die restlichen Dosierungen erspare ich mir. Ich würde wahrscheinlich noch weitere Naturheilprodukte entdecken, die in immer verschwindend geringerer Form enthalten sind.
Was also haben wir hier? Ein Hautpflegeprodukt, das aus Paraffin und Vaseline besteht, dementsprechend auch gut für die Haut ist. Die Hauptbestandteile Arnika, Ringelblume und Zaubernuss werden in der Naturheilkunde als Heilmittel bei Entzündungen, Rheuma und Gelenkschmerzen eingesetzt, Zaubernuss zudem gegen Juckreiz. Die beiden Sonnenhüte fördern die Wundheilung.
Ich bin kein Experte, aber ich denke, dass die Dosierung, in der diese fünf Komponenten in der Salbe vertreten sind, gerade so noch im wirksamen Bereich liegt.
Mein Fazit: Das macht die Salbe aber leider nicht zu einem homöopathischen Produkt, aber durchaus zu einem guten Naturheilprodukt.

Ich werde Dir jetzt erklären, warum es sich hierbei um kein homöopatisches Produkt handelt, warum also nur Homöopathie drauf steht.
Das Prinzip der Homöopathie seit Hahnemann ist es, dass "Gleiches mit Gleichem" bekämpft wird.
Das bedeutet ganz genau, nicht ungefähr und gewiss nicht vielleicht, dass die fünf Hauptbestandteile der Salbe, von einem Gesunden eingenommen, die Symptome hervor rufen, die sie bekämpfen. D.h. Die Arnika müsste dann, bei einem Gesunden therapiert, Rheuma-Symptome und Gelenkschmerzen auslösen.
Die Ringelblume würde Entzündungen verursachen, und die Zaubernuss darüber hinaus einen unangenehme Juckreiz.
Die beiden Sonnenhüte würden dementsprechend Rötungen, vielleicht auch Schmerzen verursachen.
Diese Wirkung dieser Heilpflanzen ist aber nicht bekannt; nur Homöopathen würden versuchen, einem Menschen mit Hautausschlag etwas Hautausschlagverursachendes zu verabreichen. Für alle anderen sind Arnika und Co. Heilpflanzen, die, richtig eingenommen und richtig dosiert, heilend wirken. Würde die Arnika z.B. Rheuma-Symptome hervorrufen, würde sie in der Naturheilkunde nicht gegen Rheuma eingesetzt werden. Da sie weitaus länger bekannt ist, als es Hahnemanns Homöopathie gibt, nehme ich nicht zu Unrecht an, dass eine solche Wirkung der Arnika nie beobachtet wurde. Im Gegenteil, in höheren Dosierungen wirkt die Arnika zu gut, z.B. eingenommen als Abführmittel oder auch als Stimulans.
Niemand nimmt eine Stimulans ein, die ihm Rheuma beschert.

Ein weiterer und sehr wichtiger Punkt der Homöopathie ist die Dosierung, sprich die potenzierte Verdünnung.
Die potenzierte Verdünnung beginnt bei D1, einem Verhältnis von eins zu zehn. Also die zehnfache Menge Wasser auf eine Einheit Tinktur. D3, also eins zu tausend, (hier wieder der Vergleich von einem Tropfen Tinktur auf zwei Schnapsgläser Wasser) gehört auch noch zu den höheren Dosierungen. Doch bereits D6 bedeutet ein Tropfen Tinktur auf die Einmillionenfache Menge Wasser, D23 rechnet sich eins zu einhundert Trilliarden (d.H. ein Tropfen Tinktur auf die Wassermasse des gesamten Mittelmeers), und D78 wird sogar mit einem Tropfen Tinktur auf die Gesamtmasse des bekannten UNIVERSUMS gerechnet, und dürfte in der Wirkung obsolet sein.
Dabei folgt die Homöopathie dem Grundsatz Hahnemanns, dass eine Tinktur durch die Verdünnung nicht in der Wirkung reduziert, sondern im Gegenteil, potenziert wird. D.h. D78 wäre demnach ein hoch wirksames Medikament, obwohl man den Wirkstoff bei D9 schon nicht mehr nachweisen kann.
Warum also enthält diese Salbe z.B. Arnika in D3-Verdünnung, und die anderen wichtigen Bestandteile unverdünnt? Warum ist die Dosierung, sagen wir einfach mal, gut? Nachweisbar? Die Wirkstoffe in ausreichendem Maße vorhanden, und nicht, wie in der Homöopathie üblich, stark verdünnt, bis das Erinnerungsvermögen von Wasser einsetzt, also die Lehre der Idee, dass Wassermolekühle ihre Positionen so halten, wie der Wirkstoff ihnen eingeprägt hat, auch nachdem er bereits herausdosiert worden ist?

Ich hoffe, ich habe Dir hier einiges zum Nachdenken gegeben. Dir und allen anderen Fans von Homöopathie. Vielleicht habe ich Homöopathie hiermit nicht widerlegt. Das können andere auch viel besser als ich. Aber in jedem Fall hoffe ich, dass Du mir bestätigst, dass Deine Salbe zwar Homöopathie drauf stehen hat, aber in Wirklichkeit eine Paraffinhaltige Vaseline mit diversen hochwirksamen Heilkräutern in ausreichender Dosierung ist. Sprich: Du hast ein Naturheilprodukt.

Wie ich schon erwähnte: Um homöopathisch zu sein, müsste jeder einzelne Wirkstoff die Symptome auslösen, die er bekämpft. Und die Dosierung würde bei D6 erst anfangen, da der Grundsatz ja lautet: Je dünner, desto wirksamer. Die Produzenten dieser Salbe haben jedoch auf die sichere Seite gesetzt und dafür gesorgt, dass die Salbe nicht nur die Haut pflegt, sondern dass die Wirkstoffe der Arzneien in ausreichendem Maße vorhanden sind.
Kein homöopathisches Präparat. Naturheilkunde. Womit wir wieder mal das Problem mit dem Labeln haben. Es ist nicht drin, was drauf steht.

Wie, aber die Arnika ist doch mit D3 dosiert? Kann man dann nicht Homöopathie...?
Nein. D3 ist zwar ein Begriff der Homöopathen, aber wie ich oben mehrfach schrieb, sind die Tinkturen nicht dünn genug, um über das Erinnerungsvermögen von Wasser zu funktionieren. Sie funktionieren, weil sie stark genug dosiert sind.
Der Hersteller dieser Salbe weiß das. Und er weiß auch, dass mehr Menschen sie kaufen, wenn homöopathisch drauf steht, obwohl es sich um ein Mittel der Naturheilkunde handelt.

Liebe XXX, ich hoffe, Du verstehst die Problematik, die sich mir mit der Homöopathie stellt.
Und eventuell siehst Du, dass Deine Salbe kein homöopathisches Präparat sein kann.

Gruß
Ace


Edit: Name aus eigenem Antrieb anonymisiert.

Montag, 10. Oktober 2011

Wieder eintausend Aufrufe

Diesmal bei einem ganz besonderen Projekt. Als ich Ende Januar meinen Beitrag für das Projekt Perry Rhodan, 50 Jahre - 50 Geschichten bei Fanfiktion.de hochlud, hatte ich natürlich große Erwartungen und Hoffnungen. Ich dachte tatsächlich, die Neuadaption würde mir so viel Spaß machen, sodass ich meinen zweiten persönlichen Perry Rhodan-Restart schreiben würde... Und tatsächlich spuken die Ideen in meinem Kopf, und das gewaltig.
Heute, acht Monate und zehn Tage später, hat meine Geschichte Guncross Perry Rhodan die eintausend Aufrufe überschritten. Für Fanfiktion-Verhältnisse, und für das wenig besuchte und beschriebene Perry Rhodan-Ressort ist das viel. Richtig viel.
Daher, habt vielen Dank, liebe Leser, und hinterlasst ruhig auch mal nen Kommentar.

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin.

Freitag, 7. Oktober 2011

Homöopathie, oder wie man Medikamente sinnentleert labelt.

Ich gebe zu, mein Blog ist mittlerweile etwas unübersichtlich geworden. Wer alle meine Blog-Einträge lesen möchte, der sollte sich durchaus einen Samstag Nachmittag, oder noch besser gleich das ganze Wochenende frei halten. Ich schätze, ein Buch ist das mittlerweile schon.
Zudem hat mein Blog sein spezifisches Thema, nämlich über mein Hobby Schreiben zu berichten, mehr als verfehlt. Mittlerweile schreibe ich in meinem Blog über Gott und die Welt, und zu jedem Thema, das mir erwähnenswert oder der Kritik verpflichtet scheint. Natürlich weiß ich, dass es im Netz die Nettiquette gibt; natürlich weiß ich, dass ich zwar schreiben darf was immer ich will, aber es nicht sollte. Oder wenigstens doch nett formulieren sollte. Und, das habe ich auch lernen müssen: Was Du nicht willst, das man Dir tu', das füge auch keinem anderen zu!
Mein Aufreger über Markus Kompa bei seinem vermeintlichen Kotau im BILD-Büro war so ein typischer Fehler, den ich eingesehen und für den ich mich entschuldigt habe. Ironischerweise ist er immer noch einer meiner meistgelesenen Blogeinträge.
Als die Rothemden Bangkok besetzten, ging ich, trotz einiger Widersprüche tatsächlich von einer Volksbewegung aus, und nicht von Menschen aus nur einer Region, die undemokratisch in einem - zugegeben - hoch korrupten Land ihren Willen durchgesetzt sehen wollten. Mit dem ehemaligen schweizer Journalisten Georgio habe ich ganze Romane diskutiert, bevor wir uns einander angenähert haben. Ich habe meine naive Weltsicht aufgegeben und den Widersprüchen mehr Aufmerksamkeit geschenkt und verstanden.
Mein letzter größerer Fehler ging ausgerechnet um Foodwatch, jene Verbraucherschutzorganisation, die bei mir noch nie in besonders gutem Licht stand.
Im Gespräch mit Martin Rücker habe ich eingesehen, dass einige der Ansichten von Foodwatch und Ärzte gegen den Atomtod - gerade im Falle eines GAU in Deutschland oder einem Nachbarstaat, durchaus Sinn machte. Herr Rücker hat mir sogar noch ein paar elementare Dinge über Radioaktivität beigebracht. Letztendlich aber konnten wir die Frage nicht klären, warum Foodwatchs Pressestelle diesen Cäsium-Chauvinismus betrieben hat, ohne zu erläutern, warum sie die ganzen anderen schönen strahlenden Isotope ignorierten. Dennoch, bei Mitarbeitern wie Herrn Rücker steht die Foodwatch bei mir schon erheblich besser dar.

Warum ich diese kleine Bilanz meiner Fehler ziehe? Nun, siehe Titel.
Ich mache Fehler. Ich stehe dazu. Kommt zwar selten vor - das Fehler machen, nicht das dazu stehen - aber ich kann sie nur vermeiden, wenn ich nie wieder blogge. Wobei ich sicherlich KEINEN Fehler mache, das ist, wenn ich Homöopathie mit Unverständnis begegne.
Auf Scienceblogs.de äußert sich Ulrich Berger zu einer Rezension eines neuen Homöopathie-Buchs in der österreichischen Zeitung "Presse" und des Kotaus vor dem Buch und der Homöopathie der Autorin Gerta Niebauer.
Eines der Hauptargumente im Artikel ist dann auch, dass "die Wirksamkeit der Homöopathie noch nie zu einhundert Prozent widerlegt" worden sein.
...sacken lassen.
Hier mal die Grundlagen der Homöopathie, und mein ausdrücklicher Hinweis, dass Vergleiche zum Schliemann-Faktor absoluter Schwachsinn sind.
- Das Gleichheitsprinzip
- Die Potenzierung
- und damit einher gehend, die Aktivierung der „im innern Wesen der Arzneien verborgene, geistartige Kraft“.

Das Gleichheitsprinzip: Eine Substanz, die z.B. Fieberähnliche Symptome hervor ruft, kann, richtig dosiert eingenommen, Fieber heilen.
Die Potenzierung: Ursprünglich wurden viele Gifte stark verdünnt, später wurde daraus ein Grundsatz der Homöopathie. Verdünnungen, die so stark sind, dass das Gift gar nicht mehr nachweisbar ist, und teilweise sogar Ozeane in den Schatten stellen, sind gang und gebe.
Die verborgene geistartige Kraft im Innern der Arzneien zu aktivieren, ist mal wieder die alte Mär vom "Erinnerungsvermögen von Wasser", sprich die Idee, dass Wasser auf Molekularebene seine Gitterstrukturen, wie sie vom "Medikament" eingedrückt wurden, beibehält, selbst nachdem es bereits heraus verdünnt wurde.
Das mal so auf die Schnelle. Und wer meinen Blog ein wenig kennt, weiß, dass ich mich dazu mehr als einmal aufgeregt habe.
Nun regt mich aber nicht nur die Hofierung einer österreichischen Presse der Homöopathie auf; sie ist in der Wissenschaft als unwirksam bekannt, und das durch über einhundert Studien.
...sacken lassen.

An dieser Stelle möchte ich gerne mal wieder auf ein Gespräch mit einem Freund zurückkommen, der mir erklärte, er habe ein homöopathisches Präparat, das seinem Sohn bei den Schmerzen beim Zahnen helfe. Und das sogar sehr gut.
Auch meine Schwester schwört ab und an auf homöopathische Produkte. Oder hat das getan. Ist etwas her, seit sie das gesagt hat.
Wie man aber an den drei von mir identifizierten Stützpfeilern dieser Alternativ-Medizin sehen kann, steckt von vorne herein nicht viel Sinn in der ganzen Leere, äh, Lehre.
Was mein guter Freund da für seinen Sohn hatte, war demnach m.E. ein medizinisch hochwirksames Präparat, das einfach nur als homöopathisch gelabelt wurde.
Was meine Schwester hatte, war entweder das Gleiche, oder sie profitierte vom Placebo-Effekt.
Ich vergesse es immer wieder, aber das Präparat gegen Zahnschmerzen hätten beim Vater, aufgetragen, Zahnschmerzen verursachen müssen. Ich vergesse immer wieder, ihm das zu sagen.
Was Schwesterchen geholfen hat, keine Ahnung, aber da es ihr gut getan hat, es privat zusammen gemixt wurde, und die Homöopathie-Industrie mit zwei Milliarden Euro Umsatz weltweit nicht von ihr profitiert hat, soll sie es ruhig weiter geben.
Aber deshalb arbeiten diese Arzneien/Wirkstoffe NICHT nach dem homöopathischen Prinzip.
Wenn wir uns dann aber klar machen, dass es um Geld geht, und allein bei den Kassen acht Millionen Euro für die Förderung der nachgewiesen unwirksamen Homöopathie anfallen, wie ich schon mal gebloggt habe, weiß man, warum die Homöopathen mindestens ebenso besessen und verbittert ihre Kämpfe führen wie Kreationisten oder Atomstrombefürworter, obwohl sie bereits widerlegt wurden...
Alles in allem bin ich ein Freund von alternativer Medizin. Alleine der Placebo-Effekt, also die spontane Selbstheilung, ausgelöst durch äußere Faktoren ist ein Bereich, der mehr als erforschenswert ist. Auch bin ich als Laie noch nicht sicher, ob man Akupunktur als widerlegt betrachten sollte, selbst wenn die moderne Medizin die KI-Energieströme, die von Akupunktur manipuliert werden sollen, nicht anerkennt...
Aber es gibt überall eine Grenze, und das beginnt da, wo man anfängt zu lügen, um seinen eigenen Standpunkt zu schützen. Homöopathen sind widerlegt, aber sie leugnen es.
Also, bitte, liebe Homöopathen, sortiert doch bitte die tatsächlichen Medikamente in Eurem Sortiment aus, also die, die ohne den Gleichheitseffekt helfen, labelt sie als Naturmedizin um, und lasst dann den ganzen, sauteuren dummen, dummen homöopathischen Gedanken verdünnen und verdünnen, bis ein Tropfen auf das Zehnfache aller Weltozeane kommt. Danke, das wäre sehr nett.
...sacken lassen.

Auslöser für meinen heutigen Blogeintrag war zwar der Artikel auf Scienceblog.de, aber erneut über Homöopathie schreiben wollte ich schon, seit ich in Gronau Leine im Krankenhaus zu Besuch war. Denn dort, man lese und staune mit Entsetzen, bezeichnet sich tatsächlich eine praktizierende Ärztin als Ärztin für Homöopathie.
Und dabei wundert mich, dass ich in den beiden Apotheken im Ort noch nie Werbung für Homöopathie gesehen habe... Zumindest fiel sie mir nie auf.
Was also läuft da verkehrt? Irrt die Wissenschaft, die Homöopathie widerlegt hat? Eher nicht.
Benutzt die Ärztin diese "Alternativmedizin" als zweites Standbein? Welch eine Ironie.
Oder arbeitet sie als Expertion aktiv gegen die Ausbreitung dieser sinnlosen, teuren Pseudo-Arznei? DAS wäre zu hoffen. Aber nicht sehr wahrscheinlich.
Homöopathen, Kreationisten, Atomstrombefürworter, ihnen allen ist gemein, dass sie ihr Weltbild nicht wanken sehen wollen. Und dafür sind sie bereit, Fakten zu ignorieren.
...sacken lassen.

Sollte ich einmal so werden, warnt mich bitte, bitte, bitte... ^^°°°

Nachtrag am 9.10.: Bisher bin ich gar nicht auf die Verdünnungspotenzen eingangen.
Wikipedia schreibt dazu diesen Text, der aus dieser Studie vom Laborjournal stammt.
Aus rechtlichen Gründen verlinke ich nur. Aber ich denke, damit ist zu der Idee, das ein verdünnter Wirkstoff wirksamer ist als die unverdünnte Tinktur, alles gesagt.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Engel mit Eisaugen?

Heute ging der spektakuläre Berufungsprozess gegen die US-Amerikanerin Amanda Knox zu Ende. Sie war in erster Instanz wegen Mordes an ihrer Mitbewohnerin Meredith Kercher in einem Indizienprozess zu fünfundzwanzig Jahren Haft verurteilt worden.
Berühmt wurde der Fall nicht nur wegen der Brutalität der Tat (deshalb wohl Mord und kein Totschlag), sondern auch wegen Knox' recht hübschen Äußeren. Dieser brachte ihr den Spitznamen "Engel mit den Eisaugen" ein.
Nach der Urteilsverkündung wurde sie zitiert, zurück nach Hause, zurück in ihr Leben zu wollen. Verständlich, immerhin hatte sie vor dem Berufungsverfahren bereits vier Jahre Haft abgesessen. Amanda Knox ist jetzt vierundzwanzig. Man kann annehmen, das sie noch ein langes Leben vor sich hat.

Ich möchte mich jetzt nicht in die Ermittlungen der Polizei einmischen, deren DNS-Entnahme mangelhaft war, was den Prozess platzen ließ, nicht darauf hinweisen, das der eigentliche Mörder, so Knox (und ihre Mitbeschuldigten) tatsächlich unschuldig sind, noch irgendwo da draußen herum läuft. Ich möchte zu diesem Fall, den ich erst mitbekommen habe, als die Berufung angesetzt und der Fall durch die Medien ging, eigentlich gar nichts sagen als ich ohnehin getan habe.
Mir geht es eher um ihren Spitznamen, den sie von der Presse bekommen hat.
...sacken lassen.

"Engel mit den Eisaugen".
Was entnehmen wir hieraus? Einmal das Wort Engel, das eigentlich in einem toleranten, positiven Zusammenhang zu sehen ist. Dann kommen schon die Eisaugen. Gut, sie hat blaue Augen, wie dieses Foto in einem Online-Artikel des Hamburger Abendblatts beweist. Aber eigentlich sind Eisaugen blassblau oder grau, finde ich. Haben wir hier also eine Farbbeschreibung der Augen, oder eine Wertung?
Ist es eine Wertung, dann haben die Medien hier eine negative gefunden. Eisaugen lassen auf Kälte, Skrupellosigkeit, Gefühlsarmut schließen. Negative Eigenschaften, die das Wort Engel ins absolute Gegenteil verkehren.
Also ist "Engel mit den Eisaugen" ein negativ wertender Begriff. Wer ist da mit mir einer Meinung? Ach, doch so viele.
Also, was haben wir hier? Eine durch und durch negative Wertung, die schon vorab beweisen soll, was die Medien gerne sehen würden, nämlich das sie schuldig ist. Es ist eindeutig, das die Vorverurteilung bereits statt gefunden hat; die Medien wollten ihrer rechtskräftige Verurteilung.
Ist sie schuldig? Ist sie unschuldig? Das Gericht sagt unschuldig, und für ein Revisionsverfahren wird sie wohl kaum nach Italien zurückkehren.
Aber zwei Dinge werden fortan auf ihrem Leben lasten. Einerseits ist es der von den Medien geschürte Verdacht, sie könnte ja doch, und so... Wobei es für die Medien sehr leicht ist, diesen Verdacht wach zu halten und zur Gewissheit zu machen, nachdem sich vor allem die deutschen Medien sehr gerne des Kunstworts des "Freispruchs zweiter Klasse" bedienen.
Andererseits der Begriff "Engel mit den Eisaugen". Den wird sie nie wieder los werden, und dafür werden die gleichen Medien sorgen.
...sacken lassen.

Fazit: Ich weiß nicht, wann dieser Name aufgekommen ist, nach ihrer ersten Verurteilung, vor oder während des Prozess. Nach wäre im gewissen Maße verständlich, vor oder während mehr als eine Frechheit, schon ein Eingriff in den Prozessverlauf. Zeitungen und Sender spielen sich als Richter auf, und das ist nicht sehr schön. Hatten wir auch Zuhauf. Zum Beispiel im Fall Kachelmann.
Und auch die ARD macht es nicht gerade richtig, wenn tagesschau.de weiterhin diesen Begriff verwendet, und das nach dem Freispruch.
Wollen denn alle Medien auf Teufel komm raus auf Boulevard-Niveau sinken?
Wenn das der Fall ist, werden andere kommen und den Bereich seriöser, nicht vorverurteilender Berichterstattung übernehmen. Sinkt ruhig auf BLÖD-Niveau, liebe deutschen und europäischen Medien. Die Blogosphäre freut sich schon darauf, über Euer sinkendes Niveau zu steigen. Und dafür muss sie nicht mal etwas tun.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Und wieder zweitausend

Es gibt Dinge auf dieser Welt, die mich nicht überraschen.
Es gbt Dinge auf dieser Welt, die mich überraschen.
Und dann gibt es Dinge, die irgendwo dazwischen angesiedelt sind.
Eins gemein haben aber alle drei: Meistens sind sie für mich sehr erfreulich, wenn sie passieren.
So war ich heute nicht wirklich überrascht dass eine weitere meiner Geschichten auf Fanfiktion.de die Marke der zweitausend Aufrufe geknackt hat - es hat mich mehr überrascht, dass ich die fehlenden zweiundachtzig Aufrufe in nur zwei Tagen zusammen gekriegt habe, kaum das ich ein Update gepostet habe.
Diese Story, die SailorMoon-Fanfiction Schatten der Vergangenheit, ist, so dachte ich, nur was für Menschen, die sowohl eingefleischte SailorMoon-Fans als auch eingefleischte Ace Kaiser-Fans sind. Zu viel meines Humors und meiner Art sind hier zu finden. Also, entweder habe ich mich geirrt, oder es gibt sehr, sehr viele eingefleischte SailorMoon- und Ace Kaiser-Fans. ^^


Bleibt mir treu und lest mich weiter. ^^

Und vergesst nicht, man kann von mir Bücher kaufen oder downloaden.

Samstag, 1. Oktober 2011

31.000

Heute habe ich es mal am frühen Abend entdeckt.
http://www.fanfiktion.de/u/Ace+Kaiser auf Fanfiktion.de haben eben gerade den nächsten Tausender geknackt, und das in gut zwanzig Tagen. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, zeigt es doch, dass ich fünfzig mal am Tag angeklickt werde.
Das ist ein großes Interesse, ein beständiges Interesse, für das ich mich bedanke.

Bleibt mir treu und lest mich weiter.

...und kommentiert ruhig ab und zu, wenn Euch meine Geschichten gefallen. ^^b


Für alle, die eher zufällig über diesen Blogeintrag stolpern: Meine Geschichten auf Fanfiktion.de bedeutet nicht automatisch Fanfiktion. Ace denkt sich auch eigene Welten aus, und das zuhauf. Auf Fanfiktion.de kann man viele eigene Arbeiten von mir lesen, darunter mehrere Texte in Romanstärke. Einige dieser Romane kann man überdies kaufen, dank der Segnungen modernen Book on Demands. ^^ Oder das PDF gegen eine kleine Gebühr, die eins zu eins in meine Tasche fließt, downloaden.