Donnerstag, 30. Dezember 2010

Peter Ramsauer: Bester Witz zum Jahresabschluss

Also, ich hätte es nicht besser machen können. Da wird doch der bayrische Bundes-Verkehrsminister Ramsauer damit zitiert, in seiner Behörde typische Anglizismen wieder einzudeutschen. So wird aus dem Computer wieder ein Rechner, und aus der Task Force eine Arbeitsgruppe.
Der Witz bei dieser Geschichte ist: Ausgerechnet ein Bayer fühlt sich dazu berufen, die Reinheit der deutschen Sprache zu retten. Und ich finde, das ist doch schon ein Schmunzeln wert, solange die Bayern so stolz auf ihren Dialekt und ihre Subkultur sind. (Subkultur jetzt aber richtig verstehen, liebe Bayern. Ihr seid nun mal keine eigene ethnische Gruppe, weder kulturell, noch sprachlich. Demzufolge seid Ihr eine Subkultur des deutschen Kulturraums.)
Aber was tut man nicht alles für ein wenig Aufmerksamkeit.

Das ist so gesehen nicht schlimm. Beinahe im Minutentakt fühlen sich Politiker der dritten Reihe, Semi-Promis und Vorsitzende irgendwelcher Bundesverbände dazu berufen, sich zum Retter der deutschen Sprache aufzuschwingen und ein wenig Schlagzeile zu machen. Das ist halt so üblich in Deutschland. Und die Halbwertszeit solcher "Phänomene" beträgt dankenswerterweise nur ein paar Wochen.
Weitaus bedenklicher sehe ich da schon die Ergebnisse der Umfrage auf Stern.de, wo man zur Frage: Hat Ramsauer Recht?, in drei Kategorien antworten konnte: A)Völlig, richtig, rettet die deutsche Sprache, B)Ist mir total egal, C) So ein Quatsch, englische Begriffe sind viel knackiger...
Abgesehen von der idiotischen, Meinungseingefärbten Wortwahl der möglichen Antworten irritiert mich das Ergebnis, das zu A) vierundachtzig Prozent Zustimmung anzeigt.
Ja, hallo, Deutschland und liebe Stern.de-Leser, geht's noch?

Einige mögen sich jetzt fragen, worum es Ace eigentlich geht. Hat er was gegen die deutsche Sprache? Ist er ein Denglish-Fan? Oder hält er Deutsch für allgemein überflüssig in Zeiten der Globalisierung?
Weder noch. Ich halte Deutsch wegen seiner Grammatik, wegen der vielfältigen Ausdrucksmöglichkeit, wegen der Akzente für eine der schönsten, durchaus schwierigsten und interessantesten Sprachen der Welt. Ich liebe Deutsch. Was ich aber liebe, das ist das lebendige Deutsch. Das Deutsch, das sich der Zeit anpasst, das flexibel und damit interessant bleibt. Das aufsaugt was immer es braucht, und fallen lässt, was es hinter sich gelassen hat.
Letztendlich ist das Deutsch, das wir kennen, kein reines Deutsch. Allerdings ist das Deutsch, zu dem Ramsauer zurückkehren möchte, auch kein reines Deutsch. Es ist dann halt nur nicht verenglischt, sondern bezieht seine Lehnwörter aus dem Französischen, dem Italienischen, dem Spanischen, dem Holländischen, und was wir an Nachbarn mehr haben. Prominentestes Beispiel hierzu ist einer der simpelsten Begriffe, die wir in Deutschland kennen, das Substantiv "Nase". Habt Ihr gewusst, dass das kein deutsches Wort ist? Unter Hitler und den braunen Massen sollte "Nase" durch ein reindeutsches Wort ersetzt werden: "Gesichtsriechzinken". (Übrigens einer der Gründe, warum ich bei jedem neuen Verteidiger der deutschen Sprache automatisch an Nazi-Deutschland denken muss.) Na, da ist man doch froh darüber, dass man das ausländische Lehnwort hat, oder?

Also, meine lieben Semi-Promis, Politiker der dritten Reihe und Vorstände irgendwelcher Vereine: Bitte erst nachdenken, und dann posaunen. Vor hundert Jahren war Französisch in; heute sind es Anglizismen, morgen ist eventuell das Holländische dran, oder eher wahrscheinlich das Chinesische (Kantonesisch, denke ich mal). Macht uns nicht unsere lebendige Sprache kaputt, und lasst uns nicht in die Horrortiefen des Reindeutschen zurückkehren. Wobei ich in diesem Blog schon mal festgestellt habe: Deutsch ist eine Mischung. Das Rezept hat sich bewährt. Bleiben wir dabei.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Jetzt festgestellt: Grüne Schuld an allem!

Es gibt da ein altes Sprichwort: Wer den Schaden hat, braucht für Spott nicht zu sorgen.
Im Umkehrschluss gilt aber auch: Wer Erfolg hat, braucht auf Neider nicht lange zu warten.
Für die Grünen gelten beide Sprüche, wenngleich die Neider händeringend darauf warten, dass ihnen überhaupt erst ein Schaden entsteht.

Worum geht es? Am 17.12. verlinkte Bildblog.de auf einen Online-Artikel der Welt der Redakteurin Claudia Ehrenstein, in dem sie den unwiderlegbaren Schluss zog, die Grünen seien die größten Umweltverschmutzer.
Ja, die Grünen sind an allem Schuld, höchstwahrscheinlich auch an der biblischen Erbsünde. Sieht man ja schon daran, dass Adam und Eva damals Blätter getragen haben. Wahrscheinlich grüne. Gut, gut, vielleicht sind es nicht unbedingt die Grünen, sondern vielmehr ihre Wähler. Denn wie die Autorin des Artikels zu berichten weiß, sind ja Grünen-Wähler meistens aus gutsituierten Kreisen, haben bessere Jobs, mehr Einkommen und können sich mehr Konsum leisten. Sprich: Sie haben die Kohle, und deshalb haben sie gefälligst auch öfters Klima-gefährdend in den Urlaub zu fliegen, mehr unnötige, Klimaschädliche Konsumprodukte anzuschaffen und mit dicken, Benzinfressenden Giganto-Geländewagen herum zu fahren.
Soweit also der Absturz des Artikels von der Quelle allen Bösens zu Mutmaßungen.

Nun weiß natürlich jeder, dass die knapp elf Prozent, die den Grünen bei der letzten Bundestagswahl ihre Stimme gegeben haben, unmöglich ALLE Besser- oder Sehr gut-Verdiener Deutschlands gewesen sein können. Das wären über den Daumen Viereinhalb Millionen Wähler. Wenn also ein dickes Auto und eine Extra-Flugreise im Jahr bereits ausreicht, um in diese Klientel zu gehören, wie uns der Welt-Artikel weis machen will, müssten wir hier eher von (von mir) geschätzten acht bis zehn Millionen sprechen. Sind das zufällig die, die den Grünen gerade mit Prognosen von über zwanzig Prozent "zugelaufen" sind? Waren sie etwas unentschlossen während der wichtigen Bundestagswahl? Oder was ist hier passiert?

Tja, normalerweise wäre mir weder der Artikel noch die einseitigen, menschlich fragwürdigen Meinungen zum Artikel einen Blog-Eintrag wert gewesen, weil sich sowohl die Autorin als auch die Kommentatoren hiermit vom Status des zurechnungsfähigen Menschen entfernt haben. Nur weil man Grüne bashen will, heißt das noch lange nicht, das so vage Fakten auch Realität werden, egal wie sehr man es will.
Aber leider beobachte ich doch in der regulären Presse, dass solche fadenscheinigen Argumente zu gerne aufgegriffen, übernommen und zu eigen gemacht werden.
Dabei sind die Grünen eher eine Partei der Frauen, wenn man der Bundeszentrale für politische Bildung glauben darf.

Kommen wir zu meinem Fazit: Die Grünen und die Springer-Presse vertragen sich nicht immer gut. Das Hauptklientel des Springerverlags bleiben FDP, CDU und CSU. Gelegentliche Flirtereien mit der SPD sind lediglich Alibi-Handlungen, die aber bitte, bitte keine Stimm-Effekte bei der nächsten Wahl haben dürfen.
Ich erinnere mich noch mit äußerstem Unbehagen daran, wie die BLÖD im 2005er-Wahlkampf die CDU in den Himmel gelobt hat. Ein Schelm, wer dabei denkt, dass die überparteiliche BLÖD damit doch irgendwie Partei ergriffen hat.
Nun haben die Grünen einen Höhenflug, liegen mit ihren Umfragewerten bei über zwanzig Prozent. Klar, dass da den Konservativen und der ihr loyalen Presse langsam der kalte Angstschweiß ausbricht. Klar, dass man den Grünen da was am Zeug flicken muss. Aber was? Hartz IV? Geht nicht, weil, das ist doch so bequem, und man hat es zu gerne übernommen. Den Einsatz in Afghanistan? Nein, auch nicht so unbedingt, weil Mutti Merkel den ja auch übernommen und sich zu eigen gemacht hat.
Na ja, da bleibt halt nur noch, die gute alte Wasser und Wein-Story zu erzählen. Die Wähler der Grünen sind halt reicher. Logischerweise konsumieren sie dann auch mehr und sind damit eigentlich gar nicht grün zu nennen. Klingt ja auf den ersten Blick auch logisch. Aber leider passt dieses Profil für die Wähler einer anderen Partei wesentlich besser: Nämlich für jene der FDP. Aber davon findet man im Welt-Artikel keine Spur. Sonst könnte man sich das ganze schöne Grünen-Bashing ja sparen, und zudem auch noch den Verteidiger der Rechte der Superreichen verärgern. Immerhin muss im Kapitalismus die Schere zwischen Arm und Reich weiiiit auseinander ragen, denn das zeigt den Wohlstand eines Landes an. ...Tschuldigung, war gerade ein wenig ärgerlich.
Also, wenn wir in dem Artikel das Wort "Grüne" durch das Wort "FDP" ersetzen, dann ist der ganze Artikel doch gleich viel plausibler, oder? Zwar auch eine an den Haaren herbei gezogene Argumentation, aber das glaubt wenigstens jeder.


Noch ein kleines Bonmot in eigener Sache: Was ich jetzt schreiben werde, gehört in die Kategorie "Wissen aus Dritter Hand und Hörensagen". Lesen deshalb nur auf eigene Gefahr.
Es geht um KTG, Gutti, oder auch den zukünftigen Kaiser von Deutschland, je nachdem wie man ihn bezeichnen und nennen will. Ja, genau, der mit der blonden Frau aus dem Fernsehen. Unser Verteidigungsminister.
Der war ja neulich in Afghanistan, genauer gesagt in Masar-al-Sharif, wo die Bundeswehr einen Fliegerhorst unterhält, um mit dem Beckmann eine Talkshow aufzuzeichnen. Während seine Frau vernünftigerweise im wesentlich sichereren Kabul herum spaziert ist.
Abgesehen von der Frage, was der Beckmann da sollte, abgesehen von der Idee, seine Frau medienwirksam mitzunehmen und sie den Flug selbst bezahlen zu lassen, abgesehen davon, dass zwei Ministerpräsidenten der CDU ebenfalls bei dieser Posse beteiligt waren, was bleibt da noch zu sagen? Richtig, das Wissen aus dritter Hand.
Aber lassen wir dafür die betreffende Person doch selbst zu Wort kommen.
"Hey, hast du die Bilder gesehen, auf denen unser Verteidigungsminister mit schusssicherer Weste durch Masar-al-Sharif geht? Das war so lächerlich. Mensch, in dem Ort gibt es McDonalds und Pizza Hut - aber sicher keine schießwütigen Taliban. Ich habe so gelacht."
Nun, ich denke, damit habe ich genügend Gerüchte in die Welt gesetzt.

Freitag, 24. Dezember 2010

Frohe Weihnachten

Dies ist mein einhundertster Blogpost in diesem Jahr, und ich möchte ihn gerne benutzen, um Euch, meinen Lesern, in aller Kürze und doch von ganzem Herzen ein schönes Weihnachtsfest zu wünschen.
Das Wetter in Deutschland legt es ja heute geradezu darauf an, dass man Zuhause bleibt und Zeit mit seiner Familie verbringt. Also, habt viel Spaß im nicht immer so engen Familienkreis.

Ach, und bleibt meinem Blog treu, vergesst nicht zu kommentieren (nichts geht über eine gute Diskussion), oder wenigstens Buttons zu drücken, damit ich weiß, dass Ihr da wart.

Wünscht euch,
Euer Ace

Dienstag, 21. Dezember 2010

Über meine Motive

Hm. Das dritte Weihnachten steht bevor, seit ich diesen Blog betreibe. Und seit Wochen habe ich einige Geschichten im Kopf, die ich gerne bloggen würde. Diese Geschichten, beziehungsweise die Erkenntnis, über was ich erzählen möchte, brachte mich zu diesem Eintrag, den ich gerade in die Tasten hämmere: Warum mache ich überhaupt was hier?

Als ich den Blog begonnen habe, sollte er sich hauptsächlich mit meinen Geschichten befassen, die ich auf Twobt.de, Battletech.info, Animexx.info und Fanfiktion.de veröffentlich habe - Fanfiction wie Eigenproduktionen. Ich wollte sie promoten und auch ein wenig über sie erzählen. Deshalb heißt dieser Blog auch Ace Kaisers Blog, und nicht Alexander Kaisers Blog, weil ich im Internet unter dem Namen Ace veröffentliche.

Wenn ich mir meinen Blog dann aber so im Nachhinein anschaue, dann stelle ich fest, dass ich von einem erzählerischen Blog über schriftstellerische Tätigkeiten etwas weit entfernt bin. Ohne es zu planen habe ich einen kritischen, einen blauäugigen, einen distanzierten, einen insiderischen, einen ehrlichen, einen unfairen Blog geschaffen, dessen Einträge von eben dieser meiner schriftstellerischen Arbeit als Fan und Hobby-Autor über viele Bereiche des öffentlichen Lebens hinweg ragt.
Ich habe über die BLÖD gewettert, wenn sie es wieder einmal zu bunt getrieben hat - und die Hemmschwelle, wann dieses "zu bunt" beginnt, ist relativ hoch, ich habe mich über Nacktscanner und ihre NICHT-Funktion ausgelassen, vor der Panik im H1N1-Fall gewarnt, mich zur Atomkraft geäußert, und war einerseits Hofschreiber für die SPD, dessen Mitglied ich bin, aber manchmal auch - und das gebe ich ehrlich zu, viel zu selten - ihr Kritiker.
Ich habe mich über viele Themen ausgelassen, von denen viele recht persönlich waren, und ich habe selten ein Fettnäpfchen ausgelassen.

Ich habe mich über Foodwatch aufgeregt, weil diese sich m.E. nur leichte Ziele aussuchen und in bester BLÖD-Manier erst einmal behaupten und dann vielleicht nie beweisen.

Ich habe über die Proteste der Rothemden in Thailand gebloggt, viele kleine Widersprüchlichkeiten im Vorfeld ignoriert anstatt ihnen nachzugehen und mich auf ihre Seite geschlagen - vor allem weil die "Gegner" der Rothemden meistens arrogante, überhebliche Biedermeyer-Mieflinge waren, die ohne Fakten, dafür mit viel abgehobener Spießigkeit geschrieben haben. Erst nach und nach machte ich mir weitere Quellen zunutze (danke, Giorgio), analysierte, bewertete und kam zu neuen Schlüssen, die einiges an meinem Bild über Thailand und die Rothemden veränderte.
Generell bin ich ein Freund von Volksbewegungen, allerdings nicht von DUMMEN Volksbewegungen. Zum Beispiel betrachte ich eine Volksbewegungen für dumm, die ihre Neuwahlen für November kriegen kann, und diese dann wieder verspielt, indem sie weitere, noch dümmere Forderungen stellt. Es ist Dezember, und ich habe noch nichts von Neuwahlen in Thailand gehört, wohl aber von einem kurzen neuen Aufflackern der Rothemd-Bewegung. Was mich doch ein wenig traurig stimmt, denn die Rothemden stehen jetzt auch für die vielen Brandstiftungen in Bangkok, die nach der Auflösung ihrer Bewegung begangen wurden. Ich war hier kurzfristig Erfüllungs- und Propagandagehilfe, der ich nie hatte sein wollen. Ich weiß nicht, ob ich in der Hinsicht genügend dazu gelernt habe, aber da ich ohnehin nicht viele Leser habe, stelle ich wohl keine Propaganda-Gefahr da.

Die Schweinegrippe, oder H1N1, was habe ich darüber nicht alles geschrieben. Da lag ich von Anfang an richtig. War aber auch nicht schwer zu erraten. Ich meine, eine neuartige Grippe, die ausgerechnet in Mexiko-Stadt nur Kinder und Jugendliche dahinrafft, muss doch jedem Menschen mit ein wenig Verstand merkwürdig vorkommen. Die Hauptstadt Mexikos liegt in einem abgeschlossenen Talkessel, hat verdammt miese Luft (die durch deutsche Projekte und Forstprogramme immerhin besser wurde)und bietet zwanzig Millionen Menschen Lebensraum. Was also kann das für eine Grippe sein, die nur junge Menschen befällt? Und das in einem engen Lebensumfeld, das beste Voraussetzungen für eine tödliche Epidemie bietet? Die einfachste Antwort habe ich damals noch nicht geahnt: Die Alten haben die Grippe nicht gekriegt, weil sie sie schon mal hatten, d.h. immun waren. Spätere Recherchen auf Youtube haben mir dann auch gezeigt, dass bereits in den Siebziger Schweinegrippe in den USA ein Thema war. Auch war mir die Zahl der Erkrankten und Toten in diesem geradezu skandalös überbevölkerten Landstrich zu gering, um selbst in Panik zu verfallen.
Was aber manche Medien nicht daran gehindert hat, Panik zu schüren.
Ich glaube, mein absoluter Höhepunkt war ein Interview mit einem Heimkehrer aus Spanien, der Zuhause in Quarantäne war. Das Reporterteam hat ihm eine Kamera bringen lassen, mit der er sich selbst filmen sollte, das Interview erfolgte per Telefon. Was bekamen wir zu sehen? Einen leicht angeschlagenen, aber voll aktiven jungen Mann in Jeans und Pullover, der nicht besonders krank aussah. Und auch nicht matt im Bett lag.
Als dann endlich, endlich der erste deutsche H1N1-Todesfall vermeldet werden konnte, und BLÖD ihre große Schlagzeile hatte, konnte man auch nur lesen, dass H1N1 einer der Erreger war, der bei der Toten gefunden worden war. Für sie nicht unbedingt ein Trost, zugegeben. Aber letztes Jahr zur gleichen Zeit, als die "zweite große pandemische Welle mit zehntausenden Toten" angekündigt worden war, geschah... Nichts.
Letztendlich gab es in Deutschland mehr Tote durch H1N1 als in anderen Ländern, sogar deutlich mehr als gar in Amerika. (Wobei man hier nicht zu Unrecht vermuten kann, dass bei vielen der Toten H1N1 nachgewiesen wurde, ohne als Todesursache zu bestätigen, damit sie mit in die Statistik konnten.) Aber Weltweit hatte es insgesamt viel weniger Tote gegeben als in einer normalen Grippewelle in Deutschland. Darüber hat dann natürlich kaum ein Boulevard-Medium berichtet, geschweige denn die BLÖD.
Auch hat mir von Anfang an sauer aufgestoßen, dass es noch im April hieß, Tamiflu würde helfen - und im Oktober sollte nur die Impfung Leben retten können. Das Ergebnis: Fünfzig Millionen Sätze Impfstoff, die vor sich hingammeln. Und eine Menge Zeitungen, die noch weit unter BILD-Niveau von der "Schweinegrippe" berichtet haben.

Der Nacktscanner, der uns mehr Sicherheit bringen sollte, ja, ja. In Hamburg wird er jetzt wieder ausgemustert, weil er eine zu hohe Fehlerquote hat. Wir sollten also in eine unausgereifte, schlecht funktionierende Technologie investieren... Millionen ausgeben für eine zweifelhafte Sicherheit. Und das, obwohl allgemein bekannt ist, das der berüchtigte "Unterhosenbomber" über Holland an Bord einer US-Maschine gestiegen war, in einem Flughafen, in dem der Nacktscanner bereits im Normalbetrieb tätig war: Dem Amsterdamer Flughafen Schiphol.

Über Barry Obama habe ich gebloggt, und über seine überraschende Wahl zum Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Über seinen Wahlkampf und den recht erfreulichen Sieg. Vor allem erfreulich für uns, weil Obama den Hegemonialgedanken der USA ein wenig eindämmen würde.
Aber machen wir uns nichts vor: Wenn ich das marode US-System, gebeutelt von den Ausgaben für zwei Kriege von den Republikanern übernehmen müsste, dann könnte ich nicht in einem Jahr, geschweige denn in vier Jahren genügend Baustellen reparieren, um sowohl die Wirtschaft als auch die politische Landschaft wieder zu flicken.
Vor allem nicht, solange ein gewisser Murdoch und seine Privatfernsehsenderkette Barry als persönlichen Feind ansehen und ihn auf übelste, niedrigste und primitivste Art und Weise diffamieren und dafür sogar bereit sind, Videobeweise zu fälschen.
Nein, der Barry hat es nicht leicht, und es wird auch nicht leichter werden. Aber seine vier, hoffentlich acht Jahre werden Amerika wieder auf die Füße stellen. gut genug, hoffentlich, damit es den nächsten republikanischen Präsidenten, der die Wirtschaft wieder vor die Wand fahren wird, verdauen kann.
Aber kann man einem Land vertrauen, das auf einen Präsidentschaftskandidaten für die Republikaner setzt, der mit schwangerer Teenager-Tochter von "konservativen Werten" spricht und behauptet, "Russland vom eigenen Haus in Alaska sehen" zu können?
Das tatsächlich meint, eine Krachschlagende ultrakonservative Splittergruppe der Republikaner, die die Fox-Sendergruppe für zu milde im Umgang mit Obama halten, die nicht vorhandene Argumente durch Getöse und Geschrei ersetzen, wäre eine politische Alternative? Ich glaube das nicht.

Es gibt wahrscheinlich noch Dutzende Themen, die ich ansprechen, die ich anschneiden könnte, die eine Erwähnung wert wären, allem voran natürlich DOCH meine schriftstellerischen Arbeiten - zu denen ich auch diesen Blog zähle. Und sie wären es wert, über sie zu schreiben, davon bin ich überzeugt.
Aber das würde hier und jetzt zu weit führen, das weiß ich.

Letztendlich aber weiß ich jetzt mehr über meine Motive. Ich bin nicht immer gut recherchiert. Ich bin meistens verärgert wie der Heilige Geist. Ich bin parteiisch, manchmal oberflächlich und selten wirklich objektiv, wohl auch weil das nicht wirklich möglich ist. Aber ich bin interessiert, sehr interessiert an meinem sozialen, politischen und gesellschaftlichen Umfeld und kommentiere es gerne. Wenn ich damit jemand ungewollt verletze, dann tut es mir Leid. Wenn ich dabei Fehler und Missstände aufspüre, macht es mich stolz. Vor allem aber verpufft meine Meinung nicht bedeutungslos im Nichts, sondern prangt gut sicht- und lesbar für Jedermann hier im Web. Wenn ich also Motive habe, die über das Geschimpfe, meine Selbstpreisungen und gut gemeinte Warnungen hinaus geht, dann ist es sicherlich eines: Nicht schweigen zu können.
Ich werde meinen Mund also weiter aufmachen, wenn ich ein Thema für interessant oder wichtig genug befinde. Wenn ich meine, etwas dazu zu sagen zu haben. Und ich werde über meine Hobby-Arbeit als Autor berichten. Ich mache weiter wie bisher. Und das ist gut so.

Euch, meinen lieben Lesern, gilt daher mein Dank. Auch wenn ich weiß, dass ich nicht viele regelmäßige Leser habe, so sind es doch hier und da die Kommentare von neuen Lesern, die vielleicht nur einmal vorbei kommen die Momente, in denen ich merke, dass das, was ich schreibe, nicht ohne Echo im Netz verhallt. Und das ist auch gut so.

Euer Ace

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Wieder mal eintausend...

Tja, was soll ich sagen? Der Titel spricht für sich. Vor knapp zwei Jahren habe ich zusammen mit meinem guten Freund Roland Triankowski aka Schreiberling die Idee ausgeheckt, Perry Rhodan neu zu schreiben, in einem moderneren Gewand. Wir trugen viele Ideen zusammen, und letztendlich schrieb ich einen fetten Roman, der die ersten fünf Hefte umfasste. Ursprünglich sollte Roland den zweiten schreiben, der die Bände sechs bis zehn nacherzählt hätte. Aber er wurde in der Zwischenzeit Vater, und hatte leider nicht mehr die Zeit für ausufernde Projekte wie dieses.
Mittlerweile schreibe ich an diesem zweiten Buch, allerdings eher sporadisch. Aber das erste Buch steht so weit, auch wenn hier und da noch Baustellen existieren.
Dennoch honorierten meine Leser heute meine Arbeit mit eintausend Aufrufen.
Danke, das gibt mir Auftrieb und verleiht mir den Spaß, den ich zum Schreiben des zweiten Buchs brauchen werde. ^^V

Edit am 18.12.: Mit "Baustellen" meine ich Passagen und Absätze, die ich eventuell umschreiben werde. Das Buch ist, so wie es ist, vollständig und kann auch so gelesen werden.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

18.000 Hits

Ab und an geht es auch bei mir ums Schreiben, dem Thema, dem mein Blog eigentlich gewidmet ist.
Heute zum Beispiel überschritt die Zahl der Aufrufe meiner Geschichten auf Fanfiktion.de die achtzehntausend.
...Die Abstände zwischen den Tausender-Meldungen nehmen definitiv ab. Bald kann ich dazu übergehen, nur noch die Zehntausender-Sprünge zu vermelden. ^^

Danke, meine lieben Leser. Aber vergesst bei alldem nicht, ein wenig Kritik da zu lassen.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Die größte Angst ist die Angst vor dem Unbekannten

Ich weiß nicht, warum ein ganz bestimmtes Thema in der Presse tot geschwiegen wird...
Ab Januar soll ein neues Jugendschutzgesetz in Kraft treten, das die Kennzeichnung und Klassifizierung aller Webseiten nach Altersstufe verlangt. Damit soll die Grauzone der Internet-Spiele endlich staatlich geregelt werden.
Nebeneffekt ist die unerfreuliche Tatsache, dass quasi alle Seiten aus Deutschland demnach ratifiziert und gekennzeichnet werden müssen.
Damit ist Deutschland im Jugendschutz im Internet ganz klar internationaler Vorreiter.

...Soweit die Fakten, jetzt meine Meinung: Höchstwahrscheinlich wird Deutschland auch die einzige Nation bleiben, die so einen gequirlten Unsinn macht. Internetseiten, Blogs und Foren klassifizieren? Nach Altersstufen freigeben? Vielleicht ein Dutzend Sheriffs durch das Netz jagen, die Seiten und Blogs, die sich nicht an die Altersfreigabe halten, maßregeln, bestrafen, verwarnen?
Ich verstehe nicht, was die Politik damit bezweckt. Um Online-Spiele zu spielen, muss man sie zuerst einmal kaufen. Und an diesem Punkt hat die Industrie die Möglichkeit, nach den Richtlinien der FSK ihre Käufer nach Alter zu sortieren.
Blogs zu kennzeichnen, um zu ermitteln ob sie für Kinder geeignet sind - mein kleiner Blog hier zum Beispiel - halte ich für maßlos übertrieben. Soll ich in Zukunft nur noch Achtzehnjährigen den Zugang erlauben, weil Achtjährige mit meiner feinsinnigen *hüstel* Satire nichts anzufangen wissen? Oder weil ihnen die Zusammenhänge in der Politik nicht klar sind, und ich ihnen damit einen Schreck versetzen könnte? Einmal ganz davon abgesehen, dass ein Achtjähriger ohnehin nur auf Seiten surft, die seine Eltern über die Elterliche Freigabe ihres Browsers frei geschaltet haben. Zumindest sollten sie das getan haben.
Warum wird ein bewährtes System noch zusätzlich verkompliziert? Und warum ist davon so wenig in der öffentlichen Diskussion?
Dafür gibt es schlicht und einfach zwei Gründe: Unsere Politiker nutzen und verstehen das Internet nur unzureichend, fürchten es als freien Informationspool und rechtsfreien Raum, und versuchen ihn nach guter alter deutscher Zucht und Ordnung überzureglementieren. Und was man nicht kennt, das fürchtet man halt.
UND: Dies ist nichts weiter als der nächste Ansatz zu einer Internet-Zensur, die schon zweimal gescheitert ist. Diesmal, still, leise und heimlich, wird versucht, sie mit dem Argument Jugendschutz durchzudrücken. Nicht laut schreiend und sich selbst feiernd wie bei den Stoppschildern für pädophile Seiten. (Löschen! Löschen, sage ich da nur! Ist mit heutigen Mitteln durchaus möglich. Fragt doch mal den Chaos Computer Club. Die helfen euch da bestimmt weiter, meine lieben Politiker.)
Diesmal wird es durchscharwenzelt, und diesmal haben sie es fast schon geschafft. Nur noch bis Januar durchhalten, und die Welt wird sich wundern, warum auf deutschen Seiten so merkwürdige Zeichen zu finden sind. Und warum mancher Blog und manches Forum plötzlich nicht mehr zugänglich ist, für eine gewisse Zeit oder gleich für immer.

Vielleicht sollten unsere Politiker einen Senioren-Kurs für den Umgang mit dem Internet mitmachen, um ihre Ängste zu verlieren, das Netz und seine Community kennen zu lernen. Die Möglichkeiten sehen, die das Netz uns bietet. Anstatt Ängste vor dem Netz zu schüren und mit Schlagworten, die ins Leere zielen, zu untermauern.

Eine ähnliche Methode wird derzeit mit dem "Gesicht von Wikileaks", Julian Assange probiert, der nicht angezeigt wurde, aber dennoch per Haftbefehl gesucht wird.
Hier zeigt die Angst vor dem Internet zwei Gesichter: Das Ängstliche vor weiteren Veröffentlichungen der Whistleblower-Seite, und das Hässliche mit der Manipulation von Justiz, Medien und öffentlicher Meinung, um einen unbequemen Enthüllungsjournalisten los zu werden.
Unsere Politiker lernen nicht dazu, aber das ist anscheinend weltweit der Fall. Es wird wirklich Zeit, das unsere Generation Internet verstärkt in der Politik präsent ist. Ein schwieriger Auftrag, wenn ausgerechnet Philip Rösler und KTG quasi die Vertreter unserer Generation in der Regierung sind...

So, Zensur, da ist sie. Zusammen mit jener Willkür, der sich Assange gerade ausgesetzt sieht. Wir werden sehen, wie es weitergeht. Leider.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Begonnen die Clown-Kriege haben...

Ich bin ein eifriger Leser des BILDBlogs. Nicht nur, weil ich dort beinahe tagtäglich meine Meinung über ein gewisses Blatt mit vier Buchstaben bestätigt sehe, sondern auch, weil die BILDBlogger mittlerweile der ganzen Nation ihr Fett weg geben, auf kleinere Fehler hinweisen und größere Sünden aufdecken. BILDBlog ist unser WikiLeaks... Nur das wir keine Whistleblower brauchen, nur jemanden, der gewissenhaft Zeitung liest.
Die Rubrik "sechs vor neun", die bei BILDBlog ein neues Zuhause gefunden hat, hat es mir da besonders angetan, weil mir fast immer mindestens ein verlinktes Thema zusagt.
Auf diesem Wege bin ich sowohl an das Thema "Innocence in Danger" mit ihrem Aushängeschild Freifrau zu Guttenberg herangeführt worden, als auch an die Diskussion über mögliche unsaubere Arbeitsweisen des Vereins.

Letzten Samstag berichtete die Frankfurter Rundschau unter dem nicht sehr netten Titel "Im Spendensumpf" über "Innocence in Danger", und ihre aus Sicht der Artikel-Autoren undurchsichtige Spendenpraxis.

Ein paar Tage später schoss die FAZ mit einem Online-Artikel zurück. Man "müsse nur die richtigen Fragen stellen", hieß es da, und nach Kräften wurde versucht, die FR zu "korrigieren".

Eigentlich hatte ich nicht vor, mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Aber manchmal finden die Themen den Blogger, nicht der Blogger die Themen.
Und auch wenn ich nur maximal vier Leser habe (erkennbar an der maximalen Zahl für einen Beitrag gedrückten Buttons), so kann ich immer noch schreiben was ich will, und wann ich es will. Diesmal möchte ich ein wenig die Vorgeschichte beleuchten, soweit sie mir bekannt ist, auf den FR-Artikel eingehen, und danach auf die Antwort der FAZ.

Beginnen wir ganz am Anfang. Ein RTL-Reportage namens "Tatort Internet" bringt einen spektakulären Beitrag, bei dem die federführende Redakteurin auf die Gefahren für Kinder im Internet aufmerksam macht. Sie greift selbst zur Tastatur und animiert potentielle pädophile Straftäter, sich mit ihr, bzw. einer achtzehnjährigen Schauspielerin, die sich als dreizehn ausgibt, zu treffen. Trifft der potentielle Täter ein, wird er mit dem Chatlog und Vorwürfen konfrontiert.
Bringen wir es mal auf den Punkt: Ich habe die Sendung nicht gesehen, und das ist wahrscheinlich auch besser so. Eine Gesellschaft misst man daran, wie sie ihre Kinder und ihre Schlimmsten behandelt. In diesem Fall hat die federführende Redakteurin die (potentiell) Schlimmsten erwischt und ins Rampenlicht gezerrt.
Gut, mögen manche sagen. Richtig so, die Schweine haben es nicht anders verdient.
Andererseits wissen wir nichts über diese Männer (abgesehen von ein paar Enthüllungen durch gewisse Zeitungen), und wir haben keine Ahnung, ob sie bereits pädophile Sexualverbrechen verübt haben. In diesem Fall hatten sie nicht einmal die Chance dazu. Klingt jetzt ein bisschen konfus, aber in Deutschland gilt: In dubio pro reo. Allerdings kann man bei schweren Kapitalverbrechen auch für die Planung desselben angeklagt und verurteilt werden. Anklage und Verurteilung aber übernehmen bei uns die Gerichte, und kein vorwitziges Fernseh-Medium. Und generell haben wir in Deutschland eine resozialisierende Gerichtsbarkeit, keine bestrafende.

So. Für diese Sendung hat Frau von Guttenberg ihr Gesicht hergegeben, und gleichzeitig für den gemeinnützigen Verein Iid geworben, der vor allem auf den Tatort Internet verweist, und auf die Gefahren, die dort für Kinder und Jugendliche lauern. Richtig bekannt wurden Frau von Guttenberg und der Verein auch durch die halbe Million Euro, die sie bei Jauch gewonnen hat.

Die Frankfurter Rundschau sah dem Verein mal näher auf die Finger und klopfte kräftig drauf. "Kein Spendensiegel, das die Seriösität bescheinigt", war da eine Sache. "Verein gibt keine Angaben über Höhe der Verwaltungsausgaben und Aufwendungen der Projekte", eine weitere.
Außerdem kamen verschiedene Vertreter anderer Kinderschutzorganisationen zu Wort, denen IiD relativ neu unter die Augen gekommen war, und mit deren Projekten sie nicht vertraut waren. Vereine, die sich vor allem auf das soziale Umfeld konzentrieren, weil dort neunzig Prozent der Missbrauchsfälle von Kindern stattfinden, die unter anderem Beratungsstellen und so genannte Kinderhäuser anbieten.
Der Hauptvorwurf der FR ist nicht die mangelnde Seriösität des Vereins durch die RTL-Sendung "Tatort Internet", sondern die nicht vorhandene Transparenz.

Tja, wenn eine Prinzessin in Gefahr ist, muss natürlich ein Ritter her. In unserem Fall heißt er Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nicht nur, dass IiD rechtliche Schritte bis zur Klage gegen die FR und die Redakteure des Berichts erwägt, der Ritter auf strahlendem Ross haut auch noch tüchtig in die Kerbe rein und verteidigt IiD recht ritterlich.
Das Spendensiegel habe IiD "nicht beantragt, weil das Geld direkt in die Projekte zu Gunsten der Kinder fließen soll, und nicht woanders hin".
Darüber hinaus koste "das Spendensiegel bis zu zehntausend Euro."
Dann schreibt die verantwortliche Redakteurin, dass IiD "nur dem Finanzamt gegenüber verpflichtet sei, ihre Zahlen offen zu legen", dies gemacht habe und "für weitere fünf Jahre die Gemeinnützigkeit bestätigt" bekommen habe.
Und das ist erst der Anfang, denn die FAZ kann mit den Zahlen aufwarten, die den Redakteuren der FR nicht zur Verfügung standen (oder nicht gestellt wurden), und kann das Spendenaufkommen aufführen. Die halbe Million von Jauch sei "da aber noch nicht drin, weil das Geld noch nicht überwiesen wurde".
Schließlich kann die Redakteurin noch darauf verweisen, dass IiD "alle Fragen beantwortet", und mit so viel "Medienrummel nicht gerechnet" habe, und deshalb keine Aufschlüsselung ihrer Zahlen fertig hatte, da die Buchführung von einem Steuerberater gemacht würden.
Außerdem hätten "Greenpeace, Dunkelziffer e.V. und Deutsche Krebshilfe ja auch kein Spendensiegel".
Zum Abschluss kann die FAZ noch mal drauf hinweisen, dass andere Vereine und Organisationen wie z.B. die UNESCO mit IiD zusammen arbeiten.
Die Zahlen zu 2009 und 2010 wolle "der Verein bald vorlegen".

Fazit: Ich weiß nicht, Freifrau hin, Freifrau her, die IiD hat bei mir den gleichen schalen Nachgeschmack, den ich verspüre, wenn ich irgend etwas über meine Lieblingsverbraucherschutzorganisation Foodwatch sehe oder lese.
Es wurde viel Krach geschlagen, es wurde teilweise am Rande der Legalität gearbeitet, vor allem mit "Tatort Internet".
Und all das, um Spendengelder für Projekte zusammen zu bekommen, die es ermöglichen, beispielsweise Jugendliche dazu auszubilden, um andere Jugendliche für die Gefahren im Netz zu sensibilisieren? Das ist BLÖD-Vorgehensweise.
Auch finde ich es nicht sehr überzeugend, dass IiD den Chatroom kurzerhand zum "direkten sozialen Umfeld des Kindes" erklärt, und somit zu den achtzig bis neunzig Prozent der Missbrauchsfälle aufschließt, bzw. das Internet darin einbindet.
Die FR hat erklärt, dass das Spendensiegel für kleinere Organisationen fünfhundert Euro kostet, danach 0,35% des Spendenaufkommens. Die FAZ aber bläst für die IiD ins Horn und winkt wieder mit den "bis zu zehntausend Euro", und verweist auf Greenpeace und Co... Aber die veröffentlichen ihre Zahlen auch. Regelmäßig. Ohne negative Zeitungsberichte im Vorfeld. Die sind drauf vorbereitet.
Ich sage es mal ganz ehrlich, Stefanie zu Guttenberg ganz außen vor gelassen: Eine Organisation oder ein Verein, die oder der nicht bis auf den letzten Cent nachweist, was mit den Spendengeldern passiert - und zwar unabhängig davon, ob sie oder er vorbereitet ist - muss sich definitiv den Vorwurf der Unseriösität gefallen lassen.
Wer diesen Vorwurf nicht durch eine hieb- und stichfeste Bilanz entkräftet, disqualifiziert sich selbst.
Das Schlimmste aber ist der Schlussblock des FAZ-Artikels, in dem die Redakteurin zu verkünden weiß, dass derzeit überlegt wird, ein Spendensiegel zu beantragen. Also eines von den Dingern, die bis zu zehntausend Euro kosten? Und das, wo doch alles Geld in die Projekte zum Schutz der Kinder fließen soll? Das verstehe, wer will.

Nebenbei bemerkt sind mir etliche Kommentare zum FAZ-Artikel sauer aufgestoßen, in denen einfach mal behauptet wurde, die FR würde eine Kampagne gegen Frau zu Guttenberg fahren, damit "an ihrem Mann, dem potentiellen zukünftigen Kanzler auch etwas hängen bleibt". Das sei ganz klar eine "SPD-Masche".
Meine lieben Kommentatoren, das entkräftet in keinster Weise den Vorwurf der Unseriösität. Werft der Partei meines Vertrauens ruhig eine Kampagne vor - ich konzentriere mich auf das Wesentliche in diesem Fall, und das ist das Versprechen von IiD, die Bilanzen zu 2009 und 2010 nachzuliefern. Denn damit steht und fällt das Vertrauen in IiD, vollkommen unabhängig davon, ob ihre Projekte von der UNESCO unterstützt werden, oder nicht.
Kommt diese Veröffentlichung nicht - was ich im Moment stark vermute - nützt auch kein neuer FAZ-Artikel irgend etwas. Dann steht meine Meinung fest.
Kommt die Veröffentlichung, werden wir sehen, wie viel Geld in die Projekte fließt, und wie viel die Verwaltung kostet.

Herrschaften, wir brauchen in Deutschland immer Zivilcourage, Menschen die schwierige Themen anpacken, die sich dort engagieren wo andere fortschauen. Wir brauchen immer beherzte Personen, die, nun, Herz haben und Herz zeigen. Was wir nicht brauchen ist Hollywood unter den gemeinnützigen Organisationen und Vereinen.

Edit am Sonntag, dem 05.12.: Der Jahresbericht 2009 von IiD kann auf der Homepage abgerufen werden. Keine Zahlen, keine Fakten, aber ein Verzeichnis aller Veranstaltungen, der Konferenzen zu denen IiD eingeladen wurde, um einen Vortrag zu halten, und weitere Selfmarketing-Maßnahmen.
Vom Jahresbericht 2010 ist auch noch nichts zu sehen, aber das ist vielleicht auch etwas früh. Sein Versprechen hat der Verein bisher nicht gehalten. Das macht mich skeptischer.

Edit am Samstag, dem 11.12.: Eine Kinderärztin sagte während einer Reportage des ZDF über eine Kinderklinik: "Am schlimmsten ist es, wenn Kinder eingeliefert werden, die misshandelt oder missbraucht wurden. Das ist viel öfters der Fall, als man denkt."
Ein Schelm, der jetzt denkt, dass die Studie Recht hat, die über neunzig Prozent dieser Fälle ins persönliche Umfeld rückt. Und der auch noch denkt, dass das Internet damit überhaupt nichts zu tun hat...

Montag, 29. November 2010

1111

Auch bei diesem Blogeintrag geht es mal wieder ums Schreiben.
Erst neulich habe ich mich als SailorMoon-Fan geoutet, ja als Fanfiction-Autor zum Thema. Und stolz habe ich neulich verkündet, dass meine Fanfic Schatten der Vergangenheit eintausend Aufrufe erreicht hat.
Heute erreichte die Zahl der Aufrufe die Schnapszahl 1111. Das stimmt mich froh. Ich habe an der Geschichte mit großen Unterbrechungen seit 2004 gewerkelt, immer wieder unterbrochen von vielen anderen Projekten, wie es für mich sprunghaften Autoren so typisch ist. Auf jeden Fall kommt die Geschichte an, und damit hat sich die Arbeit für mich gelohnt.
Und das Sequel macht auch bescheidene Fortschritte.
Lest mich weiter, liebe Leser, und schreibt mir Kommentare. ^^V

Sonntag, 28. November 2010

Ja, wo bleibt denn der Anschlag?

Entschuldigt bitte den zynischen Titel, aber es ist nun mal das Vorrecht des gemeinen Bloggers, auch mal frech, dreist und provozierend zu sein. Außerdem befinde ich mich damit in bester Gesellschaft, denn war es nicht George Bush Jr., der nach 9/11 gesagt hat, "die Terroristen sollen nur kommen und es versuchen"?
Tja, da ging er also durch die Presse, der angekündigte Anschlag, zeitgleich mit Stimmen aus der Regierungspartei, "sich nicht verrückt machen zu lassen".
Den Reichstag sollte es treffen, weiche Ziele sollte es treffen.
Sogenannte weiche Ziele sind als schlecht zu verteidigende Orte definiert. Also Menschenmengen an öffentlichen Orten. Bahnhöfe, Großveranstaltungen und dergleichen. Fragt die Israelis. Die hatten eine verdammt lange Zeit damit zu kämpfen. Man kann diese Orte nicht verteidigen. Das können auch unsere tapferen, mit halbautomatischen Waffen ausgerüsteten Polizisten nicht. Denn wenn sie Menschen kontrollieren, die diese Orte betreten wollen, geschieht das Attentat in der wartenden Menge. Sie können nur anschließend schneller absperren und versuchen den Täter zu fassen, falls er sich nicht gleich mit in die Luft gesprengt hat. Das nur mal zur Info.
Nun, ich muss sagen, der Anschlag verspätet sich gewaltig. November sollte es sein, und der ist fast um. Das Medien-Echo war enorm, Publicity wäre den Attentätern sicher gewesen.

Meine Frage ist jetzt schlicht und einfach: Reicht ihnen die Aufregung schon, sodass sie das Attentat selbst nicht durchführen? Oder gab es einfach gar keine Attentäter, sondern nur eine "Fehlinformation"?
Wieder und wieder erinnere ich an den Deutsch sprechenden Araber, der vor der Wahl "Konsequenzen" angekündigt hatte, falls Deutschland falsch wählt. Und siehe da, seit Mutti Merkel an der Macht ist, sind keine Konsequenzen gekommen. Sind arabische Terroristen also Mitte-Konservativ?

Ein bisschen erinnert das Ganze an den H1N1-Hype, im Volksmund gebräuchlicher unter dem Namen Schweinegrippe. Da wurde viel beschworen, viel vermutet, CNN ließ angeblich schon Trauermusik für die Bilder von Beisetzungen in Massengräbern komponieren... Und was ist passiert? Weltweit sind weniger Menschen an H1N1 gestorben als in Deutschland in einer mittelschweren Grippesaison. Aus Australien wurde sogar berichtet, die wesentlich milder verlaufende Schweinegrippe hätte die saisonale Grippe verdrängt und damit für einen Tiefststand an saisonalen Grippetoten gesorgt.
Nun haben wir das gleiche Thema, nur mit Terrorismus. Kommen sollen sie, die Terroristen. Den Reichstag angreifen, oder zumindest "weiche Ziele". Volksfeste, Weihnachtsmärkte, das öffentliche Leben stören. Ironisch ist das Ganze nur, weil diese Informationen in die Medien gekommen sind, nachdem die Atomzeitverlängerung beschlossen wurde, die Umverteilung des Krankenkassenanteils zu Ungunsten der Arbeitnehmer, und noch ein Haufen Kröten mehr, der das Bettensteuergeschenk am Jahrensanfang an die Hotellobby wie einen guten Witz aussehen lässt.

Meine Meinung: Lasst euch nicht für dumm verkaufen. Wir sind hier nicht in Israel, wo Terroristen nur durch einen Tunnel müssen, um das in ihren Augen "feindliche Land" zu infiltrieren. Aufstände arabischer Mitbürger gab es bei uns noch nie, und selbst die "Sauerlandgruppe" bestand aus Deutschen. Die Chancen für einen Terroranschlag durch extra eingeflogene Attentäter ist höher als ein Terroranschlag der "unzähligen jungen Moslems, die in Deutschland rekrutiert und in Pakistan trainiert werden", und die müssen erst einmal, richtig, eingeflogen werden.
Ich kann nicht so recht glauben, dass Deutschland das Schlachtfeld der Wahl für in Deutschland geborene "Gotteskrieger" ist. Es gibt zu wenig Ruhm zu ernten und zu viel von ihrem eigenen Lebensgefühl zu zerstören.
Und selbst wenn es Anschläge gibt, werden wir sie kaum in der Zahl und Regelmäßigkeit erleben, welche Israel ertragen musste (und wofür sie eifrig zurückgeschossen haben, die Israelis).
Allein dran glauben kann ich nicht. In keiner Form.
Belehrt mich eines Besseren, liebe Terroristen.
Ich warte derweil bis zum 24. Dezember auf die Nachricht des erfolgten Terroranschlags, weil da kommt der Weihnachtsmann. Den gibt es übrigens auch nicht.

Edit am 29.12.2010: Immer noch kein Anschlag. Verdammt unzuverlässig, diese Terroristen. Oder sie haben mordsmäßig Schiss, weil BND und BKA ja nun Bescheid wissen, dass sie was vorhaben.
Die Möglichkeit, dass es nur ein pressewirksamer Hoax war, der Zeitungen und der Regierung nützen sollte, schieben wir doch alle weiiiiit, weiiiiiiiit von uns, oder?

Mittwoch, 24. November 2010

Freiherrisch zur neuen Bundeswehr

Heute habe ich in der Lokalzeitung meines Vertrauens, der LDZ, im Kommentar einen Lobgesang auf unseren Gutti gelesen, der "es endlich krachen lässt und Reformen anpackt". Zum Beispiel die Aussetzung der Wehrpflicht und die Reduzierung der Truppe.

Bullshit. Dafür soll man ihn loben, weil er nur ausführt, was vier Jahre lang von Ministern unter Merkel vorbereitet wurde? Die Reduzierung der Wehrpflicht war von vorne herein eine Schnapsidee. Zwar mag es den kleinen Anteil an Bundeswehrrekruten gefallen, statt eines ganzen Jahres (oder gar zwei) nur ein halbes bleiben zu müssen. Und späteren Jahrgängen wird es sicher gefallen, gar nicht mehr hin zu müssen. Aber verlieren wir da nicht den Sinn und den Zweck der Bundeswehr aus den Augen?
KTG ist mit Riesenschritten auf dem Weg zur Berufsarmee, und das macht mir Angst. Als ich '94 mein Jahr abgerissen habe, da wurde mir im Ethik-Unterricht das Grundgesetz nahe gebracht, und der Bürger in Uniform vorgestellt. Ich war Soldat, aber ich war auch mündiger Bürger mit gleichen Rechten, aber vermehrten Pflichten. Das wird neuen Generationen von Rekruten fehlen, die nun zur drastisch reduzierten Bundeswehr kommen. Denn sie sind kein Jahr da, und auch kein halbes, sondern werden als Zeitsoldaten eingestellt. Sie sind Berufssoldaten.

Wovor habe ich genau Angst? Vor Putschplänen der Bundeswehr? Vom viel beschworenen Staat im Staat? Vor der Entfremdung der Truppe vom zivilrechtlichen Leben?
Nun, sehen wir den Tatsachen ins Auge: Truppenreduzierung und Verkürzung des Wehrdienst hatte zwei Dinge zur Folge. Den Abbau von ganzen Einheiten, die Schließung von Kasernen, sowie für Bundeswehrrekruten eine Übervorteilung, während viele Gleichaltrige nicht "gezogen" wurden.
Dabei muss die Bundeswehr schlanker werden, schlagkräftiger, besser mit dem Material vertraut. Die Zeiten, in denen wir stehende Panzerheere gegen "die Kommunisten" brauchten, sind vorbei, und Auslandseinsätze sind jetzt gefragt. Tatsächlich sind wir, um einen Politiker zu zitieren, der mir gerade nicht einfällt, in Deutschland "nur von Freunden umgeben" und brauchen ein großes stehendes Heer nicht. Zu Zeiten der DDR waren dies fünfhunderttausend Mann unter Waffen.
Aber mal ganz davon abgesehen, was die Bundeswehr grundsätzlich im Ausland zu suchen hat, da sie doch eine Verteidigungsarmee ist, und entsprechend gerüstet wurde, so habe ich den Verdacht, dass die Truppenreduzierung, die Standortschließung und die Konzentration auf Berufssoldaten statt Rekruten eine Menge Geld einspart...
Was passiert mit diesem Geld? Wird es in den maroden Haushalt fließen und unser aller Kassen entlasten? Nein, damit werden die Auslandseinsätze finanziert.
Unsere Landesverteidigung wird minimiert, aufgelöst, ausgeraubt und zerstört, um unseren NATO-Verbündeten zu gefallen und wie die Großen im Ausland mitmischen zu können. Ohne, das wir Bürger dadurch einen Nutzen in Form von Einsparungen hätten. Es kommt nur zu einer Umverteilung. Dabei wäre eine Verschlankung der Bundeswehr und eine Kostenreduzierung sinnvoll gewesen - nur auf diesem Wege, wenn die Gelder gleich danach ins Ausland abfließen, eben nicht.

Fazit: KTG schlägt gerade viiiiiiel Schaum auf. Die Frage ist, ob wir eine Bundeswehr im bisherigen Format brauchen. Aber die Frage ist auch, was die Bundeswehr tun dürfen sollte.
In meiner Zeit als Soldat habe ich mich recht wohl gefühlt, und es hat mir nicht geschadet. Künftigen Generationen von jungen Männern wäre zum ersten Mal das Grundgesetz nahe gebracht worden, und das empfinde ich als geradezu lächerlich sträflich spät. KTG für wertlosen Kahlschlag zu loben ist dumm; die Inlandsverteidigungsfähigkeiten der Bundeswehr zu vernichten vielleicht nicht, vielleicht aber doch. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass Wehrdienstaussetzung, Berufsarmee und Truppenreduzierung bei gleichzeitigem Ausbau der Auslandseinsätze der vollkommen falsche Weg ist.
Was kommt als Nächstes? Doch der Inlandseinsatz der Bundeswehr, weil "sie ja jetzt für diese Aufgabe gerüstet ist"?
Bitte nicht.

Freitag, 19. November 2010

Die siebzehntausend kam über Nacht...

Und wieder geht es ums Schreiben. Wieder mal habe ich tausend Aufrufe meiner Geschichten auf Fanfiktion.de mehr zu verzeichnen. Gestern Abend waren es noch 16980, und heute Abend beim einloggen prangte schon die 17025 als neue Höchstzahl bei den Aufrufen. Die Abstände, in denen ich neue Tausender-Sprünge vermelden kann, verringern sich nicht nur gefühlt.
Ich bin es zufrieden. Danke, liebe Leser.

Donnerstag, 18. November 2010

Zwischen Merkel und ADAC

Kreative, sprich leicht verrückte Titel sollten meine Leser ja mittlerweile gewohnt sein. In diesem Fall bezieht er sich auf die CDU-Tagung, die gerade erst zu Ende gegangen ist - und den unglücklichen Umstand, dass ich gestern mit meinem Wagen liegen geblieben bin.

Doch der Reihenfolge nach: Wir erinnern uns alle. Powermutti Merkel hat sich mit ihrem zweitschlechtesten Ergebnis vom Parteitag der CDU wiederwählen lassen - immerhin knapp über neunzig Prozent - und die Partei auf ihr Programm eingeschworen. Recht holprig war es, finde ich. Und das, was ich von den Ergebnissen mitbekommen habe, lässt mich fragen, ob diese Partei überhaupt noch eine Volkspartei ist. Aber Schwamm drüber. Das interessiert heute ja schon wieder keinen... Weil ein befreundeter Geheimdienst Deutschland darüber informiert hat, dass im November unmittelbar Anschläge von Terroristen bevorstehen! Unglaublich, oder? Anfang der Woche hat die CDU-Spitze noch Steuererleichterungen für Reiche durchgedrückt, und heute stehen bereits Polizisten mit halbautomatischen Waffen vor Bahnhöfen. So als wenn ein Attentäter, der an einem öffentlichen "weichen" Ziel eine Bombe platzieren will, damit hausieren gehen würde. Oder sich vom Anblick eines Polizisten abschrecken lassen würde. Seien wir mal ehrlich, alles was die Polizei in dem Fall tun kann, bei einem vagen Terrorverdacht ohne konkrete Hinweise auf Personen, das ist alle Männer arabischer Herkunft böse anzugucken, Kugelfang zu spielen oder "hinterher" schnell genug da zu sein, um das Attentatsgelände abzusperren.
Ich will jetzt nicht unken. Aber es erinnert mich doch sehr an die Szene letztes Jahr kurz vor der Wahl, als ein arabisch aussehender Mann in gutem Deutsch gedroht hat, wir "müssten die Konsequenzen tragen, wenn wir in Deutschland die Falschen wählen". Jetzt, ein Jahr später, kommt der Terroralarm praktisch sofort nach dem CDU-Pateitag. Wie praktisch für die CDU, weil man "ihr ja den Kampf gegen den Terror eher zutraut".
Auch wenn es zynisch klingt, warten wir mal auf den ersten Anschlag. Eventuell.

Punkt zwei meines Titels ist ein sehr persönlicher Aspekt.
Ich fahre seit einer kleinen Ewigkeit Golf III. Ich bin recht zufrieden. Er ist sehr zuverlässig, robust, rostet fast nicht, und Verschleißteile muss ich eher selten ersetzen. Leider hat er eine Macke, die viele Golfs haben. Er geht während der Fahrt einfach aus. Punkt. Aber er springt wieder an.
Gestern Abend, in absoluter Finsternis, mitten auf einem Bergrücken auf der B3, da ging er mir wieder aus. Und ließ sich nicht mehr starten. Übel. Richtig übel.
Also habe ich Warnblinker gesetzt, das Warndreieck aufgestellt, die Tatsache verflucht, dass ich die Warnweste nicht gefunden habe, und meinen Bruder raus geklingelt. Leider hatte ich die verdammte Abschlepp-Öse nicht im Wagen. ^^°
Also den ADAC angerufen. Der kam für mich in Rekordzeit aus Hildesheim herbei geflogen.
Zuvor habe ich aber etwas Merkwürdiges erlebt. Ich saß schon vierzig Minuten im Wagen, war schon von fast einhundert Autos passiert worden, als plötzlich jemand auf der Gegenspur hielt und mir seine Hilfe anbot. Recht hartnäckig, bis er mich davon überzeugt hatte, dass mein Wagen sich auf dem Grünstreifen dreißig Meter weiter besser machte und vom nachfolgenden Verkehr nicht mehr gefährdet sei, als hier mitten auf der Straße neben der Leitplanke. Gesagt, getan, wir schoben meinen Wagen da hin, und mein unbekannter Helfer verschwand. Der erste Fahrer von fast einhundert, der überhaupt einmal nachgefragt hat. Danke dafür. Die Erfahrung hat auf jeden Fall gut getan.
Dann war auch schon der ADAC da, und ich wusste wieder, warum ich monatlich meine Beiträge zahle - genau für Fälle wie diesen. Der freundlich ADAC-Partner diagnostizierte Batterie - zu alt, das Mistding - lud sie auf, und ich konnte meine Fahrt fortsetzen.
Heute morgen habe ich die Batterie tauschen lassen. Aber ich wette, mein Wagen geht immer noch aus, ab und zu. Hoffentlich startet er aber auch wieder.
Falls nicht, habe ich mein Handy ab sofort immer dabei, meine ADAC-Karte... Oder hoffe auf so freundliche Menschen wie den Herrn von gestern Abend.
Beim nächsten Mal, wenn ich einem Warnblinklicht begegne, werde ich mir definitiv die Zeit nehmen und fragen, ob ich helfen kann. Zumindest das habe ich gelernt.

Mittwoch, 10. November 2010

Polizistenpause

Tja, nun ist er durch, der längste und teuerste Castor-Transport der jüngeren Geschichte... Begleitet wurde er von zwanzigtausend Polizisten, und einen vollen Tag Verspätung hatte er. Aber er war halt abgesegnet. Zum Beispiel von der Bundesregierung. Und das tat sie auch mit der Legitimation der Massen: Irgendjemand muss schließlich Schwarz/Gelb zur Mehrheit gewählt haben. Hoffentlich seid Ihr da draußen nächstes Mal schlauer. Was uns ansonsten bevorsteht, sah man gestern und wird man bei jedem weiteren Castor-Transport sehen. Und nicht nur da. Aber heute will ich nicht über Steuererleichterungen für Reiche meckern, Hartz IV-Ungerechtigkeiten und mangelnde Investitionen in Zeiten des Aufschwungs. Heute geht es mir um die Polizei.

Denn heute ging es durch die Medien, dass die Polizeigewerkschaft forderte, die Bundesliga-Spiele mögen dieses Wochenende ausfallen, da die Polizisten nach dem Castor-Transport eine Erholungspause brauchen. Ein Ansinnen, das natürlich prompt abgelehnt wurde.
Doch welche Konsequenz verbirgt sich hinter diesem Ansinnen der Polizeigewerkschaft?
Ich will Euch sagen, worauf dieses Spiel m.E. hinauslaufen wird: Wenn die Polizei bei Castor-Transporten laut genug jammert - und das vollkommen zu Recht, und das nicht nur aus einem Grund - dann haben wir ein anderes Thema wieder auf dem Tisch, nämlich die Bundeswehr für Polizeiaufgaben einzusetzen. Ein Schwarz/Gelbes Prestige-Projekt, das sie zu gerne durchsetzen würden.
Im Prinzip ist es so: Die Bundeswehr ist das Militär, und die Polizei ist das Para-Militär. Para=größer, höher. Also, die Polizei ist der Bundeswehr gegenüber weisungsbefugt. Sollte die BW aber für Polizeiaufgaben eingesetzt werden, würde sie selbst zu Polizei werden. Dann hätten wir zwei Ordnungskräfte gleichen Ranges im Land. Und, Leute, die Idee, die Bundeswehr gerade NICHT für Polizeiaufgaben einzusetzen hat auch nicht nur einen Grund, und die sind alle ziemlich gut.
Abgesehen von feuchten Träumen von Ordnungsstaatliebenden, fanatischen Politikern, abgesehen von einer möglichen militärstaatlichen Kontrolle unserer schönen Bundesrepublik (und was der Schweinereien mehr sein können), geht es auch darum: Wenn die Wehrpflicht weiter ausgesetzt bleibt, haben wir eine Armee, die in unserem Land ein eigenes Land bildet. Und die muss plötzlich nicht mehr auf die Polizei hören. Dass so etwas in unserer gewachsenen, in sich gefestigten Demokratie nicht gut geht, steht außer Frage.
Und abgesehen davon, dass die BW für solche Aufgaben überhaupt nicht ausgerüstet ist, frage ich: Was ist Euch lieber? Ein gut ausgebildeter Beamter im Einsatz, der genau weiß, dass, wenn er Mist baut, sein Beamtenstatus wackelt, oder ein junger Rekrut, der Bundeswehr für seinen einzigen Lebensweg hält, einen Crashkurs bekommt und dann zum Beispiel in eine Demonstrationssituation gestellt wird - womöglich noch mit scharfem G36?

Wie? Wer hat da gesagt, ich übertreibe? Nun, wir werden es sehen. Denkt an Ace, wenn jemand im Zuge des Erschöpfungszustands unserer Bereitschaftspolizei laut oder noch lauter über eine Entlastung durch den Einsatz der Bundeswehr im Inland nachdenkt.
Und der wird auch noch aus der Regierung sein.

Samstag, 6. November 2010

Die Tausend... Die Tausend!!!

Tja, Leute, vor einigem Posts habe ich Euch gebeichtet, dass ich bekennender SailorMoon-Fan bin. Und das noch immer.
Nach der Bundeswehrzeit, ich war gerade zwanzig, hatte gerade Arbeit gefunden, und Samstag morgen vor der Arbeit zu viel Zeit, entdeckte ich diese Serie, und war von ihr schnell eingenommen. Dementsprechend enttäuscht war ich, dass nach der ersten Staffel Schluss war. Als RTL2 dann Nachmittags(während meiner Arbeitszeit) sowohl die alten als auch die neuen Folgen brachte, setzte ich Himmel und Hölle in Bewegung, um einen programmierbaren VHS-Rekorder aufzutreiben, nur um die neuen Folgen zu sehen...
Für einige mag das albern klingen, für mich aber nicht. Ich akzeptiere schließlich auch bei einem anderen die Eisenbahn im Garten oder im Keller, die Telefonkartensammlung oder die Aufstellung der Waterloo-Schlacht mit Zinnsoldaten.
Jedenfalls, ich war damals Fan, und ich bin es noch immer.

Zu diesem Dasein als Fan gehört es sich natürlich auch, dass "ähemm" man eine Fanfiction schreibt. Meine aktuelle Fanfiction Schatten der Vergangenheit hatte zum Ziel, die Serie zum Abschluss zu bringen, mit der Errettung der Erde unter ihrem Eispanzer... Das zu erklären würde aber zu weit führen.
Jedenfalls habe ich diese Passagen geschrieben, einige neue Charaktere erschaffen, einigen alten zu Glanz verholfen, und mir den einen oder anderen Wunsch erfüllt. ^^
Vor einiger Zeit, als die Zahl meiner Klicks auf Schatten der Vergangenheit doch recht hoch wurden, sah ich mich genötigt, nachzulegen und ein wenig mehr zu schreiben. Ich arbeite derweil an einem Prequel, und bin bei einem Sequel sehr weit fortgeschritten. Teile des Sequels habe ich nun gepostet. Und siehe da, in wenigen Tagen hatte ich nur für diese SailorMoon-Story einhundert neue Aufrufe. Tatsächlich habe ich heute über eintausend Aufrufe verzeichnet. Eintausend und drei, um genau zu sein. Das motiviert mich natürlich zum Weiterschreiben. ^^
Danke an meine Leser.
Und vergesst nicht, nur durch Kommentare wird mein Ego befriedigt. ...Und nur so kann ich besser werden. XD

Sonntag, 31. Oktober 2010

1, 2, 3, 4, can I have a little more... ?!?

Schade, dass ich nicht permanent große Schreib- und Aufrufrekorde verkünden kann. Schade, dass ich nicht zehntausendfach gelesen werde. Aber es sind dennoch besondere Momente für mich, dass ich gelesen werde, und dass ich meine eigenen Jubelzahlen habe.

Für den Kaiser auf Fanfiktion.de zum Beispiel erreichte heute eine ziemlich interessante Zahl an Aufrufen, nämlich genau 1234x.
Das freut mich natürlich, macht es doch das ellenlange Epos um Liebe und Raumschlachten (ich glaube, ich erkenne hier ein Muster) zu meiner erfolgreichsten Geschichte auf Fanfiktion.de.
Da bleibt mir nur zu sagen: Danke, liebe Leser, bleibt mir treu und vergesst das Kommentieren nicht.

Freitag, 29. Oktober 2010

Flensburger Blitzer

Seit einiger Zeit gibt es an der B3 vor meinem Heimatort Banteln einen Blitzer, auch Starenkasten genannt. Seine Aufgabe: Personen, die mit Kraftwagen schneller als siebzig in die Geschwindigkeitslimitzone (Limit 70) einfahren, abzufotografieren und ihre Geschwindigkeit festzuhalten. Das Amt wertet die Fotos dann aus, ermittelt den Fahrzeughalter und schickt ihm dann die fröhliche Botschaft. Je nach Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung drohen Geldstrafen über Punkte in Flensburg bis hin zu Fahrverbot. So weit im Groben die Fakten.
Ein Gerücht besagt, dass ein Blitzer wie dieser seine Anschaffungskosten bereits im ersten Monat wieder raus hat. Mich würde interessieren, ob das bei unserem Blitzer auch der Fall ist. Nun, da ich Ratsherr bin, werde ich bei der nächsten Sitzung einfach nachhaken.

Versteht mich jetzt nicht falsch: Ich habe absolut NICHTS gegen Blitzer. Und ich habe auch absolut NICHTS für Raser übrig, die von einem Starenkasten erwischt werden und zahlen müssen. Im Gegenteil, es erschreckt mich zutiefst, dass a) die meisten Blitzer erst bei zwanzig Km/H über dem eigentlichen Limit aktiv werden, weil die Ämter sonst mit den Bußgeldbescheiden nicht hinterher kämen, b)trotzdem noch eine Menge Strafgelder fällig sind. Gibt es so viele Raser in Deutschland?

Für den weiteren Text werde ich mal ein wenig schizo. Zuerst lasse ich mal ein paar Argumente vom Stapel, die von "Rasern" genannt werden. Danach kommt das Kontra.
Pro:
Blitzer sind nur Abzockfallen, um die Gemeindekassen zu füllen. Dabei behindern sie den Verkehr, weil man dort wo die Blitzer postiert sind, eigentlich viel schneller fahren könnte.
Polizisten, die mit mobilen Radarfallen unterwegs sind, sollten mit ihrer Zeit etwas Besseres anfangen, zum Beispiel Verbrecher jagen, nicht aber unbescholtene Bürger. Wie schnell ich auf einer Strecke fahren sollte, weiß ich doch selbst am Besten, immerhin habe ich x Jahre Erfahrung hinter dem Steuer. Und dann will das Amt mir vorschreiben, wie ich fahren soll? Nein, das ist nur eine Ausrede für noch mehr Geldabzocke, und der kleine Mann zahlt die Zeche.
Blitzer werden immer so aufgestellt, das man sie nicht sofort sehen kann, das ist unfair.
...habe ich irgendein Klischee vergessen?

Kontra:
Wer zu schnell fährt und geblitzt wird, ist selber Schuld. Basta. Ende. Schluss. Keine Diskussion. Nicht das Amt tritt auf das Gaspedal, sondern der Fahrer selbst.
Himmel, klar kann das passieren, das man in einen Ort rein kommt, und vergisst richtig abzubremsen, und - Blitz - das teure Familienfoto ist geschossen. Aber wenn das öfters passiert, kann man von einem Versehen nicht mehr sprechen. Dann ist das Gewohnheit, dann ist man... Ein Raser.

Unsere Gemeinschaft besteht aus zweiundachtzig Millionen Menschen. Für unser Zusammenleben gibt es Regeln. Das fängt gewiss nicht beim Straßenverkehr an und hört da auch nicht auf. Aber Verkehrsregeln sind nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen, missachten sollte. Auch das gehört zu unserem Zusammenleben, und überhöhte Geschwindigkeit ist oftmals ein Grund für schwere Unfälle, bei denen oft genug unbeteiligte Dritte in Mitleidenschaft gezogen werden. In den allermeisten Fällen stellt die Gemeinde eine Gelddruckmaschine namens Blitzer nicht auf, um mehr Einnahmen zu haben, sondern weil sie dann wenigstens von den Idioten profitieren kann, die meinen, die Straße würde ihnen gehören.
Ich habe absolut kein Mitleid mit Rasern, und ich habe keinerlei Verständnis für ihre Ausreden. Natürlich, mal kann es passieren, dass man unverschuldet geblitzt wird. Aber wer sich ansonsten ans Geschwindigkeitslimit hält, sollte keinerlei Grund haben zu mosern.

Fazit: Ich wurde mal geblitzt. Mit 82 in der Siebzig-Zone. Kam aus der einen raus, beschleunigte und fuhr in die nächste ein. Bremste nicht stark genug runter, mobiler Blitzer, bang. Pech gehabt. Ist bei dem einen Mal geblieben. Weil ich seither drauf achte, wie schnell ich bin. Natürlich lege ich auch meine acht Kilometer pro Stunde drauf, fahre in der Siebzig-Zone beinahe achtzig, in der Fünfzig-Zone beinahe sechzig. Da spricht kein Blitzer an.
Wer also wirklich über Blitzer schimpft, ist einfach nicht in der Lage, den Bleifuß ruhig zu halten. Eine Siebzig-Zone gibt es nicht, weil der dazu gehörige Blitzer was verdienen soll, sondern weil deutsche Autofahrer unvernünftige Menschen sind und reguliert werden müssen. Damit soll die Gesamtheit der vernünftigen und sicher fahrenden deutschen Autofahrer geschützt werden. Wer diesen Schutz missachtet, mit achtzig durch einen Ort prescht und dann noch über die Blitzer greint, ist genau der Grund, warum wir Geschwindigkeitsbegrenzungen und Blitzer brauchen. Manche lernen eben nur, wenn es weh tut. Hoffentlich doll genug und oft genug. Bis sie es lernen.

Edit am 10.11.: Gerade bei Jauch gesehen: Ein Gegner der Blitzer und ein Richter, der geblitzte Autofahrer grundsätzlich freispricht.
Das Argumgent des Gegners: Die Blitzer stehen da, wo sie Geld bringen, nicht da wo Verkehrsgefährdungspunkte existieren.
Also, Leute, mal ganz davon abgesehen, dass das jeder behaupten kann, aber nur wenige belegen können...
WER ZU SCHNELL FÄHRT, IST SELBST SCHULD. Egal, ob sie in einen Blitzer fahren, der an einem Gefahrenpunkt installiert ist, oder kurz vor Banteln an der B3.
Ende der Diskussion.

Montag, 25. Oktober 2010

16.000 geknackt!

Mist, das habe ich glatt vergessen zu erwähnen. Aber ein kurzer Blick in meine Blog-Historie bestätigt, dass ich jeden Tausender neu verkünde.
Letzten Samstag knackten die Aufrufe meiner Geschichten auf Fanfiktion.de die 16.000er-Marke. Heute waren es schon 16104 Aufrufe, und vor allem die Fortsetzung meiner HdR-Pre-Story Der Pfad des Wanderers fand bisher großen Gefallen.
Da bleibt mir nur zu sagen: Danke, liebe Leser, bleibt mir treu.
Und vergesst nicht, zu kommentieren. Denn das ist der Rahm für die unentgeltlich schreibenden Autoren dieser Welt. Die Hits sind nur das Selters, vergesst das nicht. ^^

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Tipps an die Bundesregierung III

Diesmal kommt mein neuer Blog etwas früher. Dafür wird er höchstwahrscheinlich auch um einiges kürzer sein als der Post vom Montag. Das Thema ist aber nicht weniger relevant.
Wieder bitte ich meine Leser, zu entschuldigen wenn ich nicht verlinke oder Quellen angebe. Das fließt heute alles so aus mir raus.
Und natürlich geht es um die Bundesregierung.

Selbige ließ neulich ein paar sehr erfreuliche Prognosen verkünden: Rückgang der Arbeitslosigkeit, unerwartete Mehreinnahmen, ein Ende der Wirtschaftskrise, neue Zuwächse beim Export...
UND WAS TUN DIE IN BERLIN? Natürlich wieder nicht sehr konstruktive Dinge wie den Krankenversicherungsanteil für Arbeitgeber einzufrieren, um eventuelle Steigerungen auf den Arbeitnehmer umzuschlagen.
Und über das Dutzende Milliarden schwere Geldgeschenk an die Atomstromindustrie will ich mich heute gar nicht erst aufregen.
Über die Art und Weise, wie sich Angie Übermutter Merkel zum Thema Multikulti stellt, habe ich schon gebloggt und dabei fassungslos den Kopf geschüttelt.
Und den neuesten Angriff ins Leere, aber auf die Herzen und die Hirne von Lesern und Konsumenten, die wieder einmal MEHR KONTROLLE des Internets vorbereiten soll - eine Ministergattin, nennen wir sie Guttenberg, hilft bei der Jagd nach zukünftigen Triebtätern und wird dabei zur Heiligen stilisiert; eindeutig eine Vorbereitung, um das "gefährliche und von Triebtätern durchdrungene Internet" schärfer zu kontrollieren, kann ich nicht mal ironisch lächeln. Dass sich die Frau von Gutti dafür hergibt, nehme ich ihr nicht übel; dass sie aber ihr Gesicht hergibt, um eine von den meisten Fachleuten scharf kritisierte Sendung und die BLÖD zu promoten, zeigt ganz klar, woher der Wind weht. Da schämt man sich ja beinahe, auch AC/DC zu hören. Ich meine, erst musste Zensursula herhalten, jetzt auch noch die Ministergattin. Was wollen sie in Berlin noch alles probieren, um ihre Kontrollen, Sperren und Gesetze durchzukriegen?
Ach ja, dann war da noch die wundervolle Aussage von Angies Regierungssprecher, nachdem eine halbe Million Deutsche in Berlin gegen den neuen Atomkraftkonsens demonstriert haben: "Die schweigende Mehrheit war heute nicht hier." Richtig, soweit. Daraus aber zu schlussfolgern, dass die anderen einundachtzigeinhalb Millionen FÜR Atomstromsubventionen sind, kann ja wieder nur von der CDU kommen.
Alles in allem frage ich mich drei Dinge:
1) Wie lange noch?
2) Warum habt Ihr nicht SPD gewählt?
3) Wie lange noch?

Mir graust wirklich, wirklich, wirklich davor, was diese Bundesregierung noch verbrechen wird. Ich meine, Reiche noch reicher zu machen, und unten den Sozialabbau zu betreiben, war von CDU/FDP nicht anders zu erwarten. ICH habe das kommen gesehen. Ihr etwa nicht?

Aber, meine liebe Bundesregierung, ich will mal nicht so sein, und großzügig über Eure Versäumnisse hinweg sehen, heute zumindest.
Ich würde auch so großherzig sein und Eure Vorzüge loben... Wenn es denn welche gäbe in einer Partei, die ihren womöglich erfolgreichsten Kandidaten für die Nachfolge von Super-Angie auf dem Amt des Bundespräsidenten totgeknebelt hat.
Dennoch, hier kommt mein aktueller Tipp an Euch.
Also, Ihr lieben Minister und auch Du, Frau Bundeskanzlerin, das rät euch der liebe Ace:
Die böse, böse Krise ist vorbei. Der Export brummt. Die Arbeitslosenzahlen gehen zurück. Und selbst die BLÖD war so blöde, uns bessere Zeiten zu versprechen anstatt Existenzängste zu schüren, um ängstlich genug zu sein, die kommenden Kürzungen zu schlucken... Und da sind ja auch noch unerwartete Milliardeneinnahmen gerade durch den wirtschaftlichen Aufschwung.
In so einem Fall, Angie, Guido, Horsti und Gutti, da sorgt man dafür, dass der normale Mensch, also jeder, der nicht reich geboren ist, keine eigene Filiale hat, nicht im Bundestag sitzt oder einen Großkonzern leitet, also eigentlich jeder Mensch mit einem Jahreseinkommen unter zwanzigtausend Euro, eine Lohnerhöhung kriegt. Dann hat er mehr Geld in der Tasche, und das gibt er wieder aus. Das geht in die Wirtschaft und kräftigt den Binnenmarkt. Ist der Binnenmarkt stark, dann hat die Industrie genug Substanz, um weiterhin auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein. Und das bedeutet Aufschwung, mehr Gewinn, mehr Steuergelder und mehr Arbeitsplätze. So macht man wirklich gute, volksnahe Politik und führt ALLE Menschen in den Wohlstand. Und wenn man so gut verdient als Arbeiter und Angestellter, dann hat sich auch der Mindestlohn erledigt, den wir aber leider brauchen, weil es Euch gibt, liebe Bundesregierung. Und im gleichen Atemzug: Es wird auch viiiiel weniger Hartz IV-Empfänger geben, wenn man auf der Arbeit gut verdient, versprochen.
Und wenn ich schon dabei bin: Hartz IV-Empfänger kriegen nicht zu viel Geld, sondern die Aebeiter und Angestellten werden nicht gut genug bezahlt, wenn der Abstand nicht stimmt.
Also, Angie: Mindestlohn einführen, in Forschung, Bildung und Wissenschaft investieren, das ungeheure Potential an Menschen und Fähigkeiten der Migrantenkinder aktivieren, bei Lohntarifverhandlungen die Arbeitnehmerseite stützen, der BLÖD auf die Finger hauen, wenn sie eine amerikanische Finanzkrise für Deutschland herbeiredet, den Hedgefonds-Gangstern die Kandare anlegen, sowie Anreize für Fort- und Umbildung schaffen, damit wir das Fachkräftedefizit mit Leuten bekämpfen können, die wir ohnehin schon im Land haben. Das wäre so in der Kürze alles.

Da aber nicht eines dieser simplen Ziele umgesetzt werden wird, fühle ich mich gerade, als hätte ich eine Grabrede geschrieben. ^^°°°
Aber ich erwarte ja auch eigentlich nichts. Nicht von der Bundesregierung.

Montag, 18. Oktober 2010

Tipps an die Bundesregierung II

Und da bin ich wieder, eine geschlagene Woche später. Wie meine neue Arbeit ist? Fragt nicht. Es schlaucht jedenfalls, macht aber auch Spaß, und ich habe keinen Leerlauf. Das ist das Beste daran.

Aber genug von mir, kommen wir zur Bundesregierung.
Da tönte Angela Merkel doch neulich auf dem Kongress der Jungen Union: Multikulti ist tot! Allerdings referierte sie auch darüber, dass Gastarbeiter in den Sechzigern von uns (also meiner Vorgängergeneration) ins Land geholt wurden, und das irgendwann einmal abzusehen wäre, dass sie für immer bleiben würden... Dass viel vernachlässigt wurde. Und so weiter.
Dennoch, trotz dieser einsichtigen Ansätze möchte ich mich heute an diesen ihren Worten aufreiben. Weniger an denen des Herrn Seehofers, der schon wieder am braunen Rand fischt, um seiner ehemaligen 50+-Partei irgend einen Hauch von Profil zu verleihen, bevor sie unwiderbringlich ein normaler Unions-Landesverband wird.
Oder um es anders auszudrücken: Wenn ein anständiger Bayer CSU wählt, wäre ich nur zu gerne ein UNanständiger Bayer. ^^

Multikulti ist also tot, Frau Merkel? Wie interessant. Die deutsche Leitkultur ist das, woran sich alles orientiert? Und wenn wir schon mal dabei sind, warum reinigen wir dann nicht gleich unsere geliebte deutsche Sprache von den widerlichen Anglizismen? (Um die Reinigung von einem Angliszismus-Begriff wäre ich MEHR als dankbar. Nämlich DNA. Ich habe es schon einmal geschrieben, und ich wiederhole es: DNA IST ENGLISCH! DAS A STEHT FÜR ACID! RICHTIG IST DNS, ALSO DAS S FÜR SÄURE! VERDAMMICH NOCHMAL!)
Worum geht es Angie? Um Völkerverständigung? Gezielte Zuwanderung? Fischen am braunen Rand? Oder um die europäisch-jüdische Leitkultur Deutschlands?
(Was für eine jüdische Kultur? Das Jiddisch ist eine Abart des Deutschen. Also haben die Juden eher eine europäische Kultur. Was ich übrigens sehr positiv finde.)
Geht es ihr um die Integration christlicher und Islamgläubiger Migranten?
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, worum es ihr geht, um Deutschkurse für Zuwanderer, um bessere Ausbildung von Migrantenkindern, gerade in Deutsch. Oder einfach um eine polarisierende Debatte, um sich zu profilieren. Keine Ahnung. Vielleicht will sie sich auch nur einfach reden hören.

Aber zäumen wir das Pferd doch mal von hinten auf: Was ist deutsch?
Ich schreibe jetzt mal einen kleinen Text aus dem Gedächtnis, mit keinem Anspruch auf Vollständigkeit und Fehlerlosigkeit. Ich möchte ein bestimmtes Gefühl für Deutschland erzeugen. Ein Verständnis für das, was Deutschland ist.
Deutschland, Deutschland, dieses merkwürdige Land in der Mitte von Europa, woher kommt es, wohin geht es? Im Moment sind wir in sechzehn Bundesländer aufgeteilt, in denen die unterschiedlichsten Dialekte gesprochen werden. Wir kennen drei anerkannte Minderheiten in unserem Land, die besondere Rechte genießen, unter anderem vor Gericht in ihrer Muttersprache unterrichtet zu werden. Das sind die Friesen im Nordwesten Niedersachsens, die Dänische Minderheit in Nordschleswig, und die Sorben im südlichen Sachsen und Brandenburg. Ja, die sind da. Und das schon seit Jahrhunderten. Im Fall der Friesen sogar schon seit Jahrtausenden, denn der Stamm der Friesen wird von römischen Geschichtsschreibern erwähnt, zu einer Zeit, als man für die Völker nördlich des Limes (also nach der verheerenden römischen Niederlage im Teutoburger Wald, wo Feldherr Varus drei Legionen verlor, und Rom die Chance auf dauerhafte Beherrschung des eisigen Nordens verspielte) das gemeinsame Wort "Germanen" hatte.
Bleiben wir ruhig in dieser Zeit, in diesem Land, während klimatisch gerade eine Kaltzeit herrscht, und "Germanien" reichlich unwirtlich war, während das vom Golfstrom beschützte Brittannien sicherlich bessere Lebensbedingungen bot. Wir wissen nicht sehr viel über die Menschen hier, außer vielleicht, dass dreißigtausend Jahre zuvor die Neandertaler in dieser Region lebten, und die ersten Cro Magnon auf der Doggerbank, heutzutage in der Nordsee versunken, auf Mammutjagd gingen. Dorfgemeinschaften, kleinere Königshöfe, verschiedene Stämme und dergleichen wandten sich mehrheitlich gegen die Invasion der Römer. Das Land war nicht homogen, auch wenn das schwer zu sagen ist, in einer Zeit, die keine achthundert Millionen Menschen auf der ganzen Erde kannte. Das Land war Durchzugsgebiet verschiedener Völker und Stämme auf Wanderschaft, zum Beispiel der Ostgoten und Westgoten, die später eine Zeitlang Rom beherrschen sollten, und damit das weströmische Reich. Von der Wikingerkultur war noch nicht viel zu spüren, und erst mit dem Niedergang Roms machte östlich der Elbe zumindest der Stamm der Sachsen von sich reden.
Im Zeitalter des heiligen römischen Reiches deutscher Nation herrschten die Kaiser meist bis zur Elbe als Grenzfluss. Ihr Stammreich aber waren Frankreich, Spanien oder Süditalien und Sizilien.
Wirklich vereint wurden die Gebiete westlich und östlich der Elbe nie so richtig, auch wenn sie der Kaiserkrone Lehnspflichtig waren. Allerdings zum Preis der Kurfürstenschaft für die lokalen Herrscher, d.h. die durften bei der Kaiserwahl mitreden. Es war eine Zeit der unterschiedlichsten Kleinstämme und Völker: Friesen, Ostfalen, Westfalen, Sachsen, Bayer... Na, ich will mich mit meinem Halbwissen nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Und es war die Zeit der Kleinstaaten, der verschiedensten Interessengruppen. Besonders im Mittelalter erreichte die Kleinstaaterei ein neues Niveau. Daran änderten auch die Deutschritter nichts, die vom heutigen Ostpreußen und Polen aus versuchten, das heutige europäische Russland zu erobern. Diverse Pestwellen machten es auch nicht gerade leichter, aber mit dem Hansebund sprang der Handel an, unabhängig von der Kaiserkrone. Der Handel, und der Austausch von Menschen quer durch die Regionen.
Den Sprung in die neue Welt verpasste Deutschland damals. Aber es gab ja auch gar kein Deutschland. Nur einige größere Königreiche zwischen all den Kleinstaaten. Hannover. Hessen. Zum Beispiel. Und es gar die Reformation, die zu siebenunddreißig Jahren Krieg führten. Eine unruhige, blutige Zeit, in der Spanier, Franzosen, Schweden, und wer sich sonst noch beteiligen wollte, mit großen Heeren durch unser heutiges Deutschland marschierte. Eine furchtbare Zeit, die mehr Menschen das Leben kostete als die Pest. Aber immer noch kein Deutschland in Sicht.
Schauen wir auf die Zeit nach der Reformation, auf die Zeit, in der die Bürger den Glauben ihres Lehnsherren annehmen mussten. Auf eine Zeit, in der Hannover den englischen König stellte, auf eine Zeit knapp nach der Rennaissance, wo ein kleines, aber starkes Preußen Österreich Schlesien abnahm, und damit neues Land und neue Völker eroberte... Doch kein Deutschland.
Jetzt sind wir auf unserer mentalen Reise beinahe am Ende. Nur wenige Jahre später sollte sich alles ändern, als in Frankreich die Revolution los bricht. Ein König wurde vom Volk getötet, der Adel ebenfalls getötet, vertrieben oder seiner Titel beraubt. Die umliegenden Königreiche führten Kriege gegen das neue Frankreich, um diese gefährliche Idee nicht in ihre Reiche zu lassen: Die Preußen, die Hannoveraner, die Österreicher, die Russen, die Briten, sie alle legten sich mit den Revolutionstruppen an. Was zur Folge hatte, dass ein kleiner, genialer Feldherr der Franzosen eines Tages mit seinen Truppen wie einst Alexander der Große vor den Pyramiden von Gizeh stand. Gut, gut, letztendlich wurde dieser kleine Mann besiegt, der Napoleon Bonaparte hieß. Aber nicht einmal seine Selbstkrönung zum Kaiser konnte ausradieren, was die Revolution an Neuem brachten: Die vielen Kleinstaaten östlich des Rheins wurden zu großen Ländern zusammengefasst. Der Handel und die Zünfte wurden liberalisiert, und alte, verkrustete Strukturen wurden aufgebrochen. Neue Normen wurden eingeführt, und das metrische System trat seinen Siegeszug an. Die Ideen davon, dass jeder Mensch, egal wie viel er besitzt, genau eine Stimme hatte, gefiel den jungen Menschen, egal ob sie für oder gegen Napoleon gekämpft hatten.
Er gefiel ihnen so sehr, dass Mitte des Neunzehnten Jahrhunderts in der Paulskirche der Versuch unternommen wurde, ein gesamtdeutsches Parlament zu gründen.
Doch erst dem preußischen König Friedrich Wilhelm gelang es dann, tatsächlich das deutsche Kaiserreich zu gründen, nachdem er Napoleon den Dritten im Krieg von 1870 besiegte. Ironischerweise mit Hilfe der Franzosen, denn Berlin hatte in der Zeit der Hugenottenverfolgung viele wegen ihres Glaubens geflohenen Franzosen willkommen geheißen. Etwa zur selben Zeit kamen polnische Bergarbeiter ins Ruhrgebiet, um Steinkohle und Eisen zu fördern, die ein Deutsches Reich, das in die Zukunft wollte, dringend brauchte. Und das waren nicht die einzigen Völker, die nach Deutschland kamen und unser Land prägten. Tatsächlich stammen viele unserer gebräuchlichsten Wörter aus dem Französischen. Das war damals Trend. Heute ist halt gerade englisch dran. Vielleicht steht als Nächstes China an, wer weiß?
Gut, gut, nun hatten wir also Deutschland, auch wenn es nicht allzu lange gut ging. Das Deutsche Reich wurde zweimal zerschlagen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Polen reformiert, und Deutschland musste diese annektierten Gebiete aufgeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen dann auch noch Ostpreußen und das Staatsgebiet östlich der Elbe unter russisches Protektorat; die Trennung in West und Ost wurde eingeleitet, begleitet von "deutschen" Flüchtlingsströmen in die spätere Bundesrepublik und die DDR.
Schauen wir einen Schritt weiter: Die Erholung und das Wirtschaftswunder schafften Arbeit, die getan werden wollte. Gastarbeiter wurden ins Land gerufen, wie einst die Polen für den Bergbau, oder die Hugenotten, die als Handwerker beliebt waren. Also nicht zum ersten Mal, und gewiss nicht zum letzten Mal. Während das für die BRD die Türkei, Spanien, Italien waren, zog es in der DDR die Menschen aus Ostblocknationen oder deren Sympathisanten an, etwa Vietnamesen. (Ich gebe zu, über diesen Aspekt bin ich nicht sehr gut informiert.)
Natürlich hätte man damals nicht den Kopf in den Sand stecken sollen, nicht sagen sollen: So, die gehen irgendwann wieder, wenn keine Arbeit mehr da ist. Stattdessen passten sie sich an, und wurden das, was wir ebenso wie Hugenotten und Polen schwammig mit deutsch beschreiben. Und der Trend hält noch immer an. Wir schreiten durch die Jahrzehnte, durch verschiedenste Wirtschaftskrisen und Kriege, und noch immer spült das Schicksal uns neue Menschen ins Land: Serben, Afghanen, Inder, Pakistani, Russen, Schwarzafrikaner im weitesten Sinne... Jetzt sind wir zwar in Deutschland, aber WAS sind wir Deutschen eigentlich?

Ich möchte diese Frage beantworten, nachdem ich eine halbe Stunde an diesem Text getippt habe, und zu meiner Verärgerung große Lücken hinterlasse.
Ich lebe in einer Welt, in der Roberto Blanco ein Star werden konnte. In der Jimmy Hartwig für den HSV und die Nationalmannschaft gespielt hat. Ein Karel Gott konnte bei uns auftreten, und selbst mit schütterem Deutsch gefeiert werden.
Die neuere Zukunft bietet ähnliche Beispiele: Kaya Yanar, Nazan Eckes mit türkischen Wurzeln, Nandini Mitra und Mona Sharma mit indischen Wurzeln können in Deutschland Erfolge feiern. Und das sind nur vier, die mir gerade eingefallen sind.
Was ist Deutschland? Das was es immer war: Der Schmelztigel vieler Interessen, vieler Völker und vieler Kulturen. Sicher, wir haben nicht alle Völker in Deutschland, aber darum geht es ja auch nicht. Aber wir sind und waren nie homogen, und wir werden es auch in Zukunft nicht werden. Denn "deutsch" bedeutet für mich vor allem eines: Absorption. Ja, wir absorbieren die Menschen aus aller Welt, und mit jedem einzelnen von ihnen definieren wir "deutsch" neu. Bis wir den nächsten absorbieren.

Multikulti ist tot, Frau Kanzlerin? Multikulti IST die deutsche Leitkultur, Entschuldigung, verdammt. Bitte machen Sie Ihre Hausaufgaben und ersparen Sie uns Platitüden. Und ach ja, ICH habe Sie nicht gewählt.

Edit am Mittwoch, den 20.10.2010:

Heute wies mich Janne auf einen eklatanten Fehler in diesem Post hin. Ich lasse sie selbst zu Wort kommen:
"Nur eine kurze Anmerkung: Es gibt eine dänische Minderheit in Südschleswig, nicht aber in Nordschleswig (Die Minderheit nennt sich selber dänische Südschleswiger).

Seit 1920 ist Schleswig in das dänische Nordschleswig und das deutsche Südschleswig geteilt, mit jeweils Minderheiten auf der anderen Seite der Grenze.

liebe Grüße, Janne"

Wieder was gelernt. Danke für die Korrektur, Janne. ^^b

Sonntag, 10. Oktober 2010

Tipps an die Bundesregierung I

Hallo, liebe Leser meines Blogs. Wie ich neulich ja schrieb, bin ich durch meine neue Arbeit arg eingespannt und muss mir die Routine erst erarbeiten. Bis das so weit ist, und meine Angst vor Fehlern der Professionalität gewichen ist, werde ich noch ein wenig brauchen. Deshalb nutze ich den Sonntag dazu, um noch schnell einen Blogpost nachzuschieben.

Heute widme ich mich mal der Bundesregierung. Unserer Bundesregierung unter unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel. Unsere Bundesregierung, die von Terroristen empfohlen wird (habe ich drüber gebloggt);
die dem Hotelier-Gewerbe ein Steuergeschenk gemacht hat, um Bettenpreise zu senken (was die Branche aber nicht getan hat);
die den Atomkonzernen ihre Mär von der CO2-freien Kernenergie nachgebetet und ihnen ein paar Dutzend Milliarden an Steuergeldern für den Ausstieg aus dem Atomausstieg in den Rachen geworfen hat;
die gerade erst den Arbeitgeber-Anteil am Kassenbeitrag eingefroren hat, um die steigende Belastung AUCH auf den Arbeitnehmer umschlagen zu können;
die im Salzstock Gorleben immer noch ein Endlager für Atommüll einrichten will, obwohl mittlerweile nachgewiesen ist, dass Salz wasserlöslich ist, und das Endlager damit keinesfalls für durchschnittliche einhunderttausend Jahre sicher sein wird;
die bei Hartz IV eine künstliche Erhöhung um 25€ schöngerechnet haben, indem sie zuvor zwanzig haben rausfallen lassen;
und, und, und.
Dazu kommen noch diverse andere kleine Unterlassungen und Gemeinheiten, die selbst den Paten von Hartz IV, der auch den Spitznamen "Freund der Bosse" trägt, Gerd Schröder, wie den Dalai Lama aussehen lassen. Und dabei schaue ich ausschließlich nur auf Ex-Kanzler Schröders "nicht so gute" Errungenschaften und Leistungen. Nicht die vielen positiven Erfolge seiner siebenjährigen Kanzlerschaft. Bei der derzeitigen Regierung hingegen sehe ich nur Kürzungen, Lobbyismus und Ausnutzung einer amerikanischen Finanzkrise, die Deutschland nie wirklich erreicht hat. Abgesehen von der Hypo Real Estate, die verstaatlicht wurde, jetzt aber wieder fette Managerboni bezahlt.

Deshalb, liebe Bundeskanzlerin, liebe Bundesregierung: Warum tretet Ihr nicht einfach zurück und macht den Weg frei für Neuwahlen? Angie, Westerwave und dieser Kerl aus Bayern haben mittlerweile viel zu viel Porzellan zerschlagen (und das in Zeiten eines verbrieften Aufschwungs und absehbarer Rekordniedrigquote bei den Arbeitslosen), so dass man voller Hoffnung fragt, ob ein Rücktritt dieser Regierung vielleicht einmal ECHTE Konservative an die Macht bringt, die NICHT so schamlos gegen das eigene Volk agieren, UND das Ganze auch noch frech und dreist als Errungenschaften verkaufen wollen.
Vielleicht sind wir besser ohne Euch dran. Und wenn Ihr schon geht, nehmt doch Schäuble gleich mit.

Aber ich will nicht nur solche Tipps geben, sondern auch konstruktiv mitarbeiten. Falls die Bundesregierung sich also nun nicht dazu entschließt, trotz meines eindringlichen Appells zurückzutreten und den Weg für Neuwahlen frei zu machen, habe ich einen sehr konstruktiven Vorschlag für Euch:
Erhöht die Mehrwertsteuer auf dreißig bis vierzig Prozent.
Moment, Moment, meine lieben geschockten Leser, ich bin ja noch nicht fertig und plane auch keine Ausbeutung der Massen, denn im Gegenzug müssen natürlich ALLE ANDEREN STEUERN, Krankenkassenbeiträge, ALV und ähnliches verschwinden. Ebenso die Abschreibungen und diverse andere Geldmodelle, die dazu dienen, sauer verdientes Geld zusammen zu halten. Aus diesem Topf der Mehrwertsteuer werden dann alle laufenden Kosten bezahlt, die der Staat hat. Und glaubt mir, es wird mehr drin sein als jetzt.
Die Vorteile, wenn es nur noch eine einzige zentrale Steuer gibt (bei der LKW-Maut bin ich verhandlungsbereit), liegen auf der Hand: Mehrwertsteuer muss jeder bezahlen, auch der neureiche Typ, der achtzigtausend Euro Steuern einspart, weil er sich einen neuen Mercedes gekauft oder in einem geschlossenen Immobilienfonds investiert hat, und nun eifrig auf seine Steuern abschreibt.
Große internationale Konzerne, bisher stark subventioniert, um wenigstens einen Teil der Arbeitsplätze in Deutschland zu halten, müssen ihre Waren einkaufen und wieder verkaufen. Da wird irgendwann einmal Mehrwertsteuer fällig.
Schönrechnung von Bilanzen fällt auch vollkommen flach, denn die Geschäftsbücher kann man frisieren, aber Mehrwertsteuer involviert IMMER zwei Parteien und macht es dementsprechend schwerer.
Gut, gut, war ja nur ne Idee.
Aber zurücktreten könnt Ihr eigentlich trotzdem, liebe Bundesregierenden.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Rekorde aufstellen ist nicht leicht für mich...

Und wieder mal geht es ums Schreiben. Aufmerksamen Lesern meines Blogs wird aufgefallen sein, dass ich lange nichts geschrieben habe, obwohl die Welt doch um uns herum tobt, und die unnötigsten Dinge geschehen.
Zum Beispiel eine Wiederholung des letzten Sommertheaters, als ein deutsch sprechender Islamist (was für ein Unwort, verunglimpft es doch eine ganze Religion als Terroristen. Ich wünschte, unsere Medien würden das lassen und von asiatischen Terroristen sprechen, nicht von Islamisten. Unfair, unfair, unfair.) Anschläge für den Fall androhte, dass Deutschland falsch wählt... Angie kam an die Macht, und die Anschläge blieben aus, ich habe es in meinem Blog erwähnt. Heutzutage geht es um Atomstrom, Ungesundheitsreform, Stilllegung der Bundeswehr, Nötigung von Hartz IV-Empfängern und dergleichen, und prompt warnen befreundete ausländische Geheimdienste vor Anschlägen in Deutschland. Ja, sind denn schon wieder Bundestagswahlen?

Der Grund für meine beachtlich lange Pause von über zwei Wochen ist simpel: Ich habe "den Arbeitgeber gewechselt", und bin schlicht zu ausgepowert, um der Welt meinen Senf mitzuteilen. Aber bloggen ist wie eine Sucht: Man kann es nie ganz lassen. Und wie man mit einem Blick auf die linke Seite meines Blogs feststellen kann, habe ich jetzt, im Oktober, bereits mehr für 2010 gebloggt als für 2009 insgesamt. Und es wird sicher noch mehr werden. Doch dazu ein andernmal mehr.

Heute blogge ich einerseits, um auf die Rekordzahl meiner Blogbeiträge in diesem Jahr zu verweisen, und andererseits ein Versprechen zu geben: Gut, neue Geschichten von mir stehen nicht zur Disposition, und ein neuer Klick-Rekord bei Fanfiktion.de steht auch nicht - noch nicht - zur Debatte. Aber ich arbeite beharrlich, wenn auch langsam, an anderen Projekten. So zum Beispiel am siebten Teil meiner Full Metal Panic!-Fanfiction, an den Dantons Chevaliers, bei Hinter den feindlichen Linien, und, man höre und staune, schreibe ich gerade an einer Fortsetzung meiner recht gelobten Sailormoon-Fanfiktion. (Ja, ich bin ein Fan. Habe ich nie verheimlicht. Und jetzt hört auf zu kichern.)
Da diese Projekte entweder mit anderen Autoren verbunden sind oder vierzig, fünfzig Seiten erfordern, werden sie nicht BALD veröffentlicht. Aber sie wachsen stetig. Und ich hoffe, das ist Euch, meinen lieben Lesern und Fans da draußen, ein Aufatmen wert. Vom Schreiben werde ich nie los kommen, versprochen. ^^V

Dienstag, 21. September 2010

15.000 Hits

Heute war es endlich soweit. Wenige Augenblicke nach dem Einloggen hatte ich Gewissheit: Meine Storys auf Fanfiktion.de haben über fünfzehntausend Hits erreicht.
Das ist schon eine gewaltige Hausnummer, vor allem wenn man bedenkt, dass die Storys durch sämtliche Themen führen, die mich interessieren. Es sind sogar einige Gedichte dabei... Alte Jugendsünde.
Und wenn man bedenkt, dass eine Harry Potter- Fanfic locker dreimal so viele Hits haben kann, ist das auch nicht mehr soo viel. Aber es sind meine Hits, und es sind meine Leser. Und darauf BIN ich stolz.

Montag, 20. September 2010

Daneel Rush - Naruto Genkyouken

Wie die Leser meines Blogs wissen, bin ich nicht nur ein begeisterter (manchmal zu begeisterter) Kommentator des Weltgeschehens, sondern auch ein umtriebiger Hobby-Autor. Wobei "Hobby" dem Aufwand schon lange nicht mehr gerecht wird.
Just in diesem Moment warte ich darauf, dass meine Arbeiten auf Fanfiktion.de die Fünfzehntausender-Marke knacken, was heute oder morgen der Fall sein wird.
Leute wie mich gibt es viele, vor allem in Zeiten des Internets. Es gibt sie gut, es gibt sie schlecht, es gibt sie entwicklungsfähig, es gibt sie in der Couleur "Don't like it, don't read it!" Manchmal hinterlasse ich einen Kommentar, manchmal gebe ich Tipps, manchmal drücke ich meine Begeisterung aus. Aber es kommt eher selten vor, dass ich aktiv Werbung für eine Geschichte mache, ganz nach dem Motto: Musst Du lesen.

Heute ist ein besonderer Tag, ein besonderer Fall. Ich werbe für eine Geschichte in meinem Blog. Und dabei kenne ich kaum mehr über ihn als seinen Text.
Daneel Rush veröffentlicht eine Naruto-Fanfictionauf Fanfiction.net, dem englischsprachigen Gegenstück zu Fanfiktion.de.
Sie ist auf englisch, aber auch ohne Wörterbuch kann man sie mit moderaten Englisch-Kenntnissen gut lesen.
Eine Fanfic, höre ich jetzt schon die ersten stöhnen, und dann auch noch Naruto. Ace, werde erwachsen.
Weit gefehlt. Daneels Geschichte ist kurzweilig, unterhaltsam, spannend, interessant und reichlich gefüllt mit dem, was wir Manga-Leser ecchi nennen.
Die Geschichte hat ein M-Rating, also sollten alle meine Blog-Leser unter sechzehn schnell wieder vergessen, was ich hier anpreise.

Zur Handlung: Jirayia-sensei versucht, Naruto das Beschwören von großen Froschkriegern beizubringen, nachdem er es bisher nur bis zu Kaulquappen geschafft hat. Also wirft er Naruto in die uns wohl bekannte Schlucht, in der er unter Todesangst den Gamma Oyabun beschwören wird, den stärksten der Froschkrieger.
Break. Genau hier aber setzt Daneels eigene Handlung an. Naruto, in Todesangst, greift auf das Chakra dea neunschwänzigen Fuchsdämons zurück, der... ein verängstigtes kleines Mädchen ist? Tatsächlich stellt sich der mächtige, bösartige Kyubi als die gerade erst neunzigjährige Sayuri (für einen Fuchsdämon ist man damit noch ein Kind)heraus, eine sogenannte Kitsune, die von ihrem Gott Inari dank einer gewonnenen Wette neun Schwänze bekam - und all ihre Zerstörungen waren nichts weiter als das Ergebnis des Spieltriebs eines Kindes - aber des mächtigsten Kindes der Welt. Selbst die Zerstörungen in Konoha richtete sie nur an, weil sie ihre eigenen Schwänze gejagt hatte. Im Original, mit ihrem kleinen Sprachfehler, kommt das amüsanter rüber. Chasin' mah tails.

Es kommt, wie es kommen muss: Anstatt den Gamma Oyabun zu beschwören, landet Naruto auf dem Grund der Schlucht, und zwar hart. Doch da Sayuri an ihm einen Narren gefressen hat, erholt er sich schnell wieder. Dafür aber wird sein Kontrakt mit den Fröschen gelöscht. Stattdessen bietet Sayuri ihm an, fortan Füchse zu beschwören, genauer gesagt die Mitglieder ihres Clans aus weiblichen Füchsen.
Das Problem mit diesen weiblichen Fuchsdämonen ist: Sie sind sehr stolz auf ihre Fähigkeit, Männer zu verführen. Und mit seiner ersten Beschwörung erschafft sich Naruto den ersten Ärger. Es wird noch sehr viel mehr folgen.

Fazit: Naruto Genkyouken ist eine Komödie. Der Autor hat seine Figuren gut im Griff und beschreibt sehr gekonnt die Actionszenen. Der eine oder andere Psychopath dazwischen stört eigentlich nicht weiter, aber es muss jedem klar sein, dass man ab dem Moment, wo Naruto statt auf den riesigen Neunschwänzigen auf ein kleines Mädchen in seinem Inneren trifft, die reguläre Naruto-Welt verlässt und eine vollkommen neue Welt betritt. Daneels Welt. So findet man auch viele, wenn nicht alle Naruto-Charaktere wieder, und viele handeln ihrem Charakter entsprechend, aber manche... Entwickeln sich halt weiter.
Wer generell keine Fanfiction mag, wer generell nichts von Naruto hält, und wer Probleme damit hat, englisch zu lesen, der soll es lassen, und bei dem entschuldige ich mich für seine Lebenszeit, die ihn das Lesen bis zu diesem Punkt gekostet hat.
Alle anderen, die gerne etwas ecchi in Kauf nehmen, um eine gute, witzige Story zu lesen, bei der ich mich am Boden gekringelt habe vor Lachen, werden nicht enttäuscht werden.
Daneel Rush ist nicht der schnellste Autor, aber immerhin hat er seit Dezember 2008 bislang zehn Kapitel seiner Geschichte veröffentlicht. Sei neuestes, am letzten Samstag veröffentlichtes Kapitel hat über einhundertzwanzigtausend Zeichen. Und ich fürchte, die Kapitel werden jedes Mal länger.
Ich empfehle diese Fanfic vorbehaltlos.

Freitag, 17. September 2010

Conbericht Braunschweig - endlich mal.

So! Es ist jetzt schon etwas länger her, dass ich die Raum&Zeit Continuum-Tage in Braunschweig Ende August auf meinem Blog beworben habe. Auch, weil ich dort einige Programmpunkte moderieren sollte.
Nun, der Con ist fast drei Wochen vorbei, und ich schulde Euch, meinen eifrigen Bloglesern, den Conbericht. Er ist schon ein wenig länger fertig, aber ich war mir nicht ganz sicher, ob und wie ich ihn bringen sollte, da ich auch Realnamen nenne. Wenn also jemand seinen Namen wiederfindet, ihn hier aber nicht lesen will, benachrichtigt mich kurz. Ich schreibe ihn dann wieder raus.
So, nachdem diese Formalität erledigt ist, springen wir direkt hinein, in die Sicht von Ace Kaiser über:



Die Raum&Zeit-Tage oder "Endlich wieder Braunschweig"
von Ace

Es war letztes Jahr im September, als ich in Hamburg war und die Zellaktivatortage moderierte; da kam Claudia Hagedorn auf mich zu und berichtete mir, dass ihre Braunschweiger Sektion eine Neuauflage des Braunschweiger Cons in der Jugendmühle plante.
Dieser Con, der 1999 den ThoreCon mit allen Autoren der SF-Serie Perry Rhodan ausgerichtet hatte, war mit dem Jahr 2001, kurz nach den Anschlägen auf das World Trade Center, friedlich eingeschlummert. Claudia hatte sich vorgenommen, den Totgeglaubten mit einer Fanfare zu wecken. Und da ich in Hamburg eine gute Figur gemacht hatte, bat sie mich, auch auf den Raum&Zeit-Tagen den Moderator zu spielen.
Natürlich sagte ich zu. Braunschweig ist für mich ja nur etwas mehr als eine halbe Autostunde entfernt.

Es folgte ein Jahr der Vorbereitungen, des Abtastens der Möglichkeiten und der relativen Ruhe für mich. Ab Mai aber wurde es turbulenter. Chat-Konferenzen im Chat der Homepage nahmen zu und waren das signifikante Anzeichen dafür, dass der Con immer näher kam. Letzte Dinge wurden besprochen: Wo ist dein Handtuch, Tiff? Wer findet die Karaoke-Version von "Ghostbusters"? Welcher Programmpunkt braucht welchen Zeitraum, welchen Raum und welche Technikunterstützung? Wird sich das Kino mit den Fanfilmen bewähren? Und werden die zweifellos zu erwartenden Besucherströme das Angebot nutzen, auf dem Mühlengelände zu zelten, oder werden sie dekadent die Hotels stürmen?`
Kurz und gut: Es ist sicher nicht alles so geworden, wie wir uns das gedacht haben, aber es wurde besser als befürchtet und schlechter als erhofft.
Im Vorfeld widmete ich mich der Verbreitung des Wortes. Sprich, ich schrieb zwei Braunschweiger Institutionen an, die Rollenspieler und die Battletechler, um sie auf den Con hinzuweisen. Zeitgleich gelang es mir, meinen alten Freund Björn "Lucas Cunningham" (das ist sein Lieblingspseudonym) Gramtke aus der Batteltech-Szene, der mich auch in Hamburg auf den Zellaktivatortagen besucht hatte, für einen Programmpunkt zu gewinnen. Einen meiner Mitautoren im Chevaliers-Thread der aus dem Hotelfach kommt, den guten Dirk "Taras Amaris" (auch das ist ein Pseudonym) Jonas, konnte ich für die Thekenbedienung gewinnen. Und damit hatte ich noch nicht einmal einen nennenswerten Anteil an dem geleistet, was sonst noch so über die Bühne gehen musste. Als da wären: Anschreiben für die Presse, persönliche Ansprache Braunschweiger Veteranen, Organisation und Einkauf für den Con, Abnahme der Räumlichkeiten und deren Vorbereitung, Aufbau der Technik (still, diskret und fachlich kompetent erledigt von Holger) und sonstige Präparationen. Alles Dinge, die mir gerade einfallen, und nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Denn nachdem ich meine Aufgaben erledigt hatte, musste ich nur noch eines: Freitag nach Braunschweig fahren.


Da war er also, der erste Tag. Es war gegen drei Uhr Nachmittags, als ich mir fest vornahm, in meinen Wagen zu steigen und um vier in Braunschweig zu sein. Es kam natürlich vollkommen anders: Die Abfahrt verzögerte sich, und bevor ich mich versah hatte ich zwar Braunschweig erreicht und die Mühle prompt gefunden, aber dafür war ich auch erst kurz vor fünf da. Na, das ging ja richtig gut los.
Zum Glück aber waren die gröbsten Aufbauarbeiten erledigt, und am Freitag war nur Claudias Lesung aus dem Con-Buch geplant, sodass ich mich vollkommen dem VorCon widmen konnte. Fachlich unterstützt von einem weiteren alten Bekannten aus Braunschweiger Con-Tagen, nämlich Daniel Hagedorn. Der Gute, mittlerweile mit Claudia verheiratet, eröffnete den Abend auch prompt mit der Ansage, "erst mal ein Bier zu trinken". Das Übliche auf einem VorCon halt.
Gegen acht traf dann Taras ein, danach Harun "al Khidr" Raffael, hoch motiviert für seine zwei Programmpunkte "Indianer in der SF" und den "Trichterbauten in der Realität"-Vortrag.
Gegen neun schaffte es dann auch Lucas zu uns, im Gepäck seine 3D-Battletech-Karte, auf der er Einführungsrunden mit einem guten Hundert an Zinnminiaturen in die Tabletop-Welt versprach. Allein der Aufbau der Hexfeld-Tafeln machte schon viel Spaß.
Etwa zu diesem Zeitpunkt knallte Jan einen Wodka auf die 3D-Karte. Die Flasche hatte er von seiner Freundin erhalten, weil "sie ein sturmfreies Wochenende für sich und die Mädels" erhalten hatte. Björn konterte mit einer Flasche Whisky. Und nein, wir brachen die Flaschen NICHT an.
Zwischendurch trafen auch schon erste Ehrengäste ein. Sie brachten teilweise als Verkäufer ganze Hausstände mit. Unter anderem waren das Robert Vogel und Wilfried A. Hary. Nicht, dass wir in Hamburg sehr viel mehr Händler gehabt hatten, aber alleine diese Zahl sollte unser Minimum für den nächsten Zellaktivator-Con sein. Zwischendurch wurde es regelrecht voll. Voll mit Braunschweiger Veteranen, die ihre Aufwartungen machten, aber teilweise ebenso schnell wieder fort waren, wie sie es her geschafft hatten. Aber immerhin waren sie da, um sich von der Stimmung anstecken zu lassen.

Gegen zehn trafen sich alle VorConler ganz unten im Erdgeschoss, und nachdem der einzige Programmpunkt, Claudias Lesung, gut gelaufen war, saßen wir gesellig mit einigen Gästen beisammen. JETZT war die Zeit gekommen, um den Whisky aufzumachen.
Als der alle war, beschlossen Daniel und ich, für die gemeinsame Fahrt zu Hagedorns, wo ich unterkommen sollte, ein Taxi zu nehmen und nicht mit Claudia zurückzufahren.
Daraufhin beschloss auch Taras, ein Taxi zum Hotel zurück zu nehmen, und er öffnete den Wodka.
Aus dem Nichts erschien gegen zwei Uhr morgens dann noch eine Flasche Rum, und nachdem wir alles Trinkbarem beraubt waren und der letzte Gast aus der Mühle befördert worden war, entschlossen sich drei wackere Kämpfen, Daniel, Taras und ich, auf der Turnmatte im Zweiten Stock zu nächtigen. Somit hatten wir den ersten Tag mit Anstand hinter uns gebracht. Aber es war schon erstaunlich, das niemand den Alkohol wieder von sich gegeben hatte.


Der zweite Tag begann mit Kopfschmerzen, einem Kater, und - in meinem Fall - Kreislaufproblemen. Ich nehme an, das eine der drei Flaschen schlecht gewesen ist. Oder das wir Wodka und Rum nicht hätten mit Cola strecken sollen. Ich vertrage so viel Cola nicht so gut.
Geweckt wurden wir von Claudias und Daniels Sohn, der um acht Uhr morgens wissen wollte, wie es Papa geht. Nun ja, da waren wir also wach. Da konnten wir auch frühstücken gehen.

Um halb elf hatten wir dann den ersten Programmpunkt, die Eröffnung. Ich bestritt die Bühne als Zeitreisender, Dent, Rückennummer 42. Leider hatte ich mein Handtuch vergessen.
Claudia als die Stimme meines Bordcomputers stellte mir diverse Ziele in der Zeit vor, und ich entschied mich schließlich für den Con in Braunschweig und die Vorstellung der Ehrengäste.

Darauf folgte mein erster eigener Programmpunkt in einem Nebenraum, mein Schreibworkshop. Im Saal hielt zu dem Zeitpunkt Robert Vogel einen Vortrag.
Leider hatte ich nur drei Zuhörer (und zwei von ihnen haben sich wie im Tag Team abgeklatscht, nicht, Harun, Lucas?), aber mein aktiver Zuhörer Sven, der von den Battletechlern Braunschweig kam, hörte mir aufmerksam zu, diskutierte mit mir Details und erhob sich nach einer Stunde mit der Aussage, er habe was bei mir gelernt. Na, wenn das mal kein Lob ist.
Zwischendurch fand ein Hörspiel-Workshop statt, den ich leider verpasste, dafür gab ich mir Haruns Vortrag über Trichterbauten in der Realität.

Pünktlich um zwei stürmten Björn und ich den großen Saal, um unseren einstündigen Abriss über die Struktur und Entwicklung der Inneren Sphäre zu halten. Leider hielt ich nicht bis zum Ende durch. Besagter Kater hatte sich entschlossen, sich mit geschärften Krallen in meine Wahrnehmung zu krallen und umzuwerfen. Ich fühlte mich unwillkürlich an den ThoreCon erinnert, wo ich Samstag Nachmittag geschlagene drei Stunden auf einem Stuhl am Eingang, ausgerüstet mit einer Flasche Wasser, vor mich hin gedöst hatte. Diesmal marschierte ich nervös die Gänge auf und ab, bis ich um fünf der Lesung der Junior-Autorin Carina Bargmann lauschte, die ihr Fantasy-Buch "Sayuri" vorstellte. Aber wirklich besser ging es mir nicht. Würgereiz, Husten und ein rotierender Magen machten mir zu schaffen.
Meine Aufgabe als Nächstes wäre es dann auch gewesen, um sechs zusammen mit Daniel die Abend-Fragerunde zu moderieren. Nach zehn Minuten musste ich allerdings kapitulieren und flüchtete wieder auf meinen Wanderweg im Gang.

Mittlerweile waren eine ganze Menge ehemaliger Braunschweiger Con-Bestreiter erschienen; viele hatten wir schon auf dem VorCon gesehen. Alexander Braccu, Zeichner für die PRFE und diverse Perry Rhodan-Spinoffs, gab mir den freundschaftlichen Rat, es einmal mit der Horizontalen auszuprobieren. Dadurch verpasste ich nicht nur meinen Programmpunkt, sondern auch alle parallel laufenden. Ich verdöste tapfer zwei Stunden und versprach Claudia zwischendurch, in Zukunft keine drei verschiedenen Sorten Schnaps auf einem VorCon zu konsumieren, auch nicht mit vier Freunden. Ich neige dazu, ihr zu zu stimmen, denn durch mein Kreislaufproblem verpasste ich diverse Vorträge, unter anderem den von Robert zum Thema Star Wars-Fanfilme. Zum Glück lief ein Teil davon auf einem Mini-Laptop auf seinem Verkaufsstand.
Und so kam ich in den Genuss der Erfahrung wie Star Wars ausgesehen hätte, wenn das Bügeleisen nicht nur bei Raumschiff Orion Furore gemacht hätte, sondern auch in einer weit, weit entfernten Galaxis.
Unter anderem lief auch der Herr der Ringe-Fanfilm, der den Tod von Arathorn, Aragorns Vater, zum Thema hatte. Den muss ich mir noch mal ganz ansehen, fürchte ich.
Na ja, eine Menge verpasst, aber wenigstens schlauer. Den Abend gab es definitiv keinen Schnaps, und kein Bier.

Von mir unbemerkt hatten sich Taras und Lucas mittlerweile in die Haare gekriegt, sprich sie hatten die große 3D-Platte von Lucas in Beschlag genommen, um ein Battletech-Gefecht auf Kompanie-Dimension mit Panzerunterstützung nachzuspielen, das Lucas ursprünglich in eine seiner Geschichten einbauen wollte. Es wurde eine epische Schlacht daraus, die ich den Abend zwei Stunden verfolgte, und die beim Zapfenstreich vorerst abgebrochen werden musste, ohne einen klaren Sieger zu haben. Lustigerweise gelang es Taras nicht, die Maschine mit Lucas' Kompaniechef, einem gewissen Herrn Boone, abzuschießen, egal was er ihr entgegen schleuderte. So kam es, dass der gute Taras zunehmend frustrierter wurde und sich schwor, Boone auf Teufel komm raus aus seinem Mech zu ballern. Natürlich nur auf der Platte.

Diesmal fuhren wir nach Hause, zu Hagedorns, wo bereits Robert Vogel und Freundin die zweite Nacht verbrachten. In geselliger Runde ließen wir den Abend ausklingen, und wäre mir nicht die Luft aus meiner Luftmatratze entwichen, hätte ich auch gut geschlafen. So aber war die Nacht nicht nur kurz, sondern auch anstrengend.

Der Sonntag wartete nicht gerade mit Arbeitsüberlastung auf mich. Aber von allen möglichen Programmpunkten suchte ich mir schließlich nur den von Haruns SF-Indianern aus, den er um zwölf in jenem Raum hielt, in dem am Samstag unbeachtet von den Massen eine Endlosschleife mit Fanfilmen gelaufen war.
Harun hatte nur mich und Wolfgang als Gäste; Wolfgang ist Anfang sechzig, und hatte sich endlich mal einen Con ansehen wollen. Daraufhin war er von Claudia rekrutiert worden. Er hat guten Teamgeist, Durchhaltevermögen und sehr schöne Kameraführung bewiesen. Ich hoffe, Du kommst zum nächsten Con auch, Wolfgang.
Der Vortrag, in direkter Konkurrenz zu Robert Vogels Bericht über zehn Jahre Stargate direkt von der Front - er hatte bisher diverse Gastauftritte in der Serie - basierte grob auf Haruns Erkenntnissen, die er über die indianische Hopi-Kultur im Zuge seiner Atlantis-Recherchen gewonnen hatte. Er stellte Legende vor Wirklichkeit, entmystifizierte die Mythen und bewies schlüssig, dass "wollen" noch kein "sein" bedeutete. Oder anders ausgedrückt: Nur weil man es behauptet, ist es noch nicht wahr.
In diesem Fall waren Mythen aus der falschen Auslegung der Maya-Bienenzuchtschriftrollen bis zu den Ohren konvertierter Indianer gedrungen, die sich die falschen Fakten zu eigen machten, um sie als eigene Wahrheit zu interpretieren. Worauf wiederum weiße Mythenjäger allzu bereitwillig herein fielen.

Kurz nach eins, nachdem Harun eifrig überzogen hatte, begann mein nächster Programmpunkt, nämlich das Quiz. Dabei hatte Claudia die witzige Idee, dass ich doch mitspielen sollte, immerhin ging es um nette Sachpreise, und die Fragen stammten ja auch nicht von mir, sondern von ihr. Leider hatte sie vergessen, dass sie mir die Fragen vorab zu Beurteilung geschickt hatte, also blieb ich freiwillig außen vor. Na ja. Das Quiz, im Stile von Eins, zwei oder drei, war dann sehr witzig, und hatte mit Taras, der zwanzig von einundzwanzig Fragen richtig "erraten" hatte (daran sieht man, dass die Meinung der Masse doch manchmal die Richtige ist ^^ ), einen klaren Sieger.
Es folgte lange vor zwei Uhr die Versteigerung, die ich bestritt. Wir hatten diesmal deutlich mehr Waren im Angebot als in Hamburg, aber insgesamt machten wir nur rund achtzig Euro. Schade. Leider. Und ich ärgere mich, dass ich nicht mitgesteigert habe. Die Star Trek-Comics hätte ich dann doch gerne gehabt.

Bevor uns dann auch noch die letzten Gäste wegliefen, beschloss die Orga, die Abschlussveranstaltung vorzuziehen, die erneut ich moderierte. Hatte ich schon erwähnt, dass es mir am Sonntag sehr viel besser ging? Unsere letzten tapferen Ehrengäste betraten die Bühne, und mit einer lockeren Fragerunde sowie dem Appell an unsere Gäste, in zwei Jahren bei der Neuauflage der Raum&Zeit-Tage wieder dabei zu sein, beendeten wir den Con, der alles in allem glücklich abgelaufen war. Organisatorisch gesehen hatte fast alles ziemlich gut geklappt, wenngleich das Kino nicht angenommen worden war, und der Programmpunkt Karaoke daran gescheitert war, das niemand singen wollte. Und es war natürlich auch ein wenig ärgerlich, dass die Kartenspieler, die ja auf jedem Con zu finden sind, mit dem regulären Ende um drei gerechnet hatten, das sie geschlossen hatten besuchen wollen. Da waren sie wegen dem vorgezogenen Endes etwas enttäuscht, und das zu Recht. Wenigstens stand ihnen am Ende des Turniers der ganze Saal für ihre Siegerehrung zur Verfügung.

Was folgte war der Abbau, der sich bis kurz vor fünf hinzog.
Wir strebten dann alle in verschiedene Richtungen davon, nicht ohne uns zu bestätigen, das "es geil" war, und "man wiederkommen" werde.
Für mich stand nun die Heimfahrt an, und das Gefühl, ein paar wirklich gute Freunde nun eine ganze Zeit nicht mehr sehen zu können...
Doch eine letzte Anekdote blieb mir zum Schluss: Lucas und Taras hatten am Sonntag ihr abgebrochenes Gefecht fortgesetzt und beendet. Schließlich hatte Taras die Oberhand bekommen und die restlichen Gegner abgeschossen oder zum Rückzug gezwungen. Doch Boone abzuschießen ist ihm nie gelungen. Seither ist der Name für ihn unerklärlicherweise ein Reizwort.

Auf Wiedersehen in Braunschweig 2012!