Dienstag, 26. Mai 2009

Zucker ohne Ende... Und Uran!!!

Tja, es kommt wie es kommen musste: Hatte ich zuerst erwartet, dass mir das twittern Zeit und Lust am bloggen nehmen würde, sehe ich mich nun mit dem Gegenteil konfrontiert.
Die nette Zwitscherin kl_diva, der ich eifrig folge, hat einen Artikel auf n-tv.de entdeckt, in der die Organisation Foodwatch darüber berichtet, dass Capri Sonne zuviel Zucker enthalte. Es ist augenscheinlich die gleiche Gruppe, die vor zuviel Uran im natürlichen Mineralwasser gewarnt hat.
...Liebe Foodwatch-Gruppe: WEN INTERESSIERT´S?
Dass Capri Sonne kein gesundes Getränk ist und zudem reichlich überzuckert ist, wissen wir seit Jahren! Jetzt die Verbraucher zu verunsichern und dem Jugendsport einen Sponsor zu verleiden nenne ich Wichtigtuerei. Außerdem ist Capri Sonne mit der Angabe von "Zitat: Sechseinhalb Würfelzucker pro Tüte" noch immer weit weniger zuckerhaltig als Coca Cola. Sehe ich dazu einen Bericht? Nein. Ist Euch wohl zu mächtig, die Coca Cola Company.
Lasst den Kindern doch den ungesunden Spaß. Es liegt an den Eltern, dass die Kleinen sich dennoch gesund ernähren. Und darüber hinaus gebt Ihr ja auch zu, dass TROTZDEM echte Frucht enthalten ist. Also, was soll`s? Profiliert Euch doch bitte über die Überfischung der Meere, durch das Hin- und Hergeschiebe von Schlachtvieh in Europa, oder meinetwegen über Gammelfleisch, anstatt Euch nette, bequeme Nischen zu suchen! Ich als großer Sushi-Liebhaber würde mich sehr über eine Sushi-Analyse freuen...

Und wenn ich schon mal dabei bin: Euer Uran-Appell fällt definitiv unter Panikmache. Nur weil Euch der Urangehalt im natürlichen Mineralwasser zu hoch ist, bedeutet das noch nicht, dass Wasser trinken plötzlich schädlich ist! Wir haben in Deutschland äußerst strenge Verbraucherschutzgesetze, und wo dies nicht stimmt, erschaffen wir sie, auch im Clinch mit der EU. Wenn also unser Verbraucherschutzministerium einen Grenzwert für Uran im Mineralwasser festlegt, ist der weit von gesundheitsschädigend entfernt. Eure persönliche Meinung möchte ich dann doch bitte von einem unabhängigen Forschungsinstitut generell untermauert sehen. Außerdem hätte man sich beim Thema Mineralwasser eher auf die teilweise hohen Konzentrationen an natürlichen Salzen gestürzt, was ein weit besseres, schwierigeres und wichtigeres Thema bei Wasser ist.
Und mal so ganz unter uns, Hey, Mineralwasser kommt aus dem Boden. Und im Boden gibt es nun mal Spuren von Mineralien und Metallen. Deshalb auch von Uran. Jetzt haltet Euch fest, sogar Schweres Wasser und Überschweres Wasser, also Deuterium und Tritium kommt im Mineralwasser vor. Allerdings reicht es noch nicht, um Reaktoren zu betreiben oder Atombomben zu bauen. Und jetzt verrate ich Euch noch etwas: Das ist ganz natürlich.
Wenn dann doch mal ein Wasser auf den Markt kommt, das die sehr niedrig angesetzten Grenzwerte überschreitet, gehört es natürlich vom Markt genommen. Aber nur weil Ihr eine Geschichte zur Profilierung braucht, müssen wir jetzt nicht Dutzende Mineralwassermarken vom Markt nehmen. Alles was Ihr erreicht ist unseriöser Journalismus... Mit dem Euer Name in Zukunft verbunden ist. Also überlegt Euch gut, was Ihr in Zukunft propagiert. Wir BRAUCHEN definitiv in Deutschland ein paar ernsthafte, wache Augen mit Sachverstand, die den Verbraucher dann beschützen, wenn der Staat versagt. Wir BRAUCHEN KEINE Bildzeitung im Verbraucherschutz.

Sonntag, 17. Mai 2009

Das leidige Wahlthema

Vor einiger Zeit ließ ich meinen alten Kumpel und Schreiberkollegen Harun Raffael zu Wort kommen und machte ihn mit seinen Antworten zu meinen Ideen den Kreationismus betreffend zu meinem ersten Gastblogger.
Eine andere meiner Kolleginnen der brotlosen Schreiber, definiert als Hobby-Autor, ist Miyu-Moon, die in diesem Blog oft vertreten ist. Neulich habe ich sie gefragt, ob sie nicht mein zweiter Gastblogger werden will, und heraus gekommen ist der Text da unten. Ich muss zugeben, sie hat mich wieder einmal beeindruckt. Leider weiß ich nicht, wie viele Menschen meinen Blog wirklich lesen, aber lesenswert ist ihr Artikel zur Kommunalwahl in Karlsruhe allemal.

Miyu-Moon:
Ja, ich muss meinen ersten Blog-Eintrag mit dem wohl langweiligsten Thema für Menschen unter und über 21 Jahren beginnen. Heute oder genauer gesagt vor zwei Tagen bekam ich meinen ersten Stimmzettel für eine Gemeindeatswahl. Das Kuvert lag also zwei Tage auf dem Küchentisch, obwohl es mit einer großen, fetten Rothscrift gekennzeichnet war. Vermutlich machen es die anderen 50% der Wahldesinteressierten genauso und ignorieren das Unvermeidliche, bis man darauf aufmerksam gemacht wird.
Interessant ist hierbei zu sehen, dass auch ein Handzettel beiliegt, der einen genau erklärt WIE man wählen sollte.

Was mich gleich zu der Frage bringt, ob die heutigen Wähler Idioten sind, wir für Idioten gehalten werden oder man auch schon vor 20 Jahren Gebrauchsnaweisungen für die überforderten Wähler mitschickte.
Das schlaue Papierchen sagt alles, nur leider nicht, wo der unerfahrene Erstwähler sein Wahllokal findet.
Warten wir doch mal 10 Jahre ab, ob dann nicht vielleicht noch eine Karte von Google angeheftet wird.
Vielleicht bringen sie sogar ein Programm heraus, dass man auf sein Handy downloaden kann, - selbstverständlich gegen Gebühr-, das einen dann stracks per Satellit zur nächsten Wahlurne führt. Wenn es schon diese gefaketen "Such-deine-Freunde-Programme" von Klingeltonanbietern gibt, warum nicht dann auch ein System das den orientierungslosen Wähler führen soll?

Wieder zurück zum Wahlmaterial. Hier habe ich neun Seiten mit den Namen und Adressen völlig wildfremder Menschen, wobei ich 48 dieser 341 Menschen meine Stimmen geben soll.
Im Ernst, bin ich die Einzige die das als leichtsinnig empfindet?
Okay, keiner dieser 48 wird es jemals zum Bundeskanzler oder Bundespräsidenten schaffen und dementsprechend ist die Angst zum Ziel zukünftiger, terroristischer Anschläge auserkoren zu werden, irrelevant- aber trotzdem leichtsinnig. Leichtsinn, weil jeder Depp so deine restlichen Daten nachgoogeln könnte, wenn er den Zeitaufwand in Kauf nehmen möchte.
Mit so einer Liste drückt man den Verbrechern, Trollen oder radikalen Besserwissern, eine gute Waffe in die Hand. Hab ich schon erwähnt, dass nicht nur die Anschriften der jeweiligen Leute, sondern auch deren Berufe preisgegeben werden?

Ausländerfeindliche Individuen die es nicht dabei belassen ihre Hassreden am Stammtisch zu üben, bekommen somit mal schnell ein paar "lohnende" Ziele in die Hand gedrückt.
Linke könnnen darüber wettern, dass viel zu viel gutsituierte in der Wahlliste vertreten sind.
Diese Liste muss wohl nicht fortgeführt werden, da jeder wohl erkennt worauf ich hinaus möchte.
Aber ich möchte auch kurz eauf einige erfreuliche Dinge aufmerksam machen, was alle der zu wählenden Parteien beispielweise gemeinsam haben.
Fast überall in den Wahlreihen sind Rentner vertreten und die SPD hat beispielweise einen Haufen Studenten die sie unterbringen wollen.

Die CDU dagegen bietet ein Großkontingent an Selbstständigen, Bankangestellten, Ärzten und sonstigen Berufstätigen in leitenden Positionen. Ich weiß ja nicht nach welchen Kriterien diese Leute zusammengesucht werden, aber soll schon das eine erste Beeinflussung des Wählers sein, indem man besonders viele LEITpersonen mit den Zukünftigen Leitenden in der Politik asoziieren soll?

Die Grünen dagegen warten mit einer Riege an Diplomerworbenen und Lehrern auf. Ich wundere mich nur über den Pizzabäcker, aber unter dem großen Motto der ökologischen Politik, finden wohl Menschen aus allen Sparten zueinander.

Als nächste folgt die FDP. Ich möchte jetzt mal nicht hinterfragen, was den der Unterschied zwischen einer "Familienfrau" und einer "Hausfgrau" ist, denn das würde wohl den Querschnitt durch unsere Gesellschaft völlig ruinieren. Abgesehen davon das die FDP sich wohl für zu jung und dynamisch hält, da sie den Rentner von der Liste gekickt haben.

Dann haben wir noch unseren Linken.
Hier stechen mir als erstes die ganzen Sozialen Berufe ins Auge, aber auch den armen Erwerbslosen, den man wohl eine letzte Chance geben will. Ist das nicht rührend?

Dann folgen auf den letzten Plätzen noch die städtischen Parteien.

Die KAL präsentieren sich auf der Liste genauso wie die Werbung für unsere Stadt. Studentenfreundlich, kulturfreundlich, bildungsreich und hochtechnologisiert. Reine Zufall oder eine erneute Marketingstrategie?

Als nächstes folgen die "Freien Wähler BüKa".
Das letzte Wort bitte nicht mit den falschen Dingen aossoziieren, weil es ja so komisch klingt, den es ist nur eine Abkürzung für "Bürger für Karlsruhe", mehr nicht. Ich sehe hier nur zwei Künstler hervorstechen, aber ansonsten präsentiert sich hier der gleiche Durchschnitt wie bei allen anderen Parteien oder Zusammenschlüssen.

"Gemeinsam für Karlsruhe", stechen überraschenderweise mit mehr göttlichen Beistand aus der Masse, als die gesamte CDU, nämlich mit gleich drei Pastoren. DA frägt man sich doch wo den bei der Großpartei das Christliche abgeblieben ist, wenn man sich dort so die Berufe anguckt.

Zuletzt folgen die etwas unterpräsentierten "Karlsruher für Familien" mit sage und schreibe nur 12 Personen. Nun da ihnen 35 Personen fehlen so im Gegensatz zu den anderen Gruppierunge die immer mit 47 Leuten vertreten sind, kann ich nur sagen das hier die Pädagogen in der leichten Mehrheit sind.

Wenn ich wirklich viiiel Zeit hätte, würde ich noch ein paar Grafiken mit einem genaueren Jobvergleich oder dem üblichen Mehr Männer/Mehr Frauen(?)-Diagramm einwerfen, aber dafür bleibt leider keine Zeit.
Ich weiß jetzt nicht, was es noch zu sagen gibt.
Außer das ich bei soviel Vielfalt schon die Hände über den Kopf zusammenschlagen muss. Nichts gegen die Grundsätze unserer Demokratie, aber wenn man bedenkt wie lesefaul viele Jugendliche sind, wer will da wirklich noch erwarten, dass sich ein jeder über acht verschiedene Parteien informiert und dann noch brav 48 Stimmen vergibt, ohne sich zu verzählen?
Bei mir wird das jedenfalls noch eine Weile dauern, bevor ich mir ein genaues Bild über die Kandidaten gemacht habe, aber um nach bohlens'ischen Leitsätzen vorzugehen.
Ich weiß definitiv jetzt schon, wenn ich NICHT wählen werde und das ist die CDU!
Allen anderen Finalisten viel Glück bei der Wahl.

Fußball, Drogen und der Grand Prix

Was haben die Schlagworte der Überschrift gemeinsam? Eigentlich gar nichts. Und doch alles. Dann jedoch wieder nichts. Zumindest nicht gemeinsam. Natürlich kann der Grand Prix zur Droge werden (an dieser Stelle meine Glückwünsche an Norwegen für den Sieg), und auch Fußball ist für viele eine Droge. Aber kann Fußball zum Grand Prix werden? Oder umgekehrt? Nein. Oder doch?
Kann die Bedeutung tauschen? Nein, natürlich nicht. Andererseits, rein philosophisch ist so viel möglich, was man sich auch vorstellen kann.
Warum dieser Text? Nun, ich hatte all das auf einem Schlag. Fußball! Drogen! Und den Grand Prix!
Gut, gut, keine Panik, das mit den Drogen kann ich relativieren. In diesem Zusammenhang spreche ich vom üblichen Alkoholkonsum vor, während und nach einer Fußballpartie.
Aber lasst mich von vorne beginnen: Gestern war das wahrscheinlich Titelentscheidende Derby zwischen Wolfsburg und Hannover. Hannover wurde mit fünf Treffern eingeseift, und Wolfsburg ist, wenn sie das letzte Spiel nicht verlieren, Meister. Jedenfalls bin ich mit Freunden nach Hannover, um genau dieses Spiel zu sehen, und vor, während und danach wurde eifrig konsumiert, und vor allem geschimpft, geschimpft und manchmal auch gemeckert. Nun muss man aber dazu sagen, dass ich den Bayern den Titel NICHT gönne, weshalb ich persönlich auf eine widrige Art mit den drei Punkten für Wolfsburg zufrieden bin. Aber mussten es gleich fünf Tore sein? ^^°°°
Ich weiß jetzt jedenfalls wieder, warum ich mich nicht für Fußball interessiere, und das ist auch gut so. Für mich verbleibt die Erinnerung an einen feuchtfröhlichen Nachmittag, an einen Maxi-Kaffe aus dem Hauptbahnhof, der einer Cola von McDonalds Ehre gemacht hat, einer lauschigen mehrstündigen Sitzung im Waterloo-Biergarten, frischem Sushi aus der Passerelle-Gaststätte und ein, zwei Absackern daheim in Banteln. Zuhause angekommen platzte ich dann auch prompt in die Ausläufer des Grand Prix, was dazu führte, das ich meine Pläne für den Abend einmal komplett umschmiss und mir die letzten Titel sowie das Voting komplett ansah. Hierbei gewann, wie ich oben schrieb, Norwegen mit einem uneinholbaren Vorsprung, Deutschland schaffte es gerade so, nicht abzustürzen... Und alle Teilnehmerländer bekamen Punkte, was für mich der erfreulichste Aspekt war. Ärgerlich für mich ist nur, das mein Favorit Spanien quasi im Keller gelandet ist, und dabei habe ich für sie angerufen. ^^°
Na ja, der Grand Prix hat seine eigenen Gesetze, und seine eigenen, neuen Regeln führten dazu, dass zwei der großen vier Geldgebernationen, also England und Frankreich, im prächtigen Mittelfeld landeten, während wir harmlos am Ende der Punktekette dümpelten.
Herrschaften, wenn wir in Zukunft nicht auch die Vorrunde auf uns nehmen, gewinnen wir den Grand Prix nie mehr, so einfach ist das.
Alles in allem hatte ich meinen Spaß. Weitestgehend.

Hierzu ein Gedicht:

An die schöne Dame

An die schöne Dame,
die ihr Leben in vollen Zügen genoss.
Die schwer bepackt auf Treppen saß,
während sich Strom auf Strom an Reiselustigen in den Zug ergoss.
Abi stand auf ihren Ärmeln,
eine weite Reise hatte sie vor,
geblondet war die Kurzfrisur,
dunkel stachen schon die Haarwurzeln hervor.
Ihr Poloshirt war, sofort habe ich´s gesehen,
herabgeknöpft, so weit es ging.
Und schöner als dies war nur
ihr wirklich, wirklich wunderschönes Gesicht.
Drei Sätze wechselten wir, ein wenig teilten wir den Weg.
Dann war sie fort.
Schöne Dame,
eine wundervolle Reise wünsche ich dir.

...Was das Gedicht angeht, vergesst nicht Regel Nummer eins, die Euch Mama beigebracht hat: Wenn ihr nichts gutes zu sagen habt, sagt GAR NICHTS. ^^V

Dienstag, 12. Mai 2009

Vermischtes

Tja, so war die Woche... Bei DSDS haben sie tatsächlich einmal zwei gute Sänger entdeckt sowie ein armes, zwangsgeblondetes Mädchen, das im Auftrag der Eltern Karriere um jeden Preis machen muss (und deshalb gegen alles und jeden beißt und kratzt), die H1N1 ist immer noch keine tödliche Pandemie (witzig fand ich den Artikel, in dem behauptet wurde, CNN hätte schon euphorisch eine Hymne in Auftrag gegeben, die bei der Beisetzung von Grippeopfern in Massengräbern gespielt werden sollte - was für eine Geldverschwendung), eine junge Frau hat eine andere junge Frau geschnitten, leider in einer Schule, und damit Amok-Alarm ausgelöst (ohne einen einzigen Schuss abzugeben - mit einem Messer auch schwer möglich - hat sie die ganze Schule in Panik und Todesangst versetzt. ...oder war das die überreagierende Schulleitung?), der Benzinpreis knabbert an der 1,30-Marke, meine auf Fanfiction.de hochgeladenen Storys wurden mittlerweile 1600x aufgerufen...
Ist noch etwas von Bedeutung passiert? Sicherlich, aber unsere Medien stürzen sich ja lieber auf Dinge, die schnell viel - vor allem kurzfristige - Aufmerksamkeit bringen, um ihre Zuschauer- oder Leserzahlen zu puschen.
Aber mit dieser Art von Journalismus ist es wie mit Drogen: Den Fixern reicht die Dosis irgendwann nicht mehr um high zu werden, und sie setzen mehr an. Wieder und wieder und wieder. Bis sie irgendwann so drauf auf der Droge sind, dass normaler Journalismus bedeutet, dass unter fünf Morden eine Meldung keine Meldung ist. Himmel, müssen denn dann die Blogger für den seriösen Journalismus sorgen?
Ich glaube, der Tag an dem MEIN Blog als seriöser angesehen wird als meine Tageszeitung, ist der Tag, an dem ich dringend eine Zeitung gründen sollte. Die Welt möge uns alle davor bewahren.
Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass Benedict der XVI. sich wirklich darum bemüht, seinen früheren Patzer auszugleichen und bei seiner Nahostreise für die Versöhnung zwischen Juden und Muslime wirbt, ohne zugleich das Christentum darüber zu erheben. Ehrlich, wenn das auch nur ansatzweise funktioniert, hat Papa Razzi meinen Respekt, den er eigentlich für seine mittelalterlichen Moralvorstellungen, die Fortsetzung der Kirchpolitik der Nichtverhütung, die Geldgeschäfte des Vatikans und seines allgemeinen Stemmens gegen Veränderungen (Abschaffung des Zölibats, Einführung weiblicher Priester, Haltung zur Abtreibung z.B.) verloren hat.

Soviel zur Weltpolitik. Kommen wir zu einem Punkt im Vermischten, der mir am Herzen liegt.
Eine Person, ich will da nicht näher ins Detail gehen, hat neulich mit mir über Schwule diskutiert. Diese Person war der festen Meinung, dass a) Homosexualität eine Krankheit ist, b) Homosexuelle deshalb Jesus nicht lieben, c) sie geheilt werden können, wenn sie die strahlende Göttlichkeit und die Liebe von Jesus Christus annehmen.
Da ich bereits etliche Breschen in meinem Haupthaar hinnehmen musste, habe ich darauf verzichtet mit selbiges zu raufen. Aber wieder einmal habe ich zwei Dinge bestätigt gesehen. Einerseits, dass ich auf diesem Gebiet wesentlich toleranter bin als ich selbst gedacht habe... Einige meiner Freunde sind dagegen regelrecht homophob.
Und andererseits: Ich HASSE Kreationisten!
Das ist genau ihre Vorgehensweise: Eine Theorie (so nennen sie es zumindest) oder eine Idee wird aufgestellt, mit Zähnen und Klauen verteidigt, und ernstzunehmener Widerspruch, der ihr Argumentsgehäuse vernichtet, wird mit folgenden Worten abgewiegelt: So sehe ich das, und jetzt will ich auch nicht mehr drüber reden.
Himmel, Arsch und Zwirn. Ich bin nun wirklich nicht religiöser als unbedingt notwendig, aber eben auch kein Atheist. Dennoch frage ich mich ernsthaft, warum manche Menschen so etwas wirklich glauben, vertreten und in diesem Punkt belehrungsresistent sind, selbst wenn man a) feststellt, dass Jesus nachweislich alle Menschen liebt (siehe hierzu die Bibel) und b) auch Schwule bekennende Christen sein können, wenn sie den Glauben haben.
Hier kommt wieder der Einwand: So sehe ich das, und jetzt will ich nichts mehr dazu hören.
Wer verbreitet so einen Unsinn? Und wo wird es stoppen? Hier sind es Homosexuelle die in die Kathegorie "krank" abgeschoben werden, obwohl wir längst wissen, dass sie das Ergebnis ganz natürlicher biologischer Vorgänge sind (oder willentlicher Entscheidungen, die jeder von uns zu respektieren hat), dort drüben behauptet jemand, Dinosaurierknochen wären von Gott erschaffen und in den Erdschichten eingelagert worden, irgendwo in eine Ecke kocht wieder das Ursuppe funktioniert gar nicht-Argument auf... Was unterscheidet solche Menschen eigentlich von Holocaust-Leugnern, Scientologen und Fanatikern jeglicher Couleur?
Langsam beschleicht mich sogar das Gefühl, meine tolerante Art könnte die Minderheit, und der selbstherrliche, unbelehrbare Aspekt am Menschen das Gros sein.
Nun, ich hoffe nicht.
Inzwischen habe ich mich übrigens wieder abgeregt.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Fanfiction.de

Heute mal ein eher kurzer Blog-Eintrag zu einem aber nicht unwichtigen Thema. Wie jeder, der diese Seite besucht und ernsthaft studiert, wissen sollte, bin ich begeisterter Hobby-Autor mit diversen Semi-professionellen Veröffentlichungen und zwei Book on Demand-Projekten. Dazu kommen Dutzende kürzerer oder längerer Projekte, an denen ich seit Jahre schreibe oder mitschreibe.
Warum spreche ich das an? Die Antwort ist simpel. Ich denke, ich habe im Internet endlich einen Platz gefunden, an dem ich einen Großteil meiner Arbeiten unkompliziert hochladen und einem breiten Publikum anbieten kann. Und schon macht die Überschrift Sinn. ^^
Fanfiction.de bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten, um eigene Werke präsentieren zu können. Dutzende Themen zum Bereich Fanfiction ermöglichen Leser und Autor eine leichte Zuordnung und Orientierung, und im Bereich "Eigene Arbeiten" kann man Poesie und Prosa nach eigenem Gutdünken hoch laden. Auch diese Bereiche sind wieder unterteilt und sortiert. Sie bieten eine gute Gliederung. Man kann sich nur mit Gewalt verlaufen, möchte ich sagen.
Selbstverständlich habe ich bisher auf Fanfiction bisher kaum etwas GELESEN. Dafür habe ich aber umso mehr HOCHGELADEN. Das Besondere dabei ist, dass ich einige der Geschichten hochladen konnte, die bisher nirgends im Netz zu finden waren, die nur im Fanzine des Black Hole Galaxie, dem "World of Cosmos" zu finden waren. Tatsächlich plane ich, nach und nach alles auf Fanfiction.de hochzuladen, woran ich die alleinigen Rechte besitze, sowie meine eigenen Fanfictions.
Der Nachteil bei der Geschichte: Zwar präsentiere ich meine älteren Arbeiten einem größeren Publikum, aber leider sind die ganz alten Sachen noch in alter Rechtschreibung geschrieben. Zum Teil sind sie auch noch umständlich gegliedert und hier und da noch mit Rechtschreibfehlern behaftet. Aber wenn ich diese riesige Menge an Geschichten sehe frage ich mich: Kann ich das schaffen, oder schafft es mich?

Fazit: Fanfiction.de ist einfach in der Handhabung, bietet eine Menge interessierter Leser und interessanter Autoren (zumindest wenn ich von meiner Kommunikation mit ihnen ausgehe), verständnisvolle Moderatoren. Es ist eine nette Plattform, die ich voll ausnutzen werde. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich dadurch endlich der von mir lang ersehnte Sprung in die Profi-Liga.