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Dienstag, 31. Januar 2012

Philipp for President?

Es ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her, da sollte Karl Theodor usw. zu Guttenberg den Orden wider dem tierischen Ernst verliehen bekommen, der an Personen des Öffentlichen Lebens verliehen wird, die Beliebtheit, Mutterwitz und Individualität in sich vereinen. Damals steckte der Herr Baron aber schon bis über beide Ohren in der Plagiatsaffäre, bzw. er war gerade mitten in der Salamitaktik und gab imme so viel zu, wie nicht mehr zu leugnen war. Geschickt hat er dann seinen Bruder Philipp, der als sein Knappe den Orden annahm, der damals in seiner Büttenrede nicht nur seinen Bruder verteidigte, sondern ihn genauso hochnahm und der BILD und anderen Medien einen kräftigen Seitenhieb versetzte. Damals bloggte ich über die Rede, weil ich von ihr und vom Freiherrn begeistert war. Na, Schwamm drüber.

Thema Orden wider den tierischen Ernst: Gestern lief auf ARD die Aufzeichnung der Ordensverleihung vom Samstag in Aachen, und siehe da, der Herr Baron zu Guttenberg konnte wieder nicht, und schickte erneut den kleinen Bruder. Der sollte eigentlich die Laudatio auf den diesjährigen Preisträger Ottfried Fischer halten, verbrachte aber gut die Hälfte der Rede damit, diesmal sehr viel deutlicher über seinen Bruder herzuziehen. Dabei fand er recht deutliche Worte und sagte unter anderem, sein Bruder hat sich verpisst. Dabei blieb es nicht, und es kam zu einigen deutlichen Äußerungen und Anspielungen, die ich Euch nur empfehlen kann, sobald jemand ein Youtube-Video hochgeladen hatte.

Da stand er also, der gute Philipp, und bedankte sich auf seine ganz eigene Art dafür, dass ihn sein Bruder erneut vorgeschickt hatte, mit seinen deutlichen Seitenhieben und dem Satz aus seiner Vorjahresrede: "Das krause Haar bleibt stets gegelt."
Nun kann man darüber streiten, dass er diesmal den großen Bruder richtig in die Pfanne gehauen hat, aber ohne wirklich anzuklagen.
Man kann auch darüber streiten, warum KTG als einziger Ordensträger in die Geschichte eingehen will, der sowohl die Ordensverleihung als auch die Laudation von einem Knappen hat halten lassen.
Ich für meinen Teil finde, dass sowohl Philipp zu Guttenbergs Witze als auch die Stimmung im Saal deutlich gemacht hat, dass der gute Baron in letzter Zeit nur Fehler gemacht hat und Kredit verspielte, den er teilweise nicht mal hatte.

Auf jeden Fall hat er mir wieder sehr gut gefallen, der kleine Bruder. Und auch wenn das nur Fassade sein sollte, wenigstens hat der Bursche Humor. Und ich könnte mir sogar vorstellen, ihn zu wählen. (geschickt formuliert, eh?)
Im Anschluss an die Rede wurde der tapfere Knappe vollkommen zu Recht zum Ehrenmitglied berufen, eine Würdigung, die er sicher nicht erwartet hat, die aber vollkommen berechtigt ist. Ich gratuliere ihm zu dieser Ehre herzlich. Natürlich auch Ottfried Fischer, der leider viel Rampenlicht an den kleinen Guttenberg verloren hat, und der in diesem Blogeintrag auch zu kurz kommt... Sorry, Otti.

Bleibt mir nur noch eines zu sagen: Wenn man Philipp Franz zu Guttenberg hat - wer braucht da noch KTG?

Sonntag, 29. Januar 2012

Atomkraft - nein, danke?

Ruhig ist es geworden, um die Atomkraft in letzter Zeit. Aber nicht völlig. Während sich Deutschland weitestgehend mit dem versprochenen Ausstieg zufrieden zu geben scheint und eher gelangweilt als alarmiert auf die marode Asse schaut, flackern die Vorteile der Atomenergie doch durchaus auf tagesschau.de und Scienceblog.de auf.
Während also tagessschau.de über das "Kernkraftwerkchen" von Temelin redet, über Vorteile der Region durch direkte Förderung des Stromkonzerns, und was sie doch schon alles getan haben - und es hat ja keiner Bedenken, neben einem Atomkraftwerk zu leben - stellt das Scienceblog Primaklima die Frage, ob wir in Zeiten des Klimawandels auf Atomstrom verzichten dürfen, da sie ja CO2-neutral ist.
Hier lohnt wirklich bei beiden Artikeln ein Blick auf die Kommentare. Auf tagesschau.de spukt bei den Befürwortern verächtlich die "German Angst" vor Atomstrom umher, und eine hämische Betrachtung auf die Unqualifiziertheit der Gegner, bis hin zu Totschlagargumente, wir würden jetzt ja selbst Atomstrom importieren müssen, da wir nicht mehr genügend produzieren.  Auf Primaklima geht es hingegen wissenschaftlich-sachlicher zu. Nach dem Artikel, der den Aufsatz dreier französische Physiker pro Atomstrom beinhaltet, liest man in den Kommentaren viel über Reaktorsicherheit in Deutschland. Und auch die Kraftwerke der 4. Generation werden erwähnt, die teilweise Atommüll als Energiequelle verwenden.

Als Mensch, der mit offenen Augen durchs Leben geht, kann ich mich einem Kraftwerkstyp der 4. Generation nicht verschließen. Man denke nur, ein Kraftwerk, das Atommüll verwertet. Genau, dieses fies strahlende Zeug, das uns einhunderttausend Jahre erhalten bleibt, hoch giftig ist und nirgends richtig zwischengelagert werden kann, geschweige denn endgelagert.
Der Haken: Die ersten Reaktoren dieses Bautyps sind frühestens in zwanzig Jahren verfügbar. Ein Vorteil: Für Kraftwerke dieses Typs steht heute schon mehr als genügend Atommüll bereit, denn Kraftwerke produzieren selbst nach Aufbereitung lt. Wikipedia bis zu sieben Kubikmeter hochgradig strahlenden Atommüll, der eigentlich sicher endgelagert werden sollte.
...sacken lassen.

Eigentlich schätze ich den Scienceblog sehr, wegen der Art, wie dort Wissenschaft leicht verständlich zugänglich gemacht wird. Und ich habe nicht das erste Mal von Fission-Kraftwerken gelesen, die generell positiv zu bewerten sind. Aber hier wurde ein wenig der Bock zum Gärtner gemacht. Und wer den tagesschau-Artikel für Propaganda pro Atomstrom hält, hat unbesehen Recht, wenn die einzige Gegenstimme im Artikel selbst eine Beschwerde einer Umweltorganisation ist, die nur meckert "dass der Stromkonzern die Meinung der Leute kauft".
Mit Atomstrom habe ich mich ja schon ein paarmal auseinander gesetzt, wie eifrige Leser meines Blogs wissen. Und ich habe jedes Mal ein wenig dazu gelernt, so dass ich mich jetzt als wissenden Laien betrachte.
Generell gilt: Generation 4-Kraftwerke sind förderungswürdig, und daher sollten einige von ihnen gebaut werden. Dies aber nicht auf Kosten des Energiemixes. Atomkraft hatte vor der Teilabschaltung im Moratorium einen Schnitt von gut einem Viertel am Stromaufkommen in Deutschland, und das war ungefähr die Menge, die Deutschland deutsche Stromkonzerne ins Ausland verkauft haben. Ich weiß, ist physikalisch so nicht richtig, aber auch nicht so falsch. Nun sind sieben Standorte vom Netz, und es ist immer noch genügend Strom da... Und die Horrorausfälle, die für den Winter fest eingeplant waren, sind bisher nicht eingetreten.

Kommen wir also auf die Kernaussagen zurück und platzieren wir unsere Gegenargumente.
1) German Angst verhindert, dass Atomkraft weiterhin positiv gesehen wird und wichtige, notwendige Reaktoren weiter laufen.
German Angst haben wohl nur die Eltern von Kindern in der Elbmarsch, deren Kinder überproportional an Leukämie erkranken als im Rest von Deutschland. Die anderen fragen sich eher zwei Dinge: Warum hat Atomkraft seit ihrer Existenz rund sechshundert Milliarden Euro Fördergelder erhalten, obwohl Atomstrom so "billig" ist? Und: Was machen wir mit dem einhunderttausend Jahre strahlenden Müll, wenn Gorleben kein sicheres Endlager ist, wie der andere Salzstock, die Asse, gerade eindrucksvoll beweist?
Wir wissen, dass die Verklappung von Atommüll im Ozean eine dumme Idee ist/war, weil nicht nur die Strahlung, sondern die gefährlichen Partikel wie Cäsium, Strontium, auch Plutonium die Nahrungskette hinaufwandern und irgendwann wieder auf unserem Teller landen. Es bedarf nicht einmal großer Mengen dieser hochgiftigen Substanzen -  und auf dem Grund der Meere lauert es hochkonzentriert.
Wer also Atomkraft positiv sieht, soll mir erklären, was er mit dem hochradioaktiven Abfall zu machen gedenkt, und mir erklärt, warum der Atomstrom einerseits als billig gepriesen wird, wir aber Horrorsummen an Subventionen zahlen müssen.

2) Atomstrom ist CO2-neutral.
Okay, ich werde zum Erbsenzähler. Was haben wir hier? Atomstrom. Wie funktioniert der? Aus angereichertem Uran werden Brennstäbe gemacht. Diese werden in Druckreaktoren mit Neutronen beschossen. Uran spaltet sich auf und gibt dabei Energie frei. Dabei entstehen auch die hochgiftigen Substanzen wie Cäsium und andere, aber das nur nebenbei. Die Energie wird genutzt, um eine ganz klassische Dampfturbine anzutreiben, die Strom produziert. Der ganze Vorgang braucht also nur die Brennstäbe, zwei Kühlkreisläufe, die Reaktorkammer, ausreichend Wasserzufluss. Ende. Beim Beschuss des Urans wird tatsächlich kein CO2 produziert. Im Gegenteil, die schneeweißen Rauchsäulen über den Kernkraftwerken bestehen nur aus Wasserdampf. Reinem H2O.
Kommen wir zur Erbsenzählerei. Man kann aus einem Kilo Uran mehr Energie produzieren als aus einem Kilo Kohle. Viel mehr. Sehr viel mehr. Viiiiiel mehr. Aber wir kommt man an das Kilo Uran?
Das wird im Tagebau gewonnen. Im Ausland. Auch in Deutschland ist mal Uran gewonnen worden. Aber die Methode war zu unergiebig, und die Geschichte an sich zu giftig für die Umwelt, deshalb hat man es nach dem Ende der Sowjetunion sein gelassen. Derzeit bauen u.a. einige afrikanische Länder, Kanada, die USA, Russland, Australien und andere im Tagebau Uran ab und verkaufen es auf dem spekulativen Weltmarkt zum Tagespreis.
Moment Mal, Tagebau? Heißt das, erstmal sieht es irgendwo in einem Abbaugebiet aus wie bei uns im Braunkohletagebau? Nun, nicht ganz. Bei uns genügt ein Riesenbagger, der das weiche Braunkohleflöz abträgt. Bei Uranerz muss Gestein gesprengt werden. Und eine Menge Gestein muss bewegt werden um ans Uran zu kommen. Wieder und wieder und wieder. Dabei fällt natürlich CO2 an, genauso wie für den Transport nach z.B. Gronau/Westfalen, wo dann Brennstäbe entstehen, die wiederum zu den Kraftwerken geschaffen werden. Das mag jetzt wirklich Erbsenzählerei sein, aber es ist leider ein Fakt: Kernkraft produziert während der Kettenreaktion kein CO2, das ist richtig, aber für den Abbau von Uran, die Weiterverarbeitung und den Transport fällt eine Menge an. Auch für den Abtransport, die Wiederaufbereitung, und, und, und. Dazu kommen höhere Kosten, einerseits für die Ressource, andererseits für den Umgang mit der gefährlichen Substanz nach ihrer Verwendung: Für die Arbeit mit Atommüll wird ein immener Aufwand betrieben. Werkzeuge und Bekleidung werden nach einmaliger Benutzung im Zusammenhang mit hochradioaktivem Müll entsorgt - als Atommüll. Diese Verschleißprodukte müssen auch erst mal produziert werden. Mag ja sein, dass Kernkraft weniger CO2 als Kohle produziert - wobei man die modernsten Filtersysteme nicht unterschätzen sollte - aber CO2-neutral sind gaaaaanz anders aus.
Und billig ist die Scheiße auch nicht. Einmal ganz davon abgesehen, dass der billige Atomstrom ohnehin ins Ausland verkauft wird, nachdem wir ihn subventioniert haben. ^^°°°


3) Wir dürfen uns neuen Technologien nicht verschließen.
Richtig. Unterschreibe ich sofort. Wenn die Generation 4-Reaktoren einsatzbereit sind, und so schicke Sachen wie ausgebrannte Brennstäbe oder Thorium verwerten - sogar Cäsium und Plutonium - dann her mit den Dingern. Atommüll fällt immer irgendwo an. Aber normalerweise nur leicht strahlender Müll, wie bei der Ölförderung, wenn durch Radiumhaltige Gesteinsschichten gebohrt werden muss.
Aber wollen wir dafür eine überteuerte, hochsubventionierte und Endlagerungeklärte Atomkraft behalten?
Die meisten Kraftwerke in Deutschland laufen ohnehin bis zu jenem Zeitpunkt, an dem ihr vorhergeplantes  "Leben" ein Ende gehabt hätte, wenn nicht die Kanzlerin wegen der Reaktorsicherheit deutscher KKW vollmundig von vierzig Jahren Laufzeitverlängerung gesprochen hätte - und Hitzköpfe in der CDU sogar sechzig gefordert hatten, vor Fukushima natürlich.
Nebenbei bemerkt halte ich es für die dümmste Entscheidung Merkels,  die Atomkatastrophe in Japan als Anlass für das Moratorium und die Abschaltung der sieben ältesten AKW in Deutschland zu nehmen. Man könnte ja meinen, Muberkel hat Angst davor, das eine entsprechende Katastrophe auch hier bei uns möglich ist. Wenn es German Angst in diesem Thema gibt, dann ist die Atompolitik der Bundesregierung Schuld. ^^°
Ach ja, darüber hinaus forschen wir ja immer noch an der Kernfusion. Und auch das Helium-3-Isotop soll eine gute Energiequelle darstellen.
Also: Immer her mit den neuen Technologien, und weg mit der unzuverlässigen, teuren und einhunderttausend Jahre strahlenden Müll produzierenden alten. Nein, nicht Merkel, ich meine die alte Technologie.

4) Deutsche Kernkraftwerke sind sicher.
Sicherlich sind sie sicher. Deshalb wurden ja auch die älteren abgeschaltet, weil sie die Richtlinien z.B. für den Fall eines Flugzeugabsturzes nicht erfüllen.
Und sicher sind jene, die in Erdbebengebieten stehen, gegen leichtere Beben, die in diesen Regionen vorkommen können, abgesichert.
Aber auch wenn die Technologie idiotensicher ist, gibt es immer noch ein Restrisiko. Zwar sind weder Tsunamis zu erwarten, noch der Versuch waffenfähiges Plutonium für deutsche Kernwaffen zu produzieren; aber das Restrisiko, das so oft beschworen wurde, ist im Falle des Eintritts erheblich gravierender als ein Unglück in einem Gas-, oder Kohle-Kraftwerk. Wir haben es in Tschernobyl und Fukushima gesehen: Wenn was passiert, dann passiert es richtig, und rund um das KKW entsteht eine Sperrzone von zwanzig bis dreißig Kilometern, die in einem gesundheitsgefährdenden Maße radioatkiv belastet ist.
Und nein, "das bisschen Radioaktivität" ist nicht das Problem. Die Spaltprodukte, von denen die Radioaktivität ausgeht, und die teilweise hochgiftig sind, sind ein Problem.
Das gleiche Problem haben wir mit der Asse. Sobald Radioaktivität in den Konsens mit Grundwasser tritt, kann alles Mögliche passieren, inklusive einer verstrahlten/verseuchten Region Deutschlands.
Das Risiko für Deutschland mag dank unserer Technologie minimal sein, aber ich wünsche mir, dass alle Befürworter der Kernkraft für diese Sicherheit mit ihrem Namen einzustehen bereit sind.

5) Wenn nicht die Sonne scheint und kein Wind weht, hat es sich mit alternativen Energien, und Ihr wollt die KKW's zurück.
Ja, aber hallo. Was für ein tolles Argument. Dabei weiß doch jeder, dass den dezentralen Kraftwerken die Zukunft gehört. Nicht Atomkraftwerken, sondern Strohkraftwerken, Wasserkraftwerken, Solaranlagen, Biogasanlagen, Erdwärmetauschern, Windkraft, und, und, und.
Wir erinnern uns: Vor der Abschaltung der KKW war der Anteil der Kernenergie am deutschen Strom unter fünfundzwanzig Prozent. Das nannte man den "Deutschen Energiemix". Woher kamen die anderen rund fünfundsiebzig Prozent? Eines steht fest, nicht aus Kernenergie. Und nun ist der Anteil der Kernenergie weiter zusammen geschrumpft, und ich habe hier an meinem PC immer noch Licht, Strom für den PC, und die Heizung, die für den Brenner Strom braucht, läuft auch noch. Es scheint, dass irgendwo doch die Sonne scheint und der Wind weht.
Davon mal abgesehen, und die privaten Investoren außen vor gelassen, die auf ihrem Hausdach eine Photovoltaik-Anlage haben: Da investieren die gleichen Stromkonzerne, die sich an Atomenergie gesund stoßen, Milliarden in Windkraft, u.a. in sogenannten Offshore-Anlagen. Stromkonzerne, die Gewinne einfahren wollen. Die diese als Aktienunternehmen auch bitter brauchen. Glaubt hier jemand ernsthaft, dass ein Vattenfall-Manager ein paar hundert Millionen in den Sand setzen darf, um die Untauglichkeit von Offshore-Windkraft verkünden zu können, ohne das sein Kopf rollt? ^^°
Und um gleich mal das andere Totschlag-Argument vorweg zu nehmen: Photovoltaik funktioniert nur am Tage: Genau da haben wir ja unsere Verbrauchsspitzen. Es hat seinen Grund, warum das Gros der Deutschen am Tage arbeitet, und nicht in der Nacht...

So, ich tippe hier jetzt schon über eine Stunde dran rum, muss noch Korrekturlesen und die wichtigsten Fehler ausmerzen, und schlicht und einfach habe ich keine Lust mehr. Vor allem weil ich darüber enttäuscht bin, dass intelligente Menschen Atommüll als "kleineres Übel" anzunehmen bereit sind.
Und dass diese Menschen es tatsächlich wagen, uns Deutsche als die einzigen hinzustellen, die Atomkraft nicht mehr wollen, obwohl die Kernenergie weltweit auf dem absteigenden Ast ist. Das ist frech.
Bei dieser Riesenmenge an Text wünsche ich mir eine rege Diskussion. Ich bin gerne bereit, mit jedermann über jedes Detail zu diskutieren. Ich wünsche mir dabei nur zwei Dinge:
1) Wenn mich ein Argument überzeugt, oder wenn mir ein Fehler nachgewiesen wird, nehme ich das so an. Das Gleiche wünsche ich mir von meinen Kommentatoren.
2) Es ist offensichtlich, dass ich mich nicht zum Atomstrombefürworter bekehren lasse. Aber das macht mich nicht zum Feind. Ich erwarte sachliche Argumente und Fakten, keine emotionalen.

Ja, das ist ein wichtiger Punkt, denn wenn Atomkraftgegnern pauschal untergeschoben wird, Befürworter wären allgemein besser informiert und Gegner hätten kaum Ahnung von dem, wogegen sie eigentlich seien, muss ich den Kopf schütteln. Es ist gerade nicht so, dass Gegner weniger Ahnung haben. Es gibt nur sehr viel mehr von uns als Befürworter, und daher kann man nicht erwarten, jedes Mal an einen Experten zu geraten, nur weil man mit jemandem redet, der einmal in seinem Leben erkannt hat, dass runde sechshundert Milliarden Euro Subventionen für billigen Atomstrom eine dumme Idee sind.
Wenn jemand dagegen ist, hat er seine Gründe, so wie Befürworter ihre Gründe haben. Der gegenseitige Respekt vor dem Standpunkt des anderen ist essentiell, und darauf werde ich auch achten. Nicht, dass ich wirklich glaube, dass sich ein Befürworter hierher verirrt. Aber mein Blog, meine Regeln. Und ich finde, das sind gute Regeln.
Rest dann in den Kommentaren.

Freitag, 27. Januar 2012

Und noch'n Tausender, diesmal ein Unerwarteter...

Echt jetzt, DAS kam für mich sehr überraschend. Meine Geschichte Beyonder, eine Story über eine Million Menschen, die von der Erde entführt wurden, um gegen außerirdische Invasoren zu kämpfen (auf zehn Planeten verteilt, mit einem marginalen Anteil an Militär), hat nun tatsächlich den Tausender erreicht. Und das, nachdem die geschichte auf Fanfiktion.de zweieinhalb Jahre mehr oder weniger vor sich hin dümpelte.
Noch ein wenig mehr über die Geschichte: Der Hauptprotagonist Alex Tarnau wacht auf einer grünen Wiese unter dem Licht zweier Monde auf, inmitten einer Horde Menschen, die merkwürdige weiße Rüstungen tragen - und muss erfahren, dass in diesem Moment mehrere tausend Menschen in einem Kampf stecken, den sie gar nicht wollen, aber nicht vermeiden können. Der Kampf um die Rettung dieser Menschen beginnt. Und Tarnau weiß immer noch nicht, was hier überhaupt los ist...

Danke für die eintausend Aufrufe und sieben Reviews. das motiviert mich eventuell, die Bücher zwei und drei, die ich eigentlich noch geplant hatte, fertig zu schreiben - wenn die Reviews stimmen. ^^

Also, bleibt mir treu und lest mich weiterhin.

P.S.: Dies ist mein dreihundertdreiunddreißigster Post. d^^b

Donnerstag, 26. Januar 2012

Internetzensur und Sauferei

Wie ich immer gerne schreibe, finden manche Themen mich, anstatt dass ich sie mir aussuche. So war es auch heute der Fall, als ich die Leine Deister Zeitung las, eine der lokalen Zeitungen des Unternehmers Dirk Ippen.
Die LDZ hat einen überregionalen Teil, der selbstverständlich nicht in Gronau Leine geschrieben wird, sondern in der überregionalen Redaktion in Kassel. Dort sitzen dann mit Sicherheit auch die beiden heutigen Kommentatoren, über die ich mich mockieren möchte. Oder besser gesagt, deren Meinungen mir Kopfschmerzen beschert haben. ^^°°° Und das bezieht sich direkt auf meinen Titel.

Internetzensur: Detlef Drewes berichtet in seinem Kommentar über die Bestrebungen der EU-Kommissarin Viviane Reding, Social Networks wie Facebook per Gesetz dazu zu bringen, dass sie die persönlichen Daten von Nutzern auf deren Wunsch unwiederherstellbar löschen.
Dafür findet er Sätze wie: "David gegen Goliath"(Anm.: Reding gegen FB), oder "Daten-Sammelwut der Unternehmen nicht länger hinnehmen", und "jeder muss Herr über seine persönliche Daten sein".
Wie es diese Auszüge bereits andeuten, ist Herr Drewes Feuer und Flamme für diese Idee, und sieht sie als wichtigen Schritt in Richtung Datenschutz. Ein Schlagwort, das er nicht erwähnt, das aber auch durch die Medien geistert, ist das sogenannte "Recht auf Vergessen".
Also, was haben wir hier? Den Wunsch, der BILD-Zeitung die Geschäftsgrundlage zu entziehen, vielleicht?
Sicher nicht. Vielleicht will Frau Reding tatsächlich die Datensicherheit im Internet verbessern. Vielleicht findet Herr Drewes das wirklich so supertoll. Nur... WIE SOLL DAS GEHEN?

...sacken lassen.
Und das ist eine ernst gemeinte Frage. Wie soll das zum Henker gehen? Wie soll zum Beispiel Facebook alle Daten löschen, die ein User im Laufe seiner aktiven Zeit hochlädt? Es wird oft bemängelt, dass Facebook exzessiv Daten sammelt und die Rechte an jedwelchem Material erhält, das auf seinen Seiten hochgeladen wird. Dies ist einerseits der Profilierung der User geschuldet, z.B. um Werbung auf ihn profilgerecht abzustimmen, und andererseits lässt die Rechtslage nichts anderes zu, als ein Mitnutzungsrecht für alle hochgeladenen Daten zu verlangen - wie sonst sollte sich FB absichern, wenn es diese Daten, also, Bilder, Geschichten, Kurznachrichten, dem Rest der Welt zugänglich macht? Natürlich ist es ärgerlich, nicht mehr der einzige Rechteinhaber z.B. am eigenen Bild zu sein und eventuell dabei zusehen zu müssen, wie FB es an eine Redaktion verkauft, die es dann für Werbezwecke einsetzt. Aber soweit ich weiß ist das noch nicht passiert, und wenn doch, dann in einem so kleinen Rahmen, sodass die begierig auf Ausrutscher von Facebook, Google und anderen "Datenkraken" lauernde Presse es noch nicht mitgekriegt und ausgeschlachtet hat.

Meine Meinung: Leute, ganz ehrlich, bringt uns das mehr Sicherheit? Selbst wenn FB alle meine Fotos, Profilnachrichten und dergleichen löscht, irgendwo im Internet gibt es einen Server, auf dem meine Facebookseite gespiegelt ist und weiterhin allen weltweit zur Verfügung steht. Facebook kann das weder verhindern, noch kann es diese Spiegel löschen. Auch eine rechtliche Grundlage würde dem keine Abhilfe schaffen, weil diese Spiegelungen nicht unter Vorsatz entstehen. Und was ist die Konsequenz: FB kann den gesetzlichen Anforderungen nach Löschung nicht nachkommen, und muss deshalb weg.
Da haben wir sie also, die Internetzensur. Ist zwar eine Extrapolation meinerseits, aber ich denke schon, dass es darauf hinauslaufen wird. Soziale Medien, die einen Lösch-Mechanismus nicht vorweisen können, geraten damit selbst in die prekäre Situation, vollkommen legal abgeschaltet zu werden.
Ich frage Euch: Wollt Ihr freiwillig auf Facebook, Google+, MySpace und myVZ verzichten? Wollt Ihr wirklich zulassen, dass diese Seiten geschlossen werden oder von Europa aus nicht mehr erreichbar sind, weil die in Brüssel und viel zu viele Menschen in Europa - nicht nur in der Politik - zu blöde sind, um zu begreifen, wie das Internet funktioniert?
...sacken lassen.
Davon mal ganz abgesehen muss ich hier mal fragen, was sich die Menschen dabei denken, die auf FB Babyfotos ihrer Kleinen hochladen, und diese dann allgemein zugänglich machen, quasi der ganzen Welt zur Verfügung stellen. Oder Urlaubsfotos. Oder Kurzgeschichten, Statusmeldungen, Unterhaltungen. Herrschaften, hier liegt die Verantwortung bei den Usern. Jeder einzelne sollte vor dem Hochladen kurz innehalten und sich fragen: Soll das wirklich die ganze Welt sehen können? Oder: Will ich wirklich die Rechte daran teilen?
Wer sich auf meinem FB-Account umschaut, der wird außer meinem Angry Eagles-Logo keine relevanten Daten finden. Keine Fotos, und vor allem keine meiner Kurzgeschichten und Romane. Ich benutze den Account lediglich zur Kommunikation, dafür aber sind alle meine Postings allgemein zugänglich.
Wer es also als inneres Bedürfnis sieht, seine neuesten Fotos hochzuladen und mit seiner dreihundert Personen-Community zu teilen, der sollte vielleicht drüber nachdenken, sich auf die Community zu beschränken, und seinen braungebrannten Körper nicht gleich der ganzen Welt vorzustellen.
Ich plädiere hier klar für mehr Eigenverantwortung der User, anstatt nach Lösungen aus der Politik zu rufen, die ohnehin nur nach einen geeigneten Tool für eine Internetzensur sucht, was an sich schon traurig genug ist.
Denkt dran, Leute, was Ihr hochladet, für wen Ihr es hochladet und wer es sehen können wird, anstatt Euch zu fragen: Was würde Ilse Aigner tun? Denn die hat vom Internet noch weniger Ahnung. Oder Viviane Reding.


Sauferei: Auch der zweite Kommentar, diesmal von Lorenz von Stackelberg, hat mir überhaupt nicht gefallen. Von Stackelberg referiert über die sogenannte Einstiegsdroge Cannabis und die Forderung der Linkspartei, sie zu legalisieren. Seiner Meinung nach kommt diese Frage immer wieder auf, durchläuft die Medienlandschaft, um dann bis zum nächsten Mal wieder in der Versenkung zu verschwinden.
Nun, nichts könnte mir egaler sein, als Hanf legalisiert zu sehen. Teufel auch, wer das Zeug braucht, soll es eben nehmen. Ich meine, Tabak ist eine bundesweite, leicht gegängelte, aber immer noch akzeptierte Droge, die von knapp der Hälfte der Deutschen in dieser oder jener Form konsumiert wird und teilweise erhebliche Gesundheitsschäden verursacht. Wissenschaftlich in Langzeitstudien bewiesen, wohlgemerkt.
Mein Ärger wird erst später geweckt, wenn von Stackelberg ein wenig süffisant behauptet, dass die Frage nach der Einstiegsdroge mitnichten entschieden sei, ganz so als hätten wir die letzten einhundert Jahre keinerlei Erfahrungen mit Hanf machen können, ganz so als gäbe es keine Studien über durchschnittliches Suchtverhalten bis hin zu harten Drogen. Ich möchte mich auch gar nicht dran aufhängen, ob Hanf zwangsläufig auf härtere Drogen "vorbereitet", oder nicht. Ich finde den Ton von von Stackelberg einfach uninformativ und süffisant.
Richtig fies aber wird es hier: "Natürlich ist auch Alkohol im Übermaß gesundheitsschädlich und kann süchtig machen; im Gegensatz zu Hanfprodukten orientalischen Ursprungs ist er aber [...] eine hierzulande kulturell akzeptierte Droge [...]."
Okay, wo fange ich hier denn mal an? Lohnt es sich darauf hinzuweisen, dass Cannabis eine der ältesten Kulturpflanzen Europas ist und bereits vor über fünftausend Jahren in Europa verbreitet war? Dass europäische Hanfpflanzen vielleicht weniger THC enthalten als die indischen Vettern, aber deshalb nicht davon frei sind? Nein, das wären ja wissenschaftliche Ansätze, und hier geht es um einen kulturellen Aspekt.
Also frage ich: Her von Stackelberg, was wollen Sie mir, den Menschen in Deutschland und speziell jungen Leuten sagen, die vielleicht "vor der Tüte" oder "vor der Bierflasche" stehen? Geht lieber saufen als rauchen, weil Alkohol gesellschaftlich akzeptiert ist?
...sacken lassen.

Herr von Stackelberg, auch Alkohol kann in kleinen Dosen süchtig machen, die Persönlichkeit verändern und körperliche Schäden verursachen, und das nicht nur bei regelmäßigem, überzogenem Konsum. Ich glaube, Sie können Ihrer Meinung, Ihrer Vehemenz gegen eine Legalisierung von Hanf keinen ungeschickteren, schlechteren und dümmeren Gefallen tun, als Hanf mit der Volksdroge Nummer eins, dem Alkohol zu vergleichen, und im gleichen Atemzug mit Ihrer kaum mißzuverstehenden Formulierung jungen Leuten zur Droge Alkohol zu raten.
Sehr viel ungeschickter geht es nun wirklich nicht. Ich vermisse hier sehr stark den "lasst es doch ganz sein"-Finger, der hier m.E. angebracht gewesen wäre.
Aber wenn schon Drogen in dieser Gesellschaft toleriert werden - und das werden sie, weil sie die Menschheit seit Anbeginn begleiten - dann darf es auch kein Tabu geben; dann sollte jede Droge, die keine schlimmeren, weitreichenderen oder schädlichen Auswirkungen hat als Alkohol oder Nikotin, auf dem Prüfstand der Legalisierung stehen. Denn bedenken Sie, vielleicht ist es das harmlosere Hanf, das die Menschen vor den gerade wieder einmal aufkommenden und höchst gefährlichen synthetischen Drogen bewahrt. Selbst wenn ein einziger Mensch lieber zum legalen Hanf als zum illegalen, hoch gefährlichen Angel Dust greift, ist die weiche Droge es wert.

So, genug aufgeregt. Wie immer, schreibt mir Eure Meinung in die Kommentare.

Montag, 23. Januar 2012

37.000

Darauf habe ich den ganzen Tag gelauert. ^^ Meine Geschichten auf Fanfiktion.de haben vor ein paar Minuten tatsächlich den Sprung über die nächste Tausender-Grenze geschafft. Das ist elf Tage nach dem letzten Eintausender. Wenn ich bedenke, dass ich davor im Schnitt des Jahres 2011 so um die zwanzig Tage brauchte, kann ich nur sagen: Liebe Leser, jetzt nur nicht nachlassen! Ich verspreche auch, weiterhin gute Texte zu schreiben. ^^

Und für alle, die es interessiert und/oder die ihrem Lieblingsautor was Gutes tun wollen: Auf der linken Seite meines Blogs gibt es Links zu meinen erwerbbaren Büchern, unter anderem als Download im E-Book-Format. Ich denke, das könnte dem einen oder anderen durchaus gefallen. ^^

Bleibt mir treu und lest mich weiter.

Sonntag, 22. Januar 2012

And now to something completely different 2

Ohne große Worte hier ein Link zu einem Comedy-Video auf Youtube zum Thema Homöopathie.
Und ja, das verlinke ich mit einem gewissen hämischen Grinsen. Enjoy.

Freitag, 20. Januar 2012

Schnaps war noch nicht das letzte Wort - FF.de

Schnaps, oder besser eine Schnapszahl, ist heute mein Thema. Es ist noch gar nicht so lange her, da hat meine Naruto-Fangeschichte Konoha Side Stories, die tausend Aufrufe auf Fanfiktion.de erreicht.
Ein Update und ein paar Tage später verpasse ich dabei glatt die 1111. Als ich mich vorhin eingeloggt habe, stand der Counter schon auf 1124.
Wenn das so weitergeht, werde ich bald die zweitausend vermelden können. ^^

Bleibt mir treu und lest mich weiter. ^^

Donnerstag, 19. Januar 2012

And now to something completely different...

Diesmal möchte ich nichts zu Weltpolitik schreiben, nichts zur Kommunalpolitik, und bestimmt nichts zu meiner Arbeit als Hobby-Autor.
Diesmal geht es um Fans. Andere Fans. Nicht meine, obwohl das eine das andere nicht zwingend ausschließt.
Am 15. bis 17.06.2012 veranstaltet der Phantastika Raum&Zeit e.V. (Braunschweig) die Neuauflage seines Raum&Zeit Continuum-Cons vom vorletzten Jahr. Gäste diesmal sind unter anderem Christian Montillon, Robert Vogel, und - man lese und staune - his Großartigkeit himself, der Autor, Musikfan und Chefredakteur von Perry Rhodan, Klaus N. Frick. Und diese Worte habe ich keinesfalls ironisch gemeint.

Aber kommen wir zum Problem. Ja, es gibt ein Problem. Denn eigentlich hatten wir - also die Con-Orga, zu der ich irgendwie gehöre - schon vor zwei Jahren geplant, eine Anime-Sparte einzubauen. Und eine Rollenspielsparte. Und, und, und...
Na ja, ich kümmere mich jetzt um die Anime-Sparte. Genauer gesagt suche ich einen Zeichenbegeisterten Menschen, der a) an dem WE generell Zeit hat, und b) einen zweistündigen Zeichenworkshop durchführen könnte. Ich sage schon mal gleich, es gibt keine Garantie auf große oder kleine Beteiligung und dergleichen, und bezahlen wird die Con-Orga auch nichts, dazu ist die Veranstaltung zu familiär. Aber wenn Ihr einen oder mehrere Manga-Stile beherrscht und in der Nähe wohnt oder gerne einen Con besucht, der seinen zweiten Anime-Schwerpunkt zu finden versucht - ich bin ja vor Ort, das ist doch schon einiges an Anime - oder jemanden kennt, auf den das zutrifft, dann postet mir in die Kommentare.
Oder schaut direkt nach auf der Homepage unter: www.ScienceFiction.de.
Dort gibt es dann auch Kontaktdaten für die Orga.

Dienstag, 17. Januar 2012

Die Costa Concordia - Gedanken zum Thema

Zuallererst möchte ich selbstverständlich mein Mitgefühl all jenen aussprechen, die in der Schreckensnacht evakuieren mussten und mit dem Leben davon kamen. Und ich möchte den Angehörigen der Toten mein Beileid aussprechen, sowie den Angehörigen der Vermissten sagen, dass es noch immer Hoffnung gibt.
Es besteht kein Zweifel, diese Havarie ist ein riesiges Unglück. Und die Verantwortlichen müssen dafür vor Gericht gerade stehen.
...sacken lassen.

Ich bin kein Seefahrer, mit Nautik nicht vertraut, und ich habe auch noch nie ein Schiff geführt, geschweige denn eines mit so hohem Tiefgang wie die Costa Concordia.
Ich habe auch keinerlei Grund, die Crew, den Kapitän oder die Reederei zu verteidigen. Aber ich kenne die deutschen Medien und ihren Trend der letzten Jahre, den einfachen Weg zu suchen, anstatt ein wenig nachzubohren. Deshalb bin ich naturgemäß erschrocken mit dem Thema konfrontiert worden und habe mir wie immer "meinen Teil gedacht".
Über eine Sache können wir uns vollkommen im Klaren sein: Die Verantwortung liegt beim Kapitän. Dafür ist er da, dafür führt er das Schiff. Auch für die bisher geborgenen Toten trägt er die Verantwortung. Wohlgemerkt sage ich nicht "Schuld", denn das ist etwas anderes.
Einiges an der Berichterstattung stößt mir sauer auf. Einiges ist unklar. Und ich möchte gerne diese Gedanken mit meinen Lesern teilen und Eure Meinung wissen.
In den Medien wird immer wieder gesagt, dass die Concordia zu nahe an der Küste entlang gefahren ist und deshalb havarierte. Wenn man die Bilder des mit Schlagseite am Ufer liegenden Schiffs sieht, dann muss man dem auch Recht geben. Aber betrachtet man diese Grafik auf tagesschau.de, bleiben doch einige Fragen übrig. Wenn diese Grafik stimmt, dann erfolgte die Havarie nicht in direkter Nähe der Küste. Zudem erfolgte sie auf einem Kurs, den die Concordia nachweislich schon ein paarmal bestritten hat, ohne auf Grund zu laufen.
Betrachten wir den weiteren Kurs des Schiffes und vergleichen es mit den zur Zeit durch die Medien gereichten Bildern, muss man feststellen, dass das Schiff gewendet hat, um den nahen Hafen Giglio Porto zu erreichen. Als es nicht mehr weiter ging, wurde das Schiff direkt an der Küste auf Grund gesetzt. Absichtlich, wie ich vermute. So kam es zu den Bildern, die zum ursprünglichen Kurs nicht passen wollen, denn warum zeigt der Bug der Concordia nach Süden, wenn es nach einer Fahrt Richtung Norden an der Ostküste der Insel Giglio gestrandet ist?
...sacken lassen.

Ich will mich nicht den Mutmaßungen anschließen, nicht behaupten ob und wie lange der Kapitän an Bord war, ich möchte nur feststellen, dass zu wenden, Giglio Porto anzusteuern und das Schiff als letzte Maßnahme auf Grund zu setzen die richtige Entscheidung war. Das macht die Toten nicht wieder lebendig, und bringt die Vermissten nicht zurück, aber es ist ja auch nur eine Feststellung meinerseits.
Des Weiteren bin ich der ausdrücklichen Meinung, die Navigationssoftware zu untersuchen, die, so der Kapitän, das Riff nicht verzeichnet hatte, auf das er aufgelaufen ist. Nicht die aktuelle Version der Software, sondern jene, die an Bord installiert ist. Entweder um den Kapitän zu be-, oder entlasten. Es sollte eindeutig zur Investigation gehören.
...sacken lassen.

Wie die Medien berichten, fuhr die Concordia auf jeder Fahrt mit diesem Kapitän an Giglio Porto mit Festbeleuchtung vorbei, sie paradierte. Diesmal ist was passiert, das Schiff ist havariert. Und ich frage mich, wieso. Eines können wir sicherlich ausschließen: Laut der Grafik von tagesschau.de war die Concordia zum Zeitpunkt der Havarie nicht zu nahe an der Küste.
Aufgabe der Untersuchenden muss es nun sein, sich einerseits von wilden Spekulationen der Medien (von denen ich etliche gehört habe; deutsche Medien bringen Gerüchte aus dritter und vierter Hand, ohne sie gegenzuprüfen, und das ist für die Wahrheitsfindung keinesfalls hilfreich) nicht verwirren zu lassen, und andererseits alle möglichen Varianten, die zum Unglück geführt haben könnten, zu überprüfen.
Zwar ist der Kapitän in der Verantwortung, das steht außer Frage, wie ich oben schon festgestellt habe.
Aber alle Passagiere, die an Bord waren, vor allem die Angehörigen der Vermissten und Toten, haben ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren. Niemandem ist damit gedient, einen erfahrenen Kapitän, der die Route bereits mehrfach fuhr, an den Pranger zu stellen, und Versäumnisse anderer Stellen oder ein schlichtes Unglück auszuschließen; da steht er als Kapitän ohnehin. Man muss sich fragen: Wie konnte das passieren, und wie ausgerechnet ihm? Dann ist man der Wahrheit einen großen Schritt näher gekommen.

Edit um 20.00 Uhr: Leise, still und heimlich haben die Grafiker von Tagesschau.de die Grafik angepasst. Ging der vermutete Unglückskurs zuvor noch durch die offenen Gewässer, so stellt sie nun einen küstennahen Kurs dar.
In den Kommentaren kam es dann auch prompt zum Missverständnis. Nathan kann ja gar nicht wissen, dass ich über eine im Prinzip andere Grafik geschrieben habe.
So entspricht sie dem vermuteten Unfallhergang natürlich schon eher. Fragen bleiben trotzdem noch genug.

Edit am Donnerstag, dem 19.: Man sollte den Eilmeldungen ja generell nicht so viel Vertrauen schenken, gerade nicht wenn sie bei N-TV über den Ticker laufen, wo schon Spekulationen als Nachrichten weitergegeben wurden wie das der Kapitän als einer der Ersten von Bord geflohen sein soll.
Aber diesmal ist eine Eilmeldung rübergetickert, die zu meinen Gedanken passt. Demnach soll der Felsen auf dem die Concordia havariert ist, in "einigen Seekarten" nicht verzeichnet sein.
Ich hoffe, die Ermittler überprüfen die Navigationssoftware an Bord des Schiffs.

Freitag, 13. Januar 2012

Diverses im Januar

So, so. Das neue Jahr ist erst dreizehn Tage halt, hat schon seinen ersten Freitag des 13. hinter sich, und schickt sich an, noch länger zu werden.
Viel ist passiert bisher, und einiges möchte ich auch beleuchten. Keines dieser Themen hat jedoch soviel Substanz, dass ich einen eigenen Blogpost dafür schreiben würde. Darum wieder mal ne Sammlung.
Übrigens, ganz am Schluss möchte ich einige der Autoren bewerben, die ich auf Fanfiktion.de favorisiert habe, mit einer kurzen Bewertung ihrer Arbeit, soweit ich sie kennen gelernt habe... Oder denkt Ihr ehrlich, bei meiner Vielschreiberei hätte ich schon alles von ihnen gelesen?

Los geht es mit dem Thema der Woche: Christian Wulff und sein Kampf mit dem Springer-Verlag.
Tja, jetzt ist es also raus: Luxus-Urlaube für lau, Privatkredite zu Konditionen, von denen Otto Normalverbraucher nur träumen kann, die neueste Mode für Madame umsonst, dazu äußerst liebevolle Berichterstattung von BILD, die einem katholischen Ehebrecher, der mit seiner Geliebten abzieht, durchaus Schlimmeres hätte an den Kopf werfen können... Das ist so ziemlich die Essenz unseres Bundespräsidenten. Und all das kommt jetzt nach und nach raus, weil BILD sich dafür entschieden hat, dass die Demontage des Bundespräsidenten mehr Auflage bringt als weitere weichgespülte "Bei Wulffs Zuhause"-Homestories.
Und was da alles rauskommt.
Ich frage jetzt nicht, ob die ganzen Geschichten legal sind oder ob sie bereits ein Kapitalverbrechen darstellen. Ich frage auch nicht nach Schuld oder Unschuld. Und für den versuchten Drohanruf bei Diekmann muss man Wulff ja eigentlich eher auf die Schulter klopfen. Ich frage mich nur eines: Herr Bundespräsident Christian Wulff, haben Sie sich nie Gedanken darüber gemacht, wie ungeschickt diese Form der Nutzung Ihrer persönlichen Beziehungen war, und wie schnell Ihnen daraus ein Strick gedreht werden kann?
Anscheinend nicht. Darum Daumen runter für Wulff und raus mit ihm aus Schloss Bellevue. Wenn schon einen Lügner, dann wollen wir auch einen fähigen haben.

Die Asse, die Asse, ach ja. Erinnert sich noch jemand an das verlinkte Video, auf das mich Triple gebracht hat? Da ging es um Atommüll und die Asse.
Heute las ich in der LDZ tatsächlich einen Kommentator, der sich furchtbar über die derzeitige Vorgehensweise und das langsame Vorankommen im Fall der Rückholung des Atommülls in der Asse aufgeregt hat... Hans Brinkmann ist der Name des Kolumnisten, der im überregionalen Teil der LDZ meckern durfte.
Wer hat das Video gesehen? Hand hoch. Ah, doch ein paar. Habt Ihr noch die Szenen über die Problematik der Rückholung im Kopf? Also robotische Reinigungsanlage erfinden, Überprüfung des Kontaminationsstandes der Atommüllkammern, Probebohrungen mit denen der Grad der Kontamination erfasst werden soll, ein Maschinenpark, der überhaupt gerade erst erfunden wird. Und dann wagt es Herr Brinkmann, den Spezialisten Langsamkeit vorzuwerfen?
Natürlich kann man die Kammern einfach öffnen, alles rausholen was drin ist, und hoffen, dass man die Arbeiter, der Salzstock und das Grundwasser nicht noch zusätzlich stark radioaktiv verstrahlt - je nachdem wie scharf die Soße ist. Ich für meinen Teil aber empfehle Herrn Brinkmann doch mal dieses Quarks&Co.-Video. Ich denke, Gründlichkeit, Sicherheit - vor allem für die Arbeiter - und Sauberkeit haben hier Vorrang. Wir haben hier nicht die Not, ein paar hundert Arbeiter den Strahlentod sterben zu lassen. Einige Fässer sind ja schon aufgeplatzt. Den Rest sollten wir deutscher Gründlichkeit, deutschem Einfallsreichtum und deutschen Maschinenbauingenieuren überlassen. Vielleicht dauert es dadurch länger. Vielleicht wird das Grundwasser dadurch stärker verstrahlt, weil mehr Fässer durchrosten können. Aber es werden definitiv mehr Fässer unbeschädigt geborgen werden.

Was war noch? Ach ja, Eilmeldung heute. Der, dessen Namen man nicht aussprechen soll - nein, nicht Voldemort, sondern der geistig krankte rechte Attentäter aus Norwegen, dem wir die Erwähnung seines Namens auf ewig verwehren müssen - kriegt vom Gericht ein zweites Gutachten zu seinem Geisteszustand verpasst.
Also, liebes Gericht, ich verstehe Dich nicht. Da sprengt der Kerl die Innenstadt der Hauptstadt, bringt fast einhundert Kinder um und GLAUBT ALLEN ERNSTES, er wäre sowas wie eine Lichtgestalt und ein Märtyrer für die Sache der arischen Rasse, und der soll nicht geisteskrank sein?
Und dabei ist es nur von Vorteil, wenn er weggesperrt wird. Eine Strafe wegen Mord hat er irgendwann einmal abgesessen. Als Gefahr für die Allgemeinheit kann er verwahrt werden. Wieder, und wieder, und wieder, und wieder... Dort ist er m.E. nach dieser Wahnsinnstat auch sehr gut aufgehoben.


So, mehr will mir gerade nicht einfallen. Kommen wir zu dem, was ich versprochen habe: Von mir favorisierte Nutzer auf Fanfiktion.de und ihre Arbeiten.


Crazy Kenny habe ich vor allem wegen der X-Men-Sachen favorisiert. Er hat den Background, er hat das Wissen. Seine Star Wars-Geschichten habe ich mir noch nicht angesehen.
Edelweiss schreibt kleine Gedichte und Geschichten aus dem Alltag. Mal kritisch, mal skeptisch, mal voller Lebensfreude. Für alle, die einen kleinen Happen Weisheit zu schätzen wissen.
SilviaK habe ich für ihre Geschichte "Das Amulett" geliebt. Eine tolle Fantasy-Geschichte, die durchaus einen größeren Rahmen hätte haben können. Oder eine Fortsetzung. Die anderen Geschichten habe ich mir noch nicht angetan. Aber ich empfehle "Das Amulett" für alle Fantasy-Fans.
StellaSkyline ist recht bekannt für ihre Dezenniennkriege. Ich selbst habe erst in ihr Freelancer-Projekt rein gelesen. Erinnerte mich wunderbar an die Hornblower-Romane. Sehr lesenswert für alle Fans von SF und Space Operas.
Stinkstiefel hat noch nicht viel geschrieben. Er hat ja erst vor kurzem damit angefangen. Er schreibt Stargate und Science Fiction. Die Stargate-Geschichte kann ich nicht nur empfehlen, weil die letzten beiden Kapitel von mir sind - Gastkapitel, für die ich Stinkstiefel sehr dankbar bin - sondern weil er einen vollkommen neuen Ansatz geht. Die Geschichte beginnt in Deutschland.
Subtra kenne ich jetzt schon ein paar Jahre. Und ich weiß, wie er früher geschrieben hat: Schlecht. Nun schreibt er sehr viel besser, also gut. Das als Warnung für alle, die penible Rechtschreibung gut finden. Für alle anderen, die mal über ihren Schatten springen können, bietet Subtra vor allem einen RIESENHAUFEN verdammt guter Ideen. Er ist Phantast, und das mit Herz und Seele. Reinschauen lohnt sich. Mittlerweile schreibt er schon sehr flüssig.
Treanor ist mein bester Freund auf der Welt - und ein begnadeter Autor. Wir schreiben schon eine ganze kleine Ewigkeit für- und miteinander, und er hat auch viele andere Welten zu bieten. Er ist kein Vielschreiber wie ich, aber was er schreibt hat Hand und Fuß und macht einfach Spaß. Für alle Freunde von Fantasy bis Science Fiction bietet Treanor eine tolle Zeit beim Lesen.

So, ich hoffe, ich habe hier dem einen oder anderen einen guten Lesetipp gegeben. Aber vergesst dabei nie, wo es die besten Geschichten gibt... Nein, nicht bei mir, sondern im realen Leben. ^^b


Edit: So, da die Werbung nicht gefunzt hat, habe ich sie wieder deaktiviert. Schade, einiges davon hat mir tatsächlich gefallen. Aber ich darf ja nicht klicken. ^^
Stattdessen könnt Ihr mich jetzt flattrn, wenn Ihr möchtet. ;D

Donnerstag, 12. Januar 2012

36.000

Ich erwähne es immer wieder, dass meine Geschichten und Romane (lacht nicht, das meine ich ernst) auf Seiten wie Battletech.info und Twobt.de wesentlich mehr Aufrufe haben, als auf Fanfiktion.de. Dennoch freuen mich die Aufrufe auf Fanfiktion.de immer besonders, weil ich nirgends sonst im Internet ein so weites Spektrum meiner Arbeit der letzten rund fünfzehn Jahre präsentiere. Ist natürlich längst nicht alles, aber doch ein sehr großer Teil. Deshalb freut es mich auch ganz besonders, dass ich wieder einmal einen Tausender erreicht habe.
Heute Mittag beim Einloggen stellte ich 36.017 Aufrufe fest, und das vierzehn Tage seit dem letzten Tausender.
Bei dem hatte ich etwas lange gebraucht, fast fünfundzwanzig Tage statt der gewohnten zwanzig. Dafür war es diesmal recht rasant.

Wie immer sage ich: Danke, liebe Leser. Bleibt mir treu und lest mich weiterhin.
Im Gegenzug verspreche ich, nicht mit Schreiben aufzuhören. ^^

Mittwoch, 11. Januar 2012

Masernparty?

Aufmerksame Leser meines Blogs wissen, dass ich ab und an zum Besten zu geben pflege, dass manche Themen mich aussuchen, und nicht ich die Themen.
Eines dieser Themen hat mich nun gefunden, und ich werde nicht zögern, darüber zu schreiben.
Sandra aus Hamburg, die auf Twitter als @Nerdiana unterwegs ist, und die ich persönlich kenne, hat heute folgendes getwittert: "@nerdlicht Gestern wieder einer Diskussion beigewohnt, ob sie ihre Kinder gegen Masern impfen lassen... :-( "
Nun muss man dazu wissen, dass sowohl @Nerdiana als auch @nerdlicht junge Eltern und miteinander befreundet sind, aber das nur am Rande. Ihre Kinder jedenfalls sind um die drei, und damit im Alter für die abschließenden Schutzimpfungen gegen die üblichen Kinderkrankheiten.
Nachtrag: Natürlich sind die Kinder voll geimpft.

...sacken lassen.

Das hat mich wieder daran erinnert, dass es eine gewisse Impfmüdigkeit in Deutschland gibt, dass impfen als "gefährlich wegen der Schwermetalle und anderer Komponenten" angesehen wird. Impfgegner kommen bei mir auf eine Stufe mit Kreationisten, Homöopathie-Verteidigern, Weltuntergangfans, seit neuestem gehören auch Chemtrailer zu dieser Gruppe, und natürlich auch die Pharmaverschwörungstheoretiker. Sie gefährden sich, ihre Kinder, und auch andere, wenn sie tatsächlich auf das Impfen verzichten, und stattdessen gezielt nach Ansteckung suchen, wie es in der Schweiz der Fall ist, bei den sogenannten Masernparties. Dort bringen Eltern gezielt ihre Kinder mit erkrankten Kindern zusammen, um sie zu infizieren, "um ihr Immunsystem zu stärken".
Um ein tieferes Verständnis für eine Impfung zu erzeugen, möchte ich hier als Laie kurz mal über die klassischen Impfungen reden und auch auf Wikipedia verlinken. Nicht rumstöhnen. Ich halte die Wiki für sehr schlüssig, und diverse Kontrollen von mir haben lediglich ergeben, dass sie lediglich manchmal in Details ungenau ist.

Ich möchte meinen kleinen Artikel deshalb auch mit etwas beginnen, was Eltern heutzutage in Deutschland, ja, in Europa nicht mehr kennen: Kinderlähmung oder auch Polio genannt.
Polio ist eine virale Erkrankung, die zu Lähmungen, Deformationen, Schäden am Rückenmark und auch bis zum Tod z.B. durch Ersticken führen kann. Polio war nicht gerade der Schwarze Tod, aber in Deutschland weit verbreitet. Mit Zunahme der Hygiene, bzw. der Belastung der Körper durch die erhöhte Industrialisierung nahm die Polio dann epidemische Züge an, sprich: wurde stärker verbreitet. Mehrere Tausend Kinder starben an Polio weltweit. Etliche von ihnen durch Lähmung der Atemwege. Das mag auf den ersten Blick nicht viel erscheinen, vor allem wenn man Zahlen zur Spanischen Grippe zum Vergleich heranzieht, die, kurz nach dem Ersten Weltkrieg ausgebrochen, rund zwanzig Millionen Tote weltweit kostete. Aber die Spanische Grippe war eine saisonale Epidemie, Polio aber begleitete uns bis Ende der Fünfziger Jahre. Und wir wollen nicht vergessen, dass es nicht nur Tote durch diese Erkrankung gab, sondern auch Menschen, die anschließend mit Lähmungen und Deformationen leben mussten, denn diese Krankheit betraf und betrifft vor allem Kinder, die mitten im Wachstum stehen.
Als Ende der Fünfziger die ersten funktionierenden Impfstoffe bereit gestellt wurden, und breitflächig angewendet werden konnten, sanken die Neuinfektionen rasch, und landeten schließlich bei einem Wert, der für Europa "Null" lautet. Weitere Ausbrüche dieser Krankheit in Europa waren zumeist eingeschleppt; weltweit gingen die Infektionen durch die Impfung zurück.
Das ist unumstößlich, gehört zum Schulstoff. Ich selbst habe als Kind meine süße Schluckimpfung mit Lebendserum bekommen und bin immunisiert; heutzutage werden aber nur noch Totseren verwendet. Dazu später mehr.

Kommen wir zu anderen Kinderkrankheiten, die es immer noch in Europa, und auch in Deutschland gibt. Polio hatte einen großen Nachteil: Sie breitete sich durch Schmierinfektion aus. Das schränkt die Übertragungsrate im Gegensatz zur Grippe deutlich ein und macht die virale Erkrankung deutlich leichter bekämpfbar. Dies ist auch der Grund, warum Europa heutzutage Poliofrei ist. Wir haben einen großen Grad der Durchimpfung, der Immunisierung erreicht, und Neuansteckungen aus anderen Teilen der Welt wird so ein Riegel vorgeschoben. Lt. Wikipedia erfolgten die letzten Ansteckungen auf europäischem Boden lediglich bei religiösen Gruppen, die die Impfung aus Glaubensgründen ablehnen.

Masern sind da schon aggressiver, sie breiten sich ähnlich wie Grippe über Tröpfcheninfektion aus. Dies führt dazu, dass ungeimpfte Kinder, die mit der Krankheit angesteckt werden, dem Risiko ausgesetzt sind, neben bis zu 41°C Fieber, Bronchitis, Ausschlag, geschwollenen Augen, und, und, und, zusätzlich noch Herz- und Hirnhautschäden mit diversen Spätfolgen zu erleiden. Darüber hinaus gibt es ein Risiko einer Folgeerkrankung, die immer tödlich endet, und bis zu zehn Jahre nach der Erkrankung auftreten kann, die Subakute sklerosierende Panenzephalitis. Die mit dieser Erkrankung einher gehende Hirnschädigung betrifft in etwa einen Infektionsfall von dreitausend. Und wie gesagt, er verläuft immer tödlich.
Das mag jetzt dem einen oder anderen wenig erscheinen, aber ich frage mich hier wirklich: Wer wettet denn hier eins zu dreitausend freiwillig gegen sein eigenes Kind?

Mumps gehört zu den sogeannten Kinderkrankheiten, so wie auch Masern, aber nicht weil die Krankheit ein Kinderspiel ist, sondern weil zumeist Kinder befallen sind; Kinderkrankheiten, die Erwachsene befallen, nehmen grundsätzlich einen schwereren Verlauf.
Die schlimmsten Symptome von Mumps sind Schwellungen des Lymphsystems, Fieber, Erbrechen und Durchfall; schlimmste Folgen können sein: Hirnhautentzündung mit allen negativen Folgen, Taubheit, Entzündungen von u.a. Herz und Bauchspeicheldrüse, und bei Jungen auch eine Entzündung der Hoden, was in dreizehn Prozent der Fälle zu einer Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit führen kann, in seltenen Fällen auch zur Unfruchtbarkeit.

Auch Röteln gehört in diese Gruppe. Neben bis zu 39°C Fieber kann es hier zu typischen Grippe-Symptomen führen wie Gelenkschmerzen, Lymphknotenschwellungen im Halsbereich, und Katarrh.
Röteln sind nicht per Definition tödlich, aber eine Besonderheit ist, dass Schwangere, die an Röteln erkranken, ein hohes Risiko haben, dass ihr Kind im Mutterleib schwere Schädigungen erleidet. Das kann von Schädigungen von Seh-, und Hörsinn über Herzfehler bis hin zum Verlust des Kindes führen.

An dieser Stelle möchte ich den Ausflug in die Krankheiten beenden. Einige dieser Krankheiten habe ich selbst gehabt, und sie überlebt, möchte ich sagen. Aber ehrlich gesagt, ich wäre froh gewesen, wenn ich mir die Zeit mit Windpocken, Mumps und Masern hätte ersparen können. Und wenn ich jetzt lese, dass ein Teil jener, die Masern haben, an einer definitiv tödlichen Nacherkrankung leiden können, die sich bis zu drei Jahre hinziehen kann, bin ich recht froh, dass ich nicht zu dieser Gruppe gehört habe.
Na, eventuell hat sich auch mein Hausarzt verdiagnostiziert, und ich hatte gar keine Masern... Aber das ist hier, über den Abgrund der Zeit hinweg müßige Spekulation.
Es steht in jedem Fall fest, dass diese Krankheiten, die sogenannten Kinderkrankheiten, für Erwachsene wesentlich übler verlaufen, und, das wird mir hoffentlich jeder bestätigen, der sie selbst durchgemacht hat, dass man sie seinen Kindern möglichst ersparen sollte.

Warum gibt es also Masernparties? Warum setzen Eltern ihre Kinder der Gefahr aus, Herzschäden, Hirnschäden, ja, den Tod zu erleiden? Warum gibt es diesen Hype gegen das Impfen, die Impfmüdigkeit und die Legende von der Gefährlichkeit der Impfstoffe, gegen besseres Wissen?
Das ist ja der springende Punkt. Diese Menschen sagen, dass sie es besser wissen. Sie sind davon überzeugt, im Recht zu sein.
...sacken lassen.

Vor zwei Jahren hatten wir unsere Freude an H1N1, auch Schweinegrippe genannt. Dies war eine Abart der alljährlichen, periodisch auftretenden Grippe, die ausnahmsweise nicht von Hong Kong zu uns kam, sondern aus Mexiko den Weg um die Welt nahm. Mir war damals schnell klar, dass die Infektionszahlen und die anschließend gemeldeten Todeszahlen bei weitem nicht reichten, um Zeter und Mordio zu schreien. Die geschürte Panik vor dieser Tröpfcheninfektionskrankeit und ihre tatsächliche Gefährlichkeit gingen nicht einher. Australien meldete dann auch prompt, H1N1 hätte die saisonale Grippe verdrängt, und statt der tödlichen Verläufe mit dreitausend Toten hätte man diesmal nur einige Dutzend Tote zu beklagen. Und spätestens als die Bundesregierung fünfzig Millionen Einheiten Impfstoff anforderten, weit mehr als gebraucht wurde um jene zehn Prozent der Bevölkerung zu impfen, die für ein weiteres Funktionieren des Gebildes Deutschland notwendig sind, und die Option auf Nachbestellung erklärte, war wohl jedem klar, dass diese relativ harmlose Grippe und die geplanten Massenimpfungen nicht in Relation zueinander standen.
Damals habe ich davon abgeraten, sich impfen zu lassen, und stattdessen die Impfung gegen die reguläre Grippewelle zu nehmen. Vielleicht liegt es am Brimborium rund um Schweinegrippe, dass die gefährliche Idee von der Gefährlichkeit der Impfung populärer geworden ist.

Es gibt verschiedene Methoden, Impfstoff herzustellen. Es gibt das Lebendserum, das Totserum und die Antikörper. Sicher ist die Liste nicht vollständig und die Erklärung ungenau, aber ich will es einfach halten.
Lebendserum: Es besteht aus lebensfähigen, verbreitungsfähigen Viren, die das Risiko in sich bergen, selbst die Krankheit, gegen die sie impfen sollen, auszulösen. Diese Viren sind geschwächt, können also vom Immunsystem leicht erkannt und vernichtet werden. Komplikationen wie der Krankheitsausbruch sind selten, und der Verlauf ist sicher um einiges angenehmer als jener durch das ungeschwächte Virus selbst.
Totserum: Hier werden große Mengen von Viren produziert. Und abgetötet. Anschließend werden sie dem Körper verabreicht, das Immunsystem erkennt sie, entwickelt Antikörper und entwickelt dadurch Immunität.
Bei Totseren kann es vorkommen, dass man nachimpfen muss, um der körpereigenen Abwehr auf die Sprünge zu helfen. Totseren sind weniger effektiv als Lebendseren, aber immer noch besser als die Krankheit selbst. Weit, weiiiit besser.
Kommen wir zu Antikörpern. Früher war es gang und gäbe, z.B. Pferde mit bestimmten Krankheiten zu infizieren, die sowohl sie als auch Menschen befallen können. Nach der Erkrankung wurde den Tieren Blut abgenommen, das Serum abgespaltet und als Therapie oder Impfung an Menschen verabreicht. Das hat damals tatsächlich funktioniert. Heutzutage haben wir natürlich mit Lebendseren und Totseren wesentlich bessere Methoden, klinisch saubere, hergestellt unter kontrollierten Laborbedingungen.
Auch hier gibt es wieder viele kleine Verfeinerungen. So kommen einige Seren mit nur Teilen der Viren aus; das Serum wird also gestreckt, man produziert mehr auf Kosten der Wirksamkeit.
Manche Seren enthalten Zusatzstoffe, welche die Wirksamkeit erhöhen sollen. Kritiker nennen hier Schwermetalle, die den Körper schädigen können. 
Angebliche Impfschäden, oder eine Hinwendung zu nachgewiesenerweise nutzlosen Therapien wie Homöopathie spielen auch eine große Rolle.
Auch führen Impfgegner im besten kreationistischen Sinne immer wieder an, Impfungen durch den Breitbandwirkstoff MMR würden Autismus auslösen. Dies ist seit Jahrzehnten ebenso widerlegt wie andere Behauptungen, Impfungen würden Allergien und Asthma auslösen.
Sicher, auch eine Impfung kann Nebenwirkungen haben, aber ein Medikament ohne Nebenwirkungen ist auch immer ein Placebo.

Mein Fazit: Ich gehe mit den Gedanken der Wikipedia-Autoren zum Thema konform. Wir hier in Europa haben durch konsequente Durchimpfung diesen Krankheiten viel von ihrem Schrecken genommen, und auch in den Entwicklungsländern läuft der Trend eindeutig zugunsten der Impfung ab. Wenn ich lese, dass "Homöopathen ohne Grenzen" in Afrikas Malaria-Gebieten Globuli und eins zu einer Millionen verdünnte Lösungen als Schutz vor Malaria verabreichen, bin ich zutiefst erschüttert. Hier, in unserem aufgeklärten Deutschland läuft das gleiche Spiel, aber nicht in dem Ausmaß.
Die meisten Menschen, die heutzutage Impfungen ablehnen und zusätzliche Risiken für ihre Kinder befürworten, ja sogar Masernparties veranstalten, machen einen gewaltigen Fehler: Sie informieren sich zwar über den Standpunkt der Impfgegner, über ihre Behauptungen und die potentiellen Risiken. Sie gehen aber nicht auf den Standpunkt der anderen Seite ein, der seriösen Medizinforschung.
Oder anders ausgedrückt: Jede billige Statistik zum Thema zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Rückgang der Infektionszahlen diverser Krankheiten.

Gehen wir dazu wieder zu Polio zurück: Tritt in Europa NUR bei religiösen Gruppen auf, die aufgrund ihres Glaubens Impfungen verweigern. Klingelt da was?
Pocken, eine hochgradig ansteckende und oft tödlich verlaufende Krankheit ist so erfolgreich aus Europa vertrieben worden, dass die Impfung mittlerweile eingestellt werden konnte. Aber meine eigenen Eltern wurden noch dagegen geimpft. Habt Ihr das vergessen, Impfgegner? Fragt mal Eure Eltern und Großeltern, was sie von Impfung halten. Vor allem fragt die Älteren, wie sie diese weggeimpften Krankheiten erlebt haben. 
Ich sehe es nicht ein und kann es nicht verstehen, wenn erwachsene und aufgeklärte Menschen auf eine Impfung ihrer Kinder verzichten, wenn die Alternative sogar bis zum Tod führen kann.

Abschließend noch eines: Das Immunsystem von Kindern ist in der Regel erheblich besser als das von Erwachsenen. Das ist auch ein Grund für den vermeintlich harmlosen Verlauf der Kinderkrankheiten, während sie für Erwachsene ein echtes Brett sind. Dies erwähne ich noch mal, um die Gefährlichkeit hervor zu heben. Es ist nicht notwendig, das Immunsystem mit dem voll aktionsfähigen Erreger bekannt zu machen, indem man sein Kind von einem erkrankten Kind anstecken lässt; wenn man es impfen lässt, lernt das Immunsystem den Erreger auch kennen. Es hat nur nicht auf Leben und Tod damit zu kämpfen.
Die Impfung ist alternativlos. Einerseits für die Kinder, andererseits für die Menschheit an sich. Je länger Menschen daran glauben, dass Kinder diese Krankheit "durchleben" müssen, weil es besser für ihre zukünftige Gesundheit ist, desto länger tragen sie dazu bei, dass Masern im menschlichen Environment verbleiben. Sie helfen damit, dass zukünftige Generationen wieder an Masern erkranken.
Es ist möglich, Krankheiten auszurotten, zumindest nach und nach aus Regionen der Erde. Wie ich schon schrieb, ist Europa Pockenfrei. Auch die europäische Malaria gibt es nicht mehr. Wer dies torpediert, macht dies auf Kosten seiner Kinder, seiner Enkel und aller zukünftigen Generationen.
Und das ist wirklich nicht sehr nett. Denkt mal drüber nach.

Montag, 9. Januar 2012

Schlag auf Schlag - Die Konoha Side Stories kommen auf eintausend Aufrufe

Wie eifrige Leser meines Blogs wissen, bin ich u.a. Anime-Fan. Und ich habe zu einigen Anime-Serien bereits Fanfiction geschrieben - einfach weil ich es kann und weil es mir Spaß macht.
An die Serie Naruto habe ich mich dabei nie so recht rangetraut, weil das Naruto-Universum sehr groß und komplex ist.
Andererseits fasziniert mich die Serie sehr, also entschloss ich mich Ende Juni, eine Art Spinoff zu schreiben, der das Universum benutzt, aber möglichst wenig vom Titelhelden selbst.
Tja. So ist es geschehen. Gut dreihundert Seiten habe ich jetzt schon für das Projekt in die Tasten gekloppt.
Nun hat die Geschichte auf Fanfiktion.de die eintausend Aufrufe überschritten und immerhin elf Reviews erreicht. Was für das Naruto-Genre nicht sehr viel ist, zugegeben. Aber selten ist eine Geschichte von mir auf derartig großes Interesse gestoßen. Dazu kommen noch diverse Aufrufe und Kommentare auf Twobt.de und Battletech.info sowie Animexx.info. Man könnte sich dazu verleiten lassen zu sagen, die Geschichte rockt.
Und das tue ich hier auch: Die Geschichte rockt.
Weiter so, meine lieben Leser, und vielen Dank für Euer Interesse. ^^b

Sonntag, 8. Januar 2012

Eintausend Aufrufe für Anime Evolution V, und... Gremlins?

So, es ist also geschafft. Die fünfte Staffel von Anime Evolution, AE Krieg, hat es mit bisher elf Episoden tatsächlich auf Fanfiktion.de in den Olymp der eintausend Aufrufe geschafft. Diese mittlerweile gingantische Geschichte im Anime-Stil, die ich ursprünglich als Parodie begonnen hatte, erfreut sich also ihrer Beliebtheit und ist bei robuster Gesundheit. Bei Euch, meinen Lesern, bedanke ich mich für die Aufrufe und für bis jetzt achtzehn Reviews, nur zu dieser Staffel.

Kommen wir zum zweiten Thema im Header, nämlich die Gremlins.
Mein Blog IST ein Gremlin. Echt, ehrlich jetzt. Woran ich das gemerkt habe: Er frisst Kommentare. Nach Mitternacht. Und schiebt sie in den Spam-Ordner. ^^°°°
Also, liebe Leser, füttert diesen Blog niemals nach Mitternacht mit Kommentaren. Ihr wisst, was dann furchtbares passiert. XD

Samstag, 7. Januar 2012

Triple's Fernsehtipp

In meinem Blogpost "Wissen ist Macht, die Dritte", geht der neue User Triple hart mit mir ins Gericht. Nun, das ist sein Recht, so wie es meines ist, meinen Standpunkt zu verteidigen. Was ich aber bemerkenswert finde, ist, dass er mir einen Youtube-Link dagelassen hat, der zu einer Quarks&Co.-Sendung von Ranga Yogeshwar zum Thema Atommüll führt. Dort wird sachlich, plausibel, aber auch erschreckend ehrlich all das aufbereitet, was ich in meinem Blog schon immer geschrieben habe. Und es wird deutlich gemacht, wie gefährlich der Atommüll ist, der als Überrest der Brennstäbe in Atomkraftwerken anfällt.

Triple, danke für den Link. Jetzt will ich noch mal sehen, dass die Schweden reinen Gewissens behaupten können, ihr Granitgebirge wäre tatsächlich ein sicheres Endlager für Atommüll. ^^°°°

Ach ja, das Video geht über dreiunddreißig Minuten, aber es wird nie langweilig, nur etwas erschreckend ab und an, wenn man visualisiert sieht, was man vorher schon ahnte, bzw. wusste. Reinschauen lohnt sich allemal.

Freitag, 6. Januar 2012

Genug ist genug

Wie Ihr, meine lieben Leser, wisst, twittere ich ab und zu. Etwas mehr seit ich Echofon benutze, früher habe ich nur meine neuesten Blogposts promoted. Maximal.
Nun hatte ich lange Zeit eine schlichte Regel: Wer mir folgt, dem folge ich auch. Dazu kamen noch einige auserlesene Spezialitäten, z.B. von Instituten und Prominenten, bei denen ich wusste, dass sie gar keine Zeit haben, um jedem kleinen Ace zu folgen. Gut, gut, hie und da gab es einen Spam-Account, den ich später entfolgte, oder den ich gar nicht erst aktiviert habe. Aber auf diese Weise schaffte es NewsTopaktuell auf meine Following-Liste.

Kommt Euch bekannt vor? Kein Wunder. Denn es war ein verlinkter Artikel von NewsTopaktuell, der mir meinen dritten? Troll bescherte, eine ausufernde Diskussion über Klimawandel und Treibhauseffekt, und mir den Anreiz bot, mein eher stichwortartiges Wissen über das Thema auszubauen. So gesehen muss ich für diese Gelegenheit dankbar sein.

...sacken lassen.
Heute hat NewsTopaktuell eine wahre Stakkade an Meldungen rausgefetzt, die ich Euch nicht vorenthalten will:
Die AIDS-Lüge.
Neues zur Klima-Lüge.
Die Wahrheit über die Grünen.
Die Wahrheit über die FDP.
Teurer Ökostrom und sonstige Lügen.

...sacken lassen.
Fast bin ich versucht, NewsTopAktuell zu loben, wegen dem Titel zum angeblich teuren Ökostrom. Fast bin ich versucht, darüber hinweg zu sehen, dass NewsTopaktuell AIDS und H1N1 einfach so als Legende hinstellt, aufgestellt und aufgebauscht von der Pharma-Industrie (und damit vollkommen zwei Dinge aus dem Zusammenhang reißt: nämlich Existenz einer Sache und deren Wirkung).
Beinahe möchte man ihnen verzeihen, wenn sie den Grünen vorwerfen, dass sie sich der bürgerlichen Basis nähern, und man möchte lächeln, wenn Wordpress die FDP als Mövenpick-Partei runterputzt.
Ach ja, und da ist ja auch noch der neue Artikel mit neuen Wahrheiten zur Klimalüge. *hust*
Nein, es mag sich jeder selbst eine Meinung über die fünf Artikel bilden, sie gut oder schlecht finden. Es ist einerlei. Ich habe für mich persönlich NewsTopaktuell durchschaut. Wer AIDS zur nichtexistenten Legende erklärt, der kann es auch bei eigentlich berechtigter Kritik zu Ökostrom-Teuerrechnung und bei einer Abrechnung mit der FDP nicht lassen. Und wenn wir eines nicht brauchen in Deutschland, dann sind es gehässige Nachrichtenmeldungen, die nicht von gerechter Empörtheit, Wahrheitssinn und Ehrlichkeit motiviert sind, sondern von Sensationsheischender, voyeuristischer und zügelloser Freude am Destruktiven.

Wie ich oben schon schrieb, macht Euch bitte selbst ein Bild von NewsTopaktuell. Ich für meinen Teil entfolge sie jetzt auf Twitter.

Btw, NewsTopaktuell erfüllt nicht die Richtlinien der Impressumsvorschriften, die eine Ansprechperson und eine Adresse vorsehen, wie mir mein Troll anonym verraten hat. Für eine Seite mit so einem Informationsanspruch ist das bestenfalls bedenklich, aber mit Sicherheit Absicht.

Edit um 13.45 Uhr: Ich habe mal ein wenig gegoogled. Ja, Kanada hat das Kyoto-Protokoll verlassen, aber Sueddeutsche.de weiß auch warum. Es drohten massive Strafzahlungen wegen eklatanter Nichteinhaltung der Klimaschutzziele. Das kann man natürlich so interpretieren, dass "ein weiterer Staat aufgewacht ist und sich nicht länger von Klimaverbrechern gängeln lässt". Dagegen spricht aber, dass Kanada ein eigenes Klimaschutzprogramm auflegen will. Und ich nehme stark an, Kanada hat keinesfalls den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben, und setzt statt auf internationale Klimaexperten auf nationale...
Das macht die Berichterstattung über die FDP und die Grünen umso pikanter und moralisch fragwürdiger.

Edit 2 um 15.25 Uhr: Roland hat mich auf etwas Wichtiges hingewiesen. Wordpress kann nix dafür, dass NewsTopaktuell auf seiner Domain ist und Unsinn schreibt seine Wahrheiten verbreitet. Dementsprechend habe ich meinen Blogtext korrigiert und entschuldige mich kleinlaut.

Mittwoch, 4. Januar 2012

Anime Evolution: Krieg 11 ist erschienen

Gestern Abend habe ich die aktuelle Episode nach über einem Jahr Pause hochgeladen - aber noch nicht korrigiert. Kann also sein, dass ich da noch was ändere. Aber nicht viel. Normalerweise schreibe ich relativ fehlerfrei und inhaltlich korrekt. Aber genug selbst gelobt.
Warum hat es so lange gedauert? Nun, es ist ja nicht so, als hätte ich in der Zeit gar nichts geschrieben. Ich habe viel für UPR geschrieben, ein weiteres RdG verfasst, meinen Perry Rhodan 50 Jahre-Beitrag, etliches für die Chevaliers und Hinter den Feindlichen Linien, einige ältere Sachen aufgepeppt, jede Menge gebloggt und einiges Neues geschrieben. Es war schreibtechnisch durchaus was los. Warum also nicht bei Anime Evolution? Ich meine, AE Spiegel schleppt sich ja auch dahin. Tja, da muss ich der reinen und ungeschminkten Wahrheit ins Auge sehen: Ich bin einfach recherchefaul. Von Oktober an habe ich begonnen, auch die anderen zehn Krieg-Folgen noch mal zu lesen, einfach um wieder rein zu kommen. Deshalb habe ich erst jetzt begonnen, die 11 zu schreiben. Das dann aber auch an drei Tagen. Nun, ich gelobe Besserung. Vor allem gelobe ich, mir nicht wieder so viel Zeit zu lassen, sodass ich erneut die ganze Staffel nachlesen muss, um Krieg 12 schreiben zu können. Und da wären ja noch weitere Leichen, die reanimiert gehören...


Aber mal zu etwas komplett anderem: Letzten Monat hatte mein Blog eine richtige Aufmerksamkeitsspitze. Ich hatte im Dezember dreieinhalbtausend Aufrufe. Tendenz noch nicht abzusehen.
Nun überlege ich ernsthaft, ob ich bei AdSense mitmache, und diskret ein wenig Werbung posten lasse. Entweder am Ende eines Blogposts, oder links in der Info-Leiste. Natürlich an Stellen, wo sie gesehen wird, aber nicht stört. Keine Ahnung, was ich damit verdienen kann, aber bisher habe ich nicht drüber nachgedacht, weil ich die Klickzahlen für etwas zu niedrig befunden habe... Jetzt würde ich das gerne probieren. Aber nicht wenn sie störend wird, also keine Popups und dergleichen. Sichtbar, aber nicht überladen.
Und auf keinen Fall gegen den Willen meiner Leser. Deshalb schreibt mir bitte in die Kommentare, ob Ihr für oder gegen Werbung seid; ob Ace' Blog davon verschont bleiben soll weil es den Lesefluss stört, oder ob es kein Problem für euch ist, weil es ja ohnehin alle tun. Eure Entscheidung.
Alternativ zu den Kommentaren könnt Ihr auch die Kästchen klicken. Cool und Interessant für Ja, Nicht mein Ding und Kein Kommentar für nein.
Ich bin gespannt. Wenn ich übrigens keine Reaktionen kriege, werte ich das als die schweigende Mehrheit auf meiner Seite. ^^

Sonntag, 1. Januar 2012

Das ist also 2012...

Fühlt sich auch nicht anders an als 2011, abgesehen von den leichten Kopfschmerzen wegen dem vielen Zigarettenrauch gestern.
Ich hoffe, Ihr seid alle gut und unbeschadet reingerutscht, und hattet bei Euren Unternehmungen, Parties, daheim vor dem Fernseher oder beim Sit-in mit Freunden viel Spaß. ^^
Und natürlich hoffe ich, dass 2012 so weitergeht, wie es begonnen hat. Vom Kater mal abgesehen, aber mit viel guter Laune und fröhlichen Menschen.

So, genug geschnackt. Kommen wir doch mal zu was Handfestem: Wir sind eigentlich alle schon letzten Herbst gestorben. Wie, das klingt witzig? Wie, wir sind doch alle noch da? Ja, das ist das Problem an dieser Aussage. Aber vor einem Dreivierteljahr glaubten das noch ganz schön viele. Denn da war der Komet Elenin auf seinem Weg zur Sonne, und der sollte ja entweder wahlweise ein Brauner Zwergstern sein, oder aus der Masse eines Neutronensterns bestehen, auf der Erde Erdbeben auslösen, wenn er mit Erde und Sonne auf einer Linie steht, und so weiter, und so fort. Hier ist ein wunderbares Beispiel für Berufsparanoiker, die ihren eigenen Senf machen und damit das Menü noch verschlimmern. Oder den Verkauf schwachsinniger Bücher unterstützen. Oder beides.
Das Problem ist: Elenin hat seinen Rundflug um die Sonne nicht überlebt und ist zerbrochen... Und, wie schon gesagt, sind wir immer noch da.
Grund für die Hysterie war augenscheinlich der russische Physiker Leonid Elenin, der den Kometen entdeckt und auf seinen Namen hat registrieren lassen. Für ihn als Hobby-Astronom ein simpler Vorgang.
Für einige Leute, die zu viel ins Kino gehen, existierte der Physiker aber gar nicht, sondern war nur ein Strohmann für eine versteckte Warnung der NASA an die Welt, denn Elenins ersten drei Buchstaben sollten für Extinction Level Event stehe, also Ereignis der absoluten Auslöschung (allen Lebens auf der Erde).
Dabei ist dieser Begriff kein offizieller Sprachgebrauch, kam nur im Kinofilm Armageddon vor, in dem es - wen wundert es - um die totale Zerstörung der Erde durch einen großen Meteoriten ging...
Nun gibt es Herrn Elenin aber doch, und zudem wird sein Name russisch ausgesprochen, also sagt man Jelenin zu dem guten Mann. Das hat die Verschwörungspaniker aber nicht davon abgehalten, weiter zu posaunen, Angst zu schüren, und Bücher zu verkaufen. Und das hat einige Menschen nicht davon abgehalten, ihnen zu glauben und die Bücher zu kaufen.
Tja, nun war da nix dran, und beim Japan-Erdbeben war Elenin nicht mal auf einer Linie mit Erde und Sonne, so ein Mist aber auch. War das alles am Ende etwa... Nur ein Hoax?
Ja, das war es, und einige Leute haben sich zu Tode gefüchtet, im schlimmsten Fall vielleicht Selbstmord begangen und eifrig Bücher gekauft. Und all das FÜR NICHTS!

Ihr werdet Euch jetzt vielleicht wundern, warum ich all das aufschreibe, vor allem weil ich selbst darüber gebloggt habe, mehrfach, ausführlich. Nun, das liegt daran, dass die Panikmacher noch immer unterwegs sind und das nächste Event schon ansteht, nämlich der Planet Nibiru, der pünktlich zum 23.12.2012 entweder die Erde vernichten soll, einen Synchronisationsstrahl aus dem Milchstraßenzentrum auslöst oder einen Bewusstseinssprung. Wahlweise auch einen Polsprung. Das steht ja schon im Maya-Kalender.
Wir sollen also alle sterben, und die Esoterikschrottproduzenten sind schon eifrig am Bücher schreiben und verkaufen.
Jetzt frage ich aber mal ins Rund: Habt Ihr den alten Spruch vergessen: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht? Hört diesen Leuten doch einfach nicht mehr zu, vor allem nicht jenen, die ihre geschriebenen Bücher für teures Geld unters Volk bringen wollen.

Davon abgesehen rät der Astronom Florian Freistetter ohnehin dazu, nicht dem zu glauben, oder dem, oder dem, sondern sich selbst Wissen anzueignen, um selbst überprüfen zu können, ob die Verschwörungsidioten Recht haben könnten. So müsste zum Beispiel ein Irrläuferplanet mit Kometenlaufbahn, der alle dreitausendzweihundert Jahre an der Erde vorbeikommt, mittlerweile mit bloßem Auge am Nachthimmel zu sehen sein, wenn er es bis Dezember bis zu uns schaffen will. Und nein, Lücken in Google Sky-Aufnahmen sind kein Beweis. Schaut doch selber nach in sternenklarer Nacht, ob da tatsächlich was kommt... Die Richtung ist unter den osbkuren Fans der These ja bekannt.
Für alle, die zu faul sind, etwas über Himmelsmechanik zu lernen, empfehle ich aber Florians Fragen und Antworten zum Thema.

Also, keine Angst vor 2012. In einem Jahr sind wir alle noch da und begrüßen 2013.
Oh, und keine Sorge, die nächste Katastrophe lauert dann bestimmt schon... Manche Leute wollen ja Bücher verkaufen.