Mittwoch, 23. Februar 2011

Die Mehrheit der Deutschen ist dafür, das Atmen umsonst bleibt...

Eigentlich wollte ich heute nicht bloggen. Und wenn doch, dann wollte ich das "Gibt es nichts Wichtigeres als ein bisschen Gutten als Thema in Deutschland?" mit einem vorwurfsvollen "JA!" beantworten und darauf hinweisen, dass Deutschland seine gefallenen Soldaten in Afghanistan wie verscharrte Pesttote behandelt - zugedeckt und vergessen - und dass man in anderen Ländern mit der Ehre und dem Ansehen dieser Männer und Frauen, die von den gewählten Volksvertretern zum Töten und Sterben da runter geschickt wurden ganz anders umgeht und ihr größtmögliches Opfer wenigstens angemessen würdigt. Und dass ich mir das auch für Deutschland wünsche, unabhängig davon, wie lange "Gutten" noch ein Thema in Deutschland ist.

Dann aber machte ich den riesengroßen Fehler, bei Frank Plasberg und seiner Sendung "Hart aber Fair" reinzuschauen, die in diesem Moment noch läuft. Es geht natürlich um KTG, und seine Verteidiger bringen ins Feld, dass die "große Mehrheit der Deutschen" diesen wunderbaren Politiker unbedingt im Amt halten will.
Dazu fällt mir diese Szene ein: [...]als Anthistenes den Antrag vor versammeltem Volke stellte, man solle durch Mehrheitsbeschluß die Esel zu Pferden erklären. Das Volk lachte darüber und Anthistenes meinte: 'Warum lacht ihr? Macht ihr nicht auch Nichtskönnern und Tölpel durch Abstimmung zu Feldherren?'

Davon mal abgesehen, ich habe mir Kritikthtreads angesehen auf Artikeln von tagesschau.de, Spiegel.de, Fanfiktion.de, auch Bild.de... Ich kann jetzt natürlich NICHT davon sprechen, das gesamte deutschsprachige Internet erfasst zu haben, und in dieser KTG-Frage eine Bilanz für ganz Internet-Deutschland ziehen zu können. Aber zumindest in den Threads, die ich besucht habe, waren die KTG-Befürworter fünfundneunzig zu fünf im Nachteil. Bei Bild.de eher sechzig vierzig gegen sie.
Wenn das auch nur einen Hauch von Rückschlüsse auf die Menschen in Deutschland zulässt, wage ich zu fragen: Herr Alexander Dobrindt von der CSU: Wo SIND Ihre Mehrheiten, die KTG im Amt behalten wollen? Ich konnte sie bei meiner Suche nicht finden.

An dieser Stelle, und um den, Hm, Zwischenfall?, Fehler?, Unterlassungssünde?, Verwirrung?, ungenügende Recherche?, in den Kommentaren meines letzten Blogeintrags zu vermeiden, würde ich die KTG-Befürworter bitten, mir doch diesmal ernstgemeinte Links zu den Mehrheiten zu posten, damit ich vom Gegenteil überzeugt werden kann.
Diesmal bitte keine Satire am Rande des Lesbaren.

Montag, 21. Februar 2011

Orden wider dem tierischen KTG

Gerade eben stieß ich per TV zufällig zur Karnevalssitzung der Verleihung des Ordens wider dem tierischen Ernst in Aachen. Preisträger sollte diesmal unser Verteidigungsminister KTG sein. Geschickt hat er seinen Bruder Philipp.

Zuerst mal eines vorweg: Sein Bruder war in mehr als einer Hinsicht ein würdiger Ersatz, jeder bekam sein Fett weg, von KTG selbst über Rechts und Links bis zu, man lese und staune, BILD und Spiegel. Ein Auftritt, der mir sehr gut gefallen hat, und bei dem ich mich gefragt habe, warum der gute Freiherr Philipp lieber in Österreich Forstverwalter ist, anstatt in Deutschland Politik zu machen. Wirklich, er hat einen tollen Auftritt hingelegt, seinen Bruder würdig vertreten und sicher dem einen oder anderen aus der Seele gesprochen. (Mir jedoch nicht, um das klar zu stellen.)
Zum Schluss hin ging er dann dazu über, KTG offensiv zu verteidigen, die Zitatgeschichte zu bagatellisieren, als "ob es im Land nichts Wichtigeres gäbe". "Die Heckenschützen von Rechts und Links" wären ja auch im Übermaß vorhanden.
Das war der Part, der mir nicht so gut gefallen hat, jedenfalls nicht so gut wie sein: "Lieber ein Bild von einem Mann, als ein Mann in BILD".
Nun gut, er ist sein Bruder, ein redegewandter, witziger und teilweise brillanter Mann, den ich vorsichtig beschlossen habe zu mögen. Dennoch seien auch mir ein paar letzte Worte vergönnt, um diesen spontanten Blogpost abzuschließen.

Lieber Philipp, sicherlich gibt es die Menschen, die Ihrem Bruder KTG am Zeug flicken wollen, die die Gelegenheit mit dem GuttenPlag Wiki als solche Chance erkannt haben und nutzen. Und sicher gibt es Wichtigeres als ein paar nicht gesetzte Ausrufungszeichen. Aber es sind nicht nur ein paar nicht gesetzte Ausrufungszeichen, sondern sehr, sehr viele.

Seien wir beide ehrlich miteinander. Ich mag Ihren Bruder nicht besonders, weil ich seine Politik für inkonsequent und BILD-gesteuert halte, zudem auch noch furchtbar falsch. Abschaffung der Wehrpflicht, Schaffung einer Berufsarmee, das ist für mich als ehemaliger Wehrdienstleistenden und Obergefreiten der Reserve ein Gräuel. Ich bin nun mal ein Fan des Staatsbürgers in Uniform.
Als ich davon erfuhr, dass Ihr Bruder KTG in seiner Doktorarbeit, die mit einer Eins, dem Summa cum Laude bewertet wurde, "abgeschrieben" hat, trug das nicht dazu bei, mein Bild von ihm zu verschlechtern. Und ja, vielleicht gibt es Wichtigeres in Deutschland, und vielleicht schießen sich Heckenschützen auf ihn ein. Aber ich stehe offen, auch wenn ich mich hinter meinem Blog verschanze, vor ihm, und habe ihm schon nach der Opel-Misere mein Vertrauen entzogen.
Seien wir noch mal ehrlich, und erkennen wir gemeinsam eines: Heckenschützen und Neider hin oder her, als "einfach netter Kerl", der er nach Ihren Worten ist, sollte er sich ein Herz fassen und die Konsequenzen tragen. Er bekam eine Eins dafür, dass er die Jura-Wissenschaft forscherisch voran gebracht hat - augenscheinlich hat sein Doktorvater noch nie was von Google gehört. Seinen Doktortitel abzulegen bedeutet hier wohl niemanden etwas, denn er hat ihn ja eher selten benutzt.
Beim "Gutten" erwischt worden zu sein, erfordert jedoch mehr als einen "einfach netten Kerl", es erfordert einen Mann mit Größe, Anstand und Charakter. Wir werden sehen, ob er sich heraus windet, und damit meine Meinung von ihm weiter demontiert, oder ob er nicht nur gegelt, sondern auch gestählt genug ist, Fehler einzugestehen, die Konsequenzen zu tragen und durchzuziehen, wie ich es von einem richtigen Mann erwarte.

Ihnen, Philipp, möchte ich sagen: Was für ein Kerl sind Sie. Ich bewundere Sie für Ihren Mut und Ihre unerschütterliche brüderliche Zuneigung, für Ihren Einsatz für Ihren strauchelnden Bruder (obwohl ich, wie ich mehrfach schrieb, KTG nicht mag).
Ein toller Auftritt, gute Pointen, und ein brüderliches Herz, das ich zu schätzen weiß. Warum gehen Sie nicht in die Politik? Statt eines Kanzlers KTG kann ich mir als SPD-Wähler und SPD-Kommunalpolitiker einen Kanzler Philipp Freiherr zu Guttenberg im Moment sehr gut vorstellen.
Und ich verzeihe Ihnen die Bagatellisierungen der diffamierten Wissenschaft Jura, die Sie als Verteidigung Ihres Bruders hervorgebracht haben.

Ihr Ace Kaiser

Donnerstag, 17. Februar 2011

Gutti-Bashing ist "in".

Das heißt aber nicht, dass ich mich daran beteiligen möchte.
Okay, ich korrigiere mich selbst: Nicht ausschließlich zum aktuellen, nachstehenden Thema.
Im Moment läuft eine hitzige Diskussion über KTG und seine Doktor-Arbeit, die mit einer Eins ausgezeichnet wurde. Lesen kann man das zum Beispiel in diesem Artikel von Tagesschau.de, aber auch hier auf Bild.de.
In den Kommentaren zu ersterem Artikel geht es hoch zur Sache.
Inhaltlich geht es darum: Hat KTG schlampig oder sogar mit Vorsatz gearbeitet, als er nicht gekennzeichnete Zitate verwendet hat?
Dieser Teil der Diskussion interessiert mich nicht, denn das ändert NICHTS am Umstand, dass er zitiert hat, wortwörtlich, und es nicht kenntlich gemacht hat. Nach Kenntnisnahme nicht weiter interessant, und es fügt meinem Bild zu KTG keine negativen Aspekte hinzu. Ohnehin steht die Meinung einiger Fachleute fest, und das reicht mir.

Viel wichtiger ist mir ein Aspekt, den KTG's standhafte Verteidiger anbrachten, indem sie das "Sampling" ihres Lieblingsministers bagatellisieren und auf seine Arbeit als Bundespolitiker verwiesen haben, die "viel mehr über ihn aussagt" und "wertvoller" ist...
...sacken lassen.

Seine Arbeit als Bundespolitiker, also?

Hm, mal sehen. Was haben wir da denn so? Einmal die Opel-Geschichte, damals als Wirtschaftsminister. Da hat er die ganze Angelegenheit ausgesessen, bis sich General Motors erbarmt und Opel doch behalten hat - obwohl ein potenter Investor in der Branche und ein russischer Partner bereit standen. Ergebnis: Ein Teil der Subventionen für Opel wird wohl auch weiterhin nach Detroit abgezweigt werden.

Ach ja, hätte ich fast vergessen: Wirtschaftsminister KTG ließ eine komplette Gesetzesvorlage von einem englischen Büro schreiben und hat es eins zu eins eingereicht. Da fragt man sich schon, ob er seine Staatssekretäre, Beamten und Mitarbeiter allesamt für Idioten gehalten hat, die nicht mal eine Gesetzesvorlage ausarbeiten können, wenn er für eine Fremdarbeit bei englischen Juristen ein paar Millionen berappt.

KTG, der Verteidigungsminister: Wahrlich kein Ruhmesblatt.

Oberst Klein und die gestohlenen Tanklaster.
Darüber habe ich gebloggt. Ausführlich. Man mag mich deshalb als Menschenfeind sehen, als Zyniker gar, aber das ändert nichts an meiner Einstellung. Der BW wurde Sprit geklaut, und als die Tankwagen stecken blieben, wurde das Diebesgut an Taliban-Sympathisanten aus den umliegenden Dörfern verteilt. Nicht irgendwann, sondern nach Mitternacht. Das ist in meinen Augen Diebstahl, und auch der Koran sieht das so. Außer, jemand möchte mir jetzt erklären, dass das Benzin ursprünglich dem afghanischen Volk gehört hat, und ihm nur wieder zugeführt wurde.
Meine Sicht damals wie heute: Oberst Klein hat im Rahmen seiner Möglichkeiten richtig entschieden. Er wurde von Paramilitärs angegriffen, und die Involvierung der Sympathisanten macht sie keinesfalls zu Nichtkombattanten oder gar "menschlichen Schutzschilden".
Gut, gut, KTG muss meine Meinung nicht teilen, aber die Abberufung des Generalinspekteurs der Bundeswehr, weil er "nicht rechtzeitig ausgiebig informiert" wurde, zieht nur einmal als Ausrede. Auch die Zahlungen an die Hinterbliebenen sind m.E. eine rechtlich unsichere Sache, denn seit wann werden Partisanen entschädigt? Eine andere Sache ist es natürlich, wenn wir die Anwesenheit der Bundeswehr generell in Frage stellen. Aber wenn wir davon ausgehen, dass sie von der Regierung und dem afghanischen Volk erwünscht ist, dann hat Muberkel der deutschen Politik mit den Entschädigungszahlungen einen Bärendienst erwiesen. KTG hat diese Affäre überlebt.

Da wurde doch tatsächlich Feldpost geöffnet, oder es wurden gleich leere Kuverts weiter verschickt. Die Briefpost deutscher Soldaten kam nicht an. Daraus wurde eine Affäre gemacht. Dabei ist NICHTS einfacher, als eine solide Staffette zurück zu verfolgen, um den in Frage kommenden Personenkreis einzuengen, und mit Ermittlungen zu beginnen. Soweit ich weiß, hat KTG großblumig verkündet, die Sache aufzuklären. Bisher habe ich keine Ergebnisse gesehen. Habe ich allerdings von KTG auch nicht erwartet. Eine minder wichtige Affäre, die entsprechend schnell geklärt werden könnte, wenn eine gewisse Zeitung mit vier Buchstaben hier nicht genauso hoch gespielt hätte wie mit der ARD, die im deutschen Feldlager nicht per Satellit zu empfangen gewesen war. Da frage ich mich, und zwar nur ich: Schauen die deutschen Soldaten da unten überhaupt die ARD?

Dann war da noch ein Soldat, der beim "Waffenreinigen" durch einen Unfall ums Leben kam. Anfangs war es ein Schuss beim Zerlegen der Waffe, dann soll einer der Kameraden herum geblödelt haben. In jedem Fall hat ein Soldat die strengen Bestimmungen für den Umgang mit scharfer Munition umgangen, entweder der Tote selbst oder ein Zweiter. In jedem Fall eine Sache, die fix geklärt worden wäre - wenn ein gewisser Minister durch sein Eingreifen nicht alles verschlimmbessert hätte. Internes Verfahren der Bundeswehr, und bei Erkennen eines Vorsatz Übergabe an die Justiz. So hätte es laufen müssen. Denn Fehler passieren, und sie finden immer einen Dummen. Ein Freund von mir war Falschirmjäger, und der erzählte mir, es sterben jedes Jahr bei der Ausbildung alleine zwei bis sechs Mann, durch Übermut, Unkonzentriertheit, unsachgemäßer Umgang mit der Ausrüstung. Schade nur, wenn durch die Dummheit ein anderer getötet wird. Eigentlich ne sichere Sache, außer es mischt sich ein Minister in einen Unfall ein - und vergisst die anderen zum Teil in Gefechten gefallenen über einhundert Toten der Bundeswehr.

Und wenn wir schon dabei sind: Da ist doch KTG mit seinem blonden Frolleinwunder nach Afghanistan geflogen. Der Beckmann und unser McAllister waren auch dabei. Was er nicht so gerne erzählt hat: Seine Frau blieb natürlich im sicheren Kabul, und er selbst entfernte sich auch nicht besonders weit von der Hauptstadt. Der sichere Luftwaffenstützpunkt Mazar el Sharif* diente als Kulisse für Kerners Kotau. Das, und der Minister in schusssicherer Weste, wobei das Pizza Hut sicherheitshalber nicht von den Kameras gezeigt wurde. Obwohl, das mit Pizza Hut und McDonalds habe ich nur gehört.
Dennoch, einen Fliegerhorst baut man eher selten mitten im Feindesland. Es besteht keine Notwendigkeit dafür. Die Biester sind einfach zu fix vor Ort, um sie absichtlich zu gefährden.
Abzüge in der B-Note wegen Fehler in der Selbstzurschaustellung, Herr Minister.

Ach ja, und dann ist da noch der Fall Sarah. Und ich meine den Fall Sarah. Warum hat KTG den Namen der toten Kadettin nicht aus den Medien raus gehalten? Warum hat er nicht auf eine interne Untersuchung gesetzt, wie es in solchen Fällen üblich ist? Warum wurde das Gestänkere von einigen Offiziersanwärtern durch die Presse gejagt, aber gleichzeitig Kapitän Schatz und der Stammbesatzung der Mund verboten?
Die arme junge Frau, am Anfang ihres Lebens, stürzte aus der Takelage und starb später an ihren Verletzungen. Ich würde jetzt gerne sagen, dass Unfälle, gerade auf Segelschiffen, nun mal passieren. Nicht nur dort, auf allen Schiffe. Und eher selten führen sie zu Tode, aber auch auf einem Stahlschiff in rauer See ist ein über Bord gehendes Besatzungsmitglied dem Tode näher als dem Leben.
Es tut mir Leid, dass die junge Frau ihr Leben verloren hat. Noch mehr tut mir Leid, wie sehr ihr Ansehen und ihre Persönlichkeitsrechte von den Medien im Nachinein missachtet, ja geschändet werden.
Dennoch, eine Abberufung von Kapitän Schatz, weil die BLÖD über Meutereien an Bord schreibt, entbehrt doch jeglicher Logik. Nach einem Meuterei-Vorwurf den Kapitän abzulösen ist doch wie Eulen nach Athen bringen.
Die übliche Vorgehensweise wäre erst einmal gewesen, zu klären, wie es zu dem Unfall kam - und wer in die Meuterei-Vorwürfe verwickelt war. Dies hätte zur Klärung beim Kommandanten vorliegen müssen, und wenn SEIN Bericht Unstimmigkeiten aufgewiesen hätte, wäre es Zeit für eine Untersuchungskommission gewesen.
Aber nein, ein gewisser Minister mit ruhiger Hand und überlegtem Blick entschied sich, nach Rücksprache mit dem BILD-Redakteur auf dem Beifahrersitz, Nägel mit Köpfen zu machen, und den Kapitän den Medien zum Fraß und zur Vierteilung vorzuwerfen.

...sacken lassen.
Alles in allem frage ich mich: Welche Leistungen im Ministeramt meinen die KTG-Fans? Kann sein, dass ich eines Tages in Berlin sitzen werde, auf einem Ministerposten, von dem ich keine Ahnung habe. Wo ich aber den Willen des Volkes vertreten muss, und deshalb mit gesundem Menschenverstand arbeiten muss. Kann sein, dass ich dann auch vor so einer schwierigen Situation mit einer von BLÖD hochgekochten Situation stehe und Rat brauche. Kann sein, dass ich dann einen falschen oder schlechten Rat bekomme. Kann sein, dass ich schlechte oder falsche Entscheidungen treffe. Es kann aber garantiert nicht sein, dass ich mich aufplustere, mit den Fäusten auf meiner Brust trommele und sage: Ich Minister - du nix! Im Ministerium arbeiten eine Menge Leute mit Erfahrung, die diesen Beruf gelernt haben. Ich würde einen Teufel tun, und ihnen nicht wenigstens bei diesen Problemen zuhören, um eine Entscheidung zu fällen, zu der ich stehen kann. Oder die ich - falls mich die Situation den Ministersessel kostet - auch dann noch vertreten kann, wenn ich den Schreibtisch ausräume.

Man muss KTG eigentlich in Schutz nehmen. Sein Verbündeter ist die BILD-Zeitung. Und die BILD geht für eine Story über Leichen, auch über jene ihrer Verbündeten.
Denn wie heißt es doch so schön: "BILD sprach zuerst mit den Toten!"

Mein Fazit: Er wird sicher nicht als bester, kompetentester, unbestechlichster oder ehrlichster Minister in unsere Geschichte eingehen, der gute KTG, aber sicher als bestfrisiertester. Ist ja auch was, oder? Auch wenn Westerwelle dem widersprechen würde.

Edit: Die CDU schlägt zurück und lässt folgendes verlauten:
"Das sah die Union anders. Sie nahm Guttenberg in Schutz und sprach von politisch motivierten Vorwürfen. "Es wird parteipolitisch seitens der Opposition ausgeschlachtet", sagte Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU). "Es ist lächerlich, wenn ein Wissenschaftler meint, er hätte diese Fehler routinemäßig gefunden. Man hat hier gezielt gesucht." Das sei lediglich "eine neue Episode in dem bekannten Spiel Schlag' den Guttenberg"."
(Zitat Ende. Sicher ist sicher.)

Mein lieber Herr Günter Krings... Egal welche Motive den Bremer Professor dazu geführt haben, die frei verkäufliche Doktorarbeit des KTG zu prüfen - er hat GEFUNDEN! Und das nicht zu knapp.
Aber wir wissen ja seit Helene Hegemann: Samplen ist für Nachwuchsautoren in - wahrscheinlich auch für Verteidigungsminister.


*Hier stand tatsächlich vor kurzem noch Sharm-el-Sheik. Da bin ich peinlichst durcheinander gekommen und habe den Namen eines ägyptischen Touristenorts zweckentfremdet. Ich bitte alle dreizehn Leser dieses Artikels um Entschuldigung.

Edit am Samstag, dem 19. Februar:
In den Kommentaren dieses Artikels von Tagesschau.de ändern die Guttenberg-Fans ihre Methode. Anstatt abzustreiten, dass KTG (oder sein Ghostwriter) aufs Übelste geklaut hat, beschimpfen sie das GuttenPlagWiki als Aasgeier, Menschen die mit ihrer freien Zeit mehr Sinnvolles anstellen könnten, als gehässige Neider, als Hetzer.
...sacken lassen.

Meine Damen und Herren Verteidiger, auch DIESE EURE EINSTELLUNG ändert leider nichts an den Fakten. Ein Jura-Professor hat bei einer Rezension der Doktorarbeit des KTG Zitatediebstahl, modifizierte wie zu einhundert Prozent übernommene, festgestellt. Das ist ein unumstößlicher Fakt. Hierum muss der Professor widerlegt werden, was aber nach allgemein bekannter Faktenlage nicht möglich ist. Also könnt Ihr toben, schimpfen, Verunglimpfung des Netzes herbeireden, Sachlichkeit fordern, so viel wie Ihr wollt. Es ändert nicht an den Fakten. Rein gar nichts. Es zeigt allerdings, wo Ihr steht und was Ihr bereit seid an den Haaren herbei zu zerren, um Eure Lichtgestalt zu verteidigen. Und das ist peinlich, peinlich, peinlich. Aber jeder Star kriegt nun mal die Fans, die er verdient. Wie wahr, wie wahr.

Dienstag, 15. Februar 2011

21.000 - ich liebe es!

Ja, das gibt es bei mir auch noch. Abgesehen von meinem CDU/FDP-Politiker-Bashing, meinem Senf zur Weltpolitik, und meinem Drang, zu jedem halbwegs interessanten Thema meine Meinung zu sagen, komme ich doch immer wieder auf das Schreiben zurück. Auf mein Schreiben. Auf meine Arbeit, mein Schaffen, meine Kreativität.

Heute habe ich im Laufe des Tages auf Fanfiktion.de 21.007 Aufrufe verzeichnet. Das hat mich doch sehr überrascht, weil ich damit erst frühestens um den 28. rum gerechnet habe.
Aber 211 Aufrufe alleine für meinen fertigen Beitrag für das 50 Jahre Perry Rhodan - 50 Storys-Projekt haben einen erheblichen Anteil daran.

Aber seien wir mal ehrlich, einundzwanzigtausend Aufrufe für achtzig Geschichten und Gedichte, viele davon in Romanlänge... Das hatte ich in den Kurzgeschichtenforen von Battletech.info, Twobt.de und Animexx.info auch.
Allerdings unterscheidet FF.de eine wichtige Tatsache von meinen anderen Plattformen: Nirgendwo sonst habe ich so viele meiner Arbeiten auf einen Schlag veröffentlicht. Nirgendwo sonst können meine Leser gut die Hälfte meines schriftstellerischen Schaffens begutachten.
Und nirgendwo sonst hätte ich neben meinen Perry Rhodan- und Battletech-Geschichten meine SailorMoon-Fanfic veröffentlichen können. FF.de ist schon etwas Besonderes. Etwas sehr Besonderes. Deshalb weiß ich nicht nur jeden Klick zu schätzen, den ich dort bekomme (auch wenn ich der Einzige bin, der sie sehen kann), sondern auch jeden Review. Das Publikum dort ist, Hm, breiter gestreut. Und ich freue mich über jeden meiner Leser, der vielleicht wegen mir auf diese Seite geht, dort dann aber auch noch andere Autoren entdeckt, die ihm zusagen. Nicht, Subtra? XD
Hauptsache, Ihr vergesst nicht bei Ace vorbei zu schauen. ^^V

Sonntag, 13. Februar 2011

Peter Alexander ist tot

Ich weiß, es geistert heute durch die Medien, und bis Ende der Woche sind alle Promis durchgehechelt, die zu diesem Thema etwas zu sagen haben. Das entbindet mich aber nicht von der Pflicht, diesen großen Schauspieler und Entertainer zu würdigen.

Peter Alexander war für mich, was seine Schlager angeht, eher nebensächlich, denn in seinen Musik-Filmen hat er so sehr vorgelegt, dass diese Schlager, so erfolgreich sie auch waren, nur Fingerübungen für ihn gewesen sein können.
Ich habe ihn als Schauspieler, Musiker, Moderator und Comedian immer sehr geschätzt. Seine Sketche waren schlicht genial, und er war wandlungsfähig; egal ob ein vollkommen überforderter Frank Elstner ihn aus dem Stegreif etwas erfinden ließ, um das Publikum zehn Minuten zu unterhalten, oder er für seine eigenen Sendungen Sketche aufnahm.
Unvergessen sein Was bin ich-Sketch. Unvergessen seine Graf Bobby-Filme. Unvergessen jeder Auftritt von ihm, den ich je gesehen habe.
Und ja, verdammt, unvergessen ist auch der Schlager Die kleine Kneipe.
Gebeutelt vom Tod seiner Frau und dem Unfalltod seiner Tochter ist er also gestern gestorben. Er hat sich vorher schon rar gemacht, und sich Fernsehspecials zu seinem Achtzigsten verbitten lassen. Selten gesehen hat man ihn seitdem, vor allem nicht im Fernsehen. Dieses friedliche Leben sei ihm im Nachhinein gegönnt. Dass er nun von uns gegangen ist, ist unser aller Verlust, denn er war das so ziemlich Beste, was je aus Österreich zu uns gekommen ist. Ich für meinen Teil habe ihn schon vermisst, als er sich rar gemacht hat. Ab jetzt werden wir ihn gar nicht mehr sehen.

Lieber Peter Alexander,
ich war sicher nicht Dein größter Fan, aber ich bin stolz und froh, sagen zu können, dass ich Dein Fan war und bin.
Ich wünsche Dir, von einem Kreativen zum anderen, dass Du trotz Deiner Schicksalsschläge doch irgendwie glücklich gestorben bist. Und dass Du da, wo Du jetzt bist, an einem besseren Ort bist.
Solange Deine Filme gezeigt und Deine Lieder gespielt werden, bist Du bei uns. Und das ist vor allem mir ein Trost.
Ich vermisse Dich trotzdem.

Hochachtungsvoll,
Dein Fan Alexander

Samstag, 12. Februar 2011

Neues von Muberkel

Der heutige Blogpost wird kurz und knapp.
Er ist einem bestimmten Gedanken gewidmet, der mir gerade durch den Kopf geht.
Wir alle haben, sofern wir Internet nutzen, Zeitung lesen oder Fernsehnachrichten schauen, von der sanften Revolution in Tunesien gehört und Bilder gesehen.
Wir alle haben vernommen, wie mehrere zehntausend Protestanten auf dem Kairoer Tahrir-Kreisel, den Nebenstraßen und mit Solidaritätskundgebungen in allen große Städten des Landes den Rücktritt von Mubarak erzwungen haben, um den Weg frei für ein Ende des Ausnahmezustandes und eine Öffnung zu mehr Demokratie zu erreichen.
... sacken lassen.
Oh nein, ich will mich jetzt nicht über die Ängste der europäischen Presse äußern, die sofort wieder "böse Muslime" auf dem Vormarsch sehen, um ein wichtiges deutsches Urlaubsland wie Ägypten unter der Burka zu verschleiern - oder noch schlimmer, die Preise für den Pauschaltourismus erhöhen. Auch ziehe ich keine Parallelen zu den Massenprotesten im Iran im Vorjahr.
Nein, etwas anderes kommt mir da in den Sinn.
Tunesien ist ein Land mit rund zehn Millionen Einwohnern, und zehntausende waren auf der Straße.
Ägypten ist ein Land mit zweiundachtzig Millionen Einwohnern, und Hunderttausende waren landesweit auf der Straße. (Nicht auf dem Tahrir-Platz, der wäre bereits für fünfzigtausend zu klein).
Ergebnis: Zwei langjährige, defacto mit dem Ausnahmezustand regierende Staatschefs in Nordafrika weniger.
...sacken lassen.

Kommen wir mal zu Deutschland mit seinen rund zweiundachtzig Millionen Einwohnern.
Im Sommer hatten wir eine Großdemonstration in Berlin. Die Angaben der Teilnehmer schwanken zwischen einhunderttausend bis fünfhunderttausend, die sich gegen die Verlängerung der Atomkraftwerklaufzeiten ausgesprochen haben.
(Genauer gesagt, kurz nach der Demonstration war fünfhunderttausend die Zahl, die genannt wurde, als es um die Teilnehmer ging. Jetzt, ein halbes Jahr später, sind "nur noch" hunderttausend Teilnehmer in den Medien zu finden. Ein Schelm, der Böses oder Manipulatives dabei denkt.)
Der Kommentar der Bundesregierung: "Die schweigende Mehrheit hat heute nicht demonstriert."
...sacken lassen.

Ich frage mich gerade eines: Wenn in Deutschland mehr Menschen gegen einen Aspekt der Regierungspolitik protestieren, als Ägypter, die Mubarak absetzen wollen, auf den Tahrir-Platz passen, warum kann eine Frau Kanzlerin Merkel das mit so einem dümmlichen Satz abtun, und in einem diktatorischen Staat mit Ausnahmezustand nimmt der Regierungschef seinen Hut? Warum setzt die Physikerin Merkel die Subvention der Atom-Lobby fort, und in anderen Ländern verändert sich die gesamte politische Landschaft?
Was, zum Henker, läuft hier falsch in Deutschland?
Ich habe darauf keine Antwort. Vielleicht aber habt Ihr eine, meine lieben Leser.
Aber wie dem auch sei, ich bin sicher, sie wird uns nicht besonders gefallen.
Die Antwort jetzt, nicht die Merkel. Die gefällt uns ja ohnehin nicht.

Mittwoch, 9. Februar 2011

50 Jahre Perry Rhodan - 50 Storys: Roman eins ist fertig!

Und natürlich stammt er aus meiner Feder. Mein Anime-Mecha-PR-Crossover ist abgeschlossen. Zugegeben, noch nicht wirklich fertig. Ich habe zehntausend Anschläge zuviel getippt und werde eifrig kürzen müssen. Aber ich kann zumindest den ersten Roman der Reihe mit Stolz und Gelassenheit präsentieren. Die Frage ist nur: Was mache ich bis zum eigentlichen Einsendeschluss Mitte Juli? ^^

Edit: Wer hat da den "nicht mein Ding"-Button gedrückt?

Dienstag, 8. Februar 2011

Ace empfiehlt: Least I could do

Es kommt eher selten vor, dass ich eine der Juwelen, die ich im Web entdecke, mit meinen Bloglesern teile. Das liegt nicht daran, dass ich geizig oder unkommunikativ wäre. Nur ein klein wenig faul halt.

Aber es gibt da diesen amerikanischen Webcomic, der pünktlich wie ein Uhrwerk täglich veröffentlicht, sieben Tage die Woche, ohne Zaudern, ohne Zögern. Und das alleine ist schon eine positive Erwähnung wert. Weil ich weiß, wie schludrig andere Webcomic-Macher ihre Werke veröffentlichen.
Der Webcomic, den ich hier anpreisen möchte, stammt aus der Feder von Ryan Sohmer und wird von Lar Desouza grafisch umgesetzt: Least I could do. Im Prinzip geht die ganze Geschichte um den gutaussehenden, leicht sexbesessenen Rayne Summers, der in einer WG mit seinen besten Freunden lebt. Allerdings ist Rayne nebenbei ein Fanboy reinsten Wassers. Und auch seine Mitbewohner und Freunde haben so ihre Macken und Marotten.
Ein ganz besonderes Ereignis ist der Valentinstag, der bald wieder ansteht. Dafür können sich Fans des Comics mit Fotos bewerben und mit ihrem Lieblingscharakter "ausgehen".
Na, ich will nicht zuviel verraten. Wen also etwas Sexbesessenheit nicht weiter stört, (die, das will ich nicht verheimlichen, zu vielen komischen Momenten führt) der ist bei LICD sehr gut aufgehoben.

Ein besonderes Highlight ist übrigens der Sonntag. Da veröffentlicht das Team Sohmer/Desouza einen ganzseitigen Comic aus Raynes Kindertagen.

Wem das noch nicht reicht, oder wer auf den Geschmack gekommen ist, dem bietet das Duo noch den ganzseitigen Webcomic Looking for Group an. Dieser feine, kleine, an WoW und Fantasy angelehnte Comic um den Elfen Cale, die Trollklerikerin Benny, den mordwütigen Untoten-Hexenmeister Richard und diverse andere Figuren hat sich schon sehr früh von etablierter Fantasy emanzipiert und erzählt seine ganz eigene, manchmal zynische, aber immer lesenswerte Geschichte. Neue Seiten veröffentlicht das Team jeweils Montags und Donnerstags, und auch die zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk.

Beide Webcomics sind auf Englisch, also sollte man schon solide Kenntnisse mitbringen. Aber ich garantiere für den Spaß, wenn man Raynes übertriebenen Sexualtrieb und Richards Streben für ein Grundrecht auf Mord bereit ist in Kauf zu nehmen. After all, Folks, sind es nur Comics. Comics, die ich regelmäßig und gerne lese.

Freitag, 4. Februar 2011

Til Schweiger fordert... Ja, was eigentlich?

Es ist noch nicht lange her, nämlich genau Dienstag, da hat der pensionierte Bundeswehroffizier Immo von Schnurbein ein sehr interessantes und erwachsenes Plädoyer für die Gorch Fock gehalten, deren Kapitän er einmal war. Auch brachte er seine absolute Wertschätzung für den abgesetzten Kapitän Schatz zum Ausdruck, der sogar von Schnurbeins Sohn ausgebildet hat. Mit anderen Worten: der graue, kluge alte Mann sprach mir in dieser unseligen, hochgeredeten Affäre so ziemlich aus der Seele.
Ich hätte danach nicht gedacht, dass da noch etwas nachkommt. Also schaute ich ab dort nicht weiter.

Augenscheinlich habe ich mich geirrt, denn Til Schweiger, dem bekannten deutschen Schauspieler, ging danach in der Diskussion um den Fall des toten Mirko die Hutschnur hoch, und erst eine Schlagzeile der BILD, in der Schweiger das "deutsche Gutmenschentum ankotzt", und danach Fragment auf Fragment in Fernsehsendungen purzelten auf mich ein, und ließen mich erkennen, dass Herr Schweiger vor allem die Sicherheit seiner Kinder im Sinn hatte. Nach ihm haben "Vergewaltiger ihren Platz in der Gesellschaft verwirkt".

Nun, Til Schweiger ist international bekannt, hat viele Filme gedreht, Drehbücher geschrieben und produziert. Er hat in Hollywood gedreht, und das nicht in den schlechtesten Produktionen. Und er hat vier Kinder. Das ist schon mal eine beeindruckende Biographie, und als Schauspieler schätze ich Herrn Schweiger spätestens seit "Der Eisbär".
Allerdings trübt sich das doch ein wenig, wenn Herr Schweiger wütend darüber berichtet, in den USA könne er anhand des Internets erkennen, ob in seiner Nachbarschaft ein Sexualstraftäter lebe oder nicht.

Sehr geehrter Herr Schweiger, dies ist nicht die USA, und das ist auch gut so.
Was das Thema Sexualdelikte angeht, so bin ich persönlich der festen Überzeugung, dass diese geahndet gehören. So bin ich der festen Überzeugung, dass den Tätern ebenso geholfen werden muss, wie es für die armen Opfer zwingend notwendig ist. So bin ich der festen Überzeugung, das sexuelle Gewalt ein Problem ist, das aus der Gesellschaft kommt, und vielleicht aus der Gelegenheit. Gerade Gewalt und gerade sexuelle Gewalt gegen Kinder findet im persönlichen Umfeld statt. Was kann man dazu sagen? Was den Tätern, was den Opfern? Es ist ein sehr schwieriges Thema, ein brisantes Thema, und es sollte auch ein gesellschaftlich geächtetes Thema sein.
Manche unseriöse Kinderschutzorganisationen sprechen sogar davon, es werde totgeschwiegen.
Tatsache ist natürlich, dass wir in Deutschland weder jeden Fall von Gewalt gegen Kinder, sexueller Gewalt gegen Kinder, noch jede Vergewaltigung aufdecken, aufrollen, und gerichtlich abschließen. Jede solche Tat, die uns entgeht, ist einer zuviel, möchte man sagen.
Falsch, sage ich. Jede solche Tat, die begangen wird, ist eine zuviel.
Soweit meine persönliche Meinung.

Aber kommen wir zur anderen Seite der Medaille. Kommen wir zu den Tätern. Herr Schweiger, haben Sie einmal, nur ein einziges Mal daran gedacht, dass Justiz, Ärzte, Therapeuten sich etwas dabei gedacht haben, wenn sie einen ehemaligen sexuellen Gewalttäter wieder "auf die Menschheit loslassen"?
Natürlich, jeder dieser Menschen, die rückfällig werden, die ein weiteres Menschenleben zerstören, ist auch einer zuviel. Aber ist lebenslang wegsperren die richtige Lösung? Ja, werden Sie sagen. Aber so funktionieren unsere Gesetze nicht.
Ich bin der festen, der festen Auffassung, dass jeder Mensch in seinem Leben eine zweite Chance verdient. Dass er Unrecht wieder gut machen darf, dass er nach seiner Strafe ein Anrecht auf ein Leben in der Gesellschaft haben muss. Ich bin der Überzeugung, dass ein therapierter ehemaliger Sexualstraftäter unter der Voraussetzung, dass er nicht als Rückfallgefährdet angesehen wird - psychiatrisch - auch diese Chance erhalten sollte.

Da gibt es Menschen, die Milliarden veruntreut haben, Tausenden ihrer Kunden die gesichert geglaubten Leben zerstört haben, und die nach ihrer Strafe wieder frei kommen, nur um mit ihrem Wissen über Finanzmärkte und die Leichtgläubigkeit genau das Gleiche wieder machen zu können. Geld vernichten, der Deutschen liebstes Kind. Geld, das eine essentielle Lebensgrundlage für uns alle ist. Gilt das als Kavaliersdelikt? Erstaunlicherweise fordert niemand, diese Leute im Internet kenntlich zu machen, damit man sehen kann, ob in seiner Nachbarschaft einer von ihnen lebt...
Und dann ist da noch der Fall der Männer, die aus dem Gefängnis entlassen werden mussten, weil der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die nachträgliche Sicherheitsverwahrung für ungesetzlich erklärt hat. Diese ehemaligen Straftäter werden von Polizisten begleitet, egal wo sie leben. Im Moment schützen diese Polizisten diese Menschen vor Übergriffen aus der Bevölkerung. Aber glauben Sie mir, ursprünglich waren diese Polizisten dazu gedacht, genau das Gegenteil zu machen.
Können Sie sich vorstellen, dass sich die Justiz etwas bei ihrem Vorgehen gedacht hat? Das sie vielleicht an Reintegration gedacht hat?
Wie oft, Herr Schweiger, lesen Sie davon, das ein als geheilt entlassener Sexualstraftäter rückfällig wird? Und wie viele solcher Fälle, glauben Sie, werden von Boulevardblättern wie der BILD ignoriert? Nun, ich möchte annehmen, dass Diekmann ALLE diese Fälle breittritt, und wir die Anzahl der Schlagzeilen als auf Augenhöhe mit der Anzahl der Taten gleichsetzen können. Ist diese Zahl auch gleich zu setzen mit der Anzahl als geheilt entlassener Sexualstraftäter? Ich denke nicht. Könnte es also sein, dass die Resozialisierung funktioniert?

Herr Schweiger, ich verstehe, dass Sie Angst haben, Angst um Ihre Kinder, vielleicht Angst um die Kinder anderer Eltern. Ich verstehe und respektiere das.
Aber von einem gebildeten, weit gereisten Menschen wie Ihnen, jemanden, den man zu respektieren wünscht, hätte ich mehr erwartet als Phrasendrescherei auf Stammtischniveau. Ich hätte erwartet, dass er sich mit der Resozialisierung auseinandersetzt und sich die Frage stellt: Ist Resozialisierung solcher ehemaliger Straftäter eigentlich möglich? Möchte ich das glauben? Hat unsere Justiz Recht, oder habe ich Recht?
Natürlich ist da viel Angst im Spiel, und natürlich bin ich selbst ein unverbesserlicher Gutmensch, der schlau reden kann, aber beim ersten Gewaltverbrechen dieser Art in seinem persönlichen Umfeld sein Fähnchen um hundertachtzig Grad drehen wird, um die Todesstrafe für diese Delikte wieder einzufordern. Aber lassen Sie mich sagen, bevor ich mich so vollkommen verändere, dass zumindest ich an den Resozialisierungsstaat glaube. Auch, dass die Gerichte ihr Möglichstes tun, um die Mitbürger vor Gewaltverbrechen jedwelcher Art zu schützen. Auch vor Wiederholungsstraftätern.
Ein entlassener Sexualstraftäter ist nicht automatisch ein Wiederholungstäter. Aber, Herr Schweiger, vielleicht wird er zum Amokläufer oder zum Selbstmörder. Er muss nur irgendwann dran zerbrechen, dass ihm niemand eine Chance gibt. Dann wäre wegsperren auf Lebenszeit natürlich die humanere Methode als eine lebenslange Hetzjagd durch die BILD-Zeitung.

Herr Schweiger, ich wünsche mir wirklich, dass Sie als Mensch, den ich als Schauspieler schätze, in Zukunft auf einem höheren Niveau als der BILD-Zeitung diskutiert, und wenigstens versucht zu verstehen, dass entlassene sexuelle Straftäter - nur ganz eventuell, zufällig, und ich vermute es auch nur, ohne es zu wissen - nichts weiter wollen als ihre Leben fortzusetzen.

Ein tschechisches Sprichwort sagt: "Alle Verallgemeinerungen sind gefährlich - auch diese."
Die deutsche Justiz verallgemeinert nicht. Sie prüft, und wie ich hoffe, sehr genau.
Aber einhundert Prozent wird sie nie erreichen. Doch das ist nun mal ein Wesenszug eines Resozialisierungsstaats, auf den ich persönlich nicht verzichten will.


P.S.: An meine Leser: Ein mulmiges Gefühl im Bauch hätte wohl jeder, wenn man wüsste, dass ein Sexualstraftäter in der Nachbarschaft wohnt und durch die gleichen Straßen schreitet, auch oder vor allem wenn er aus dem Knast kommt.
Ich muss jetzt verallgemeinern, um niemanden identifizierbar zu machen: Vor einiger Zeit hatte ich in meiner Samtgemeinde ab und an mit einem Mann zu tun, den ich mein ganzes Leben kenne, der wegen Sexualdelikte im Gefängnis war und danach wieder in sein altes Umfeld zurück gekehrt ist. Ich habe ihn genauso behandelt wie zuvor. Es ging ganz gut soweit, und besondere Angst hatte ich auch nicht vor ihm. Auch wenn der Gedanke an seine Taten immer im Hinterkopf pocht. Aber es geht.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Noch immer kein Anschlag

Was ist nur los mit den Terroristen heutzutage? Alles Feiglinge, billige Halunken und Nichtskönner?
Unsere Medien hatten doch im November noch großmundig verlauten lassen, Deutschland "wäre ein Ziel für Attentate durch muslimische Extremisten" und akut bedroht. So bedroht, dass die Bereitschaftspolizei sogar ein Absperrgitter um den Reichstag zog - unüberwindbar für jeden Terroristen im Rollstuhl. Ende November sollte er erfolgen, spätestens aber im Dezember. Nichts ist passiert. Es ist einfach kein Verlass auf die Terroristen heutzutage.

Jetzt gibt es natürlich zwei mögliche Varianten, die dieses Desinteresse des Terrorismus an Deutschland erklären könnten.
Nummer eins wäre, dass unsere Polizei und unsere Geheimdienste hervorragende Arbeit geleistet haben und alle Terrorverdächtigen vor ihren Anschlägen haben einsacken können. Zum Beispiel am Schutzzaun vor dem Reichstag.
Nummer zwei wäre, dass sich die Terrorverdächtigen im Land geirrt haben, und deshalb den Anschlag auf den Moskauer Flughafen durchgezogen haben...
Ich entschuldige mich an dieser Stelle in aller Form bei den Angehörigen der Toten und Verletzten dieses Anschlags für meinen offenen Zynismus.

Tatsächlich gibt es noch eine dritte Möglichkeit, nämlich jene, das hier heftig übertrieben wurde. Da wir Februar haben und immer noch kein Anschlag stattgefunden hat, beziehungsweise vereitelt wurde - was spätestens bei Prozessbeginn durch die Medien gegeistert wäre - gehe ich sehr stark davon aus.
Und ich fühle mich wirklich ein wenig in die Geschichte mit dem Jungen versetzt, der immer "Wolf! Wolf!" rief.

Fazit: Falls uns die Nachrichten eines möglichen bevorstehenden Terroranschlags in Angst und Schrecken versetzen sollte, hat das nicht funktioniert. Weder für die Terroristen, die sich damit den Flug zu sparen hofften, noch für die Bundesregierung, die mit Terrorangst schon mal eine Wahl gewonnen hat.
Allerdings gibt es auch einen negativen Effekt: Sollte es tatsächlich einmal sehr konkrete Hinweise auf einen wirklichen Anschlag geben, wird das die Öffentlichkeit nicht interessieren.
...Andererseits können Geheimdienste und BKA dann ungehindert ermitteln, und die GSG 9 in aller Ruhe zuschlagen. Ist alles in allem nicht so schlecht, wenn unsere Sicherheitskräfte nur etwas besser arbeiten als unsere freien Medien im Allgemeinen.

Dienstag, 1. Februar 2011

Offener Brief der Stammbesatzung der Gorch Fock

Vor einiger Zeit gingen ein paar sehr unschöne Meldungen über die Gorch Fock, ihren Kapitän und die Offiziersanwärter an Bord durch die Medien. Ich selbst habe mich darüber ein paar Blogeinträge tiefer aufgeregt; mein Empörung nährte sich vor allem aus Zweit- und Drittberichten, die in die Kerbe der "bösen Stammbesatzung und des bösen Kapitäns" hineinschlugen, aber außer reißerischen Überschriften nur Mutmaßungen,Hörensagen und beleidigte Leberwürste präsentieren konnten. Schließlich wurde Kapitän Schatz abgesetzt - nach einem Anruf der BILD-Redaktion bei KTG.

Über BILDBLOG und "Sechs nach neun" kam ich gestern auf die Seite vom Spiegelfechter, der dort einen Brief der Stammbesatzung der Gorch Fock veröffentlicht hat. Gerade durch die guten Klickzahlen durch eine BILDBLOG-Verlinkung werden fast alle meine (deutschsprachigen) Besucher diesen Bericht kennen, gelesen oder davon gehört haben. Trotzdem, auch aus Solidarität mit der Mannschaft der Gorch Fock, möchte ich den Offenen Brief auch hier veröffentlichen. Fünfundneunzig Prozent der Beispiele im Brief entsprechen dem, was ich mir bereits gedacht habe, beim Rest drücke ich mal ein Auge zu. (Zur Erklärung: Ich glaube der Stammbesatzung nicht, dass sie nur bei Sturm brüllt... Das widerspräche dann doch meiner eigenen Pionier-Ausbildung. XD )
Hier der Link zum Post beim Spiegelfechter.
Hier der Offene Brief:




Offener Brief der Stammbesatzung der Gorch Fock

geschrieben am 28. Januar 2011 von Spiegelfechter

Offener Brief

Besatzung Segelschulschiff GORCH FOCK
Schweriner Straße 17a
24106 Kiel

Sehr geehrter Herr Minister,

mit diesem Brief möchten wir uns als Stammbesatzung zu den Behauptungen, die in der Presse kursieren, äußern. Des Weiteren soll dieser Brief Ausdruck und Zeichen sein, wie sehr die Stammbesatzung hinter ihrem Kommandanten steht.

Unfall Salvador de Bahia

Der Unfall unserer Kameradin in Salvador war für alle ein harter Schlag und nicht leicht zu verarbeiten. Dies hat man sehr deutlich am Zustand der Besatzung feststellen können, vor allem bei den direkt betroffenen Soldaten in der Takelage und an Deck. Daher ist es uns unverständlich, Äußerungen zu hören, welche uns Ausbilder als Menschenschinder bezeichnen. Dies ist ein Schlag ins Gesicht jedes Einzelnen hier an Bord und Rufmord!

Dies alles sind Äußerungen von Petenten, die ein grundsätzliches Problem mit der Gorch Fock haben. In Salvador war eine Besatzungsfeier auf der Pier geplant. Diese wurde natürlich abgesagt. Vielmehr hat der Offizierslehrgang am letzten Tag in Salvador für die Besatzung und die Ausbilder ein Bier ausgegeben, um gemeinsam die Geschehnisse zu besprechen und die gute/richtige Reaktion der Schiffsführung auf diesen Unfall zu würdigen. Dies alles geschah im Gedenken an unsere verstorbene Kameradin und war vom Lehrgang gewünscht und initiiert. Das in der Presse veröffentlichte Bild entspricht somit nicht den Tatsachen!

Umgang mit der Situation

Die Schiffsführung setzte nach dem Unfall die Enterübungen aus und gestaltete den Dienstbetrieb neu und sinnvoll für alle Beteiligten. Unmittelbar nach dem Unfall suchten die Ausbilder und Vorgesetzten das Gespräch mit dem Lehrgang. Nach den administrativen Erstmaßnahmen wurde ein deutscher Pfarrer aus Salvador benachrichtigt, welcher mit zwei ausgebildeten PEERs (Sanitätsmeister der Besatzung) die seelsorgerische Betreuung an Bord übernahm. Hier hat die Schiffsführung unserer Meinung nach richtig gehandelt und sich fürsorglich um die Besatzung gekümmert. Gerade bei dem Thema „Umgang mit der Unfallsituation“ hörten wir immer nur das Wort „Kadetten“. Wer denkt dabei an die Ausbilder, die diesen Unfall direkt miterlebt haben und die in der Takelage verbliebenen Kadetten sicher an Deck begleitet haben? Diese Jungs haben in einer extremen Situation hervorragende Arbeit geleistet und die Beherrschung behalten.

Der Lehrgang wurde umgehend unter Deck geschickt, um die verunfallte Kameradin nicht sehen zu müssen. Die Stammbesatzung, sprich die Ausbilder, haben an Oberdeck alles Menschenmögliche getan, um der Kameradin zu helfen und sie vor neugierigen Blicken zu schützen.

Kommandoenthebung des Kapitän zur See Schatz

Auch ist uns allen mehr als unverständlich, einen Kommandanten, der allseits beliebt ist, gut zu seiner Besatzung war und viele Entbehrungen auf sich und seine Familie genommen hat, um das Schiff gut zu führen, so abzuservieren, wie es hier der Fall war. Warum wurde ein zuverlässiger, loyaler Offizier ohne Untersuchung bzw. Untersuchungsergebnis so behandelt und bloßgestellt?

Auch fehlte uns der Rückhalt unserer übergeordneten Dienststellen, welche sich zu keiner Zeit vor uns stellten oder sich nach unserem Befinden erkundigt haben. Dies alles vor dem Hintergrund unbestätigter Anschuldigungen, welche eine Gruppe von Petenten (Offiziersanwärter) in Form einer Eingabe an die Öffentlichkeit gebracht haben.

Vorgaben zur Durchführung einer Segelvorausbildung

Der Lehrgangsteilnehmer soll behutsam und unter Aufsicht physisch und psychisch bis an die Grenzen seiner individuellen Belastbarkeit geführt werden, damit er ruhig, sicher und beherrscht handeln kann, wenn er im Einsatz in die Lage höchster Gefahr für das eigene Leben kommt. Der OA (Anm. d. Red.: Offiziersanwärter) erfährt und verinnerlicht die Grundsätze und Ziele der Inneren Führung, den Sinn von Disziplin, Selbstdisziplin und Gehorsam.

Dabei kommt es darauf an, dass der OA im Rahmen der Segelvorausbildung durch die Vermittlung von theoretischen seemännischen Grundkenntnissen und –fertigkeiten sowie durch drillmäßiges Segelexerzieren den Umgang mit Segeln sowie stehendem und laufendem Gut beherrscht und die erforderlichen Sicherheitsaspekte beachtet.

Umsetzung an Bord:

Die Ausbilder an Deck haben Weisung, bei Erkenntnissen, die eine vorübergehende Einschränkung der Entertauglichkeit nahe legen, die betroffenen Soldaten beim Schiffsarzt vorstellig werden zu lassen. Ein Entern allein auf freiwilliger Basis hat an Bord der Gorch Fock bis zum Unfall am 07.11.2010 nicht stattgefunden. Vielmehr waren alle Kadetten, die die genannten Voraussetzungen erfüllten, gehalten, an den Enterübungen teilzunehmen. Soldaten, die sich bei den Enterübungen schwer taten wurden unter besonderer Aufsicht weiter am Topp bzw. durch einen Ausbilder individuell am Besanmast ausgebildet und dabei behutsam an das Lehrgangsziel herangeführt.

Richtlinien für das Entern ab dem 11.11.2010 (nach dem Unfall in Salvador de Bahia): Auf Weisung des Kommandanten fanden weitere Enterübungen nur noch auf freiwilliger Basis statt (Am ersten Tag gingen 20 OAs von 70 nicht in die Takelage, am zweiten Tag nur noch 14).

Wie oben ersichtlich, wurden nach dem Unfall in Salvador einige neue Voraussetzungen festgelegt, um die Sicherheit der Soldaten bei Arbeiten/Ausbildungen in der Takelage zu erhöhen. Auch hier hat die Schiffsführung richtig – und unserer Meinung nach – nicht überzogen reagiert. Die Darstellungen in der Presse sind falsch und extrem verzerrt.

Natürlich müssen die Ausbilder gegenüber den Soldaten die Stimme erheben, denn wir bewegen hier einen Großsegler, mit ca. 2000qm Segelfläche im offenen Seeraum. Dieses Segeln findet nicht nur bei angenehmen Wetterverhältnissen statt, sondern auch bei schwerer See mit Windstärken bis zu Bft. 12. Dass ein Befehl beim Segeln für das Schiff und die an Deck befindlichen Soldaten sicherheitsrelevant ist und durch die erhöhten Windgeräusche laut ausgesprochen, bis hin geschrien werden muss, ist nur logisch und im Rahmen der Fürsorgepflicht richtig.

Daher muss im Hafen eine hohe Leistungsbereitschaft der Lehrgangsteilnehmer hergestellt werden, um das Schiff im Seebetrieb sicher zu führen. Der Kommandant hat sogar die Pflicht, eine hervorragende Ausbildung zu verlangen, so dass er mit der Besatzung das Schiff sicher bewegen kann, und das zum Wohl aller an Bord und anderer Verkehrsteilnehmer. Lehrgangsteilnehmer, die mit dieser Situation nicht zurecht kommen, sollten sich überlegen, ob sie den richtigen Beruf gewählt haben. Denn dieser Ausbildungsabschnitt gehört nun mal zur Offizierbasisausbildung dazu.

Vorwürfe wegen sexueller Belästigung

Lapidar geäußerte Sprüche von jungen Soldaten wie die in der Presse aufgeführten sind und bleiben schlechte Sprüche unterhalb der Gürtellinie und sind auch nur Sprüche!

Zu keiner Zeit wurde hier an Bord ein Soldat von einem anderen angefasst oder gar sexuell belästigt. Natürlich ist die Schiffsführung über die gefallenen Äußerungen nicht erfreut gewesen und hat daher entsprechende Konsequenzen gezogen, nämlich eine Musterung mit deutlichen Worten des Kommandanten an die Soldaten. So etwas wurde und wird hier an Bord nicht toleriert!

Der Name GORCH FOCK ist nach diesen Vorfällen nur noch sehr schwer reinzuwaschen. Dies bedauern wir und – wie wir denken – auch ein Großteil der deutschen Bevölkerung, die immer stolz auf ihre „Weiße Lady“ war, zutiefst! Wie viele Empfänge und Reisen wurden mit diesem Schiff durchgeführt. Überall, wo es auftauchte, freuten sich die Menschen über das Schiff und unser Land.

Natürlich haben sich Politiker jeder Parteizugehörigkeit und übergeordnete Instanzen sehr gerne im Schein dieses Schiffes gefeiert. Genau diejenigen, die uns jetzt fallengelassen haben.

Wir hoffen, sehr geehrter Herr Minister zu Guttenberg, Sie verstehen nun auch die Sicht der Stammbesatzung, die immer ihr Bestes gegeben hat, um sicher und qualitativ hochwertig Kadetten an Bord auszubilden. Wir werden nun in der Presse als schlechte Menschen, ja gar als Unmenschen dargestellt. Dies macht uns und unseren Familien sehr zu schaffen.

Wir, die Stammbesatzung der Gorch Fock, fühlen uns sehr alleine gelassen – hier am Ende der Welt.

Hochachtungsvoll,
Besatzung Segelschulschiff GORCH FOCK