Montag, 30. Mai 2011

Verwässerte Homöopathie auf Tagesschau.de

Ich habe ja schon vieles erlebt in meiner Zeit als Blogger. Habe versehentlich Menschen gekränkt, mich zeitweise vor einen Propaganda-Karren spannen lassen, und nun schon den dritten Werbehype für eine "unaufhaltbare, tödliche Krankheit" erlebt.

Heute aber ist mein persönliches Monatshighlight: Auf Tagesschau.de gibt es einen Artikel über Homöopathen ohne Grenzen, die in Sierra Leone u.a. mit homöopathischen Mitteln Malaria behandeln.
...sacken lassen.
Nun ist mir das Thema nicht gerade neu, ich bin damit vertraut und weiß, dass die Homöopathie einige sehr wirksame Medikamente hervor gebracht hat. Der Haken dabei ist: Alle funktionierenden homöopathischen Medikamente sind keine homöopathischen Medikamente. Warum ich das sage? Weil es wahr ist.
Der homöopathische Grundsatz ist folgender: Similia similibus curentur - Ähnliches wird durch ähnliches geheilt.
Oder anders ausgedrückt: Der Urvater der Homöopathie, Samuel Hahnemann, entdeckte das Prinzip, dass sich Krankheiten besiegen lassen, indem man Medikamente einnimmt, die bei einem Gesunden die gleichen Symptome wie die Krankheit erzeugen.
...sacken lassen.
Klingt komisch? Ist aber so. Deshalb trenne ich persönlich auch zwischen Medikamenten, die von Homöopathen verabreicht werden, und einem tatsächlichen homöopathischen Produkt.
Deshalb meine Worte eingangs, dass die Homöopathie durchaus funktionierende Medikamente entdeckt hat, diese aber nicht homöopathisch sind.
Oder anders ausgedrückt: Ein homöopathisches Produkt, das gegen Malaria helfen soll, muss bei einem Gesunden die berüchtigten Fieberschübe der Malaria auslösen. Das gilt auch für alle anderen Krankheiten.

Ein Freund von mir hat seinen zahnenden Sohn mit einem homöopathischen Produkt erfolgreich behandelt - ich vergaß ihm zu sagen, er möge sich die Paste doch selbst aufs Zahnfleisch schmieren, als Selbstversuch. Von einem echten homöopathischen Produkt hätte er anschließend Zahnschmerzen bekommen müssen.
M.E. hatte er eine gute schmerzstillende Paste aus Naturprodukten, aber sicherlich KEIN homöopathisches Medikament oder Produkt.

Ja, ich weiß, daran hänge ich mich auf. Aber die Homöopathie ebenfalls. Andererseits hängen sie es nicht an die große Glocke, denn trotz funktionierender Produkte sind diese nicht homöopathisch, ist nicht automatisch die ganze Homöopathie wirksam. Die Homöopathie an sich funktioniert nicht.

Mein Fazit: Der Tagesschau.de-Artikel lässt sich instrumentalisieren, schnürt um den heißen Brei, erwähnt die bestehenden Vorwürfe gegen Homöopathie (siehe hierzu den blauen Info-Kasten in der Mitte des Artikels), lässt auch die Homöopathen ohne Grenzen zu Wort kommen, ebenso wie den restlos begeisterten Dorfvorsteher. Und anschließend kann eine Homöopathin noch stolz berichten, dass "ihr egal sei" wie die Schulmedizin darüber denkt, denn sie "hat am Morgen eine Frau mit Menstruationsbeschwerden behandelt, und jetzt geht es ihr schon besser".
Merkt Ihr was, liebe Leser? Richtig. Was haben Menstruationsbeschwerden mit Malaria zu tun? Frappierend ist auch, dass die Malaria außer in der Überschrift keine Verwendung mehr findet. Die Malaria-Therapie mit homöopathischen Medikamenten wird überhaupt nicht mehr erwähnt, geschweige denn gesagt, dass Malaria auf diese Weise bekämpft werden kann.
Fakt ist nunmal nach Samuel Hahnemann, dass ein homöopathisches Medikament die Symptome hervorrufen soll, die es heilen soll. Darauf verweisen Anhänger der Homöopathie viel zu selten. Weil es sich zu leicht nachprüfen lässt. Weil der blumige Begriff Homöopathie einfach nur einen Haufen nutzloser Produkte umfasst, und einige funktionierende Aspekte der Naturheilkunde. Vom Verdünnungskram, der Erinnerungsfähigkeit von Wasser und änlichem wollen wir heute mal ganz absehen - man tritt niemanden, der bereits am Boden liegt.

Übrigens, liebe Homöopathen, dieser dämliche Name ist wirklich schlecht zu tippen. Und das nehme ich Herrn Hahnemann persönlich übel.

Edit am Freitag, den 03.06.11: Der Blog Beim Wort genommen befasst sich mit dem gleichen Artikel, geht aber einen wissenschaftlicheren Ansatz als ich. Auf jeden Fall lesenswert. Auch wenn ich mich frage, warum der Text, der bei Beim Wort genommen zitiert wird, ausführlicher gewesen zu sein scheint als der Artikel, den ich gelesen habe.

Sonntag, 29. Mai 2011

Wieder mein Hobby.

Tja, was soll ich sagen? Es geht Schlag auf Schlag. Wäre dies ein Hinweis auf die Popularität meiner Geschichten, wäre jetzt ein angemessener Zeitpunkt, um mächtig stolz zu sein.
Ich habe wieder mal einen Tausender voll, d.h. wieder haben tausend Leser meine Geschichten auf Fanfiktion.de aufgerufen.
Diesmal ist es sogar ein ganz besonderer Tausender: Heute morgen beim einloggen prangte mir die 25.000 entgegen. Also nur noch fünftausend Klicks bis zur Dreißigtausend, und nur noch 75.000 zur Hunderttausend.
Bleibt mir treu und lest mich weiterhin. ^^V

Samstag, 28. Mai 2011

Diesmal geht es wieder um mein Hobby

Genauer gesagt geht es um meine Space Opera "Für den Kaiser". (Ja, ich weiß, wie ironisch der Name klingt.)
Auf Fanfiktion.de hat sie heute tatsächlich die Marke der zweitausend Aufrufe durchbrochen. Ehrlich, das macht mich schon ein wenig stolz.
Übrigens habe ich nicht vergessen, dass ich die vier Episoden von "Für den Kaiser" als Book on demand-Bücher versprochen habe. Ich warte nur noch auf das erste Titelbild. Dann werde ich mit meinem bewährten Anbieter lulu.com (bewährt vor allem deshalb, weil ich mich nicht mehr umgewöhnen will ^^°) nach und nach die vier BoD erstellen und meinen Lesern verfügbar machen.
Bis dahin - lest mich weiter und bleibt mir treu. ^^

Donnerstag, 26. Mai 2011

Islamist zu sein ist schwer...

Herzlich willkommen zu meinem kleinen Blog, in dem ich eigentlich mehr darüber berichten wollte, was für ein großartiger, aber erfolgloser Autor ich doch bin, und der nun mehr und mehr mein Sprachrohr für Dinge geworden ist, die ich ansprechen, anprangern muss. Dass ich mir dabei manchmal widerspreche, darf verwundern, aber ist mein Vorrecht als Verfasser dieses Blogs.
Ich darf mich also schon maßlos darüber aufregen, dass deutsche Medien bei Desoxyribonukleinsäure die englische Kurzbezeichnung DNA verwenden ohne einen Hauch von Ahnung was sie damit tun; zugleich aber darf ich mich auch über die unnötige Anglizismus-Debatten aufregen, die immer mal wieder aufkommen und niemandem helfen, nur ein paar "Rechten", die die deutsche Sprache "rein" halten wollen. ^^°°°
Und ich darf auch mal Themen ansprechen, die merkwürdig anmuten. So zum Beispiel mein kleiner Ego-Trip, als ich ein paar Tage tatsächlich zu Fuß zur Arbeit ging, und das zur religiös-spirituellen Erkenntnis stilisierte.
Oder mein Versuch, einigen Unwissenden zu erklären, dass Allah und Gott (also Jehowa oder Jahwe) ein und derselbe sind, dass der Islam im Großen und Ganzen eine christliche Splittersekte ist, die einfach nur so erfolgreich ist wie Katholiken, Orthodoxe und Kopten.

Und damit sind wir schon beim Thema: Ich rege mich auf und versuche etwas zu erklären. Aufregen will ich mich über einen Artikel in meiner Tageszeitung: Islamist mit deutschem Pass in Süd-Afghanistan gefasst.
Islamist. Islamist. Hm, Islamist. Was bedeutet dieses Wort? So wie es die deutschen Medien verwenden, bedeutet es radikaler, gewaltbereiter, tötungsbereiter und unmoralischer Terrorist.

...sacken lassen.
Und hier die Erklärung zur Aufregung: Islamist, das ist absoluter Bullshit! Islamgläubiger potentieller Terrorist ist ihnen wohl zu lang gewesen, wäre aber eine weitaus korrektere Ausdrucksweise gewesen. Islamist ist in diesem Zusammenhang eine Dreistigkeit, eine Frechheit, eine Beleidigung einer ganzen Religion. Islamist in diesem Zusammenhang bedeutet nicht mehr und nicht weniger, dass alle Angehörigen dieses Glaubens radikale, gewaltbereite, tötungsbereite und unmoralische Terroristen sind. Ich kann das so nicht mehr stehen lassen, und als toleranter, gläubiger und vor allem mit dem Prinzip der Nächstenliebe vertrauter Christ will ich es auch nicht länger akzeptieren. So geht das nicht, meine Damen und Herren in den Medien!

Das ist in etwa das Gleiche, wenn man die Angehörigen der Roten Armee Fraktion je nach Taufe Katholizist oder Evangelizist genannt hätte, wohl gemerkt mit der gleichen Bedeutung, nämlich des gewaltbereiten Terroristen. Oder die gewaltbereiten Mitglieder der IRA, die wahrlich genug geschossen und gebombt haben, als Katholizisten zu bezeichnen. Oder jene aufständischen Tibeter, die sich gegen die chinesische Zentralregierung aufgelehnt haben, als Buddhitisten oder Lamaisten. Es passt einfach nicht, es klappt einfach nicht, und diffamiert den Glauben als Ganzes.
Sicher, Osama Bin Laden war muslimischen Glaubens. Und ebenso waren das die Attentäter von 9/11. Und die Selbstmordattentäter, die jahrelang Israel in Angst und Schrecken versetzt haben wahrscheinlich ebenso wie jene, die im Irak, in Afghanistan und Pakistan ihrem Leben ein Ende setzen, und so viele Menschen wie möglich mitnehmen wollen. Gut, gut, das IST Terrorismus. Aber in Afghanistan, im Irak, in Pakistan sind ihre Opfer auch hauptsächlich Muslime.
Zynisch ist ein jeder, der nun denkt: Islamisten, die Islamisten töten, das ist doch in Ordnung. Eine Verhöhnung der Opfer UND ihres Glaubens in einem Atemzug.
Ich stelle fest: Die überwiegend große Mehrheit der Christen dieser Welt hat nichts mit Terrorismus am Hut, und hat auch keine Lust darauf, als Märtyrer zu sterben und möglichst viele Menschen bei einem Selbstmordanschlag zu töten. Das Gleiche gilt eins zu eins für Muslime. Die Verwendung des Begriffs Islamist ist nicht einfach nur diskriminierend, abwertend und von Grundauf falsch, er bietet viele Vorwände für unsere "Stammtischtäter", um Vorurteile zu pflegen und Menschen zu diskriminieren, die sie nicht einmal kennen. Und das alles nur, weil die MEDIEN diskriminieren.

Normalerweise kann mich die Political Correctness mal Kreuzweise am Arsch lecken, weil ich ein ehrlich ausgesprochenes Wort mehr schätze als erzwungene Höflichkeit. Sie ist halt nichts wert, da Zwang im Spiel ist. Aber in diesem Fall ist es auch kein Fall der Political Correctness, sondern eine Frage der Menschenwürde, der Akzeptanz fremden Glaubens, der Toleranz, und - besonders für uns Christen - der Nächstenliebe. All das vermisse ich aber, wenn ich wieder irgendwo Islamist lese, und genau weiß, dass der Autor Terrorist meinte.

Mein Fazit: Liebe deutsche Redaktionen, wenn Ihr Terrorist meint, dann schreibt gefälligst auch Terrorist! Meinetwegen Terrorist islamischen Glaubens, aber dieses Kunstwort Islamist ist in diesem Zusammenhang einfach nur widerwärtig. Pfui, jeder Redakteur, der es benutzt, sollte sich schämen. Solche Taktiken gab es schon einmal in Deutschland, und anschließend haben "gute Deutsche" in bestimmten Geschäften nicht mehr eingekauft. Soll es so wieder kommen? Oder sollen "Islamisten" wegen ihres Glaubens Menschen zweiter Klasse werden? Menschen beurteilt man nach ihren Taten, und ich habe noch keinen Sprengstoffattentäter beim Anschlag beten sehen.
An dieser Stelle möchte ich noch kurz erwähnen, dass ich die feige Art des Selbstmordsprengstoffattentats nicht als Akt des Märtyrertums betrachte. Im Gegenteil, diese verwerfliche, feige Tat ist die direkte Fahrkarte in die Dschehenna, meine lieben Terroristen.
Und im gleichen Atemzug noch mal an alle anderen: Von feigen Selbstmordattentätern auf den gesamten Islam zu schließen ist mindestens ebenso feige. Aber bequem, oder?

Edit am Samstag, dem 28.05.2011: MartinM vom Blog MMsSenf weist mich in den Kommentaren darauf hin, dass das Wort "Islamist" nicht die Bedeutung hat, die ich festgestellt habe.
Nun ist MartinM ein schlauer, belesener Mann mit Ahnung von allem was er tut. Deshalb möchte ich nicht nur in meiner Antwort in den Kommentaren, sondern auch hier noch mal kurz darlegen: Meines Erachtens steht in der deutschen Presse das Wort "Islamist" synonym für "Terrorist", politischer Islam hin oder her. MartinM geht es darum, dass "Islamisten" durch ihre Bestrebungen, Kirche in die Politik oder Politik in die Kirche zu bringen, durchaus zu Recht scheel angesehen werden sollten; mir geht es einzig und alleine darum, dass das Wort Islamist nach meinem Wissen, Fühlen und Denken den Islam und all seine Angehörigen automatisch als Terroristen vorverurteilt.
Danke für Deinen Hinweis, MartinM.
Wie seht Ihr das da draußen? Weitere Kommentare würden mich freuen.

Mittwoch, 25. Mai 2011

EHEC für alle

Also, ich muss schon sagen, ich bin etwas überrascht. Über EHEC. Ihr wisst schon, dieses Bakterium, das die Erbfolge von H1N1 als gefährlichste Geissel Deutschland antreten soll.
Zwar gab es schon zwei bestätigte Todesfälle durch EHEC, aber der übliche Trubel um das vermeintliche Todes-Virus, von den Medien permanent als "Keim" bezeichnet, weil es eben ein Bakterium ist, will sich nicht so recht einstellen.
Selbst BILD.de begrenzt den möglichen Schaden, bevor er eintreten kann, indem sie Horrorvisionen über zukünftige Todesfälle spinnt, sondern beinahe schon sachlich in Fertigsalaten die mögliche Infektionsquelle identifizieren möchte. Und das mit dem Salat macht sogar richtig Sinn.
Irgendwie zündet es also nicht so richtig, das "EHEC ist brandgefährlich"-Feuerwerk.

Aber man muss sich fragen, was mit unseren Medien los ist. Ich habe neulich im Web gelesen, dass die Bakterien, aus dessem Stamm EHEC stammt, jedes Jahr für eintausend bis eintausendfünfhundert Tote verantwortlich sind. Das ist, in Anbetracht der saisonalen Grippe, äußerst geringe Zahlen. Aber seien wir doch mal ehrlich: Manchen Medien reicht schon weniger, um eine neue Superbedrohung mit anschließender Pandemie herbeizureden und Panik zu schüren. Ich denke, es mangelt nicht am VERSUCH, die Mega-Panik herbei zu reden. Es klappt eben nur nicht. Und BILD.de hat das anscheinend erkannt, wenn sie jetzt schon eine mögliche Infektionsquelle liefert, und damit der Panik, dass "es jeden treffen könnte", so konsequent ein Ende setzt. Dafür kann man die Redaktion loben, aber man sollte nicht vergessen, dass die gleiche Redaktion weiter getreten hätte, wäre es ihr nützlich erschienen.

Für diese, ich will es mal Halbpanik nennen, müssen wir beinahe dankbar sein. Aber anscheinend ist das Thema durch die Überzeichnungen der letzten Jahre derart ausgelutscht, dass selbst die reißerischste BILD-Schlagzeile bei mir nicht mal mehr den üblichen Abscheu auslöst. Geschweige denn die Überzeichnung in anderen Print-, Fernseh-, und Online-Medien.

Mein Fazit: EHEC stammt aus einer Bakteriengruppe, die normalerweise keinen so schweren Krankheitsverlauf verursacht, diesmal aber recht aggressiv ist. NDR.de spricht derzeit von 131 schweren Erkrankungen und Verdachtsfällen bundesweit. Das ist zwar für jene, die unter schwersten, teils blutigen Durchfallsymptomen leiden und teilweise auf der Intensivstation liegen, nicht sehr tröstlich, aber von einer Epidemie, gar einer Pandemie, sind diese Zahlen noch weit entfernt. Sorgen machen sollte uns vor allem die merkwürdig weite Streuung über das ehemalige Westdeutschland; der Verdacht liegt nahe, dass mindestens ein bundesweiter Fertignahrungslieferant ungewollt für diese Streuung gesorgt hat. Und im gleichen Atemzug möchte ich den Erkrankten und ihren Angehörigen - vor allem denen der beiden Todesfälle - mein Mitgefühl aussprechen. Aber von einer Katastrophe sind wir weit entfernt. Dass wichtige Gesundheitswächter wie das Robert Koch-Institut nervös werden, braucht wiederum uns nicht nervös zu machen - das ist ihr Job.

Ich sehe die Sachlichkeit und die Vernunft, mit der die Medienkonsumenten dem Thema begegnen, als positive Entwicklung, nach dem Hype um die verschiedensten Grippen, werfe es aber den Medien vor, dass sie EHEC als "Keim" titulieren, anstatt als Bakterium, wobei ich ihnen Absicht unterstellen will, weil "Keim" reißerischer klingt als "Bakterie". Bakterie klingt so normal, so ungefährlich.
Es ist also nicht so, als würden bestimmte Medien nicht VERSUCHEN, Panik zu schüren und ihre Verkaufszahlen hoch zu treiben. Es gelingt ihnen nur wohl einfach nicht, weil das Thema zu abgestumpft ist, egal ob Keim oder Bakterium. Tja. Pech gehabt.

Tipps für alle, die dennoch ein mulmiges Gefühl haben: Händewaschen. Frisches Gemüse und frisches Obst vor der Verarbeitung gründlich putzen und schälen. Nicht ins Bockshorn jagen lassen. Und Grundregel Nummer eins im Umgang mit Bakterien beachten: Gekocht zu werden überleben die Biester niemals.
Also, ruhig bleiben, das Geschehen sachlich verfolgen, und es sehen wie es ist: Eine auffällige, meldepflichtige Krankheit. Mehr nicht.

Nachtrag am 13.07.2011: Und das EHEC-Freudenfeuer der Medien ist ganz erloschen. Erwähnt wird der Erreger überhaupt nicht mehr, obwohl er uns laut Experten "fortan immer begleiten wird".
Und DAS war nun die große Gefahr, die von diesem E.coli-Bakterium ausgegangen ist?
Dafür war das Medieninteresse wieder einmal viel zu hoch, und noch schlimmer, viel zu unsicher. Außerdem hat sich die BILD weit mehr zurückgehalten als üblich. Vielleicht liegt es daran, es fehlte der Hetz- und Panikschür-Vorreiter.
Was lernen wir daraus? Bitte in Zukunft mehr Sachlichkeit und weniger Sensation, liebe BILD-Redaktion, und wir würden sogar eine echte Pandemie meistern.

Sonntag, 22. Mai 2011

Abzocken als Geschäftsmodell

Es ist jetzt fast drei Jahre her, seit ich mich auf der Suche nach Open Office (nach einem wirklich miesen Computercrash, der mich die Festplatte kostete) auf der Seite Megadownload.org nichtsahnend anmeldete und damit ein verstecktes Abo abschloss, das mich im Jahr 96,-€ gekostet hätte. HÄTTE, wohlgemerkt. Denn sowohl die Anmeldung als auch das Abo waren selbstverständlich genauso wenig rechtskräftig wie die Widerrufsfrist von acht Tagen. Darüber hinaus war es ohnehin eine Frechheit, User mit dem kostenfreien Open Office zur Anmeldung zu ködern.

Heutzutage geht es nicht mehr um Megadownload.org. Es sind andere Firmen, die auf die gleiche Weise Geld zu "produzieren" versuchen. Ihr Geschäftsprinzip ist wie folgt und immer identisch: Der verbrecherische Unternehmer versucht, so viele Daten wie möglich über sein potentielles Opfer zu erlangen, am liebsten natürlich die komplette Adresse, mindestens aber die E-Mail. Dabei ist es noch nicht einmal zwingend erforderlich, dass man als User tatsächlich auch das Häkchen macht, mit dem man unwissend ein Abo abschließt. Anschließend wird Geld angemahnt. Üblich sind 96;-€, wie bei mir. Es darf aber auch schon mal mehr oder weniger sein. Das Geschäftsprinzip ist wie folgt: Natürlich ist die Forderung illegal, nicht rechtskräftig, und hätte schon längst per Gesetz mit empfindlicheren Strafen belegt werden sollen, weil diese Verbrecher einen GROßTEIL der internetbenutzenden Gesellschaft verunsichern, terrorisieren und in manchen Fällen regelrecht mental foltern. Aber diese Verbrecher haben eine einfache Rechnung: Wenn von einhundert Forderungen auch nur eine bezahlt wird, dann haben sie 96,-€ gemacht, und das für den Preis von einhundert E-Mails. Selbst wenn der User nicht zahlt, und die Forderung anschließend von einem Inkasso-Unternehmen gemahnt wird, lohnt es sich noch für die Verbrecher - wenn der User, durch den Einsatz des Inkasso, eingeschüchtert genug ist, um doch noch zu zahlen. Aktuelle Zahlen habe ich jetzt nicht, aber da es solche Firmen noch immer gibt (die auch teilweise nur Rechnungen verschicken, ohne jemanden auf eine Seite gelockt zu haben), scheint es sich selbst mit dem Risiko einer Strafverfolgung zu lohnen. Auch Anwaltskanzleien werden dabei beauftragt; sie haben aber in etwa genauso viel rechtliche Handhabe wie die Inkasso-Argenturen: Gar keine.
Warum ich das hier nach fast drei Jahren noch mal schreibe? Weil ich finde, man muss so lange warnen und informieren, wie es diese Art von Betrug noch gibt.
Ich habe damals NICHT bezahlt, habe fünf oder sechs Mahnungen vom Inkasso bekommen, rundweg ignoriert, und lebe jetzt in Ruhe und Frieden. Zumindest vor Megadownload.org.

Ich möchte hier noch einmal die wichtigsten Eckpunkte zusammen fassen:
1) Flattert bei Euch eine Forderung ins Haus, willkürlich aufgestellt oder wegen der Anmeldung auf einer Seite, widersprecht. Selbst wenn Ihr die "Abmeldefrist" schon überschritten habt, widersprecht und erklärt, kein Abo abschließen gewollt zu haben, weil Ihr von einer Gratisnutzung ausgegangen seid. Ihr könnt, wenn die entsprechende Firma im Internet bereits als Betrüger gebrandmarkt ist, natürlich auch den ganzen Vorgang ignorieren. D.h. alle Mails und alle Mahnungen einfach in die Tonne kloppen. Einen Vordruck gibt es im Web.
2)Flattert bei Euch eine Inkasso-Zahlungsaufforderung ins Haus, braucht Ihr weder anzurufen, noch zurückzuschreiben. Eine Inkasso-Argentur fordert, was ihr Auftraggeber in Auftrag gibt. Das bedeutet, dass die Argentur Euch NICHT zwingen kann zu zahlen.
3) Es gibt eine Sache, die eine Reaktion erfordert (mit oder ohne Widerspruch). Sollte Euch ein gerichtlicher Mahnbescheid ins Haus flattern, weil die Verbrecher mit Eis in den Adern ausgestattet sind, WIDERSPRECHT. Dazu müsst Ihr auf dem Mahnbescheid nur das große Feld ankreuzen, mit dem Ihr der Forderung widersprecht. Und natürlich zurückschicken. Nun wird der Richter erstmal prüfen, ob die Forderung überhaupt gerechtfertigt ist. Da die Justiz mittlerweile auf diese Art von Verbrechen aufmerksam geworden ist, bedeutet das, dass unsere Verbrecher sich ins eigene Bein schießen, weil sie nun für die Justiz identifizierbar und damit fassbar sind. Daher ist ein gerichtlicher Mahnbescheid sehr unwahrscheinlich. Nach meinen Informationen gab es tatsächlich zwei Gerichtsverfahren, die aber beide im Sinne des Gemahnten entschieden wurden. Diese Verbrecher meiden das Gericht wie der Teufel das Weihwasser.
Dennoch darf man den gerichtlichen Mahnbescheid NICHT ignorieren. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, einen zu kriegen, stark gegen null geht.
4) Nun heißt es, egal ob mit Inkasso oder gar widersprochenem gerichtlichen Mahnbescheid, die Sache einfach auszusitzen. Deckel drauf, die Mahnbriefe in die Mülltonne, und gut ist.
5) Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, oder wenn Ihr bereits Ängste ausstehen müsst und doch dazu tendiert zu zahlen, weil das alles doch irgendwie logisch klingt, und Ihr keinen Ärger wollt, schluckt ne Baldrian und telefoniert mit der nächsten Verbraucherzentrale, und/oder einem Anwalt.


Mein Fazit: Merkt Euch, diese Art der Abzocke funktioniert nur, wenn ein Idiot mitspielt und sich abzocken lässt.
Also, wenn Ihr in ein Abo-Falle geratet, Ruhe bewahren, nicht provozieren und nicht einschüchtern lassen. Die Sache aussitzen. Sie dauert nur ein halbes Jahr.
Früher gab es auf Youtube Videos vom Katzenjens, der sich mit Engelsgeduld den verunsicherten Opfern annahm und aufklärte. Youtube hat aus mir nicht ersichtlichen Gründen die Videos gesperrt, seitdem ist der Katzenjens weg. Aber es wird sich für die ganz Verängstigten lohnen, nach ihm auf anderen Plattformen zu googlen. Mich hat er damals sehr beruhigt.
Und ich hoffe, hier eventuell das Gleiche für andere User wie mich gemacht zu haben.
Noch ein letzter und wichtigster Rat: NICHT ZAHLEN! Nicht nur, dass Ihr dann für nix und wieder nix GELD los seid, Ihr finanziert damit auch die Terrorisierung anderer User. Also, kein "um des lieben Friedens Willen" und zahlen, sondern ein "für alle Verbraucher wie mich" und NICHT zahlen.

Euer Ace

Samstag, 21. Mai 2011

Verblüffende Erkenntnisse I: Die Gmx.de-Redaktion kann auch Medien

Ich bin ein ziemlich durchschnittlicher Mensch, denke ich. Wenn man mal davon absieht, dass ich blogge, und mit diesem Blog schon mal Häme und Spott auf meine Opfer niedergehen lasse. Natürlich nur, wenn sie es verdient haben. Genauso aber denke ich auch, dass ich, wenn jemand etwas gut macht, auch loben sollte, ja, loben muss.
Nun habe ich an der Web.de/Gmx.de-Nachrichtenredaktion selten ein gutes Blatt gelassen, weil diese sich verhält wie die BILD-Onlineredaktion auf einem Trip nach einem Goldenes Blatt-Joint. Aber heute wurde ich mehr als angenehm überrascht.
Dieser Artikel ist nicht nur lesenswert und informativ, er ist auch witzig. Ich empfehle ihn vorbehaltlos weiter und wünsche mir mehr davon, liebe Gmx.de-Redaktion. Worum es geht? Nun, augenscheinlich geht heute, am 21.05.2011 um acht Uhr Abends mittelamerikanischer Zeit die Welt unter. ...Wieder einmal. Und das weit vor dem Termin am 21.12.2012, an dem die Welt laut des angeblichen Azteken-Kalenders untergehen soll. Abgesehen von meiner offensichtlichen Empörung über diesen Religionsstreit über das Ende der Welt - das aktuelle Datum hat der Laienprediger Camping als Datum der Apokalypse genannt - der mich fragen lässt, welche Religion nun Recht hat, bin ich als Christ auch noch verärgert. Verärgert darüber, dass der Bible Belt nicht nur diesen Quatsch glaubt (Zwölf Uhr MEZ, und noch immer keine vier apokalyptischen Reiter am Himmel), sondern SCHON WIEDER auf einen Propheten hört, der BEIM ERSTEN TERMIN schon nicht getroffen hat, wie die amerikanische Wikipedia notiert hat.
Aber das ist nicht das einzige Lustige am Thema, denn im Zuge der bevorstehenden Apokalypse hat das amerikanische Center for Disease Control and Prevention einen Ratgeber online gestellt, der im Falle marodierender Zombie-Horden am Tag der Apokalypse unser Überleben sichern soll.

Mein Fazit: Tja, was soll ich dazu sagen? Laut der amerikanischen Wikipedia ist dieser Camping nicht nur ein Prophezeiungsversager - zu seinem ersten Termin Mitte der Neunziger ging die Erde NICHT unter (obwohl, sicher sein kann man da nicht, wenn ich mir die Bundesregierung heute so anschaue), und ob es zu seinem zweiten Termin klappt, ist fraglich, denn der gute Camping hat den Termin aus Hinweisen in der Bibel errechnet. Sprich: Er ist ein Anhänger solcher wundersamen Dinge wie kabalistische Zahlenmagie. Oder ganz anders ausgedrückt: Genauso wie die Interpretation eines Buchs über Bienenzucht durch viel Phantasie zu einer Prophezeiung des Endes der Welt durch die Azteken geführt hat, so hat, allerdings in erheblich kleinerem Maßstab, Herr Camping mächtig daneben gerechnet, bzw. willkürlich gerechnet. Oder anders ausgedrückt, er hat Hinweise gefunden, die gar nicht existieren. Was ja auch schwer möglich ist, solange er sich nicht auf die Syntax der Originaltexte im Originalformat berufen kann. Alle anderen - übersetzten - Bibeln sind keine Kopien, sondern Interpretationen. Er kann also gar nicht Recht haben. Soviel zum technischen Teil. Haken bei der Geschichte: Der alte Mann glaubt eventuell tatsächlich, was er da predigt. Schlimmer aber ist, dass es Menschen gibt, die ihm glauben. Und die werden auch nicht aufwachen, wenn die Welt heute um Acht in Amerika nicht untergeht. Stattdessen werden sie Herrn Camping nach dem nächsten Termin fragen, und das bereitet mir Kopfschmerzen. Kreationisten, du kannst einfach nicht mit ihnen. ^^°°°


Nachtrag am Sonntag, dem 22.05.2011: Acht Uhr Abends mittelamerikanischer Zeit für Samstag, den 21.05.2011 ist schon lange vorbei. Die Apokalypse verspätet sich. Erheblich.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Pwned 'bout Fukushima

Gestern wurde ich gepwned. Und das vollkommen zu Recht, wenn ich im Nachhinein nachdenke. Wegen der Reaktorkatastrophe in Fukushima Daiichi. Vom Freund meiner Schwester.
Was war passiert? Nun, das was immer passiert, wenn wir zusammensitzen: Wir unterhalten uns, hüpfen durch die Themen, und da wir beide ein breites Wissen haben, kommt immer was Konstruktives bei raus. Dann kam das Thema auf Fukushima, und ich, mit dem Gedanken daran, was passiert wäre, wenn bei einem, oder womöglich allen sechs Kernkraftwerken die sogenannten Cores supererhitzt auf z.B. Grundwasser getroffen wären, was eine wirklich erstklassige Explosion mit anschließender Verseuchung Nord-Honshus zur Folge gehabt hätte, sagte: Das hätte noch viel schlimmer kommen können.
Nun, der Freund meiner Schwester war nicht dieser Meinung. Er sagte, es wäre so schon schlimm genug, und es würde die Menschen, die unter Tsunami, Erdbeben und nun Atomkatastrophe leiden müssten, verhöhnen. Mit einem "Es hätte schlimmer kommen können" ist ihnen weder geholfen, noch werden sie in irgendeiner Form getröstet. Von den Toten, den Obdachlosen, den Evakuierten und den Angehörigen der Opfer, die ganze Liste runter. Keinem ist damit geholfen, diese Riesenkatastrophe auch nur ansatzweise, auch nur in Gedanken zu beschönigen. Pwned. Vollkommen zu Recht.

Es passt sich eigentlich. Ich wollte die Tage ohnehin etwas zu Fukushima Daiichi schreiben, alleine schon um zu zeigen, das ich das Thema weiterhin im Fokus habe (wobei, wie ich zugeben muss, die Folgen von Erdbeben und Tsunami etwas aus meinem Blickwinkel verdrängt werden, was nicht zuletzt an unserer einseitigen Berichterstattung in den Medien liegt - ich würde wirklich gerne mehr über den Wiederaufbau und die Versorgung der Bevölkerung erfahren, über die Arbeit der Hilfskräfte im Erdbebengebiet, und ich würde liebend gerne etwas darüber lesen oder sehen, dass Menschen in der Krisenregion tatsächlich wieder zur Normalität übergehen. Nun, hoffen darf man doch.).
Wenn ich jetzt darüber schreibe, dann mit dem schlechten Gedanken im Hinterkopf, dass ich tatsächlich dachte, es hätte schlimmer kommen können. Das alleine wäre wohl der Fall gewesen, wenn das Erdbebenepizentrum nicht im Pazifik, sondern beispielsweise direkt unter Tokio gelegen hätte. Oder wenn die Evakuierungszone näher an der Hauptstadt liegen würde. Dennoch, auch so ist es schlimm genug. Und ich habe nicht einmal ansatzweise Daten dazu - kann aber runterbeten, in welchen Reaktoren es zu Wasserstoffverpuffungen kam. Das ist zwiespältig.
Zehntausende Menschen an der Küste sind im Zuge eine Tsunami gestorben, die durch ein Erdbeben der Stufe 9 ausgelöst wurde, einem der stärksten Beben unserer Tage. Hunderttausende waren im Inland betroffen - selbst in der Mega-Region Tokio zeigte das Erdbeben Auswirkungen. Und ich habe absolut keine Ahnung, wie viele Menschen leiden und sterben mussten, weil sie erst späte oder gar keine Hilfe erhielten... In einem Land, das auf Tsunamis eingestellt ist. In einem Land, das auf Erdbeben eingestellt ist. Damit will ich den Helfern und den japanischen Streitkräften keine Unfähigkeit vorwerfen, sondern die GRÖßE der Aufgabe beschreiben, derer sie sich stellen mussten. Warum liest man davon so wenig? Und warum ist der berühmte deutsche THW bereits nach vier Tagen wieder außer Landes geflogen, angeblich weil "die radioaktive Wolke" auf sie zugekommen war, während andere Länder wie China (China, hm, mit dem Japan eigentlich gerade nicht so gut kann) und Südkorea im Lande blieben und halfen?

Alles in allem hätte es natürlich schlimmer kommen können. Ironischerweise geht es immer noch schlimmer. Aber ich gebe dem Freund meiner Schwester nach langem Nachdenken vollkommen Recht. Es war schlimm genug, es war erschütternd. Und es ist nicht vorbei. Weder in der überbevorzugten Berichterstattung über Fukushima Daiichi, die auch ich betreibe, noch in jenen Gebieten, die von Erdbeben und Tsunami verwüstet wurden. Wohlgemerkt, das Land ist auf Erdbeben eingestellt, und entsprechende Hafenanlagen und Strandwälle sollen gegen die Tsunamis helfen (was sie bei schwächeren wohl auch tun). Dennoch wurde es hart getroffen, und es verdient wie jedes andere Land auf diesem Erdball, das eine solche nationale Katastrophe wohl zwei Dinge:
Erstens, unsere Loyalität, Unterstützung und unsere Hilfe, wie wir sie auch allen anderen Ländern zuteil haben werden lassen.
Zweitens, dass die Berichterstattung über Japan aus diesen Tagen, wenn schon auf diese gigantische Katastrophe reduziert, dann doch wenigstens nicht auf die Atomkatastrophe reduziert ist/bleibt/sein wird. Die großen Nachrichtenagenturen und Sender sollten der Bekämpfung der Folgen von Tsunami und Erdbeben genauso viel Nachrichtenzeit einräumen wie der Berichterstattung über die sechs Reaktoren von Fukushima Daiichi.
Meine Meinung. Und, liebe Japaner, entschuldigt, wenn es irgendwann, irgendwo in meinem Blog so geklungen haben sollte, als wäre die Katastrophe nicht schon schlimm genug. Das wäre eine Dummheit, die mir tatsächlich auf der Seele liegen würde.

P.S.: Wer für Japan etwas tun will, kann dies mittlerweile auf die verschiedensten Wege tun. Für WoW-Zocker wie mich bietet Blizzard ein besonderes Cenarius-Jungtier als Pet an. Der Verkaufspreis von zehn Euro soll laut Blizzard Europe komplett an die Japanhilfe gehen.
Selbstverständlich habe ich dieses Pet - das erste Mal, dass ich für so etwas Geld ausgegeben habe.

Freitag, 13. Mai 2011

Gut oder schlecht? Ja was denn nun?

Stichwort Baden-Württemberg. Ihr wisst schon, dieses erzkonservative Autobauerland mit der ewig langen, ununterbrochenen CDU-Regierung... Genau, das Land, das neulich die Grünen und die SPD gewählt und damit in Führungsverantwortung gebracht hat.
Das Land, in dem sich konservative Zeitungen nicht zu schade waren (darunter die BILD mit Wagners Kolumne), Armageddon herab zu beten. Die sich nicht zu schade waren und sind, das Ende des Autobauerlandes voraus zu sagen, weil die Grünen ja "dagegen" sind.
Übrigens die gleichen Zeitungen, die Grünen-Wählern unterstellt haben, sich "aus Besserverdienenden zu rekrutieren, die dickere Autos fahren und öfters in den Urlaub fliegen können, und deshalb die Umwelt stärker belasten".
Kurz gesagt, das Land schießt sich ein auf den Leibhaftigen im Landtag, auf einen Landesvater, der NICHT das CDU-Parteibuch sein eigen nennt. Und die Zeitungen machen eifrig dabei mit.

...sacken lassen.
Nun ist Winfried Kretschmer, der erste Grünen-Landesvater in der Geschichte der Partei zum Oberhaupt von Baden-Württemberg gewählt worden - und dies auch noch mit zwei Stimmen mehr, als die Koalition aus den Grünen und der SPD haben.
Gehen wir vom klassischen Fall aus, gehen wir davon aus, dass die Regierungskoalition geschlossen gestimmt hat. Dann bekam Kretschmer ausgerechnet aus dem konservativen Lager zwei zusätzliche Stimmen.
Das hat zweierlei Konsequenzen: Zuallererst ist es ein Zeichen dafür, dass die Koalition steht, und geschlossen in die Legislaturperiode geht. Das mindert natürlich die Hoffnung auf baldige Neuwahlen.
Und zweitens begräbt es einige der konservativen Hoffnungen von Schwarz/Gelb, wenn schon die eigenen Abgeordneten dem Kretschmer ihr Vertrauen aussprechen.
Mal sehen, ob sich das auf die Berichterstattung auswirkt. Natürlich nicht von jener der BLÖD, die durch Wagner schon polemisierte: "Seid Ihr [...] im Ländle eurer Zweitwagen, eurer Häuser und eurer Steaks überdrüssig?"
Aber mehr Objektivität und weniger Geschrei wäre doch schön, wenn sogar CDU/FDP-Abgeordnete mit einem Kretschmer leben können.

Auf jeden Fall haben es die Panikmacherstimmen nun ein klein wenig schwerer, und das bringt mich zum Grinsen. XD

Mittwoch, 11. Mai 2011

Statistiken, Statistiken

Um ehrlich zu sein hat es etwas gedauert, bis ich entdeckt habe, dass mein Blog eine Statistik hat. Um noch mal ehrlich zu sein habe ich die Buttons eingeführt, um wenigstens den Hauch einer Ahnung zu haben, wie viele Leser ich habe. Bevor ich die Statistik entdeckt habe.
Und um ein letztes Mal ehrlich zu sein, verdächtige ich die Statistik schon, dass sie nicht ganz korrekt anzeigt und zählt. Aber all das ist jetzt nebensächlich, denn meine Blog-Statistik hat mir eben gerade mitgeteilt, dass ich vom Anfang der Erfassung Mitte 2008 bis heute 10.000 Aufrufe erhalten habe... Ich werte das vor allem als Erfolg durch meine treuesten Leser, die immer wieder Gefallen an meiner Sicht der Welt finden, mich loben, kritisieren und mit mir diskutieren. Danke, Leute.
Und lest mich weiter. ^^b

Dienstag, 10. Mai 2011

Alles Atomkraft, oder was?

Herrschaften... Regelmäßige Leser meines Blogs - ja, ich meine Euch fünf ^^ - wissen, dass ich mich mit dem Thema Atomkraft beschäftige. Mit seinem Nutzen, seinen Risiken, dem Problem der Endlagerung, den wahren Kosten für diese Technologie, und noch einigen Dingen mehr, die mir oft genug sauer aufgestoßen sind. Ich will damit sagen, ich habe eine Menge Antworten und eine fundierte Meinung.
Aber all das hilft mir plötzlich nicht mehr.

...sacken lassen.
Versteht mich nicht falsch. Es kann immer mal vorkommen, dass einem jemand ein Argument in einer Diskussion um die Ohren haut, auf das man keine Erwiderung hat, oder über das man sich noch keine Meinung gebildet hat. So etwas kommt vor. Und ich gebe in solchen Situationen meistens meine Unwissenheit zu und verspreche zu recherchieren. Doch diese spezielle Fall hinterlässt mich doch ratlos.

Damit Ihr meine Verwirrung versteht, hier mal meine kurze Chronologie der Ereignisse.

Im Koalitionsvertrag von Rot/Grün wird 1998 festgelegt, dass Deutschland aus der Atomkraft aussteigt. Mit der Atomkraftindustrie wird vereinbart und festgelegt, dass bis 2020 das letzte Atomkraftwerk vom Netz geht. In neueren Tagen geistert sogar ein 2022 herum, warum auch immer.
Dieses Credo galt bis 2009. Da kam Angie mit der CDU und der FDP an die Macht, verabschiedete sich von der Großen Koalition, und so ziemlich das Erste was sie tat, das war - nachdem die FDP ihr Steuergeschenk an die Hoteliers abliefern konnten - der Atomlobby unbegrenzte Laufzeiten für ihre Atommüllproduzenten zu servieren. Für Strom, wohlgemerkt, der hauptsächlich ins Ausland geliefert wird. Die Atomindustrie hätte hier also nicht nur den Strompreis für einen Exportartikel kassiert, sondern auch weiterhin die beträchtlichen Subventionen. Aber das ist ja verständlich, weil sie für ihren Atomstrom im Ausland weniger bekommen als in Deutschland: Weil wir Deutschen ja ohnehin den vierthöchsten Strompreis in Europa zahlen. Trotz Atomstrom, der angeblich so billig ist. Da muss man der Atomindustrie schon mit ein paar Milliarden unter die Arme greifen.
Nächster Punkt der Handlung ist das furchtbare Tsunami-Unglück in Japan, verbunden mit dem Erdbeben und der Havarie von vier der sechs Reaktoren der Anlage Fukushima Daiichi. Da ging es Klick, ein Moratorium musste her, und eine Kommission will jetzt einen "behutsamen Ausstieg" empfehlen. Nun ringt die Bundesregierung um Ideen, Pläne und ein Konzept.

...sacken lassen.
Hallo? Bin ich der einzige, der hierbei Kopfschmerzen kriegt? Das Konzept für den Ausstieg liegt doch seit 2002 fertig in der Schublade, und die Stromindustrie hat doch Vertragsgetreu alles getan, um sich auf den Termin 2020, bzw. 2022 vorzubereiten. Und jetzt soll das alles hinfällig sein? Ich meine, ein verdammtes Jahr und die paar Monate reichen, um ein Konzept, das sieben Jahre funktioniert hat, so vollkommen ad absurdum zu führen?

Ich für meinen Teil fühle mich hier verarscht. Vor allem von gewissen Lobbyisten. Aber in erster Linie von Mama Muberkel.
Hier kommt meine Prophezeiung: Rot/Grün hatte den Ausstieg zu 2022 fertig in der Schublade, mit Segen der Atomindustrie. Schwarz/Gelb will jetzt in Panik auch aussteigen. Und ich WETTE, die Regierung kommt zu dem Schluss, dass ein sicherer Ausstieg erst 2030 oder 2040 gewährleistet werden kann... OBWOHL wir mit Rot/Grün bereits 2022 vom Netz der Subventionsschleudern gewesen wären.
Denkt da mal drüber nach.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Waterboarding leicht gemacht

So, jetzt ist es raus. In einem Artikel auf Tagesschau.de werden führende Republikaner zitiert, die zumindest einen Teilanspruch auf die erfolgreiche Eliminierung von Osama Bin Laden erheben - genau jenen Mann, der von der CIA im Afghanistan-Krieg erst groß gemacht wurde. Sohn einer saudischen Unternehmerfamilie, die enge Geschäftsbeziehungen mit dem Bush-Clan unterhält. Kopf des schwammigen Netzwerks, das die Al Kaida-Idee verbreitet. Und einigermaßen überführter Drahtzieher der Anschläge auf ein US-Kriegsschiff und zwei US-Botschaften. 9/11 hat er, so las ich neulich, noch selbst verurteilt, bevor er auch hierfür verantwortlich gemacht wurde.
Nun, soweit, so gut. Das Verwerfliche aber ist, dass die Republikaner auch das sogenannte Waterboarding salonfähig machen. Um genauer zu sein, die Foltermethode des simulierten Ertrinkens, denn nur dadurch hätten die Fahnder jene Informationen bekommen, die letzte Woche zur gezielten Tötung Bin Ladens geführt hätten.
...sacken lassen.

Soso, meine Damen und Herren Republikaner, es waren also die erfolterten Informationen. Die Informationen, die wie erzwungen wurden? Durch jene Methode, bei der das Opfer natürlich annehmen muss, zum Tod durch Ertrinken gezwungen zu werden? Nicht nur quasi, sondern ganz effizient aus Folter? Abgesehen davon, dass das alleine schon einer verwerfliche Tat ist, die einem sogenannten Rechtsstaat nichts übrig lässt als die Blamage vor den freien Staaten der Welt, abgesehen davon, dass Präsident Obama diese "Maßnahme" mit Amtsantritt verboten hat, abgesehen davon, dass Folter ebenso wie die Todesstrafe zu den primitivsten, dümmsten und gotteslästerlichsten Formen der exekutiven Gewalt gehören und Menschen in meinen Augen vom Status des Menschseins disqualifizieren... Herrschaften, merkt Ihr es noch? Da werden die Hinweise gewonnen, die zu Bin Laden führen, und mindestens zweieinhalb Jahre später kommt erst der Zugriff? In der Amtszeit ausgerechnet von Barry Obama? Wie langsam ist der CIA gleich noch mal?
Also, wenn das wahr ist, dann haben sich die Republikaner nicht nur ein Armutszeugnis ausgestellt, sondern sie haben auch klar ihre Handlungsunfähigkeit bewiesen. Jetzt noch nachzukrähen, den "Erfolg" für sich verbuchen zu wollen und nebenbei auch noch Waterboarding wieder salonfähig machen zu wollen, ist dumm, primitiv und peinlich. Aber was soll man auch erwarten von einer Partei, die mit einer Organisation wie der Teaparty darum kämpft, im Namen der Demokratie Demokratie abzuschaffen, und die Sarah Palin tatsächlich für geeignet hält, nächste Präsidentin der USA zu werden - genau jene Frau, die von Alaska aus Russland sehen kann, und sich dadurch im Thema Außenpolitik legitimiert fühlt?

Mein Fazit: Waterboarding ist Folter, die mit der Todesangst des Opfers arbeitet. Mag sein, dass einem gefangenen Soldaten in Afghanistan noch schlimmere Dinge angetan werden, aber gibt das dem US-Militär und dem CIA das Recht, selbst zu foltern? Nein.
Man erkennt eine Gesellschaft daran, wie sie ihre Hilflosesten und ihre Schlimmsten behandelt. Die USA hat da noch einen langen Weg zu gehen.
Die Republikaner wollen den Tod von Bin Laden auf ihren Fahnen? Nun, meinetwegen. Aber dann sollen sie mir erst erklären, warum sie zugelassen haben, dass ausgerechnet ein demokratischer Präsident diesen "Erfolg" überhaupt erst erzielt hat. Können sie sicherlich, werden sie aber nicht tun.
Na ja, wenigstens hatte ich was zu lachen...

Dienstag, 3. Mai 2011

24.000

Tja, das gibt es auch noch - zwischen Bin Laden, Atomkraft und Aufruhr in der arabischen Welt gibt es immer noch Banalitäten und Normalität. So auch bei mir.
Auf Fanfiktion.de erreichte meine gesammelten Geschichten nun 24.000 Aufrufe.
Diesmal war das Interesse an meinen Geschichten, Romanen und Gedichten jedoch eher mäßig. Es ist auf den Tag genau dreißig Tage her, dass ich die 23.000 erreicht habe. Die letzten beiden Tausender-Marken erstürmte ich in 22, bzw. 24 Tagen.
Ich hoffe, das ist kein Zeichen dafür, dass das Interesse an meinen Geschichten nachlässt, gerade jetzt wo ich weitere Book on demand-Projekte plane...
Aber das sind meine Sorgen, nicht Eure.
Lest mich eifrig weiter, kommentiert wenn Euch etwas nicht gefällt, und erst Recht wenn Euch was gefällt. Ich schreibe in jedem Fall weiter. ^^V