Donnerstag, 25. August 2011

Mein Leserbrief in der heutigen Ausgabe der LDZ

So, hier findet Ihr meinen Leserbrief in der hiesigen Tageszeitung, in dem ich mich einerseits gegen das Anschreiben wehre, das für mich Erpressung versucht, und andererseits mit einem Teil des Leserbriefs von Prof.Dr. Rothe auseinandersetze, der sich vehement und m.E. teilweise auch verfälschend gegen Strohkraftwerk und Klärschlammtrocknungsanlage ausspricht.
Here we go:


Stellungnahme zum Anschreiben "Wahlprüfstein - Kommunalwahl 2011und dem offenen Brief der IG Saubere Luft in der LDZ vom heutigen Tag als betroffene Einzelperson

Als Bantelner Ratsherr und Kandidat für den Samtgemeinderat habe auch ich das Anschreiben erhalten. Im Gegensatz zum offenen Brief von Herrn Professor Dr. Oskar Rothe, der sachlich, aber uninformativ ist, hat mich das Anschreiben sehr betroffen gemacht.
Im letzten Absatz heißt es: "Ihre individuelle Antwort ist [...] für viele Bürger ein wichtiger Prüfstein bei der bevorstehenden Kommunalwahl, für die Sie kandidieren. Bitte gehen Sie davon aus, dass wir Anfrage und Antwort - auch eine Nichtantwort - über Zeitungen und unsere Internetpräsenz öffentlich machen. Klare Stellungnahmen zu Sachproblemen gehören zum demokratischen Prozess der Meinungsbildung der wählenden Bevölkerung."

Sie sehen mich sprachlos und entsetzt, wenn ich mir anschaue, wie unsachlich die Diskussion mittlerweile geworden ist, dass sich die IG Saubere Luft nicht einmal für den subtilen Hinweis zu Schade ist, dem Kandidaten relativ unverholen mit dem Verlust von Wählerstimmen zu drohen.
Dies betrifft mich als Bantelner nur rudimentär; selbst für den Samtgemeinderat ist diese Drohung für mich nicht relevant. Aber wenn ich mir vorstelle, wie sich betroffene ehrenamtliche Politiker in Gronau unter Druck gesetzt fühlen müssen, kann ich diesen Absatz nur verurteilen und die IG Saubere Luft auffordern, solche versteckten Erpressungsversuche fortan zu unterlassen, wenn sie weiterhin ernst genommen werden will.

Zum Leserbrief von Herrn Professor Dr. Rothe ist folgendes zu sagen: Bitte bleiben Sie doch bei Fakten, und versuchen Sie nicht, die Diskussion durch schwammige Begriffe aufzuweichen.
Sie schreiben "wenige hundert Meter entfernt vom Lehder Berg und der Sauren Maate" soll das Strohkraftwerk entstehen. Wer auch nur einmal am Westrand Gronaus stand und zur Bahnlinie geschaut hat, sollte wissen, dass dieses "wenige hundert Meter" von Ihnen äußerst großzügig ausgelegt wurde. Da Sie hierbei schon übertreiben, wie sachlich sind Ihre weiteren Punkte?
Sie schreiben: "Welche Sicherungsmaßnahmen halten Sie für nötig, um Unfällen, insbesondere Bränden [...] zu begegnen?"
In unserem gut regulierten Land suggerieren Sie tatsächlich, es gäbe keine Unfallverhütungsvorschriften, Brandschutzbestimmungen und keine Vorbereitung der örtlichen Feuerwehr im Brandfall?
Ich könnte weitere Beispiele zitieren, die mit schwammigen Worten aufwarten, aber keine Fakten liefern; so ein Verhalten, den eigenen Standpunkt mit Halbwahrheiten und Befürchtungen zu stützen, bin ich sonst nur von Kreationisten gewohnt.
Geben Sie Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens die Gelegenheit angemessen zu antworten und über Ihre Bedenken zu diskutieren, aber versuchen Sie nicht, Ängste zu schüren und Fakten zu vermeiden. Diese Herangehensweise ist nicht wissenschaftlich, Herr Professor Dr. Rothe.


Nachtrag am 27.08.: Mein Leserbrief hat Wirkung gezeigt.
Gleich zwei Personen, unter ihnen ein Dr., gehen hart mit mir ins Gericht und werfen mir Unsachlichkeit u.ä. vor, und vor allem, wie ich mit dem armen Prof. Dr. umgesprungen bin.
Gleichzeitig aber erschien ein Interview mit unserem Samtgemeindebürgermeister zum Thema, der viele der als Bedenken kaschierten Suggestivfragen ad acta legt, bzw. in die Zukunft verlegt.
Nun schrieb auch einer der Leserbriefautoren, er hätte von der Diskussion "die Nase voll".
Nun, da unser Samtgemeindedirektor die Sache beendet hat, und ich mich eigentlich nur noch persönlich verteidigen muss, werde ich wohl drauf verzichten, einen weiteren Leserbrief zu schreiben.
Stattdessen sehe ich das Ganze als positiv für mich: Ich bin bekannter geworden in der Samtgemeinde Gronau.
Und eventuell werde ich mal persönlich mit den Leuten reden...

Nachtrag am 28.08.: Erst heute bemerkte ich, dass in der Sonntagszeitung Kehrwieder auch ein Artikel war, der sich mit dem Rundschreiben befasst. Dieser geht mit der IG Saubere Luft hart ins Gericht und spricht unverholen von einer Drohung seitens der IG. Auch ich finde Erwähnung, wenn der Autor des Textes scheibt: "Einige Kommunalpoitiker verbaten sich derartigen Druck und empörten sich über den Ton des Schreibens und "schwammigen Halbwahrheiten"."
Nun, nicht einige, sondern ich, aber ansonsten bedanke ich mich für diese Sicht der Dinge, Kehrwieder am Sonntag.

Montag, 22. August 2011

Und noch ne Schnapszahl

So, nun hat es auch die zweite Season meiner Anime-inspirierten Serie Anime Evolution: Erweitert, es in den Schnapszahl-Himmel geschafft. Eintausendeinhundertundelf Aufrufe habe ich heute auf Fanfiktion.de verzeichnet. Na, wenn das mal nicht einen Umtrunk wert ist. ^^
Mal sehen, wann ich den nächsten Erfolg vermelden kann...
Meine SailorMoon-Fanfiktion steht übrigens knapp vor den zweitausend Aufrufen. ^^

Bleibt mir treu und lest mich weiter.

Freitag, 19. August 2011

Juhu, ich werde politisch manipuliert!

So nett dieser Text beginnt, so ernst ist das Thema doch.
Lasst mich kurz ein wenig weiter ausholen. Viele wissen, dass ich in Banteln wohne, das Teil der Samtgemeinde Gronau Leine ist. Für September bin ich für den Gemeinderat aufgestellt, und auch für den Samtgemeinderat.
Hier kommt ein zweites Thema ins Spiel. Im Westen Gronaus, in den Industriegrundstücken an der Bahnverbindung Hannover-Göttingen, ungefähr achthundert Meter vom Stadtrand entfernt, gibt es Planungen für den Bau eines Strohkraftwerks mit Schlammtrocknung, der von Teilen der Bevölkerung als künftige Geruchsbelästigung und Wertminderung der Grundstücke empfunden wird. Es wurde eine Interessengemeinschaft gegründet, um das Strohkraftwerk zu verhindern, die IG Saubere Luft.
...sacken lassen.

Nun führe ich beide Themen zusammen. Einer der Sprecher der Initiative, Joachim G., (Name von mir abgekürzt) hat mir und wahrscheinlich allen anderen Samtgemeinderatskandidaten einen Brief zukommen lassen, in dem er darauf hinweist, dass die IG schon tausend Unterschriften dagegen gesammelt hat, dass die Anwohner, darunter zwei Altersheime und diverses, unter dem Geruch des Klärschlamm leiden müssten, und so weiter. Alles in allem ein Versuch, mich für die Sache der IG zu begeistern, um es mal nett auszudrücken.
Entschuldigt, dass ich nicht zitiere, das mache ich weiter unten.

Nun stand folgender letzter Absatz im Brief: "Ihre individuelle Antwort ist [...]für viele Bürger ein wichtiger Prüfstein bei der bevorstehenden Kommunalwahl, für die Sie kandidieren. Bitte gehen Sie davon aus, dass wir Anfrage und Antwort - auch eine Nichtantwort - über Zeitungen und unsere Internetpräsenz öffentlich machen. [...]"
...sacken lassen.
Also, ich weiß nicht wie Ihr das seht, aber für mich ist das Erpressung mit Wählerstimmen, oder harmlosestenfalls eine Manipulation.
Ich habe bereits eine Kopie des Briefs an die hiesige Zeitung übersandt und Herrn G. eine geharnischte Antwort geschrieben, in der ich ihm gesagt habe, nun dank seines Schreibens aktiver Verfechter des Kraftwerks zu sein. Vorher stand mir Neutralität als Nichtgronauer recht gut, aber Herr G. schreibt ja sinngemäß: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.
Nun, ich bin gegen ihn und die IG. Basta.
Darüber hinaus würde ich eher auf meine Kandidatur verzichten und mich von meinem Ehrenamt augenblicklich zurückziehen, wenn mich erstens so eine Drohung erschreckt und zweitens dazu bewegt, vor lauter Angst um meine Wählerstimmen nachzugeben und das Loblied auf die IG zu pfeifen.

Nein, Herr G., nicht mit mir und nicht mit Leo.

Mich würde Eure Meinung interessieren. Übertreibt Ace (mal wieder)? Hat er Recht? Ist dieser Versuch der IG Saubere Luft, der vermutlich an alle Kandidaten für den Samtgemeinderat ging, in dieser Form legitim? Ich bin gespannt.
Bis dahin bin ich erstmal ernsthaft sauer.

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin,

Ace

Nachtrag am 20.08.: Da ich ja nun zum Befürworter von Strohkraftwerken konvertiert bin, bedanke ich mich bei Nenos für den Link zu einem im Emsland geplanten Strohkraftwerk, das auf jahrzehntelange Erfahrungen unserer dänischen Nachbarn aufbaut.
Tut vielleicht mal ganz gut, auch die andere Seite zu sehen.

Nachtrag 2 am 24.08.: Gestern durfte Prof. Dr. Rothe einen sehr kritischen Artikel zum Strohkraftwerk mit Klärschlammtrocknung als Offenen Brief veröffentlichen, der viele Vorwürfe enthielt, aber keine Fakten.
Morgen, wurde mir von der LDZ zugesagt, erscheint mein eigener Leserbrief zur augenscheinlichen Erpressung und besagtem Offenen Brief.
Also alle, die die Leine Deister Zeitung beziehen, können sich darauf freuen, dass auch außerhalb des Internet etwas von mir zu lesen ist.
Im Nachhinein kann ich nur den Kopf schütteln, wie jemand, der Wissenschaftler ist, einen Lehrstuhl hat, nur so hanebüchen und wertfrei argumentieren, ja Angst schüren kann. Beispiel: "Was denken Sie (die Befürworter) muss getan werden im Falle eines Unfall oder Brandes?"
Da suggeriert ausgerechnet der Herr Professor, das überregulierte Deutschland hätte keine Brandschutzbestimmungen, keine Feuerwehr und kein Katastrophenkonzept. Nach so einer Bankrotterklärung, wie kann ich da die anderen Punkte des Pamphlets noch ernst nehmen?

Donnerstag, 18. August 2011

29.000 Aufrufe und 218 Kommentare - danke

Der Titel sagt alles: Meine Geschichten auf Fanfiktion.de haben heute 29.000 Aufrufe erreicht. Die 30.000 ist nicht mehr fern, und ich muss sagen, allein dieses Interesse an meinen Arbeiten tut recht gut. Die zweihundertachtzehn Kommentare wirken daneben etwas mickrig, aber man sagt ja, für jeden Review, den man erhält, hatte man zehn zufriedene Leser - wenn der Review positiv war.
Natürlich gebe ich mich damit noch nicht zufrieden. Ich schreibe und blogge weiter, und hoffe, noch viele Leser zu haben, die Spaß an meinem Schreibstil finden.
Und natürlich alle meine Leser, die mich schon gefunden haben, weiterhin mit Lesestoff zu versorgen.

Bleibt mir treu und lest mich weiter.

Mittwoch, 17. August 2011

UPR - zweitausend Aufrufe

Da sieht man es mal wieder. Man muss nur genügend Texte schreiben, sie lange genug veröffentlichen und genügend Menschen finden, die sich dafür interessieren, und schon hat das Fanprojekt Ultimate Perry Rhodan, das von der Grundidee von Roland Triankowski stammt, und von mir geschrieben wurde (ja, ich weiß, dass es PR NEO ähnlich sieht), auf Fanfiktion.de zweitausend Aufrufe erreicht.
Das macht mich schon sehr stolz.Das, und die zehn Reviews, die ich zur Geschichte bekommen habe, und die mich im Tenor alle ermutigen, das Projekt weiter zu verfolgen.
Und das werde ich auch, versprochen. ^^
Unter anderen bei meinen gefühlten einhundert offenen Projekten. -.-°

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin.

P.S.: PR NEO und UPR sind sich verdammt ähnlich. Und UPR ist definitiv eine ganze Ecke älter. Dennoch glaube ich nicht eine Sekunde daran, dass KNF die Idee von Roland und/oder mir hat. Denn die Idee zu einer 6. Auflage geistert schon seit Jahren durchs Fandom. Mit PR NEO haben wir sie, mit PR im neuen Gewand.
...Allerdings wollte ich die Serie schreiben... Na, man kann nicht alles haben. XD

Dienstag, 16. August 2011

Spinnerei hüben und drüben

Ideologisch verbrämte Spinner gibt es überall. Es sind Menschen, die ich ohne zu zögern so bezeichne; als Beispiel seien die Kreationisten genannt, die auch im säkularisierten Europa Fuß zu fassen versuchen, und Unterstützungsfeuer von den Trotteln der Anti-Islam-Kampagne bekommen.
Aber um Trottel zu finden, muss man nicht in diese Lager schauen. Oft reicht ein Blick in die Tageszeitung.

Ich erinnere gerne mal an unseren niedersächsischen Innenminister Schünemann, der vorgeschlagen hatte, nichtverkehrsgebundene Delikte Jugendlicher und Heranwachsender mit Führerscheinentzug oder mehrjährigem Verbot, den Führerschein zu machen, bestrafen wollte. War natürlich absoluter Blödsinn, und machte weder juristisch noch politisch Sinn. Genauso gut könnte man Verkehrsdelikte ahnden, indem man die Verkehrssünder mit Flugverbot bestraft.
Diesen Unsinn hat nun auch Bernhard Witthaut, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, wiederholt, indem er Führerscheinentzug für Straftäter forderte. Seine Aussage, dass sich Menschen, die sich durch exzessive Gewalt auszeichnen, hinter dem Steuer ebenfalls eine Gefahr sind, erscheint ebenso logisch wie eine behördlich angeordnete psychologische Beurteilung besonders schwerer Fälle und anschließendem Führerscheinentzugs. Aber Herr Witthaut addiert hier Äpfel zu Möhren, denn besonders auffällige Wiederholungsgewalttäter sollten gar nicht in der Lage sein, Auto zu fahren. Weil sie nämlich zur Resozialisierung einsitzen. Immerhin reden wir hier von besonders auffälligen Gewaltwiederholungstätern. Und im gleichen Umkehrschluss können und dürfen wir annehmen, dass das Gros diese Wiederholungstäter nicht nur resozialisiert entlassen werden, sondern auch den Straßenverkehr wieder ernster nehmen.
Was haben wir hier also? Heiße Luft. Herr Witthaut hätte seinen Atem nutzbringender verwenden können, indem er folgerichtig auf die Diskrepanz zwischen linker politischer Gewalt und rechter politische Gewalt hinweist; diese Diskrepanz fand erst vor kurzem in Oslo einen tragischen Höhepunkt.
Stattdessen suggeriert er, dass Straftäter zumindest freie Fahrt haben? Äpfel mit Möhren addiert und dann auch noch durch ein Sieb geteilt. Das ist Idiotie.
Übrigens, auffällig aggressiven Fahrern, die genügend Punkte in Flensburg sammeln, verlieren zeitweise oder auf Dauer den Führerschein. Nur falls das Herrn Witthaut noch keiner gesagt haben sollte...

Aber genug von Deutschland und von deutschen populistischen falschen Meinungen.
Seit einiger Zeit besuche ich sehr gerne das ScienceBlog. Dort fand ich heute unter dem Label Politik einen Artikel zu Michelle Bachman, einem der Aushängeschilder der Tea Party-Bewegung. Der Link unter dem Artikel war ebenfalls sehr interessant, von dort gelangt man zu einem Artikel nebst Youtube-Video, auf dem Bachman über das Thema Mathematik spricht.
Nicht ganz wörtlich nennt sie ein Beispiel, in dem sie in einem Kaufhaus von einem Verkäufer, der Mathestudent ist, einen Artikel für dreißig Dollar kauft, mit fünfzig bezahlt, aber nur fünf wiederkriegt, weil "der Student nun mal so rechnet".
...sacken lassen.
Ich bin kein Mathematiker, aber ich weiß, dass es neben dem Dezimalsystem auch Zwölfer-Systeme und auch Vierzehner-Systeme gibt. Das sind mathematische Aspekte, die für Berechnungen wichtig sind, von denen ich absolut keine Ahnung habe. Und sicherlich, wenn man einem dieser Systeme folgt, gibt es tatsächlich nur fünf Dollar zurück.
Aber auch hier haben wir wieder Äpfel und Möhren addiert, denn das Geldsystem der US-Amerikaner basiert auf dem Dezimal-System, (das der Engländer war noch vor wenigen Jahrzehnten ein Zwölfer-System, nebenbei bemerkt, aber eventuell mixe ich jetzt Äpfel und Nudeln ^^) und kein Mathematik-Student mit Ahnung würde freiwillig in einem Dezimal-System anders rechnen, wenn es ihm keine neuen Erkenntnisse verspricht, oder auch keinen Sinn macht.
...sacken lassen.
Was haben wir hier also? Eine Ultra-Konservative, die ein an den Haaren herbei gezogenes Beispiel nutzt, um die wissenschaftliche Mathematik als Ganzes zu diffamieren. Mit anderen Worten: Eine Kreationistin, die einen Stellungsangriff auf die säkularisierte Wissenschaft führt. Ich warte nur noch darauf, dass die wissenschaftliche Mathematik durch die kabbalistische Zahlenmagie ersetzt werden soll, dann hat sie sich endgültig verraten.

Fazit: Wie ich schon immer gesagt habe, ich hasse Kreationisten. Ihr einfältiges, selbstgerechtes Weltbild, ihr Unvermögen, Niederlagen einzusehen und in ihre Sicht der Dinge zu integrieren. Also dazu zu lernen. Und ihre an den Haaren herbei gezogenen Argumente, die mit den Worten ihrer wissenschaftlichen Gegner nichts zu tun haben, aber die so wunderbar ziehen. Als Beispiel hier mal die Behauptung, wir würden von den Affen abstammen; klingt gut, weil eklig, und das muss ja jeder ablehnen. Die wahre wissenschaftliche Aussage aber ist, dass wir und die Affen gemeinsame Vorfahren haben, und uns getrennt entwickelt haben. Aber diese Aussage vermeiden Kreationisten gerne, weil es zu akzeptabel ist.

Ich hasse übrigens auch Leute, die suggerieren, mehr Strafen würden mehr Frieden bedeuten. Nicht mehr Strafen verbessern die Welt, sondern das Recht so anzuwenden wie es gedacht ist. Und das bedeutet nicht mehr Strafen, sondern Justiz.
Mit einem Kopfschütteln über soviel Polemik und Unverstand - und Ernst - verbleibe ich, und hoffe, in Euch, meinen Lesern, Menschen zu finden, die sich ebenfalls nicht für blöde verkaufen lassen.

Edit am 18.08.: Die Frau heißt tatsächlich Bachmann, nicht Bachman. So etwas gibt es auch in den USA. Ich bin erstaunt, das mir das nicht eher aufgefallen ist.
Ist zwar nicht besonders wichtig, aber ich will wenigstens einen Ansatz von seriöser Arbeit vorweisen.

Montag, 15. August 2011

50 Jahre, 50 Geschichten - Letzter Tag der Abstimmung beim Perry Rhodan-Projekt

Richtig gelesen. Das Fanprojekt, dessen Sieger eventuell olympische Weihen auf dem Weltcon erwarten, hat heute den letzten Tag der Abstimmung erreicht. Die ersten drei haben sich schon sauber heraus kristallisiert - erstaunlicherweise bin ich nicht unter ihnen zu finden.
Nun ist die Abstimmung seit ein paar Tagen schadhaft. Ich hoffe, Roland kriegt das gefixt, sodass noch der eine oder andere Interessierte für seinen Liebling abstimmen kann.
Auf jeden Fall aber kann man für seinen Favoriten, z.B. auf FF.de, gerne auch einen Kommentar hinterlassen. Wir Autoren sehen so etwas gerne. ^^

Edit: Die Abstimmung ist vorbei. Ich gratuliere dem Sieger Michael Tinnefeld mit seinem phantastischen virtuelle Welten-Konzept. ^^

Freitag, 12. August 2011

2222 - So etwas gibt es auch.

Tja, was soll ich sagen? Nun hat meine Story Für den Kaiser auf Fanfiktion.de tatsächlich die zweite Schnapszahl geschafft und über zweitausendzweihundertzweiundzwanzig Aufrufe erreicht. Dabei ist der Text erstens recht lang - vier ausgewachsene Romane verbergen sich unter dem Link - und zweitens ist die Zweitausend gar nicht mal so lange her.
Wie sich das auf mein Book on Demand-Projekt auswirkt, wo ich den ersten der vier Romane verkaufe, werden wir sehen. Ein paar Verkäufe oder ein paar Downloads wären schon ganz nett. Man ist ja bescheiden. ^^ Wenn es sich lohnt, kommen die nachfolgenden drei Bände umso schneller, versprochen. ^^

Ansonsten, bleibt mir treu und lest mich weiterhin. Hier in meinem Blog, oder in meinen zahlreichen Geschichten.


Ach ja, bevor ich es vergesse, noch schnell ein brandaktuelles Thema hinterher geschoben: Die Welt geht unter!
Nein, KTG wird nicht zum neuen deutschen Kaiser ausgerufen, und Angela Merkel plant keine Fotostrecke für den Playboy. Die Lage ist viiiiel schlimmer!
Der Komet "Elenin" wird der Erde im Herbst sehr nahe kommen, und wir tauchen in seinen Schweif ein, oder werden alle vernichtet, oder beides. Warum? Weil der Komet kein Komet ist, sondern ein brauner Zwerg.
...sacken lassen.

*Seufz* *Doppel-Seufz* *Mega-Seufz*
Bevor ich auch nur ansatzweise auf diese neueste mögliche Vernichtung der Welt eingehe, hier ein simpler Fakt: Ein brauner Zwerg ist eine riesige Wasserstoffballung, die mindestens achtzehn mal größer als Jupiter ist. Es handelt sich hier um eine Protosonne, die nicht genügend Masse hatte, um die Kernfusion auszulösen; solch ein Monster von Format wäre am Nachthimmel neben dem Mond die hellste Lichtquelle. Außerdem hätte ein Gigant dieser Größenordnung durch seine Eigengravitation längst Einfluss auf die Planetenbahnen genommen.
*seufz* Elenin ist also definitiv KEIN brauner Zwerg. Das war der andere, der mit dem Schnurrbart, den er Chaplin geklaut hatte. Ihr wisst schon.

Was ist mit dem anderen Hinweis, dass die Welt untergeht?
Tja, da müssen sich die Mayas aber ganz schön verrechnet haben. Elenin kommt ein Jahr zu früh vorbei. Und er wird der Erde auch nicht besonders nahe kommen, nicht einmal nach kosmischen Maßstäben. Dass die Erde durch seinen Schweif treten könnte, gibt nur zu einer Sorge Anlass: Werden wir dann eine klare Nacht haben, damit wir - wie bei den Leoniden und den Perseiden - den Sternschnuppenschauer beobachten können?
Abgesehen davon scheint Elenin zu langsam und zu klein zu sein, um die Erde selbst bei einem Einschlag, DER NICHT STATTFINDEN WIRD, zu gefährden. Ein ganz normaler Komet, den wir im Herbst hoffentlich bei klarer Nacht ein paar Wochen beobachten können... Schön wäre es ja.
Also, geht die Welt unter? Ja, spätestens in drei Milliarden Jahren, wenn sich unsere Sonne zum Roten Riesen aufblähen wird. In naher Zukunft? Weiß man nicht so genau, aber die Wahrscheinlichkeit tendiert stark gegen Null.

Mache ich mich hier zum Erfüllungsgehilfen jene Verschwörung, die uns die Vernichtung der Welt durch Elenin verheimlichen will? Eher nicht, denn die wichtigsten Fakten sind auch für Laien nachprüfbar. Das wichtigste Argument, die Brauner Zwerg-Geschichte, steht für einen einigermaßen belesenen und der Wikipedia mächtigen Menschen, vollkommen außer Frage, da man weiß oder schnell erfährt, WAS ein Brauner Zwerg eigentlich ist: Eine zu klein geratene Protosonne. Und das Ding ist wahrlich NICHT zu übersehen. Die letzten Nächte war es zwar bewölkt, aber ein zweiter Stern im System wäre bestimmt irgendjemanden aufgefallen, bei dem es nicht bewölkt war. Absoluter Quatsch. Hirnrissiger Unsinn. Der Rest ist auch nicht viel besser.
Ich erinnere nur an den Berner Teilchenbeschleuniger, der Schwarze Löcher produzieren könnte, den CERN. Alle Verschwörungstheoretiker stürzten sich auf den Begriff "Schwarze Löcher", und prophezeiten das Ende der Welt.
Was die Forscher vom CERN aber meinten, waren Singularitäten, die für ein paar Mikrosekunden existieren könnten, und dann in sich selbst kollabieren würden. Zu kurz, um der Erde oder gar dem Teilchenbeschleuniger zu schaden. Und nicht massereich genug, um tatsächlich ein Schwarzes Loch zu sein. Denn dieses, wir wissen es ja alle, hat ein Vielfaches der Masse unserer Sonne und ist so kompakt, dass es sein eigenes Licht wieder anzieht. So ein Ding wäre natürlich übel. Haben wir aber nicht. Genauso wenig wie einen Braunen Zwerg, der als Komet getarnt unser Sonnensystem durchquert.
Aber manche wollen halt glauben, dass die Welt zerstört wird, und das möglichst bald. Warum? Ehrlich gesagt möchte ich das gar nicht erst wissen. ^^°°°


Nachtrag am 15.08.2011: Wie ich festgestellt habe, haben viele der Anhänger der "Brauner Zwerg"-Idee absolut KEINE Ahnung von Astronomie. Viele setzen die Koma des Kometen mit ihm selbst gleich, und wissen nicht das Mindeste über die Dichte derselben, geschweige denn des Schweifs.
Also nochmal für die Simpelmaten unter Euch: Eine Sonne, oder zumindest ein Brauner Zwerg besteht aus superkompakt gepackter Materie. Ein Kubikzentimeter kann da schon mal nach Art des Sterns Dutzende Tonnen wiegen. Die Koma eines Kometen, beziehungsweise der Schweif desselben hat praktisch gar keine Dichte. Es ist also richtig, wenn man sagt, dass der Komet als Ganzes die achtzehnfache Größe der Venus hat.... Allerdings auch nur ein Milliardenstel des Gewichts. Der Schweif, auch die Koma eines Kometen, sind einfach nur ultrafein verteilter Staub.
Oder anders ausgedrückt: Eine von meinem Auto angeleuchtete Nebelwand leuchtet, aber ich kann sie ohne Schaden durchfahren, weil sie keine nennenswerte Dichte hat. Das Gleiche gilt für Koma und Schweif eines Kometen.
Was wieder mal beweist: Größe ist eben nicht alles. Auch nicht im Weltall. XD

Dienstag, 9. August 2011

Nur noch bis Montag

Eine knappe Woche bleibt noch, um für das 50 Jahre, 50 Geschichten-Projekt zum 50-jährigem Jubiläum der Perry Rhodan-Serie abzustimmen.
Unter anderem auch für meinen Beitrag Guncross Perry Rhodan - Bedrohung vom Mond.
Also, Leute, rafft Euch auf, lest die Texte, und bewertet Euren Favoriten reichlich. ^^

So weit abgeschlagen, wie ich derzeit bin, wird mein Text sicher nicht gewinnen. Aber ein paar mehr Votes wären schon nett.

Also, bleibt mir treu und lest mich weiterhin.

Edit am Mittwoch, dem 10.08.: Lieber Anonym, Dein Beitrag erschien in meinem Postfach, ist im Blog aber nicht verzeichnet. Ich möchte Dich bitten, Deinen Post erneut zu versuchen, und dann eventuell auch mit einem beliebigen Namen.
Ich weiß nicht, wie dieser Fehler entstanden ist. ^^°

Montag, 8. August 2011

Friedrich der Weise

Also, nicht nur manchmal muss ich die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wenn mal wieder neue Ideen zur Inneren Sicherheit aus der Regierungskoalition an die Öffentlichkeit gelangen.
Aber die aktuelle Idee von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ist was? Ein erneuter Versuch, dem Internet-Volk Sperren für das Web schmackhaft zu machen? Oder schlicht und einfach totales Versagen in seinem eigenen Arbeitsgebiet?

Da schlägt der Herr Innenminister tatsächlich vor, da sich der Attentäter von Oslo ja augenscheinlich seine Ideologie von rechtsorientierten und Ausländerfeindlichen Bloggern geholt hat, diese Ausländerfeindlichen und rechtsorientierten Blogs besser zu kontrollieren, indem man die Anonymität der Blogger aufhebt. Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass sich Blogger identifizieren, quasi jedermann ihren Realnamen, ihren Personalausweis unter die Nase halten. Damit, so meint Friedrich, können sie sich nicht mehr hinter der Anonymität des Webs verstecken und würden weniger radikal argumentieren.
...sacken lassen.

Sehr geehrter Herr Bundesinnenminister, kennen Sie Ihren eigenen Aufgabenbereich? Der umfasst nicht nur den Bereich Innere Sicherheit, sondern auch Schutz der Demokratie. Wir im Web haben ein klares Verständnis dafür, was rechtens ist und was nicht. Radikale Blogger, die gegen Gesetze verstoßen, indem sie zu Mord, Verfolgung, Deportation oder gar Auflösung der Grundrechte rufen, WERDEN strafrechtlich verfolgt. Die anderen Blogs, die hart an der Grenze entlang schliddern, mögen nicht nur Ihnen ein Dorn im Auge sein, sicher auch mir. Aber solange sie die unheilvolle Grenze nicht überschreiten, gilt für sie der gleiche Schutz auf Meinungsfreiheit wie sie jeder andere Bürger, bzw. Blogger auch hat.
Natürlich ist es nicht sehr schön, wenn der Mörder von Oslo sich seine Ideen beim radikalen Fjordmann geholt hat und in sein Pamphlet eingebaut hat, wenn er sich quasi im Web seine eigene Gehirnwäsche zusammengestellt hat. Aber dies tat er aus freien Stücken, aus Überzeugung. Und ich bin der festen Überzeugung, dass seine Radikalisierung nicht im Web stattfand, sondern in seiner Mitgliedschaft in einer rechts orientierten Partei.

Manche Stimmen sagen, Identitätsnachweise für Blogger wären Quatsch, weil sich dann zum Beispiel rebellische syrische Blogger, die über die Untaten ihrer Regierungen berichten, selbst gefährden würden. Auf Sie bezogen, Herr Bundesinnenminister, bedeutet dies, dass Sie keine Ahnung vom Web haben und sich nicht vorstellen können, dass solche Blogger eine falsche Identität erstellen, oder die Identität eines anderen nehmen könnten. Das Problem würde verlagert werden, das wäre der ganze Erfolg einer Aktion gegen Meinungen, die gerade so noch von der Justiz nicht verfolgt werden. Das Gleiche gilt auch für unsere syrischen Blogger; fremde oder künstliche Identitäten wären schnell erstellt. Was bedeutet, FakeBlogs wie jenes der nicht existierenden lesbischen Bloggerin in Damaskus würden so oder so entstehen.
Das Problem, Herr Innenminister, ist nicht darin zu sehen, dass die rechten Gedanken und die radikalen Gedanken ins Web getragen werden. Sie sind darin zu sehen, dass sie überhaupt existieren und zum Beispiel auch bei uns von BLÖD salonfähig gemacht werden. In Norwegen, das unter dem Attentat ein schreckliches Erwachen erlebte, ist es die rechte Fortschrittspartei, die zweitstärkste Kraft ist. Dort liegen die Probleme. Das Web zeigt nur die Symptome.

Bitte, Herr Bundesinnenminister Friedrich, lassen Sie das Internet in Ruhe. Sie haben augenscheinlich keine Ahnung davon.


Fazit: Wie man sieht, ha, ha, blogge ich selbst. Und ich habe im Impressum meine Mail angegeben. Tatsächlich bin ich froh, dass nicht wirklich jederzeit jedermann vor meiner Haustür stehen kann. Tatsächlich will ich mit meinen Lesern im Internet kommunizieren; ein auserlesener Kreis kriegt mich mal in den Chat, ans Telefon und auch mal zu Gesicht. Aber das entscheide ich selbst. Tatsächlich mache ich mich identifizierbar, und jeder der sich die Mühe macht, findet meinen Realnamen heraus und braucht dann nur noch ein Telefonbuch. Das stört mich nicht wirklich. Aber ich gehe mit meiner Realadresse nicht hausieren. Basta.

Freitag, 5. August 2011

Das erste Buch der Quadrologie "Für den Kaiser" ist zu kaufen.

So, da habt Ihr Euren Willen. Man kriegt zwar die Texte zu meiner Quadrologie "Für den Kaiser" im Web umsonst, zum Beispiel auf Fanfiktion.de, auf Battletech.info und auf TWOBT.de, aber Ihr wollt ja unbedingt ein Buch im Schrank stehen haben.
Jetzt ist es vollbracht. In bewährter Manier habe ich mich des Book on Demand-Anbieters lulu.com bedient, und das erste Buch "Seiner Majestät Schiff RHEINLAND" erstellt. Hier der Link.

Leider ist es ohne Titelbild. Noch. Ich arbeite daran, meinen Zeichner auf Touren zu bringen. Bis dahin nehmt bitte in der Ersten Edition mit dem blauen Rundumcover vorlieb.
Book on Demand bedeutet, dass das Buch erst gedruckt wird, sobald es jemand bestellt. Deshalb ist es etwas teuer, und es kommt auch noch Porto drauf. Sorry. ^^°
Aber dafür habeich kein finanzielles Risiko bei der Geschichte.
Allerdings kann nur auf der Homepage bestellt werden, da ich (noch) keine ISBN gekauft habe. Den Ärger mit den Belegexemplaren für die deutsche Bibliothek tue ich mir erst an, wenn sich der Verkauf lohnt.
Apropos Verkauf: Das Buch kostet gedruckt 13,50€; als Download 3,50€.
Und keine Sorge, egal wie gut oder schlecht sich das erste Buch verkauft, ich werde die anderen drei ebenfalls nach und nach als BoD produzieren.

Bleibt mir treu und lest mich weiter,
Ace

P.S.: Entschuldigt das dämliche Format. Es handelt sich um "Pocket" (10,7x17,5) mit über dreihundert Seiten. Eventuell wähle ich doch ein größeres Format, auch wenn das Comic-Album-Ausmaße bedeutet.

Mittwoch, 3. August 2011

Der totale Geißler

"Ja, da soll mich doch...", habe ich gedacht, als ich in den Printmedien zunehmend Berichte entdeckte, in denen Heiner Geißler, derzeit Schlichter im Stuttgart 21-Streit, vorgeworfen wird, mit "Wollt Ihr den totalen Krieg?" Joseph Goebbels zitiert zu haben. Der Deutschlandfunk, der ein Interview mit ihm geführt hat, wirft ihm sogar Verharmlosung des "Nazi-Sprech" vor.
...sacken lassen.

Nun wissen meine treuen Blogleser, dass ich 1) SPD-Mann bin, und 2)einen Scheißdreck auf Political Correctness gebe, die Symptome bekämpft, aber nicht die Ursachen von Fremdenhass, Frauendiskriminierung und Vorurteilen.
Und 3), dass ich weder dem klassischen Nationalsozialismus des WWK II, noch dem Neo-Nationalsozialismus einiger findiger Geschäftsleute, vieler lauter Propaganda-Idioten und einem Haufen grauer Mitläufer irgend etwas abgewinnen kann. Um es auf den Punkt zu bringen, halte ich jede Form von Verallgemeinerung für gefährlich, und jede Form von Extremismus für verwerflich. Punkt. Ende meiner Rechtfertigung.

Da haben wir also Heiner Geißler, von Helmut Kohl geschasster CDU-Politiker, der als einziger mal gegen Aussitz-Helmut gemuckt hat. Das hat sich nicht mal der Augenbrauenmann von der CSU getraut.
Und dann lese ich folgendes: In der Verhandlung mit den S21-Konfliktgegnern sagte Geißler: Wollt Ihr den totalen Krieg?
...sacken lassen.

Was haben wir hier also? Einen Altpolitiker, der versucht zwischen unversöhnlichen Fronten einen Kompromiss auszuhandeln, denn Kompromisse sind die Essenz der Politik; oder haben wir es hier mit jemandem zu tun, der Joseph Goebbels karikiert und damit verharmlost, somit auch seine Brandreden, darunter die aus dem Jahr 1943, aus der dieses Zitat stammt?
...sacken lassen.

Bis hier kann sich jeder seine eigene Meinung bilden. Die der ARD steht übrigens hier.


Wer weiterlesen will, um meine Meinung zu erfahren, kann dies in meinem Fazit tun:
Von den meisten CDU-Leuten schätze ich zwei Personen sehr. Der eine ist Norbert Blüm mit seiner rheinischen Lebensart, der andere ist der unbeugsame Heiner Geißler. Ich sehe nicht, wie Herr Geißler hier die Nazis verharmlost, nur weil er ein zugegeben extrem drastisches Zitat aus dem Munde Joseph Goebbels verwendet hat.
Ich finde, dies war Stuttgarts Weckruf, bevor wir da unten noch einen Bürgerkrieg haben.
Wie ist es zu bewerten, dass Herr Geißler das bekannteste Goebbels-Zitat verwendet hat? Für die Presse ist dies ein gefundenes Fressen, kann man ihm doch damit vorwerfen, er "verharmlose" die Nazi-Propaganda.
Ich sehe das nicht so. Denn wenn dieses Zitat ein solches Echo hervorruft, dann ist die Nazi-Propaganda noch immer nicht verharmlost, und dafür können sich die Medien ausnahmsweise auf die Schultern klopfen.
Allerdings kann man einigen von ihnen gleichzeitig in den Arsch treten, weil sie es erst sind, die eine Verharmlosung herbei reden.

Liebe Medien, lieber Deutschlandfunk, wir können jetzt darüber diskutieren, ob die beiden Wörter "totaler Krieg" auf immer und ewig Dr. Joseph Goebbels geistiges Eigentum bleiben werden, und ob noch viele weitere non grata-Wörter und Sätze folgen werden. Wir können auch über eine Verharmlosung der Nazis und ihrer Propaganda diskutieren, doch die findet nicht bei Heiner Geißler statt, sondern in Medien wie denen der vier großen Buchstaben, die alle zehn Jahre nach Kriegsende am Jahrestag der Invasion der UdSSR die Erfolge der Operation Barbarossa aufzählen, und wie sehr die Deutschen als Befreier gefeiert worden wären, obwohl irgendwie "war das doch schon ganz schlimm mit der Invasion", ganz zum Schluss noch drangequetscht.
Ergo kann es eine Diskussion darüber, ob Heiner Geißler den "totalen Krieg" und die Nazi-Propaganda verharmlost, nur geben, weil sie in Deutschland tatsächlich verharmlost wird.
Das ist so sicher wie die Tatsache, dass politisch rechts motivierte Gewalttaten viermal häufiger sind als politisch links motivierte.

Was wir in Deutschland nicht brauchen, ist es harmlose CDU-Politiker zu bashen, die selbst im hohen Alter ihre Querdenkermeinung zum Besten geben. Und die auch mal sehr drastisch den Leuten die Augen zu öffnen versuchen, nach über hundert Verletzten in einem festgefahrenen Konflikt.
Was wir aber brauchen ist die Frage, warum ihm gleich Verharmlosung der gesamten Nazi-Propaganda vorgeworfen wird. Zieht das einfach besser als Vorwurf, lässt sich daraus leichter ein Skandal kreieren? Denn wenn wir mal ehrlich sind, stehen die Worte "totaler Krieg" für Millionen Tote, Millionen Vertriebene, Millionen niemals geahndeter Verbrechen, für Angst, Schrecken und Terror. Für Zustände, die wir niemals wieder haben wollen. Nicht in Europa, und auch nicht mehr in der Welt. Wie kann das jemals harmlos sein? Wie können diese Worte jemals harmlos sein?
Und so, wie die Medien sich echauffieren, sind sie das auch noch nicht. Also, was soll die ganze Aufregung? Eine späte Rache am Querdenker der CDU-Politik? Oder ist da nur ein scheinbar leichtes Opfer im Visier?


P.S.: Die Gründe für die Diskussion um Stuttgart 21 kommen in den Medien überhaupt nicht vor. Es wird nur über die Proteste berichtet, und darüber, dass "Bäume eine Rolle" spielen. Lediglich die ARD brachte da ein wenig Licht rein und erklärte eines der Hauptprobleme vom zukünftigen unterirdischen Bahnhof: Statt auf sechzehn Gleisen soll auf zukünftig acht Gleisen fast die doppelte Anzahl an Zügen abgefertigt werden. Na, da bin ich aber gespannt, wie das funktionieren soll.


Edit am 4.08.: Einige Witzbolde im Web wollen Heiner Geißler den Doktortitel aberkennen, weil er das Zitat "Wollt Ihr den totalen Krieg?" nicht als solches gekennzeichnet hat.
...sacken lassen.
Herrschaften, Dr. Joseph Goebbels ist schon seit sechsundsechzig Jahren tot, und damit sein Urheberrecht erloschen. Außerdem haben die deutschen Print- und Onlinemedien ausreichend darauf hingewiesen, dass es nur ein Goebbels-Zitat sein kann. Wo ist also das Problem? Da war die Presse ja ausnahmsweise mal nützlich.

Montag, 1. August 2011

Sachen gibt's...

Heute auf Fanfiktion.de habe ich auf der rechten Seite, die für Werbung und damit die Finanzierung von FF.de vorgesehen ist, einen Bilderlink mit religiösem Motiv entdeckt: Ja, ich möchte errettet werden. Klickt man darauf, gelangt man hierhin.

...sacken lassen.
Worauf will Ace heute hinaus? Und warum bloggt er nicht lieber über den Finanzpoker in den USA, über rechte Brandstiftung im Vorfeld der Oslo-Anschläge oder über die Schieflage der Krankenkassenfinanzierung trotz voller Kassen?
Kommt vielleicht noch. Aber an erster Stelle hier erstmal das religiöse Thema.

Ich hasse es. Ich hasse es wirklich. Ich bin vielleicht kein Vorzeigegläubiger, und mein letztes Gebet ist schon einige Zeit zurück. Aber ich definiere mich als Christ. Tatsächlich. Aufmerksame Leser meines Blogs wissen das. Aber ich gehe weder damit hausieren, noch anderen auf die Nerven.
Aber wenn ich so etwas wie den obigen Link serviert kriege, dann kratze ich mich am Kopf und denke: What the f**k? Ja, ich will erlöst werden. Ja, ich erkenne Jesus Christus als meinen Meister an, der mein Leben lenkt. Ja, ich war kein richtiger Christ zuvor und will jetzt einer werden.
Sagt mal, hakt es bei Euch konservativen Christenfundis irgendwo? Ich lasse mir doch nicht von religiösen Fundamentalisten der rechtskonservativen christlichen Ecke vorwerfen, nicht genug Christ zu sein und errettet werden zu müssen. Vor allem nicht von religiösen Fundamentalisten der rechtskonservativen christlichen Ecke. Nein, meine Damen und Herren Fanatiker, ich bin mehr Christ, als Ihr es jemals sein werdet. Denn während Ihr noch propagiert, dass Euer Weg der einzig Richtige zu Jesus Christus ist und nur Euer Weg alle erretten kann, Ihr Euch also DREIST in die Tasche lügt, lebe ich bereits das Christentum so wie Jesus es propagiert hat: Vorurteilsfrei, gerecht gegenüber jedermann, mit Nächstenliebe, ohne Hass auf Fremdes und Neues.
Ich denke, ich bin unter Gottes Augen wohlgefälliger als Ihr. Das wollte ich mal ohne Arroganz festgehalten haben.

Fazit: Warum muss ich überhaupt errettet werden? Gott liebt alle seine Geschöpfe, das steht oft genug in der Bibel. Also auch Moslems, Juden, Taoisten, Buddhisten, Atheisten, usw. Religiösen Fundamentalisten der rechtskonservativen christlichen Ecke zu folgen wird nirgends verlangt.
Außerdem starb Jesus schon für unsere Sünden am Kreuz. Die Sache mit der Errettung hat sich damit also praktisch erledigt.
So, damit ist meinem Ärger genüge getan.


Nächstes Thema, damit mir nicht die Blog-Leser weglaufen: Rechtes Brandstiftertum.
Nicht nur vereinzelt wird gesagt, dass Artikel unserer Leitmedien und extreme Randerscheinungen wie BILD und "Die Achse des Guten" mit ihrer antisemitischen Propaganda (für alle, die jetzt aufstöhnen: Araber sind Semiten. Noch nicht gewusst?)den Boden für den Attentäter von Oslo bereitet haben und Nachahmungstäter erzeugen können und vielleicht auch werden. Geistige Brandstiftung, die zum Erfolg geführt hat. Verkauft wurde uns das, vor allem in BILD, als: Das muss doch auch mal gesagt werden dürfen.
...sacken lassen.
Jetzt gibt es Stimmen, die solche Artikel und deren Autoren verteidigen. Markige Argumente wie: Ein Autor kann ja nicht jede Sekunde darauf achten, was er gerade schreibt, oder: Deshalb können wir doch die Diskussion um Missstände nicht unterdrücken, sind die Folge.
Richtig. Sicherlich. Ihr habt Recht. Aber diese Autoren, diese Artikel, diese Bücher müssen kontrovers diskutiert werden dürfen. AUCH DAS muss doch auch mal gesagt werden dürfen. Oder gilt diese Allheilmedizin nur für die Verbreitung von Übertreibungen, Vorurteilen, Panikmache und Medienhetze? Zupass würde es Euch ja kommen, nicht wahr? Richtiger wird es dadurch nicht.
Also, wenn wir Menschen einer freien Demokratie und einer freien Presse Euch erlauben, Eure "Deutschland schafft sich ab"-Polemik zu präsentieren und mit "Die Achse des Bösen" den Islam zu pauschalisieren und auf Schlagwörter zu reduzieren, dann erlaubt uns die gleiche freie Demokratie und die gleiche freie Presse auch, unsere Meinung im vollen Umfang abzugeben und kontrovers über diese Arbeiten und deren Autoren zu diskutieren. Und das bedeutet auch, porpagandistisch angehauchten Texten den Spiegel vor die Nase zu halten. Das muss doch auch mal gesagt werden dürfen.

Wer übrigens mal von der "anderen" Seite auf die Thematik schauen will, dem empfehle ich die Sachbücher von Tariq Ali, einem pakistanischen Romanautor, der pakistanischer Kommunist war. Er bietet uns Einblicke, den uns unsere Leitmedien größtenteils verwehren. Sehr interessant und lehrreich.


Noch schnell ein Wort zur Finanzkrise in den USA:
Ich habe von Anfang an gesagt, dass Barry es nicht leicht haben wird. Immerhin hat er es mit der Finanzierung von zwei Kriegen zugleich zu tun, droht in einen dritten abzurutschen, muss sich mit den weltweit verteilten teuren US-Truppen rumschlagen und sie finanzieren, hat von Dubia Bush das größte Staatsdefizit aller Zeiten übernommen, und muss sich jetzt auch noch mit der erzkonservativen Tea Party rumschlagen sowie einem republikanisch beherrschten Abgeordnetenhaus. Und die gleiche Partei, die für den Schuldenberg verantwortlich ist, schreit jetzt nach Einsparungen, und am Lautesten die Rechts-Rhetoriker der Tea Party die gegen Steuern für Reiche sind und soziale Fangnetze rigoros ablehnen - also alles, was wir als vernünftig ansehen.
Nein, Barry hat es nicht leicht, hatte es auch nie. Aber ich weiß, er kämpft weiter.
Staatspleite in Amerika? Eher nicht. Das lassen nicht einmal die Republikaner zu.
Aber wer vermittelt der US-Bevölkerung, WOHER die schlechte Finanzlage überhaupt stammt? Sicher nicht Murdoch und seine Medien, voran Fox TV.
Und ich hoffe, die US-Bevölkerung wird sich bei der nächsten Wahl daran erinnern, welche republikanische Splittergruppe durch ihre Kompromisslosigkeit beinahe die Zahlungsfähigkeit der ganzen Nation in Frage gestellt hat. Hoffentlich.


So, genug Ärger von der Seele geschrieben.
Lest mich weiter und bleibt mir treu.

Und vergesst nicht, beim Perry Rhodan-Wettbewerb 50 Jahre, 50 Geschichten läuft die Abstimmung für die beste Geschichte, darunter auch meine.