Freitag, 18. März 2016

Reblogging 2016: Wissen ist Macht, Glauben ist Ohnmacht - Klimawandel eine Glaubensfrage?

Teil zwei in meiner Reblogg-Manie ist ein Post vom November 2011. Damals hat er mir 5.000 Klicks im Folgemonat Dezember eingebracht, meine damals beste Wertung. Es geht um den Klimawandel.
Natürlich habe ich mittlerweile nachrecherchiert und bin jetzt ein informierter Laie (und, das möchte ich hinzufügen, bin bestätigt), aber es geht ja darum, die alten Blogposts noch einmal zu bringen, nicht, sie auf den neuesten Stand zu bringen. Es sind Blogposts, keine wissenschaftlichen Arbeiten.
Daher verzichte ich auch wieder auf die damaligen Kommentare und hoffe stattdessen auf ein paar neue.

Here we go, der Originalpost:

Wissen ist Macht, Glauben ist Ohnmacht - Klimawandel eine Glaubensfrage?

Seit etwa zwei Jahren twittere ich. Seit einem knappen Monat habe ich ein Tool gefunden, mit dem ich tatsächlich Twitter nicht nur für die Verbreitung meiner Tweeds nutzen, sondern auch mitlesen kann.
Vor etwa einer Stunde fiel mir dann ein Tweed von @Newstopaktuell auf, der zu diesem Artikel führte.
Das Besondere an diesem Artikel ist seine Engstirnigkeit. Das "Ende der Klimalüge" wird hier herbei geredet.
Ich möchte mich mit dem Thema nicht zu sehr auseinandersetzen, weil mir der Klimarat IPCC überhaupt nichts sagt. Wohl aber zu dem Artikel selbst, der vor Fehlern, Lügen und Ignoranz nur so strotzt.
Ich arbeite diesen Blödsinn mal Punkt für Punkt ab.

1) Die australische Zeitung The Australian titelte: "The IPCC has ben wrong for the past fifteen years!"
(Die IPCC hat sich die ganzen letzten fünfzehn Jahre geirrt!)
...sacken lassen.
Nun ist es schon mal sehr sensationsheischend, eine Zeitung als Beleg für diese Aussage zu nehmen anstelle einer zitierfähigen wissenschaftlichen Arbeit. Zudem auch noch eine, die dem in letzter Zeit in erhebliche Kritik geratenen Medienmogul Rupert Murdoch gehört, der für Sensationen, nicht aber unbedingt für die Wahrheitsfindung bekannt ist. Es ist dabei aber besonders dämlich, wenn @Newstopaktuell auf den Diskussionsthread verlinkt, nicht auf den Zeitungsartikel selbst.
Verlinkung auf belegbare Quellen habe ich nicht gefunden. Ergo: Unglaubwürdige Berichterstattung.

2) "Klimalügner IPCC am Ende"
...sacken lassen.
Die IPCC ist ein Konglomerat von Fachleuten und Wissenschaftlern, die die neuesten Erkenntnisse über das Weltklima referieren und Empfehlungen geben. Die IPCC schreibt selbst nicht auf ihrer Homepage, fünfzehn Jahre falsch gelegen zu haben oder räumt Teilaspekte ein. Klarer Fall von träumerischem Wunschdenken. So wird definitiv KEIN Journalismus gemacht. Abgesehen davon, dass die IPCC nicht von den Journalisten mit dieser "Tatsache" konfrontiert wurde, wie es gute Journalisten, die nicht für Murdoch arbeiten, getan hätten.

3) Als Beleg für die Behauptung, der Treibhauseffekt existiere gar nicht, werden Wissenschaftler erwähnt, die "schon vor hundert Jahren" belegt haben, dass es den Treibhauseffekt nicht gibt, nicht geben kann.
...sacken lassen.
Schon vor hundert Jahren hat man auch die Homöopathie als nicht funktionierenden Schwachsinn erkannt, und dennoch hat sie sich gehalten.
Bei der Klimaforschung sieht es jedoch anders aus. Vor einhundert Jahren hatten Wissenschaftler weder Wettersatelliten, noch weltweite Messstationen, also unsere heutigen Möglichkeiten. Anders ausgedrückt: Schon vor hundert Jahren können sich Wissenschaftler geirrt haben. Und ihnen haben definitiv die Daten von heute gefehlt. Das ist unumstößlich.

4) Der sogenannte "Treibhauseffekt" ist nichts anderes als wissenschaftlich verbrämter Unsinn.
...sacken lassen.
Da wird also ein Themenfeld der Wissenschaft, an der laut Wikipedia seit fünfzig Jahren geforscht wird, mal eben als null und nichtig, wissenschaftliche Spinnerei abgetan.
Der Treibhauseffekt ist eine Wechselwirkung zwischen bestimmten, vermehrt auftretenden Gasen und Sonnenstrahlung. Das kann man mögen oder hassen, wegreden geht allerdings nicht. Außer, man wird dafür bezahlt. Aber Wissenschaft besteht nicht aus Glauben, sondern aus Wissen. Und wir wissen, wo diese Gase sind, was sie bewirken und wie sie es tun. Der Rest ist Messarbeit und Datenauswertung.

5) Für diesen Punkt muss ich zitieren: "Laut Klima(l)ügnern sollte das Spurengas CO2 (atmosphärischer Gehalt: nur 0,0385 Prozent) nun diese von der Erde abgstrahlte Wärmeenergie absorbieren. Das Dumme dabei ist, dass CO2 das gar nicht kann! CO2 ist nämlich nur bei minus 73,5 und weniger Grad Celsius zur Absorbtion von Energie in der Lage. Was vom Erdkörper abgestrahlt wird, ist aber deutlich wohltemperierter und somit für CO2 in tieferen atmosphärischen Schichten gar nicht absorbierbar, da es dort nicht kalt genug ist."
...sacken lassen.
Da hat sich ja jemand richtig Mühe gegeben, um ein paar Tatsachen zu verdrehen, sprich sich die Wirklichkeit wie gute Kreationisten zurecht zu biegen und physikalische Erkenntnisse gegen die Wissenschaft zu verwenden.
Selbst ich als Laie weiß, dass es NICHT darum geht, dass CO2 in der Atmosphäre Wärme ABSORBIERT. Das wäre in zehn, zwanzig und mehr Kilometern Höhe, wo automatisch Minusgrade herrschen, vielleicht auch ein wenig viel verlangt.
Tatsächlich aber geht es darum, dass Gase wie CO2 zwar Wärmestrahlung auf die Erde lassen, jedoch die Wiederreflexion ins All behindern. Dass diese Gase Wärmestrahlung speichern sollen, ist Blödsinn. So funktioniert die Aufheizung der Erde nicht.
Das hätte ein guter Journalist herausgefunden, mit einem Klick auf Wikipedia.

Ein richtig guter Journalist jedoch kennt all diese Fakten, verdreht sie, und schreibt ein Rupert Murdoch-Pamphlet gegen die Wissenschaft und gegen die wissenschaftliche Forschung zum Klimawandel.

...sacken lassen.
News Top Aktuell, das war eine miese Leistung für Journalisten. Oder es war eine exzellente, hoffentlich bezahlte Lobby-Auftragsarbeit. In beiden Fällen: Setzen, sechs.
Tatsächlich bin ich kein Verfechter des von Menschen verursachten Treibhauseffekts und der damit zusammenhängenden globalen Erwärmung. Nein, sicher nicht.
Stattdessen weiß ich, dass sich die Erde periodisch, in einem Zeitraum, den ich jetzt nicht im Kopf habe (der aber sechshundert bis eintausend Jahre andauern kann, ich recherchiere das noch mal), um ein bis zwei Grad erwärmt und wieder abkühlt. Das liegt vor allem daran, dass wir uns mitten in einer sogenannten Interglaziale befinden, der warmen Phase einer Eiszeit, und Schwankungen in der Welttemperatur über einen großen Zeitraum sind da vollkommen normal. Und, daran möchte ich auch kurz erinnern, zur Römerzeit galt Germanien als noch unwirtlicher und kälter, während sich um 900 herum norwegische Bauern auf dem warmen und fruchtbaren Grönland niederließen. Tatsächlich war das Eis der Antarktis dann zu Cooks Zeiten ein noch gewaltigeres Bollwerk und der Nil fror zu, als wir den letzten Tiefpunkt erreicht hatten. Dies mal als Ansatz für ein Zeitfenster für Erwärmung und Abkühlung.
Nun streben die Temperaturen wieder nach oben, und ich weiß noch nicht, wann wir die aktuelle Spitze erreichen werden. Tatsache ist jedenfalls, dass es die Erderwärmung gibt. Tatsache ist auch, dass der Mensch die Erderwärmung u.a. mit Klimagasen begünstigt. Da wir aber erst seit rund einhundertfünfzig Jahren das Wetter effektiv beobachten, wird noch viel Forschung notwendig sein, um die natürliche Erwärmung und den Anteil von Menschenhand zu bestimmen. Soweit mein eigenes Wissen zum Thema.
...sacken lassen.


Fazit: Es gibt die globale Erwärmung. Sie mit Blick auf das nicht existente "Klimagate" wegreden zu wollen, oder mit Hinweis darauf, dass "der Treibhauseffekt gar nicht funktionieren kann", nur weil sie Wirtschaftsinteressen stört, ist dumm, leichtfertig und wird für die gleichen Wirtschaftsinteressen horrende Kosten verursachen. Wie ich schon sagte, halte ich den menschlichen Anteil an der Erwärmung für nicht gleichbedeutend mit der Gesamterwärmung, um es schwammig zu sagen. Jeder Journalist, jeder Wissenschaftler, der sagt, es gibt keine globale Erwärmung, hat entweder von Klimaforschung, Geologie, Meteorologie oder wenigstens rationaler Wissenschaft keine Ahnung (was bei Journalisten eventuell verzeihbar wäre - eventuell), oder sie lügen ganz bewusst.
Deshalb, liebe @Newstopaktuell: Ihr seid mir schon mehrfach negativ aufgefallen. Noch so ein Propaganda-Ding, und Ihr seid entfolgt. Wer sich als Journalist ausgibt, muss auch als Journalist arbeiten.
Selbstredend werde ich dann auch all meinen Followern die Entfolgung empfehlen.
Es kann NICHT angehen, dass ich Laie EURE journalistische Arbeit machen muss, um die Welt vor Dummheit zu bewahren.

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