Falls sich jemand über den Titel wundert: Er möge ihn mehrfach lesen. Ich bevorzuge die Variante, in der suggeriert wird, dass Muberkel keine Gnade kennt. Oh, ich liebe die deutsche Sprache. ^^
Worum geht es mir? Natürlich um Muberkel, die wieder mal etwas als alternativlos hinstellt, als etwas, das geschehen muss, weil es eben so ist. In diesem speziellen Fall den von ihr und dem politischen Trampeltier Söder geforderten Euro-Ausstiegs Griechenlands, den - obacht - nur Griechenland selbst beschließen kann. Damit das aber auch klappt, wird das Land aufs Fieseste ausgehungert, drangsaliert und ausgeblutet - und der zivile deutsche Bankensektor verdient sich bis zum Bankrott, zum Schuldenschnitt oder zum erpressten Ausstieg Griechenlands aus dem Euro ein richtiges Vermögen an der Notlage des Landes, weil Muberkel der Meinung ist, es mache Sinn, die Banken als Mittelsmänner fett zu füttern, anstatt das Geld an Griechenland direkt oder über die EZB auszuzahlen.
Ich höre immer wieder, zuletzt heute vom CSU-Mann Söder, dass der deutsche Steuerzahler nicht gezwungen werden sollte, die Griechen mit seinen Steuergeldern zu retten, und das es irgendwann einmal zuviel ist. Immerhin seien die Griechen an ihrem Dilemma ja selbst Schuld.
Übersetzt bedeutet das: "Verdammt, die Griechen sind zäher als wir dachten, die steigen immer noch nicht freiwillig aus. Also brauchen wir emotionalen Druck."
Ich möchte an dieser Stelle mal die Bankenkrise beleuchten, die von den USA im Zuge der geplatzten Spekulationsblase Immobilien zu uns herüber schwappte, und die enthüllte, das eine Bank, die keine normale Sau kannte, nicht nur essentiell für Deutschland ist, sondern auch unbedingt mit Steuergeldern gerettet werden musste: Die Hypo Real Estate Bank.
Wir haben einen Bankensektor, den keiner versteht, der nicht mittendrin arbeitet, ein Feld von Banken und Kassen, die miteinander verflochten sind auf Wegen, die nicht erklärt werden, die aber für Deutschland laut Muberkel "alternativlos" sind; ein System, in der eine Hypo Real Estate Bank ihren ersten Auftritt in den allgemeinen Medien jenseits der Fachpresse hat, als es für sie um die Wurst geht - um staatliche Rettung durch Steuermilliarden.
Ich frage jetzt mal so: Die Bankenrettung war alternativlos. Aha. Das musste mit Steuergeldern erfolgen. So, so. Damit haben wir Deutschen das bisherige Netz aus Banken und deren Verpflichtungen erhalten, so wie es vor der Krise war, und dafür ein paar Verstaatlichungen gewonnen. Ach.
Auf der anderen Seite sind da die Griechen. Ein Volk von achtzehn Millionen Menschen in einem der schönsten Urlaubsländer Europas, gesegnet mit einer langen Geschichte, einer wundervollen Inselwelt und herzlichen Menschen, die im Euroland bleiben wollen, die in der EU bleiben wollen, obwohl die Finanz-Troika ihnen nicht nur sprichwörtlich das Fell über die Ohren zieht.
Ich bringe das Ganze mal auf den Punkt: Ich sehe es tausendmal lieber, wenn mit meinen Steuergeldern der Wohlstand und das Leben von achtzehn Millionen europäischen Mitbürgern bewahrt wird, zu denen ich vielleicht eines Tages in den Urlaub fahre, die Menschen sind wie Du und ich, greifbare, reale Menschen, die uns hier und jetzt und heute brauchen, und auch unsere [seufz] Politiker wie - leider - Muberkel, als auch nur einen Teil des Geldes auszugeben, um ein paar Banken und ein paar hundert Arbeitsplätze zu retten, sowie ein paar Millionenprämien für Top-Bankenmanagern... In allen anderen Branchen werden Insolvenzen doch auch nicht gestoppt, warum also bei Banken?
Ich verstehe nicht so ganz, was Muberkel will. Die Banken, ihre Mitarbeiter und die Prämien ihrer Spitzenmanager mussten alternativlos gerettet werden. Aber geht es um achtzehn Millionen Menschen, hat sie keine Probleme damit, Griechenland in Europas neues Armenhaus zu verwandeln.
Ich weiß schon, warum die CDU mit Muberkel für mich unwählbar ist.
Und sollte für uns Christenmenschen, die [seufz] gerade in der CDU/CSU sitzen, Nächstenliebe nicht die erste Pflicht sein?
Frau Bundeskanzlerin, dem C im Namen Ihrer Partei zu willen, lesen Sie doch bitte mal den Bibeltext vom Verlorenen Sohn in Lukas 15,11 nach. Und vielleicht erröten Sie bei dieser Gelegenheit auch ein wenig.
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