Ja, ja. Da ist der gute Barack Hussein Obama gerade mal ein geschlagenes Jahr im Amt, und schon versuchen die Republikaner, die rechten Medien, die wirklich miesen Verlierer bei Fox TV und sogar das eine oder andere Presseprodukt bei uns, dem beliebten Präsidenten das regieren madig zu machen.
Haben die Leute ihm nicht zugehört? Er hat ja nun nicht gerade verschwiegen, dass es schwer werden würde, den Trümmerhaufen wieder zu kitten, den Dubia hinterlassen hat. Halten sie nichts von seinen Erfolgen sowohl bei der Popular Vote als auch bei seinem überwältigenden Überhang der Wahlmänner? Immerhin hat er nicht nur das Ausland acht Jahre Bush vergessen lassen, den Friedensnobelpreis erhalten, bevor er überhaupt die Chance hatte, mit irgend jemandem Frieden zu schließen, ein Konzept für Guantanamo, den Irak und Afghanistan erarbeitet (und musste dabei dummerweise den Konservativen mehr Zugeständnisse machen als für seine Politik gut ist), und ist auf dem besten Wege, zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte eine gesetzliche Krankenkasse einzuführen.
Nein, der Mann ist auch äußerst souverän. Egal ob ein ausfallender Teleprompter oder eine angreifende Fliege, der Mann bleibt sachlich, ruhig und konsequent.
Na, es wäre ja auch zu viel verlangt, von den Betonköpfen, die die Kriege ANGEFANGEN haben, die Obama jetzt aufräumen muss zu erwarten, ihm erst mal eine CHANCE zu geben, bevor sie ihn als gescheitert, unfähig und schwarz hinzustellen...
Stattdessen setzt die konservative Klientel, die in den USA durchaus mit dem Republikanern eins zu eins gleich zu setzen ist, auf einen ganz besonderen Gegner, der bereits 2008 gegen Obama den Kürzeren gezogen, Verzeihung, gegen ihn erfolgreich angetreten ist und Zweiter wurde: Die Ex-Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin.
Richtig. Genau die, die sich als "Hockey Mom" produzierte, und von richtigen Hockey Moms dafür abgestraft wurde. Die Frau, die meinte, sie hätte außenpolitische Erfahrung, weil sie "Russland von meinem Heim aus sehen kann". Was, nebenbei, geographisch unwahrscheinlich ist.
Die Frau, deren Tochter ein uneheliches Kind hat, was eigentlich alle Konservativen und Republikaner in den USA mit krebsroten Gesichtern auf die Barrikaden treiben müsste.
Die Frau, die nicht mehr Gouverneur von Alaska ist, und sich stattdessen einen hoch bezahlten Posten von Fox in der Hauptstadt hat zuschustern lassen. Der Eindruck, sie würde gegen Obama in Stellung gebracht, drängt sich geradezu auf, wenn man bedenkt, wie die Murdoch-Medien in letzter Zeit gegen ihren eigenen Präsidenten vorgegangen sind.
In diesem Zusammenhang muss man auch ihren Auftritt beim Tea Party Congress sehen, einer losen Veranstaltung konservativer (und wahrscheinlich republikanischer) Kräfte, die etwas über sechshundert Dollar für drei Tage bezahlten, nur um am letzten Tag ihre große Hoffnung reden zu hören.
Aber ausgerechnet diese große Hoffnung erlaubte sich auf der Tea Party einen Fauxpas: Sie schrieb sich Stichwörter in die Hand. Doch während The Telegraph das mit einem ungläubigen Kopfschütteln betrachtet, sieht der österreichische Standard darin sogar eine Stärke von Palin. Allerdings glaube ich, kann man da keiner geteilten Meinung sein. Im Zeitalter von Telepromptern und Post it-Zetteln ist "in die Hand schreiben" vollkommen out.
Man sollte meinen, dass Barack Obama als hart arbeitender und vom Volk unterstützter Präsident einen solchen Gegner nicht zu fürchten braucht, was ihm auch zu wünschen wäre. Aber leider wäre sie in diesem Jahrhundert bereits Nummer zwei, die einfach nur mit Medienmacht, viel Geld und von den monopolisierten, Bundesstaaten übergreifenden Medien protektiert um das Weiße Haus kämpft. Ein Nicht-Präsident im Weißen Haus reicht eigentlich. Warum wollen Leute wie Murdoch unbedingt einen zweiten? Die Antwort auf diese Frage wird wohl jeder von uns für sich selbst finden müssen.
Es gibt allerdings einen Hoffnungsschimmer bei der Geschichte: Barack Obama wurde nicht gewählt, weil er die großen Medien auf seiner Seite hatte, sondern weil seine Anhänger von Tür zu Tür gingen und für ihn warben. Weil sein Vater schwarz ist. Weil er einen Wechsel versprach und die Trümmer der Bush-Regierung weg räumen wollte. Die Chancen stehen gut, dass diese breite Basis ihn mit jedem seiner Erfolge mehr unterstützt. Zu wünschen wäre es ihm, und vor allem uns, dem "Alten Europa". Vergesst nicht, Leute, in der Nordsee ist Erdöl!
Wahlberichterstattung, No-SLAPP-Handbuch, Macrons Mission
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