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Sonntag, 17. Mai 2009

Fußball, Drogen und der Grand Prix

Was haben die Schlagworte der Überschrift gemeinsam? Eigentlich gar nichts. Und doch alles. Dann jedoch wieder nichts. Zumindest nicht gemeinsam. Natürlich kann der Grand Prix zur Droge werden (an dieser Stelle meine Glückwünsche an Norwegen für den Sieg), und auch Fußball ist für viele eine Droge. Aber kann Fußball zum Grand Prix werden? Oder umgekehrt? Nein. Oder doch?
Kann die Bedeutung tauschen? Nein, natürlich nicht. Andererseits, rein philosophisch ist so viel möglich, was man sich auch vorstellen kann.
Warum dieser Text? Nun, ich hatte all das auf einem Schlag. Fußball! Drogen! Und den Grand Prix!
Gut, gut, keine Panik, das mit den Drogen kann ich relativieren. In diesem Zusammenhang spreche ich vom üblichen Alkoholkonsum vor, während und nach einer Fußballpartie.
Aber lasst mich von vorne beginnen: Gestern war das wahrscheinlich Titelentscheidende Derby zwischen Wolfsburg und Hannover. Hannover wurde mit fünf Treffern eingeseift, und Wolfsburg ist, wenn sie das letzte Spiel nicht verlieren, Meister. Jedenfalls bin ich mit Freunden nach Hannover, um genau dieses Spiel zu sehen, und vor, während und danach wurde eifrig konsumiert, und vor allem geschimpft, geschimpft und manchmal auch gemeckert. Nun muss man aber dazu sagen, dass ich den Bayern den Titel NICHT gönne, weshalb ich persönlich auf eine widrige Art mit den drei Punkten für Wolfsburg zufrieden bin. Aber mussten es gleich fünf Tore sein? ^^°°°
Ich weiß jetzt jedenfalls wieder, warum ich mich nicht für Fußball interessiere, und das ist auch gut so. Für mich verbleibt die Erinnerung an einen feuchtfröhlichen Nachmittag, an einen Maxi-Kaffe aus dem Hauptbahnhof, der einer Cola von McDonalds Ehre gemacht hat, einer lauschigen mehrstündigen Sitzung im Waterloo-Biergarten, frischem Sushi aus der Passerelle-Gaststätte und ein, zwei Absackern daheim in Banteln. Zuhause angekommen platzte ich dann auch prompt in die Ausläufer des Grand Prix, was dazu führte, das ich meine Pläne für den Abend einmal komplett umschmiss und mir die letzten Titel sowie das Voting komplett ansah. Hierbei gewann, wie ich oben schrieb, Norwegen mit einem uneinholbaren Vorsprung, Deutschland schaffte es gerade so, nicht abzustürzen... Und alle Teilnehmerländer bekamen Punkte, was für mich der erfreulichste Aspekt war. Ärgerlich für mich ist nur, das mein Favorit Spanien quasi im Keller gelandet ist, und dabei habe ich für sie angerufen. ^^°
Na ja, der Grand Prix hat seine eigenen Gesetze, und seine eigenen, neuen Regeln führten dazu, dass zwei der großen vier Geldgebernationen, also England und Frankreich, im prächtigen Mittelfeld landeten, während wir harmlos am Ende der Punktekette dümpelten.
Herrschaften, wenn wir in Zukunft nicht auch die Vorrunde auf uns nehmen, gewinnen wir den Grand Prix nie mehr, so einfach ist das.
Alles in allem hatte ich meinen Spaß. Weitestgehend.

Hierzu ein Gedicht:

An die schöne Dame

An die schöne Dame,
die ihr Leben in vollen Zügen genoss.
Die schwer bepackt auf Treppen saß,
während sich Strom auf Strom an Reiselustigen in den Zug ergoss.
Abi stand auf ihren Ärmeln,
eine weite Reise hatte sie vor,
geblondet war die Kurzfrisur,
dunkel stachen schon die Haarwurzeln hervor.
Ihr Poloshirt war, sofort habe ich´s gesehen,
herabgeknöpft, so weit es ging.
Und schöner als dies war nur
ihr wirklich, wirklich wunderschönes Gesicht.
Drei Sätze wechselten wir, ein wenig teilten wir den Weg.
Dann war sie fort.
Schöne Dame,
eine wundervolle Reise wünsche ich dir.

...Was das Gedicht angeht, vergesst nicht Regel Nummer eins, die Euch Mama beigebracht hat: Wenn ihr nichts gutes zu sagen habt, sagt GAR NICHTS. ^^V

Kommentare:

Miyu-Moon hat gesagt…

Ich hab mir bis jetzt noch nie den Grand Prix angeschaut, aber beim Durchzappen hab ich doch noch die Gratulation des Norwegen-Siegers gesehen. Kurz davor kamen Kommentare zum deutschen Beitrag und eine kurze Einblende dessen, wobei selbst diese Zusammenfassung wohl den Höhepunkt des Deutschlandbeitrages. Da frage ich mich ob das DSDS-Amateurfieber möglicherweise um sich gegriffen hat.
Ich meine ist ein gutes Aussehen, gepaart mit dem furchtbaren Outfit der Bühnentänzerinnen wirklich vertretbar für das Gesangspotenzial Deutschlands?
Scheinbar schon.
Aus der Entfernung hatte ich ja zunächst sogar die Befürchtung das die Damen keine Unterwäsche tragen, was an der wirklich tollen Farbwahl liegt. Wie es die ersten Worte des Songs ankündigen es ist wohl: extraordniär.
Was wunder ich mich hier? Ich hab nichts dagegen, wenn das Bühnenoutfit hübsche Beine zeigt, aber wenn es an der Grenze vorbeischrammt, wo du fast schon denkst: Haben die zu dem Anlass wirklich einen farbblinden Schneider organisiert oder ist das die Playboy-Dosis, die wirklich den Absturz vermeiden soll?

Dieses Swing-Jazz-Note scheint ja schon im letzten Jahr bei den Musik-Videos sehr beliebt gewesen zu sein. Man denke an das Outfit (das was sie vor dem golden-weißen Wand trägt) von Rihannas das sie in Musikvideo "Umbrella" getragen hat und mir ähnliche Kostüme auch bei anderen Sängerinnen aufgefallen sind, deren Namen mir allerdings nicht in den Sinn kommen wollen.

Ist das Gedicht wirklcih von dir geschrieben? Wusste gar nicht, dass du lyrisch begabt bist.

Ace hat gesagt…

...Ich muss zugeben, dass ich beim Grand Prix wirklich erst ab Lied einundzwanzig hinzu gekommen bin. Ich werde den deutschen Auftritt auf Youtube nachschauen müssen, bevor ich mich wirklich dazu äußern kann.
Aber natürlich bin ich extrem enttäuscht über das Abschneiden Spaniens.

Ja, das Gedicht ist von mir. Mal eben schnell runter gekliert. Lyrisch "begabt" würde ich das allerdings nicht nennen.