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Samstag, 12. März 2011

Fukushima 1

Ich möchte heute nicht groß polemisieren, beschreiben oder kommentieren. Ich möchte mir nur etwas von der Seele schreiben.
Im Nordosten Japan, auf der Hauptinsel Honshu, zweihundertvierzig Kilometer nördlich von Tokio, liegt das Atomkraftwerk Fukushima. Fukushima 1 hatte nach dem große Beben in der Region erhebliche Probleme mit der Stromversorgung und damit der Reaktorkühlung. Dann ereignete sich in Japans ältestem Reaktor, ein Siedewassermodell, in den frühen Morgenstunden dieses Tages eine Explosion. Teile der Reaktorhülle wurden fort gesprengt, unsicher ist noch, ob der Reaktor selbst beschädigt ist, und/oder ob es zu einer Kernschmelze kommt oder kam. Die internationale Atomenergiebehörde hat den Vorfall als Gefahrenstufe vier eingestuft. Zum Vergleich, die Tschernobyl-Katastrophe war Gefahrenstufe sieben. Dennoch widersprechen sich die Berichte, und nach der ersten Evakuierung in einem Umkreis von zehn Kilometern wurde nun noch auch der zwanzig Kilometer-Radius zur Evakuierung aufgerufen. Außerdem wird die Vergabe von Jod vorbereitet. Dies tut man, weil Iod gerne radioaktive Strahlung aufnimmt und lange im Körper bleibt. Ist der Körper aber mit Jod gesättigt, wird das strahlende Jod wieder ausgeschieden. Aber das nur nebenbei.

Meine Gedanken und meine guten Wünsche sind jetzt in diesem Moment bei der betroffenen japanischen Bevölkerung, die unter dem heftigen Erdbeben, der erschreckenden Tsunami im Anschluss leiden mussten, und die nun dem atomaren GAU ins Antlitz blicken müssen.
Sie sind bei den Männern und Frauen vor Ort, die versuchen, eine Katastrophe wie Tschernobyl mit aller Macht zu verhindern.
Sie sind bei den Menschen aus dem Ausland, die alles in ihrer Macht stehende tun, um die Abwendung der Katastrophe herbei zu führen.
Heute Nacht, Herrschaften, werden in Fukushima Helden geboren.
Ich bete, dass ihre vereinten Mühen den Erfolg bringen werden, den sie sich erhoffen, den wir alle uns erhoffen.
Und sollte der Schlimmste aller Fälle eintreten, hoffe ich auf eine internationale solidarische Gemeinschaft, die Japan in jeder Form unterstützt, um über diese Katastrophe hinweg zu kommen.

Kommentare:

Olaf hat gesagt…

Ich kann mich deinen Wünschen und Gebeten nur anschließen und hoffen das man von vielen lebenden Helden berichten kann. Ich glaube von toten Helden wird man schon jetzt zur genüge berichten können.

Ace hat gesagt…

Allein Helden sind berechtigt, das letzte, ultimative Opfer zu erbringen...
Ich hoffe, wir kriegen zumindest Namen, um ihrer würdig zu gedenken.

SilviaK hat gesagt…

Wir sind Freitag Abend zu einem Rollenspiel-Wochenende zu Freunden gefahren und haben in den Spielpausen immer vor dem Fernseher gesessen, um die Neuigkeiten zu erfahren. Manno, ausgerechnet Japan. Nach bald 15 Jahren, in denen ich diverse Anime- und Mangaproduktionen aus diesem Land verfolgt habe, eingeschlossen das eine oder andere aus der Landesgeschichte und Mentalität dort, ist mir dieser Landstrich doch "näher" als, sagen wir mal, Neuseeland. Ich hoffe, es kommt nicht noch schlimmer. Hiroshima hatten sie schon, noch eine Atomkatastrophe muß echt nicht sein. Ich fürchte nur, aus den tausenden Vermißten werden ganz schnell tausende Tote werden ... nach DER Flutwelle ...

Ace hat gesagt…

Es ist noch lange nicht vorbei, und die Zahl der Toten kann noch beträchtlich steigen. Wenn auch nun wirklich der Wind gedreht hat und theoretisch die radioaktiven Partikel aus Fukushima in Richtung Tokio weht, fängt der wirkliche Ärger erst an.
Ein Menschengemachtes Desaster.

Ich denke, Hiroshima und Nagasaki werden keinem Vergleich standhalten können, wenn Tokio erheblich radioaktiv kontaminiert wird. Eine schreckliche Vorstellung.

steffen.kobes hat gesagt…

Und der Wind hat gedreht und es sieht nicht so aus, als ob eine Kernschmelze noch zu vermeiden ist, bzw, ist sie wohl schon passiert. Die Radioaktivität ist angeblich beträchtlich gestiegen, was auf einen Riss oder einer Beschädigung der Reaktorhülle schließen läßt.

Und ein Super Gau ist für Japan viel schlimmer als die Atombomben.
DIe Atombombe tötet durch die gewaltige Explosion und die Strahlung ist danach sehr schnell weg. Hiroshima ist heute wieder eine dichtbesiedelte Millionenstadt.
Bei einer Kernschmelze, siehe Tchernobyl, strahl das noch Jahrzente danach und ist unbewohnbar.

Armes Japan!

Ace hat gesagt…

Laut meiner Mai-Benachrichtigung sollte hier ein Kommentar vom User Steffen.Kobes stehen. Leider finde ich ihn hier nicht.
Steffen, kannst Du noch mal posten? Ich würde gerne darauf eingehen.