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Donnerstag, 24. November 2011

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!

Und ich möchte hinzufügen: AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!! Und: AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!! AAAAAAAAAAA!! AAAAAAAAAAAAAA!!!!
Da fasse ich mir doch an den Kopf! Karl Theodor zu Guttenberg betreibt fleißig seine Legendenbildung, und die ZEIT geht ihm auch noch zur Hand!!! Im Interview mit der ZEIT sagt er so schöne Sachen wie: "Ich habe Fehler gemacht", und: "Es war kein Betrug."
Im weiteren Verlauf des Interviews erzählt er, wie er "interessante Passagen sofort kopiert, herunter geladen und gespeichert hat", und kommt schließlich zu dem Schluss: Zitatanfang "Ich wusste offensichtlich später auch nicht mehr, an welchem Text ich selbst bereits gearbeitet hatte, welcher Text mein eigener und welcher möglicherweise ein Fremdtext war, insbesondere beim Zusammenfügen dieser Bruchstücke." Zitat Ende.

Oookay, ich habe noch nie eine Arbeit für die Uni geschrieben, noch nie ein Staatsexamen abgegeben oder gar das Zweite Staatsexamen (Guttenberg aber auch nicht), und ich habe nie eine Doktorarbeit geschrieben. Aber wenn ich lese, wie sich der gute Gutti hier raus windet, mit dem Elan und dem Schleim der gemeinen Nacktschnecke, indem er dann auch noch tränendrückerisch sagt: Zitatanfang "Das politische Leben hat mich nicht überfordert, wohl aber die parallele wissenschaftliche Arbeit." Zitat Ende Dann ist uns wohl allen klar, was das bedeutet: Nehmt mich nicht als Doktor, nehmt mich aber als Politiker.

...sacken lassen.

Also, lieber KTG, eines vorweg. Ich habe einiges gelernt, seit Sie mit diesem miesen Plagiatsstück aufgeflogen sind: Richtiges Zitieren lernt jeder Student im Ersten Semester. Wer das nicht beherzigt, der kriegt von seinem Professor ordentlich eines auf die Finger. Wer den Mist in der Doktorarbeit abliefert, muss mit scharfen Konsequenzen rechnen! Gerade WEIL die akademische Welt von der Arbeit anderer lebt, muss hier klar abgegrenzt werden: Was sind meine Gedanken, was die Gedanken anderer? Wer das NICHT KANN, der hat im Studium nichts verloren und sollte auch keine Doktorarbeit abgeben. Schon gar nicht ohne Zweites Staatsexamen. Und man sollte dann auch NICHT BEANTRAGEN, den Doktortitel schon vorab führen zu dürfen.
Und, KTG, eine Frage: Wieso beeinträchtigte die Belastung Ihre politische Arbeit nicht? Überlastung SUCHT SICH NICHT AUS, WAS sie überlastet. Sie sind offensichtlich mit akademischen Leistungen überfordert, nicht in der Lage, einen Betrug als solchen auch zuzugeben (verständlich, wenn er selbst vor der Presse sagt, dass er erst nach den Vorwürfen selbst in seine Dissertation rein gesehen hat... Oh, wie viel Wahrheit steckt doch in diesen Worten), nicht in der Lage, sich zu entschuldigen, nicht in der Lage, neu anzufangen, wohl aber in der Lage, die Sache aussitzen zu wollen.

Ich fasse zusammen: Mieser Akademiker, der nicht mal die Grundlagen beherrscht, die zehntausende Doktoren in Deutschland beachten mussten.
Mieser Politiker, der effekthaschend in Afghanistan in einem sicheren Gebiet für die Kameras, die er selbst mitgebracht hat, mit kugelsicherer Weste herumlief.
Mieser Verlierer, der mehr Bestürzung darüber gezeigt hat, erwischt worden zu sein, als über den Grund dafür: seinen Betrug.
Alles in allem: Ich werde Sie nicht wählen. Und ich weiß, dass Sie sich winden und versuchen, durch Lügen und Halbwahrheiten wieder auf die politische Bühne Deutschlands zurück zu kommen. Und Sie glauben, dann ist alles wieder gut. Warum? Weil Sie da oben und reich sind, und wir hier unten und arm?

Ich will Ihnen mal etwas sagen: Zwar sind auch Doktoren nur auf ihrem eigenen Gebiet Doktoren, aber die Doktoren, die ich kenne, halten sich wenigstens nicht für unfehlbar und unanfechtbar, geschweige denn sakrosant. Es sind Menschen.
Sie sind Ken. Genau, der aus der Barbie-Serie. Eine nicht mal besonders hübsche Kunstfigur.
Ich mag Sie nicht, und das wird sich nie ändern. Und jedes Mal, wenn Sie an Ihrer Legende stricken, und versuchen, Ihren Betrug zu rechtfertigen oder zu verdrehen, stehe ich bereit, um jeden, der meinen Blog liest, daran zu erinnern, WAS Sie getan haben. Und wie.

Ich persönlich gebe Ihnen eine letzte Chance, KTG. Ehrlich zugeben, dass Sie beschissen haben. Die Ausrede mit dem "herunterladen und vergessen" ist ein zweischneidiges Schwert und könnte dazu führen, dass man Sie für einen Idioten hält. Oder ehrlich zugeben, dass Sie haben schreiben lassen. Das macht Sie zwar nicht zu einem besseren Politiker, oder gar einem besseren Menschen, aber Sie übernehmen Verantwortung... Was Ihnen ansonsten ja fremd zu sein scheint.
Tun Sie das nicht, nun, ich bin nicht der einzige Blogger, der hofft, dass es auch Politiker gibt, denen man vertrauen kann. Als Kommunalpolitiker ist mir das sogar ein persönliches Anliegen. Und Sie tun nichts Gutes für unsere Zunft.

Ach, Scheiß auf die Chance. Jemand der sich so raus redet und so windet, will nicht Vergebung, er will Konfetti. Ich traue Ihnen nicht, KTG. Und das werde ich sagen, solange wie Sie ein öffentliches Amt zu erreichen versuchen, dass Menschen wie mich Ihren unfähigen Händen ausliefert.
Mit freundlichem Gruß,
Ihr Blogger von nebenan.

P.S.: Hier noch ein netter Tagesschau-Kommentar.

Mittwoch, 24. November 2010

Freiherrisch zur neuen Bundeswehr

Heute habe ich in der Lokalzeitung meines Vertrauens, der LDZ, im Kommentar einen Lobgesang auf unseren Gutti gelesen, der "es endlich krachen lässt und Reformen anpackt". Zum Beispiel die Aussetzung der Wehrpflicht und die Reduzierung der Truppe.

Bullshit. Dafür soll man ihn loben, weil er nur ausführt, was vier Jahre lang von Ministern unter Merkel vorbereitet wurde? Die Reduzierung der Wehrpflicht war von vorne herein eine Schnapsidee. Zwar mag es den kleinen Anteil an Bundeswehrrekruten gefallen, statt eines ganzen Jahres (oder gar zwei) nur ein halbes bleiben zu müssen. Und späteren Jahrgängen wird es sicher gefallen, gar nicht mehr hin zu müssen. Aber verlieren wir da nicht den Sinn und den Zweck der Bundeswehr aus den Augen?
KTG ist mit Riesenschritten auf dem Weg zur Berufsarmee, und das macht mir Angst. Als ich '94 mein Jahr abgerissen habe, da wurde mir im Ethik-Unterricht das Grundgesetz nahe gebracht, und der Bürger in Uniform vorgestellt. Ich war Soldat, aber ich war auch mündiger Bürger mit gleichen Rechten, aber vermehrten Pflichten. Das wird neuen Generationen von Rekruten fehlen, die nun zur drastisch reduzierten Bundeswehr kommen. Denn sie sind kein Jahr da, und auch kein halbes, sondern werden als Zeitsoldaten eingestellt. Sie sind Berufssoldaten.

Wovor habe ich genau Angst? Vor Putschplänen der Bundeswehr? Vom viel beschworenen Staat im Staat? Vor der Entfremdung der Truppe vom zivilrechtlichen Leben?
Nun, sehen wir den Tatsachen ins Auge: Truppenreduzierung und Verkürzung des Wehrdienst hatte zwei Dinge zur Folge. Den Abbau von ganzen Einheiten, die Schließung von Kasernen, sowie für Bundeswehrrekruten eine Übervorteilung, während viele Gleichaltrige nicht "gezogen" wurden.
Dabei muss die Bundeswehr schlanker werden, schlagkräftiger, besser mit dem Material vertraut. Die Zeiten, in denen wir stehende Panzerheere gegen "die Kommunisten" brauchten, sind vorbei, und Auslandseinsätze sind jetzt gefragt. Tatsächlich sind wir, um einen Politiker zu zitieren, der mir gerade nicht einfällt, in Deutschland "nur von Freunden umgeben" und brauchen ein großes stehendes Heer nicht. Zu Zeiten der DDR waren dies fünfhunderttausend Mann unter Waffen.
Aber mal ganz davon abgesehen, was die Bundeswehr grundsätzlich im Ausland zu suchen hat, da sie doch eine Verteidigungsarmee ist, und entsprechend gerüstet wurde, so habe ich den Verdacht, dass die Truppenreduzierung, die Standortschließung und die Konzentration auf Berufssoldaten statt Rekruten eine Menge Geld einspart...
Was passiert mit diesem Geld? Wird es in den maroden Haushalt fließen und unser aller Kassen entlasten? Nein, damit werden die Auslandseinsätze finanziert.
Unsere Landesverteidigung wird minimiert, aufgelöst, ausgeraubt und zerstört, um unseren NATO-Verbündeten zu gefallen und wie die Großen im Ausland mitmischen zu können. Ohne, das wir Bürger dadurch einen Nutzen in Form von Einsparungen hätten. Es kommt nur zu einer Umverteilung. Dabei wäre eine Verschlankung der Bundeswehr und eine Kostenreduzierung sinnvoll gewesen - nur auf diesem Wege, wenn die Gelder gleich danach ins Ausland abfließen, eben nicht.

Fazit: KTG schlägt gerade viiiiiiel Schaum auf. Die Frage ist, ob wir eine Bundeswehr im bisherigen Format brauchen. Aber die Frage ist auch, was die Bundeswehr tun dürfen sollte.
In meiner Zeit als Soldat habe ich mich recht wohl gefühlt, und es hat mir nicht geschadet. Künftigen Generationen von jungen Männern wäre zum ersten Mal das Grundgesetz nahe gebracht worden, und das empfinde ich als geradezu lächerlich sträflich spät. KTG für wertlosen Kahlschlag zu loben ist dumm; die Inlandsverteidigungsfähigkeiten der Bundeswehr zu vernichten vielleicht nicht, vielleicht aber doch. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass Wehrdienstaussetzung, Berufsarmee und Truppenreduzierung bei gleichzeitigem Ausbau der Auslandseinsätze der vollkommen falsche Weg ist.
Was kommt als Nächstes? Doch der Inlandseinsatz der Bundeswehr, weil "sie ja jetzt für diese Aufgabe gerüstet ist"?
Bitte nicht.