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Donnerstag, 1. September 2011

Und wieder mal Diverses - ein Wochenrückblick.

So, dies wird mein erster Post im September. Das war nicht geplant, ich habe mich nur einfach seit letztem Donnerstag nicht mehr hingesetzt und etwas für meinen Blog geschrieben.

Aber gehen wir die Themen an. Nummer eins: Strohkraftwerk.
Montag war ein weiterer Leserbrief in der Leine Deister Zeitung, wieder von der IG Saubere Luft. Namen weiß ich nicht mehr, aber der bereits vierte Herr spricht nun für die Interessengemeinschaft und sagt, dass die IG mit einem anderen Standort leben kann.
...sacken lassen.
Das heißt also, all die schwammigen und unsachlichen Argumente des Herrn Professors, wie Betriebssicherheit, Unfallgefahr, Finanzierung, Belieferung mit Stroh, Investoren, Subvention aus der Samtgemeindekasse, und, und, und, sind nicht mehr relevant? Es ging nur um den Standort und damit um den Wert der Häuser und Grundstücke in Windrichtung?
...sacken lassen.
Das wusste ich von Anfang an. Deshalb hat es mich ja auch so aufgeregt, wie die Herren die unsinnigsten Dinge heran gezogen haben, um ihren Standpunkt zu stützen.
Aber das Schlimmste ist: Wie steht der Herr Professor jetzt da? Bei seinem Offenen Brief konnte man zumindest glauben, er vertrete die Linie der IG Saubere Luft, nun aber steht er doch ein wenig dumm da, denn alle seine Bedenken interessieren die IG plötzlich nicht mehr.
In meinen Augen hat die IG damit ein Glaubwürdigkeitsproblem und einen der Ihren beschädigt.

Was war denn noch? Ach ja, Strauss-Kahn. Der wurde ja nun freigesprochen, zumindest wird er strafrechtlich nicht mehr verfolgt. Und das Trara über Reiche und Mächtige, die sich Freiheit erkaufen konnten, hielt sich dankenswerterweise in Grenzen, zumindest am Kachelmann-Fall gemessen. Aber es ist doch erstaunlich, wie kurz das Gedächtnis der Presse ist. Da wird darüber lamentiert, Strauss-Kahn hätte ja "das Geld gehabt, um in ihrer (die Nebenklägerin und mutmaßliches Vergewaltigungsopfer) Vergangenheit nach Dreck zu wühlen".
Dass es hier aber nicht um schlecht oder falsch ausgefüllte Asylanträge ging, sondern darum, dass die gute alte Grey Lady New York Times dem mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer Verbindungen zum organisierten Verbrechen nachgewiesen hat, dass sie dreißigtausend Dollar aus einer unbekannten Quelle bekam und sich lt. NY Times bei obigen Verbrechern nach mehr Geld "für die Sache" erkundigte, spielt jetzt plötzlich keine Rolle mehr.
Hier zeigt sich wieder eines: Ursache und Wirkung wird verwechselt. Die Wirkung, die unsere Presse befürchtet, ist, dass tatsächliche Vergewaltigungsopfer den Gang zum Kadi scheuen könnten. Das liegt aber einzig und allein daran, dass die Medien die Ursache nicht richtig vermitteln. Würden sie nämlich klipp und klar sagen, dass das Zimmermädchen wegen ihrer Verbindungen zur Unterwelt unglaubwürdig geworden ist, würden sich nur solche Frauen von einer Anklage abschrecken lassen, die einen Vergewaltigungsvorwurf alleine schon aus der Sache heraus als "sicheres Brett" betrachten.
Lassen sich hier tatsächlich immer noch Frauen verängstigen und terrorisieren, eine echte Vergewaltigung nicht zur Anzeige zu bringen, so ist dies auch der Fehler der Medien, der den Frauen ihre Rechte zu wenig aufgezeigt hat.
Nebenbei bemerkt sollen rund ein Drittel aller angezeigten Vergewaltigungen nicht erfolgt sein. Ist es so falsch, diesen Frauen den Weg vor den Richter zu erschweren?
Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch: Zwei Drittel sind echte Vergewaltigungen. Oder: Es werden immer noch Menschen in der Welt, auch in Deutschland, vergewaltigt. Warum? Ein gesellschaftliches Problem? Ein Problem der Presse? Ein hormonelles Problem? Auf jeden Fall ein Problem, dem sicher nicht damit geholfen ist, wenn eine Zeitung mit vier großen Buchstaben ihre Seite eins-Mädchen im Begleittext zum Objekt degradiert. Und auch nicht, wenn einem heranwachsenden jungen Mann in Deutschland beigebracht wird, dass Frauen Menschen zweiter Klasse seien.
Und dieses Problem wird nicht gelöst, wenn Menschen angeprangert werden, die nachweislich durch eine Falschaussage angeklagt wurden und gegen jede Chance freigekommen sind. Oder denen ein "Freispruch Zweiter Klasse" vorgeworfen wird.

Und wo wir gerade mal dabei sind: Der Komet Elenin, vor dem eine erkleckliche Anzahl Menschen unerklärlicherweise Angst hat, weil er wechselweise mal ein Brauner Zwerg, mal ein Stück Neutronenstern und dann wieder der unheilvolle, erdbebenverursachende Bote des Riesenplaneten Nibirus ist (wahlweise auch ein Brauner Zwerg oder zumindest ein Riesenplanet, der eine fremde Götterrasse zur Erde trägt, um uns zu vernichten), macht gerade Schlagzeilen im Scienceblog: Er löst sich nämlich auf. Laut Florian Freistetter machen Kometen das manchmal eben. Und auch uns sollte das klar sein. Nichts ist für die Ewigkeit geschaffen.
Aber da frage ich mich schon, wie die Weltuntergangsverschwörer nun reagieren.
Wahrscheinlich hat entweder die NASA ein Gerät getestet, um Nibiru zu vernichten, oder es ist alles nur gelogen, und Elenin existiert noch.
Richtig, Elenin existiert noch, denn das ist der Wissenschaftler, der den Kometen entdeckt hat. Der Komet selbst aber kam durch seine exzentrische Bahn der Sonne zu nahe; und was passiert, wenn Eis zu heiß wird? Es schmilzt. Das ist also wahrscheinlich das Ende von Elenin, bevor er uns überhaupt etwas tun konnte. Oder die Geburt vieler kleiner Elenins... Tja.
Generell mag ich ja das Internet und seine schnellen Kommunikationsmöglichkeiten, den reichen Wissensschatz und die Diskussionsplattform, die sich uns hier bietet. Aber leider nutzen auch Idioten, Panikmacher und Extremisten diesen Raum... Eigentlich genauso wie im realen Leben. Aber hier haben wir es sehr viel leichter, ihnen zu widersprechen. Also Punkt für das Internet 2.0! ^^

Was war noch? Ach ja, Stinkstiefel hat mir neulich das Geld für jeweils ein Exemplar von Mein Gott, meine Göttin und Für den Kaiser: Seiner Majestät Schiff Rheinland per Paypal überwiesen, damit ich sie bestelle und sie wegen Widmung zuerst zu mir kommen.
Nun halte ich sie in Händen, und ich muss sagen, Für den Kaiser ist super geraten. Mit dem Format arbeite ich auch bei den anderen drei Büchern dieser Serie.
Bei MGMG muss ich nacharbeiten. Der Text ist etwas zu klein geraten. Muss beim Konvertieren passiert sein. Ist immer noch leserlich, aber man kann es verbessern. Ich brauche ja ohnehin noch neue TiBis...
Jetzt noch zwei schöne Widmungen, und dann sind die Dinger mal richtig was wert, Stinkstiefel. ^^

Freitag, 19. August 2011

Juhu, ich werde politisch manipuliert!

So nett dieser Text beginnt, so ernst ist das Thema doch.
Lasst mich kurz ein wenig weiter ausholen. Viele wissen, dass ich in Banteln wohne, das Teil der Samtgemeinde Gronau Leine ist. Für September bin ich für den Gemeinderat aufgestellt, und auch für den Samtgemeinderat.
Hier kommt ein zweites Thema ins Spiel. Im Westen Gronaus, in den Industriegrundstücken an der Bahnverbindung Hannover-Göttingen, ungefähr achthundert Meter vom Stadtrand entfernt, gibt es Planungen für den Bau eines Strohkraftwerks mit Schlammtrocknung, der von Teilen der Bevölkerung als künftige Geruchsbelästigung und Wertminderung der Grundstücke empfunden wird. Es wurde eine Interessengemeinschaft gegründet, um das Strohkraftwerk zu verhindern, die IG Saubere Luft.
...sacken lassen.

Nun führe ich beide Themen zusammen. Einer der Sprecher der Initiative, Joachim G., (Name von mir abgekürzt) hat mir und wahrscheinlich allen anderen Samtgemeinderatskandidaten einen Brief zukommen lassen, in dem er darauf hinweist, dass die IG schon tausend Unterschriften dagegen gesammelt hat, dass die Anwohner, darunter zwei Altersheime und diverses, unter dem Geruch des Klärschlamm leiden müssten, und so weiter. Alles in allem ein Versuch, mich für die Sache der IG zu begeistern, um es mal nett auszudrücken.
Entschuldigt, dass ich nicht zitiere, das mache ich weiter unten.

Nun stand folgender letzter Absatz im Brief: "Ihre individuelle Antwort ist [...]für viele Bürger ein wichtiger Prüfstein bei der bevorstehenden Kommunalwahl, für die Sie kandidieren. Bitte gehen Sie davon aus, dass wir Anfrage und Antwort - auch eine Nichtantwort - über Zeitungen und unsere Internetpräsenz öffentlich machen. [...]"
...sacken lassen.
Also, ich weiß nicht wie Ihr das seht, aber für mich ist das Erpressung mit Wählerstimmen, oder harmlosestenfalls eine Manipulation.
Ich habe bereits eine Kopie des Briefs an die hiesige Zeitung übersandt und Herrn G. eine geharnischte Antwort geschrieben, in der ich ihm gesagt habe, nun dank seines Schreibens aktiver Verfechter des Kraftwerks zu sein. Vorher stand mir Neutralität als Nichtgronauer recht gut, aber Herr G. schreibt ja sinngemäß: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.
Nun, ich bin gegen ihn und die IG. Basta.
Darüber hinaus würde ich eher auf meine Kandidatur verzichten und mich von meinem Ehrenamt augenblicklich zurückziehen, wenn mich erstens so eine Drohung erschreckt und zweitens dazu bewegt, vor lauter Angst um meine Wählerstimmen nachzugeben und das Loblied auf die IG zu pfeifen.

Nein, Herr G., nicht mit mir und nicht mit Leo.

Mich würde Eure Meinung interessieren. Übertreibt Ace (mal wieder)? Hat er Recht? Ist dieser Versuch der IG Saubere Luft, der vermutlich an alle Kandidaten für den Samtgemeinderat ging, in dieser Form legitim? Ich bin gespannt.
Bis dahin bin ich erstmal ernsthaft sauer.

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin,

Ace

Nachtrag am 20.08.: Da ich ja nun zum Befürworter von Strohkraftwerken konvertiert bin, bedanke ich mich bei Nenos für den Link zu einem im Emsland geplanten Strohkraftwerk, das auf jahrzehntelange Erfahrungen unserer dänischen Nachbarn aufbaut.
Tut vielleicht mal ganz gut, auch die andere Seite zu sehen.

Nachtrag 2 am 24.08.: Gestern durfte Prof. Dr. Rothe einen sehr kritischen Artikel zum Strohkraftwerk mit Klärschlammtrocknung als Offenen Brief veröffentlichen, der viele Vorwürfe enthielt, aber keine Fakten.
Morgen, wurde mir von der LDZ zugesagt, erscheint mein eigener Leserbrief zur augenscheinlichen Erpressung und besagtem Offenen Brief.
Also alle, die die Leine Deister Zeitung beziehen, können sich darauf freuen, dass auch außerhalb des Internet etwas von mir zu lesen ist.
Im Nachhinein kann ich nur den Kopf schütteln, wie jemand, der Wissenschaftler ist, einen Lehrstuhl hat, nur so hanebüchen und wertfrei argumentieren, ja Angst schüren kann. Beispiel: "Was denken Sie (die Befürworter) muss getan werden im Falle eines Unfall oder Brandes?"
Da suggeriert ausgerechnet der Herr Professor, das überregulierte Deutschland hätte keine Brandschutzbestimmungen, keine Feuerwehr und kein Katastrophenkonzept. Nach so einer Bankrotterklärung, wie kann ich da die anderen Punkte des Pamphlets noch ernst nehmen?