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Donnerstag, 17. März 2016

Reblogging 2016 - Hier mal zum mitschreiben: Allah ist Gott, und Gott ist Allah

Ja, Leute, ich weiß, dass ich mich auf meinem eigenen Blog relativ rar mache. Ja, ich weiß, ich sollte wieder mehr bloggen, auch zum Weltgeschehen, anstatt nur auf Facebook und Twitter zu kommentieren zu liken oder zu disliken. Material gibt es genug dazu, und Ideen hätte ich auch, aber in letzter Zeit bin ich geradezu stinkend faul, was Schreiben angeht. Nicht zuletzt, weil ich gerade Rätsel der Galaxien Band 39 in die Tasten gekloppt habe und nun korrekturlese. (Hoffentlich mache ich das auch.)
Bis das wieder besser wird, habe ich mich dazu entschlossen, Blogposts, die meines Erachtens zu wenig Aufmerksamkeit bekommen haben, oder die plötzlich wieder relevant sind, mal zu reposten. So wie diesen hier. Der passt irgendwie gerade in die aktuelle... Debatte will ich es nicht nennen. Sagen wir: Polemisierung. Viel Spaß beim lesen. Die Kommis lasse ich bei diesem Repost mal weg und hoffe stattdessen auf ein oder zwei neue Statements.


Hier mal zum Mitschreiben: Allah ist Gott, Gott ist Allah.

Okay, dies hier zu schreiben ist mir ein inneres Bedürfnis. Heute habe ich mit dem Vater eines Freundes gesprochen, den ich sehr schätze, auch wenn einige unserer Ansichten doch arg gegeneinander laufen. Als ich mit ihm redete, fiel folgendes Satzfragment: "...und wo die ihren Allah her haben... Es gibt nur einen Gott."
...
Sacken lassen.

Dies ist in diesem neuen Jahrzehnt schon das zweite Mal, dass ein an sich sehr gebildeter Mensch mir zeigt, dass er nicht weiß, dass Allah und Gott ein und der selbe sind.
Das ist eine Wissenslücke, die dringend geschlossen gehört.
Deshalb hier mal mein kurzer Abriss über unsere abendländisch-jüdische Kultur, die dem Islam gegenüber wesentlich offener sein sollte, weil der Großteil unserer heiligen Schriften identisch sind:

Wir beginnen mit dem Alten Testament, das sich in unserer Bibel befindet, obwohl wir Christen uns eher auf das Neue Testament beziehen. Oder meinetwegen Talmut und Tora, wie die Juden ihre Bücher nennen.
Mit Begründung der Sekte der Nächstenliebe des gewaltfreien Predigers Jesus Christus entstand eine Splittergruppe des Judentums, das sich dank der Römer und ihres Weltreichs schnell in der bekannten Mittelmeerwelt verbreitete. Vom Oströmischen Kaiser Konstantin zur Staatsreligion erhoben, war der Siegeszug der Sekte zur Kirche nicht mehr aufzuhalten. Schließlich und endlich brachten Römer die Gewaltfreiheit und Nächstenliebe lehrende Religion auch nach Norden. Ironischerweise mit Legionen. Gut, teilweise waren die schon da.
Über Jahrhunderte begann ein Christianisierungsprozess, der uns allerdings nicht davon abgehalten hat, dass unsere Vorfahren, bekennende Christen, Kriege geführt haben, und das auch untereinander. Also im Prinzip glauben wir Christen an den gleichen Gott, an den die Juden zuerst geglaubt haben. Wir verehren den Sektenführer Jesus als Sohn Gottes und Heiland, und unterscheiden uns damit im Glauben schon ein wenig von den Juden.

Kommen wir zu den Moslems. Mohammed, der große Prophet, begann sein Wirken in religiöser Hinsicht als Begründer einer arabisch-christlichen Splitterkirche.
Diese hatte kein leichtes Leben, auch wenn sie guten Zulauf erlebte. Als es zum Bruch zwischen den polytheistischen Gegnern Mohammeds und seinen monotheistischen Anhängern kam, blieb die von Mohammed erhoffte Unterstützung durch eine christliche Stadt aus. An dieser Stelle der Geschichte trat ein Bruch auf, der aus der christlichen Splittersekte, die gen Jerusalem betete, eine eigene Religion machte, die nun Mekka und Medina als Stätten ihrer Ursprünge verehrte.
Tja, so ungefähr war es damals. Vor ewigen Zeiten in meinem Religionsunterricht habe ich mal gelernt, dass das heilige Buch des Islams, der Koran, eine Art "Dach" über die Verehrung der Muslime für Altes und Neues Testament bildet. Auch folgen Muslime vielen christlichen Tugenden wie der Gewaltlosigkeit, Nächstenliebe und des Fastens (für mich nicht so relevant wie für die Katholiken). Jesus wird bei ihnen nicht als Gottes Sohn verehrt, wohl aber als Prophet. In dieser Reihe sah sich auch Mohammed selbst, als letzter Prophet. Zudem gilt im Islam ein Zwangsmissionierungsverbot gegenüber Christen und Juden.

Es würde jetzt zu weit führen, alle drei Religionen zu vergleichen, Vor- und Nachteile aufzuführen, oder auf unsere Kreuzzüge im Mittelalter zu verweisen und dem Islam vorwerfen, sie würden sich benehmen wie unsere Vorfahren damals. Das ist alles Quatsch, und kann nicht pauschalisiert werden. Jeder Fall muss wirklich einzeln betrachtet werden, oder die Ergebnisse bleiben bruchstückhaft.
Aber ein paar Fakten kann ich noch hinterher werfen.
Alle drei Religionen beziehen sich auf Abraham als Stammvater, im biologischen und im religiösen Sinne.
Alle drei Religionen verehren Jerusalem als heilige Stadt. Der wichtigste Tempel des Islam steht in Jerusalem, ebenso wie unsere Grabeskirche und die Klagemauer als Rest des von den Römern geschliffenen Tempels der Juden.
Alle drei Religionen missionieren und nehmen Konvertiten auf.
Alle drei Religionen sind Monotheisten gegenüber tolerant; bei Polytheisten wird es schon schwieriger.

Soweit mein kleiner, unvollständiger, nicht wissenschaftlicher und kaum mit Fakten unterfütterter Artikel.
Wenn Ihr es nicht schon vorher wusstet, könnt Ihr jetzt jedem sagen, der auf Muslime und Allah schimpft, dass er doch bitte beim Menschen differenzieren möchte, weil nicht alle Muslime automatisch fanatische Selbstmordattentäter, Steinewerfer und/oder aggressive Missionare sind; und dass er, wenn er Allah beleidigt, den christlichen Gott beleidigt. Die Kopten, Christen in Ägypten, beten zu Allah, nicht zu Gott. Namen sind austauschbar.
In der Hoffnung, Euch ein wenig klüger gemacht, oder zumindest bestätigt zu haben, schließe ich meinen Eintrag hier. Ich bin gespannt, ob sich hierzu eine Diskussion in den Kommentaren entwickelt.

Samstag, 9. April 2011

Hier mal zum Mitschreiben: Allah ist Gott, Gott ist Allah.

Okay, dies hier zu schreiben ist mir ein inneres Bedürfnis. Heute habe ich mit dem Vater eines Freundes gesprochen, den ich sehr schätze, auch wenn einige unserer Ansichten doch arg gegeneinander laufen. Als ich mit ihm redete, fiel folgendes Satzfragment: "...und wo die ihren Allah her haben... Es gibt nur einen Gott."
...
Sacken lassen.

Dies ist in diesem neuen Jahrzehnt schon das zweite Mal, dass ein an sich sehr gebildeter Mensch mir zeigt, dass er nicht weiß, dass Allah und Gott ein und der selbe sind.
Das ist eine Wissenslücke, die dringend geschlossen gehört.
Deshalb hier mal mein kurzer Abriss über unsere abendländisch-jüdische Kultur, die dem Islam gegenüber wesentlich offener sein sollte, weil der Großteil unserer heiligen Schriften identisch sind:

Wir beginnen mit dem Alten Testament, das sich in unserer Bibel befindet, obwohl wir Christen uns eher auf das Neue Testament beziehen. Oder meinetwegen Talmut und Tora, wie die Juden ihre Bücher nennen.
Mit Begründung der Sekte der Nächstenliebe des gewaltfreien Predigers Jesus Christus entstand eine Splittergruppe des Judentums, das sich dank der Römer und ihres Weltreichs schnell in der bekannten Mittelmeerwelt verbreitete. Vom Oströmischen Kaiser Konstantin zur Staatsreligion erhoben, war der Siegeszug der Sekte zur Kirche nicht mehr aufzuhalten. Schließlich und endlich brachten Römer die Gewaltfreiheit und Nächstenliebe lehrende Religion auch nach Norden. Ironischerweise mit Legionen. Gut, teilweise waren die schon da.
Über Jahrhunderte begann ein Christianisierungsprozess, der uns allerdings nicht davon abgehalten hat, dass unsere Vorfahren, bekennende Christen, Kriege geführt haben, und das auch untereinander. Also im Prinzip glauben wir Christen an den gleichen Gott, an den die Juden zuerst geglaubt haben. Wir verehren den Sektenführer Jesus als Sohn Gottes und Heiland, und unterscheiden uns damit im Glauben schon ein wenig von den Juden.

Kommen wir zu den Moslems. Mohammed, der große Prophet, begann sein Wirken in religiöser Hinsicht als Begründer einer arabisch-christlichen Splitterkirche.
Diese hatte kein leichtes Leben, auch wenn sie guten Zulauf erlebte. Als es zum Bruch zwischen den polytheistischen Gegnern Mohammeds und seinen monotheistischen Anhängern kam, blieb die von Mohammed erhoffte Unterstützung durch eine christliche Stadt aus. An dieser Stelle der Geschichte trat ein Bruch auf, der aus der christlichen Splittersekte, die gen Jerusalem betete, eine eigene Religion machte, die nun Mekka und Medina als Stätten ihrer Ursprünge verehrte.
Tja, so ungefähr war es damals. Vor ewigen Zeiten in meinem Religionsunterricht habe ich mal gelernt, dass das heilige Buch des Islams, der Koran, eine Art "Dach" über die Verehrung der Muslime für Altes und Neues Testament bildet. Auch folgen Muslime vielen christlichen Tugenden wie der Gewaltlosigkeit, Nächstenliebe und des Fastens (für mich nicht so relevant wie für die Katholiken). Jesus wird bei ihnen nicht als Gottes Sohn verehrt, wohl aber als Prophet. In dieser Reihe sah sich auch Mohammed selbst, als letzter Prophet. Zudem gilt im Islam ein Zwangsmissionierungsverbot gegenüber Christen und Juden.

Es würde jetzt zu weit führen, alle drei Religionen zu vergleichen, Vor- und Nachteile aufzuführen, oder auf unsere Kreuzzüge im Mittelalter zu verweisen und dem Islam vorwerfen, sie würden sich benehmen wie unsere Vorfahren damals. Das ist alles Quatsch, und kann nicht pauschalisiert werden. Jeder Fall muss wirklich einzeln betrachtet werden, oder die Ergebnisse bleiben bruchstückhaft.
Aber ein paar Fakten kann ich noch hinterher werfen.
Alle drei Religionen beziehen sich auf Abraham als Stammvater, im biologischen und im religiösen Sinne.
Alle drei Religionen verehren Jerusalem als heilige Stadt. Der wichtigste Tempel des Islam steht in Jerusalem, ebenso wie unsere Grabeskirche und die Klagemauer als Rest des von den Römern geschliffenen Tempels der Juden.
Alle drei Religionen missionieren und nehmen Konvertiten auf.
Alle drei Religionen sind Monotheisten gegenüber tolerant; bei Polytheisten wird es schon schwieriger.

Soweit mein kleiner, unvollständiger, nicht wissenschaftlicher und kaum mit Fakten unterfütterter Artikel.
Wenn Ihr es nicht schon vorher wusstet, könnt Ihr jetzt jedem sagen, der auf Muslime und Allah schimpft, dass er doch bitte beim Menschen differenzieren möchte, weil nicht alle Muslime automatisch fanatische Selbstmordattentäter, Steinewerfer und/oder aggressive Missionare sind; und dass er, wenn er Allah beleidigt, den christlichen Gott beleidigt. Die Kopten, Christen in Ägypten, beten zu Allah, nicht zu Gott. Namen sind austauschbar.
In der Hoffnung, Euch ein wenig klüger gemacht, oder zumindest bestätigt zu haben, schließe ich meinen Eintrag hier. Ich bin gespannt, ob sich hierzu eine Diskussion in den Kommentaren entwickelt.

Sonntag, 22. Februar 2009

Und sie lauern überall...

Gerade erst habe ich mich in zwei sehr ausführlichen Blogs über Kreationismus und seine Auswüchse ausgelassen, schon stolpere ich über einen anderen religiös motivierten Aufruhr. Ein sichtlich wissenschaftlich vorgebildeter User hat auf Gmx.de/Web.de einen Thread eröffnet, der mit der Überschrift aufwartet: Die Beweislast ist erdrückend - Jesus von den Toten auferstanden.
Gut, gut, das ist jetzt sicher nicht wortwörtlich übernommen, man möge es mir verzeihen, dass ich lediglich den Sinn transferiert habe.
Warum rege ich mich darüber auf, werden jetzt einige anmerken. Und damit haben sie Recht. Ich rege mich drüber auf. Denn hier wird wieder mal auf Teufel komm raus Religion und Wissenschaft verquickt, indem aus den biblischen Texten des Neuen Testaments wissenschaftliche Fakten werden... Hallo? Bin ich der einzige, der da Magenschmerzen bekommt? Aber zum Thread.

Perfide geht unser Thread-Ersteller vor, behauptet anfangs, religiöse Themen und Wissenschaft nicht verquicken zu wollen, stapelt erst einmal einen Haufen seiner Meinung nach unwiderlegbarer Fakten und lädt dann andere Poster ein zum zerrissen werden.
Zum Beispiel wirft er einige Fakten ein, die sich ohne Recherche überhaupt nicht widerlegen lassen. Zum Beispiel behauptet er, Jesus Christus war tot am Kreuz, weil ihm nicht die Beine gebrochen wurden. Nach seiner eigenen Aussage wurde dies von den Römern getan, um den Verurteilten einen schnelleren Tod zu schenken... Ich beschreibe diese Aussage mal als 1) und gehe später drauf ein.
Dann erklärt er, Jesus müsse tot gewesen sein, denn man drohte ja, in den Sabbat hinein zu geraten, und jüdische Gesetze verboten das Kreuzigen am Sabbat. Dies will ich als 2) bezeichnen.
Dann kommt das nächste Hammer-Argument. Als der Legionär Longinus den Tod Christi feststellen wollte, stach er ihm mit der Lanze in die Seite. Daraufhin flossen Blut und Wasser aus der Seite. Laut unserem eifrigen Thread-Poster das eindeutige Zeichen, das Jesus tut gewesen sein musste, weil dies nur bei Leichen passiert. Argument, Ihr ahnt es schon, 3).
Kurz geht unser User auch auf die Argumente anderer ein und verschiebt Einwände, Jesus sei lebend vom Kreuz gekauft worden, ins Reich der Legende, "weil die Römer so etwas nicht gemacht haben und sie ihn nicht verkauft hätten, wenn er nicht tot gewesen wäre". 4).
Zuguterletzt geht er auf den einbalsamierten Leichnam ein und behauptet, Jesus wäre einbalsamiert und verbunden worden, wie es bei den Juden üblich sei 5), und ein Lebender hätte diese Prozedur nicht überlebt. 6)
So, ich glaube, das waren die wichtigsten Argumente. Bevor ich mich nun dran mache und darüber herfalle, möchte ich noch kurz erwähnen, WAS mich daran aufregt: Genauso wie bei einem gewissen Nazi oder bei diversen Anhängern von Intelligentem Design und Kreationismus wird hier einfach Wissen kreiert und als Tatsache hingestellt. Man betreibt Volksverdummung, nur um Religion zu stützen. Und da krich ich Plack. Entschuldigt bitte, dass ich in meinem Blog schreibe was ich will. Und entschuldigt, das ich mich auf solche Menschen stürze.
...Ich stelle gerade fest, würde ich so einem Glauben anhängen, wäre ich ein sehr gefährlicher Mensch geworden. Vielleicht war die Überdosis Perry Rhodan und der damit verbundene, tief in der Serie verwurzelte Humanismus für mich der richtige Wegbereiter, aber das nur am Rande.

So, kommen wir zu den Argumenten, die ich bereits durchnumeriert habe.

1) Die nicht gebrochenen Beine. Kreuzigung war damals die übliche verhängte Todesstrafe für Schwerverbrecher, die nichtrömischer Herkunft waren. Sie sollte abschrecken und als Strafe sehr grausam sein. Die Römer waren mit diesen Dingen nie sehr zimperlich, der Patriarch eines Haushalts war zum Beispiel der Herr über Leben und Tod in seinemHaus. Da haben sich die Römer sicher nicht Gedanken darüber gemacht, wie den armen zur Kreuzigung verdammten Übeltätern ein oder zwei Tage Leiden erspart werden konnten. Warum ihnen die Beine also gebrochen wurden oder gebrochen werden sollten werde ich erst recherchieren, bevor ich mich dazu äußere. Ansonsten ist in diesem Zusammenhang Occams Skalpell einzusetzen. Warum wurden Jesus NICHT die Beine gebrochen? Die Wachen wurden dafür bezahlt, es nicht zu tun.
Im Übrigen ist der Berg von Golgatha der Ort gewesen, auf dem hunderte zum Teil üble Gewaltverbrecher getötet wurden, die bevorzugte Hinrichtungsstätte Jerusalems, aber das nur am Rande.

2) Kreuzigung am Sabbath. Einer der Redner im Thread sprach sich dafür aus, dass sich die Römer einen feuchten Kericht um den Sabbath geschert hätten. Ich tendiere zu seiner Aussage. Außerdem, warum haben sie Jesus überhaupt erst ans Kreuz genagelt, wenn sie ihn abends ohnehin abnehmen mussten? Wir erinnern uns alle, der Sabbath beginnt bereits Samstag Abends, wenn die ersten drei Sterne am Himmel zu sehen sind. Da dies ein eindeutiger Widerspruch ist, können wir dieses Argument bedenkenlos fallen lassen.

3) Das Blut aus Jesu Wunde und das Wasser aus seiner Seite sind wichtige Sakramente der katholischen Kirche und werden entsprechend stilisiert. Die Berichte sprechen auch davon, wie der Speer des Longinus den "toten" Jesus in die Seite stach, woraufhin das "Wasser" floss.
Was der Thread-Einzelkämpfer dabei aber unterschlug sind zwei wichtige Fakten. Jesus wurde in die Seite gestochen, um seinen Tod festzustellen, und kurz zuvor sprach er die bedeutenden Worte: "Mich dürstet!" Daraufhin wurde ihm an einem Stab ein Schwamm mit Weinessig auf die Lippen gedrückt. Danach ging es laut den vier Testamenten verdammt fix mit dem Sterben.
Einige interpretierten es folgendermaßen, dass Jesus die alttestamentarische Prophezeiung, die sein Kommen ankündigte, verwirklichen wollte. Welcher Prophet nun von ihm gesprochen hat weiß ich nicht, eventuell Iesaja. Aber erstens übergeht mein Thread-Fanatiker hier den wichtigen Fakt, das zwischen "Tod" und "Weinessig" ein essentieller Zusammenhang besteht. Diese Passage unterschlägt er vollkommen. Und zweitens bedeutet eine Prophezeiung, die Jesus ankündigt, mit Namen, mit Elternhaus, mit Geburtsort, mit seinem Einritt in Jerusalem auf einem Füllen, und, und, und, bis zu dieser Szene am Kreuz, das er auch tatsächlich tot war. Im Gegenteil, ich tendiere dazu zu behaupten, dass der "Weinessig" ein Mittel enthielt, das den Gekreuzigten scheintot machte. Dies war die einzige Möglichkeit aus empirischer Sicht (gut, gut, MEINER empirischen Sicht), Jesus vom Kreuz zu kriegen, bevor das Wetter ihn töten konnte.

4) Die Römer verkaufen keine Lebenden. Tja, was soll ich dazu noch sagen? Wenn Jesus scheintot war, und der Preis gestimmt hat, haben die römischen Wachen ihn verkauft. Punkt. Dasselbe gilt natürlich auch für den Fall, das er richtig tot war. Ich tendiere aber zur Weinessig mit Gift-These.

5) Jesus wurde einbalsamiert. Nun, das wirft die größten Fragen auf. Üblich im Judentum ist es, Verstorbene möglichst zeitig unter die Erde zu bringen, sprich binnen von vierundzwanzig Stunden. So will es die Tradition, und diese Tradition hat in der heißen und Seuchen begünstigenden Klimazone Israels sicherlich sehr viel Sinn. Einbalsamierungen, also Konservierungen in dem Sinne und die Aufbewahrung in einem Grabmahl haben zur damaligen Zeit die Ägypter in erschöpfendem Maße praktiziert. Mir ist nicht bekannt, ob Juden, beziehungsweise nur reiche Juden so etwas je getan haben. Allerdings heißt es ja in der Bibel: Von der Erde bist du genommen, zu Erde sollst du wieder werden.
Ein Spruch, der m.E. gegen Einbalsamierung, Konservierung und einen Grabhügel spricht. Einem Toten hätte das sicher nichts genützt. Um einen Lebenden zu verstecken und wieder gesund zu pflegen hingegen war das eine prima Idee.

6) Ein Lebender hätte die Einbalsamierung nicht überlebt. Moment Mal, er wurde mit Salben eingerieben, mit Kräutern bedeckt und bandagiert. Hallo? Das würde jeder überleben! Wir sind hier nicht bei den Ägyptern, die zuerst die Nase brechen, dann mit einem glühenden Schürhaken in den Schädel gehen, dreimal drehen und dann das Gehirn rausziehen. Das sind ja wohl zwei vollkommen unterschiedliche Dinge. Argument sowas von widerlegt, das reicht bis zum Anfang der Woche.

Vielleicht noch ein Fazit von mir: Verquickt nicht Religion mit Wissenschaft, und glaubt was ihr wollt - solange ihr nicht Anspruch auf die ultimative Wahrheit hegt. Es gibt ein halbes Dutzend Religionen, die sind älter als Christen- und Judentum, und sollen die so vollkommen falsch sein? Ich finde, das ist ein intolerantes Denken und ziemt sich nicht, wenn man ein liebender, toleranter Christenmensch ist.
Alles in allem finde ich die Fakten, die belegen, das Jesus lebend vom Kreuz genommen wurde (nach einem lange vorbereiteten Plan wurde seine Kreuzigung inszeniert. Dafür spricht die Tatsache, dass zur Zeit von Judas´ Verrat niemand mit "Silberlingen" bezahlt wurde. Die Sezterze zum Beispiel bestand aus Gold), für erdrückend. Es gibt Berichte, dass Jesus nach Indien ging, dort die Sekte der Christen erneut gründete und eine große Gemeinde schuf. Dort soll er auch begraben sein. Die portugisischen Seefahrer unter Vasco da Gama, die Indien Mitte des letzten Jahrtausends entdeckten, sollen tatsächlich auf diese Christen gestoßen sein, ihre Form der Religiösität als strenge Katholiken jedoch abgelehnt und sie "richtig christianisiert" haben. Auch gibt es Berichte über eine uralte christliche Gemeinde in Japan. Ja, Japan. Sie soll so alt sein, das sie bereits vor dem Shintoismus existierte. Was zeitlich ziemlich gut passen könnte. Was davon zu halten ist, nun, vielleicht hat es einer seiner Jünger so weit geschafft. Eigentlich eine faszinierende Geschichte, ein wichtiges Detail über einen faszinierenden Mannes.
Persönlich denke ich, dass dieser "Opfergedanke für die Sünden der ganzen Welt" nicht die letzte Aussage von Jesus Christus ist. Im Gegenteil, sein Wirken, seine Lehren, sein Wille, der berühmte Spruch: "Schlägt man dich auf die linke Wange, biete auch die rechte an.", sind die Dinge, die wir von ihm wirklich im Gedächtnis behalten sollten. Sie hätten diese Welt schon damals zu einem viel besseren Ort gemacht, wären unsere Vorfahren diesen Worten wirklich gefolgt, anstatt sie bei jeder Gelegenheit auszuhebeln, egal ob durch oströmische Kaiser, Kreuzfahrer bei der Plünderung von Jerusalem oder Hexen- und Judenpogrome in den großen mittelalterlichen Städten Europas. Dies ist der wahre Wert des Neuen Testaments. Aber anscheinend lassen sich die Menschen eher vom Splatter begeistern, vom grausamen Foltertod am Kreuz denn vom Versuch, mit Friedfertigkeit eine ganze Welt zu ändern. Traurig ist das.
Und genau deshalb bin ich für eine strikte Trennung von Religion und Wissenschaft. Von Religion und Staat sowieso.