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Donnerstag, 17. März 2016

Reblogging 2016 - Hier mal zum mitschreiben: Allah ist Gott, und Gott ist Allah

Ja, Leute, ich weiß, dass ich mich auf meinem eigenen Blog relativ rar mache. Ja, ich weiß, ich sollte wieder mehr bloggen, auch zum Weltgeschehen, anstatt nur auf Facebook und Twitter zu kommentieren zu liken oder zu disliken. Material gibt es genug dazu, und Ideen hätte ich auch, aber in letzter Zeit bin ich geradezu stinkend faul, was Schreiben angeht. Nicht zuletzt, weil ich gerade Rätsel der Galaxien Band 39 in die Tasten gekloppt habe und nun korrekturlese. (Hoffentlich mache ich das auch.)
Bis das wieder besser wird, habe ich mich dazu entschlossen, Blogposts, die meines Erachtens zu wenig Aufmerksamkeit bekommen haben, oder die plötzlich wieder relevant sind, mal zu reposten. So wie diesen hier. Der passt irgendwie gerade in die aktuelle... Debatte will ich es nicht nennen. Sagen wir: Polemisierung. Viel Spaß beim lesen. Die Kommis lasse ich bei diesem Repost mal weg und hoffe stattdessen auf ein oder zwei neue Statements.


Hier mal zum Mitschreiben: Allah ist Gott, Gott ist Allah.

Okay, dies hier zu schreiben ist mir ein inneres Bedürfnis. Heute habe ich mit dem Vater eines Freundes gesprochen, den ich sehr schätze, auch wenn einige unserer Ansichten doch arg gegeneinander laufen. Als ich mit ihm redete, fiel folgendes Satzfragment: "...und wo die ihren Allah her haben... Es gibt nur einen Gott."
...
Sacken lassen.

Dies ist in diesem neuen Jahrzehnt schon das zweite Mal, dass ein an sich sehr gebildeter Mensch mir zeigt, dass er nicht weiß, dass Allah und Gott ein und der selbe sind.
Das ist eine Wissenslücke, die dringend geschlossen gehört.
Deshalb hier mal mein kurzer Abriss über unsere abendländisch-jüdische Kultur, die dem Islam gegenüber wesentlich offener sein sollte, weil der Großteil unserer heiligen Schriften identisch sind:

Wir beginnen mit dem Alten Testament, das sich in unserer Bibel befindet, obwohl wir Christen uns eher auf das Neue Testament beziehen. Oder meinetwegen Talmut und Tora, wie die Juden ihre Bücher nennen.
Mit Begründung der Sekte der Nächstenliebe des gewaltfreien Predigers Jesus Christus entstand eine Splittergruppe des Judentums, das sich dank der Römer und ihres Weltreichs schnell in der bekannten Mittelmeerwelt verbreitete. Vom Oströmischen Kaiser Konstantin zur Staatsreligion erhoben, war der Siegeszug der Sekte zur Kirche nicht mehr aufzuhalten. Schließlich und endlich brachten Römer die Gewaltfreiheit und Nächstenliebe lehrende Religion auch nach Norden. Ironischerweise mit Legionen. Gut, teilweise waren die schon da.
Über Jahrhunderte begann ein Christianisierungsprozess, der uns allerdings nicht davon abgehalten hat, dass unsere Vorfahren, bekennende Christen, Kriege geführt haben, und das auch untereinander. Also im Prinzip glauben wir Christen an den gleichen Gott, an den die Juden zuerst geglaubt haben. Wir verehren den Sektenführer Jesus als Sohn Gottes und Heiland, und unterscheiden uns damit im Glauben schon ein wenig von den Juden.

Kommen wir zu den Moslems. Mohammed, der große Prophet, begann sein Wirken in religiöser Hinsicht als Begründer einer arabisch-christlichen Splitterkirche.
Diese hatte kein leichtes Leben, auch wenn sie guten Zulauf erlebte. Als es zum Bruch zwischen den polytheistischen Gegnern Mohammeds und seinen monotheistischen Anhängern kam, blieb die von Mohammed erhoffte Unterstützung durch eine christliche Stadt aus. An dieser Stelle der Geschichte trat ein Bruch auf, der aus der christlichen Splittersekte, die gen Jerusalem betete, eine eigene Religion machte, die nun Mekka und Medina als Stätten ihrer Ursprünge verehrte.
Tja, so ungefähr war es damals. Vor ewigen Zeiten in meinem Religionsunterricht habe ich mal gelernt, dass das heilige Buch des Islams, der Koran, eine Art "Dach" über die Verehrung der Muslime für Altes und Neues Testament bildet. Auch folgen Muslime vielen christlichen Tugenden wie der Gewaltlosigkeit, Nächstenliebe und des Fastens (für mich nicht so relevant wie für die Katholiken). Jesus wird bei ihnen nicht als Gottes Sohn verehrt, wohl aber als Prophet. In dieser Reihe sah sich auch Mohammed selbst, als letzter Prophet. Zudem gilt im Islam ein Zwangsmissionierungsverbot gegenüber Christen und Juden.

Es würde jetzt zu weit führen, alle drei Religionen zu vergleichen, Vor- und Nachteile aufzuführen, oder auf unsere Kreuzzüge im Mittelalter zu verweisen und dem Islam vorwerfen, sie würden sich benehmen wie unsere Vorfahren damals. Das ist alles Quatsch, und kann nicht pauschalisiert werden. Jeder Fall muss wirklich einzeln betrachtet werden, oder die Ergebnisse bleiben bruchstückhaft.
Aber ein paar Fakten kann ich noch hinterher werfen.
Alle drei Religionen beziehen sich auf Abraham als Stammvater, im biologischen und im religiösen Sinne.
Alle drei Religionen verehren Jerusalem als heilige Stadt. Der wichtigste Tempel des Islam steht in Jerusalem, ebenso wie unsere Grabeskirche und die Klagemauer als Rest des von den Römern geschliffenen Tempels der Juden.
Alle drei Religionen missionieren und nehmen Konvertiten auf.
Alle drei Religionen sind Monotheisten gegenüber tolerant; bei Polytheisten wird es schon schwieriger.

Soweit mein kleiner, unvollständiger, nicht wissenschaftlicher und kaum mit Fakten unterfütterter Artikel.
Wenn Ihr es nicht schon vorher wusstet, könnt Ihr jetzt jedem sagen, der auf Muslime und Allah schimpft, dass er doch bitte beim Menschen differenzieren möchte, weil nicht alle Muslime automatisch fanatische Selbstmordattentäter, Steinewerfer und/oder aggressive Missionare sind; und dass er, wenn er Allah beleidigt, den christlichen Gott beleidigt. Die Kopten, Christen in Ägypten, beten zu Allah, nicht zu Gott. Namen sind austauschbar.
In der Hoffnung, Euch ein wenig klüger gemacht, oder zumindest bestätigt zu haben, schließe ich meinen Eintrag hier. Ich bin gespannt, ob sich hierzu eine Diskussion in den Kommentaren entwickelt.

Dienstag, 24. April 2012

Diverses im April

Heute mal in aller Kürze durch die Themen gehüpft und kurz abgehandelt, denn alle Themen verdienen ihre Betrachtung.


Thema eins: Das Endlager Gorleben.
Tja, da taucht es wieder auf, das niedersächsische Schreckgespenst vom sicheren Endlager von einhunderttausend Jahre strahlendem Atommüll im ach so sicheren Salzstock, während die Schachtanlage Asse II unter Wassereinbruch leidet und die teilweise nicht erfassten Atommüllfässer verschiedener Strahlungsstärke längst zurück geholt werden sollen... Grund hierfür ist nach rund zweihunderttausend Jahren Stabilität der Region geologische und (da irre ich aber vielleicht) tektonische Bewegungen des Asse-Höhenzugs, der auf den Salzstock drückt und den Wassereinbruch verursacht.
Es gibt nur einen Vorteil für ein Endlager Gorleben, und das ist die hohe Wärmeleitfähigkeit des Salzes. Das war es aber auch schon, denn wer kann garantieren, dass es in Gorleben oder einem anderen Endlager nicht zu tektonischen Bewegungen kommt, und uns unser eigener Atommüll über das Grundwasser wieder auf die Füße tritt?
Wir brauchen weder Gorleben noch Asse noch sonst einen Salzstock oder Granitendlager. Wir brauchen auch keine Druckwasserreaktoren, die weiteren Atommüll produzieren. Wir brauchen Generation IV-Kraftwerke, die Atommüll als Treibstoff verbrennen, und deren Müll je nach Reaktortyp nur fünfzig bis dreihundert Jahre eher moderat strahlt.
Wird sich aber wohl nicht durchsetzen, solange die Wiederaufbereitung von Uranbrennstäben auch die "Ernte" von waffenfähigem Plutonium bedeutet. Man sollte meinen, es gäbe mittlerweile genügend Atomwaffen auf unserem Planeten.


Thema zwei: Ist der Islam Teil von Deutschland und unserer Kultur?
Ich möchte an dieser Stelle auf ein Youtube-Video verlinken, das mir zu diesem Thema einfällt. Es stammt aus der deutschen Fassung der Monty Python-Komödie "Das Leben des Brian" und umfasst die Was haben die Römer je für uns getan?-Szene.
Nach dem Video bitte ich weiter zu lesen.
Tatsächlich hat sich der katholische Schriftsteller Martin Moosbach in einem Interview eindeutig dagegen positioniert, indem er dem Islam jeden Einfluss auf Deutschland absprach.
Das ging schon ein wenig in die Richtung des Youtube-Videos. Leider kann ich nicht auf das Zitat verlinken, und auf religiöse christliche Seiten verlinken will ich nicht. Man folge dem Google-Link und entscheide selbst, wo man nachrecherchiert.
Ja, was hat der Islam schon für uns getan? Den Aquädukt gebaut, die Krankenversorgung, den Wein, oder sogar den Frieden gebracht? Sicherlich nicht. Hat Herr Moosbach also Recht?
Nun, das erfordert eine diffizile Betrachtungsweise und eine längere Erklärung, die man aber vorab zusammenfassen kann: Nein, er hat nicht Recht. Der gute Mann spinnt ein geschichtsignorantes Garn.

Wenn wir die Moslems in Deutschland, wenn wir den Islam in Deutschland mit der Kultur dieser Menschen gleich setzen, so wie es Herr Moosbach für das Christentum und Deutschland sieht - das Judentum nicht zu vergessen, das die letzten zweitausend Jahre in Europa immer wieder verfolgt wurde - dann müssen wir in der Geschichte ein wenig zurückgehen.
Dreihundertdreißig Jahre vor Christi Geburt eroberte der makedonische König Alexander der Dritte, der unter dem Beinamen der Große in die Geschichte einging, das Staatsgebiet des alten Angstgegners Persien. Von diesem Feldzug beflügelt gründete er etliche Städte mit seinem Namen in der Region und führte die griechische Schule auf seinem neuen Staatsgebiet ein. Weitere Feldzüge führten ihn nach Ägypten, über den Hindukusch, und schließlich sogar bis nach Indien. Er erschuf das größte Reich seiner Zeit, das seinen Tod aber nicht überdauerte und in die Diadochen zerfiel.
Jetzt kommt die Crux der Geschichte: Durch die Einrichtung griechischer Schulen in Persien, durch die Ausbildung junger Männer in griechischem Wissen stockte Alexander seine Legionen auf und konnte noch weiter vordringen... Oder anders ausgedrückt, das griechische Wissen wurde im Mittleren Osten weit verbreitet.
Der größte Verlust für das griechische Wissen war zweifellos der Brand der Bibliothek von Alexandria in Ägypten, der die Konzentration zehntausender Bücher in Asche verwandelte, einen unermesslichen Kulturschatz vernichtete, ein Archiv mit den vermutlichen Gesamtwerk der griechischen Kultur ein für allemal zerstörte.
Die politischen Nachfolger Alexanders, die Römer, bewahrten als ehemalige griechische Kolonie dieses Wissen auf. Leider waren die Zeiten nicht gut zu ihnen, und zuerst fiel das eigentliche Rom, Westrom in Italien, und darauf das zweite Rom Konstantinopel, das Ostrom. Damit endete nicht nur die Vorherrschaft der griechisch-römischen Kultur, die inzwischen entstandenen Nationalstaaten im Norden wurden von dieser Kultur abgeschnitten. Dies aber teilweise schon durch die Völkerwanderungen der Westgoten, Ostgoten, Sachsen, Hunnen und Dänen.
Es folgte eine lange Zeit des kulturellen, wissenschaftlichen und philosophischen Niedergangs der Welt... Der ganzen Welt? Natürlich nicht. Die Chinesen waren von dem Untergang nie betroffen, die Inder kochten weiterhin ihr Süppchen, und die Japaner hatten dort bereits eine zweitausendjährige Geschichte hinter sich. Es betraf nur das Gebilde, das sich heute Europa nennt. Das meiste griechische Wissen war verloren -  und zudem begann eine christliche Sekte damit, den Mittleren Osten, Jerusalem, Nordafrika und schließlich Südspanien unter ihre Kontrolle zu bringen. Ihr Name: Der Islam.

Der Vormarsch des Islam durch die Mauren über Spanien hinweg in Europa hinein endete in Frankreich 732 n. Chr. in der Schlacht von Tours und Poitiers mit dem Sieg der Franken.
Bis zum Ende des fünfzehnten Jahrhunderts wurden die Mauren zurückgedrängt, und schließlich ganz aus Europa vertrieben. Was sie hinterließen, war ihr Wissen über Mathematik, Kunst, Medizin, Architektur, Ackerbau und Viehzucht, Philosphie und dergleichen. Mit anderen Worten: Sie brachten die griechische Kultur zurück, die sie über eintausend Jahre nach Alexanders Tod bewahrt hatten, und die auch heute noch einen Grundstein UNSERER Kultur darstellt. Da die griechische Kultur diese arabisch-islamische Kultur so lange geprägt hatte, ist es also durchaus legitim, von islamischer Kultur zu sprechen. Denn die Kultur war nicht festgeschrieben und hat sich weiter entwickelt.
Auch ohne jetzt auf Bauwerke zu verlinken oder medizinische Beispiele hervor zu heben, die wir den Mauren und damit dem Islam verdanken, kann ich an einem ganz simplen Beispiel beweisen, dass Herr Moosmann absoluten Quatsch daher redet, und die islamische Kultur ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens ist. Ich rede wohlgemerkt nicht davon, das wir islamische Kultur betreiben.
Hier ist der Beweis: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9. Was haben wir hier? Richtig, wir haben arabische Zahlen.
Die sind insofern ein echtes Original, weil sie noch nicht einmal auf den griechischen Zahlen beruhen, sondern ihren Ursprung in Indien haben. Dabei rede ich nicht mal so sehr über das Dezimalsystem an sich. Ich rede von den Zahlen, die jeder von uns, der des Schreibens und Lesens mächtig ist, nahezu jeden Tag zu sehen bekommt.
Nun soll noch mal einer sagen, der Islam wäre in Deutschland nicht wiederzufinden oder gehöre nicht hierher. Fragmente anderer Kulturen können wir IMMER gebrauchen. Immerhin ist unsere Kultur, ist unsere Sprache eine lebendige, und lebendig bedeutet, dass sie neue Impulse aufnimmt, aber bewährte auch behält, so wie die arabischen Zahlen. Die sind ehrlich gesagt weit praktischer als die römischen Zahlen, finde ich.


Thema drei: Arr, klar Schiff zum Entern.
Massive Angriffe auf die Piraten. Ich muss beim Lesen von Zeitungen und Nachrichten im Web manchmal etwas heftig schlucken, wenn ich lesen muss, dass ein Journalist höhnisch-spöttisch den Landesparteitag der Piraten in NIedersachsen verfolgt und sich drüber lustig macht, das sich über dreißig Piraten berufen fühlen, die Wahlliste Niedersachsen anzuführen, anstatt sich über die basisdemokratische Form und Chance für jedermann, von allen anderen Piraten bestätigt zu werden, zu freuen.
Ich möchte das Gleiche mal in meiner eigenen Partei sehen, dass Kandidaten, die sich zumindest für geeignet halten, aufstehen und ihre Kandidatur verkünden. Mir selbst wurde von einem Genossen meines Vertrauens von einer Landtagskandidatur abgeraten, weil "die Partei erwartet, das man als Kandidat Geld mitbringt, um seinen Wahlkampf mitzufinanzieren", was ich für eine demokratische Partei wie die große alte Dame SPD schon sehr traurig finde. Nebenbei hätte ich dieses Geld auch gar nicht gehabt.
Da ist die Kandidatenkür der Piraten geradezu positiv zu benennen, auch wenn der Wahlgang um den ersten Platz und der weitere Wahlgang um alle weiteren Listenplätze bis weit nach Mitternacht dauerte.
Aber so funktioniert es eben auch. Und wenn der Journalist dann bedauert, das es wegen der langwierigen Kandidatenvorstellung und der ebenso langen Wahlen nicht mal zu Themendiskussionen gekommen ist, schüttele ich erst Recht mit dem Kopf. Vielleicht hätte ihn ein Blick ins Forum der Piraten erleuchtet. Vielleicht auch nicht. Augenscheinlich muss sich für ihn alles auf einem Parteitag abspielen, und nicht in den Neuen Medien, so auch die Themendiskussion.

Den Vogel abgeschossen hat aber Philip Rösler, der sympathische kleine Junge aus Niedersachsen, der gerade Vize-Kanzler ist - und zudem, korrigiert mich wenn ich irre - Zahnarzt.
Der hat auf dem FDP-Parteitag doch tatsächlich nicht nur die Piraten angefeindet (tatsächlich erzählte er von "einem Fotografen", dessen Bilder von den Piraten unentgeltlich und ohne Quellenangabe verwendet worden sein sollen - natürlich ohne konkret zu werden oder einen Namen zu nennen, aber nicht ohne den Mann, der vielleicht nur in der Phantasie von Röslers Ghostwriter existiert, als am Rande des Ruins zu schildern), sondern sogar mit der somalischen Seefahrtspiraterie verglichen, was ich persönlich für mehr als eine Frechheit halte.
Ich werde gerne mal zur nächsten Sitzung der Piraten in Sarstedt gehen und dort Ausschau nach schwer bewaffneten Piraten halten, die auf der Leine Frachtschiffe kapern und gegen Millionenlösegeld wieder freigeben - und von der internationalen Staatengemeinschaft bekämpft werden. Das ist natürlich nur heiße Luft, denn man kann die Forderung nach Open Source nicht mit einer abgefeuerten Maschinenpistole vergleichen. Genauso ist Klein-Philips Aussage zu verstehen. Als nichts als heiße Luft, als übelste Diffamierung. Man könnte sogar so weit gehen und ihm Hetze unterstellen. Oder vielmehr seinem Ghostwriter. Oder beiden.

Eines jedoch ist sicher: Der FDP geht es inhaltlich und wahltechnisch sehr, sehr schlecht, und sie spürt in ihrem Revier, der Verteidigung individueller Rechte und des Liberalismus den Atem der Piraten im Nacken. Klar, das sie sich dagegen wehrt, aber um sich zu schnappen wie ein verwundeter Hund zeigt nur, wie schlimm es um die FDP mittlerweile steht.
Nach den letzten Lobby-Geschenken durch die FDP muss ich aber auch sagen: Es ist in Ordnung, wenn sie als Partei aufhört zu existieren. Vermissen wird sie sowieso niemand. Und gebraucht wird sie auch nicht.
Ach, keine Sorge, die Piraten werden sich mit mehr Erfahrung schon profilieren.
Apropos profilieren: Warum fällt es den Medien leicht, die Piraten dafür anzugreifen, das sie sich nicht weit genug von ehemaligen Rechten in ihren Reihen distanzieren, aber den Anti-Ausländer-Wahlkampf eines Roland Koch (CDU) über den grünen Klee loben? Das wissen wohl nur die Redaktionen.

Nachtrag am  27.04.: Spelllord hat mir ein Video verlinkt, das ich Euch nicht vorenthalten will.
Anscheinend hat meine SPD nun auch den heißen Atem der Piraten im Nacken gespürt und ein Thesenblatt erarbeitet, das leider nicht auf den Argumenten der Piraten, wohl aber auf den Nebelkerzen der FDP beruht. Ehrlich, Genossen, das ist peinlich. ^^°°° Bitte zieht mich da nicht mit rein. ^^°°°°°°°

Montag, 16. April 2012

Koran to go - und der, dessen Name nicht mehr genannt werden sollte

Tja, nun isses passiert. Radikale Salafisten verteilen in deutschen Fußgängerzonen den Koran, und schon gibt es harsche Proteste. Gegen Missionierung, und so weiter. Und das, obwohl unser ehemaliger Bundespräsident, der Wulff, in einer Rede festgestellt hatte, das der Islam zu Deutschland gehört.
Kunststück, wenn man bedenkt, wie viele deutsche Bürger im liberalen Deutschland ihr Recht auf Religionsfreiheit ausüben, und als Religion den Islam betreiben.

Leute, kommt mal wieder runter. Lasst die Absichten der Salafisten ruhig radikal-missionarisch sein, aber was sie da verteilen, ist der Koran. Das ist sowas ähnliches wie die Bibel, nur das eben andere Anhänger unseres christlichen Gottes zu Wort kommen, wie ich hier schon festgestellt habe. Nebenbei habe ich auch schon erwähnt, dass die christliche Bibel und der jüdische Talmut bei ihnen als wichtige Bücher gelten.
Bevor man also in Panik verfallen sollte, weil die bösen Salafisten es wagen, gratis den Koran zu verteilen, was ja ganz schlimm ist, weil es Konvertiten geben könnte, sollte man eher ein Augenmerk darauf werfen, ob der Koran modifiziert wurde, um den radikalen Ansichten der Salafisten zu entsprechen. Dann könnte man ihnen vieles vorwerfen. Allein, den Koran umsonst zu verteilen ist nichts, worüber man sich aufregen sollte - oder dem man besondere Publicity in Form von Zeitungs-, und Fernsehmeldungen zugestehen sollte.
Zweiter Haken bei der Geschichte: Man kann den Salafisten vorwerfen was man will -  mittelalterliches Weltbild, Zwei Klassen-Gesellschaft für Frauen, Festhalten an der überholten Scharia, Missionierungsversuche, ja, auch eine gewisse Überheblichkeit gegenüber Christentum und Judentum. Allein, geklagt wird vor Gericht, und dort steht dann nach deutschem Recht auch eher nicht die ganze Glaubensgemeinschaft der Salafisten, sondern jeder einzelne Mensch, der sich strafbar gemacht hat.
Und, ehrlich gesagt, Leute, ist das auch gut so, und nicht anders. Pauschale Panik ist nicht erstrebenswert und hilft auch nicht in der Sache.
Liebe Zeitungen, bitte berichtet weiter über das Thema, wenn Salafismus in Deutschland verboten wird. Vorher sehe ich keine Veranlassung, ihnen so viel Gratis-Publicity zukommen zu lassen. Darüber hinaus, wer den Koran mitnimmt, muss nicht zwangsläufig missioniert sein.
Doch selbst das stellt kein wirkliches Problem dar, denn in Deutschland gilt die Freiheit der Religionswahl.


Zweiter Teil meines Blogs: Der, dessen Name nicht genannt werden sollte. Der, der sich durch ein unbeschreibbares Massaker berühmt machen wollte, als Kreuzritter und distinguierter Mensch gesehen werden wollte. Er, der meint, er müsse den Islam bekämpfen und dafür norwegische Kinder töten.
Er, dessen Name nicht genannt werden sollte, seine Strafe muss das kollektive Vergessen sein. Sein Name muss verschwinden und getilgt sein, und nicht im Zusammenhang mit der abscheulichen Tat je wieder erwähnt werden. Alles, was er getan hat, war für die Publicity, um seine Botschaft zu verkünden. Die größte Strafe für ihn ist es, für den Rest seines Lebens als nicht zurechnungsfähiger Psychot in der geschlossenen Psychiartrie zu landen.

Heute steht in meiner Zeitung, dass er nach dem ersten Gutachten, das ihn als geisteskrank auswies, nun im zweiten Gutachten als bei der Tat geistig gesund beschrieben wird. Darüber kann ich nur den Kopf schütteln. Wer Kinder christlichen Glaubens im zweistelligen Bereich erschießt, um den Islam aufzuhalten, wer sich mit Islam-Hetze (u.a. findet man da auch Texte vom Islamophoben Broyder wieder) zu legitimieren versucht, wer tatsächlich glaubt, für so eine Tat militärische Ehren und Anerkennung zu erlangen, ja, zu verdienen, der gehört für den Rest seines Lebens fortgesperrt.
Normalerweise plädiere ich dafür, Menschen eine zweite Chance im Leben zu geben, wenn sie bereit sind, sich diese zu erarbeiten. Aber in diesem speziellen Fall ist mehr als klar, dass der, dessen Name nie wieder ausgesprochen werden sollte, psychisch erheblich erkrankt, schizophren paranoid ist. Er muss zu seinem eigenen Schutz, und vor allem zum Schutz der Gesellschaft isoliert werden. Eine große Plattform, auf der er ähnlich kranke Menschen begeistern darf (die ihm auch schon Fanpost geschickt haben) wie einen öffentlichen Prozess durchzuziehen, hat vor allem für seine geistige Gesundheit, bzw. für die Vertiefung seiner geistigen Schäden und Defizite weitreichende Folgen. Er könnte sich tatsächlich bestätigt sehen, im Recht zu sein.
Nein, Herrschaften, das Beste, was wir für ihn tun können, ist, ihn in der Psychiartrie zu isolieren und alle drei Jahre nachzuschauen, ob er noch immer all den Unsinn glaubt, den er im Internet von Islamophoben gelesen und der ihn zu dieser Tat eines Wahnsinnigen geführt hat.
Bei der Schwere seiner Psychose ist allerdings abzusehen, dass er zu Lebzeiten nicht mehr geistig zurechnungsfähig sein, und das kein norwegisches Gericht seine Freilassung veranlassen wird.
Bei einer rechtskräftigen Verurteilung wegen Mordes sieht, wenn ich richtig informiert bin, das norwegische Gesetz fünfundzwanzig Jahre Haft, bei besonderer Schwere ohne Bewährung als Höchststrafe vor.
Nun stellt Euch mal vor, nach fünfundzwanzig Jahren darf dieser psychisch schwer kranke Mann vollkommen rechtskräftig aus dem Gefängnis spazieren, womöglich begrüßt von Idioten ebenfalls geistig kranken Menschen, die seinen Wahn teilen.
Nein, sage ich. Die beste Entscheidung in seinem Sinne muss es sein, seine paranoide Schizophrenie anzuerkennen und ihn zu seinem eigenen Wohl und dem der Gesellschaft zu isolieren.
Und: Nennt seinen Namen nicht, um Nachahmungstäter nicht zu ermutigen.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Islamist zu sein ist schwer...

Herzlich willkommen zu meinem kleinen Blog, in dem ich eigentlich mehr darüber berichten wollte, was für ein großartiger, aber erfolgloser Autor ich doch bin, und der nun mehr und mehr mein Sprachrohr für Dinge geworden ist, die ich ansprechen, anprangern muss. Dass ich mir dabei manchmal widerspreche, darf verwundern, aber ist mein Vorrecht als Verfasser dieses Blogs.
Ich darf mich also schon maßlos darüber aufregen, dass deutsche Medien bei Desoxyribonukleinsäure die englische Kurzbezeichnung DNA verwenden ohne einen Hauch von Ahnung was sie damit tun; zugleich aber darf ich mich auch über die unnötige Anglizismus-Debatten aufregen, die immer mal wieder aufkommen und niemandem helfen, nur ein paar "Rechten", die die deutsche Sprache "rein" halten wollen. ^^°°°
Und ich darf auch mal Themen ansprechen, die merkwürdig anmuten. So zum Beispiel mein kleiner Ego-Trip, als ich ein paar Tage tatsächlich zu Fuß zur Arbeit ging, und das zur religiös-spirituellen Erkenntnis stilisierte.
Oder mein Versuch, einigen Unwissenden zu erklären, dass Allah und Gott (also Jehowa oder Jahwe) ein und derselbe sind, dass der Islam im Großen und Ganzen eine christliche Splittersekte ist, die einfach nur so erfolgreich ist wie Katholiken, Orthodoxe und Kopten.

Und damit sind wir schon beim Thema: Ich rege mich auf und versuche etwas zu erklären. Aufregen will ich mich über einen Artikel in meiner Tageszeitung: Islamist mit deutschem Pass in Süd-Afghanistan gefasst.
Islamist. Islamist. Hm, Islamist. Was bedeutet dieses Wort? So wie es die deutschen Medien verwenden, bedeutet es radikaler, gewaltbereiter, tötungsbereiter und unmoralischer Terrorist.

...sacken lassen.
Und hier die Erklärung zur Aufregung: Islamist, das ist absoluter Bullshit! Islamgläubiger potentieller Terrorist ist ihnen wohl zu lang gewesen, wäre aber eine weitaus korrektere Ausdrucksweise gewesen. Islamist ist in diesem Zusammenhang eine Dreistigkeit, eine Frechheit, eine Beleidigung einer ganzen Religion. Islamist in diesem Zusammenhang bedeutet nicht mehr und nicht weniger, dass alle Angehörigen dieses Glaubens radikale, gewaltbereite, tötungsbereite und unmoralische Terroristen sind. Ich kann das so nicht mehr stehen lassen, und als toleranter, gläubiger und vor allem mit dem Prinzip der Nächstenliebe vertrauter Christ will ich es auch nicht länger akzeptieren. So geht das nicht, meine Damen und Herren in den Medien!

Das ist in etwa das Gleiche, wenn man die Angehörigen der Roten Armee Fraktion je nach Taufe Katholizist oder Evangelizist genannt hätte, wohl gemerkt mit der gleichen Bedeutung, nämlich des gewaltbereiten Terroristen. Oder die gewaltbereiten Mitglieder der IRA, die wahrlich genug geschossen und gebombt haben, als Katholizisten zu bezeichnen. Oder jene aufständischen Tibeter, die sich gegen die chinesische Zentralregierung aufgelehnt haben, als Buddhitisten oder Lamaisten. Es passt einfach nicht, es klappt einfach nicht, und diffamiert den Glauben als Ganzes.
Sicher, Osama Bin Laden war muslimischen Glaubens. Und ebenso waren das die Attentäter von 9/11. Und die Selbstmordattentäter, die jahrelang Israel in Angst und Schrecken versetzt haben wahrscheinlich ebenso wie jene, die im Irak, in Afghanistan und Pakistan ihrem Leben ein Ende setzen, und so viele Menschen wie möglich mitnehmen wollen. Gut, gut, das IST Terrorismus. Aber in Afghanistan, im Irak, in Pakistan sind ihre Opfer auch hauptsächlich Muslime.
Zynisch ist ein jeder, der nun denkt: Islamisten, die Islamisten töten, das ist doch in Ordnung. Eine Verhöhnung der Opfer UND ihres Glaubens in einem Atemzug.
Ich stelle fest: Die überwiegend große Mehrheit der Christen dieser Welt hat nichts mit Terrorismus am Hut, und hat auch keine Lust darauf, als Märtyrer zu sterben und möglichst viele Menschen bei einem Selbstmordanschlag zu töten. Das Gleiche gilt eins zu eins für Muslime. Die Verwendung des Begriffs Islamist ist nicht einfach nur diskriminierend, abwertend und von Grundauf falsch, er bietet viele Vorwände für unsere "Stammtischtäter", um Vorurteile zu pflegen und Menschen zu diskriminieren, die sie nicht einmal kennen. Und das alles nur, weil die MEDIEN diskriminieren.

Normalerweise kann mich die Political Correctness mal Kreuzweise am Arsch lecken, weil ich ein ehrlich ausgesprochenes Wort mehr schätze als erzwungene Höflichkeit. Sie ist halt nichts wert, da Zwang im Spiel ist. Aber in diesem Fall ist es auch kein Fall der Political Correctness, sondern eine Frage der Menschenwürde, der Akzeptanz fremden Glaubens, der Toleranz, und - besonders für uns Christen - der Nächstenliebe. All das vermisse ich aber, wenn ich wieder irgendwo Islamist lese, und genau weiß, dass der Autor Terrorist meinte.

Mein Fazit: Liebe deutsche Redaktionen, wenn Ihr Terrorist meint, dann schreibt gefälligst auch Terrorist! Meinetwegen Terrorist islamischen Glaubens, aber dieses Kunstwort Islamist ist in diesem Zusammenhang einfach nur widerwärtig. Pfui, jeder Redakteur, der es benutzt, sollte sich schämen. Solche Taktiken gab es schon einmal in Deutschland, und anschließend haben "gute Deutsche" in bestimmten Geschäften nicht mehr eingekauft. Soll es so wieder kommen? Oder sollen "Islamisten" wegen ihres Glaubens Menschen zweiter Klasse werden? Menschen beurteilt man nach ihren Taten, und ich habe noch keinen Sprengstoffattentäter beim Anschlag beten sehen.
An dieser Stelle möchte ich noch kurz erwähnen, dass ich die feige Art des Selbstmordsprengstoffattentats nicht als Akt des Märtyrertums betrachte. Im Gegenteil, diese verwerfliche, feige Tat ist die direkte Fahrkarte in die Dschehenna, meine lieben Terroristen.
Und im gleichen Atemzug noch mal an alle anderen: Von feigen Selbstmordattentätern auf den gesamten Islam zu schließen ist mindestens ebenso feige. Aber bequem, oder?

Edit am Samstag, dem 28.05.2011: MartinM vom Blog MMsSenf weist mich in den Kommentaren darauf hin, dass das Wort "Islamist" nicht die Bedeutung hat, die ich festgestellt habe.
Nun ist MartinM ein schlauer, belesener Mann mit Ahnung von allem was er tut. Deshalb möchte ich nicht nur in meiner Antwort in den Kommentaren, sondern auch hier noch mal kurz darlegen: Meines Erachtens steht in der deutschen Presse das Wort "Islamist" synonym für "Terrorist", politischer Islam hin oder her. MartinM geht es darum, dass "Islamisten" durch ihre Bestrebungen, Kirche in die Politik oder Politik in die Kirche zu bringen, durchaus zu Recht scheel angesehen werden sollten; mir geht es einzig und alleine darum, dass das Wort Islamist nach meinem Wissen, Fühlen und Denken den Islam und all seine Angehörigen automatisch als Terroristen vorverurteilt.
Danke für Deinen Hinweis, MartinM.
Wie seht Ihr das da draußen? Weitere Kommentare würden mich freuen.

Samstag, 9. April 2011

Hier mal zum Mitschreiben: Allah ist Gott, Gott ist Allah.

Okay, dies hier zu schreiben ist mir ein inneres Bedürfnis. Heute habe ich mit dem Vater eines Freundes gesprochen, den ich sehr schätze, auch wenn einige unserer Ansichten doch arg gegeneinander laufen. Als ich mit ihm redete, fiel folgendes Satzfragment: "...und wo die ihren Allah her haben... Es gibt nur einen Gott."
...
Sacken lassen.

Dies ist in diesem neuen Jahrzehnt schon das zweite Mal, dass ein an sich sehr gebildeter Mensch mir zeigt, dass er nicht weiß, dass Allah und Gott ein und der selbe sind.
Das ist eine Wissenslücke, die dringend geschlossen gehört.
Deshalb hier mal mein kurzer Abriss über unsere abendländisch-jüdische Kultur, die dem Islam gegenüber wesentlich offener sein sollte, weil der Großteil unserer heiligen Schriften identisch sind:

Wir beginnen mit dem Alten Testament, das sich in unserer Bibel befindet, obwohl wir Christen uns eher auf das Neue Testament beziehen. Oder meinetwegen Talmut und Tora, wie die Juden ihre Bücher nennen.
Mit Begründung der Sekte der Nächstenliebe des gewaltfreien Predigers Jesus Christus entstand eine Splittergruppe des Judentums, das sich dank der Römer und ihres Weltreichs schnell in der bekannten Mittelmeerwelt verbreitete. Vom Oströmischen Kaiser Konstantin zur Staatsreligion erhoben, war der Siegeszug der Sekte zur Kirche nicht mehr aufzuhalten. Schließlich und endlich brachten Römer die Gewaltfreiheit und Nächstenliebe lehrende Religion auch nach Norden. Ironischerweise mit Legionen. Gut, teilweise waren die schon da.
Über Jahrhunderte begann ein Christianisierungsprozess, der uns allerdings nicht davon abgehalten hat, dass unsere Vorfahren, bekennende Christen, Kriege geführt haben, und das auch untereinander. Also im Prinzip glauben wir Christen an den gleichen Gott, an den die Juden zuerst geglaubt haben. Wir verehren den Sektenführer Jesus als Sohn Gottes und Heiland, und unterscheiden uns damit im Glauben schon ein wenig von den Juden.

Kommen wir zu den Moslems. Mohammed, der große Prophet, begann sein Wirken in religiöser Hinsicht als Begründer einer arabisch-christlichen Splitterkirche.
Diese hatte kein leichtes Leben, auch wenn sie guten Zulauf erlebte. Als es zum Bruch zwischen den polytheistischen Gegnern Mohammeds und seinen monotheistischen Anhängern kam, blieb die von Mohammed erhoffte Unterstützung durch eine christliche Stadt aus. An dieser Stelle der Geschichte trat ein Bruch auf, der aus der christlichen Splittersekte, die gen Jerusalem betete, eine eigene Religion machte, die nun Mekka und Medina als Stätten ihrer Ursprünge verehrte.
Tja, so ungefähr war es damals. Vor ewigen Zeiten in meinem Religionsunterricht habe ich mal gelernt, dass das heilige Buch des Islams, der Koran, eine Art "Dach" über die Verehrung der Muslime für Altes und Neues Testament bildet. Auch folgen Muslime vielen christlichen Tugenden wie der Gewaltlosigkeit, Nächstenliebe und des Fastens (für mich nicht so relevant wie für die Katholiken). Jesus wird bei ihnen nicht als Gottes Sohn verehrt, wohl aber als Prophet. In dieser Reihe sah sich auch Mohammed selbst, als letzter Prophet. Zudem gilt im Islam ein Zwangsmissionierungsverbot gegenüber Christen und Juden.

Es würde jetzt zu weit führen, alle drei Religionen zu vergleichen, Vor- und Nachteile aufzuführen, oder auf unsere Kreuzzüge im Mittelalter zu verweisen und dem Islam vorwerfen, sie würden sich benehmen wie unsere Vorfahren damals. Das ist alles Quatsch, und kann nicht pauschalisiert werden. Jeder Fall muss wirklich einzeln betrachtet werden, oder die Ergebnisse bleiben bruchstückhaft.
Aber ein paar Fakten kann ich noch hinterher werfen.
Alle drei Religionen beziehen sich auf Abraham als Stammvater, im biologischen und im religiösen Sinne.
Alle drei Religionen verehren Jerusalem als heilige Stadt. Der wichtigste Tempel des Islam steht in Jerusalem, ebenso wie unsere Grabeskirche und die Klagemauer als Rest des von den Römern geschliffenen Tempels der Juden.
Alle drei Religionen missionieren und nehmen Konvertiten auf.
Alle drei Religionen sind Monotheisten gegenüber tolerant; bei Polytheisten wird es schon schwieriger.

Soweit mein kleiner, unvollständiger, nicht wissenschaftlicher und kaum mit Fakten unterfütterter Artikel.
Wenn Ihr es nicht schon vorher wusstet, könnt Ihr jetzt jedem sagen, der auf Muslime und Allah schimpft, dass er doch bitte beim Menschen differenzieren möchte, weil nicht alle Muslime automatisch fanatische Selbstmordattentäter, Steinewerfer und/oder aggressive Missionare sind; und dass er, wenn er Allah beleidigt, den christlichen Gott beleidigt. Die Kopten, Christen in Ägypten, beten zu Allah, nicht zu Gott. Namen sind austauschbar.
In der Hoffnung, Euch ein wenig klüger gemacht, oder zumindest bestätigt zu haben, schließe ich meinen Eintrag hier. Ich bin gespannt, ob sich hierzu eine Diskussion in den Kommentaren entwickelt.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Die Welt aus der eigenen Sicht sehen...

Mit diesem eher normalen Titel möchte ich gerne den Blog beginnen. Genauer gesagt mit zwei Personen, die m.E. die Welt etwas zu sehr aus eigener Sicht sehen.
Zwei Themen erwarten heute meine eifrigen Leser. Im einen geht es um den Islam im weitesten Sinne, im anderen um *sigh* die Nacktscanner.

Doch der Reihe nach. Vor ein paar Tagen wurde der als Mohammed-Karikaturist bekannt gewordene Kurt Westergaard in seiner dänischen Heimat von einem mit einer Axt bewaffneten Einzeltäter in seinem Haus überfallen. Er und sein Enkel konnten sich gerade so noch in sein Badezimmer retten. Die Polizei kam schnell hinzu, da der Mann unter Polizeischutz steht, und konnte den Täter verhaften. Ende gut, alles gut? Nein, sicherlich nicht. Ich will heute allerdings nicht über Westergaard oder seine Karikaturen sprechen, obwohl ich als eingefleischter MAD-Leser in dieser Beziehung abgehärtet bin, sondern über Trittbrettfahrer.
Ein Trittbrettfahrer fiel mir da in der heutigen LDZ ganz besonders ins Auge, nämlich die türkischstämmige Soziologin Necla Kelek. In einem Interview äußerte sie sich besorgt, geradezu entrüstet über die fehlende Resonanz in den Medien nach dem Anschlag und warf deutschen Medien Angst vor dem radikalen Islam, ja Duckmäuserschaft vor. Sie ging sogar so weit zu sagen, dass "man (die Medien) anscheinend froh sei das nichts schlimmeres passierte und man nun Eskalationen vermeiden will".
Weiter ging sie hart mit den Anhängern des islamischen Glaubens ins Gericht und warf ihnen vor - wobei sie erfreulicherweise nur zehn Prozent von ihnen meinte - man könne nicht für Minarette, Moscheen und Kopftücher sein und dann Selbstmordattentäter, Zwangsheirat und Ehrenmorde ausschließen, bzw. aus der Verantwortung.
Nun kenne ich Frau Kelek überhaupt nicht, und ehrlich gesagt habe ich auch nicht das Bedürfnis, sie kennen zu lernen. Denn ich halte nichts von Radikalen, egal in welche Richtung sie schießen. Ich bin nur ein wenig verwundert, weil ICH die Medienwelle gesehen habe, die nach dem Anschlag durch Deutschland rollte. Was hat Frau Kelek erwartet? Das automatisch ein Inhaftierungspogrom beginnt und alle "radikalen" Ausländer anschließend ausgewiesen werden? Oder das unsere Zeitungen sofort ein solches Vorgehen fordern?
Was Herrn Westergaard passiert ist, war eine Nachricht. Diese wurde verbreitet. Sicher ergaben sich daraus Forderungen nach Konsequenzen, aber die sollte der Attentäter tragen, nicht jene, die Glaubensbrüder dieses Mannes sein müssen, weil er sich zum Islam bekannt hat.
Auch verwundert es mich, dass sie fordert, dass neben dem Kopftuch auch ein Bekenntnis zum Ehrenmord kommen müsse. Hallo, Frau Kelek? Tot schweigen ist wohl eine herzlich dumme Idee, aber ich persönlich finde es schon mal einen sehr guten Anfang, wenn islamische Bürger in Europa Ehrenmorde schon mal NICHT unterstützen.
Ich frage mich gerade, ob Frau Kelek zur Radikalisierung gegen radikale Islamisten aufgerufen hat.
Liebe Frau Kelek, Minus und Minus ergibt NUR in der Mathematik Plus. Also seien wir einfach froh über jeden in Deutschland lebenden Moslem, der Ehrenmorden, Zwangsheiraten und Selbstmordattentaten nichts abgewinnen kann. Denn diese schleichende Revolution in den Köpfen bedeutet letztendlich, dass sie in Deutschland angekommen sind.


Thema Nummer zwei wurde vom Kommentar in der heutigen Ausgabe der Leine Deister Zeitung inspiriert: Der Autor Christof Schneider verteidigt dort vehement die Nacktscannerpläne, und erklärt auch wieso er das tut.
Leider habe ich hierfür keinen Internetlink gefunden, abschreiben will ich auch nicht, also werdet Ihr, meine lieben Leser, wohl die Zeitung kaufen müssen, wenn Ihr den Kommentar lesen wollt.
Jedenfalls verteidigt Herr Schneider die Nacktscannerpläne, und führt dabei an, "dass die Mehrheit der pragmatischen Deutschen" lieber ein wenig Intimsphäre aufgibt, um dafür ein wenig mehr Sicherheit beim fliegen zu haben".
Auch die Kritik, das der Nacktscanner einfach umgangen werden kann, indem man Waffen und Sprengstroff IM Körper durch den Scanner schmuggelt, kontert Herr Schneider mit dem Hinweis: "Doch nicht alle Terroristen sind Vollprofis".
Herr Schneider, Sie haben Unrecht. Terroristen, die sich auf Flugzeuge schmuggeln, die Sprengstoff mitbringen und/oder Waffen, SIND Vollprofis. Sie sind sozusagen die Crème de la Crème des internationalen Terrorismus. Denn die Kontrollen vor internationalen Flügen gehören zu den Aufwändigsten in der Welt (Einschränkung: Wenn sie durchgeführt werden), und setzen die Messlatte entsprechend hoch. Dass mit dem jungen Nigerianer, der durch eine Fehlfunktion der Zündflüssigkeit nicht erfolgreich war, nun kein hochkarätiger Terrorist, sondern nur ein schauspielerisch begabter Fanatiker der hinteren Chargen an Bord war, deutet vielleicht das Gegenteil an - außer man betrachtet das Selbstmordattentat als das was es ist: Ein Bauernopfer. Und obwohl das Attentat gescheitert ist und die Al Kaida-Sprengstoffspezialisten erst mal dran feilen müssen warum die Bombe nicht zündete, ihren Nutzen hat die Organisation trotzdem. Der Anschlag ist zwar fehlgeschlagen, der Attentäter in der Hand ihrer Feinde und Amerika wieder sicher... Aber sie ziehen dank der Medien ihren Nutzen daraus und verbreiten Angst und Schrecken, ohne Angst und Schrecken zu verbreiten. Solche Zeiten sollte man weder dazu missbrauchen, den Terroristen kostenlose Promotion zu liefern, noch trittbrettfahrenden, unnützen Technologien Tür und Tor aufzuhebeln.

In den letzten Jahre sind mir einige Flugzeugabstürze zu Ohren gekommen, aber nicht ein einziges erfolgreiches Attentat. Könnte es also sein, das fliegen immer noch die sicherste Form des Reisens ist, Terrorismus hin, Terrorismus her? Und könnte es nicht sein, dass die Bundesbürger DOCH etwas gegen unnütze, voyeuristische und wertlose Technologien haben, die sie bloß stellen? Herr Schneider, ergreifen Sie nicht Partei für eine Technologie, die in Holland schon einmal dabei versagt hat, einen Terroristen aufzuhalten - entweder aus technischen Gründen, oder weil sie falsch platziert war (wir erinnern uns alle: der niederländische Flughafen Schiphol, von dem der Nigerianer geflogen ist, HAT bereits fünfzehn Nacktscanner). Stattdessen bewahren Sie bitte unzählige Flughäfen davor, in überteuerte, sinnlose Technologien zu investieren, deren Kosten diese dann auf die Gesellschaften wälzen, von wo es zu den Fluggästen geht, oder noch schlimmer zu den zweiundachtzig Millionen Steuerzahlern in Deutschland. Noch mal: Terroristen, die sich an Flughäfen ran wagen, SIND Vollprofis.

Edit am 10.01.: Zusätzlich bemerkt ist die Hoffnung, dümmere Terroristen "abfischen" zu können nicht nur lächerlich, sondern auch noch äußerst gefährlich, Herr Schneider.