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Samstag, 4. Januar 2014

Gefährdet die CSU-Haltung den Zuzug ausländischer Hochqualifizierter?

Dieser Gedanke kam mir heute, als ich den neuesten Nachdenkseiten-Artikel via Spiegelfechter gelesen habe. Wie wir alle wissen, jammert die Wirtschaft über Fachkräftemangel. Nun jammert sie nicht wirklich darüber, dass ihr die Ingenieure, Naturwissenschaftler, IT-Fachleute und Akademiker fehlen, sondern darüber, dass ihnen BILLIGE Ingenieure, Naturwissenschaftler, IT-Fachleute und Akademiker fehlen. Im Nachdenkseitenartikel erkennt man dann auch gleich den Wahnsinn dieser deutschen Gedankenlosigkeit auf den ersten Absätzen, wenn F.J. Weise, der Chef der Arbeitsagentur, mit der grandiosen Idee ankommt, den Mindestverdienstnachweise für die Bluecard zu senken, sprich: Der Nachweis von einem Midestverdienst von 46.000 € soll abgesenkt werden, damit mehr Leute Deutschland attraktiver finden.
Oder, um es mal zu übersetzen: Du bist ein gut qualifizierter oder sogar hoch qualifizierter Akademiker, der in Deutschland arbeiten will. Für die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung musst Du einen Job nachweisen, der mindestens 46.000 € im Jahr einbringt, also ein "Besserverdiener" bist. Wenn Weise nun diesen Betrag senken will und tatsächlich erwartet, dass mehr Leute ins Land kommen wollen, dann steckt dahinter nur eine Denkweise: Ausländische Hochqualifizierte sind angeblich so scharf darauf, in Deutschland zu arbeiten, dass sie bereit sind, für einen Appel und ein Ei zu arbeiten und nur darauf warten, auf die niedrigen Lohnangebote aus Deutschland einzugehen.

Übersetzt bedeutet das: Angebot und Nachfrage spricht hier eine klare Sprache. Ich bewerbe ein Produkt, in diesem Fall einen Arbeitsplatz für einen Ingenieur in Deutschland, und stelle dafür ein Gehalt in Aussicht. Nun aber gibt es keine Nachfrage für diesen Arbeitsplatz. Warum? Weil das Gehaltsangebot unter dem Satz der Bluecard liegt und deshalb nicht von den Bewerbern wahrgenommen werden kann? Eher darum, weil andere Länder besser zahlen. Wichtige Einwanderungsländer oder meinetwegen Gastarbeiterländer sind in Europa Skandinavien, die Schweiz und England, aber sicher nicht Deutschland.
Warum? Weil das Lohnverständnis in weiten Teilen Deutschlands gelinde gesagt ein Witz ist. Selbst wenn ein Unternehmen genug verdient und seine Angestellten angemessen entlohnen kann - und es gibt genügend, die das tun; die haben dann aber auch keinen "Fachkräftemangel" - versucht es das Unternehmen, wie man an Weise sehen kann, immer zuerst mit einem europaweit nicht konkurrenzfähigen Angebot - zu wenig, um es zu übersetzen. Dies ist ein typisches Symptom für Deutschland. Und auch ein Grund dafür, warum wir ein Auswanderungsland sind, kein Einwanderungsland.
Schielen wir doch nur mal zu den privaten Paketlieferanten und deren Vorstellung von einem angemessenen Gehalt, schauen wir kurz mal zurück zum privaten Brieflieferanten Pin, der angeblich nur überleben konnte, wenn seine Mitarbeiter unter sechs Euro die Stunde verdienen und den Rest vom Staat aufgestockt bekommen (was natürlich massiv die Arbeitsplätze z.B. der Post gefährdet hätte und zudem eine leider nicht verbotene staatliche Subvention gewesen wäre - meiner Meinung nach), und sehen wir uns Firmen an, die ihre Leute generell zum Aufstocken schicken, anstatt sie angemessen zu bezahlen.

Leider gibt es in Deutschland Menschen, die in diesen Unternehmen arbeiten und sich vom Sozialstaat das ausgleichen lassen, was ihnen ihr Arbeitgeber nicht gibt, obwohl sie es erarbeiten. Sie wollen arbeiten, auch für wenig Geld, um nicht als Sozialschmarotzer dazustehen. Zudem haben die meisten von ihnen weder den Mut, noch das Geld und die Kraft, um auf ein besseres, angemesseneres Angebot zu warten (wobei sich das Durchhalten lohnt). Dieses total irrige und vergiftete Klima verdanken wir natürlich der Boulevard-Presse, allen voran der Zeitung mit den vier großen Buchstaben, die gerne mal ein wenig Sozialhetze betreibt, und wenn nicht gegen deutsche Hartz IV-Empfänger, dann auch gerne mal gegen ein Land, das sich nicht wehren kann. Griechenland zum Beispiel.

Sieht man sich unter diesem Zusammenhang die Zuwanderungszahlen in gut qualifizierten und wenig qualifizierten Berufen an und sieht, dass der existierende Zuzug aus Ländern kommt, die Spanien, Italien, Griechenland und Co. heißen, muss man sich schon fragen, ob die Kanzlerin die Krise in diesen Ländern ausgelöst hat, um die Lebensbedingungen dort so schlecht zu machen, dass sie selbst die schlechten Arbeitsbedingungen in Deutschland attraktiver finden. Zuzutrauen wäre es der schwarzgelben Regierung von damals.


Was uns zum Titel bringt. Nicht nur das Geld ist ein wichtiger Grund dafür, dass die Bluecard floppt. Ich meine, angenommen, ich wäre einwanderungswilliger Hochqualifizierter, Kanada lockt mit einem guten Gehalt. Aber plötzlich sind die Medien meines Heimatlandes voll davon, dass die Coalition Avenir Québec, eine eher konservative Partei, verlauten lässt, dass deutsche Einwanderer nur auf das tolle Sozialsystem schielen und ihre Kinder auf deren Kosten ausbilden lassen wollen und man dagegen Gesetze erlassen muss. Egal, ob die ausgebildeten Kinder in Kanada bleiben und den dortigen Arbeitsmarkt bereichern oder nicht. Da würde ich es mir zweimal überlegen, ob ich  wirklich willkommen bin oder nur als Mensch Zweiter Klasse, als "Deutscher" nur geduldet werde. Immerhin werde ich generell unter Verdacht gestellt, und nicht nur ich, sondern pauschal mal alle Deutsche.
Und genau das ist in Deutschland passiert, als Seehofer und seine konservative Partei gegen Bulgaren und Rumänen gewettert hat. Klar, "Wer betrügt, fliegt" richtet sich gegen Sozialschmarotzer, aber eben nur vordergründig. Es etabliert einen Generalverdacht gegen zwei Länder und ihre Bewohner.

Fazit: Wir fassen zusammen: Unsere Alterspyramide wird immer unvorteilhafter, da zu wenig Kinder geboren werden. Wir brauchen Zuzug.
Die deutsche Wirtschaft braucht Fachkräfte, die sie mit Billiglöhnen abspeisen kann und jammert nach Zuzug.
Deutschland war schon immer ein Schmelztiegel der verschiedensten Völker. Zuzug macht uns nichts aus, im Gegenteil, kein Berliner würde heute Trottoir statt Bürgersteig sagen, wenn nicht wegen der eingewanderten Hugenotten und niemand hieße im Ruhrpott Slodowski, wenn nicht wegen der polnischen eingewanderten Bergleute. Zuzug ist normal für uns.
Außerdem empfiehlt uns die UNO zwei Millionen Einwanderer pro Jahr, um als jetziges Gebilde weiter bestehen zu können. Wir brauchen Zuzug.
In meiner Samtgemeinde gehen die Kinder aus, unter anderem weil junge Qualifizierte wegziehen und ihre Kinder mitnehmen. Zuzug wäre nicht zu verachten.
Alles in allem brauchen wir diese Leute. Sowohl die Hochqualifizierten als auch jene, die Jobs machen wollen, für die sich die Deutschen zu schade sind, um mal ein dickes Klischee zu bedienen. (Nicht umsonst ist der Witz der unterbezahlten polnischen Pflegekraft Realität geworden.) Aber wenn ein Horst Seehofer erst mal alle Rumänen und Bulgaren unter Generalverdacht stellt, wenn er ihnen klarmacht, dass sie in Deutschland alles sind, nur nicht willkommen, wenn er am braunen Rand fischt und dabei ausgerechnet die Bedürfnisse der Wirtschaft ignoriert, deren Interesse er angeblich im Auge hat, dann kann man verstehen, warum die Bluecard nicht funktioniert. Dann kann man auch verstehen, wenn seine Aussagen auch Besserqualifizierte aus den beiden Ländern abschrecken. Die haben nämlich genügend Alternativen. England. Schweden. Norwegen. Schweiz. Die zahlen besser, sind freundlicher und sie haben auch nichts dagegen, wenn die Einwanderer für immer bleiben. Im Gegensatz zu Deutschland.
Denkt mal drüber nach.

Montag, 16. April 2012

Koran to go - und der, dessen Name nicht mehr genannt werden sollte

Tja, nun isses passiert. Radikale Salafisten verteilen in deutschen Fußgängerzonen den Koran, und schon gibt es harsche Proteste. Gegen Missionierung, und so weiter. Und das, obwohl unser ehemaliger Bundespräsident, der Wulff, in einer Rede festgestellt hatte, das der Islam zu Deutschland gehört.
Kunststück, wenn man bedenkt, wie viele deutsche Bürger im liberalen Deutschland ihr Recht auf Religionsfreiheit ausüben, und als Religion den Islam betreiben.

Leute, kommt mal wieder runter. Lasst die Absichten der Salafisten ruhig radikal-missionarisch sein, aber was sie da verteilen, ist der Koran. Das ist sowas ähnliches wie die Bibel, nur das eben andere Anhänger unseres christlichen Gottes zu Wort kommen, wie ich hier schon festgestellt habe. Nebenbei habe ich auch schon erwähnt, dass die christliche Bibel und der jüdische Talmut bei ihnen als wichtige Bücher gelten.
Bevor man also in Panik verfallen sollte, weil die bösen Salafisten es wagen, gratis den Koran zu verteilen, was ja ganz schlimm ist, weil es Konvertiten geben könnte, sollte man eher ein Augenmerk darauf werfen, ob der Koran modifiziert wurde, um den radikalen Ansichten der Salafisten zu entsprechen. Dann könnte man ihnen vieles vorwerfen. Allein, den Koran umsonst zu verteilen ist nichts, worüber man sich aufregen sollte - oder dem man besondere Publicity in Form von Zeitungs-, und Fernsehmeldungen zugestehen sollte.
Zweiter Haken bei der Geschichte: Man kann den Salafisten vorwerfen was man will -  mittelalterliches Weltbild, Zwei Klassen-Gesellschaft für Frauen, Festhalten an der überholten Scharia, Missionierungsversuche, ja, auch eine gewisse Überheblichkeit gegenüber Christentum und Judentum. Allein, geklagt wird vor Gericht, und dort steht dann nach deutschem Recht auch eher nicht die ganze Glaubensgemeinschaft der Salafisten, sondern jeder einzelne Mensch, der sich strafbar gemacht hat.
Und, ehrlich gesagt, Leute, ist das auch gut so, und nicht anders. Pauschale Panik ist nicht erstrebenswert und hilft auch nicht in der Sache.
Liebe Zeitungen, bitte berichtet weiter über das Thema, wenn Salafismus in Deutschland verboten wird. Vorher sehe ich keine Veranlassung, ihnen so viel Gratis-Publicity zukommen zu lassen. Darüber hinaus, wer den Koran mitnimmt, muss nicht zwangsläufig missioniert sein.
Doch selbst das stellt kein wirkliches Problem dar, denn in Deutschland gilt die Freiheit der Religionswahl.


Zweiter Teil meines Blogs: Der, dessen Name nicht genannt werden sollte. Der, der sich durch ein unbeschreibbares Massaker berühmt machen wollte, als Kreuzritter und distinguierter Mensch gesehen werden wollte. Er, der meint, er müsse den Islam bekämpfen und dafür norwegische Kinder töten.
Er, dessen Name nicht genannt werden sollte, seine Strafe muss das kollektive Vergessen sein. Sein Name muss verschwinden und getilgt sein, und nicht im Zusammenhang mit der abscheulichen Tat je wieder erwähnt werden. Alles, was er getan hat, war für die Publicity, um seine Botschaft zu verkünden. Die größte Strafe für ihn ist es, für den Rest seines Lebens als nicht zurechnungsfähiger Psychot in der geschlossenen Psychiartrie zu landen.

Heute steht in meiner Zeitung, dass er nach dem ersten Gutachten, das ihn als geisteskrank auswies, nun im zweiten Gutachten als bei der Tat geistig gesund beschrieben wird. Darüber kann ich nur den Kopf schütteln. Wer Kinder christlichen Glaubens im zweistelligen Bereich erschießt, um den Islam aufzuhalten, wer sich mit Islam-Hetze (u.a. findet man da auch Texte vom Islamophoben Broyder wieder) zu legitimieren versucht, wer tatsächlich glaubt, für so eine Tat militärische Ehren und Anerkennung zu erlangen, ja, zu verdienen, der gehört für den Rest seines Lebens fortgesperrt.
Normalerweise plädiere ich dafür, Menschen eine zweite Chance im Leben zu geben, wenn sie bereit sind, sich diese zu erarbeiten. Aber in diesem speziellen Fall ist mehr als klar, dass der, dessen Name nie wieder ausgesprochen werden sollte, psychisch erheblich erkrankt, schizophren paranoid ist. Er muss zu seinem eigenen Schutz, und vor allem zum Schutz der Gesellschaft isoliert werden. Eine große Plattform, auf der er ähnlich kranke Menschen begeistern darf (die ihm auch schon Fanpost geschickt haben) wie einen öffentlichen Prozess durchzuziehen, hat vor allem für seine geistige Gesundheit, bzw. für die Vertiefung seiner geistigen Schäden und Defizite weitreichende Folgen. Er könnte sich tatsächlich bestätigt sehen, im Recht zu sein.
Nein, Herrschaften, das Beste, was wir für ihn tun können, ist, ihn in der Psychiartrie zu isolieren und alle drei Jahre nachzuschauen, ob er noch immer all den Unsinn glaubt, den er im Internet von Islamophoben gelesen und der ihn zu dieser Tat eines Wahnsinnigen geführt hat.
Bei der Schwere seiner Psychose ist allerdings abzusehen, dass er zu Lebzeiten nicht mehr geistig zurechnungsfähig sein, und das kein norwegisches Gericht seine Freilassung veranlassen wird.
Bei einer rechtskräftigen Verurteilung wegen Mordes sieht, wenn ich richtig informiert bin, das norwegische Gesetz fünfundzwanzig Jahre Haft, bei besonderer Schwere ohne Bewährung als Höchststrafe vor.
Nun stellt Euch mal vor, nach fünfundzwanzig Jahren darf dieser psychisch schwer kranke Mann vollkommen rechtskräftig aus dem Gefängnis spazieren, womöglich begrüßt von Idioten ebenfalls geistig kranken Menschen, die seinen Wahn teilen.
Nein, sage ich. Die beste Entscheidung in seinem Sinne muss es sein, seine paranoide Schizophrenie anzuerkennen und ihn zu seinem eigenen Wohl und dem der Gesellschaft zu isolieren.
Und: Nennt seinen Namen nicht, um Nachahmungstäter nicht zu ermutigen.