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Montag, 17. Dezember 2012

Zu spät, Bekkay.

Also, da war dieser Typ, schwarzer Bart und schwarze Haare, deutsch sprechend, der uns mal per Youtube-Terrorvideo gedroht hat - und das war vor der letzten Bundestagswahl - Deutschland würde es bereuen, wenn es nicht richtig wählt. Tja, gewählt wurde Schwarz/Gelb, was die Vermutung aufkommen lässt, dass Terroristen konservativ-liberal eingestellt sind, denn nach dieser Wahl passierte - nichts. Ich habe damals darüber gebloggt. Der gute Mann hieß Bekkay Harrach, und nach seinen drei Terrorvideos im "Auftrag von Al Quaida" habe ich zumindest nichts mehr von ihm gehört. Wozu auch? Die Bundestagswahl war ja gelaufen.
Und dann war da doch noch diese Rohrbombe im Bahnhof Bonn, die "gezündet hat, aber nicht explodiert ist". Tatverdächtigt: Wahlweise Islamisten oder Salafisten. Dabei berichteten Augenzeugen nur von drei jungen Männern, die die Tasche mit Bombe abgestellt haben...
...sacken lassen.

Tja, nun, was soll ich sagen? In Niedersachsen sind ja im Januar Wahlen, und es sieht bisher so aus, als würde McAllister abgewählt werden. Der kann ein wenig Terrorangst natürlich gut gebrauchen. Und im Herbst wird der Bundestag gewählt. Da zittert die FDP ja jetzt schon um den Einzug. Und wie wir ja wissen, sind Terroristen in Deutschland konservativ und pro-liberal und helfen gerne mal mit ein wenig Terror-Angst, um für die richtige Politik für Deutschland zu sorgen...
Darüber hinaus, und einmal abgesehen von der aufgeflogenen Sauerland-Gruppe und diversen weiteren Kleinkriminellen in Deutschland, die gerne große Terroristen wären: Ihr seid spät dran, liebe Terroristen. Beinahe hätten wir die Terrorwarnung von Bekkay Harrach nicht mehr ernstgenommen. Aber das könnt Ihr uns doch nicht verdenken. Ich meine, vier Jahre Verspätung, da kann die Glaubwürdigkeit schon mal leiden.

Fazit: Islamisten oder Salafisten, die Glaubwürdigkeit deutscher Zeitungen wird in letzter Zeit zu oft zu Gunsten von Schlagzeilen geopfert. Terror-Angst verkauft sich gut, und daher glaube ich an keinen terroristischen Hintergrund mit Religionsbezügen, bevor nicht der erste islamistische Tatverdächtige auf der Anklagebank eines deutschen Gerichts sitzt. Bis dahin sind das für mich Spekulationen zu einem Thema, das vollkommen überbewertet wird, denn den schlimmsten Terror, den Moslems bisher in Deutschland veranstaltet haben, war die Verteilung von Gratis-Exemplaren des Korans durch Salafisten in deutschen Städten. Und das kann man wahrlich nicht als Bedrohung auffassen. (Gut, es gibt Menschen, die fassen es als Bedrohung auf. Aber Idioten gibt es überall.)
Und selbst wenn die drei jungen Männer Salafisten sind und aus religiös-terroristischen Motiven gehandelt haben, sehe ich noch nicht den Grund, auf diesem Aspekt derart herumzureiten. Außer natürlich wegen dem Seltenheitswert, denn für ordentlichen Terror in Deutschland sind Deutsche mit christlich-spätrömischem Hintergrund zuständig.
Ach nee, wartet, da war ja noch was mit der Landshut, dem von palästinensischen Terroristen entführten Lufthansa-Flieger. Allerdings hatte diese Entführung keinen religiösen Hintergrund: die Palästinenser wollten Terroristen der Roten Armee Fraktion freipressen.

Das Ganze erinnert mich frappierend an die Geschichte des Jungen, der immer Wolf ruft. Darum Vorsicht, liebe deutsche Qualitätsmedien. Die Impfung habt Ihr schon ruiniert, also achtet ein wenig auf den kläglichen Rest Eurer Seriosität.
Just my two Cents.

Montag, 16. April 2012

Koran to go - und der, dessen Name nicht mehr genannt werden sollte

Tja, nun isses passiert. Radikale Salafisten verteilen in deutschen Fußgängerzonen den Koran, und schon gibt es harsche Proteste. Gegen Missionierung, und so weiter. Und das, obwohl unser ehemaliger Bundespräsident, der Wulff, in einer Rede festgestellt hatte, das der Islam zu Deutschland gehört.
Kunststück, wenn man bedenkt, wie viele deutsche Bürger im liberalen Deutschland ihr Recht auf Religionsfreiheit ausüben, und als Religion den Islam betreiben.

Leute, kommt mal wieder runter. Lasst die Absichten der Salafisten ruhig radikal-missionarisch sein, aber was sie da verteilen, ist der Koran. Das ist sowas ähnliches wie die Bibel, nur das eben andere Anhänger unseres christlichen Gottes zu Wort kommen, wie ich hier schon festgestellt habe. Nebenbei habe ich auch schon erwähnt, dass die christliche Bibel und der jüdische Talmut bei ihnen als wichtige Bücher gelten.
Bevor man also in Panik verfallen sollte, weil die bösen Salafisten es wagen, gratis den Koran zu verteilen, was ja ganz schlimm ist, weil es Konvertiten geben könnte, sollte man eher ein Augenmerk darauf werfen, ob der Koran modifiziert wurde, um den radikalen Ansichten der Salafisten zu entsprechen. Dann könnte man ihnen vieles vorwerfen. Allein, den Koran umsonst zu verteilen ist nichts, worüber man sich aufregen sollte - oder dem man besondere Publicity in Form von Zeitungs-, und Fernsehmeldungen zugestehen sollte.
Zweiter Haken bei der Geschichte: Man kann den Salafisten vorwerfen was man will -  mittelalterliches Weltbild, Zwei Klassen-Gesellschaft für Frauen, Festhalten an der überholten Scharia, Missionierungsversuche, ja, auch eine gewisse Überheblichkeit gegenüber Christentum und Judentum. Allein, geklagt wird vor Gericht, und dort steht dann nach deutschem Recht auch eher nicht die ganze Glaubensgemeinschaft der Salafisten, sondern jeder einzelne Mensch, der sich strafbar gemacht hat.
Und, ehrlich gesagt, Leute, ist das auch gut so, und nicht anders. Pauschale Panik ist nicht erstrebenswert und hilft auch nicht in der Sache.
Liebe Zeitungen, bitte berichtet weiter über das Thema, wenn Salafismus in Deutschland verboten wird. Vorher sehe ich keine Veranlassung, ihnen so viel Gratis-Publicity zukommen zu lassen. Darüber hinaus, wer den Koran mitnimmt, muss nicht zwangsläufig missioniert sein.
Doch selbst das stellt kein wirkliches Problem dar, denn in Deutschland gilt die Freiheit der Religionswahl.


Zweiter Teil meines Blogs: Der, dessen Name nicht genannt werden sollte. Der, der sich durch ein unbeschreibbares Massaker berühmt machen wollte, als Kreuzritter und distinguierter Mensch gesehen werden wollte. Er, der meint, er müsse den Islam bekämpfen und dafür norwegische Kinder töten.
Er, dessen Name nicht genannt werden sollte, seine Strafe muss das kollektive Vergessen sein. Sein Name muss verschwinden und getilgt sein, und nicht im Zusammenhang mit der abscheulichen Tat je wieder erwähnt werden. Alles, was er getan hat, war für die Publicity, um seine Botschaft zu verkünden. Die größte Strafe für ihn ist es, für den Rest seines Lebens als nicht zurechnungsfähiger Psychot in der geschlossenen Psychiartrie zu landen.

Heute steht in meiner Zeitung, dass er nach dem ersten Gutachten, das ihn als geisteskrank auswies, nun im zweiten Gutachten als bei der Tat geistig gesund beschrieben wird. Darüber kann ich nur den Kopf schütteln. Wer Kinder christlichen Glaubens im zweistelligen Bereich erschießt, um den Islam aufzuhalten, wer sich mit Islam-Hetze (u.a. findet man da auch Texte vom Islamophoben Broyder wieder) zu legitimieren versucht, wer tatsächlich glaubt, für so eine Tat militärische Ehren und Anerkennung zu erlangen, ja, zu verdienen, der gehört für den Rest seines Lebens fortgesperrt.
Normalerweise plädiere ich dafür, Menschen eine zweite Chance im Leben zu geben, wenn sie bereit sind, sich diese zu erarbeiten. Aber in diesem speziellen Fall ist mehr als klar, dass der, dessen Name nie wieder ausgesprochen werden sollte, psychisch erheblich erkrankt, schizophren paranoid ist. Er muss zu seinem eigenen Schutz, und vor allem zum Schutz der Gesellschaft isoliert werden. Eine große Plattform, auf der er ähnlich kranke Menschen begeistern darf (die ihm auch schon Fanpost geschickt haben) wie einen öffentlichen Prozess durchzuziehen, hat vor allem für seine geistige Gesundheit, bzw. für die Vertiefung seiner geistigen Schäden und Defizite weitreichende Folgen. Er könnte sich tatsächlich bestätigt sehen, im Recht zu sein.
Nein, Herrschaften, das Beste, was wir für ihn tun können, ist, ihn in der Psychiartrie zu isolieren und alle drei Jahre nachzuschauen, ob er noch immer all den Unsinn glaubt, den er im Internet von Islamophoben gelesen und der ihn zu dieser Tat eines Wahnsinnigen geführt hat.
Bei der Schwere seiner Psychose ist allerdings abzusehen, dass er zu Lebzeiten nicht mehr geistig zurechnungsfähig sein, und das kein norwegisches Gericht seine Freilassung veranlassen wird.
Bei einer rechtskräftigen Verurteilung wegen Mordes sieht, wenn ich richtig informiert bin, das norwegische Gesetz fünfundzwanzig Jahre Haft, bei besonderer Schwere ohne Bewährung als Höchststrafe vor.
Nun stellt Euch mal vor, nach fünfundzwanzig Jahren darf dieser psychisch schwer kranke Mann vollkommen rechtskräftig aus dem Gefängnis spazieren, womöglich begrüßt von Idioten ebenfalls geistig kranken Menschen, die seinen Wahn teilen.
Nein, sage ich. Die beste Entscheidung in seinem Sinne muss es sein, seine paranoide Schizophrenie anzuerkennen und ihn zu seinem eigenen Wohl und dem der Gesellschaft zu isolieren.
Und: Nennt seinen Namen nicht, um Nachahmungstäter nicht zu ermutigen.