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Donnerstag, 21. Oktober 2010

Tipps an die Bundesregierung III

Diesmal kommt mein neuer Blog etwas früher. Dafür wird er höchstwahrscheinlich auch um einiges kürzer sein als der Post vom Montag. Das Thema ist aber nicht weniger relevant.
Wieder bitte ich meine Leser, zu entschuldigen wenn ich nicht verlinke oder Quellen angebe. Das fließt heute alles so aus mir raus.
Und natürlich geht es um die Bundesregierung.

Selbige ließ neulich ein paar sehr erfreuliche Prognosen verkünden: Rückgang der Arbeitslosigkeit, unerwartete Mehreinnahmen, ein Ende der Wirtschaftskrise, neue Zuwächse beim Export...
UND WAS TUN DIE IN BERLIN? Natürlich wieder nicht sehr konstruktive Dinge wie den Krankenversicherungsanteil für Arbeitgeber einzufrieren, um eventuelle Steigerungen auf den Arbeitnehmer umzuschlagen.
Und über das Dutzende Milliarden schwere Geldgeschenk an die Atomstromindustrie will ich mich heute gar nicht erst aufregen.
Über die Art und Weise, wie sich Angie Übermutter Merkel zum Thema Multikulti stellt, habe ich schon gebloggt und dabei fassungslos den Kopf geschüttelt.
Und den neuesten Angriff ins Leere, aber auf die Herzen und die Hirne von Lesern und Konsumenten, die wieder einmal MEHR KONTROLLE des Internets vorbereiten soll - eine Ministergattin, nennen wir sie Guttenberg, hilft bei der Jagd nach zukünftigen Triebtätern und wird dabei zur Heiligen stilisiert; eindeutig eine Vorbereitung, um das "gefährliche und von Triebtätern durchdrungene Internet" schärfer zu kontrollieren, kann ich nicht mal ironisch lächeln. Dass sich die Frau von Gutti dafür hergibt, nehme ich ihr nicht übel; dass sie aber ihr Gesicht hergibt, um eine von den meisten Fachleuten scharf kritisierte Sendung und die BLÖD zu promoten, zeigt ganz klar, woher der Wind weht. Da schämt man sich ja beinahe, auch AC/DC zu hören. Ich meine, erst musste Zensursula herhalten, jetzt auch noch die Ministergattin. Was wollen sie in Berlin noch alles probieren, um ihre Kontrollen, Sperren und Gesetze durchzukriegen?
Ach ja, dann war da noch die wundervolle Aussage von Angies Regierungssprecher, nachdem eine halbe Million Deutsche in Berlin gegen den neuen Atomkraftkonsens demonstriert haben: "Die schweigende Mehrheit war heute nicht hier." Richtig, soweit. Daraus aber zu schlussfolgern, dass die anderen einundachtzigeinhalb Millionen FÜR Atomstromsubventionen sind, kann ja wieder nur von der CDU kommen.
Alles in allem frage ich mich drei Dinge:
1) Wie lange noch?
2) Warum habt Ihr nicht SPD gewählt?
3) Wie lange noch?

Mir graust wirklich, wirklich, wirklich davor, was diese Bundesregierung noch verbrechen wird. Ich meine, Reiche noch reicher zu machen, und unten den Sozialabbau zu betreiben, war von CDU/FDP nicht anders zu erwarten. ICH habe das kommen gesehen. Ihr etwa nicht?

Aber, meine liebe Bundesregierung, ich will mal nicht so sein, und großzügig über Eure Versäumnisse hinweg sehen, heute zumindest.
Ich würde auch so großherzig sein und Eure Vorzüge loben... Wenn es denn welche gäbe in einer Partei, die ihren womöglich erfolgreichsten Kandidaten für die Nachfolge von Super-Angie auf dem Amt des Bundespräsidenten totgeknebelt hat.
Dennoch, hier kommt mein aktueller Tipp an Euch.
Also, Ihr lieben Minister und auch Du, Frau Bundeskanzlerin, das rät euch der liebe Ace:
Die böse, böse Krise ist vorbei. Der Export brummt. Die Arbeitslosenzahlen gehen zurück. Und selbst die BLÖD war so blöde, uns bessere Zeiten zu versprechen anstatt Existenzängste zu schüren, um ängstlich genug zu sein, die kommenden Kürzungen zu schlucken... Und da sind ja auch noch unerwartete Milliardeneinnahmen gerade durch den wirtschaftlichen Aufschwung.
In so einem Fall, Angie, Guido, Horsti und Gutti, da sorgt man dafür, dass der normale Mensch, also jeder, der nicht reich geboren ist, keine eigene Filiale hat, nicht im Bundestag sitzt oder einen Großkonzern leitet, also eigentlich jeder Mensch mit einem Jahreseinkommen unter zwanzigtausend Euro, eine Lohnerhöhung kriegt. Dann hat er mehr Geld in der Tasche, und das gibt er wieder aus. Das geht in die Wirtschaft und kräftigt den Binnenmarkt. Ist der Binnenmarkt stark, dann hat die Industrie genug Substanz, um weiterhin auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein. Und das bedeutet Aufschwung, mehr Gewinn, mehr Steuergelder und mehr Arbeitsplätze. So macht man wirklich gute, volksnahe Politik und führt ALLE Menschen in den Wohlstand. Und wenn man so gut verdient als Arbeiter und Angestellter, dann hat sich auch der Mindestlohn erledigt, den wir aber leider brauchen, weil es Euch gibt, liebe Bundesregierung. Und im gleichen Atemzug: Es wird auch viiiiel weniger Hartz IV-Empfänger geben, wenn man auf der Arbeit gut verdient, versprochen.
Und wenn ich schon dabei bin: Hartz IV-Empfänger kriegen nicht zu viel Geld, sondern die Aebeiter und Angestellten werden nicht gut genug bezahlt, wenn der Abstand nicht stimmt.
Also, Angie: Mindestlohn einführen, in Forschung, Bildung und Wissenschaft investieren, das ungeheure Potential an Menschen und Fähigkeiten der Migrantenkinder aktivieren, bei Lohntarifverhandlungen die Arbeitnehmerseite stützen, der BLÖD auf die Finger hauen, wenn sie eine amerikanische Finanzkrise für Deutschland herbeiredet, den Hedgefonds-Gangstern die Kandare anlegen, sowie Anreize für Fort- und Umbildung schaffen, damit wir das Fachkräftedefizit mit Leuten bekämpfen können, die wir ohnehin schon im Land haben. Das wäre so in der Kürze alles.

Da aber nicht eines dieser simplen Ziele umgesetzt werden wird, fühle ich mich gerade, als hätte ich eine Grabrede geschrieben. ^^°°°
Aber ich erwarte ja auch eigentlich nichts. Nicht von der Bundesregierung.

Montag, 1. März 2010

Diesmal geht es endlich wieder ums schreiben...

Aber nicht darum wie ich schreibe, sondern wie andere ihre Arbeiten verbessern können.
Der folgende Text wurde von mir zuerst auf Animexx.info geschrieben und veröffentlicht, aber ich finde ihn so lehrreich, dass ich ihn hier in meinem Blog erneut bringe.
Und ihn einfach mal so stehen lasse. Ich hoffe, damit dem einen oder anderen etwas Hilfestellung geben zu können.

Weil ich meine Finger nicht still halten kann, und weil ich gerade wieder auf typische Probleme gestoßen bin, hier ein paar Schnelltipps, die immer gültig sind.


Meine Tipps zur Verbesserung von Stil, Sprache und Grammatik bei Nachwuchsautoren:

1) Als Anfänger sollte man stets kurze Sätze schreiben. Und mit kurz meine ich MAXIMAL zwei Zeilen. Schachtelsätze über vier, fünf, neun Zeilen sind ein absolutes No Go.

2) Bei der wörtlichen Rede gilt dies: Folgt auf die wörtliche Rede ein Nebensatz, wird er mit einem Komma hinter den Anführungsstrichen abgetrennt. Nicht davor, und weggelassen werden darf er auch nicht. Punkt wird dann nicht gesetzt. Fragezeichen und Ausrufungszeichen hingegen schon.
Punkt setzt man nur, wenn der Satz mit der wörtlichen Rede endet.

3) VIELE hoffnungsvolle Jung-Autoren stehen auf dem Kriegsfuß mit Verben, Adjektiven und Substantiven. Oder, um die Unterscheidung zu erleichtern, Tu-Wörter, Wie-Wörter und Hauptwörter.
Der generelle Unterschied zwischen ihnen ist: Tu-Wörter und Wie-Wörter werden klein, Hauptwörter aber groß geschrieben.
Tu- und Wie-Wörter erklären sich eigentlich selbst, aber sicherheitshalber erwähne ich es noch mal: Unter Tu-Wörtern, also Verben, die klein geschrieben werden, versteht man alle Wörter, die in den Bereich der Tätigkeiten fallen. Also: gehen, laufen, schreiten, machen, lernen, denken, glauben.
All diese Wörter haben gemein, das man sie tut. Aber vorsicht, wenn man den Begriff an sich meint, als das Gehen, das Laufen, den Glauben, dann handelt es sich um Hauptwörter, und sie werden groß geschrieben. Ein wichtiges Hilfsmittel ist hier der Artikel. Wörter, den man einen Artikel geben kann, sind also Hauptwörter und werden groß geschrieben.
Das gleiche gilt für Wie-Wörter, als da wären: WIE ist eine Sache? Gelb, schön, traurig, witzig, laut, schnell, spannend, genial (ich also ^^V). Diese Wörter werden klein geschrieben. Insofern sind Wie-Wörter, also Adjektive, etwas leichter als Tu-Wörter, weil man aus ihnen nicht so ohne weiteres Hauptwörter machen kann. Das geht bei Farben ganz gut: Das Gelb, das Blau, das Grün. Aber nicht hier: Die Schöne, die Trauer, der Witz.
Auch hier gilt wieder: Kann man einen Artikel vorstellen, ist es höchstwahrscheinlich ein Hauptwort, und wird groß geschrieben.
Wobei ich hier eine Einschränkung habe: Das gilt nur für den Fall, dass der Artikel auch davor passt, und NICHT mit Gewalt vorgesetzt wurde, wie ich traurigerweise schon erleben musste.

4) Formulierungen sind SEHR WICHTIG. Oder anders ausgedrückt, der Lesefluss ist es. Man kann in einem Text noch so ambitioniert sein, noch so gute Ideen haben, wenn man den Leser nicht bei der Stange hält, nützen auch die fünfzig Einselfer-Quietschkommis aus dem eigenen Zirkel nichts. Deshalb rate ich immer wieder: Ihr habt einen Satz geschrieben und die von mir vorgestellten Regeln beachtet, aber irgendwie ist noch was falsch? Lest ihn laut. Ein Satz, der gut klingt ist normalerweise auch gut geschrieben. Eine sehr sichere und einfache Methode zum besseren Schreiben.
Wenn Ihr hier und da dennoch unsicher seid, FRAGT MICH!

5) Auch diesen Tipp erwähne ich immer wieder: Lest viel!
Und zwar nicht unbedingt die vor Fehlern strotzenden Geschichten Eurer Lieblingsfanautoren, die Euch immer so tolle Bewertungen geben, sondern lektorierte Bücher, in denen das Deutsch steht, das Ihr lernen wollt. Meinetwegen lest die Texte von Leuten auf Fansites, aber nur von denen, die es können. Nur so lernt man dazu. Wer vor Fehlern überquellende Texte liest, lernt die Fehler.

6) Don't like it, don't read it gibt es nicht.
Alle Autoren, egal wie alt und egal wie hoffnungsvoll oder wie groß ihre Klientel auch sein mögen, stellen sich der Kritik, sobald eine Geschichte frei veröffentlicht wurde. Jeder hoffnungsvolle Jung-Autor, der eigentlich nur Quietschkommis hören will, muss das wissen, das nun Hinz und Kunz vorbei kommen können, um zu kommentieren. Und wenn es mehr als ein "Ist das Scheiße" ist, sondern ernsthafte Tipps zur Verbesserung, dann sollte man nicht mit "Don't like it, don't read it" antworten.

7)Das Eingemachte.
a) Wie schreibe ich eine gute Geschichte?
Zuallererst sollte man sich über eines klar sein: Was will ich schreiben, und wie lang soll es werden? Natürlich kennen wir das alle: Wir fangen mit einer Kurzgeschichte an, und bevor wir uns versehen, sind es zwanzig Seiten geworden, ohne das ein Ende abzusehen ist. Das ist legitim. Was aber wenn wir uns am Zügel reißen? Dann ist es nicht verkehrt, den Plot zu kennen, bzw. niedergeschrieben zu haben.
b) Wenn man weiß, das die Geschichte länger werden soll, hat es sich bewährt, entweder eine kurze Biographie zu jeder wichtigen Person zu schreiben, die Dinge wie Alter, Aussehen, Reaktionen und das Umfeld berücksichtigen (Nadia ist eine Waise. Sie ist dreizehn Jahre und sucht mit ihrem Jugendfreund Sam nach ihrer Vergangenheit. Sie ist fröhlich, weltoffen, etwas naiv, aber das macht nichts weil sie den schwarzen Gürtel in Judo hat. Sie hat blaue Augen, braune Haut, schwarze Haare, ein schmales Gesicht mit dezenter Nase und Segelohren. Sie ist eigentlich recht hübsch.).
c) Bei bestimmten Geschichten lohnt es sich, auch Exposés zu Orten zu verfassen, zu Technologie, zur Vorgeschichte der eigenen Story. Je größer sie werden soll, desto ausführlicher ist sie auch auszuarbeiten.
d) Geschichten schreiben ist wie ein Rollenspiel spielen. Hier gilt die Gesagt, getan-Regel. Alles was man nicht in die Geschichte schreibt ist folglich nie passiert, egal wie oft man hinterher drauf hinweist. Deshalb ist die Planung der Handlung ebenso essentiell wie eine gute Nachbearbeitung. Man liest grundsätzlich seine eigene Geschichte noch einmal durch, wenn sie fertig ist, und korrigiert seine Fehler und Unterlassungen.
e) Eine gute Geschichte muss den Leser beim ersten Satz fesseln und "bei der Stange halten". Es schadet also nichts, am perfekten Eröffnungssatz zu feilen. Bedenkt dabei aber IMMER, er muss auch zum folgenden Text passen. Schreibt also keinen Splatteranfang, wenn es eigentlich um eine Selbstfindungsstory geht.

8) Noch ein Tipp für Fortgeschrittene: Ihr habt einen Text geschrieben? Ihr seid stolz auf Euch? Wollt Ihr dennoch was Neues lernen? Okay, dann nehmt einen beliebigen Text von Euch und dreht die Sätze um. D.h. nehmt einen Satz und stellt den komplett um. Allerdings sollte er später noch einen Sinn ergeben. Genauso wie der Text. Das hat was von: Dinge aus einer neuen Perspektive sehen. Und es macht Spaß.

9) Noch mal kurz zum Thema Self Insert: Es ist absolut legitim, sich selbst in seine eigenen Stories zu seinen Lieblingsserien rein zu schreiben. Und in den eigenen Stories darf man auch tun und lassen WAS IMMER MAN WILL.
Aber bedenkt eines: Je mehr Ihr übertreibt, je mehr die Kanon-Charaktere, die Ihr für Eure Story benötigt, gegen ihr Verhalten in der Serie/den Romanen/den Mangas/den Animes handelt, desto uninteressanter ist die Story für potentielle Neuleser. Ein guter Self Insert geht einfach in der Haupthandlung auf. Alles andere provoziert Kritik und hat zudem mit der Originalserie nichts mehr zu tun. Außer ein paar Namen, vielleicht.