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Montag, 19. August 2013

Nun hat sie halbherzig den Mindestlohn weggenommen.

"Was für eine Kanzlerin", schrieb die Springer-Lobeshymnenpresse vor einiger Zeit. "Wie sie Rot-Grün ein Thema nach dem anderen wegnimmt."
Was die Claqueure vom liberal-neokapitalistischen Rand so zu Freudentränen reizte, war nichts weiter als das übliche Geeiere der Frau, die ich auch gerne mal Muberkel nenne: Ob dies der Ausstieg aus dem Ausstieg des Ausstiegs in der Atomkraft ist, die EEG-Umlage, bezahlbarer Strom, sobald Frau Kanzlerin einknickt und ein Thema anspricht, das Rot-Grün schon ewig behandelt und fordert, dann hat sie es "weggenommen" und sich zu eigen gemacht. Es ist mir schleierhaft, wie jemand eine solche Sicht der Dinge haben kann.

Nun hat sie bei einem Wahlkampfauftritt in Cloppenburg wieder ein Rot-Grünes Thema zu ihrem gemacht: Sie fordert Mindestlohn. Die BLÖD-Schlagzeile dazu kann ich mir schon richtig vorstellen.
Haken bei der Geschichte ist: Frau Kanzlerin verfolgt das Thema so schon lange. Letzten Herbst etwa forderte sie schon ihren Koalitionspartner (die FDP, nicht den größenwahnsinnigen bayrischen CDU-Landesverband) auf, sich nicht länger gegen den Mindestlohn zu sperren.
Ich meine, es geht ja auch auf keine Kuhhaut, dass es Unternehmen gibt, die funktionieren dürfen, wenn ihre Arbeiter und Angestellten einen Großteil ihres Einkommens vom Staat erhalten, aber vierzig Stunden die Woche arbeiten müssen - nur um damit Firmen kaputt zu machen, die ihre Arbeiter und Angestellten angemessen entlohnen.
Aber hat Muberkel diesen Teil des Themas für sich entdeckt? Halbherzig, möchte ich sagen, denn natürlich will sie keinen flächendeckenden Mindestlohn wie die SPD, die acht Euro fünfzig für das Niedrigste der Gefühle hält (und der in fast allen europäischen Ländern sehr gut funktioniert), als absolute Untergrenze, sondern sie bevorzugt ein System auf Basis der Aushandlungen der Tarif-Partner. Und das ist das Gleiche wie KEIN Mindestlohn. In einer Zeit, in der Schein-Gewerkschaften Billigsttarife aushandeln, damit diese für eine ganze ausgebeutete Branche gelten (und gegen deren Löhne sind acht fünfzig ein richtig feuchter Traum), kann nur eine gesetzliche bundesweite Regelung überhaupt Rechtssicherheit schaffen, geschweige denn dabei helfen, dass ein Mensch von nur einem Vollzeitjob tatsächlich auch leben kann. Aber das ist nicht Muberkels Interesse. Sie braucht vor der Wahl nur die Claqueure, die sie bejubeln und lauthals ihre Begeisterung rausschreien, weil sie sich wieder ein heikles Thema zu eigen gemacht hat. Aber in Wirklichkeit hat sie gar nichts getan. Wie schon das ganze vergangene Jahr nicht.
Und seien wir doch mal ehrlich, das gilt nicht nur für das Thema Mindestlohn.

Ach, und wenn ich gerade dabei bin: Am Wochenende hatte ich eine Unterhaltung mit einem Freund. Er und seine Frau erzählten mir, dass sie die "Herdprämie" beantragen wollten, das viel geschmähte Elterngeld, mit dem die Koalition so auf die Schnauze geflogen ist. Das könnte eventuell daran liegen, dass das Formular für den Antrag stolze zwanzig Seiten hat und, so der Originalton meines Bekannten, "was die alles wissen wollen, geht ja auf keine Kuhhaut".
Klingt ein wenig so, als sollte sichergestellt werden, dass der Kreis der Nutznießer eingeschränkt werden sollte, indem die Formulare kompliziert gehalten werden. Klingt so, als wäre das nach hinten losgegangen, weil so gut wie niemand den Nerv hat, sich durch zwanzig Seiten Formulare zu wälzen. Und da sind die abgewiesenen Anträge noch nicht einmal mit drin.

Wisst Ihr, was das Traurige bei der Geschichte ist? Im Herbst wird Schwarz-Gelb bestätigt werden. Und das tut schon ein wenig weh.

Freitag, 7. Juni 2013

Kommentierblockade im Juni.

Ja, es ist wahr. Letzte Woche Dienstag habe ich das letzte Mal etwas gebloggt. Seitdem - nichts.
Dabei gäbe es so viel zu kommentieren.

Zum Hochwasser zum Beispiel, das gerade unter anderem Passau fest im Griff hat. Wie hatte Eddy Stoiber doch damals getönt? Die errichteten Deiche seien eine Jahrtausendlösung, oder so.
Heute wissen wir: Deiche sind nicht die Lösung. Leute, habt Ihr wirklich geglaubt, es könnte keine höhere Flut als 2002 geben? Die einzige Lösung sind Überschwemmungsflächen. Und selbst wenn diese angelegt sind, ist das immer noch keine Garantie, dass es nicht zu Überschwemmungen und Deichbrüchen kommen wird. Wer am Fluss lebt, lebt mit dem Fluss.
Einerseits, Herrschaften, bewundere ich das große Engagement der Bundeswehr, unserer Feuerwehr und der vielen freiwilligen Helfer im Katastrophengebiet, die zeigen, wie eng unsere sozialen Verpflichtungen gewebt sind. Andererseits aber kann ich nur den Kopf schütteln, wenn sich ein Flutopfer darüber erstaunt zeigt, dass der Fluss es wirklich gewagt hat, bis zu ihm ins Haus zu kommen...
Konzepte müssen her, die auf die jetzige Fluthöhe noch mal 'nen Meter drauflegen. Und ich plädiere nachdrücklich für Überschwemmungsflächen. Überflutete Industrieparks sind eine zweischneidige Geschichte und helfen nur der illegalen Verklappung giftiger Substanzen.
Ja, ich weiß, schlau reden kann ich viel, wenn ich nicht betroffen bin. Allerdings bin ich auch nicht die Kanzlerin, die demonstrativ betont, dass es ihr bei ihrem Besuch um Passau um "die Menschen" geht, nicht um Wahlkampf, und dazu dabei zuschaut, wie eine Kompanie Bundeswehrsoldaten Schaulaufen mit Schaufeln macht und die Feuerwehr eine Straße spült - was natürlich NICHT zu Wahlkampfzwecken inszeniert wurde. Zumindest nicht von Muberkel. Oder ihrem Büro. Oder ihren Kollegen der örtlichen CSU-Regierung. Oder sonst irgendjemandem mit einem schwarzen Parteibuch. Nein, unsere Kanzlerin wäscht da ihre Hände in Unschuld. Darf sie auch. Diesmal. Vielleicht.
Aber auch hier gilt: Das ist  meine Meinung, die Ihr nicht teilen müsst.

Oder ich könnte mich erstmals zu Syrien zu Wort melden. Ich meine, da sagt das französische Außenministerium, das Assad-Regime hätte Sarin eingesetzt und eine Grenze wäre damit überschritten. Dabei ging doch erst vor kurzem die Meldung durch die Medien, die Rebellen hätten Chemiewaffen eingesetzt. Gegen Regierungstruppen. Da war die Grenze noch nicht überschritten. o_O
Nun, dass der britische Verteidigungsminister seinem französischen Kollegen zur Seite springt, ist nicht verwunderlich. Dass die UN aber eindeutig dementiert, ist schon erstaunlich und nimmt der Tricolore-Attacke viel vom Wind. Ein Schelm, der Parallelen zur Giftgasrede Powells 2001 vor der Attacke auf den Irak zieht.
Meine ehrliche Meinung: Freiheitswillen in allen Ehren, aber die derzeitige Widerstandsbewegung wird Syrien selbst nach einem Sieg nur ins Chaos stürzen. Zu uneins, zu vielfältig ist sie aufgestellt. Ohne eine große nationale Einigung scheidet die Opposition als Verhandlungspartner der EU, der NATO und der USA aus. Da aber nicht nur Assad die Hisbollah einsetzt, sondern auf Rebellen-Seite tatsächlich auch diverse radikale ausländische Gruppen mitkämpfen, die ihre eigenen Wünsche und Ziele haben, wird das nie funktionieren. Nie.
Ich sehe es schon kommen, dass es auf eine Teilung Syriens in zwei Einzelstaaten hinauslaufen wird. Letztendlich HAT Assad die Unterstützung seiner Bevölkerungsgruppe. Das kann nicht weggeredet werden. Und das sollte es besser auch nicht, wenn wir da unten keinen zweiten Libanon sehen wollen.

Was gibt es noch? Ach ja, letzten Sonntag lag der Kehrwieder am Sonntag, einer kreisweiten Gratiszeitung, ein Flyer bei, mit dem die Kaufleute der Gronauer Innenstadt versuchten, den Bau des neuen Gewerbezentrums mit Supermarkt, Bowlingbahn und China-Restaurant (unter anderem) am Westrand von Gronau in letzter Sekunde über den Rat zu verhindern. Einige der Argumente waren so hanebüchen, das mir die Ohren schlackern. Hätte ich keine Schreibblockade, hätte ich mich jetzt auf den Punkt gestürzt, der den Jugendschutz beinhaltet. Weil, es soll ja Glücksspiel auf der Bowlingbahn geben und man müsse doch die Jugend schützen. Denkt denn niemand an die Kinder?
Tja, was soll ich sagen? Dann muss wohl auch die Spielothek am Marktplatz, die da seit vierzig Jahren steht, geschlossen werden... Alle Glücksspielautomaten in den Kneipen abgebaut werden. Die Lottostelle zugemacht werden. (Eine, die bei Peter Schreibwaren, hat ja schon dichtgemacht. Was läuft da, liebe Gronauer Kaufleute?) Und wenn wir dabei sind, sollten wir auch gleich noch vor jedes Lokal einen Polizisten stellen, der verhindert, dass Jugendliche Bier und Schnaps konsumieren. Tun wir auch gleich was gegen die Arbeitslosigkeit.
Liebe Zukunft-Gronau, bitte nicht. Und nicht um jeden Preis. Jede Halbwahrheit und jeder polemische Ansatz fällt auf Euch zurück und schadet Euch mehr, als dass er nutzt.
Und das ist nur EIN Punkt, den ich zerpflückt habe...

Tja, hätte ich nur diese verdammte Schreibblockade nicht, dann hätte ich nicht drei Themen in einem Post behandelt, sondern drei Posts gehabt. Mist ist das. ^^°°°
Aber keine Sorge, heute ist nicht aller Tage, ich komme wieder, keine Frage.
...liebe BLÖD, rücke ich damit auch ins rechte Spektrum, weil ich auch Paulchen Panther zitiert habe?



Donnerstag, 21. Oktober 2010

Tipps an die Bundesregierung III

Diesmal kommt mein neuer Blog etwas früher. Dafür wird er höchstwahrscheinlich auch um einiges kürzer sein als der Post vom Montag. Das Thema ist aber nicht weniger relevant.
Wieder bitte ich meine Leser, zu entschuldigen wenn ich nicht verlinke oder Quellen angebe. Das fließt heute alles so aus mir raus.
Und natürlich geht es um die Bundesregierung.

Selbige ließ neulich ein paar sehr erfreuliche Prognosen verkünden: Rückgang der Arbeitslosigkeit, unerwartete Mehreinnahmen, ein Ende der Wirtschaftskrise, neue Zuwächse beim Export...
UND WAS TUN DIE IN BERLIN? Natürlich wieder nicht sehr konstruktive Dinge wie den Krankenversicherungsanteil für Arbeitgeber einzufrieren, um eventuelle Steigerungen auf den Arbeitnehmer umzuschlagen.
Und über das Dutzende Milliarden schwere Geldgeschenk an die Atomstromindustrie will ich mich heute gar nicht erst aufregen.
Über die Art und Weise, wie sich Angie Übermutter Merkel zum Thema Multikulti stellt, habe ich schon gebloggt und dabei fassungslos den Kopf geschüttelt.
Und den neuesten Angriff ins Leere, aber auf die Herzen und die Hirne von Lesern und Konsumenten, die wieder einmal MEHR KONTROLLE des Internets vorbereiten soll - eine Ministergattin, nennen wir sie Guttenberg, hilft bei der Jagd nach zukünftigen Triebtätern und wird dabei zur Heiligen stilisiert; eindeutig eine Vorbereitung, um das "gefährliche und von Triebtätern durchdrungene Internet" schärfer zu kontrollieren, kann ich nicht mal ironisch lächeln. Dass sich die Frau von Gutti dafür hergibt, nehme ich ihr nicht übel; dass sie aber ihr Gesicht hergibt, um eine von den meisten Fachleuten scharf kritisierte Sendung und die BLÖD zu promoten, zeigt ganz klar, woher der Wind weht. Da schämt man sich ja beinahe, auch AC/DC zu hören. Ich meine, erst musste Zensursula herhalten, jetzt auch noch die Ministergattin. Was wollen sie in Berlin noch alles probieren, um ihre Kontrollen, Sperren und Gesetze durchzukriegen?
Ach ja, dann war da noch die wundervolle Aussage von Angies Regierungssprecher, nachdem eine halbe Million Deutsche in Berlin gegen den neuen Atomkraftkonsens demonstriert haben: "Die schweigende Mehrheit war heute nicht hier." Richtig, soweit. Daraus aber zu schlussfolgern, dass die anderen einundachtzigeinhalb Millionen FÜR Atomstromsubventionen sind, kann ja wieder nur von der CDU kommen.
Alles in allem frage ich mich drei Dinge:
1) Wie lange noch?
2) Warum habt Ihr nicht SPD gewählt?
3) Wie lange noch?

Mir graust wirklich, wirklich, wirklich davor, was diese Bundesregierung noch verbrechen wird. Ich meine, Reiche noch reicher zu machen, und unten den Sozialabbau zu betreiben, war von CDU/FDP nicht anders zu erwarten. ICH habe das kommen gesehen. Ihr etwa nicht?

Aber, meine liebe Bundesregierung, ich will mal nicht so sein, und großzügig über Eure Versäumnisse hinweg sehen, heute zumindest.
Ich würde auch so großherzig sein und Eure Vorzüge loben... Wenn es denn welche gäbe in einer Partei, die ihren womöglich erfolgreichsten Kandidaten für die Nachfolge von Super-Angie auf dem Amt des Bundespräsidenten totgeknebelt hat.
Dennoch, hier kommt mein aktueller Tipp an Euch.
Also, Ihr lieben Minister und auch Du, Frau Bundeskanzlerin, das rät euch der liebe Ace:
Die böse, böse Krise ist vorbei. Der Export brummt. Die Arbeitslosenzahlen gehen zurück. Und selbst die BLÖD war so blöde, uns bessere Zeiten zu versprechen anstatt Existenzängste zu schüren, um ängstlich genug zu sein, die kommenden Kürzungen zu schlucken... Und da sind ja auch noch unerwartete Milliardeneinnahmen gerade durch den wirtschaftlichen Aufschwung.
In so einem Fall, Angie, Guido, Horsti und Gutti, da sorgt man dafür, dass der normale Mensch, also jeder, der nicht reich geboren ist, keine eigene Filiale hat, nicht im Bundestag sitzt oder einen Großkonzern leitet, also eigentlich jeder Mensch mit einem Jahreseinkommen unter zwanzigtausend Euro, eine Lohnerhöhung kriegt. Dann hat er mehr Geld in der Tasche, und das gibt er wieder aus. Das geht in die Wirtschaft und kräftigt den Binnenmarkt. Ist der Binnenmarkt stark, dann hat die Industrie genug Substanz, um weiterhin auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein. Und das bedeutet Aufschwung, mehr Gewinn, mehr Steuergelder und mehr Arbeitsplätze. So macht man wirklich gute, volksnahe Politik und führt ALLE Menschen in den Wohlstand. Und wenn man so gut verdient als Arbeiter und Angestellter, dann hat sich auch der Mindestlohn erledigt, den wir aber leider brauchen, weil es Euch gibt, liebe Bundesregierung. Und im gleichen Atemzug: Es wird auch viiiiel weniger Hartz IV-Empfänger geben, wenn man auf der Arbeit gut verdient, versprochen.
Und wenn ich schon dabei bin: Hartz IV-Empfänger kriegen nicht zu viel Geld, sondern die Aebeiter und Angestellten werden nicht gut genug bezahlt, wenn der Abstand nicht stimmt.
Also, Angie: Mindestlohn einführen, in Forschung, Bildung und Wissenschaft investieren, das ungeheure Potential an Menschen und Fähigkeiten der Migrantenkinder aktivieren, bei Lohntarifverhandlungen die Arbeitnehmerseite stützen, der BLÖD auf die Finger hauen, wenn sie eine amerikanische Finanzkrise für Deutschland herbeiredet, den Hedgefonds-Gangstern die Kandare anlegen, sowie Anreize für Fort- und Umbildung schaffen, damit wir das Fachkräftedefizit mit Leuten bekämpfen können, die wir ohnehin schon im Land haben. Das wäre so in der Kürze alles.

Da aber nicht eines dieser simplen Ziele umgesetzt werden wird, fühle ich mich gerade, als hätte ich eine Grabrede geschrieben. ^^°°°
Aber ich erwarte ja auch eigentlich nichts. Nicht von der Bundesregierung.

Freitag, 20. November 2009

Heult doch!

Manchmal hat man solche Phasen, da muss man sich das eine oder andere einfach von der Seele reden. Einige benötigen dafür Urschreitherapie, andere die beste Freundin und ein Paket Taschentücher, wieder andere bevorzugen die Kneipentour mit "den Jungs" und ein wenig Melancholie, um das los zu werden, was auf ihnen lastet.
Ich habe einen eigenen Blog für so etwas. Und das ist sehr praktisch.

Heute möchte ich gleich mehrere Themen anschneiden. Nämlich Neo-Nazis, Anti-Lobbyisten, Kreationisten, und wer mir sonst noch so einfällt, die ihre Meinungen in die Welt posaunen und daran verzweifeln, dass sie nichts zurück kriegen - außer von denen, die ohnehin schon auf ihrer Schiene sind.

Wir fangen mit den Neo-Nazis an, die merkwürdigerweise ausgerechnet in den Bundesländern sehr stark sind, die man früher einmal mit "DDR" umschrieben hat. Ironischerweise ist dort die Linke aber auch sehr stark, doch das soll hier nicht Thema werden.
Ich beginne mit einem Blog, nämlich dem heutigen Eintrag von Bildblog.de. Dort, in der Kathegorie "6 vor 9", führt ein Link zum Blog Störungsmelder, in dem einer der Autoren, namentlich Nico Unkelbach, über die Neo-Nazi-Szene referiert, die Twitter für ihre Propaganda einspannt. Ein sehr lohnenswerter Artikel, wie ich finde. Aber die Aufmerksamkeit möchte ich auf den Kommentator Nummer fünf lenken, Meier mit Namen.
Besagter Meier klagt an: "Ja und warum werden die leute von der npd nicht eingeladen? [...] Wenn die argumente der anderen so schlagend sind, dann bitte eine live-sendung mit udo voigt, gegen leute von anderen parteien, und das dann ohne zensur! Dann wird sich ja zzeigen was ist, der bürger entscheidet."
Die Tippfehler und die schlechte Formulierung stammen übrigens von Meier, nicht von mir.
Nun, mein lieber Meier: Du hast Recht, so etwas sollte man wieder mal machen. Es passiert nämlich alle Naselang, und jedes Mal kriegen die Polit-Schergen dern NPD, DVU und REPs einen auf die Nase. Dann versuchen sie sich hinter ihrem "Argumente-Bollwerk" zu verstecken. Und ich rede nicht von rhetorischen Siegen, immerhin werden diese Leute entsprechend geschult, nein, ich rede von Siegen nach Fakten.
Also, Herr Meier, heul doch! Und hoffentlich geht Dein Wunsch in Erfüllung. Ich würde mich gerne mal wieder etwas aufregen und etwas amüsieren.

Kommen wir zu Punkt Nummer zwei: Anti-Lobbyisten.
Was ist nun das besondere an Anti-Lobbyisten, das mich dazu bringt, sie in meinem Blog zu erwähnen? Hm, dass es von ihnen zwei Sorten gibt. Einmal haben wir da die Fachleute, z.B. Journalisten, Fachautoren und Mitarbeiter von Greenpeace, die das Fachwissen haben und sich nicht davor zurückschrecken, beispielsweise die deutsche Stromwirtschaft dafür anzuklagen, dass sie in Deutschland ein illegales Kartell errichtet haben, um unsereins zwanzig Prozent mehr für den Strom aus der Tasche zu ziehen als selbst unserem teuersten Nachbarn...
Und dann gibt es jene Lobbyisten, die an den Tag treten, wenn eine rosa Wundersalbe gegen Neurodermitis und Schuppenflechte "von der Pharma-Industrie nicht vermarktet wird, weil sie eigene Produkte vom Markt verdrängen würde, da sie zu billig in der Produktion ist und - noch schlimmer - die Patienten heilen würde. Aber die Pharma-Industrie macht sich ja den eigenen Absatzmarkt nicht kaputt." Ironischerweise rutschte besagte Wundersalbe vom "Wunderheilmittel" zum "Therapieunterstützer" ab, aber das nur am Rande.
Was unterscheidet diese beiden Prototypen des Anti-Lobbyisten?
Nun, Version eins genießt meinen Respekt und meine Achtung, weil er recherchiert, Fachwissen besitzt, bis zu einem gewissen Maße selbstlos agiert und für das Gemeinwohl arbeitet.
Version zwei hingegen kommt direkt vom Stammtisch, ist erklärter Nichtwähler, weil "die ja ohnehin alle in die eigene Tasche arbeiten", stützt sich auf ungeprüfte Fakten, solange es nur gegen "die da oben" geht, und hat "natürlich schon immer gewusst, dass es nur ums große Geld geht".
Lieber Stammtisch-Anti-Lobbyist: Heul doch! Vor einiger Zeit übernahm ich ungeprüft Fakten und fand mich darin wieder, dass ich Herrn Sarrazin Dinge vorwarf, die er so gar nicht gesagt hat. Nach einer Prüfung der Fakten kam ich aber zum Schluss, dass der von der BLÖD gepuschte Bericht so nicht stimmte, und der alte Herr weder Rassist noch Idiot ist. Ich habe mich daraufhin entschuldigt, mir aber noch Spielraum gelassen. Will sagen: Ich habe recherchiert, und dieser Fehler passiert mir gewiss kein zweites Mal. Der Stammtisch-Anti-Lobbyist hingegen weiß natürlich, das die Meinung, die ihm vorgekaut wurde, die einzig richtige ist, dass die BILD eigentlich ja die BILDung ist und das alle anderen Recht haben. Und überhaupt, wozu Fakten, wenn die Welt so einfach erklärt ist?
Nicht mit mir, Leute. Und nicht in diesem Ton.

Kommen wir zu den Kreationisten, kommen wir zum eigentlichen Spaß an der Sache. Die benutzen das neue Medium Internet nämlich auch sehr, sehr gerne, und jedesmal wenn ich auf eine ihrer Seiten stoße, schlage ich mir die Hand vor den Kopf. Dann erkenne ich immer wieder, warum ich auf sie negativ reagiere... Und warum ihre Seiten UNBEDINGT online bleiben müssen, denn nicht einmal ihre Gegner können ihnen schneller Zurechnungsfähigkeit, Sachlichkeit und Faktentreue absprechen als ihre eigenen Artikel!
Zum Beispiel diese Seite, die eine direkte Verbindung zwischen Star Wars, dem teuflischen Buddhismus, Hitler und schließlich sogar Satan zieht.
Eigentlich hätte ich herzhaft lachen sollen, aber irgendwie wollte es mir nicht gelingen.
Da behauptet der Autor dieser Seite ernsthaft, dass Star Wars ein Satanskult ist. Meinetwegen. Es ist nicht das erste Mal, das jemand Fiktion nicht von Realität unterscheiden kann. Und das ist sicher nicht mein Problem. Aber der perfide Weg, wie er es beschreibt, stößt mir sauer auf.
Er [der Pageschreiber] beginnt damit, dass er darauf hinweist, dass Lucas erwähnt, die Philosophie der Jedis würde teilweise auf dem Buddhismus ruhen. Buddhismus ist ihm schon mal GANZ verdächtig, und ohne Umschweife bringt er diese Religion mit Satanismus in Verbindung. Doch jetzt kommt es erst dicke: Die Swastika, ein in Fernost weit verbreitetes Symbol für Glück, Wohlstand und Zufriedenheit, wurde einst von Adolf Hitler als Symbol für seine Nazi-Partei verwendet. Genauer gesagt hat Hitler das indische Sonnenrad für seine Propagandazwecke missbraucht und dem Glückssymbol in Deutschland und der westlichen Welt nachhaltig ein negatives Label verpasst, das es überhaupt nicht verdient hat. Aber es kommt noch kurioser. Allgemein bekannt ist, dass Hitler einen gewissen Hang zum Mystizismus hatte. Bei unserem Freund jedoch wird daraus gleich Satanismus.
Also: Star Wars=Buddhismus=Swastika=Hitler=Satan=Star Wars. Alles klar soweit?
Lieber Harry Walther: Heul doch! Eine an fadenscheinigeren Argumenten aufgezogene Assoziationskette - ach nee, Du bestehst ja sicher darauf, es seien Beweise - habe ich schon ewig lange nicht mehr gelesen. Da kommen selbst die Nazis nicht mit. Sorry, Jungs.
Star Wars=Nazis=Satanismus? Eher nicht. Kreationismus=Leuteverdummung=Müll trifft es da schon eher.

So, ein Punkt noch, dann habe ich mir wieder ordentlich Crap von der Seele geschrieben. Tja, wer einen Blog hat, braucht für kleinere Probleme keinen Seelenklempner, wie schön.
An dieser Stelle möchte ich mal eine Lanze brechen... Für meine gute Freundin Miyu-Moon, die eifrig in meinem Blog kommentiert und nahezu alle meine Arbeiten, die im Netz verfügbar sind, gelesen hat. Besagte junge Dame ist mittlerweile eine handwerklich und stiltechnisch sichere Hobby-Autorin, und hat anderen Amateuren ganz schön was zu sagen. Und sie tut es auch. Eines ihrer Hobbys ist es, wenn sie die Zeit und die Muße hat, auf Seiten wie Animexx.de Geschichten zu ihren Lieblingsthemen zu lesen und zu bewerten. Dabei kommt es auch mal vor, dass sie auf Geschichten trifft, die grammatikalisch falsch sind, Plotfehler haben, ihre Handlungsträger Out of Character beschreiben und zudem für sich in Anspruch nehmen, unfehlbar zu sein. Ihr Lieblingskommentar auf Miyu-Moons ernsthafte Verbesserungsvorschläge ist, falls sie nicht gleich alle ihre eifrig kommentierenden Einselfer-Freunde für eine Mail-Kampagne gegen Miyu aufrufen, ist: Don´t like it, don´t read it.
Ich nenne solche meist jungen Autoren bei mir Quietschkommi-Autoren. Sie schreiben meist in einem begrenzten Umfeld, erfreuen sich gleichgesinnter Fans, die ebenso schlechte Autoren sind und ziehen sich daran hoch, dass sie zwanzig oder mehr Kommentare bekommen, und das ist mehr als die anderen haben... Nur leider hat das nichts mit Qualität, Plot und Rechtschreibung zu tun. Im Gegenteil, wenn diese "Autoren" jemals ihre Nische verlassen, werden sie furchtbar auf die Schnauze fallen. Sie sind endemisch, also nur in ihrem direkten Umfeld anzutreffen, und auch nur dort lebensfähig. Das macht keinen guten Autoren aus, das macht einen schriftstellerischen Krüppel aus. Da hilft auch ein NarutoXSasuke-Plot nichts, der einhundert Mädchen begeistert kreischen lässt: Die Fehler sind da, sie werden nicht besser, und leserlicher wird es auch nicht.
Liebe Quietschkommi-Autoren: Heult doch! Don´t like it, don´t read it? Bullshit! Wenn Ihr keine Kritik wollt, dann postet die Geschichten nicht für jedermann zugänglich! Wer keine Kritik verträgt, der soll für sich alleine im stillen Kämmerlein schreiben, anstatt sich wie etliche meiner Kohais angestrengt darum zu bemühen, mit jedem Text ein wenig besser zu werden.

So, das tat gut. Dennoch, trotz all dieser Negativ-Beispiele: Die Welt ist groß und bunt, und die besten Wasserrutschen stehen in Kalifornien.