Sonntag, 25. September 2016

Hacked on Twitter

So. Wie einige von Euch wissen, twittere ich auch. Meistens retweete ich nur, ähnlich, wie ich es auf Facebook handhabe.Aber wenn ich mal was zu sagen habe, dann schreibe ich es auch. Zugegeben, die meisten Retweets und Reposts sind etwas, das ich zu sagen habe.
Will sagen, ich bin auf Twitter aktiv. Es ist kein reiner Lese-Account. Neulich aber ist er mutiert. Ich wurde gehackt.
Nene, nicht so, wie Ihr denkt.  Mein Konto bei Twitter wurde mit mehreren Apps verbunden. Und diese Apps, von denen ich nicht eine kannte, bzw. nicht habe, begannen daraufhin eifrig, fremden Accounts zu folgen. Daraufhin folgte ich nicht mehr 240 Accounts, sondern sage und schreibe 1.600. Ein paar mehr.
Was tut man, wenn der Account angegriffen wurde und man nun einem Haufen Leute folgt, von denen man noch nie gehört hat? Nun, man versucht sich einzuloggen, und wenn das noch funktioniert, dann muss man all die Personen und Accounts, von denen man noch nie gehört hat und denen man auch nicht wirklich folgen will, per Hand löschen.
Der Witz ist: Man sollte auch die Apps löschen, sonst ist die ganze Arbeit für die Katz. Denn ein paar Tage, nachdem ich mich wieder auf meine Kernfollows runtergelöscht hatte, stand der Follow-Stand wieder bei rund 1.600. Damn. Also Rat im Internet holen, Passwort ändern, die verdammten Apps löschen, und dann WIEDER an die Arbeit...

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe tatsächlich zwei Accounts entdeckt, die ich behalten habe. Ich gebe zu, ich habe mir nicht jeden einzelnen Account genau angesehen und einfach in Bausch und Bogen gelöscht. Die beiden Überlebenden aber sind mir direkt ins Auge gesprungen. Der eine ist der bekannte und beliebte Schauspieler Jensen Ackles. Möglich, dass es ein Fan-Acc ist. Ich werde ihm einige Zeit folgen und herausfinden, was Sache ist. Den anderen habe ich spontan überleben lassen, auch wenn er noch keine Tweetgeschichte hat. Dazu vielleicht später mehr. Ich erwähne ihn daher absichtlich nicht mit Link.
Apropos, damit sind wir genau im Thema. Es ist offensichtlich, dass mein Twitter-Acc kompromittiert wurde, damit ich mehreren tausend Accounts folgen soll, Der Gedanke liegt nahe, dass die Apps, die mit meinem Acc verbunden wurden, der Follower-Industrie gehören, die damit Geld machen. Ich weiß jetzt nicht genau, welchen Sinn es macht, Leute Leuten folgen zu lassen, für die sie sich nicht interessieren oder die sie nicht mal verstehen. Aber in meinem Fall waren es dreitausend Accs, und hätte ich die Apps nicht rigoros gelöscht, wäre ich jetzt vielleicht schon bei 5.000.
Jetzt kommt der wichtige Part: Wem bin ich denn da unfreiwillig gefolgt?
Das ist interessant. Denn die neuen Accs waren recht homogen. Daraus lässt sich ein Muster ableiten, das ich hier ausbreiten möchte. Zuerst die Verwunderung: Firmenseiten und Promoter bildeten NICHT das Gros. Es gab einen großen Anteil an Schuh-Bloggern, aber summa summarum würde ich den nicht über acht Prozent setzen.
Noch eine Überraschung: Nicht einer der Accounts war deutsch.
Wer aber stellte die Majorität? Ich habe keine Strichliste geführt, mit der ich nun empirisch belegen kann, wer und wie viel. Aber die größten Gruppen, die damit ca. bei jeweils zwanzig Prozent lagen, waren arabische und japanische Twitterer. Arabisch kann ich leider nicht lesen, Kanji obendrein auch nicht, daher weiß ich nicht, ob mir da nicht einige interessante Menschen entgangen sind. Mir blieb einfach nur, in Bausch und Bogen zu löschen, um wieder eine Übersicht zu kriegen. Was nützt es mir, jemanden zu folgen, dessen Sprache ich nicht spreche?
Auch sehr interessant: In all den 3.000 Accouns waren nur zwei Sex-Accounts dabei.
Die nächste große Gruppe kam aus Amerika, aufgeteilt in fünfzehn Prozent Firmen-, Privat-, Möchtegernsternchen- und Trumpfan-Accounts sowie fünfzehn Prozent mexikanische und südamerikanische Twitterer, die ich leider auf spanisch und portugiesisch auch nicht verstehe.
Der Rest hat sich dann auf die halbe Welt aufgeteilt. Mir fielen einige wenige indische Accounts auf, den Rest machten die Russen unter sich aus. Aber wie ich schon sagte: Englisch war sehr stark in der Minderheit, und nicht ein Zwangsfollow führte mich zu deutschen Twitterern.

Damit ist diese unfreiwillige Erfahrung für mich beendet; und ich kann wahrscheinlich froh sein, dass nicht mehr Schindluder getrieben wurde. Leider bedeutete das für mich, mein Passwort nicht nur für Twitter, sondern auch für einige andere Seiten zu ändern. Ja, damn, ich bin einer von denen, die mit drei Passwörtern ihr ganzes Online-Leben bestreiten. Aber glücklicherweise war ein Hack meines Accs für die Adaption zu den Spam-Apps nicht notwendig, oder aber die Spammer haben sich für meine Mail nicht interessiert. Noch mal Schwein gehabt und eine nichtsdestotrotz interessante Erfahrung gemacht.

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