Montag, 12. Juli 2010

Gute Verlierer sehen anders aus

Es ist nicht zu leugnen, und nicht rückgängig zu machen: Deutschland ist NICHT Weltmeister geworden. Stattdessen hat unsere Mannschaft in einem fairen, aber heiß umkämpften Spiel am Samstagabend gegen Uruguay mit zwei zu drei gewonnen.

Gestern spielten dann Spanien und die Niederlande um Platz eins. Gewonnen hat letztendlich Spanien in der Verlängerung mit einem Tor. Es blieb nicht aus, dass man sich sagte: Hätte Spanien so gegen uns gespielt, wären wir aber im Finale gewesen.
Gut, solche Gedanken sind berechtigt. Aber es ist wie es ist, und es wird kommen, wie immer es kommt. So läuft der Hase halt. Wir sind Dritter, immerhin. Die Drittbeste von zweiunddreißig Mannschaften, die es in die Endrunde geschafft hat. Klar, wir alle hatten mit gierigen Augen den Pokal vor Augen, aber es hat halt nicht sein sollen. Basta.
Versuchen wir es mit dieser innovativen Mannschaft halt in zwei Jahren als Europameister.

So oder ähnlich würde ich gerne die Reaktionen der Fans und auch der Zeitungen sehen.
Eigentlich.
Dann fiel mein Blick zufällig auf die gedruckte Ausgabe der BILD. Dort stand als Kommentar zum Endspiel folgender Text: "Treter-Finale. Da hätten wir mit unserem schönen Fußball nur gestört."
Und wieder einmal bin ich versucht, beim Thema BLÖD-Zeitung die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen. Lassen wir mal weg, dass Spanien gegen uns verdient gewonnen hat. Lassen wir mal weg, dass Holland sich seine Chance mit einem Sieg gegen Brasilien erkämpft hat. Lassen wir auch mal weg, dass das Finale Kampfbetont war, und am Schluss nur vier oder fünf Holländer auf dem Platz nicht verwarnt waren.
Nein, gehen wir noch mal über den Kommentar, lassen wir ihn auf der Zunge vergehen.
Und dann sagen wir alle im Chor: Kai Diekmann, Ihre Redaktion ist ein verdammt mieser Verlierer!
Das musste doch mal gesagt werden.

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