Montag, 2. August 2010

Der Feldzug von Foodwatch geht weiter - zu unser aller Vergnügen.

Aufmerksame Beobachter meines Blogs wissen, dass ich die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch nicht mag. Ich habe schon oft über sie und ihre Projekte gebloggt, und selten, eigentlich nie, war ich mit ihnen einer Meinung. Egal ob es nun gegen die Capri-Sonne geht, die zuviel Zucker enthält, egal ob Foodwatch meint, die Grenzwerte für Uran im Wasser seien zu niedrig, oder ob sie das Essen in den Zügen der Bahn kritisiert, weil es ihrer Analysen nach Konservierungsstoffe enthält - die Projekte haben mir nie gefallen. Es ging immer um schnelle, leichte Sachen, und die Organisation schreibt sich meines Erachtens die Erfolge anderer als eigene auf ihre Fahnen.

Auch diesmal hat Foodwatch einen Gegner - Supermärkte und Discounter wie LIDL, ALDI, REWE und Marktkauf.
Die Verbraucherschutzorganisation bemängelt das SB-verpackte Fleisch der Endverkäufer, weil es unter Sauerstoffschutzatmosphäre verpackt wird. Nach Angaben von Foodwatch erhält es zwar lange die Optik, dafür schadet der Sauerstoff aber der Qualität, das Fleisch wird im Endeffekt zäh und schmeckt/riecht ranzig.
Die Handelsketten haben sich aber gegen diese Kritik gewehrt.

Ich persönlich finde: Selten war es so einfach für jeden Verbraucher, sich eine eigene Meinung zu bilden. Die Capri-Sonne schmeckt nun mal süß, und wer hat schon ein Labor Zuhause? Mit der Bahn fahren und im IC oder ICE essen kommt nun auch nicht jeden Tag vor, und dementsprechend greift man eben auf vorgefertigte Meinungen zum Bordessen, selbst den Gourmet-Menüs, zurück. Und letztendlich hat kaum jemand einen Geigerzähler daheim, um den Gehalt an radioaktiven Elementen im Trinkwasser zu überprüfen.
Dieser Fall liegt jedoch vollkommen anders. ALDI, LIDL, und die anderen großen Unternehmen der Branche, die ihr SB-Fleisch tatsächlich unter Sauerstoffschutzatmosphäre verpacken (was nach Informationen der Unternehmen die Bakterienbildung unterbinden soll), sind für uns alle erreichbar. Und wir kaufen auch fast* alle bei ihnen ein.
Dementsprechend ist es sehr leicht, beim nächsten Einkauf einfach mal ein wenig SB-Fleisch mitzunehmen, Zuhause zu öffnen, und es auf ranzigen Geruch zu überprüfen. Oder nach der Zubereitung festzustellen, ob es tatsächlich zäh war, fade oder ranzig geschmeckt hat.
Letztendlich muss sich jeder eine eigene Meinung bilden.

Spoiler für alle, die MEINE Meinung nicht wissen wollen, um unbeeinflusst einzukaufen, zuzubereiten und probieren zu können:
Ich bin ein großer Esser. Ein sehr großer Esser. Und zu meiner Ernährung gehört auch SB-verpacktes Fleisch. Nun will ich nicht verneinen, dass das Fleisch von Landschlachtern generell besser ist als das von Discountern und Supermärkten. Aber mangelnde Qualität, fader Geschmack oder ranziger Geruch wären mir schon tausendmal aufgefallen. Für mich hat sich Foodwatch wieder einmal nach vollem Herzen bemüht, um meine Meinung über diese Verbraucherschutzorganisation zu festigen. Dies sind nicht die Kampagnen, die ich von einem wahren Verbraucherschützer im Dienste des Kunden erwarte. Und es ist mir absolut schleierhaft, warum ausgerechnet der Spiegel über diese Organisation berichtet.

Wie dem auch sei: Bildet Euch eine Meinung über das unter Schutzatmosphäre verpackte SB-Fleisch in Supermärkten und Discountern. Und bei der Gelegenheit auch gleich über Foodwatch.

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