Donnerstag, 12. August 2010

Dieser Nacktscanner hat die Qualität einer Bombe

Eifrige Leser meines Blogs werden sich erinnern, dass ich am Montag einen Leserbrief an Herrn Christof Schneider geschrieben habe, der sich im der LDZ zum leidigen Thema Nacktscanner mit einem Kotau gegenüber der Industrie per Kommentar zu Wort gemeldet hatte.
Heute meldet sich Herr Schneider erneut mit einem Kommentar zu Wort, zum gleichen Thema, aber der aktuellen Diskussion angepasst.
Wie der Spiegel meldete, wollte der Hamburger Flughafen, wo die Nacktscanner aufgestellt werden sollen, die Geräte von L3 Communications Security beziehen, die ein Tochterunternehmen von L3 Communications ist, einem US-amerikanischen Rüstungskonzern. Dieser Konzern steht seit der internationalen Ächtung von Streubomben in Dublin in der Kritik, weil er diese speziellen Waffen noch immer produziert. Hauptsächlich für die USA selbst, die an den Beratungen und dem Ächtungsbeschluss nicht beteiligt waren, bzw. durch Abwesenheit glänzten.
Nun wurden Stimmen laut, die einen Rücktritt vom Kaufvertrag forderten, eben wegen der Vernetzung mit einem Streubombenhersteller.

Herr Christof Schneider hat dazu seine eigene Meinung. Er findet das schon "etwas peinlich", aber ein kleiner Angestellter im Ministerium kann ja doch nicht "alles wissen, was dieser Konzern so produziert". Und abgesehen davon "wollte man halt die besten Geräte auf dem Markt erwerben".

...sacken lassen.
Lieber Herr Schneider, haben Sie vielen Dank für diesen entlarvenden und ein wenig peinlichen Kommentar. Abgesehen davon, dass Sie Ihrer Linie treu bleiben und schon wieder vor der Nacktscanner-Industrie einknicken - waren Sie schon mal in einem Nacktscanner, Herr Schneider? - birgt er ein wunderbares Fazit. Sie sind nicht der einzige, der mit dem Argument des "besten Gerätes auf dem Markt" hausieren geht, aber erlauben Sie es mir, Ihnen mein Gegenargument stellvertretend für alle anderen um die Ohren zu hauen: Wenn L3 Communications Security die besten Nacktscanner weltweit herstellt, und wenn der Hamburger Flughafen so verbissen darauf bedacht ist, nur bei L3 zu kaufen... Wie verdammt Scheiße sind dann eigentlich alle anderen Geräte auf dem Markt? Vermutlich sehr Scheiße, wenn es unbedingt L3 sein muss.
Das wirft einen bezeichnenden Blick sowohl auf die Branche, als auch auf die Qualität, bzw. Funktionsfähigkeit dieser Technologie.

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