Seiten

Mittwoch, 25. November 2009

Medial vermittelte Gerechtigkeit

Manchmal ist die Welt so wie sie sein sollte. Manchmal stimmt eben doch alles. Und manchmal schafft es sogar ein Medium wie die gedruckte BILD-Zeitung, einem das Gefühl einer höheren universellen Ordnung und tief greifenden Gerechtigkeit zu vermitteln. Na, wir wollen nicht zu viel loben, denn ich bin nicht weiter als bis zur Schlagzeile vorgedrungen und ziemlich sicher, dass Wetterbericht, Angst, Hass, Titten und künftig in Gegendarstellungen korrigierte Meldungen en Masse zu finden sind... Aber immerhin, die Schlagzeile reißt doch einiges wieder raus: Oliver Pocher hat Schweinegrippe!!!
Ja, manchmal ist das Universum im tiefen Einklang mit sich selbst, manchmal atmet es geradezu Gerechtigkeit.
Nicht, das ich was gegen ihn hätte. Ich meine, ein unlustiger Comedian zu sein ist einfach kein Verbrechen, und Harald Schmidt die Show zu versauen auch nicht.
Und außerdem ist es ungerecht, jemandem Krankheiten und andere Übel an den Hals zu wünschen, aber... In diesem Fall ist es etwas anders. Pochers aktueller Pakt mit der BLÖD, in dem er seine Leiden als Mega-Schlagzeile vermarkten lässt, wird noch hart auf ihn selbst zurückfallen. Und DAS ist ihm zu gönnen. Wer ist denn auch sonst so blöd und geht, mit blutigen Steaks behängt, in das Raubtiergehege? Oder reibt sich mit Blut ein, um im Amazonas schwimmen zu gehen? Wie ich schon sagte, ich erahne die tiefere Wahrheit des Universums.


Aber wenn ich schon mal am tippen bin: Uwe Schünemann, seines Zeichens niedersächsischer Innenminister hat tatsächlich vorgeschlagen, jugendlichen Gewalttätern teilweise die Fahrerlaubnis zu entziehen. Er hofft auf einen Synergieeffekt, weil der Führerschein diesen jungen Menschen lieber ist als die Gewalt, wenn ich es mal banal zusammenfassen darf.
...okay, DAS möchte ich bezweifeln. Führerscheinentzug als Gewalttherapie halte ich schon mal für eine Schwachsinnsidee. Um nicht zu sagen für ausgemachten Blödsinn.
Aber was mir da eigentlich mehr Sorgen macht: Gibt es eine rechtliche Grundlage, die es erlaubt, ein Kapitalverbrechen wie ein Verkehrsdelikt zu bestrafen? Sind das nicht eigentlich zwei vollkommen getrennte Bereiche? Und sollte man die nicht im Sinne ALLER Bürger auch getrennt halten, alleine schon um die Verwaltungsfluten der herumgereichten Dokumente aufzuhalten? Und was ist, wenn die Welle rückwärts läuft? Sind dann Bürger irgendwann im polizeilichen Führungszeugnis vorbestraft, weil sie in einem Jahr dreimal falsch geparkt haben?
Herr Schünemann, das kann doch so nicht richtig sein.


Edit am 26.11.: MONITOR überrascht mit einem Bericht ÜBER die H1N1 - mit überraschendem Ergebnis. Besonders die Aussage des australischen Arztes etwa ab 5.30 ist hochinteressant, wenn er sagt, dass H1N1 die saisonale Grippe verdrängt und damit zweitausend Tote verhindert hat.
H1N1, nicht Panikgeber, sondern neuer Heilsbringer? Ich bin gespannt.

Kommentare:

Subtra aka DJ Dimension hat gesagt…

Zu Pocher sag ich nur das ich den Typen irgendwie schwul finde aber das nicht wichtig.

Diese Führerscheingeschichte macht mir mehr sorgen. Wenn man schon wegen jeden Mist den man in der Kindheit verbockt hat nichtmal mehr den Führerschein machen darf, gerade weil man ein klein wenig Gewaltätig ist, wird das bestimmt nach hinten losgehen. Denn dann ziehen sie randalierend durch die Straßen: "Wir wollen den Führerschein, Wir wollen den Führerschein." Nene dat sollte sich der type noch mal ordentlich überlegen, sonst gibts wirklich Probleme die kein Schwein braucht.

Ace hat gesagt…

Mir geht es eigentlich mehr darum, dass man Verkehrsdelikte und Gewaltverbrechen trennen sollte. Oder willst Du wegen einem Knöllchen in Hannover plötzlich als Gewalttäter gelten?