Dienstag, 29. November 2016

Sicherheitsmasssssssnahmen Nummer vierunddreißig: Eine neue Bank ist geboren. Firma Bank Payment AG

Erinnert sich noch jemand an meinen letzten Phishing-Post vom 19. dieses Monats?
Da erhielt ich folgenden Spam:

Alexander Kaiser Lastschrift Nr. 85554408 konnte nicht durchgeführt werden 17.11.2016

Sehr geehrte/r Alexander Kaiser,

zu unserem Bedauern mussten wir feststellen, dass die Erinnerung ID 855544082 bis jetzt ergebnislos blieb. Heute gewähren wir Ihnen hiermit letztmalig die Chance, den ausbleibenden Betrag der Firma DirectPay GmbH zu decken.

Aufgrund des bestehenden Zahlungsrückstands sind Sie gezwungen zuzüglich, die durch unsere Beauftragung entstandene Gebühren von 97,97 Euro zu bezahlen. Bei Rückfragen oder Unklarheiten erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb von 72 Stunden. Um zusätzliche Mahnkosten zu vermeiden, bitten wir Sie den fälligen Betrag auf unser Bankkonto zu überweisen. Berücksichtigt wurden alle Zahlungen bis zum 16.11.2016.
Die vollständige Zahlung erwarten wir bis zum 22.11.2016. Können wird bis zum genannten Datum keine Zahlung einsehen, sehen wir uns gezwungen Ihren Fall an ein Gericht abzugeben. Sämtliche damit verbundenen Zusatzkosten werden Sie tragen.
Gespeicherte Personalien:

Alexander Kaiser
Breslauer Str. 1
31029 Banteln

Tel. 05182960***

Eine vollständige Kostenaufstellung ID 855544082, der Sie alle Positionen entnehmen können, fügen wir bei.

Heute erhielt ich von der, ha, ha, Firma Bank Payment AG folgende Mail (und um das ausdrücklich vorweg zu nehmen, ja, das ist übelster Phishing-Spam mit Trojanerverseuchten Anhängen):

Automatische Konto-Lastschrift konnte nicht vorgenommen werden 29.11.2016

Sehr geehrte/r Alexander Kaiser,

bedauerlicherweise mussten wir gerade feststellen, dass die Zahlungsaufforderung Nr. 201473086 bis heute ohne Reaktion Ihrerseits blieb. Jetzt geben wir Ihnen damit letztmalig die Möglichkeit, den ausstehenden Betrag der Firma Bank Payment AG zu begleichen.

Aufgrund des andauernden Zahlungsrückstands sind Sie gezwungen zusätzlich, die durch unsere Tätigkeit entstandene Kosten von 66,81 Euro zu bezahlen. Bei Fragen oder Unklarheiten erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb von 48 Stunden. Um zusätzliche Kosten zu vermeiden, bitten wir Sie den ausstehenden Betrag auf unser Konto zu überweisen. Berücksichtigt wurden alle Buchungseingänge bis zum 28.11.2016.

Damit fordern wir Sie nachdrücklich auf, den offenen Betrag unverzüglich bis zum 01.12.2016 zu begleichen. Falls wir bis zum genannten Termin keine Zahlung bestätigen, sehen wir uns gezwungen Ihre Forderung an ein Gericht abzugeben. Alle damit verbundenen Kosten werden Sie tragen müssen.
Personalien:

Alexander Kaiser
Breslauer Str. 1
31029 Banteln

Tel. 05182960***

Eine vollständige Forderungsausstellung NR201473086, der Sie alle Buchungen entnehmen können, ist beigefügt.

Mit verbindlichen Grüßen

Stellvertretender Sachbearbeiter Finn Treitzsaur


Diese E-Mail ist nur für den Empfänger bestimmt, an den sie gerichtet ist und kann vertrauliches bzw. unter das Berufsgeheimnis fallendes Material enthalten.



Klickt man auf Antwort, lautet die Mailadresse auf Anwalt@ebay.de. Wäre das nicht schon ungewöhnlich genug, so beschwert sich der Versender dieser Mail im exakt gleichen Ton über meine ausstehende Lastschrift wie der vorige Versender. Er verwendet auch die gleichen Daten und meine alte Adresse.
Ich habe ein wenig rumüberlegt und mich dann daran erinnert, bei welchem unseriösen Unternehmen ich wohl in jugendlichem Leichtsinn all diese Angaben getätigt haben könnte... Abgesehen von diversen Supergewinnchancen auf Gmx.de (was aber nur in unzählingen Newslettern mündete, immerhin) war dies nur Megadownloads.com, wo ich vor zehn Jahren Open Office runterladen wollte - und prompt eine Rechnung erhielt. Nachdem ich mich angemeldet hatte. Dank meiner Anmeldung erhielt ich nach meiner Weigerung - eine kurze Recherche im Netz (Danke, Katzenjens) ergab deren verbrecherische Absicht - bekam ich Post von Mahnungsbüros. Das habe ich ausgesessen. Alle Drohungen, ein Gericht würde eingeschaltet werden, erfüllten sich nie. Denn vor Gericht sind diese substanzlosen Forderungen nichts wert. Genauso wenig wie die beiden Briefe in diesem Post.
ABER, und das ist der große Moment, Megadownload.com hat offensichtlich meine gesamten Anmeldedaten zu Gold gemacht und benutzt sie entweder für diese beiden Betrugsmodelle weiter, oder aber hat sie verkauft. Ich werde die Tage mal recherchieren, ob und was ich da überhaupt tun kann, außer nicht zu reagieren.

Liebe Leser, wenn IHR mal so etwas bekommt, denkt IMMER daran: Das Geschäftsmodell dieser Leute sieht wie folgt aus. Sie schreiben einhundert Leute an, und wenn nur einer die sechzig bis einhundert Euro schmückt, dann haben sie verdient. Diese Spammerei hört nur auf, wenn niemand mehr darauf hereinfällt.

Also hier noch mal die goldenen Regeln:
1) Gibt es die Firma?
2) Hat die Mail ein Impressum?
3) Habe ich tatsächlich etwas offen bzw. wird ein Onlineladen genannt, in dem ich wirklich eingekauft habe?
4) Wie lautet die Ausgangsmail und/oder die Empfangsmail?
5) Werde ich direkt angesprochen? (Sehr geehrte/r ist keine direkte Ansprache und lässt auf einen Bausteinbrief mit Datenbank schließen.)
6) Gibt es eine Steuernummer?
7) Wie isn das Deutsch im Text so?

Spätestens bei der Suche nach der Firma trennt sich hier die Spreu vom Weizen.
Und ja, genau dafür mache ich meine Sicherheitsmasssssssnahmen-Posts. Fallt nicht auf sowas rein, liebe Leser.




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