Montag, 1. August 2011

Sachen gibt's...

Heute auf Fanfiktion.de habe ich auf der rechten Seite, die für Werbung und damit die Finanzierung von FF.de vorgesehen ist, einen Bilderlink mit religiösem Motiv entdeckt: Ja, ich möchte errettet werden. Klickt man darauf, gelangt man hierhin.

...sacken lassen.
Worauf will Ace heute hinaus? Und warum bloggt er nicht lieber über den Finanzpoker in den USA, über rechte Brandstiftung im Vorfeld der Oslo-Anschläge oder über die Schieflage der Krankenkassenfinanzierung trotz voller Kassen?
Kommt vielleicht noch. Aber an erster Stelle hier erstmal das religiöse Thema.

Ich hasse es. Ich hasse es wirklich. Ich bin vielleicht kein Vorzeigegläubiger, und mein letztes Gebet ist schon einige Zeit zurück. Aber ich definiere mich als Christ. Tatsächlich. Aufmerksame Leser meines Blogs wissen das. Aber ich gehe weder damit hausieren, noch anderen auf die Nerven.
Aber wenn ich so etwas wie den obigen Link serviert kriege, dann kratze ich mich am Kopf und denke: What the f**k? Ja, ich will erlöst werden. Ja, ich erkenne Jesus Christus als meinen Meister an, der mein Leben lenkt. Ja, ich war kein richtiger Christ zuvor und will jetzt einer werden.
Sagt mal, hakt es bei Euch konservativen Christenfundis irgendwo? Ich lasse mir doch nicht von religiösen Fundamentalisten der rechtskonservativen christlichen Ecke vorwerfen, nicht genug Christ zu sein und errettet werden zu müssen. Vor allem nicht von religiösen Fundamentalisten der rechtskonservativen christlichen Ecke. Nein, meine Damen und Herren Fanatiker, ich bin mehr Christ, als Ihr es jemals sein werdet. Denn während Ihr noch propagiert, dass Euer Weg der einzig Richtige zu Jesus Christus ist und nur Euer Weg alle erretten kann, Ihr Euch also DREIST in die Tasche lügt, lebe ich bereits das Christentum so wie Jesus es propagiert hat: Vorurteilsfrei, gerecht gegenüber jedermann, mit Nächstenliebe, ohne Hass auf Fremdes und Neues.
Ich denke, ich bin unter Gottes Augen wohlgefälliger als Ihr. Das wollte ich mal ohne Arroganz festgehalten haben.

Fazit: Warum muss ich überhaupt errettet werden? Gott liebt alle seine Geschöpfe, das steht oft genug in der Bibel. Also auch Moslems, Juden, Taoisten, Buddhisten, Atheisten, usw. Religiösen Fundamentalisten der rechtskonservativen christlichen Ecke zu folgen wird nirgends verlangt.
Außerdem starb Jesus schon für unsere Sünden am Kreuz. Die Sache mit der Errettung hat sich damit also praktisch erledigt.
So, damit ist meinem Ärger genüge getan.


Nächstes Thema, damit mir nicht die Blog-Leser weglaufen: Rechtes Brandstiftertum.
Nicht nur vereinzelt wird gesagt, dass Artikel unserer Leitmedien und extreme Randerscheinungen wie BILD und "Die Achse des Guten" mit ihrer antisemitischen Propaganda (für alle, die jetzt aufstöhnen: Araber sind Semiten. Noch nicht gewusst?)den Boden für den Attentäter von Oslo bereitet haben und Nachahmungstäter erzeugen können und vielleicht auch werden. Geistige Brandstiftung, die zum Erfolg geführt hat. Verkauft wurde uns das, vor allem in BILD, als: Das muss doch auch mal gesagt werden dürfen.
...sacken lassen.
Jetzt gibt es Stimmen, die solche Artikel und deren Autoren verteidigen. Markige Argumente wie: Ein Autor kann ja nicht jede Sekunde darauf achten, was er gerade schreibt, oder: Deshalb können wir doch die Diskussion um Missstände nicht unterdrücken, sind die Folge.
Richtig. Sicherlich. Ihr habt Recht. Aber diese Autoren, diese Artikel, diese Bücher müssen kontrovers diskutiert werden dürfen. AUCH DAS muss doch auch mal gesagt werden dürfen. Oder gilt diese Allheilmedizin nur für die Verbreitung von Übertreibungen, Vorurteilen, Panikmache und Medienhetze? Zupass würde es Euch ja kommen, nicht wahr? Richtiger wird es dadurch nicht.
Also, wenn wir Menschen einer freien Demokratie und einer freien Presse Euch erlauben, Eure "Deutschland schafft sich ab"-Polemik zu präsentieren und mit "Die Achse des Bösen" den Islam zu pauschalisieren und auf Schlagwörter zu reduzieren, dann erlaubt uns die gleiche freie Demokratie und die gleiche freie Presse auch, unsere Meinung im vollen Umfang abzugeben und kontrovers über diese Arbeiten und deren Autoren zu diskutieren. Und das bedeutet auch, porpagandistisch angehauchten Texten den Spiegel vor die Nase zu halten. Das muss doch auch mal gesagt werden dürfen.

Wer übrigens mal von der "anderen" Seite auf die Thematik schauen will, dem empfehle ich die Sachbücher von Tariq Ali, einem pakistanischen Romanautor, der pakistanischer Kommunist war. Er bietet uns Einblicke, den uns unsere Leitmedien größtenteils verwehren. Sehr interessant und lehrreich.


Noch schnell ein Wort zur Finanzkrise in den USA:
Ich habe von Anfang an gesagt, dass Barry es nicht leicht haben wird. Immerhin hat er es mit der Finanzierung von zwei Kriegen zugleich zu tun, droht in einen dritten abzurutschen, muss sich mit den weltweit verteilten teuren US-Truppen rumschlagen und sie finanzieren, hat von Dubia Bush das größte Staatsdefizit aller Zeiten übernommen, und muss sich jetzt auch noch mit der erzkonservativen Tea Party rumschlagen sowie einem republikanisch beherrschten Abgeordnetenhaus. Und die gleiche Partei, die für den Schuldenberg verantwortlich ist, schreit jetzt nach Einsparungen, und am Lautesten die Rechts-Rhetoriker der Tea Party die gegen Steuern für Reiche sind und soziale Fangnetze rigoros ablehnen - also alles, was wir als vernünftig ansehen.
Nein, Barry hat es nicht leicht, hatte es auch nie. Aber ich weiß, er kämpft weiter.
Staatspleite in Amerika? Eher nicht. Das lassen nicht einmal die Republikaner zu.
Aber wer vermittelt der US-Bevölkerung, WOHER die schlechte Finanzlage überhaupt stammt? Sicher nicht Murdoch und seine Medien, voran Fox TV.
Und ich hoffe, die US-Bevölkerung wird sich bei der nächsten Wahl daran erinnern, welche republikanische Splittergruppe durch ihre Kompromisslosigkeit beinahe die Zahlungsfähigkeit der ganzen Nation in Frage gestellt hat. Hoffentlich.


So, genug Ärger von der Seele geschrieben.
Lest mich weiter und bleibt mir treu.

Und vergesst nicht, beim Perry Rhodan-Wettbewerb 50 Jahre, 50 Geschichten läuft die Abstimmung für die beste Geschichte, darunter auch meine.

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