Montag, 18. Juni 2012

Der Braunschweig-Con - Erste Eindrücke

Puh, wo soll ich anfangen? Jetzt ist der Con seit sechsundzwanzig Stunden vorbei, ich bin seit zweiundzwanzig Stunden wieder Zuhause, seit einundzwanzig Stunden wieder an meinem PC, und hier und jetzt will ich nur mal meine wichtigsten Eindrücke schildern, bevor ich einen massentauglichen Con-Bericht, und/oder einen persönlichen Con-Bericht schreibe.

Die Anfahrt: War mit der Bahn. Ich dachte mir, in zwei Stunden rüber, schön gemütlich dabei lesen, und so. Leider wurde die Bahnstrecke wegen Personenschaden (was wahrscheinlich Selbstmord bedeutet) gesperrt, und meine Fahrt mit dem Schienenersatzverkehr dauerte dann drei Stunden länger als geplant.
Auf der Rückfahrt stand ein Bagger auf den Schienen, was eine halbe Stunde Verzögerung ausmachte. Als ich mich deswegen ärgerte, erwähnte ich meinem Sitznachbarn gegenüber die Verspätung am Freitag. Darauf meinte der, die Strecke sei bei Selbstmördern sehr beliebt... Soweit so gut, aber es waren seine folgenden Worte, die mir die Spucke wegbleiben ließ: "Es gibt viele Schulen an der Strecke."
...sacken lassen.
Liebe Schulen rund um Peine und Vechelde, ich hoffe doch, Ihr tut alles, um Eure Schutzbefohlenen zu fördern und zu unterstützen und ihnen in Zeiten der Unsicherheit und Labilität, der manischen oder depressiven Versagensangst, in Zeiten, in denen sie unter Druck stehen, und ihnen die bestmögliche psychologische Hilfestellung zu geben? Jeder tote Schüler ist ein toter Schüler zuviel, und auch die Bahn wird es Euch mehr als danken, wenn weitere Selbstmorde in Zukunft ausbleiben.
Und ach ja, nachdem die Straßenbahn mich mit Verspätung und rechtschaffend müde in der Nähe der Mühle absetzte, in dem der Con stattfand, lief ich noch mal dreihundert Meter durch strömenden Regen. Dass sich daraus noch etwas positives entwickeln würden, konnte ich nur hoffen. Aber es passierte. ^^

Der Vor-Con: Sehr dürftig besucht, und ich konnte ahnen, was uns das Wochenende erwarten würde. Zum Glück diesmal ohne drei verschiedene Sorten starken Alkohols, sodass ich den Samstag diesmal ohne Kreislauforpbleme überstand. ^^
Gemütliches Beisammensein bei Bier und Essen. Harun Raffael traf ein. Meine Stimmung wurde besser.

Erster Con-Tag: Wenige, wenige Besucher. Es war auch schlechtes Wetter. Und es war eine Messe in der Stadt, ergo wenige Hotelzimmer. Dumm gelaufen. Über zwanzig Leute, die vorbestellt und bezahlt hatten, sind gar nicht erst gekommen. Schade.
Nicht nur ich war über den mäßigen Besuch nicht erfreut. Und ich weiß nicht, ob die Händler ihren Schnitt gemacht haben, aber es ist ihnen zu wünschen.
Die, die da waren, hatten jedenfalls Spaß. Aber vier Programmschienen gleichzeitig, da haben sie sich doch verlaufen. Trotzdem schienen die Programmpunkte, die einen Vortragenden brauchten, gut besucht zu sein. In Erinnernung ist mir Olav Schilgens Programmpunkt, Ingenieur bei VW, der den Produktionsprozess eines Autos auf den eines Raumschiffs ummünzte. War spannend und witzig.
Leider habe ich viel Thekendienst gemacht - Mangel an Helfern - sodass ich nur noch meine eigenen Programmpunkte mitgekriegt habe, das Captain Future-Hörspiel und die Abenddiskussion.
Hörspiel war geil. Ich bin in zehn Minuten Fan geworden. War natürlich eine geniale Idee, die Originalsprecher zu nehmen. ^^
Der Klaus N. Frick kam an. Fragte man sich früher, welche Haarfarbe er diesmal haben würde, so fragt man sich heute, welche Frisur hat er. ^^
Sehr atmosphärisch fand ich auch die gemalten Bilder von Beatrice Nunold, die im Saal ausgestellt waren. Mir haben sie gefallen.
In der Abenddiskussion ging es interessant zu, und ich habe einiges über Alternativen zu dem Provider meiner Bücher, lulu.com, gelernt. Scheint so, als würde ausgerechnet Amazon ein paar gute Alternativen anbieten.

Zweiter Con-Tag: Ich hatte den ersten Programmpunkt: Das Ende aller Tage. Anfangs hatte ich zwei Zuhörer, als ich über Elenin, Nibiru, Atlantis und Homöopathen frei aus dem Stand referierte, dann waren es fünf. Teilweise wurde der Vortrag eine Diskussion und hat mir viel Spaß gemacht.
Ace auf eine Bühne zu lassen ist immer eine dumme/grandiose Idee. (Das, was Euch unwahrscheinlicher erscheint, bitte ausblenden.)
Danach wieder Thekendienst, bevor ich zu Corinna Rindlisbachers Programmpunkt frei bekam. Sie referierte über e-Books, wie man sie veröffentlicht, wo am besten, welche Hilfen es gibt. Wie man mit dem Link auf das eigene Buch bei Amazon Geld verdienen kann - also nutzt diesen <--- Link am linken Rand meines Blogs bitte eifrig und kauft dann erst auf Amazon ein - welche Tools es gibt, dass man ihre professionelle Hilfe in Anspruch nehmen kann (je komplexer, desto teurer, aber sie hat einen Gebührenrechner auf ihrer Homepage. Für Leute, die sich unsicher sind, ist sie ideal als Beraterin. Da sie schon mehrere e-Book-Autoren betreut, kann sie ihren Job auch.)
Anschließend hatten wir viel Spaß beim Quiz. Der Beste hatte siebzehn richtige Antworten - tolle Leistung, Harun - ich selbst wäre vielleicht auf zwölf gekommen, und das auch nur mit Glück.
War jedenfalls eine gute Gelegenheit für mich, um ein paar Witze zu reißen...
Dann noch die Abschlussveranstaltung, wo auch die Sammelkartenspieler ihre Sieger ehrten. Ich war zutiefs angenehm überrascht, weil die Sammelkartler an vielen Programmpunkten aktiv teil genommen hatten. Sonst sind sie doch sehr verschrien, das sie unter sich bleiben. Versprochen, nächstes Mal mache ich 'ne Einführungsrunde mit. ^^
Halb drei waren wir also durch, hatten aber bis kurz vor sechs zu tun, bevor unsere Con-Mama mich zum Bahnhof bringen konnte. Dort ein Schock: Mein Zug storniert. Darauf folge eine heilsame Erkenntnis. Storniert, weil der Zug eine Stunde früher noch gar nicht da war. Ich nahm also den 17.20er, der für den 18.20er fuhr, und die Welt war wieder in Ordnung. Leider gab es die obig beschriebene Verzögerung, sodass mein halbstündiger Aufenthalt in Hannover zu einem fünfminütigen wurde. Kein Sushi für Ace. :(((
Und ach ja: Klaus N. Frick war sichtlich ein wenig verstimmt, weil er seinen Schreiberworkshop mangels Interessenten nicht halten konnte. Das wäre dann aber wohl auch jeder, der extra für so eine Veranstaltung kommt, und dem dann so wenig Echo entgegen hallt.

So, das war mal ein sehr, sehr grober Überblick. Die Woche vielleicht mehr.
Und morgen poste ich das kleine Theaterstück, das ich für die Eröffnung geschrieben habe, mit der wir das Programm präsentiert haben. ^^

Kommentare:

Andy Merten hat gesagt…

Woran liegt es denn, dass einerseits vier Programmschienen angeboten werden, aber dann nur (gefühlt) 30 Leute da sind? Das ist ja nicht das erste Mal in Braunschweig so, und mir tun dann immer die leid, die ein Panel vorbereitet haben, aber dann nicht halten können ...

Ace hat gesagt…

Das lag eventuell auch an dem bereits von mir erwähnten Kongress, die damit verbundene Bettenknappheit in der Stadt, und das daraus resultierende Ergebnis, das zwei Dutzend Gäste, die bereits bezahlt hatten, gar nicht erst gekommen waren.
Mangelnde Werbung (im Nachhinein als mangelhaft erkannt, da an der falschen Stelle) war sicherlich auch einer der Gründe. Dazu mieses Wetter.
Dann ist noch unser PR-Autor wieder abgesprungen.

Wir können das Pferd aber auch von hinten aufzäumen und sagen, dass Braunschweig einfach keine gute Con-Location ist, und das sich weder Menschen vor Ort für Perry Rhodan interessieren, noch Science Fiction-Fans Interesse haben, nach Braunschweig zu kommen.

Wahrscheinlich ist die Wahrheit irgendwo da draußen, äh, dazwischen.

Enpunkt hat gesagt…

Es lag sicher nicht daran, dass der PR-Autor abgesprungen ist. Es ist liegt auch sicher nicht daran, dass Braunschweig keine gute Location ist.

Wir haben 1992 nach Freudenstadt im Schwarzwald (und das ist echt abgelegen) 800 Fans geholt ... weil wir Werbung wie die Blöden gemacht haben.

Ace hat gesagt…

Klaus, dann haben wir die falsche Form der Werbung gemacht.
Ich weiß von den Braunschweigern, dass alleine Claudia zweitausend oder dreitausend Flyer persönlich verteilt hat. Mir scheint, wir hätten mehr die Clubs ansprechen sollen.

Davon abgesehen ist es zwar schade, dass Christian nicht kommen konnte, aber wenn wir es realistisch sehen, war wohl die Bettenknappheit der wichtigste Grund für die geringe Besucherzahl.

Wie zum Henker habt Ihr achthundert Fans gemanaged? Hattet Ihr die Zahl erwartet?
(Moment mal, wer ist "wir" in diesem Zusammenhang?)

Rob Randall hat gesagt…

Also ich komme aus Braunschweig und habe erst in allerletzer Minute - und da war's zu spät - von der Veranstaltung erfahren.

Ace hat gesagt…

Ich habe gute Nachrichten für Dich, Rob. Der nächste Braunschweig-Con findet ab dem 2.Mai im Jahr 2014 statt. Das steht so fest wie das Amen in der Kirche. ^^

Und falls Du Interesse hast - das Team sucht immer, auch bei den Vorbereitungen, hilfreiche Hände und kluge Köpfe. ^^V