Sonntag, 1. Januar 2012

Das ist also 2012...

Fühlt sich auch nicht anders an als 2011, abgesehen von den leichten Kopfschmerzen wegen dem vielen Zigarettenrauch gestern.
Ich hoffe, Ihr seid alle gut und unbeschadet reingerutscht, und hattet bei Euren Unternehmungen, Parties, daheim vor dem Fernseher oder beim Sit-in mit Freunden viel Spaß. ^^
Und natürlich hoffe ich, dass 2012 so weitergeht, wie es begonnen hat. Vom Kater mal abgesehen, aber mit viel guter Laune und fröhlichen Menschen.

So, genug geschnackt. Kommen wir doch mal zu was Handfestem: Wir sind eigentlich alle schon letzten Herbst gestorben. Wie, das klingt witzig? Wie, wir sind doch alle noch da? Ja, das ist das Problem an dieser Aussage. Aber vor einem Dreivierteljahr glaubten das noch ganz schön viele. Denn da war der Komet Elenin auf seinem Weg zur Sonne, und der sollte ja entweder wahlweise ein Brauner Zwergstern sein, oder aus der Masse eines Neutronensterns bestehen, auf der Erde Erdbeben auslösen, wenn er mit Erde und Sonne auf einer Linie steht, und so weiter, und so fort. Hier ist ein wunderbares Beispiel für Berufsparanoiker, die ihren eigenen Senf machen und damit das Menü noch verschlimmern. Oder den Verkauf schwachsinniger Bücher unterstützen. Oder beides.
Das Problem ist: Elenin hat seinen Rundflug um die Sonne nicht überlebt und ist zerbrochen... Und, wie schon gesagt, sind wir immer noch da.
Grund für die Hysterie war augenscheinlich der russische Physiker Leonid Elenin, der den Kometen entdeckt und auf seinen Namen hat registrieren lassen. Für ihn als Hobby-Astronom ein simpler Vorgang.
Für einige Leute, die zu viel ins Kino gehen, existierte der Physiker aber gar nicht, sondern war nur ein Strohmann für eine versteckte Warnung der NASA an die Welt, denn Elenins ersten drei Buchstaben sollten für Extinction Level Event stehe, also Ereignis der absoluten Auslöschung (allen Lebens auf der Erde).
Dabei ist dieser Begriff kein offizieller Sprachgebrauch, kam nur im Kinofilm Armageddon vor, in dem es - wen wundert es - um die totale Zerstörung der Erde durch einen großen Meteoriten ging...
Nun gibt es Herrn Elenin aber doch, und zudem wird sein Name russisch ausgesprochen, also sagt man Jelenin zu dem guten Mann. Das hat die Verschwörungspaniker aber nicht davon abgehalten, weiter zu posaunen, Angst zu schüren, und Bücher zu verkaufen. Und das hat einige Menschen nicht davon abgehalten, ihnen zu glauben und die Bücher zu kaufen.
Tja, nun war da nix dran, und beim Japan-Erdbeben war Elenin nicht mal auf einer Linie mit Erde und Sonne, so ein Mist aber auch. War das alles am Ende etwa... Nur ein Hoax?
Ja, das war es, und einige Leute haben sich zu Tode gefüchtet, im schlimmsten Fall vielleicht Selbstmord begangen und eifrig Bücher gekauft. Und all das FÜR NICHTS!

Ihr werdet Euch jetzt vielleicht wundern, warum ich all das aufschreibe, vor allem weil ich selbst darüber gebloggt habe, mehrfach, ausführlich. Nun, das liegt daran, dass die Panikmacher noch immer unterwegs sind und das nächste Event schon ansteht, nämlich der Planet Nibiru, der pünktlich zum 23.12.2012 entweder die Erde vernichten soll, einen Synchronisationsstrahl aus dem Milchstraßenzentrum auslöst oder einen Bewusstseinssprung. Wahlweise auch einen Polsprung. Das steht ja schon im Maya-Kalender.
Wir sollen also alle sterben, und die Esoterikschrottproduzenten sind schon eifrig am Bücher schreiben und verkaufen.
Jetzt frage ich aber mal ins Rund: Habt Ihr den alten Spruch vergessen: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht? Hört diesen Leuten doch einfach nicht mehr zu, vor allem nicht jenen, die ihre geschriebenen Bücher für teures Geld unters Volk bringen wollen.

Davon abgesehen rät der Astronom Florian Freistetter ohnehin dazu, nicht dem zu glauben, oder dem, oder dem, sondern sich selbst Wissen anzueignen, um selbst überprüfen zu können, ob die Verschwörungsidioten Recht haben könnten. So müsste zum Beispiel ein Irrläuferplanet mit Kometenlaufbahn, der alle dreitausendzweihundert Jahre an der Erde vorbeikommt, mittlerweile mit bloßem Auge am Nachthimmel zu sehen sein, wenn er es bis Dezember bis zu uns schaffen will. Und nein, Lücken in Google Sky-Aufnahmen sind kein Beweis. Schaut doch selber nach in sternenklarer Nacht, ob da tatsächlich was kommt... Die Richtung ist unter den osbkuren Fans der These ja bekannt.
Für alle, die zu faul sind, etwas über Himmelsmechanik zu lernen, empfehle ich aber Florians Fragen und Antworten zum Thema.

Also, keine Angst vor 2012. In einem Jahr sind wir alle noch da und begrüßen 2013.
Oh, und keine Sorge, die nächste Katastrophe lauert dann bestimmt schon... Manche Leute wollen ja Bücher verkaufen.

Kommentare:

Stinkstiefel hat gesagt…

Ja, der letzte Abend war doch schön. ^^

Ace, Du kennst das Problem von Verschwörungstheorien. Es sind immer die einfacheren Lösungen die überzeugen.

Ace hat gesagt…

Freut mich zu hören. ^^

Nein, das Problem ist, dass es Menschen gibt, die so einen Mist finanzieren. Z.B. durch Bücherkäufe.
Deshalb verschwenden kluge Menschen viel Zeit damit, um plausible Sachen zu konstruieren.

Stinkstiefel hat gesagt…

Wofür man seine 'Klugheit' einsetzt ist jedem selbst überlassen.
Und Gier ist ein guter Motivator.

Ace hat gesagt…

Das ist der Weg auf die dunkle Seite der Macht, junger Padawan.

Stinkstiefel hat gesagt…

Ich bevorzuge den Mittelweg. ^^

Stinkstiefel hat gesagt…

Außerdem haben es viele Personen noch nicht mitbekommen das Pluto kein Planet ist.

Ace hat gesagt…

lol
Und was genau hat unser Kleinplanet Pluto mit angreifenden Braunen Zwergsternen zu tun? ^^

Stinkstiefel hat gesagt…

Habe das 'auch' vergessen.
Es zeigt, wie sich die meisten Menschen über das Thema Astronomie informieren.

Und wir wissen doch garnicht ob es Braune Zwerge sind. Ich habe ein Bild von Nibiru gesehen in dem er mindestens drei mal so groß wie Jupiter war und eine blaue Farbe hatte. ^^

Ace hat gesagt…

Ach, nur dreimal so groß.
Ich habe gehört, der eigentliche Nibiru umkreist den Braunen Zwergstern, und die Wesen dort leben mit ihrer überdurchschnittlichen Technologie unterirdisch, weil der Braune Zwerg ja Infrarotstrahlung absorbiert...

Stinkstiefel hat gesagt…

Wie ich vorkurzem gelesen haben ist es möglich das wir doch einen Doppelsternensystem sind und einen Braunen Zwerg als Begleiter haben. Nur zieht dieser seine Bahn außerhalb der Ortschen Wolke.

Stinkstiefel hat gesagt…

Dazu finden ich auch dies interessant:


"Viele Exoplaneten weisen neben großen Massen, die teilweise sogar im Bereich der Braunen Zwerge liegen könnten, mit hohen Exzentrizitäten und geringen Abständen vom Zentralgestirn Bahnparameter auf, die man eher von einem stellaren Begleiter als von Planeten erwarten würde. Tatsächlich wird mindestens ein Exoplanet auch als Kandidat für einen Braunen Zwerg eingestuft. Bei den Objekten unter 13 Jupitermassen ist jedoch noch keine einheitliche Benennung absehbar."

Ace hat gesagt…

Hm, ich sehe das skeptisch. Selbst wenn das Objekt weit von uns entfernt ist, so sollte seine schiere Masse schon für Störungen unserer Planetenbahnen sorgen.
Eventuell aber entspricht die schiere Masse in der Oortschen Wolke der eines Braunen Zwerges.

Stinkstiefel hat gesagt…

Die Existens der Oortschen Wolke ist schon nicht bestätigt. Wie willst Du ausschließen das dort nicht noch ein solches Objekt existiert.
Tja, noch ist nichts bewiesen.

Ace hat gesagt…

Anhand der Masse. Große Massen wirken stärker aufeinander als kleine Massen. Konzentriert sich also Masse auf einem Punkt, wirkt er auf alle anderen Massen in der Nähe. D.h. ein Brauner Zwerg in der Oortschen Wolke würde die Kursbahnen aller Planeten "ausbeulen", wenn sie zwischen Sonne und ihn geraten...
Auf eine ähnliche Weise findet man Exo-Planeten. ^^

Stinkstiefel hat gesagt…

Die Methoden zum auffinden von Exoplaneten können aber nicht auf uns angewand werden. Da wir nicht von einem äußeren Punkt unseren Bereich des Weltraums beobachten können.

Stinkstiefel hat gesagt…

Und ich habe nicht gesagt das er in der Oortschen Wolke ist.
Dazu noch etwas:

"Der Theorie nach umschließt die von Oort angenommene „Wolke“ die übrigen Zonen des Sonnensystems schalenförmig in einem Abstand zur Sonne von bis zu 100.000 Astronomischen Einheiten (AE), die rund 1,6 Lichtjahren entsprechen. Im Vergleich dazu ist der nächste Stern Proxima Centauri 4,2 Lichtjahre und der sonnenfernste Planet Neptun 30 AE von der Sonne entfernt. Die vom Sonnenwind maßgeblich durchströmte Heliosphäre hat einen geschätzten Radius von etwa 110 bis 150 AE. Schätzungen der Anzahl der Objekte liegen zwischen einhundert Milliarden und einer Billion."

Ace hat gesagt…

Nein, aber Bahnverschiebungen können wir feststellen. Es gibt ein Soll und es gibt ein Ist. Die Differenz daraus gibt uns Erkenntnisse über die Masseverteilung im Sonnensystem.

Stinkstiefel hat gesagt…

Jetzt könnte man fragen, ob alles was sich außerhalb der Oortschen Wolke befindet noch zum Sonnensystem gehört.

Die gravietäre Wirkung eines Braunen Zwerges mit 13-facher Jupitermasse wäre auf die Planetenbahnen doch sehr gering.

Ich verweise nur auf den Stern Formalhaut. Dessen nächster Stern ist 0,85 Lichtjahre von Formalhaut enfernt und beide sind nur schwach gravitativ gebunden.

Letzt entlich können wir diese Frage nur klären wenn man unser System verlässt und nachschaut.

Ace hat gesagt…

Definiere gering.
Natürlich ist der Einfluss schwächer, je weiter er "draußen" ist, und dementsprechend schwerer nachzuweisen.
Aber ich denke nicht, dass die gravitatorischen Verstrickungen eines Doppelsternensystems oder mit einem Braunen Zwerg als Trabanten heutzutage unentdeckt bleiben können.

Subtra aka DJ Dimension hat gesagt…

Hey Ace, wieso testen wir das nicht in der Universalen Sandbox, ich hab tatsächlich eine aufm Computer installiert.

So wirklich ohne Witz sogar, ich hab auf meinen Computer ein Programm das ganze Galaxien Simuliert, was schwachsinn ist aber gut aussieht, aber immerhin ein Sonnensystem kann es wunderbar simulieren, mann kann Masse verändern, Drehmoment, Achse und so vieles mehr. Man kann Statistiken ablesen wie sich die Erde im Beischlaf zur Sonne verhält und viele Objekte hinzufügen.

Also wenn man den Ring des Saturns um den Mond von uns legen würde, würde die Masse der Erde anfangen diesen Ring für zu beanspruchen ^^.


Was die Theorien des Weltuntergangs betriff, ich hab aufgehört daran zu glauben in der Sekunde in der meine Mutter über das geschwafelt hat.

Ace hat gesagt…

Danke für das Angebot, Subtra. Dann mach doch mal bitte so eine Sim, mit einem Braunen Zwergstern, der die Sonne weit jenseits der Plutobahn umkreist.


Was Deine Mutter angeht, so halte ich es wie Florian Freistetter: Wisse, glaube nicht. ^^b

Stinkstiefel hat gesagt…

Was es doch alles für Programme gibt.
Eine schöne Idee.

Ace hat gesagt…

Wir werden sehen, was dabei heraus kommt. ^^
Übrigens ziehen sich zwei Objekte immer an, unabhängig von der Entfernung. So ziehe ich zum Beispiel die Erde an, während sie mich anzieht. Den Nachweis zu erbringen, das ist immer das Problem.

Roland Triankowski hat gesagt…

Ich wurde indirekt genötigt, hier mal öfter (oder überhaupt) zu kommentieren.
Na, dann wolln wir mal:

Erstmal frohes Neues!

Ähm ... vielleicht ist mein Wissensstand ja etwas veraltet, aber ich war immer der Meinung, dass die Bahnen von Uranus und Neptun sehr wohl auf ein größeres Objekt außerhalb des Kuipergürtels hinweisen.

Und der Weltuntergang ist mir aus folgendem Grund ziemlich schnuppe: http://nerdapproved.com/approved-products/success-kids-reassuring-words-about-the-end-of-the-world-image/

Ace hat gesagt…

Ha!!! Nerven funktioniert also doch!! Das nächste Nerv-Projekt wird dann dein Perrikles der Okeanide-Roman sein. XDDD

Dir auch ein Frohes Neues, Roland. ^^

Hm, egal ob veraltet oder nicht, das sind Hinweise, die Stinkstiefels Argumentation unterstützen. Es wäre interessant, mehr darüber zu erfahren...

Und NATÜRLICH ist der Weltuntergang Schnuppe, wütende Kinder hin oder her - er findet ja überhaupt nicht statt. ^^
Alternativ könnten wir uns aber auf ein anderes apokalyptisches Ereignis freuen: Das Ende der FDP. XD

Roland Triankowski hat gesagt…

Keep on nerving! ;-)

Ich hab eben noch mal kurz in den Wikipedia-Artikeln zu Uranus und Neptun gestöbert und nix zu unerklärten Bahnabweichungen gefunden. Der Transpluto-Artikel spricht sogar davon, dass es derzeit keine konkreten Hinweise auf größere transneptunische Planeten gebe - wenn sie auch nicht ausgeschlossen seien.
Mein Wissensstand ist daher wohl arg veraltet. :)

Das Bild hinter meinem Link scheinst Du nicht ganz verstanden zu haben. Das Kind ist nicht wütend - es freut sich vielmehr darüber, dass der Hobbit noch vor dem (vermeintlichen) Weltuntergang in die Kinos kommt.

Stinkstiefel hat gesagt…

Hallo!
Warten wir die Ergebnisse von Subtra ab.
Abschließend könnte man zu Problematik nur sagen, dass uns das Wissen noch fehlt was in diesen Bereichen des Sol-Systems noch existiert.

Ace hat gesagt…

Roland: Hm, zumindest sollten wir dann einen allzu nahen Braunen Zwergstern ausschließen können. Aber mit der Entfernung wächst auch hier wieder die Wahrscheinlichkeit... Ein Teufelskreis.

Echt jetzt? Ich dachte, das Kind ärgert sich, weil die Veröffentlichung von Teil zwei in Frage gestellt wird...
Da hätte ich auch was gegen. ^^

Ace hat gesagt…

Stinkstiefel: Es gibt ja diese viel beschworene "Dunkle Materie", die es irgendwo da draußen geben soll, und die die Masse des Universums erhöhen soll, damit sie zu den bisherigen Modellen passt. Vielleicht sind Oortsche Wolken Teil dieser "Dunklen Materie". Würde einiges erklären, vor allem wenn da draußen noch Material für fünf bis sechs erdähnliche Planeten lagert...

Stinkstiefel hat gesagt…

Gab es schon ein Ergebnis zu unserem kleinen Experiment?

Ace hat gesagt…

Weiß nicht.
Subtra, hast Du da schon was?