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Sonntag, 8. August 2010

Moderne Sklavenhaltung oder auch Tagesschau.de

Meine lieben Leser. Es ist schon über ein Vierteljahr her, seit ich durch die Berichterstattung von Tagesschau.de in ein großes, breites Fettnäpfchen getreten bin, das sich damals "Rothemden" nannte. Durch die einseitige und unvollständige Berichterstattung habe ich damals tatsächlich geglaubt, die Proteste der "Opposition" in Bangkok seien friedlich verlaufen. Später entlarvte sich Tagesschau.de mit widersprüchlichen Aussagen und einem sehr informativen Interview mit dem deutschen Botschafter in Thailand weitestgehend selbst. Seither lese ich Tagesschau.de-Nachrichten mit einer gesunden Portion Skepsis. Wie ich heute sehen muss, zu Recht.

Heute steht ein wundervoller Artikel über die Auslastung des Internets des Online-Redakteurs Jan Starkebaum auf der Titelseite. Herr Starkebaum propagiert einerseits, dass das Internet überlastet ist, andererseits bietet er verschiedene Lösungen an, um dieses Problem zu lösen. Diese Lösungen stammen natürlich nicht von ihm, sondern von den Anbietern.
...sacken lassen.

Es ist nicht meine Art, meine Meinung über die Analyse zu setzen, aber diesmal tue ich es einfach: Was Herr Starkebaum sich da geleistet hat, das geht auf keine Kuhhaut. Nicht nur, dass er, wie es in den Medien gerade üblich ist, Google einen Seitenhieb verpasst; nicht nur, das er den Gedanken schürt, dass die Anbieter von Flatrates zu Volumenbasierten Tarifen zurückkehren wollen; nicht nur, das er suggeriert, dass Youtube-Nutzer und Leute, die sogenannte Warez (also illegal Filme und Musik downloaden)ziehen, am Kollaps des Internets Schuld sind; nein, der liebe Herr Online-Redakteur bemüht neben der urbanen Legende des kurz vor dem Kollaps stehenden Internets jedes ihm mögliche Argument, um Werbung vor Videos, Volumentarife vor Flatrates und Mehrkosten durch den Netzausbau mit Glasfaserkabeln zu rechtfertigen. Damit macht er sich der modernen Sklaverei durch den Kotau vor den Netzanbietern schuldig.

Aber gehen wir im Detail auf seine Ideen und Argumente ein.
1) Der Dateninfarkt des Internet, ein Fake wie die regelmäßig nicht einschlagenden Meteore?
Bereits 2007 prognostizierte der Spiegel für 2010 den Infarkt des Internets, also den totalen Zusammenbruch. Nun, wir haben 2010. Bin ich zu früh? Ist der Infarkt des Intenets zu spät? Fragen über Fragen. Aber ich nehme an, hier verhält es sich genauso wie bei einer Prophezeiung von Nostradamus: Erst wenn das Ereignis eingetreten ist, kann man es einer Prophezeiung zuordnen.
Also haben die Anbieter entweder in den letzten drei Jahren Unsummen investiert und herkuleanische Leistungen vollbracht, um den kommenden Infarkt abzuwehren, oder fünfundzwanzig Prozent Belastung durch Youtube, Videostreaming und ähnliches im Internet haben dann doch nicht für den Super-GAU gereicht.
Wie immer man es auch sieht, Herr Starkebaum hat ein uraltes Mysterium aus seinem feuchten Grab gezerrt, und mangelhaft wiederbelebt. Zudem nennt er im Gegensatz zum Spiegel 2007 keinen Termin für "seinen" Infarkt des Netzes. Das klingt für mich wie der Versuch, höhere Gebühren der Netzbetreiber schönzureden.

2) Wer mehr zahlt, hat auf der Datenautobahn Vorfahrt?
Oh mein Gott. Was für ein Schrott. Was für ein Witz. Das Internet funktioniert folgendermaßen: Von meinem PC geht eine Anfrage an eine bestimmte Seite. Diese Seite reagiert auf meine Anfrage und schickt die Antwort in vielen kleinen defragmentierten Datensätzen zu mir zurück. Diese Datensätze sind so codiert, dass sie auch bei mir ankommen. Dabei gibt es ab und an Verluste, und das bedeutet geringfügig längere Ladezeiten. Kann passieren, muss aber nicht. Mein Internet-Speed wird allerdings dadurch geregelt, wie hoch der Download ist, den mein Anbieter mir vermietet.
Um ein Zwei Klassen-Web zu ermöglichen, in dem der Mehrbezahler unabhängig von seinem Download-Speed Vorfahrt vor anderen Datenpaketen hat, müssten nicht nur die Severbetreiber weltweit mitspielen, man müsste in die gesamte Infrastruktur auch Zwischenserver setzen, die kontrollieren, ob das aktuelle Datenfragment eine Signatur hat, die sie einem Premium-Nutzer zurechnet. Auf diese Weise kann man das Internet verlangsamen, aber sicher keinen Premium-Zugriff ermöglichen.

3) Qualitätsklassen und Geschäftsmodelle?
Die Welt schrieb zum gleichen Thema (und endlich weiß ich, wo dieser ganze Quatsch her ist), Zitat: "Die Videoplattform YouTube verursache in drei Monaten den gleichen Datenverkehr im Internet wie alle Rundfunkstationen dieser Welt in einem ganzen Jahr..." Zitat Ende.
Dabei beruft sich Welt.de auf den Economist, hat also gar nicht selbst recherchiert und käut wieder. Etwas, was Tagesschau.de anscheinend auch sehr gut beherrscht. Einmal ganz davon abgesehen, dass eine Viertelmillion Homepages sicher nicht soviel Datenverkehr verursachen wie Clipfish und Konsorten, selbst wenn man den Radiostream dazurechnet. Aber wer versucht, Äpfel mit Birnen zu addieren, kommt eben immer zum gleichen Ergebnis: Beides ist Obst.

4) Werbeclips vor Videos schalten?
Eine mögliche Kostenbremse sieht Herr Starkebaum darin, vor Videoclips Werbeclips zu setzen, wie es zum Beispiel Web.de/Gmx.de und manchmal auch Youtube schon einige Zeit tun. Damit kann das Web refinanziert werden. Oder anders ausgedrückt: Ich bezahle die Telekom für meinen Internet-Anschluss, und große Firmen bezahlen Inhalte-Anbieter, nicht Provider, im Netz dafür, dass sie mich mit überflüssiger Werbung nerven.
Herr Starkebaum, ich dachte es geht um die Überlastung des Netzes, nicht um dessen Finanzierung? Wie soll ein vergrößertes Übertragungsvolumen durch MEHR VIDEOS das Web entlasten? Ein etwas durchsichtiges Argument, dass vermuten lässt, dass Sie versklavt sind, Herr Starkebaum. Versklavt von der Industrie.

5) Sorgen um freien Datenverkehr?
Der Artikel rührt einen schönen großen Pott an. Ingredienzien sind eBay, Google, Youtube und Amazon, die besonderen Wert auf freien Internet-Zugang setzen sollen.
Noch einmal, Herr Starkebaum, ich dachte, es geht hier um die Belastung durch zuviel Traffic? Freier Datenverkehr ist selbst dann gewährleistet, wenn mein Internet wie zu Modem-Zeiten schleicht, und ich mit 56KB durch das Internet surfe. Bitte lernen Sie doch das Vokabular der Branche, bevor Sie sich wieder mutwillig blamieren.
Die einzige Firma, die einigermaßen von Premium-Geschwindigkeiten und Usern zweiter Klasse betroffen sein würde, wäre ohnehin Youtube. Und damit das für diese Seite Folgen hat, müssten sich Provider weltweit für ein gemeinsames Zwei Klassen-Web entscheiden. Ansonsten werden nämlich zweieinhalb Milliarden Chinesen und Inder wesentlich schneller im Web sein, als es den Europäern dann möglich ist. Aber wir sind ja auch nur ne Viertelmilliarde. Und die Chinesen wird es freuen, wenn wir ihre Bandbreite in Ruhe lassen.
Noch einmal: Von langsamen Datenverkehr ist die Freiheit im Internet nicht bedroht. Wovon sie allerdings bedroht ist, das ist zum Beispiel der Anspruch der Bundesregierung, Google zu zensieren. Und im Gegensatz zu Chinas Forderungen werden Berlins Forderungen umgesetzt. DAS ist die richtige Gefahr für das freie Internet.

6) Netzanbieter werden zu Schrankenwertern?
Tschuldigung. Gerade ich, der öfter mal einen Tippfehler in seinen Blogposts hat, sollte mich nicht darüber lustig machen, wenn es einem anderen passiert. Aber einem Bezahlmedium des führenden öffentlich-rechtlichen Senders ARD darf so etwas nicht passieren. Es heißt SchrankenwÄrter. Mit ä, nicht mit e, Herr Starkebaum. Sicherheitshalber habe ich das mit Hilfe des Duden verifiziert. Zu den offensichtlichen Nachbetungen überholter Argumente kommen jetzt auch noch peinliche Tippfehler. Hat Tagesschau.de keinen Lektor in der Redaktion?

7) Netzausbau und Berlins vorsichtiges Bekenntnis zur Netzneutralität?
Hm. Hm. HM! Erst neulich hat mir die Telekom angeboten, meine Flat mit 16Mbit auf den VDSL-Standard von 25Mbit zu erhöhen. Und sobald das bei mir verfügbar ist, werde ich das auch tun. Der Netzausbau scheint in vollem Gange zu sein. ;D
Was Berlin allerdings von Netzneutralität hält, kann man absehen, wenn man sich die Diskussion über Bezahlinhalte, Internetzensur durch Zensursula, Stoppschilder vor bösen Seiten (anstatt sie zu löschen) und die Urheberrechtsdiskussion vor Augen hält.
Letztere ist meiner Meinung nach nichts weiter als eine Farce, da sich z.B. die BILD (als einer der Begründer der Urheberrechtsdiskussion) bei der Berichterstattung über die Loveparade ungeniert über das Urheberrecht der tödlich Verunglückten hinweg gesetzt hat, und eiskalt in der Druckausgabe abgelichtet hat. Das wäre mal ein Punkt für Netzneutralität; nämlich die Rechte unschuldiger BILD-Opfer zu wahren, und nicht darüber zu diskutieren, wie einem amerikanischen Großkonzern Geld für nix aus den Rippen geschnitten werden kann.

8) Bezahlmodelle und Kabelanbieter für Internet?
Herr Starkebaum beweist einmal mehr, dass er sein Vokabular nicht beherrscht.
Im letzten Block, in dem es wieder einmal um teureres Internet und die Polemik geht, selbiges für die User schmackhaft zu machen, referiert er über Internetanbieter über Kabel. Zitat: "Kabelanbieter drängen mit hundert Megabit-Raten auf den Markt." Zitat Ende.
Ich kann mich irren. Nein, ich bin mir sehr sicher, dass ich nicht irre. Diese 100 Mbit-Rate klingt doch nach genau der Leistung, die moderne WLAN-Netze zur Zeit leisten können. Ein Blick auf eine große Kabel-Internet-Vergleichsseite zeigt uns dann auch, dass Begriffe wie 100Mbit im Zusammenhang mit keinem Kabelbetreiber auftauchen.


Fazit: Tagesschau.de und besonders ihr Redakteur Jan Starkebaum macht mit diesem Artikel gleich mehrere Dinge klar. Zum Beispiel, dass sie ein willfähriger Sklave der Internet-Industrie ist und Preiserhöhungen schönredet, bevor sie überhaupt angedacht sind. Zum Beispiel, dass Herr Starkebaum keine Ahnung von dem hat, was er da (ab)geschrieben hat. Zum Beispiel, dass nicht nur deutsche Politiker absolut keine Ahnung vom Internet haben. Zum Beispiel, dass Videos und Google für Tagesschau.de die neuen Superbösen sind, und das obwohl sie dem modernen Internet nach eigener Aussage nur ein Viertel der Bandbreite kosten. Wäre es da nicht interessant gewesen, die anderen drei Viertel unter die Lupe zu nehmen, jetzt wo das Netz vor dem endgültigen Kollaps steht?

Setzen, sechs. Aufgabenstellung nicht erfüllt. Aber keine Sorge, die BLÖD sucht eigentlich immer ein paar alles nachplappernde, Recherchefaule Reporter und Redakteure.

Donnerstag, 5. August 2010

Für den Kaiser

Sollte jetzt einer meiner eifrigen Blog-Leser - ja, ich meine Euch zwei - bei diesem Titel und meinem realen Nachnamen irritiert sein, dann kennt er mit Sicherheit meine Story Für den Kaiser nicht. Diese Science Fiction-Geschichte, für die ich zweieinhalb Millionen Anschläge in vier Einzelromanen verbraten habe, erfreut sich auf Fanfiktion.de einer gewissen Beliebtheit.
Das erste Fragment reingestellt habe ich Anfang Juli letzten Jahres. Beendet hatte ich die Arbeit an den vier Romanen pünktlich zum Jahreswechsel.
Nun haben wir den August des Folgejahres, und ich habe schon im Juli festgestellt, dass Für den Kaiser alleine über eintausend Aufrufe erreicht hat. Im Anbetracht der Größe der Geschichte, ihrer Komplexität und inneren Struktur finde ich das schon beachtlich. Allerdings auch irgendwie ärgerlich, denn die Resonanz könnte höher sein. So um die drei bis vier Millionen Aufrufe wären mir schon ganz Recht. ^^
Heute steht die Zahl der Aufrufe bei eintausendundvierzig. Und ich hoffe, dass noch viele Leser Gefallen am Leben und den Anstrengungen von Lord Arling und seinen Wegbegleitern haben werden.

Mittwoch, 4. August 2010

Die wundersame Wandlung einer Psychologin zum Manne, oder wie Kachelmann rennen lernen sollte

Es gibt doch noch immer Wunder auf dieser Welt. Wunder von erschreckender Schönheit, Wunder von einmaliger Brisanz. Und Wunder, die von Menschen gemacht werden...

Eines dieser Wunder ist mir heute begegnet. Es betrifft den Fall Kachelmann. Genau. Die Geschichte, die seit Monaten die Runde macht, wie letztes Jahr die H1N1-Seuche, die keine war. Die Geschichte, bei der Kachi wegen vorgeblicher schwerer Vergewaltigung monatelang in Untersuchungshaft bleiben musste, und erst vor kurzem entlassen wurde, weil das mutmaßliche Opfer zwei Punkte der Anklage zurückzog.

Versteht mich nicht falsch: Vergewaltigung gehört zu den schlimmsten Verbrechen, die ein Mensch einem anderen antun kann, und Vergewaltiger gehören therapiert, und das dringend, je nach Gefährlichkeit auch weggesperrt. Aber wie immer gilt auch hier, dass Kachi zwar angeklagt, aber nicht verurteilt ist. Also sparen wir uns diesen Aspekt doch bitte für nach den Prozess auf.
Zweifel am Tathergang gibt es natürlich. Unter anderem durch das Gutachten der Bremer Psychologin Luise Greuel, die die Aussage des Opfers massiv in Frage stellte.

Wie gesagt, Herr Kachelmann ist seit einigen Tagen frei. Und das soll er kräftig gefeiert haben. Gerade eben lief auf Vox die Sendung Prominent, und sie berichtete nicht nur über die Feier, sondern das bei dieser auch der von Kachelmanns Anwalt bestellte Psychologe* anwesend gewesen sein soll. Dies soll nun zur Folge haben, dass sein belastendes Gutachten erschüttert und vor Gericht an Wert verlieren soll. Prominent wartete dazu auch mit Fotos des Herrn auf, einem Mittfünfziger mit leicht schütterem Haar.
...sacken lassen.

Gut, gut, von Frau Greuel habe ich noch keine Bilder gesehen, aber ICH frage mich hier vor allem eines: Wann, zum Henker, hat sie sich zum Mann umoperieren und sich gerichtlich auch zum Mann erklären lassen? Das muss vollkommen an mir vorbei gegangen sein. Ich meine, so muss es doch sein, oder? Anders kann ich es mir nicht erklären, dass Frau Greuels Gutachten die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers erschüttert hat, JETZT aber Prominent behauptet, das Gutachten des männlichen Psychologen würde durch seinen Kontakt zu Kachi erschüttert werden, und suggerieren, dies wäre für den Prozessverlauf interessant.
Wäre das nicht was für VOX? Deutschland, deine schnellsten Geschlechtsumwandlungen?

Die alternative Erklärung wäre hier, dass Prominent entweder vergessen hat, von wem das unabhängige Gutachten ursprünglich stammt... Oder dass sie hier den von Kachis Anwalt bestellten Gutachter einfach mal gepflegt in die Pfanne hauen, für einen Header verheizen, um ganz Deutschland zu verarschen. Und um den Fall Kachelmann wieder mal ein klein wenig anzuheizen.
Ich frage mich hierbei zwei Dinge:
1) Wer wird sich noch daran erinnern, dass Luise Greuel, die Verfasserin des unabhängigen Gutachtens, eine FRAU ist?
2) Wie viele Medien werden auf diesen Zug aufspringen, und diese Fehlermeldung mit verbreiten, um dem Kachelmann-Fall "anzuheizen"?

Den Rest, meine liebe Mediennation Deutschland, sollten wir dann getrost dem Gericht überlassen. Allerdings verhehle ich nicht, dass ich von Anfang an massive Zweifel an Kachelmanns Schuld hatte.
Das ist jedoch meine eigene Meinung. Was VOX, speziell Prominent da gemacht hat, ist jedoch einfach nur dreist.

* Noch eine Bitte in eigener Sache: Ich habe eher aus Versehen in die Sendung reingezappt, und mir leider keine Notizen gemacht. Wenn mir also jemand den Namen des Psychologen besorgen könnte, wäre ich dafür dankbar. Nur der Vollständigkeit halber. Danke im voraus.

Montag, 2. August 2010

Der Feldzug von Foodwatch geht weiter - zu unser aller Vergnügen.

Aufmerksame Beobachter meines Blogs wissen, dass ich die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch nicht mag. Ich habe schon oft über sie und ihre Projekte gebloggt, und selten, eigentlich nie, war ich mit ihnen einer Meinung. Egal ob es nun gegen die Capri-Sonne geht, die zuviel Zucker enthält, egal ob Foodwatch meint, die Grenzwerte für Uran im Wasser seien zu niedrig, oder ob sie das Essen in den Zügen der Bahn kritisiert, weil es ihrer Analysen nach Konservierungsstoffe enthält - die Projekte haben mir nie gefallen. Es ging immer um schnelle, leichte Sachen, und die Organisation schreibt sich meines Erachtens die Erfolge anderer als eigene auf ihre Fahnen.

Auch diesmal hat Foodwatch einen Gegner - Supermärkte und Discounter wie LIDL, ALDI, REWE und Marktkauf.
Die Verbraucherschutzorganisation bemängelt das SB-verpackte Fleisch der Endverkäufer, weil es unter Sauerstoffschutzatmosphäre verpackt wird. Nach Angaben von Foodwatch erhält es zwar lange die Optik, dafür schadet der Sauerstoff aber der Qualität, das Fleisch wird im Endeffekt zäh und schmeckt/riecht ranzig.
Die Handelsketten haben sich aber gegen diese Kritik gewehrt.

Ich persönlich finde: Selten war es so einfach für jeden Verbraucher, sich eine eigene Meinung zu bilden. Die Capri-Sonne schmeckt nun mal süß, und wer hat schon ein Labor Zuhause? Mit der Bahn fahren und im IC oder ICE essen kommt nun auch nicht jeden Tag vor, und dementsprechend greift man eben auf vorgefertigte Meinungen zum Bordessen, selbst den Gourmet-Menüs, zurück. Und letztendlich hat kaum jemand einen Geigerzähler daheim, um den Gehalt an radioaktiven Elementen im Trinkwasser zu überprüfen.
Dieser Fall liegt jedoch vollkommen anders. ALDI, LIDL, und die anderen großen Unternehmen der Branche, die ihr SB-Fleisch tatsächlich unter Sauerstoffschutzatmosphäre verpacken (was nach Informationen der Unternehmen die Bakterienbildung unterbinden soll), sind für uns alle erreichbar. Und wir kaufen auch fast* alle bei ihnen ein.
Dementsprechend ist es sehr leicht, beim nächsten Einkauf einfach mal ein wenig SB-Fleisch mitzunehmen, Zuhause zu öffnen, und es auf ranzigen Geruch zu überprüfen. Oder nach der Zubereitung festzustellen, ob es tatsächlich zäh war, fade oder ranzig geschmeckt hat.
Letztendlich muss sich jeder eine eigene Meinung bilden.

Spoiler für alle, die MEINE Meinung nicht wissen wollen, um unbeeinflusst einzukaufen, zuzubereiten und probieren zu können:
Ich bin ein großer Esser. Ein sehr großer Esser. Und zu meiner Ernährung gehört auch SB-verpacktes Fleisch. Nun will ich nicht verneinen, dass das Fleisch von Landschlachtern generell besser ist als das von Discountern und Supermärkten. Aber mangelnde Qualität, fader Geschmack oder ranziger Geruch wären mir schon tausendmal aufgefallen. Für mich hat sich Foodwatch wieder einmal nach vollem Herzen bemüht, um meine Meinung über diese Verbraucherschutzorganisation zu festigen. Dies sind nicht die Kampagnen, die ich von einem wahren Verbraucherschützer im Dienste des Kunden erwarte. Und es ist mir absolut schleierhaft, warum ausgerechnet der Spiegel über diese Organisation berichtet.

Wie dem auch sei: Bildet Euch eine Meinung über das unter Schutzatmosphäre verpackte SB-Fleisch in Supermärkten und Discountern. Und bei der Gelegenheit auch gleich über Foodwatch.

Dienstag, 27. Juli 2010

Wer büßt für die BILD?

Eigentlich wollte ich zur Loveparade in Duisburg nichts schreiben, nicht auf den Zug aufspringen und bereits Gesagtes bis zur Unkenntlichkeit wiederkäuen. Eigentlich hatte ich gedacht, dass sich jeder denken kann, dass zu einer Loveparade mehr als die rund dreihunderttausend Menschen kommen würden, die auf das alte Güterbahnhofsgelände gelassen werden sollten. Und eigentlich sind Stadt und Veranstalter, so brutal das jetzt aus meiner Feder klingt, mit zwanzig bestätigten Toten und über fünfhundert offiziell gezählten und behandelten Verletzten, noch ziemlich glimpflich davon gekommen. Das hätte noch viel schlimmer ausgehen können.
Dennoch, zwanzig Tote sind zwanzig Tote zuviel, sind zwanzig Familien, die Angehörige verloren haben, sind zwanzig Schicksale, sind zwanzig unglaubliche Unglücksfälle, die hätten vermieden werden können.
Doch beinahe mag man aufatmen, weil es keine hundert oder tausend Tote waren.
Und man (in diesem Fall ich) kann nur hoffen, dass das derzeitige Hin und her-Schuldzugeweise bald einer sachlichen Analyse Platz macht, und die Verantwortlichen im Rahmen unserer Gesetzgebung angemessen bestraft werden. Hoffen wir auf eine Diskussion, die auf dem Boden bleibt, analysiert und erklärt, und nicht hetzt, beschämt und das Schicksal der Toten ausschlachtet.

Apropos Schicksal der Toten ausschlachten. Wer den Titel aufmerksam gelesen hat, der weiß was jetzt kommt. Richtig, wir haben natürlich einen berühmten Ausreißer in der Gruppe der brichtenden Medien, der ohne einen Hauch von Hemmungen Bilder der Verstorbenen auf der Titelseite präsentiert. Bilder, die sie fröhlich zeigen, lebendig, und die deshalb vermuten lassen, dass die BLÖD-Redakteure auf Teufel komm raus Bilder gesucht haben, und dazu meines Erachtens StudiVZ, MySpace und andere Dienste geplündert haben. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass hier zwanzig Familien das Recht am Bild ihrer toten Kinder verramscht haben, um sie dem geifernden Publikum wie ein Kuriosum zu präsentieren. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, dass sie das wünschen. Übrigens wäre auch denkbar, das ein Teil der Bilder von der Loveparade selbst stammt, quasi von unbeteiligten Dritten, die des schnöden Mammons Willen an BLÖD verkauft haben. NOCH SCHLIMMER.

Und als wären die Bilder nicht schon schlimm genug, und würden sie nicht bereits massiv gegen den Pressekodex verstoßen, so titelt die BILD: "Dies sind die Toten der Loveparade." Weiter schreibt sie: "Wer büßt für die Toten?"*
Lieber Kai Diekmann, Chefredakteur der BILD: Wer büßt in der Redaktion der BILD-Zeitung für diese Berichterstattung? Für die obszöne Entehrung der gestorbenen Unfallopfer auf dem Küchentisch der Nation? Wer hat die Eier zu sagen: Wir hätten die Gesichter aus Respekt vor der Trauer und den Gefühlen der Angehörigen verpixeln müssen!? Wer hat bei Euch die Chuzpe zuzugeben, einen Fehler gemacht zu haben?
Das Schreckliche an der BLÖD ist leider, dass dort niemand diesen Fehler einsehen, eingestehen wird. Sie werden lieber ein paar zehntausend Euro Strafe für private Klagen zahlen, nur um ihre reißerischen Schlagzeilen behalten und die Bilder der Toten zeigen zu können.
Noch mal, und das aus tiefstem Herzen: Es ist journalistisch gesehen vollkommen unnötig, Bilder der Toten zu zeigen. Dies verletzt die trauernden Hinterbliebenen, verletzt das Schamgefühl einer Nation und degradiert uns zu Voyeuren, die wir nach Meinung der BILD-Redaktion sind. Ich bin entsetzt.

Es schmerzt ja beinahe schon das zu sagen, aber wir können wahrscheinlich froh sein, dass die BILD keine Fotos der Opfer auf der Titelseite zeigt, die nach dem Unglück aufgenommen wurden. Selbst das ist der BLÖD-Redaktion zuzutrauen.
Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen. Mein Ärger Kai Diekmann.



*Die Schlagzeilen habe ich aus dem Kopf nachgeschrieben. Ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit jeder einzelnen Silbe. Man möge mir das verzeihen. Ich hatte einfach Hemmungen, für die BILD auch noch Geld auszugeben.

Sonntag, 25. Juli 2010

Shit happens - meistens

Tja, jetzt habe ich schon ein paar Tage diese Buttons unter meinen Beiträgen.
Und es gibt tatsächlich mindestens zwei Personen, die beim Button "uninteressant" gevotet haben.
Das ist natürlich für einen Blogger wie mich ein hartes Brot, ein Schlag ins Gesicht, quasi, und eine große Selbsterkenntnis. Sprich: Nach diesem harschen Voting bleibt mir gar nichts anderes übrig, als sofort das Bloggen einzustellen, nie wieder einen Beitrag zu schreiben, und fortan nur noch passiv am Internet teil zu nehmen.

...
War nur Spaß. Die Tatsache, dass meine unbekannten Kritiker lediglich die Beiträge bewertet haben, die sie auf der Frontpage sehen konnten, lässt mich nicht auf einen verärgerten Leser schließen, sondern eher auf zwei Trolle, die mir eins auswischen wollen. Warum auch immer. Ich habe solche Menschen nie verstanden, die glauben, im Internet seien sie anonym, und die ungezügelte Ausnutzung dieses Fakts würde keine negativen Auswirkungen auf ihre Persönlichkeit haben. Aber das steht sicher auf einem anderen Blatt.
Denn an dieser Stelle muss ich mich bei meinen beiden Kritikern entschuldigen: Eure Votings sind leider verloren gegangen, als ich die Texte der Buttons angepasst habe. Sorry. Ihr dürft aber noch mal voten. So oft Ihr wollt.
Allerdings weiß ich noch nicht, ob meine Button-Beschriftung so wirklich schon optimal ist. Das Beste ist wohl tatsächlich, wenn Ihr mir was zu sagen habt, dass Ihr mir einen Kommentar schreibt.
...
sacken lassen. Eher unwahrscheinlich bei Trollen.

Edit am 27.07.: Heute zieren meine Beiträge wieder Einträge am Negativ-Button "nicht mein Ding". Diesmal, das muss ich wirklich anerkennen, hat sich mein Troll richtig Mühe gemacht, und sogar Artikel benotet, die er nicht nur als Titelansicht findet.
Ehrlich, ich weiß die Mühe zu schätzen. Deshalb lasse ich das jetzt so stehen.

Freitag, 23. Juli 2010

Unverhofft kommt oft

Ich gebe zu, ich bin überrascht. Denn heute hat mich etwas erreicht, was man nur als Fangeschenk bezeichnen kann.
Seit einiger Zeit kommuniziere ich mit Terence aus Berlin, der eifrig meinen Blog verfolgt, ein großer Fan meines Romans Für den Kaiser ist, und für mein Buch Die Allianz - Im Korridor der Sterne mein persönliches Signum wünscht. Heute hat er mir das Buch tatsächlichzum signieren zugeschickt. In einem Paket. Und das Paket war selbstverständlich nicht nur mit dem Buch gefüllt. Neben sorgfältigem Verpackungsmaterial fand ich im Paket noch sorgfältiger eingepackte Souvenirs des Berliner Ampelmann-Shops, sowie ein komplettes Kalligraphie-Set mit zwei Farben und Glasfeder. Wie ich schon sagte, ich bin überrascht. Schwerstens überrascht. Und hocherfreut. Mein erstes Fanpaket. Kann ich das so stehen lassen, Terence?
Und das erste Fanpaket ist mir natürlich auch einen eigenen Blogeintrag wert. ^^
Er hat mir sogar ein Päckchen Arami-Salz eingepackt, ein spezielles katalaunisches Gewürz, das in meinem Roman Für den Kaiser zum Süßen von Tee und Kaffee verwendet wird...
Also ehrlich, Terence, das muss ein weiter Weg gewesen sein, die eintausend Lichtjahre bis Sanssouci. ;)

Donnerstag, 22. Juli 2010

Veränderungen machen vor niemandem Halt

Meine lieben Leser. Mit großem Interesse betreibe ich nun seit etwas mehr als anderthalb Jahren diesen Blog. In dieser doch sehr langen Zeit habe ich einhundertachtundvierzig Blogeinträge verfasst. Dies hier ist der einhundertneunundvierzigste. In dieser Zeit habe ich auch viele Kommentare erhalten. Wie es das Schicksal des unbekannten Bloggers aber nun mal ist, waren diese Kommentare im Anbetracht der Masse an Blogeinträgen, nun, leicht unterlegen.
Mich hat eigentlich immer interessiert, wie viele Leser mein Blog hat. Wie viele ich erreiche. Wie viele ich vergraule. Ich war schon drauf und dran, einen Counter als Plugin zu suchen, oder eine Umfrage zu starten, um wenigstens mal einen Ansatz erlangen zu können, um mich über die Zahl meine Leser und über ihre Meinung zu meinen Blogeinträgen orientieren zu können.
Nun, das hat sich seit gestern erledigt.
Seit gestern habe ich ein neues Plugin unter jedem Post, das sogar noch besser als ein Counter oder eine Umfrage ist: Ab sofort kann jeder Leser unter drei Kategorien abstimmen (die ich aber eventuell noch modifizieren werde): Jeder, dem mein Blog gefällt, kann bei Lustig, interessant oder cool ein Häkchen setzen. Seine Stimme wird gezählt.
Also werde ich endlich wenigstens eine Ahnung davon bekommen, wie mein doch recht sprunghafter, durch die Themen hüpfender Blog so ankommt. Also nutzt diese Funktion doch bitte Zuhauf.
Und natürlich, das verspreche ich, werde ich einen der Button umbenennen oder noch einen vierten einfügen, mit dem Ihr, meine Leser, auch Euren Unmut ausdrücken könnt - sobald ich eine Ahnung habe, wie ich das machen kann. ^^

Und wenn wir schon dabei sind: Es gibt noch eine neue Leiste. Ab sofort könnt Ihr meine Blogtexte mittels der praktischen Direktlinkbuttons über Mail, Twitter, Facebook, GoogleBlitz oder den eigenen Blog verlinken, bzw. weiterleiten.
Ich schätze, ich bin jetzt mit meinem Blog im Internet 2.0 angekommen. Schön ist es hier. Aber tapezieren sollte man mal...


Edit: So, die Texte der Buttons wurden geändert. Erstaunlich, wie leicht manche Dinge sind, wenn man sie einfach mal ausprobiert. ^^V

Mittwoch, 21. Juli 2010

Es weht ein scharfer Wind aus Winnenden - naja, fast...

Ihr, meine aufmerksamen Leser, wisst natürlich, dass ich den Feed von Tagesschau.de mehr als reichlich nütze. Heute fiel mir eine Meldung von SWR.de ins Auge, in der sich u.a. Eltern von Opfern des Amoklaufs in Winnenden in der Initiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen" engagieren, um eine Verschärfung des Waffenrechts zu erreichen. Die Initiative, die laut SWR.de schon über einhundertachtzigtausend Unterschriften gesammelt hat, fordert darin konsequent ein Verbot von allem Waffen für Sportschützen, die zum Töten oder Verletzen von Menschen produziert wurden.

Und natürlich lässt es sich SWR.de nicht nehmen, ganz versteckt im letzten Satz zu erwähnen, dass "sich die Initiative gegen tödliche Sportwaffen und Killerspiele richtet". Okay, bevor ich zum Kernpunkt zurückkomme, hier ein kurzer Einwurf für die anonymen SWR.de-Autoren: Wie immer, wenn das Totschlagwort "Killerspiel" eingebracht wird, schlage ich die Hände über den Kopf zusammen. Leute, Killerspiele sind bereits verbotene Spiele. Warum sollte man dagegen Petitionen einreichen? Alle anderen Spiele auf dem deutschen Markt sind entweder Altersindiziert, oder nicht indiziert, weil die Freiwillige Selbstkontrolle dies nicht für nötig sah. Habt doch mal ein klein wenig Vertrauen in Eure Kollegen. Oder lernt Euer Vokabular besser, nämlich hier. Die Seite Stigma-Videospiele.de erklärt Euch hier, wie groß die Fettnäpfchen sind, die Ihr gerade breit getreten habt.

Aber kommen wir zurück, kommen wir zur Initiative, die Mordfähige Waffen verbieten lassen will. Okay, das stößt mir schon mal sauer auf, denn wie man auf der Homepage nachlesen kann, sollen nur solche Waffen verboten werden, die dafür gebaut wurden, um Menschen zu töten oder zu verletzen. Merkt jemand, worauf ich hinaus will? Richtig: Was ist dann aber mit all den Waffen, welche von Jägern genutzt werden? Die teilweise genauso tödlich, wenn nicht tödlicher als diese "Sportwaffen" sind?
Wenn mich mein nicht so phänomenales Gedächtnis nicht gerade im Stich lässt, dann kommen bei den Amokläufen in Deutschland neben Kurzwaffen (also Pistolen und Revolver im weitesten Sinne) auch Jagdwaffen zum Einsatz.
Natürlich ist jeder Amoklauf einer zuviel, und man muss sich fragen, was junge Menschen zu solchen Handlungen treibt... Man muss sich fragen, wie man ihnen vorher helfen kann, damit sie gar nicht erst eine so unsinnige, tödliche und schwachsinnige Tat begehen. Aber man muss sich auch fragen, ob die Initiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen" inkonsequent ist.

Ich stelle mal außen vor, ob und wie viel Sinn es machen würde, deutschen Schützenvereinen Kurz- und Langwaffen zu verbieten, denn letztendlich werden Waffen dieses Typs bei Amokläufen verwendet. Aber ich frage mich schon, ob da nicht mit zwei fest zugekniffenen Augen übersehen wird, dass es in der letzten Jagdsaison laut Jagd-online.de über dreihundertfünfzigtausend Jagdscheine in Deutschland gab. Wenn ich für jeden Jagdschein auch mindestens ein Gewehr annehme, macht das über dreihundertfünfzigtausend Jagdwaffen, die zwar nicht fabriziert wurden, um Menschen zu töten oder zu verletzen - dies aber ohne jedes Problem können.
Ohne den Schützenvereinen ihre Kleinkaliber madig machen zu wollen, ohne den Jägern das Hobby vergrätzen zu wollen (das sie überdies verrichten, um unsere Wildbestände zu regulieren), denke ich, dass die Initiative halbherzig vorgeht.
Wenn schon Waffen verbieten, dann alle Waffen verbieten. Das ist natürlich nicht durchführbar. Und es führt mit Sicherheit auch nicht zu dem angestrebten Ziel. Aber es wäre konsequent und hätte meinen Respekt verdient.

Liebe Unterzeichner der Initiative, natürlich erkenne ich den guten Willen und die Sorge vor weiteren Amokläufen an, natürlich weiß ich den Kraftakt zu schätzen, den ihr für einhundertachtzigtausend Unterschriften aufbringen musstet. Und natürlich kann ich nicht einmal ansatzweise nachempfinden, was die Eltern der getöeteten Schüler, die ebenfalls unterschrieben haben, empfinden. Aber ich erkenne einen falschen Ansatz, wenn ich ihn sehe.
Eine inkonsequente Idee, die mindestens dreihundertachtzigtausend latent tödliche Waffen in Deutschland geflissentlich übersieht und all den Sportwaffenbesitzern ein schlechtes Zeugnis ausstellt, sie zu Alleinschuldigen stigmatisiert, die sich zudem nahezu alle nie einen Waffenrechtlichen Verstoß haben zuschulden kommen lassen, ist vielleicht nicht der optimale Weg.

Es ist ein Anfang, man kann auf der Petition aufbauen, etwas beginnen. Aber wirkliche Erfolge erzielt man m.E. mit psychologischen Präventionsmaßnahmen in den Schulen und während der Ausbildung. So etwas bringt weniger Schlagzeilen als ein Amoklauf mit Todesfolge, und sicher kostet es auch mehr, wenn Psychologen sich um die geistige Gesundheit von Schülern und Azubis kümmern - das womöglich in Vollzeit. Und sicher höre ich schon die eine oder andere zynische Stimme, die auf Menschenverachtende Weise verlauten lässt, dass die "geringe Zahl der Amokläufe in Deutschland solche teuren Maßnahmen nicht rechtfertigt", um mal den Advocato Diabolis raushängen zu lassen.
Aber Waffen töten Menschen, weil andere Menschen sie halten und abdrücken. Den Zugang zu Waffen zu erschweren (unmöglich machen kann man es nicht, davon bin ich überzeugt), mag eine kurzfristige Lösung für ein Symptom sein. Aber was wir in Deutschland brauchen, ist Heilung. Heilung direkt in den Köpfen jener, die aus welchen Gründen auch immer sich selbst treiben oder in einen Amoklauf getrieben werden. Denn seien wir mal ehrlich: Kein gesunder Mensch bei klarem Verstand würde eine solch abscheuliche Tat begehen, geschweige denn begehen wollen. Diese Menschen sind krank, und Kranke brauchen Hilfe. Möglichst vorher. Weit, weiiit vorher.


Auf der anderen Seite aber bin ich gespannt. Gespannt darauf, was passieren wird. Immerhin wird Kleinkaliberschießen bei den Olympischen Spielen bereits mit Laserwaffen durchgeführt, immerhin startet die Polizei immer wieder sehr erfolgreiche straffreie Abgabe-Aktionen für illegale Waffen.
Und immerhin ist Deutschland auf dem Gebiet der Kurz-, Lang-, und Militär-Waffen ein verdammt wichtiger Exporteur und Produzent. Ich frage mich, wann die Lobby einkickt.
Ich frage mich, was passiert.
Was ich nicht sehen will, ist, dass die Initiative wirkungslos verpufft, denn wenn auch keine Ursachen bekämpft werden, so sind dies doch schon einmal einhundertachtzigtausend Stimmen, die Amokläufe nicht "cool" erscheinen lassen, so wie es manche Medien so gerne tun, und damit Nachahmer anstacheln.
Oder wie Bild.de zum Anlass nehmen, endlos darüber zu berichten... Was in meines Erachten nach etwa den gleichen Effekt hat.

Samstag, 17. Juli 2010

13003

Erfreuliches habe ich auch von anderen Fronten zu berichten.
Diesmal geht es ums Schreiben, meinem Lieblingshobby.
Als ich mich gerade eben auf Fanfiktion.de eingeloggt habe, sprang mir die Zahl der Aufrufe geradezu ins Auge: Meine Geschichten wurden inzwischen über dreizehntausendmal aufgerufen. Leute, ich bin schwerstens beeindruckt und bedanke mich bei all meinen Lesern. Nur etwas mehr Feedback könnt ihr ruhig da lassen. Ich freue mich über alle Zeilen. ^^

Beatbattle die Zweite - Dritter Abend

Um es mal vorweg zu nehmen: In der Nacht von letzten Freitag auf heute hatte ich einen höllischen Spaß. Alle Bands, die sich gestern im Checkpoint duelliert haben, um in die nächste Runde zu kommen, haben eine Super Stimmung verbreitet. Respekt, Jungs, wirklich Respekt. Ohne jetzt eine Band besonders hervor zu heben, es war ein Abend wirklich guter Musik.

Antreten sollten vier Bands, weil Leave Yesterday nachnominiert wurden. Da aber Dowjones wegen akuter Sommergrippe ausgefallen waren, durften wir mit Zehn vor Zehn und Treehouse insgesamt drei Bands erleben. Drei gehen rein, zwei kommen raus. Zwei Bands pro Vorrundenabend kommen weiter. So war es auch am dritten Abend. Und selten war es so schade, dass eine der Bands raus fliegen musste. Aber es gibt einen dicken Trost: Die Bands, die in der Vorrunde ausscheiden, sind automatisch für den Beatbattle 3.0 gesetzt - so sie denn wollen. Und das ist keine schlechte Idee, immerhin gibt es schon elf Anmeldungen für die limitierten achtzehn Plätze.
Ich schätze, der Freitag im Checkpoint wird langsam aber sicher zu Qualitätsschmiede von gutem Rockpop zwischen Göttingen und Hannover. Gut, gut. Ja. Auch für Metal und Hardrock. Überredet.


Aber kommen wir zu Wichtigerem, kommen wir zu den Bands. Als Erstes traten Leave Yesterday an. Wie jeden Abend habe ich die Bands angekündigt, und letztendlich haben sich Artur, Philip, Leo und Denny folgenden Spruch von mir gewünscht: Gute Musik kennt kein Genre. Technisch perfekt verbreiteten sie anschließend eine Menge Spaß auf der Bühne und im Publikum, während sie auf Englisch abgerockt haben.
Ich weiß, ihr hört das nicht gerne, Jungs, aber ich würde euch einfach vom Gefühl her in Richtung Punkrock einordnen. Hart, schnell und mit viel Herz.
Der Link führt auf ihre MySpace-Seite, auf der zwei Samples bereit liegen. Die wurden aber, wie mir die Jungs erzhlt haben, am Laptop zusammengemischt, deshalb sind die Stücke auch nur ein sehr unzureichender Beleg für das was sie drauf haben.
Und, Jungs, ihr habt es drauf. ^^b Wer sich also wirklich einen Eindruck von ihnen machen will, sollte sie unbedingt live hören.

Zehn vor zehn war die nächste Band.
Knallig-harter Deutschrock, fliegende Drumsticks (die zum Glück niemand verletzt haben XD ) und eingängige deutsche Texte, das ist Zehn vor Zehn. Die vier Jungs aus Hameln haben hart und knallig gespielt. Die Vorstellung kriege ich nicht mehr zusammen, aber wir haben uns dann schließlich drauf geeinigt, dass ich einen Gag auf den Bandnamen reißen darf. Nach meinem herzigen: "Es ist zwar schon zwei nach zwölf, aber hier sind Zehn vor Zehn!", rockten die Jungs auch prompt die Bühne.
Wenn ich Zehn vor Zehn auf ein Genre festlegen sollte, fällt es mir etwas schwer. Deutschrock, klar, aber mit einem düsteren Touch, Richtung Rammstein. Aber ohne die düstere Stimme. XD
Auch Zehn vor Zehn brachten eine technisch perfekte Leistung. Klang alles wunderschön handgemacht. Und eure Bühnenpräsenz war Klasse.
Ich wünschte, ihr hättet mich nur nicht nach dem Gig in die Enge gedrängt und gefragt, was ihr verbessern könnt. ^^°°° Gleich nach dem Auftritt wäre das eine bessere Frage gewesen als um drei Uhr morgens. ;)

Kommen wir zu etwas völlig anderem, kommen wir zu Treehouse, der letzten Band des Abends.
Die Jungs aus Göttingen wollten auf Nummer sicher gehen, und haben mir auf halbem Weg durch den Abend einen Spickzettel in die Hand gedrückt, auf dem ihre absolute Wunschvorstellung stand: "Viel Gitarre, eingängige Melodien und eindrucksvoller Rock-Pop-Sound... Willkommen bei Treehouse."
Oooookay, ich habe jetzt nicht jede einzelne Silbe so ausgesprochen, aber der Sinn war zu verstehen. ^^
Ich hoffe, ihr wart trotzdem zufrieden, Jungs.
Und auch wenn es jetzt gegenüber Gabriel, Julian und Janos ein wenig unfair ist, ich kann nur wiederholen, was ich um drei Uhr morgens gesagt habe: Der beste Mann auf der Bühne war Daniel, euer Drummer. Und das ist eine Entscheidung, die mir schwer gefallen ist, weil euer Auftritt an sich schon hammergeil war.
Genre: Englischsprachiger Pop, definitiv. Geht so in Richtung Green Day und klopft dann vorsichtig bei den ruhigen Linkin´ Park-Balladen an, nur ohne das Schreien.


Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend, und es tat mir nicht das erste Mal während des Beatbattle 2.0 leid, dass schließlich nur zwei Bands weiter kommen konnten. Verdient hätten es alle drei gehabt, aber so tickt der Beatbattle nun mal nicht.
Letztendlich gewann Treehouse die meisten Stimmen von Jury und Publikum (da stimmten auch die anderen beiden Bands zu: Bester Auftritt des Abends), sehr dicht gefolgt von Zehn vor Zehn. Für einen Beatbattle-Abend erreichte Leave Yesterday eine verdammt hohe Wertung, aber es war eben kein normaler Abend. Und deshalb ist die sympatische Truppe um Artur leider raus. Aber Leave Yesterday haben gleich nach dem Konzert zugesagt, dass sie ihren freigehaltenen Slot für den Beatbattle 3.0 annehmen. Wir sehen uns also spätestens dann wieder, Jungs. Wenn ihr euren Gutschein verbratet, bin ich garantiert in der Nähe. ^^V

Zehn vor Zehn, Treehouse, es wird mir eine Freude und ein Vergnügen sein, eure nächsten Abende zu moderieren. Wir werden eher noch mehr Spaß haben.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Homöopathie in der Politik

Alle, welche die aktuelle Tagespolitik ein wenig mit verfolgen, wissen, dass die schwarzgelbe Koalition in Berlin gerade versucht, ihr Sparpaket zu formulieren. (Und das, nachdem sie ihr spezielles Sparpaket für Hoteliers geschnürt hat...)
Der SPD-Politiker Karl Lauterbach, leicht zu erkennen an seiner Talkshow-Präsenz und der roten Fliege, brachte in diesem Zusammenhang das Thema auf, die umstrittene Homöopathie aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen zu streichen. Ihre Wirksamkeit ist nicht erwiesen, und normalerweise bezahlen die Kassen auch nur, was funktioniert.
Die Fraktionssprecherin der Liberalen, Ulrike Flach, kommentierte dies gleich als einen Anschlag auf die Wahlfreiheit der Versicherten und Patienten.
Und auch aus der SPD kommen kritische Stimmen. Marion Caspers-Merk, fürchtete um die Therapievielfalt in Deutschland, betonte, dass mit einer Streichung der Homöopathie mit acht Millionen Euro nicht einmal ein zweistelliger Millionenbetrag eingespart werden würde, und dass es Studien gäbe, die zeigen würden, dass diese Verfahren durchaus ihre Berechtigungen haben.
...sacken lassen.

Es gibt hier viele Punkte, an denen man sich aufreiben kann. Daran, dass die Kassen tatsächlich für ein Verfahren zahlen, das mit "der Erinnerungsfähigkeit von Wasser" arbeiten, deren Wirksamkeit über einen Placebo-Effekt hinaus nicht eindeutig erwiesen ist, dessen Mittel noch nie als Medikament anerkannt wurden, und so weiter und so fort. Ohne das Thema wirklich auf den Prüfstand zu stellen, wird es geblockt. Und das, obwohl die Krankenkassen klamm sind, und für jede ersparte unnötige Ausgabe dankbar sein müssten.
Es verwundert mich jetzt nicht, dass sich die Lobby-Partei FDP nun dafür stark macht, die Homöopathen zu "beschützen", obwohl ihnen niemand ihre "Medikamente" weg nehmen will, nur ihre staatlichen Zuschüsse aus unserer Tasche. Eine eindeutige Betrachtung der Thematik und eine endgültige Klärung über Fähigkeiten, Möglichkeiten und Wirkungsweisen der Homöopathie wären da der bessere Ansatz gewesen. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich von ernsthaften Medizinern bisher nie etwas gelesen habe, was dieser alternativen Medizinmethode mehr zugestanden hätte als eine Placebo-Wirkung. Nein, ich habe nichts anderes von der Hotellobby-Partei mit ihrem Spaß-Vizekanzler erwartet.

Nun ist es nicht meine Art, auf meine eigene Partei, die SPD, einzubashen. Es ist aber auch nicht meine Art, die Klappe zu halten. Damit habe ich schon einiges an Unheil angerichtet, andere ungewollt verletzt, und noch einiges mehr. Aber ich habe auch viele Menschen erreicht, Zustimmung bekommen, und vielleicht sogar ein klein wenig bewirkt.
In diesem Fall muss ich Karl Lauterbach ganz klar in Schutz nehmen. Und das vor seiner Parteigängerin Frau Caspers-Merk.
Denn die Frau hat den größten Unsinn gesagt, den ich jemals von einem Mitglied der SPD gelesen habe. Und glaubt mir, ab Unterbezirk abwärts bekommt man einige skurrile Meinungen zu hören.
Frau Caspers-Merk wird frech, um nicht zu sagen dreist, wenn sie betont, dass mit der Streichung der Homöopathie "nicht einmal ein zweistelliger Millionenbetrag gespart wird".
...sacken lassen.

Liebe Frau Caspers-Merk, haben Sie die Bodenhaftung verloren? Haben Sie den Kontakt zum Volk verloren? DAS SIND ACHT MILLIONEN EURO! ACHT MILLIONEN! JEDES JAHR!
Ich weiß nicht genau, was ACHT MILLIONEN EURO für Sie wert sind - für mich ist es eine Summe jenseits der Beschreibung! Und die Tatsache, dass der Bundeshaushalt ein vielfaches dieser Summe hantiert, ist absolut keine Ausrede dafür, dieses Einsparungspotential klein zu reden. Ich meine, ACHT MILLIONEN VERDAMMTE EURO!
Ich finde, das sind acht Millionen verdammt guter Gründe, um die Homöopathie auf den Prüfstand zu stellen. Zumindest was die Krankenkassen-Erstattung angeht. Wer auf Homöopathie schwört, soll sie m.E. auch nutzen. Aber bitte privat, wenn ihre Wirksamkeit nicht wie bei allen anderen Medikamenten und Arzneien bewiesen werden kann.
Acht Millionen Gründe sprechen dafür. Und, Frau Caspers-Merk, die sind bei weiten "noch nicht mal ein zweistelliger Millionenbetrag", sondern vier bis sechzehn Kernspintomographen!
Bitte, Frau Caspers-Merk, überdenken Sie diese Relation. Und verschonen Sie mich mit Lobby-Politik für alternative Mediziner, die auf Homöopathie schwören.

Montag, 12. Juli 2010

Gute Verlierer sehen anders aus

Es ist nicht zu leugnen, und nicht rückgängig zu machen: Deutschland ist NICHT Weltmeister geworden. Stattdessen hat unsere Mannschaft in einem fairen, aber heiß umkämpften Spiel am Samstagabend gegen Uruguay mit zwei zu drei gewonnen.

Gestern spielten dann Spanien und die Niederlande um Platz eins. Gewonnen hat letztendlich Spanien in der Verlängerung mit einem Tor. Es blieb nicht aus, dass man sich sagte: Hätte Spanien so gegen uns gespielt, wären wir aber im Finale gewesen.
Gut, solche Gedanken sind berechtigt. Aber es ist wie es ist, und es wird kommen, wie immer es kommt. So läuft der Hase halt. Wir sind Dritter, immerhin. Die Drittbeste von zweiunddreißig Mannschaften, die es in die Endrunde geschafft hat. Klar, wir alle hatten mit gierigen Augen den Pokal vor Augen, aber es hat halt nicht sein sollen. Basta.
Versuchen wir es mit dieser innovativen Mannschaft halt in zwei Jahren als Europameister.

So oder ähnlich würde ich gerne die Reaktionen der Fans und auch der Zeitungen sehen.
Eigentlich.
Dann fiel mein Blick zufällig auf die gedruckte Ausgabe der BILD. Dort stand als Kommentar zum Endspiel folgender Text: "Treter-Finale. Da hätten wir mit unserem schönen Fußball nur gestört."
Und wieder einmal bin ich versucht, beim Thema BLÖD-Zeitung die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen. Lassen wir mal weg, dass Spanien gegen uns verdient gewonnen hat. Lassen wir mal weg, dass Holland sich seine Chance mit einem Sieg gegen Brasilien erkämpft hat. Lassen wir auch mal weg, dass das Finale Kampfbetont war, und am Schluss nur vier oder fünf Holländer auf dem Platz nicht verwarnt waren.
Nein, gehen wir noch mal über den Kommentar, lassen wir ihn auf der Zunge vergehen.
Und dann sagen wir alle im Chor: Kai Diekmann, Ihre Redaktion ist ein verdammt mieser Verlierer!
Das musste doch mal gesagt werden.

Sonntag, 11. Juli 2010

Beatbattle die Zweite - Zweiter Abend

So, heute möchte ich meinen Blogeintrag zum Beatbattle mit etwas persönlichem beginnen - etwas sehr persönlichem: Bei diesen Scheiß hohen Temperaturen solltet Ihr beim Autofahren darauf achten, genügend zu trinken dabei zu haben. Selbst wenn es nur eine kurze Strecke ist. Und gerade wenn Ihr einen dunkel lackierten Wagen ohne Klimaanlage habt.
Und solltet Ihr in großen Menschenmengen in überheizten Räumen mehrere Stunden verbringen, vergesst ums Verrecken nicht, auch hier möglichst viel zu trinken. Und ich meine die ganze Zeit über. ^^°°° Versprochen, das bringt was.


Zurück zum Thema. Zurück zum zweiten Abend, den ich moderieren durfte.
Drei Bands standen zur Auswahl, und leider konnte nur eine Band ins Viertelfinale kommen.
Als Erstes starteten 3 Akkorde Superstars aus Paderborn. Die Jungs haben sich von mir gewünscht, mit Voll auf die Fresse-Pop anmoderiert zu werden, und sie haben gehalten, was sie versprochen haben... Der Link führt zu ihrem Myspace-Profil mit Demoliedern.
Man hat gesehen, dass die Jungs nicht nur ihr Handwerk drauf haben, sondern auch Spaß an der Musik. Ihr Stil orientiert sich stark an berühmten amerikanischen Collegebands wie Blink 182 oder Jonas Brothers. Gut umgesetzt, nicht zu schmalzig. Und definitiv für Jedermann.

Startplatz Nummer zwei hatten H.O.S. aus Nienburg, und damit hielt die härtere Gangart, wie sie im Checkpoint auch mal üblich ist, Einzug. Homepage habe ich keine gefunden, deshalb führt der erste Link zum Myspace-Profil mit Hörproben. Es ist mir schleierhaft, warum H.O.S. drauf bestanden hat, dass ich ihren Stil als Kuschelmusik vorstellen sollte. XD
Der Gag zog sich jedenfalls über den ganzen Auftritt hin. Die Jungs versorgten uns mit Hardrock und Metal vom Feinsten. Haut mich jetzt, aber instrumental fühlte ich mich an Metallica erinnert, die Vocals gingen dann eher Richtung Kiss. Spaß hatten wir in jedem Fall.

Zum Schluss stand Inhale Blaze an, frisch aus Hannover. Auch hier lohnt sich ein Blick ins Myspace-Profil zu den Probeliedern.
Vorstellen durfte ich sie als "geilste Scheiße der Welt".
Diesmal eher klassischer Pop, aber wunderbar getragen von Alla, der Sängerin. Ihre Stimme, die ich dem kleinen, dünnen Persönlichen überhaupt nicht zugetraut habe, erinnerte mich spontan an Melissa Etheridge.
Solide Arbeit der ganzen Truppe, und ein krönender Abschluss des Abends.

Technisch perfekt waren alle drei Bands. Vom Stil hingegen sehr unterschiedlich. Letztendlich konnten nur zwei Bands weiterkommen, und das waren am Schluss Inhale Blaze und 3 Akkorde Superstars. Wo waren all die Metal-Fans am Freitag Abend? Verdient gehabt hätten es alle, aber so grausam ist ein K.O.-System nun mal.
Sorry, Jungs, ich hätte euch gerne auch im Viertelfinale noch mal gesehen.

Damit habe ich etwas unzureichend einen geilen Abend beschrieben, der mir wieder mal eines deutlich gemacht hat: Verdammte Scheiße, was haben wir für guten Band-Nachwuchs hier in Südniedersachsen!


So, nächsten Freitag treten durch eine Nachnominierung gleich vier!!! Bands an, es kommen aber erneut nur zwei weiter. Mal schauen, wie es wird. Mit Sicherheit aber nicht langweilig.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Beatbattle die Zweite - Bands zwischen Hannover und Harz

Letzten Freitag war es also wieder soweit: Der Beatbattle in der Diskothek Checkpoint bei Coppengrave geht in die zweite Runde.
Wie auch schon beim Finale des ersten Contest habe ich die Bands anmoderiert.
Diesmal sollten gleich drei Bands auftreten, und zwei von ihnen ins Viertelfinale kommen. Letztendlich konnten nur zwei, Avian und Die Drolls, die beide auf Punkrock spezialisiert sind. Sie waren automatisch weiter... Hat das der Stimmung Abbruch getan? Hat es sie eine schlechtere Leistung abliefern lassen? Nein, natürlich nicht.
Beide Bands gaben sich richtig Mühe, und man konnte ihnen den Spaß an der Musik ansehen. Glücklicherweise, möchte man sagen, musste gestern keine Band ausscheiden. Das tut immer besonders dann weh, wenn die Bands so gut sind wie Avian und Die Drolls am letzten Freitag.

Ich für meinen Teil werde Freitag Abend wieder die Bands ansagen, im Beatbattle II, zweiter Abend der Vorrunde. Und ich freue mich diesmal auf Hos, 3 Akkorde Superstar und Inhale Blaze. Ich kenne alle drei noch nicht, aber ich weiß aus Erfahrung, dass es auf magische Weise immer sehr talentierte Bands in den Checkpoint zieht.
Falls ihr auch am Freitag da seid, sprecht mich ruhig an. ^^V

Donnerstag, 1. Juli 2010

Ich habe da mal eine Frage... lulu.com betreffend

Hallo, meine lieben aufmerksamen Blog-Leser. Heute habe ich mal keinen Artikel zum Weltgeschen, und auch keine Information über mein Hobby, das Schreiben.
Heute möchte ich Euch allen eine Frage stellen.
Zu den Facts: Ich habe ein Buch bei lulu.com, einen Science Fiction-Roman mit dem Titel "Die Allianz - Im Korridor der Sterne". Er hat eine ISBN-Nummer.
Vorletztes Jahr wollte deshalb die Staatsbibliothek zwei Belegexemplare.
Im März kontaktierte mich die Landesbibliothek Hannover und wollte ebenfalls ein Belegexemplar. Um den Verkauf über Amazon.de zu testen habe ich mein eigenes Buch dort gekauft und direkt nach Hannover schicken lassen. Das war im März. Btw, es kam an. Über Amazon.de kann ich mich in keinster Weise beschweren.
Nun beobachte ich ab und zu mein Konto auf lulu.com, wo unter anderem meine Verkäufe aufgeführt werden. Es wäre übertrieben zu sagen, das Buch wäre erfolgreich gelaufen. Ich habe nicht einmal ein halbes Dutzend verkauft. Leider. ^^°
Also ist das Konto sehr übersichtlich. Dadurch stellte ich nach sechs Wochen fest, dass der Verkauf über lulu.com das verkaufte und bezahlte Buch noch nicht abgerechnet hat.
Heute haben wir den ersten Juli. Und wen wundert es, das Buch wird immer noch nicht aufgeführt, obwohl der Kundenvertrieb von lulu.com mir zusagte, das Buch würde spätestens nach vier bis sechs Wochen auftauchen.
Langer Rede kurzer Sinn: Es ist natürlich überfällig.
Nun geht es mir nicht um ein paar Euro, sondern um die Zuverlässigkeit von lulu.com.
Bisher hatte ich da absolut keine Probleme, aber langsam werde ich ärgerlich.

Deshalb hier meine Frage an alle meine Leser: Habt Ihr in diesem Jahr über die lulu.com-Homepage oder über Amazon.de mein Buch oder das andere ohne ISBN gekauft?
Bitte antwortet mir auf meine E-Mail: Tiff26@Gmx.de.
Ich möchte einfach nur wissen, ob sich lulu.com hier in einen Einzelfall verheddert hat, oder ob das Unternehmen absolut unzuverlässig ist.

Ich bedanke mich im voraus.
Euer Ace

Samstag, 26. Juni 2010

Hätte, könnte, würde - der WDR-Film "Die Vitamin-Falle"

Heute Mittag lief eine Reportage auf WDR. Sie widmete sich einem wichtigen Thema, nämlich der Frage, ob Vitamine, in Neusprech Antioxidanzen, einen Nutzen haben. Tatsächlich könnte und würde laut dem Bericht die Einnahme in verschiedenen Fällen zum Tode führen.

Ich bin nun weder Mediziner, noch Laie auf dem Gebiet der Vitamin-Forschung. Und von der übermäßigen Einnahme von Vitaminen, sprich Tablettenschlucken, halte ich persönlich auch nicht viel. Vom zweifelhaften Nutzen der künstlichen Vitamine auch als Antioxidanz und Schutz vor den "Freien Radikalen" einmal ganz abgesehen. Kümmern wir uns nicht um diesen Teil des Films. Kümmern wir uns auch nicht um die skandinavische Studie, auf der dieser Bericht basiert, und in der laut WDR die "Gefahr von Vitamin-Präparaten aufgedeckt" wurde. Schauen wir uns den Bericht an.

Tatsache ist, der Mensch braucht Vitamine. Bis auf Vitamin C produziert der menschliche Körper sie allesamt selbst, zum Teil aus Provitaminen. Vitamin C erhält man auf natürlichem Wege aus Obst. Zum Beispiel Äpfeln. Dieser Fakt ist unumstritten, und sogar ich kenne ihn. Ich glaube, das kann ich so stehen lassen, ohne für Tablettenpresser Partei zu ergreifen, oder so im Licht da zu stehen, die Studie, auf der der Bericht basiert (und die ich nur als Zitat aus dem Report kenne), anzuzweifeln.

Tatsache ist aber auch, dass der Bericht höchst parteiisch ist. Wenn ich einen Bericht sehe, in dem der potentielle "Gegner" zwar zu Wort kommt, aber seine Statements zu zwei halbherzigen Sätzen zusammengestrichen werden, dann bekomme ich Zweifel am Motiv des federführenden Journalisten.
Wenn ich einen Bericht sehe, in dem alles getan wird, um die These über die Nutzlosigkeit, ja Gefährlichkeit des angeprangerten Produkts zu untermauern, dann sind wir normalerweise einen gigantischen Skandal auf der Spur.
Normalerweise.
Aber reißerische Musikuntermalung, Herumgespringe durch ein halbes Dutzend Themen und geschickter Schnitt lassen mich gleich an "Heilung unerwünscht" denken, jenen unsäglichen Werbefilm für die kleine rosa Paste, die vor kurzem aus Copyrightgründen umbenannt werden musste.
Gut, gut, ein amerikanischer Forscher kommt zu Wort, der sagt, dass der Körper freie Radikale braucht und dass Antioxidanten damit augenscheinlich ihr Ziel verfehlen, dem Menschen zu nützen. Aber was hat das mit der Gefahr der Todesfälle durch die Einnahme von Vitaminpräparaten zu tun?
Und wenn dann ein Sportler zu Wort kommt, der an einer Versuchsreihe mit Antioxidanten teil genommen hat, und zu berichten weiß, dass eine Gruppe beim Training Muskelkater hatte, die andere aber nicht...
Dann fragt man sich schon: Wenn eine Gruppe Antioxidanzen bekam, und die andere nicht, welche hatte dann bitte Muskelkater? Das klärt der Film leider nicht.
Und übersehen wir mal geflissentlich die Frage, ob es Sinn macht, den Sportlern zu sagen, in welcher Gruppe sie überhaupt sind, um PLacebo-Effekte zu vermeiden.
Kümmern wir uns nur darum, wie der Film berichtet, wie er die Fakten behandelt. Halbherzig. Und halbfertig, wie man am Sportler sieht. Welche Gruppe hatte denn jetzt den Muskelkater? Warum fragt man nicht den Chef der Studie? Und was ist so bahnbrechend am Muskelkater, dass er die Gefährlichkeit von Vitamin-Präparaten untermauert?
Der Film will viel beantworten, hinterlässt aber noch viel mehr Fragen.

Okay, ich will nicht kleinlich sein. Es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass Vitaminpräparate in hohen Dosen schädlich sind. Die ist sogar recht hoch. Es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass künstliche Vitamine nicht nützen. Dass sie sogar zu Todesfällen führen können, meinetwegen.
Es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass Vitamine gar keine "Freien Radikalen" binden können, oder eben dass sie damit dem menschlichen Körper keinen guten Dienst erweisen.
Und natürlich gibt es die Möglichkeit, dass die Industrie sich mit gekauften Fachleuten und gekauften Studien sowie einer geschickten Propaganda einen gigantischen Markt offen hält, auf dem sie mit wertlosen, ja gefährlichen Produkten groß verdienen. All das ist möglich. All das versucht dieser Report zu vermitteln, ja, aufzudecken. Ich will dazu als Nicht-Fachmann auch nicht mehr sagen, als ich schon getan habe.
Aber hektische Schnitte und eilig zusammengemixte Fachleute gegen unterschiedliche Aspekte sind keine stringente Erzählung, und erst Recht keine logisch durchdachte Beweisführung.

Angenommen, wir stehen hier wirklich am Anfang eines Skandals, der enthüllt, dass ein paar Tausend Menschen in den letzten Jahren nicht hätten sterben müssen, wenn große Chemiekonzerne keine Vitaminpräparate unters Volk gebracht hätten...
Angenommen, wir stehen vor einem Skandal, dessen Tragweite Korruption von unglaublichem Ausmaß enthüllt...
Angenommen, wir stehen vor diesem Skandal, dann hat der WDR sich mit "Die Vitamin-Falle" einen Auftakt geleistet, der auf BLÖD-Niveau rangiert.
Von einem Bezahlmedium wie dem WDR erwarte ich seriösen Journalismus, keine reißerischen Schnitte und Halbwahrheiten. Ich erwarte, dass entweder die Kripo bei den Produzenten von Vitaminpräparaten wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung in tausenden Fällen Razzien veranstaltet, oder aber die Befürworter der Vitaminpräparate in einem stärkeren Maße zu Wort kommen als in zwei Sätzen.
Bitte kein "Alarm für Cobra 11" in einem ernsten, seriösen Thema, in dem es um Leben und Tod geht.

Btw: Ich persönlich halte Vitamin-Präparate für nicht sehr hilfreich bis sinnlos; man sollte doch verdammt noch Mal seinen Tagesbedarf mit der regulären Ernährung abdecken können, vielmehr müssen. Aber bei einem so einseitigen Bericht stellen sich mir die Nackenhaare auf. Eventuell kriegen wir einen Skandal. Nur könnte er die Wissenschaftsredaktion des WDR betreffen, weniger die Produzenten von Vitamin-Präparaten.

Ich beobachte das Thema weiter. Eine Entschuldigung meinerseits wird es nie geben. Dazu war der Bericht zu schlecht, dem ernsten Thema nicht angemessen. Schade, WDR.

Donnerstag, 24. Juni 2010

BILD mit Gelb verwarnen wäre angebracht.

Gestern Abend gelang es sowohl Deutschland, als auch unserem Spielgegner Ghana, ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft zu kommen. Nicht zuletzt das gigantische Aufbäumen der Australier in ihrem Spiel gegen Serbien hat entscheidend dazu beigetragen, dass Afrika eine Mannschaft sicher weiter hat. Uns hat natürlich vor allem der Siegtreffer von Özil geholfen. Die Leistung war durchwachsen, und das gefährliche Kurzpaß-Spiel, das uns zur Weltmeisterschaft bringen wird, blitzte relativ spät, dann aber erfolgreich auf. Letztendlich zählt der Sieg.

Was aber zählt für BILD, die ich nur zu gerne mal BLÖD nenne? Abgesehen von der reißerischen, vor falschem Patriotismus triefenden Berichterstattung, die zudem nach allen Seiten austritt, in erster Linie eine Entschuldigung, warum ihre Prognosen vor dem Ghana-Spiel NICHT eintreffen könnten. Wie macht sie das? Nun, sie schiebt die gestern mögliche Niederlage einfach auf den Schiedsrichter. Und das mit einem großen Header in der gedruckten BLÖD, sowie natürlich einem begletendem Artikel auf Bild.de. Carlos Simon heißt der Mann, der gestern gepfiffen hat, und BLÖD war sich nicht zu schade, ihn gründlich zu diffamieren. Interessant daran ist, dass die Hauptseite heute nicht mal den allerkleinsten Link auf diesen Bericht bereit hält... Aber Google macht es möglich. Danke, Jungs. ^^b
Dass man mit Simon auch anders umgehen kann, ohne den Verdacht der Manipulation zu verheimlichen, zeigt ausgerechnet die T-Online-Homepage.

Was bleibt da noch zu sagen? Dass ein Verdacht noch nicht ausreicht, einen Menschen schlecht zu machen. In dubio pro reo, meine liebe BLÖD-Redaktion. Und wenn Ihr einen gnädigen Sündenbock sucht, dann nehmt doch nächstes Mal bitte Matthäus - weil der Deutschland nicht trainiert hat.
Das Spiel Ghana - Deutschland in der Gruppe D der WM 2010 jedenfalls wurde nach meinem persönlichen Empfinden fair gespielt, kaum von Fouls unterbrochen, und zudem von Carlos Simon sehr fair, sauber und hervorragend geleitet. Dafür hätte er eigentlich den Titel "Player of the Game" verdient. BLÖD hingegen wird mit Gelb verwarnt. Hoffentlich fliegt die Redaktion bald mit Gelb-Rot vom Platz. Wir können das nur hoffen.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Das ging ja fix: 12500!

Nachdem ich am letzten Freitag noch stolz eine sehr interessante Schnapszahl verkünden konnte, nämlich zwölftausenddreihundertfünfundvierzig Aufrufe meiner Geschichten und Gedichte (ja, Gedichte. Ja, ich.) auf Fanfiktion.de verkünden konnte, habe ich heute wieder einen netten kleinen numerischen Rekort zu vermelden: Heute registrierte ich den zwölftausendfünfhundertsten Aufruf. Und ein Ende ist nicht abzusehen.
Danke dafür, meine lieben Leser. Bleibt mir treu und gebt auch gerne mal Euren Senf dazu. ^^
Zwei negative Kommentare bei insgesamt einhunderteinundzwanzig ist doch wirklich nicht repräsentativ, also geht auch mal hart mit mir ins Gericht. ^^

Euer Ace

Freitag, 18. Juni 2010

12345

Willkommen im fünfstelligen Bereich. Willkommen zu einer ganz besonderen Zahl.
Auf Fanfiktion.de, jener Seite, auf der ich versuche möglichst viele meiner Texte unterzubringen, erreichte heute der Zähler meiner Aufrufe diese verrückte Zahl: 12345!
Ich bin also sehr stolz darauf, verkünden zu können, das meine Fans, und solche, die es noch werden wollen, meine Geschichten zwölftausenddreihundertfünfundvierzig-mal aufgerufen haben. Verrückte Zahl. Verrückter Erfolg. ^^V

Donnerstag, 17. Juni 2010

Schwedens Ausstieg aus dem Ausstieg

Ich bin nicht immer ganz glücklich mit tagesschau.de. Nicht mit der Berichterstattung, nicht mit den Kommentaren der Redakteure, und erst Recht nicht mit einigen Sprüchen in den Kommentaren der Leser. Doch was soll's, ich habe nun mal den Nachrichtenfeed, und es ist so einfach, mit einem simplen Klick einen Überblick zu wenigstens einem Teil der Welt zu bekommen.
So auch heute Mittag, als ich die interessante Meldung gelesen habe, dass Schweden morgen im Parlament darüber entscheidet, ob es aus dem Atomausstieg wieder aussteigt, sprich neue Kernkraftwerke baut.

Was ist passiert? In den Achtzigern beschloss Schweden, keine Atomkraftwerke mehr zu bauen und auf andere Energiequellen zu setzen.
Heute, rund dreißig Jahre später, sehen konservative schwedische Parteien jedoch Atomkraft als Wirtschaftsmacht an, die Arbeitsplätze schafft und eine stabile Energiewirtschaft ermöglicht, und das zu günstigen Preisen.
Das dringlichste Problem dabei, die Endlagerung, sehen sie durch den zwei Milliarden Jahre alten Granitfelsen unter der Stadt Oskarshamn als gesichert.
DAs ist ja gut und schön, liebe Schweden, und es ist auch allemal besser, Atommüll in Granit einzulagern, anstatt die deutsche Methode mit dem wasserlöslichen Salz auszuprobieren und zu scheitern. Dennoch bleiben einige unbequeme Fragen übrig.

Zum Beispiel für mich als Laien auf geologischem Gebiet: Schön und gut, dass Euer Granit zwei Milliarden Jahre alt ist, aber bleibt die Gesteinstasche, in die der Endmüll soll, die einhunderttausend Jahre, die das Zeug strahlt, auch in sich stabil?
Immerhin braucht man sich nur das eine oder andere Gebirge anzuschauen, um zwei Milliarden Jahre alte Gesteinsschichten oben in den Bergen zu finden, anstatt an ihren Wurzeln... Gestein hat die wirklich ärgerliche Eigenschaft, sich aufzufalten, zu verwerfen. Was heute unten liegt, ist in einer Million Jahren vielleicht ganz oben. Oder in der Mitte. Oder irgendwo weiter rechts vorne. Hält die Tasche ihre einhunderttausend Jahre? Oder wird sie noch innerhalb der einhunderttausend Jahre zerquetscht? Okay, das liegt viertausend Generationen in der Zukunft, und Menschen gibt es dann in unserer jetzigen Form sicher nicht mehr. Aber das Problem kann ja auch wesentlich früher auftreten. Der Erdmantel ist eben alles, nur nicht stabil. Und wer den zwei Milliarden Jahre alten Granit als Argument dafür angibt, der muss es sich gefallen lassen, wenn er als Argument dagegen angeführt wird.

Frage Nummer zwei: Warum setzt Schweden auf Atomstrom? Weil er am an CO2 ist? Sicherlich nicht, denn alleine beim Abbau, dem Transport und der Anreicherung fält mehr als genügend an.
Weil er günstiger ist? Vielleicht haben die Schweden den großen Trick gefunden, wie man Atomstrom günstig produziert. Bei uns in Deutschland jedoch ist er nur günstig, weil er subventioniert wird.
Weil er stabile Stromspannung liefert? Wohl wahr. Dafür kann ein Atomkraftwerk jedoch keinen Verbrauchsspitzen beliefern, d.h. es kann den Output nicht steigern. An oder aus. Dazwischen gibt es nichts. Für Spannungsspitzen braucht man konventionelle Kraftwerke.

Frage Nummer drei: Warum eine Energieform, die von Uran abhängig ist? Uran ist ein Rohstoff, der natürlich in der Erde vorkommt. Das bedeutet nicht, dass er endlich ist. Das bedeutet nur, dass er abgebaut werden muss, und zwar dort wo er vorkommt.
Wenn man einen Blick auf diese Karte wirft, erkennt man, dass Schweden nicht gerade großartige Reserven an Uran hat. Egal ob Öl oder Uran, diese Methode der Stromerzeugung macht abhängig. Weit abhängiger als die Wasserkraft im eigenen Land, Windkraftanlagen und Solarenergie. Uran ist gewiss nicht endlich, was nicht zuletzt daran liegt, dass man sicher noch nicht alle produktiven, Förderungswerten Lagerstellen gefunden und erschlossen hat. Aber teuer wird er, der Rohstoff Uran. Teurer, mit jedem Kernkraftwerk, das zusätzlich betrieben wird, das zusätzlich das Futter braucht. Mehr Kraftwerke im Land bedeutet einen erhöhten Bedarf. Damit verteuert Schweden sich selbst diese wichtige Ressource. Und macht sich abhängiger vom Lieferanten.

Viele, viele Nachteile, und ich bin noch nicht mal ins Detail gegangen.
So nett die Idee mit dem Granitbergwerk auch ist, und so praktisch sie erscheint, Schweden hat keine eigene Uranförderung. Zwar wissen Medien zu berichten, dass das Land eigenes Uran fördern und sogar exportieren kann, doch sich dagegen sträubt. Und somit verbleibt es wieder in der Abhängigkeit des internationalen Markts.
So wird das nur ein sehr teurer Spaß für die Bürger und die Subventionskassen, liebe Schweden.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Es war einmal... Die Ampel-Kennzeichnung

Heute hat der Europa-Rat über die sogenannte Ampel-Kennzeichnung von Lebensmitteln entschieden. Sie wurde vor allem mit den Stimmen der Konservativen abgelehnt, da die Form der Kennzeichnung für sie zu simpel und wissenschaftlich nicht begründet ist. Kann man wunderschön auf Tagesschau.de nachlesen. Ebenso wie einen ganzen Haufen Kommentatoren, die beinahe schon die Mistforken und die Fackeln hervor kramen, um die Monsterhatz auf Doktor Westerwelle und seine Angie zu beginnen. So sehr es mich freut, wenn die derzeitige Regierung durch Inkompetenz glänzt, und so zufrieden es mich macht, wenn die konservativen Abgeordneten im EU-Parlament beweisen, warum man sie besser NICHT gewählt hätte, in diesem Fall sehe ich das Thema aus neutraler Warte.

Die Ampel-Kennzeichnung ist eine leichte, nach Farbschema sortierte Beurteilung der wichtigsten Anteile eines Lebensmittels, das dem Verbraucher helfen soll, sich zu orientieren. Die von mir in keinster Weise geschätzte Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hatte sich für ihre Einführung stark gemacht. Auch die Grünen und Linken im EU-Parlament hatten sich für die Einführung ausgesprochen.

Wie funktioniert die Ampel? Die einzelnen Bestandteile von Lebensmitteln werden einzeln aufgeführt, und anhand der Anteile grün, gelb oder rot markiert. Damit soll ein hoher, mittlerer oder niedriger Anteil der betreffenden Bestandteile angezeigt werden, der sich an einem fiktiven Tagesbedarf orientiert.
Ziel der Ampel ist es, dass man z.B. bei Fastfood wie Pizza auf einem Blick erkennen kann, wie viel überschüssiges Salz oder wie viel extra Fett man zu sich nimmt.
Aber Moment mal, steht nicht auf den deutschen Lebensmitteln bereits etwas ganz ähnliches? Eine Aufstellung der einzelnen Bestandteile, vom Brennwert über Eiweiß bis hin zum Natrium, aufgeschlüsselt im Anteil am ganzen Produkt und einen Fixwert, also 100g, 1Ltr, und dergleichen?
Wir haben in Deutschland also schon ein System, anhand dessen ein einigermaßen des Lesens mächtiger Kunde sehen kann wie viel Fett sein Einkauf enthält. Und die Flasche Lipton IceTea, die gerade vor mir steht, rechnet zudem den Anteil am Tagesbedarf anhand eines angenommenen Bedarfs von zweitausend Kalorien aus. Da bleibt zwar noch etwas Rechenarbeit über, um die "Portion" auf die ganze Flasche hoch zu rechnen, aber unmöglich ist es nicht. Die von Ampelzeichnung.org vorgeworfene Unübersichtlichkeit finde ich bei Lipton jedenfalls nicht. Ich finde die Ampel - im Gegenteil - sehr viel ungenauer. Sie stellt einfach fest, dass "Fett viel zu hoch ist, und deshalb rot kriegt". Wie viel zu hoch, und wann rot, wann gelb beginnt, sagt sie nicht.
Beide Lösungen sind nicht optimal, sicherlich. Aber ehrlich gesagt komme ich leichter damit zurecht, wenn mir ein ungefährer, für mich vielleicht nicht ganz zutreffender Richtwert genannt wird, als dass mir einfach gesagt wird: Du, das ist rot, das ist nicht gut. Man sollte vielleicht der Ampel-Kennzeichnung noch hinzu fügen, WARUM ein einzelner Punkt rot gekennzeichnet ist. Sonst steht der mündige Verbraucher nämlich vor dem Regal, und weiß nicht mehr als dass die roten Punkte alle "böse" sind... Ungeachtet der Tatsache, was er wirklich braucht.

Bringen wir es mal auf den Punkt: Für diätisches Leben ist die Aufschlüsselung nach Tagesbedarf besser als eine schlichte Schwarzweiß-Malerei in grün, gelb, rot. Auch wenn man einen höheren oder meinetwegen niedrigeren Tagesbedarf als zweitausend Kalorien hat.
Wir vergleichen: Auf meinem Lipton-Tee stehen die Bestandteile am Tagesbedarf orientiert. 250ml haben einen Brennwert von 4% meines angenommenen Tagesbedarfs. Für mich nur ein ungefährer Richtwert. Aber gewiss praktischer, als wenn dort stattdessen ein roter Warnpunkt stehen würde, der mir sagt, dass die Kalorien zu hoch sind.
Mein Tagesbedarf wird nicht einmal ansatzweise berücksichtigt. Es wird nur gesagt: Zuviel. Wieviel zuviel? Oder soll die Ampel mir tatsächlich suggerieren, auf dieses Lebensmittel zu verzichten, anstatt mir zu erlauben, meine Diät aus Fakten zusammen zu stellen?

Der eigentliche Hintergrund, Verbraucher mithilfe dieser optischen Signale von Fastfood und versteckten Kalorien wegzukriegen, verpufft wirkungslos, sobald von vier, fünf Ampeln nur eine oder zwei rot sind. Dem Verbraucher wird suggeriert, dass die anderen drei Ampeln gefahrlosen Genuss bedeuten, und da kann das Rote ja nicht so schlimm sein, oder?
Eindeutig ein Schuss nach hinten. Dabei wissen wir nicht erst seit gestern aus England, dem Land der McDonald's Mega-Menus, dass Verzicht auf Fastfood, Fertigprodukte und dergleichen, oder eben ein maßvoller Konsum dieser Lebensmittel zusammen mit Bewegung wesentlich mehr bringt, als sich einfach den Burger mit den wenigsten roten Punkten auszusuchen und rein zu stopfen. Die Verantwortung des einzelnen Konsumenten für sich selbst auf ein Ampelsystem zu schieben, das funktioniert wie die bereits existierende Tagesbedarf-Aufschlüsselung (halt nur schlechter), ist schon etwas dreist. Und mindestens genauso ungenau.


Meine lieben, Abnehmebereiten Leser: Wenn Ihr glaubt, Ihr seid zu dick, dann ist der dümmste Ansatz, den Ihr gehen könnt, Euch bei Eurem Konsum nach dem empfohlenen Tagesbedarf auf Eurem Essen und Euren Getränken zu richten. Generell gilt, dass weniger Fett und weniger Zucker, sowie der Griff in die Obstschale anstatt in den Schoki-Schrank wesentlich mehr bringt, als sich hinzusetzen und eine Rechnung aufzustellen. Vor allem, gerade weil nicht jeder Mensch einen Tagesbedarf von zweitausend Kalorien hat.
Mit der Ampel-Kennzeichnung ist es das Gleiche. Fünf grüne Ampeln bedeuten nicht automatisch, dass das Lebensmittel gesund ist. Schön wäre es ja. Ach, und wenn Ihr schon dabei seid, ein wenig regelmäßiger Sport wirkt wahre Wunder, versprochen.

Es ist allerdings nicht so als würde mich eine Ampelkennzeichnung stören, wenn sie die bisherige Kennzeichnung ersetzt oder ergänzt. Ich richte mich ohnehin nicht danach. Aber wie immer stellen sich mir die Nackenhaare auf, wenn jemand versucht, etwas so Unpraktisches als Ultima Ratio zu verbreiten. Sie ist ungenau, Verbraucherunfreundlich und leicht auszuhebeln. Zumindest leichter als die Aufschlüsselung nach dem ungenauen Tagesbedarf von zweitausend Kalorien.
Übrigens ist das Gesetz damit noch nicht gestorben. Es dreht noch eine Ehrenrunde, wird nachgebessert, und sucht das Parlament dann erneut heim. Wir werden sehen, was dabei herauskommt.

Ach, ein kleines Nachwort noch an all jene, die jetzt noch gerne die "versteckten" Fette und Kalorien durch die Ampel-Kennzeichnung entlarvt sehen wollen... Tiefkühlgemüse ist gesund, Vitaminreich und schmackhaft. Tiefkühlfertiggerichte sind Tiefkühlfertiggerichte. Entlarvt die versteckten Kalorien so viel Ihr wollt, aber esst das Zeug doch einfach nicht, auch wenn es schnell geht. Schiebt Euren Einkauf nicht anhand der Ampel durch die Tiefkühlregale, sondern zur Abwechslung mal nach einem Plan, der frisches Essen beinhaltet. Und vergesst eines nicht: Ab und zu ist auch ungesundes Essen vollkommen in Ordnung. Versprochen.

Dienstag, 15. Juni 2010

Barry Obama - wie ich die Ölpest sehe.

Es ist jetzt rund acht Wochen her, da brannte die "Deepwater Horizon", eine Ölplattform im Golf von Mexiko, die in rund zweitausend Metern Tiefe ein Ölfeld angebohrt hat. Als Ergebnis wurde das Bohrlock leck, und seitdem fließt das Rohöl, das unter hohem Eigendruck stehen muss, unkontrolliert ins Meer.

Was ist passiert? Warum durfte BP da überhaupt auf diese riskante Art und Weise bohren lassen? Die Antwort ist simpel: Es geht um Geld. Sehr, sehr viel Geld. Das Öl, das jetzt ungenutzt ins Meer fließt, ist natürlich nur ein Bruchteil dessen, was bei den, wie mir scheint, technisch unausgereiften Bohrungen gefördert wird. Und dennoch soll der andere Bruchteil, den BP mittlerweile abfangen und auf ein Schiff pumpen kann, einen ordentlichen Profit erbringen, mit dem Reparationen bezahlt werden sollen. Daran kann man erkennen, mit welcher Größenordnung an Profit hier gespielt wird. Daran kann man erkennen, um welche Mengen es geht, um welche Summen.
Was mich an der ganzen Geschichte aufregt, ist nicht unbedingt der Druck, den Ölkonzerne von Weltformat auf Barack Obama ausgeübt haben, um in der Tiefsee bohren zu dürfen. Nicht unbedingt die Verwässerung der Sicherheitsbestimmungen, die zwar Geld sparen, aber letztendlich zu dieser Katastrophe geführt hat. Nicht der Druck, den besagte Konzerne über ihre Lobby in Washington weiter ausüben, um zum Beispiel die unpopulären Bohrungen im Norden Alaskas mitten in einem Naturschutzgebiet fortführen zu können.
Nein, es ist Obama selbst. Und um das von vorne herein richtig zu stellen: Es regt mich auf, wie mit ihm umgegangen wird.

Natürlich, der erste schwarze Präsident der USA hat viel versprochen, und einige seiner Kernpunkte nicht eingehalten. Natürlich, von ihm wurden mehr Wunder erwartet als vom Messias selbst, und versucht dem mal gerecht zu werden.
Aber er selbst hat gesagt, dass die nächsten vier, vielleicht acht Jahre kein Zuckerschlecken werden, sondern dass das Land sich durch die Krise kämpfen muss. Dafür hat er Weichen gestellt, Zugeständnisse gemacht und hart gearbeitet.
Seinen Erfolg mit der Gesundheitsreform, gegen die Republikaner und ihnen nahe stehende Medien erfolglos gehetzt haben, kann man gar nicht hoch genug bewerten. Und auch seine bisher erfolglosen Versuche, das Guantanamo-Gefängnis zu schließen, scheitern nicht an seinem Willen, sondern an der mangelnden Fähigkeit der USA, für ihre eigenen Fehler gerade zu stehen und für die seit Jahren inhaftierten Terrorverdächtigen die Verantwortung zu übernehmen. Oder ihnen den Prozess zu machen, um ihre Schuld oder Unschuld zu beweisen.
Vor nicht allzu langer Zeit, als ein gewisser George Bush Jr. an der Macht war, hat sich die USA noch als Weltpolizei aufgespielt. Als Führer der freien Welt, als Vorreiter im Kampf gegen den Terrorismus, als sakrale Figur, die alles darf, der man aber nichts vorwerfen durfte. Zwei Kriege sind das Erbe dieser Zeit, dazu enormer Einfluss der Industrie-Lobbys in Washington, darunter auch die Öl-Industrie, deren einziges Rezept gegen den höheren Ölverbrauch in den USA und den Schwellenländern ist, einfach mehr Öl zu fördern.
Barack Obama hat sich in dieses Wespennest gesetzt, hat versucht, das Beste daraus zu machen. Ehrlich gesagt hat er mehr erreicht, als ich von ihm erwartet habe. Und dabei ist nicht mal die Hälfte seiner Amtszeit um. Natürlich genügt das noch nicht, natürlich hat er noch mehr versprochen. Und, das dürfen wir nicht vergessen, so schön ein Mann mit weißen und schwarzen Wurzeln im Amt des US-Präsidenten auch ist - er ist nicht unser Präsident, sondern der eines befreundeten Staates, der noch immer Militärbasen in unserem Land unterhält.
Aber dennoch, gegenüber der Russlandfeindlichen, provokanten Politik eines George Bush Jr. ist das eine schöne Abwechslung. Auch wenn er nicht UNSER Präsident ist, so ist das Leben mit ihm doch wesentlich leichter als mit den verknöcherten Republikanern. Er hat uns Vorteile gebracht, und das weiß ich zu schätzen.
Summa summarum: Ich hätte ihn gewählt, und ich würde ihn wieder wählen. Und ich ärgere mich jedesmal fürchterlich, wenn wieder mal eine Meldung über den großen Teich schwappt, in der berichtet wird, wie infam z.B. Fox die Berichte über ihn und gegen seine Politik manipuliert. Als Beispiel nenne ich hier mal die Hetze gegen die Gesundheitsreform. Oder das Westpoint-Video, aus dem Fox den Applaus der Kadetten raus geschnitten hatte, um Mr. President schlecht aussehen zu lassen.
Wie gesagt, ich würde ihn wieder wählen. Vor allem wenn ich mir Übermutter Merkel und Westerweller so anschaue... Brrr.

Aber kommen wir nach Deutschland. Kommen wir direkt zum Geschehen. Kommen wir zu Meldungen, z.B. auf tagesschau.de, mit denen ich ein wenig auf Kriegsfuß bin, nachdem sie unsauber, tendenziös und teilweise bewusst falsch über den Konflikt in Bangkok berichtet haben. Kommen wir zu den Kommentatoren dieser Meldungen. Kommen wir zu Deutschen, die es sich nicht nehmen lassen, Barack Obama in einem schlechtestmöglichen Licht darzustellen. Kommen wir zu Leuten, die ihre Posts mit Sätzen beginnen wie: "Habt Ihr immer noch nicht gemerkt, was für ein Schwein er ist?" Oder: "Jetzt seht Ihr sein wahres Gesicht!" Auch beliebt: "Der lügt und betrügt doch wo er geht." Auch ganz nett: "Er hat nichts gehalten, was er versprochen hat!"
...sacken lassen.

Meine lieben Damen und Herren Kommentatoren in deutschen Foren. Es gibt einige Dinge, die ich nicht mag, ja, bei denen ich mich mitunter zur Benutzung des Wortes Ärger verleiten lasse. Dazu gehören unhaltbare Vorwürfe, Tatsachenverdrehung und Lobbyismus für eine politische Partei, die acht Jahre an der Macht in den USA nur Fehlschläge produziert hat.
Oder um es mal einfacher für Euch auszudrücken: Barack Obama ist NICHT Jesus. Ihr braucht ihn nicht ans nächste Kreuz zu nageln.
Natürlich ist er nicht perfekt. Natürlich hat er viele seiner Versprechen noch nicht gehalten, bzw. wegen des Lobbyismus und der Blockadepolitik der Republikaner nicht halten können. Natürlich hat er noch einen weiten Weg vor sich. Aber er macht seinen Job. Er versucht, sie alle an einen Tisch zu bringen, Kompromisse zu finden, alle zu berücksichtigen.
In der derzeitigen Ölkrise war er viermal am Golf, reißt BP den Arsch auf und hat allen Betroffenen direkte, unbürokratische Unterstützung versprochen. Er hat Küstenschutzmaßnahmen in die Wege geleitet und unterstützt die Notfallprozeduren. Er arbeitet. Ich persönlich finde, dass er einen tollen Job macht, gerade als Krisenmanager.
Ich sage jetzt nicht, dass Ihr, die Kritiker, fortan aufhören sollt, auf ihm herum zu hacken, ihn als Gefahr darzustellen, als Lügner, als Verbrecher gar, oder als Lobbyisten. Nein, macht nur weiter. Sicher steckt auch überall ein Körnchen Wahrheit drin, das Ihr nur etwas zu sehr aufgeplustert habt. Macht einfach weiter wie bisher, denn ich verfalle nicht in den Fehler, von Barack Obama, Präsident der USA, Wunder zu erwarten. Ich kann das also wütend, aber mit einem ärgerlichen Schnauben lesen.
Aber ernst nehmen, Euch ernst nehmen, das kann ich nicht mehr. Und das ist einzig und allein Eure Schuld. Wer sich selbst von der Ernsthaftigkeit disqualifiziert, verwirkt das Recht auf sie. In diesem Fall ist das auch gut so.

Samstag, 5. Juni 2010

The Rimshots und Betonengel im Checkpoint

Für alle meine Leser, die es gewohnt sind, das ich sie entweder mit meiner Meinung zu öffentlichen Themen traktiere, oder von meinem Lieblingshobby, dem Schreiben erzähle: Ihr seid hier durchaus richtig. Das ist der richtige Blog. ^^ Auch wenn es ausnahmsweise um Musik geht.

Gestern Abend hatte ich die große Freude, in der kleinen, feinen Rock-Disco Checkpoint in der Hohen Warte bei Coppengrave (Alfeld, im weitesten Sinne Südhannover)zu sein.
Bereits beim Beatbattle, der angesagten Veranstaltung der Organisatoren, durfte ich im Finale als "Master of Ceremony" die Bands ankündigen, abkündigen und den Werbe-Onkel spielen.
Als mir dann angetragen wurde, für den gestrigen Freitag zwei Bands aus dem Wettbewerb anzukündigen, habe ich natürlich sofort ja gesagt.

Den Auftakt machte der Halbfinalist THE RIMSHOTS, die sich April knapp GOB geschlagen geben mussten.
Wie erwartet haben Basti und seine Truppe schönen, kräftigen Rock gespielt. Mit einer Ausnahme: Da Christoph, der Bassist, krank war, versuchten sich die drei "Überlebenden" an einer nahezu unplugged Version ihres Konzerts. Für sie war es ein Experiment, und auch wenn die Zahl der Zuschauer überschaubar blieb (keine Ahnung, wieso. An der Qualität der Musik kann es nicht gelegen haben), war das Konzert doch ein voller Erfolg. Was nicht zuletzt daran lag, dass ihr Leadsänger die Akustik-Gitarre klampfte. Ehrlich, Jungs, ich habe es Euch doch gesagt, eine zweite Gitarre würde Euch gut tun. ^^b
Live sind die Jungs einfach Schweinegeil mit ihrem Mix aus eigenen und gecoverten Stücken. Sie gehen ordentlich ab und begeistern ihr Publikum. Dafür, dass sie erst seit 2009 existieren, liefern sie solide, handwerkliche Arbeit ab.
Ihr Konzert hat mir sehr gut gefallen. Übrigens ein Grund dafür, warum ich hier so vollkommen aus meiner Rolle falle, und meinen Blog für Schleichwerbung missbrauche. ^^° Aber, Hey, die Jungs haben es verdient. Wer Lust und Laune hat, sollte ruhig mal ihre Songs auf ihrer MySpace-Seite anhören, oder noch besser, sie live erleben. Ich persönlich freue mich schon sehr auf ihre Homepage, so sie denn irgendwann einmal fertig sein wird.
Allerdings habe ich bei Fabis Minimalequipment doch seine overzised Drumsticks vermisst, und Rolf an der Lead-Gitarre hat einen neuen Haarschnitt ausprobiert... Ich fürchte, in Zukunft braucht Ihr Ordner, welche die Mädchen davon abhalten, zu Rolf auf die Bühne zu stürmen. :P
Ach, noch ein kleiner Wermutstropfen... Sorry, Chris, aber dass THE RIMSHOTS gestern ohne Bassist aufgetreten sind, ist überhaupt nicht aufgefallen. ^^°°°
Ich kann mir eine Unplugged mit voller Besetzung durchaus vorstellen. Wie seht Ihr das, Jungs?


Die zweite Band des Abends, bei merklich besserer Publikums-Situation war der Halbfinalist BETONENGEL. Die Band aus dem Hildesheimer Großraum - darauf konnten sie sich schlussendlich einigen - spielt Hardrock, Deutschrock, Metal, und ansonsten alles was hart ist. Für eine Truppe, die erst ein halbes Jahr zusammen ist, waren die Jungs wirklich professionell.
Schaut mal ruhig auf die Homepage, auf der sie ihre besten Coverstücke aufgelistet haben. Aber keine Sorge, sie haben eigene Stücke.
"Im Himmel gegossen, in der Hölle gehärtet und auf Erden losgelassen", so durfte ich die Truppe ankündigen. Eine sehr treffende Formulierung, denn darauf folgte die musikalische Apokalypse des Vergnügens. Viel Rammstein haben sie gestern gespielt, und ihr Sänger könnte jederzeit als Rammstein-Wannabe-Sänger auftreten. Das ging aber nicht auf Kosten von Persönlichkeit und Aura.
Beim letzten Mal hatte ich - noch in der Jury zum Wettbewerb - angemerkt, dass die Jungs um Peter zu wenig Bühnenshow machen. Zwar war das effektvolle Zerlegen einer alten Wanduhr unter Zuhilfenahme eines schweren Hammers ein nettes Gimmick, und auch die gefüllten Eier hatten ihren Reiz, aber ich finde, gestern haben sie die beste Bühnepräsenz gezeigt. Sie haben geflachst, gescherzt und nebeneinander gepost. Die Bühnenpräsenz war erstklassig, Jungs.
Als dann in der zweiten Hälfte schließlich ein BETONENGEL-Fan die Bühne erklimmen durfte, um seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen, war der Abend ein Ereignis geworden, dass wohl niemand so schnell vergessen wird, der dabei war.

...Ich persönlich behalte noch in Erinnerung, dass Peter mit dem potentiellen Trauzeugen bei geöffnetem Mikro a capella zum "Kleinen grünen Kaktus" gesungen hat. *räusper* Unter meiner spontanen gesanglichen Mithilfe. XD


Alles in allem war es ein toller Abend mit zwei wirklich guten Bands, die Presse hat eifrig Fotos geschossen, und die Gäste hatten ihren Spaß. Der letzte Punkt war etwas unterrepräsentiert, aber das Checkpoint mausert sich am Freitag mehr und mehr zur Spielwiese guter Nachwuchsbands mit Potential. Es wird nicht mehr lange dauern, und sie sind im Altkreis Alfeld (und darüber hinaus) nicht nur durch den nächsten Beatbattle eine wichtige musikalische Größe für den Nachwuchs, aber auch die etablierten Bands.
Den Abend mit THE RIMSHOTS und BETONENGEL hätte ich mir auch nicht entgehen lassen, wenn ich sie nicht hätte ankündigen dürfen.
Wir sehen uns beim Beatbattle II, meine Herren. V^^V

Freitag, 4. Juni 2010

Merkels Gaza-Hilfskonvoi nach Bellevue

Ihr werdet es kaum glauben, aber ich bin schreibtechnisch zu meiner alten Form zurückgekehrt. Besonders gut sehen kann man daran, dass ich wieder Blogposts schreibe, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Und, oh, Wunder, nach meiner bitteren Bangkok-Erfahrung bin ich auch wieder eifrig dabei. Vor allem, nachdem ich wieder ein paar gute Texte zu Papier bringen konnte. Dieser Post ist zwei brandaktuellen Themen gewidmet, die ich heute unbedingt anreißen möchte: Der Free Gaza-Hilfskonvoi, und die Bundespräsidenten-Frage.

Fangen wir mit dem einfachen Text an. Da gibt es eine Organisation. Sie nennt sich Free Gaza, und sie hat es sich zum Ziel gemacht, die Komplett-Blockade um den Gaza-Streifen, also jenes palästinensische Gebiet, das von der radikalen Hamas beherrscht wird, aufzubrechen und ins Licht der Öffentlichkeit zu zerren.
Eigentlich sollte ich als gebranntes Kind bei der geballten Propaganderie auf beiden Seiten eifrigst zurückschrecken und die Finger davon lassen... Aber ich habe einiges gelernt. Und das wende ich jetzt auch an.
Fakt ist, dass die Hamas dem Kampf gegen Israel nicht abgeschworen hat. Fakt ist, dass der eigentliche Palästinenser-Präsident aus Gaza ins Westjordanland fliehen musste. Fakt ist, dass die Hamas meines Wissens nach auch keine Wahlen für den Gaza-Streifen abgehalten haben.
Fakt ist aber auch, dass Israel den Gaza-Streifen komplett abriegelt, und dies seit drei Jahren. Gab es zuvor für Palästinenser zumindest ein paarmal die Woche die Möglichkeit, Arbeitsplätze in Israel selbst aufzusuchen, so wurde das vollkommen unterbunden. Fakt ist, dass es im Gaza-Streifen nur ein paar Stunden am Tag Elektrizität gibt. Fakt ist, dass selbst nach sechzig Jahren Flüchtlingslager existieren.
Um es auf den Punkt zu bringen: Da stehen sich zwei unversöhnliche, gewaltbereite Standpunkte gegenüber, die israelischen Hardliner mit ihrer kompromisslosen Einstellung, mit der sie selbst den unnötigen Tod von Zivilisten schön reden, und auf der anderen Seite die Hamas, die noch immer von der Ausrottung/Vertreibung/was auch immer des israelischen Staates träumt.
Dazwischen und davor gibt es eine Menge Menschen, die ungewollt und unbeachtet auf beiden Seiten unter dieser Gewalt, dieser Kompromisslosigkeit leiden müssen; die letzte Offensive Israles gegen Gaza hatte über tausend Tote zur Folge, darunter viele Zivilisten.

In diese angespannte Situation dringt nun Free Gaza ein, eine offiziell vollkommen selbstlose Organisation, die versucht auf dem Seeweg Gaza mit Medikamenten, Baumaterial und Hilfsgütern zu versorgen.
Die aktuelle Free Gaza-Flotte, bestehend aus sechs Schiffen, wurde mitten in der Nacht aufgebracht, geentert, und in einen israelischen Hafen umgelenkt, von dem aus Israel sich bereit erklärt hat, die Hilfsgüter per Lastwagen nach Gaza zu schaffen.
Lassen wir einmal die Toten im zweistelligen Bereich außen vor. Schauen wir mal nicht auf die plötzliche Bereitschaft Israels, Hilfsgüter in den Gaza-Streifen zu lassen, ja sogar selbst zu bringen. Schauen wir mal nicht auf die Knüppel, Stangen und Messer, die das israelische Elite-Angriffskommando dazu gezwungen hat, "das Feuer zu erwidern". Und denken wir einmal nicht daran, dass Free Gaza das Angebot, alle Hilfslieferungen über Land nach Gaza zu schaffen, stets ablehnt, weil sie so auf die Blockade an sich aufmerksam machen wollen.
Schauen wir nur auf die Fakten. Was sagen diese Fakten? Dass eine internationale Flotte von Fracht-, und Passagierschiffen außerhalb der Zwölf Meilen-Zone, die jeder Staat an seiner Küste als Hoheitsgebiet beansprucht, von israelischen Einheiten aufgebracht, geentert und aus dem Kurs gezwungen wurde. Dass die Passagiere inhaftiert und abgeschoben wurden. Dass die Fracht nicht zurückgegeben wurde.
Entschuldigt, wenn ich jetzt etwas gehässig klinge, aber am Horn von Afrika patrouillieren deutsche Schiffe, weil man das dort PIRATERIE nennt.
Das ist ein Fall für das internationale Seegericht in Hamburg, und das nicht nur wegen der Toten, die für eine Elite-Einheit, die angeblich beteiligt gewesen sein soll, mehr als peinlich ist.


Kommen wir zur nächsten Peinlichkeit. Horst Köhler, Finanzjongleur und ehemaliger Bundespräsident, wurde aus einer Rede zitiert, und erntete dadurch auch aus den eigenen Reihen, vor allem aber der Presse vernichtende Kritik.
Ich kann verstehen, dass er diesen Schritt unternommen hat. Ich kann auch verstehen, dass er verlauten lässt, die kritisierte Passage über Wirtschaftlichen Absatz und Auslandseinsätze der Bundeswehr habe nicht unmittelbar mit Afghanistan zu tun.
Aber ehrlich gesagt finde ich es sehr Schade, denn Horst Köhler war ein für Schwarzgelb sehr unbequemer, nach dem eigenen Gewissen, und nicht (zumindest selten) nach dem Parteibuch entscheidender Bundespräsident.
Anstatt sich nun an die eigene Nase zu fassen und sich zu fragen, ob und warum, wo die eigenen Fehler lagen, die den Bundespräsidenten - unser Staatsoberhaupt - zum Rücktritt bewegten, entspinnt sich in der Koalition die große Selbstmitleids-, und Beweihräucherungsmasche.
Das erste Thema bei ihnen ist nicht: Welche Schuld haben wir wegen dem Rücktritt?
Es lautet: Wer macht nun den Job?

Ziemlich schnell wurde Zensursula genannt, Tschuldigung, ich meine natürlich die Tochter unseres ehemaligen niedersächsischen Landesvaters, die mit sieben von Nannies aufgezogenen Kindern und grandioser sachlicher Familienpolitik Furore machte, indem sie sich für den Big Brother-Überwachungsstaat á la Schäuble hatte einspannen lassen.
Mein erster Gedanke dazu war: Von der Leyen als Bundespräsidentin? Gut, da kann sie ja nicht mehr so viel falsch machen.
Dennoch, dieser Kelch ging an der Frau, welche die Nöte der selbst erziehenden Eltern aus eigener Hand kennt, und damit auch an uns glücklicherweise vorbei.

Nun hat die Koalition Christian Wulff am Wickel.
Ehrlich, ich mag Wulff nicht. Er regiert autoritär, kompromisslos, deckt den Gorleben-, und Asse-Skandal als sei er nicht der niedersächsische, sondern der bayrische Landesvater, und neigt bei Kürzungen der Haushaltsaufgaben zu sozialer Ungerechtigkeit. Aber dieses Schicksal hat er nicht verdient.
Von den CDU-Ministerpräsidenten ist er mir allemal lieber als Mr. "Ich fahre Ski, töte jemanden, und nutze das dann tränenreich im Wahlkampf, obwohl ich deshalb wegen fahrlässiger Tötung vorbestraft bin" Althaus, Mr. "Wenn ich am rechten Rand fische, gewinne ich die Wahl" Koch, oder Mr. "Rechtsrandfischen hat doch auch in Hessen geklappt, versuchen wir das doch auch in NRW und diskriminieren die SPD-Schnepfe ein wenig" Rüttgers.
Nun soll Chris also das allerhöchste, repräsentative Amt Deutschlands bekommen, im Schloss Bellevue sitzen, Gesetze unterzeichnen und Staatsgäste empfangen. Manchmal. Wenn Übermutter Merkel keine Zeit hat, oder der Gast sogar für sie zu wichtig ist.
Was für eine Verschwendung. Chris Wulff wurde lange Zeit als Nummer zwei der CDU gehandelt, als nächster Bundeskanzler.
Für alle, die sich in unserem politischen System nicht so auskennen, der Bundeskanzler ist der Macher bei uns. Zwar nur die Nummer vier des Staates (Bundespräsident, Bundesratsvorsitzender, Bundestagsvorsitzender, Bundeskanzler), aber er führt als Kommissar die Staatsgeschäfte. Bundeskanzler ist eine Menge Arbeit, aber auch eine Menge Macht. Außerdem spielt hier die Musik, im Kanzleramt, und nicht im Schloss Bellevue.
Was passiert also mit Chris, wenn er den Bundespräsidenten macht? Er wird nicht mehr Bundeskanzler. Oder könnt Ihr Euch einen Bundespräsidenten vorstellen, der als Zweitkarriere Kanzler werden kann? Nein? Dachte ich mir.
Im Prinzip sollte es mir als SPD-Wähler egal sein, wen die CDU als Nächsten zerstört, aber mir drängt sich dabei ein Gedanke auf, den ich hier mal zum Besten gebe: Sieht das nicht so aus, als würde Supermutter Angie Merkel hier ihren schärfsten Konkurrenten um das Kanzleramt ausschalten? Für mich ja.
Na ja, wenigstens haben wir es dann in Niedersachsen etwas ruhiger...

Donnerstag, 3. Juni 2010

12.000

Tja, es hat ein wenig gedauert, aber vor wenigen Sekunden verzeichnete ich auf Fanfiktion.de die unglaubliche Zahl von zwölftausend Aufrufen meiner Geschichten.
Okay, okay, ich bin mit vierundsiebzig Geschichten in den unterschiedlichsten Genres auch gut vertreten, angefangen beim Gedicht über Kurz- und Lang-Geschichten bis zum Roman, und mit einhundertdreiundneunzig Kapiteln in diesen vierundsiebzig Geschichten auch recht gut sortiert, um diese Riesenmenge an Aufrufen einzufangen...
Stolz bin ich trotzdem. Und ich hoffe, noch viele weitere Aufrufe, und vor allem noch mehr als die einhundertneunzehn Reviews zu erhalten. Drückt mir die Daumen. Oder noch besser, besucht mich. ^^V

Mittwoch, 2. Juni 2010

Anime Evolution: Krieg 9

Ich mag es selbst kaum glauben, aber ab und an kümmere ich mich nicht nur um die Dinge in der Welt, sondern manchmal auch um die aus meiner eigenen Feder.
In diesem speziellen Fall kann ich voller Stolz, und ein paar Tage zu spät berichten, dass ich mein Epos Anime Evolution in Staffel fünf, Krieg, um Episode neun bereichert habe. Damit ist der zusammenhängende Geschichteblock um Akira Otomo und seine Freunde meine größte Geschichte. Und auch wenn ich nicht mehr täglich eine halbe Episode on bringe, ja, einen Monat oder länger brauche, so ist die Geschichte auch noch lange nicht abgeschlossen und bietet noch ein klein wenig mehr Potential, das ich in weitere, vielfacettige Erzählungen verarbeiten kann.
Bis dahin, folgt einfach den Links auf der linken Seite, um zur aktuellen Geschichte zu kommen.
Und vielleicht geht es bei meinem nächsten Post auch wieder ums Schreiben. Allerdings bezweifle ich das. So lange kann ich nicht still halten und die Welt ignorieren. ^^V

Dienstag, 1. Juni 2010

Foodwatch und die Deutsche Bahn

Und wieder bricht der gerechte Zorn von Foodwatch über Deutschland herein. Die Organisation hat der Deutschen Bahn vorgeworfen, oder wie sie sagt, nachgewiesen, dass die Speisen, die im Zuge ihrer Bordrestaurantaktion "TV-Köche tischen auf", nicht ausgewiesene Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe enthalten. Und das würde sich für die Gerichte nach Rezept eines Sternekochs nicht ziemen, bzw. wäre Betrug am Bahn-Kunden.
Diese Meldung ging auch prompt durch die Presse, und eine der betroffene Köche, Sarah Wiener, ließ verlauten, dass ihre Rezepte ohne Zusatzstoffe auskommen. Der Fehler müsse also beim Zulieferer der Bahn liegen.
Das ist natürlich alles ganz schön und medienwirksam, und vor allem ist es ja auch ein Schock für jeden Verbraucher, der in einem IC- oder ICE-Restaurant tatsächlich einmal Sterneküche erwartet hat. Wenn möglich auch noch tatsächlich frisch zubereitet.
Was dabei nicht so durch die Medien ging, war das Dementi der Bahn.
Und da der Text so vollkommen konträr zu Foodwatch ist, erlaube ich ihn mir, hier zu posten, weil er einerseits auf der Bahnnews-Seite etwas untergeht, und andererseits jeder meiner Leser in der Lage sein soll, sich eine eigene Meinung zu bilden, nachdem er beide Seiten gelesen hat.

Zitat von Bahnnews.de:
DB weist kennzeichnungspflichtige Zutaten auf Speisekarten aus

(28.05.) BERLIN - Die DB hat die Vorwürfe der Verbraucherschutzorganisation foodwatch zurückgewiesen, Gäste der Bordrestaurants nicht über die Zutaten zu informieren. "Alle kennzeichnungspflichtigen Zutaten werden auf der Speisekarte ausgewiesen", sagt Robert Etmans, Vorstand Personal und Bordservice der DB Fernverkehr AG. "Außerdem verbessern wir ab Juni weiter die Qualität bei der Produktion unserer Menükomponenten" Zusatzstoffe wie Hefeextrakt, gehärtete Fette und Maltodextrin werden in den Gerichten, die im Rahmen der Aktion "TV-Köche tischen auf" exklusiv produziert werden, nicht mehr verwendet.

Mit dem Ziel, qualitativ hochwertige Produkte zu bieten, wird im Bordrestaurant bereits seit mehr als zwei Jahren zum Beispiel auf die Verwendung künstlicher Farb- und Aromastoffe verzichtet. In Fällen, in denen eine besondere Zutat wie gepökeltes Fleisch diesen Verzicht nicht zulässt, kennzeichnet die Bahn die jeweiligen Gerichte gemäß § 9 der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung (ZZulV) auf der Speisekarte. Mit dieser Qualitätsphilosophie entspricht die Bahn dem Wunsch vieler Gäste nach Ursprünglichkeit und Natürlichkeit der angebotenen Lebensmittel.

"Die Deutsche Bahn ist einer der wenigen Systemgastronomen in Deutschland, der, wo immer möglich, auf jegliche Zusatzstoffe bei der Produktion ihrer Gerichte im Bordrestaurant verzichtet", so Etmans weiter. "Darüber hinaus händigen wir den Gästen gerne auf Nachfrage Listen aus, auf denen sämtliche Zutaten der Speisen ausgewiesen sind." Zitat Ende.

Ergo: Systemgastronomie, gerade bei der Bahn, hat einen schlechten Ruf und gilt als ungesund. Andererseits ist die Bahn in diesem Fall nicht kleinlaut dabei sich zu entschuldigen, sondern ganz klar wie die Unschuld vom Lande auf Konfrontationskurs. Darüber hinaus habe ich Foodwatch vor allem als Organisation kennen gelernt, die leichte Siege mag, und sich mit den wirklich Großen und den tatsächlich gefährlichen Themen nicht gerne auseinander setzt.
Ich bin gespannt, wie es hier weiter geht. Und ich bin gespannt, ob die deutsche Presselandschaft das Dementi der Bahn ebenso schnell weiterverbreitet, wie sie Gratiswerbung für Foodwatch macht.