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Dienstag, 27. September 2011

Wann ist eine Sucht eine Sucht?

Bitte den Titel meines heutigen Blogeintrags mit der Melodie von Herbert Grönemeyers Hit "Männer" im Ohr lesen.
Und so wie ich angefangen habe, mache ich auch gleich weiter. Erzwungen witzig.

In meiner Tageszeitung, der LDZ, wurde heute eine Studie der Bundesregierung vorgestellt, nach der etwas mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland Internetsüchtig sind. Grund? Sie verbringen mehr als vier Stunden am Tag im Web.
...sacken lassen.
Verschiedene Medien verbreiten diese Information auch im Internet. Aber seltsamerweise hauen diese Medien der Studie sprichwörtlich auf die Finger, so die Hamburger Morgenpost und N-TV.de.
...sacken lassen.

Gehen wir die Sache doch mal, ha, ha, sachlich an. Was haben wir hier? Eine von der Bundesregierung, genauer gesagt dem Bundesministerium für Gesundheit geförderte Studie zum Thema Internetsucht der Universität Lübeck.
Ich persönlich wehre mich vehement dagegen, dass ich als Süchtiger bezeichnet werde. Immerhin bin ich im Durchschnitt vier Stunden am Tag im Netz, und ich fühle mich keineswegs süchtig. Wikipedia beschreibt die Internetsucht so:

"Internetabhängigkeit verursacht wie andere Verhaltensstörungen die Vernachlässigung üblicher Lebensgewohnheiten, sozialer Kontakte, der persönlichen Versorgung und Körperhygiene, da ein Großteil der zur Verfügung stehenden Zeit im Internet verbracht wird. Im Extremfall kann die virtuelle Welt zu einem vermeintlich vollständigen Ersatz für sonstige reale soziale Kontakte werden und damit zu sozialer Isolation führen.

Nach außen wird die Sucht verheimlicht oder man will sie nicht wahrhaben, verharmlost sein Verhalten. Ist der PC defekt, kommt es zu Entzugserscheinungen wie schlechter Laune, Nervosität, Reizbarkeit, Schlafstörungen oder Schweißausbrüchen. Unter Umständen schlägt sich die Abhängigkeit auch in Faulheit nieder und in der „Erkenntnis“, dass das Leben ohne Computer sinnlos sei. [...]"
..sacken lassen.

Gehen wir nach der Definition von Wikipedia und nach den Erkenntnissen der Uni Lübeck, so begegnen uns ein halbes Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands nicht mehr auf den Straßen, beim Einkaufen, im täglichen Leben, auf der Arbeit, weil sie ihr Leben vollkommen auf das Internet konzentrieren - oder eben dieses gute halbe Prozent stinkt fürchterlich... Oder beides.
...sacken lassen.

Ja, es ist wahr, es gibt dieses Faktum, Internet-Sucht. Und ja, es ist ein Problem. Vor allem für die Betroffenen, wenn sie denn merken, was mit ihnen geschieht.
Auf Youtube gibt es, wenn man lange sucht, schöne Videos von Leuten, die z.B. ihre WoW-CD's zerstören. Sieht effektvoll aus, aber wir wissen ja alle, dass man die Software-CD's heutzutage nicht mehr braucht; solange der eigene Account existiert, kriegt man die Software von Blizzard gratis im Download.
Warum ich WoW anspreche? Weil es ein Beispiel ist, das oft gewählt wird, um Internet-Sucht zu beschreiben.
Die verlockende, virtuelle Welt, die Ersatz für das normale Leben sein soll, entführt, verführt und treibt ins Verderben?
...sacken lassen.

Ich stelle jetzt einmal eine sehr gewagte Hypothese auf, bevor ich ein wenig über mein Konsumverhalten schreibe. Diese Hypothese lautet: Menschen, die Internetsüchtig sind, sind auch anfällig für andere Formen der Sucht.
All jene, die World of Warcraft, Facebook, soziale Netzwerke im Allgemeinen, Internetforen, Communitys egal welcher Form, usw, für die Schuldigen der Sucht der Betroffenen halten, vergessen m.E. Ockams Skalpell:

"1)Von mehreren möglichen Erklärungen ein und desselben Sachverhalts ist die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen.
2)Eine Theorie ist einfach, wenn sie möglichst wenige Variablen und Hypothesen enthält, die in klaren logischen Beziehungen zueinander stehen, aus denen der zu erklärende Sachverhalt logisch folgt."

Im Anbetracht von zwölf Millionen WoW-Spielern weltweit und einhundertfünfzig Millionen aktiven Nutzern von Facebook speziell, und fast einer Milliarde Nutzer von sozialen Netzwerken weltweit stehen wir hier vor dem Umkehrschluss. Gibt es draußen in der Welt eine Milliarde Internetsüchtiger, oder sind Internetsüchtige süchtig, weil sie zur Sucht an sich neigen, und das Internet ihr Medium geworden ist?
Ich neige für mich persönlich zu entscheiden, dass zu den üblichen Süchten wie Spielsucht, Trinksucht, Drogensucht, Nikotinsucht und Telefonsucht, die kleineren Süchte außen vor gelassen, nun auch noch die Internet-Sucht hinzu gekommen ist.
Und ich neige dazu festzustellen - nein, nicht dass Internet-Süchtige selber Schuld an ihrem Dilemma sind, das wäre zynisch und zeigt nur, dass das soziale Umfeld dieser Menschen hilflos ist - dass Internetsüchtige in der Tat auch eine andere Sucht haben könnten als das Internet. Wir könnten es labeln wie wir wollen, irgend etwas bleibt immer, wonach man süchtig werden kann. Problematisch wird es natürlich, wenn Menschen, die eigentlich gar nicht dazu neigen, nach irgend etwas süchtig werden. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel, und das wäre vielleicht wirklich mal eine Studie der Universität Lübeck wert, festzustellen, ob Menschen generell zu Süchten neigen können.
N-TV und MoPo reduzieren die Zahl dann auch flink von 560.000 Internet-Süchtigen auf die schweren Fälle mit rund 56.000.
...sacken lassen.

So, gleich beschreibe ich mal mein eigenes Internet-Verhalten. Aber vorher kommt noch mein Fazit: Natürlich sollte man die Zahl der Internet-Süchtigen nicht beschönigen. Das sind Menschen, die im Moment keine Hilfe bekommen, keine Anleitung und keine Unterstützung. Im Umkehrschluss darf man aber nicht jeden, der im Schnitt vier Stunden vor dem PC und/oder im Internet verbringt als süchtig, Sozialversager oder klassischen Nerd abstempeln, der sich nur von Bringdienst-Pizza ernährt und nicht mehr wäscht.
Dies ist beiden Gruppen gegenüber unfair, den Süchtigen ebenso wie den normalen Internet-Nutzern.


So, wir kommen zum Highlight. Wir kommen zu meinem Verhalten im Umgang mit dem PC.
Ich möchte aber sehr viel früher anfangen, sehr viel weiter ausholen. Erinnert sich noch jemand an "Pong"? Dieses Spiel mit dem Tennisfeld, den beiden Balken und dem Ball? Eine supersimple Form des Computerspiels, aber damals so populär, dass eigens Geräte für den Hausgebrauch gebaut wurden, die nur dieses Spiel beherrschten.
Ich selbst habe auf so einem Gerät meine ersten Erfahrungen gesammelt.
Dann kam der Atari 2600. Kennt den noch jemand, mit seiner Vielzahl an Blöckchengrafik-Spielen wie Pitfall und Tank Commander?
Darauf folgte bei mir der C64 II, und auch heute noch habe ich Spiele wie Pirates!, Kaiser, Wizball und Pool of Radiance in liebevoller Erinnerung.
Zeit, ein Fazit zu ziehen. Mit diesen Geräten und einem eigenen Fernseher, ja, damals gab es noch keine Monitore für diese Zwecke, pflegte ich zu spielen. An schlechten Tage durchaus mal sechs Stunden. Nur zu spielen, wohlgemerkt. Dennoch hatte ich, als ich jünger war, meine Zeit auf unserem Bolzplatz, in meinem Freundeskreis, und als ich älter wurde, meine Zeit in meiner Clique, vornehmlich Abends und dann da, wo die Nikotin-Süchtigen ungesehen von den Eltern rauchen konnten. Habe ich zum Glück nie angefangen. Nicht, dass ich es nicht versucht hätte, aber das Zeug schmeckt mir nicht und gibt mir auch nichts.
Merkt Ihr was? Ich habe Zeit für meine Spiele genommen, aber ich bin nicht durch das soziale Netzwerk gefallen, das ich mir in den Jahren herangezüchtet hatte.

Überspringen wir mal den Amiga und die allerersten PC's, die ich in einer Zeit zum Spielen, und - oho, es wird interessant - für das Schreiben nutzte, und kommen wir in jene Zeit, in dem ich im Internetzeitalter ankam.
Es begann mit einem eigenen Telefon für mich, und daraufhin mit einer Internetverbindung mit 56K-Modem. Ich hatte plötzlich eine E-Mail-Adresse, und fand prompt mein erstes Internet-Forum, in dem ich auch heutzutage Zeit verbringe, dort sogar als Moderator tätig bin: The World of Battletech. Das war im Jahr 2000, und eröffnete mir eine völlig neue Welt.
Wie schon gesagt, zu diesem Zeitpunkt benutzte ich bereits den PC, um zu schreiben. '96, als ich damit startete, begann ich damit, ältere handgeschriebene Texte abzutippen, später schrieb ich immer weniger vor, ich wurde schneller an der Tastatur, und tippte direkt in Word. Heutzutage habe ich viele, viele angefangene Ideen und Texte, die ausschließlich am PC geschrieben wurden.
Heutzutage schreibe ich sehr viel am PC, für meine Geschichten und Romane, hier in meinem Blog, in den Foren, in denen ich moderiere, und surfe nebenbei im Netz. Deshalb kann man meine Arbeitszeit am PC kaum von der Zeit differieren, die ich im Netz bin. Das läuft nebenbei, und deshalb ist die Studie auch unfair zu mir und meinesgleichen.


Kommen wir weiter, kommen wir zu sozialen Netzwerken, Youtube und Facebook. Und ja, auch zu World of Warcraft.
Ich gebe zu, in die sozialen Netzwerke bin ich erst vor knapp vier Jahren gekommen. Über eine Freundin lernte ich MySpace kennen. Später, über eine weitere Freundin, kam MeinVZ hinzu, und schließlich, gegängelt vom Trend (und dem 50 Jahre, 50 Geschichten-Projekt), trat ich dieses Jahr auch Facebook und Google+ bei.
Ich möchte nicht behaupten, dass ich hier täglich präsent bin. MeinVZ besuche ich nur, wenn mich eine Mail informiert, das mir jemand etwas geschrieben hat. Ebenso MySpace. Auf Facebook schaue ich, wenn ich nicht benachrichtigt werde, bestenfalls einmal die Woche rein, wenn ich daran denke. Und Google+, das nicht gerade vor Aktivität überschäumt, habe ich viermal aufgesucht, seit ich da gemeldet bin. Das war im Mai. Viel wichtiger als das sind meine Stammforen, in denen ich mehrmals täglich rein schaue. Das, meine Mail-Adresse auf Gmx.de, und natürlich mein Account auf Fanfiktion.de, das für mich eine wichtige Ressource ist. Auf diesen Seiten interagiere ich mit sehr vielen Menschen. Und ich kann sagen, ich habe fünfundneunzig Prozent von ihnen das erste Mal im Internet kennen gelernt, und von denen kenne ich bestenfalls fünf Prozent persönlich. Viele dieser Menschen, die mir teilweise viel bedeuten, würde ich ohne Internet gar nicht kennen. Ich hätte mich nie mit ihnen geschrieben, hätte nie mit ihnen gechattet, wäre ihnen nie hilfreich gewesen, hätte viele nie mit meinen Geschichten und Romanen erfreuen können...

Ergo: Mit dem Internet haben wir eine schnelle, effektive Kommunikationsform, und ein Teil meines sozialen Netzwerks hat sich verlagert. Nein, das ist das falsche Wort. Meine Welt ist GRÖßER geworden, größer durch das Internet. Und ich habe mir sehr viele neue soziale Kontakte allein über das Internet erschlossen.
Wenn mich das zum Süchtigen macht, dann ladet mir das Kreuz auf; meine Freundschaften werde ich deshalb nicht aufgeben oder vernachlässigen.


Ich habe mal optimistisch geschrieben: Im Internet begegnen sich nur die Seelen.
Tja, im Zeitalter des Cyber-Mobbings muss man das wohl so interpretieren: Manche dieser Seelen sind eben echte Drecksäcke und Arschlöcher. Im Internet zeigen sie ihr wahres, komplexbelastetes, gehetztes Wesen. Aber deshalb das ganze Internet verteufeln, regulieren, verwünschen?

Ich habe gerade erst gelesen, dass die Piraten-Partei in ihrem Pamphlet überhaupt nicht auf die Internet-Sucht eingeht, und das man ihr das vorwerfen muss.
Warum, frage ich? Wirft man der CDU vor, dass sie in ihrem Wahlprogramm mit keinem Wort auf die Suchtheilung Alkohol-Kranker eingeht? Oder der SPD die Nikotin-Abhängigen? Nur weil die Piraten-Partei als kompetent für das Internet 2.0 gilt, sollte man die Kranken und deren Behandlung doch bitte weiterhin den Spezialisten überlassen. Dieser Pranger für die Piraten ist selbstentlarvend und feige. Was sollten sie auch machen? Eine bessere Behandlung fordern? Sich im Namen des Internets für die Suchtfälle entschuldigen? Die Süchtigen selbst behandeln?
...sacken lassen.


Weil es so schön ist, hier noch mal ein Einblick in mein Suchtverh... Ich meine, in meinen Umgang mit dem Internet.
Kommen wir ans Eingemachte, kommen wir zu World of WarCraft.
Ja, ich spiele WoW. Und das nun schon vier Jahre. Ja, ich spiele gerne WoW, es gibt mir immer wieder was, meistens ein paar schöne Stunden (in denen ich eigentlich an meinen Romanen hätte weiter schreiben sollen ^^), Abwechslung und Kurzweil.
In den Achtzigern, als wir alle noch eifrig Spiele getauscht haben, da fragte mich ein Freund, was für C64-Spiele ich mir ausborgen wolle. Daraufhin antwortete ich: "Ein Spiel, in dem ich meinen Weg, meine Aufträge und meine Waffen selbst aussuchen kann." Zwanzig Jahre später erschuf man die virtuelle Welt von World of WarCraft, in der man Stunden zubringen kann, ohne einen einzigen Auftrag zu haben, sprich Quest. Einfach, indem man durch die Landschaft reitet, farmt (dieser Ausdruck bedeutet, dass z.B. ein Charakter mit Minenarbeiterausbildung Erzvorkommen sucht und abbaut, deren Ergebnisse er entweder selbst verbraucht, oder im Auktionshaus verkauft) und seine Berufe levelt (was bedeutet: Man hat in WoW zwei primäre und vier sekundäre Berufe. Vor allem die sekundären Berufe, Angeln, Kochen, Erste Hilfe und Archäologie, bieten hier und da Hilfe beim Spielen und beim Leveln. Deshalb ist es sinnvoll, sie möglichst schnell auf den höchstmöglichen Stand zu bekommen. Sprich, Stoffe sammeln, um mit Erster Hilfe Verbände anzufertigen, die dem Charakter dann bei Questen nützen. Und das ist nur ein Beispiel.)

Nun habe ich WoW, und mein Main (meistens der erste Charakter, den man erschafft, mittlerweile aber der Charakter, den man am meisten spielt) ist auf der derzeitigen Höchststufe von 85. Dennoch spiele ich WoW... Durchwachsen. Es gibt Tage, da gehe ich gar nicht online, in manchen Wochen spiele ich jeden Tag, in manchen Wochen gar nicht. Es kommt vor, wenn ich in eine Instanz mitgehe oder einen bestimmten Erfolg wie einen Level-Up oder ein besonderes Ereignis erreichen will, dass ich schon mal drei, vier, fünf oder gar sechs Stunden im Spiel verbringe. Aber eigentlich nicht am Stück. Nach spätestens zwei Stunden ist es mir über.
Aber, doch, ich habe viel Spaß an dem Spiel, und werde es weiter spielen. Nicht zuletzt deshalb, weil ich auch hier, wie in den sozialen Netzwerken, so meine Freundschaften und sozialen Beziehungen habe. Mit den Menschen hinter den Charakteren, nicht mit den Polygon-Gestalten.
Auch hier gilt: Don't blame the game. Wer hier süchtig wird, hat nur seine Sucht gefunden. Traurig, aber wahr.

So, das waren meine Gedanken zum Thema. Wer mich in Azeroth besuchen möchte, der findet mich auf dem Server Kargath auf Seite der Allianz. Mein Nachtelfenkrieger Arliczan ist mein Main. Ich bin immer für einen Plausch oder eine Instanz zu haben.
Da ich aber nur sehr moderat spiele, bin ich jetzt eher Mittelmaß. Aber die Ausrüstung passt.

Mittwoch, 21. September 2011

Foodwatch wieder...

Es ist kaum zu glauben. Eine Zeitlang dachte ich wirklich, Foodwatch würde sich tatsächlich zu einer sinnvollen Verbraucherschutz-Organisation mausern, die nicht nur Fördermitglieder an sich binden und Zeitungsschlagzeilen produzieren will, sondern nützlich sein möchte... Da beweist sie mir heute das Gegenteil.
Neulich noch fand ich Foodwatch GUT. Dazu genügte ein Blick auf den Pfanner-Tee mit Litschi. Ursprünglich gehörten Litschi nicht mal auf die Zutatenliste, da die Firma behauptet hat, es müssen keine drin sein, nur weil der Saft so heiße... Mittlerweile ist die Litschi auf der Zutatenliste, ergo auch mit drin. Ein grandioser Erfolg, und eine richtig gute Sache, die Foodwatch da betrieben hat. Ich gebe zu, ich hatte HOFFNUNG.

Doch nun das. Foodwatch und die Ärzteorganisation IPPNW, oder auf Deutsch, Vereinigung der Ärzte zur Verhinderung eines Atomkriegs haben in einer Studie klargestellt, dass die Grenzwerte für Radioaktivität in Deutschland viel zu hoch sind.
...sacken lassen.
Der von mir verlinkte Artikel der Website der Frankfurter Rundschau ist nicht ganz vollständig. Sicherlich in der gedruckten Ausgabe, aber auch in meiner hiesigen Zeitung, der Leine Deister Zeitung, ist der Artikel ausführlicher und nennt sogar die Grenzwerte, um die es geht.
Demnach ist diesem Doppelpack der erlaubte Grenzwert von 370 Becquerel Cäsium pro Kilogramm für Säuglingsnahrung und Milchprodukte zu hoch, und soll auf acht gesenkt werden.
In allen anderen Nahrungsmitteln soll der Grenzwert von 600 Becquerel auf 16 gesenkt werden. Cäsium, natürlich.
...sacken lassen.
Bevor ich jetzt mit meinem laienhaften Wissen und einiger Unterstützung von Wiki und den starken Seiten mein Donnerwetter herniederfahren lasse, habe ich für Euch, meine Leser, zwei Fragen:
1) Warum wird immer Cäsium erwähnt? Wir wissen alle, dass Cäsium hochgiftig ist, auch in kleinsten Konzentrationen. Aber ist Cäsium das einzige, was strahlt? Und warum wird der Strahlenwert Becquerel angegeben, aber nicht die Menge an Gramm, Milligramm oder Mikrogramm, die Cäsium gemessen an einem Kilogramm Nahrung haben darf? Warum dieser Umweg über die Strahlenbelastung? Okay, das waren jetzt vier Fragen, zugegeben.

2) Wenn die IPPNW und Foodwatch die Senkung des Grenzwerts für Babynahrung von 370 auf acht Becquerel pro Kilogramm fordern, kommt das nur mir wie billiger Populismus vor? Das war Frage fünf, zugegeben.
...sacken lassen.

Der Kinderarzt Winfried Eisenberg wird ganz zu Recht damit zitiert, dass "selbst kleinste Strahlendosen [...] die Erbinformationen verändern, das Immunsystem schädigen und Krebs auslösen" können, und das dies besonders für Kinder und Jugendliche gilt. Aber was hat das mit den aktuellen Grenzwerten zu tun?

Menschen, die sich für das Thema interessieren, sprich sich ein klein wenig mit Radioaktivität auskennen, können auf Anhieb mehrere Fakten zitieren, die diese Forderung in einem merkwürdigen Licht erscheinen lässt, schon einmal ganz davon abgesehen, dass Foodwatch und IPPNW das arme Cäsium totreiten.
Da hätten wir:
Radioaktiver, sprich ionisierter Strahlung, also der Strahlung die entsteht, wenn Atomkerne, vornehmlich Isotopen, zerfallen, sind wir permanent ausgesetzt.
Die wichtigsten Quellen für radioaktive Strahlung sind: Der Boden in Form von Emissionen unter anderem des radioaktiven Edelgases Radon; der Himmel in Form von kosmischer Strahlung, die natürlich im Weltall vorkommt; und, man höre und staune, der menschliche Körper! Jaha, Herrschaften, wir strahlen selbst, und das nicht zu knapp. Die Aufteilung auf die einzelnen Werte hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab. Je höher man wohnt, desto höher ist die Belastung durch Weltraumstrahlung. Je nachdem in welcher Region man lebt, ist die Belastung durch Radon-Emissionen höher oder niedriger. Je nachdem was man zu sich nimmt, hat man mehr oder weniger Isotopen im Körper, die radioaktive Strahlung aussenden.
...sacken lassen.

Laut Wikipedia emissiert ein Mensch durch die in seinem Körper eingelagerten Isotope - weniger Cäsium, sondern eher durch Elemente wie das natürlich strahlende Kalium - 9000 Becquerel selbst. Bei einem Anteil von dreißig Prozent der natürlichen Strahlenbelastung durch den eigenen Körper, vierzig von kosmischer Strahlung und dreißig von Erdstrahlung (was ja je nach Ort variiert) schauen wir hier auf die natürliche Belastung des Menschen. Das, was der Mensch sowieso abkriegt, ob er will oder nicht. Genau, von diesem Zeug, das einem in Überdosis Krebs verursacht, die Haare ausfallen lässt und die Zähne kostet. In Überdosis, wohlgemerkt.
Das gilt für uns, das gilt für Kinder.
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Mein Fazit: Augenwischerei. Alles nur Augenwischerei. Die Forderung nach einer derart radikalen Senkung der Grenzwerte ist reiner Populismus. Klingt gut, aber was soll das bringen? Klar sind Grenzwerte für Cäsium eine sehr gute Idee, das Zeug IST ja hochgiftig. Aber es zeigt doch mal wieder den reinen Show-Effekt, wenn immer wieder Cäsium! Cäsium! geschrien wird, und andere radioaktive Quellen wie Radon, Kalium und Radium keine Erwähnung finden. ODer Uran. Warum nennt hier niemand Uran?
Wieder einmal wird hier schlicht auf die Angst der Menschen spekuliert. Jener Menschen, die nicht einmal so wenig wie ich über Radioaktivität wissen. Und diese sollen dann was? Foodwatch-Unterstützer werden? Sicher, es macht immer Sinn, über Belastungsgrenzen für Umweltgifte zu diskutieren, es macht immer Sinn zu schauen, ob die derzeitigen Grenzen nicht zu hoch angelegt sind, ob diese nicht ein Hintertürchen dafür sind, dass Menschen Schaden entsteht. Und gerade beim hochgiftigen Cäsium sollte man sehr umsichtig sein, vom Iod-Isotop 131, das sich in der Schilddrüse ablagert und dort schwere Schäden anrichten kann, ganz zu schweigen.
Aber ehrlich gesagt möchte ich diese Diskussion nicht mit jemandem führen, der die Grenzwerte für Kindernahrung fünfzigfach zu hoch hält, und die Werte für Erwachsene fast zwanzigfach zu hoch... Da denkt man doch spontan: Hey, Greenpeace, ist euch das noch nicht aufgefallen, Ihr Flaschen?

Nein, Herrschaften, es ist eine unwiderlegbare Tatsache, dass wir permanent Radioaktivität ausgesetzt sind. Sie kommt von oben, sie kommt von unten, und sie kommt aus uns selbst. Diese Radioaktivität alleine ist weit höher als die Grenzwerte für Kindernahrung in Deutschland. Und wir reden hier von der Normalbelastung für den menschlichen Körper, nicht von Extremfällen. Dazu muss man auch einrechnen, dass auch die durch Nahrung aufgenommenen Isotope zu dieser natürlichen Belastung gehören.
Die Grenzwerte sollen uns vor übermäßiger Belastung schützen, vor gefährlicher, ja, tödlicher Belastung. Aus diesem Grund sind sie bei uns sehr tief angesetzt, und in Japan doppelt so tief. Jetzt zu kommen und eine Senkung um das Fünfzigfache zu fordern ist schlichtweg Quatsch. Genauso wie der Cäsium-Chauvinismus im ganzen Artikel Quatsch ist. Ich habe es schon geschrieben: Cäsium ist nicht das einzige Element, das strahlt. Aber das Wort zieht wohl einfach besser. Noch eindringlicher kann man sich selbst nicht als Populisten entlarven.

Vielleicht ist eine Diskussion über die deutschen Grenzwerte und über gemeinsame europäische Grenzwerte keine schlechte Sache. Aber Foodwatch oder die IPPNW würde ich dabei nicht so gerne anhören. Beide Organisationen kennen laut Zeitung nur das radioaktive Isotop Cäsium und sehen nur dies als gefährlich an; die anderen radioaktiven Elemente verschweigen sie oder kennen sie nicht, und laut Zeitung wollen sie auch nur eine Senkung für den Anteil von Cäsium im Essen, es geht ihnen nicht um eine Senkung von Strahlungsbelastung im Allgemeinen. Dabei ist es Gamma-Strahlung egal, ob sie aus der Kernfusion von Wasserstoff zu Helium entstammt, von Cäsium emissiert wird, oder ob Radon sie abgibt.
Mit Schock-Begriffen Schock-Grenzwerte durchzusetzen ist und bleibt Populismus. Und bei einer körpereigenen Strahlenbelastung von lt. Wiki 9000 Becquerel eine Senkung des Grenzwerts von sechshundert auf sechzehn zu fordern - wohlgemerkt geht es hier um eine Obergrenze, die bereits niedrig angesetzt ist - ist vor allem sehr dreist.
Mit der Angst der Menschen zu spielen hingegen ist frech.

Noch ein kleines Schlusswort von mir: Natürlich ist Radioaktivität gefährlich, natürlich kann sie tödlich sein. Ich wäre nicht gegen Atomenergie, wenn das nicht der Fall wäre. Aber es gibt eine sinnvolle, sachliche Diskussion, und es gibt eine unsachliche, populistische und übertreibende Diskussion, die der Sache nicht hilft, aber dem, der sie ausspricht, mehr Aufmerksamkeit verschafft. Ich nenne das: Schreien um des Schreiens willen. Foodwatch hat das in meinen Augen schon oft genug gemacht. Und hat in puncto Sachlichkeit nicht dazu gelernt.
Die Radioaktivität, über die wir hier allerdings reden, ist moderat. Natürlich können Kinder, Kleinkinder und Babys bereits bei diesen niedrigen Grenzwerten durch über die Nahrung aufgenommene Isotope Krebs bekommen... Aber das können sie auch bei einem Grenzwert von acht Becquerel. Und wie ich weiter oben schon schrieb, der Radioaktivität entkommen können wir ohnehin nicht.
Für uns Menschen gilt, dass wir uns von zu hoher, zu langer, zu intensiver Strahlung schützen müssen.
Tatsächlich erleiden unsere Körper genau in diesem Moment, wir Erwachsene ebenso wie Kinder und Babys, abertausende Zellschädigungen in unseren Körpern durch die radioaktive Strahlung in unseren Körpern und in unserer DNS. Tatsächlich entarten gerade jetzt bei einigen von uns durch diese Schäden Zellen und werden zu Krebsgeschwüren.
Tatsächlich werden einige von uns erst in wenigen Minuten Krebs ausbilden...
Und tatsächlich ist unser Körper darauf eingestellt. Denn auch tatsächlich frisst der Körper jeden Tag entartete Zellen, vernichtet Krebs, repariert die DNS-Codes. Dennoch erkranken und sterben Menschen an Krebs. Aber das liegt nun einmal nicht primär an der Nahrung, und ein Pilot oder ein Flugbegleiter, oder eben eine Röntgenschwester im Krankenhaus haben eine höhere Strahlenbelastung und damit ein höheres Risiko, um an Krebs zu erkranken... Was aber nicht automatisch Krebs bedeutet. Das Gleiche gilt für die Nahrung.
Entkommen können wir der Radioaktivität nicht. Sie gehört zu unserem Leben einfach dazu. Ebenso wie der Krebs, der uns begleiten wird, solange wir Menschen aus organischer Materie bestehen werden. Allein, helfen kann uns die Forderung von Foodwatch und der IPPNW in keiner Form. Sie ist nur gut zur Profilierung beider Organisationen. Und das ist diesem ernsten Thema nicht angemessen.


Themawechsel. In meiner Tageszeitung steht auch, dass in Rom sieben Seismologen vor Gericht gestellt werden sollen, mit der Anklage auf Totschlag, weil sie vor dem Erdbeben am 6. April 2009 in L'Aquila nicht ausreichend gewarnt haben...
Noch so eine Sache, die man nahtlos in die Foodwatch-Diskussion mit einbeziehen kann. Wenn ich so etwas lese, denke ich automatisch an Kreationisten.
Die zitierten Wissenschaftler wurden nach einer Analyse gefragt, ob es in der Region L'Aquila nach mehreren kleineren Erdbeben zu einem großen kommen könnte.
Die Wissenschaftler waren sich einig, dass die bsiherigen Beben keine typischen Vorläuferbeben für ein "Big One" waren, aber sie konnten es auch nicht ausschließen.
Anschließend gab es das Beben, und es verwüstete die Stadt, es gab 308 Tote. Es hatte eine Stärke von 5,8 auf der Richterskala.
...sacken lassen.
Als ich in San Francisco war, im Jahr 2000, habe ich in meiner ersten Nacht im Hilton&Towers im, hm, dreißigsten oder vierzigsten Stock geschlafen. Ich war so totmüde wegen meinem Jetlag, ich verschlief sogar das Erdbeben, das die Stadt kurz erschütterte... Es hatte, wenn ich mich recht erinnere, eine Stärke von fünf Komma vier. Und man mag es kaum glauben, am nächsten Morgen stand nicht nur mein Hotel noch, sondern auch die restliche Stadt.
...sacken lassen.

Fazit: Man kann Erdbeben nicht zu einhundert Prozent vorhersagen. Die Japaner haben eine Methode entwickelt, die anhand gemessener Schockwellen eine Vorwarnzeit von zehn bis dreißig Sekunden bietet; genug Zeit, um Menschen per Handy zu warnen, damit sie Schutz suchen können, oder ins Freie kommen, genug Zeit, um Kraftwerke abzuschalten (was, wie wir wissen, auch nicht immer klappt).
Dass die Forscher L'Aquila nicht vorhersagen konnten, ja, ein großes sogar ausschlossen (aber nicht ganz) liegt einfach in der Natur dieser Wissenschaftsdisziplin.
Vergleichen wir jedoch mal das San Francisco-Beben, das ich verschlafen habe, und nehmen das L'Aquila-Erdbeben hinzu, was sehen wir da? Links eine unversehrte, erdbebensichere Stadt, die gelernt hat, mit dieser Naturkatastrophe umzugehen und kleinere Beben unbeschadet zu überstehen; rechts hingegen eine komplett verwüstete Stadt mit vielen Toten und Verletzten.
Das bringt mich zur Erkenntnis, dass es weder um die Erdbebenforscher geht, noch um die Erdbebenvorhersage an sich. Es geht darum, dass jemand für L'Aquila büßen soll, für die Pfuscharbeiten beim Bau der Häuser, für die langsamen bis nicht vorhandenen Hilfen, die der Staatschef eigentlich zugesagt hatte, für den Wiederaufbau der einsturzgefährdeten Innenstadt, für das zerstörte Leben der Opfer. Und wie es scheint, versucht man nun den Volkszorn von der korrupten Baubranche, vom Versagen der Politik und vom Pfade der Vernunft in Richtung der Wissenschaft zu drängen. Besser sie als... Wer?
Derjenige, der eine Antwort auf diese schlichte Frage hat, findet die wahren Verantwortlichen der Katastrophe von L'Aquila.
Oder um es mal anders auszudrücken: 5,8? Moderne Länder mit Erfahrung im Erdbebenschutz lachen doch über so ein Beben.
Italien ist ein Erdbebenland, aber augenscheinlich wurde die ganze Stadt L'Aquila NICHT erdbebensicher erbaut. Und das, obwohl vor allem in der Innenstadt viele moderne Gebäude stehen/standen, wenn ich die Fernsehbilder der geräumten Zone recht im Kopf habe. Wir reden hier über Korruption, Pfusch am Bau, Materialunterschlagung, und über weitere hässliche Dinge, die zur Vernichtung der Stadt beigetragen haben. Die Wissenschaftler haben damit am wenigsten zu tun.
Man kann nur hoffen, dass dieser populistische Täuschungsversuch grandios scheitert und die wirklich Schuldigen auf die Anklagebank gesetzt werden.
Jemanden zu bestrafen, nur weil man einen braucht, das ist absolut sinnlos. Es muss dann auch den Richtigen treffen.


Edit am 22.09.: Erstmals hat Foodwatch meinen kleinen Blog gefunden, und Herr Rücker nimmt ausführlich Stellung in den Kommentaren zu meinen Vorwürfen.
Um mal ein Zuckerli auszuteilen: Bei der Null Toleranz-Forderung von Iod131 in Nahrungsmitteln haben Foodwatch und IPPNW zu einhundert Prozent Recht.
Der Rest, na ja, lest die Kommentare.

Nachtrag: Nachdem ich einige Zeit darüber nachgedacht habe, komme ich zu dem Schluss, dass ein einheitlicher Höchstwert in der Exposition durch Ionenstrahlung sowohl für Nahrung als auch für Belastung z.B. benachbarte Kernkraftwerke Sinn macht. Wie hoch dieser Wert sein sollte, sei allerdings dahin gestellt. Denn wie gesagt, der eigene Körper produziert alleine schon 9000 Becquerel...

Freitag, 16. September 2011

1111 - Schon wieder. ^^

So, es ist passiert. Wenn ich auch sonst nix zu bloggen habe, kann ich mich doch immer auf meine Geschichten bei Fanfiktion.de verlassen.
Anime Evolution: Nami, die vierte Staffel meiner eigenen Serie um Akira, seine Freunde und den Rest des Universums, hat nach dem Tausender nun die Schnapszahlsphären erreicht.
Und das lange, bevor die dritte Staffel Anime Evolution: Past überhaupt erst nahe an den Eintausend Aufrufe-Himmel heran gekommen ist. Allerdings schiebe ich das darauf, dass Nami zwanzig Episoden hat, und Past nur acht... Dennoch, das soll Euch nicht daran hindern, auch Past eifrig aufzurufen und zu lesen. ^^

Dazu ein Hinweis in eigener Sache.
Mir ist gerade bewusst geworden, dass ich für Anime Evolution: Krieg, die aktuelle fünfte Staffel, seit über einem Jahr nicht weiter geschrieben habe... Klar, in der Zeit bin ich nicht stehen geblieben und habe andere Projekte voran getrieben. Aber mir ist wieder einmal klar geworden, dass ich einen gewissen Antrieb brauche, selbst um so lieb gewonnene Projekte wie Anime Evolution und Mein Gott meine Göttin fortzusetzen. Seht Euch also hiermit genötigt, in naher Zukunft eifrig zu kommentieren, um den aufmerksamkeitssüchtigen Ace Kaiser ein wenig zu beflügeln.

Bleibt mir treu und lest mich weiter.

Montag, 12. September 2011

Vae Victi - wehe dem Besiegten

Eifrige Leser meines Blogs wissen ja, das ich mich politisch engagiere. Für die SPD. Sie wissen auch, dass ich als Nachrücker in meinem Heimatort im Rat war, und wiedergewählt werden wollte.
Um es kurz zu machen, ich bin mit 66 Stimmen direkt in den Rat gewählt worden und habe das drittbeste Ergebnis von acht SPD-Kandidaten. Doch dazu gleich mehr.
Ich wollte auch in den Samtgemeinderat gewählt werden, so als erster Versuch, aber das ist mir nicht gelungen. Die SPD konnte fünfzehn der dreißig Sitze erringen, und ich hatte leider nur 54 Stimmen. Der schlechteste direkt gewählte SPD-Mann hatte vierhundert. Auch mein Listenplatz neunzehn hat mir da nicht weiter geholfen. Dafür stehe ich jetzt auch hier auf der Nachrückerliste. Allerdings müssten vier Räte ausfallen, oder ein Rat und die drei Nachrücker vor mir, damit ich über Liste nach rücke. Wie es bei den direkt gewählten Kandidaten aussieht müsste ich erst mal schauen, aber vermutlich sieht es da noch schlechter aus...

Aber zurück zu Banteln. Mein Heimatort wurde rund sechzig Jahre rot regiert - und heute haben wir einen historischen Wechsel zur CDU vor uns. Die Verteilung im Rat sieht so aus: sechs Sitze CDU, fünf Sitze SPD. Damit stellt die CDU nahezu automatisch den Bürgermeister. Ich kann also nur hoffen, dass unsere sachliche Zusammenarbeit, bei der die SPD die CDU nie übervorteilt hat, nun mit umgekehrten Strukturen ebenso läuft. Einerseits positiv, denn wirklich viel wird in Banteln nicht entschieden. Andererseits negativ, denn einige der Entscheidungen könnten gegen den Willen der SPD-Wähler ausfallen. Wir werden sehen, ob der umgedrehte Gemeinderat trotz CDU-Mehrheit noch der Bantelner Gemeinderat sein wird. Wir werden sehen... Im schlimmsten Fall heißt es Vae victi - wehe dem Besiegten.

Sonntag, 11. September 2011

30.000 - Danke, liebe Leser. ^^

Wer gedacht hat, dass ich heute zur Niedersachsenwahl blogge, der sieht sich getäuscht. Das mache ich morgen, wenn die Ergebnisse feststehen. Dann werde ich entweder tiefbestürzt sein, oder hoch erfreut und motiviert.

Heute hingegen ist meine Motivation ganz, ganz oben, denn auf Fanfiktion.de erreichte die Zahl der Aufrufe meiner Leser nicht nur den nächsten Tausender, sondern - wie am Titel abzusehen - den nächsten Zehntausender. Dreißigtausendmal wurden meine Geschichten auf Fanfiktion.de nun aufgerufen, dazu kommen eifrige zweihundertsechsundzwanzig Reviews drüben, und etwas über zwölf hier in meinem Blog.
Das freut mich besonders, weil das Publikum auf Fanfiktion.de sehr breit gestreut ist.
Da sage ich doch Danke. Und begleitet mich bis zum nächsten Zehntausender. ^^b


Edit um 15.00 Uhr am gleichen Tag: Noch eine Zahl erscheint mir vermeldewürdig.
Gerade eben hat mir die Blog-Statistik gezeigt, dass seit Bestehen des Blogs fünfzehntausend Aufrufe erfolgt sind. Dazu kommen fast siebenhundert Kommentare, aber während der Blog meine eigenen Aufrufe nicht mitzählt, so sind gut die Hälfte der Kommentare von mir. Dennoch, für so einen kleinen Nischen-Blog wie den meinen sind das doch ganz nette Zahlen. ^^
Auch hier vielen Dank an meine Leser. ;D

Mittwoch, 7. September 2011

Ich wollte doch nur den Rechtsstaat retten...

Wenn ich Mittwochs im Aldi einkaufen gehe (ehrlich, ich habe kein Problem, das zuzugeben), dann zieht es mich magisch immer wieder an den Zeitschriftenstand. Ich werfe dann den kategorischen Blick auf die BILD-Schlagzeile.
Heute prangte dort: "Ich wollte doch nur ein Kind retten!" Untertitel: "Jetzt spricht der verurteilte Polizist im Fall Dennis."

...sacken lassen. Um die Sache mal kurz in Erinnerung zu rufen, der damals neunjährige Dennis war entführt worden. Als der Täter gefasst wurde, war der Junge bereits tot. Die Ermittler wussten das zu dem Zeitpunkt aber nicht, und schließlich drohte einer der Beamten mit Folter, was den Täter dazu bewegte, einen - falschen - Aufenthaltort des Jungen preis zu geben.
Nun gab es einen Prozess, in der die angedrohte Folter Gegenstand der Verhandlung war.
Und es gibt die BILD mit ihrer ganz eigenen Meinung, was rechtens ist und was nicht.

Aber egal, ob der Junge zu dem Zeitpunkt schon tot war oder noch hätte gerettet werden können, über die Grausamkeit und die Perfidität der Tat bestehen keine Zweifel und sicher auch keine mildernde Umstände. Der Mann hat jedes Jahr, das er in Resozialisierung verbringt, auch verdient.
Was aber den Polizisten angeht, so wusste er im Gegensatz zur BILD sehr genau, was der Rechtsstaat ist und welche Gesetze er gerade gebrochen hatte. Da mag sich die BILD ruhig Seitenweise empören, Telefon-Teds schalten und jammern und lamentieren, es ändert nichts an den Fakten.
Dass BILD den Rechtsstaat gerne so sieht wie sie ihn braucht, das haben wir ja alle gesehen, als sie KTG verteidigt hat, selbst als der Ausmaß seines Betruges bereits erwiesen war. Damals war die Beugung des Rechtsstaats ja "nicht so schlimm", weil "so einen guten Politiker kriegen wir nie wieder".
Diesmal hat BILD ernsthafte Probleme damit, zu verstehen, dass Recht und Gesetz auch für Polizisten gilt. Nicht ungewöhnlich, denn diese Zeitung glaubt ja oft genug, dass sich Deutschland nach ihr zu richten hat, und nicht umgekehrt. Und viel zu oft hat sie auch noch Recht damit, wenn die anderen Medien hemmungslos und ohne Recherche aus der BILD zitieren.

Aber der Polizist, der muss sich doch bewusst gewesen sein, dass die Drohung wie ein Bumerang auf ihn zurückschlagen würde. Immerhin musste man ja annehmen, dass dieser Beamte, wenn er einmal damit durchkommt, erneut Folter androht oder sogar durchführt, und das vielleicht bei einem Bagatelldelikt oder einem Unschuldigen.
Er musste gewusst haben, dass der Justiz gar nichts anderes übrig bleibt, als ihn zu bestrafen. Warum jammert er jetzt also? Warum ist das BILD eine Schlagzeile wert?
Frage eins: Keine Ahnung, vielleicht wurde er bequatscht.
Frage zwei: Weil es die BILD nicht schert.
Bis zu diesem Punkt kann man mit der Androhung von Folter nicht einverstanden sein, denn schließlich ist das hier nicht der CIA und nicht Amerika. Aber man hätte den persönlichen Mut des Ermittlers anerkennen können, der seinen Beamtenstatus, seinen Beruf für diesen Jungen riskiert hat. Der in vollem Bewusstsein der bevorstehenden Konsequenzen das Recht gebrochen hat und auch bereit war dafür gerade zu stehen.
Nun fiel die Strafe eher milde aus - ihm wurden zehntausend Euro abverlangt. Es hätte ihn weit schlimmer treffen können. Vielleicht ließ er sich deshalb bequatschen und für eine BILD-Schlagzeile missbrauchen. Viel Geld weg, aber Pension sicher.
...sacken lassen.
Wenn sich der Beamte aber gar nicht bewusst war, was er da angedroht hat, und was die Folgen davon sein würden, was der Rechtsstaat in seinem Fall tun würde, dann frage ich mich, ob er bei der Polizei am richtigen Platz ist. Wir brauchen keine Sheriffs in Deutschland, sondern Kommissare.

Das Gesetz ist in Deutschland für alle gleich, für Dich, für mich, für Polizisten, ja, auch für skrupellose Kindermörder, auch wenn BILD das nicht wahrhaben will.
Und auch das ist ein Trost: Diese Gesetze gelten auch für BILD.
Und das ist auch gut so. Ein Zwei Klassen-Gesetz würde uns normale Bürger nämlich zuallererst in die falsche Klasse dieses Gesetzes schieben, und da will ich nicht hin. Also, BILD, bitte nicht schon wieder Stimmung gegen Rechtsstaatlichkeit machen - womöglich gibt es sonst eine Facebook-Gruppe für Folter im Polizeidienst, die fünfhunderttausend Fans hat...


Edit am 05.10.: Gerade in der Vorankündigung gehört: Der gute Polizist hat ein Buch zum Thema geschrieben.
Da frage ich mich doch drei Dinge.
1) Wie zum Henker kann man ein Buch füllen mit der Frage, ob man in einem Rechtsstaat einem Kindesentführer mit Folter drohen darf?
2) War die ganze Schlagzeile in der BILD also nur der Aufhänger für eine Buchverkaufskampagne, wie wir sie schon so oft erlebt haben? Für Bohle, Lahm, Sarazin, Beispielsweise?
3) Was kostet der Schinken überhaupt, und wer ist bereit, dafür Geld auszugeben?

Donnerstag, 1. September 2011

Und wieder mal Diverses - ein Wochenrückblick.

So, dies wird mein erster Post im September. Das war nicht geplant, ich habe mich nur einfach seit letztem Donnerstag nicht mehr hingesetzt und etwas für meinen Blog geschrieben.

Aber gehen wir die Themen an. Nummer eins: Strohkraftwerk.
Montag war ein weiterer Leserbrief in der Leine Deister Zeitung, wieder von der IG Saubere Luft. Namen weiß ich nicht mehr, aber der bereits vierte Herr spricht nun für die Interessengemeinschaft und sagt, dass die IG mit einem anderen Standort leben kann.
...sacken lassen.
Das heißt also, all die schwammigen und unsachlichen Argumente des Herrn Professors, wie Betriebssicherheit, Unfallgefahr, Finanzierung, Belieferung mit Stroh, Investoren, Subvention aus der Samtgemeindekasse, und, und, und, sind nicht mehr relevant? Es ging nur um den Standort und damit um den Wert der Häuser und Grundstücke in Windrichtung?
...sacken lassen.
Das wusste ich von Anfang an. Deshalb hat es mich ja auch so aufgeregt, wie die Herren die unsinnigsten Dinge heran gezogen haben, um ihren Standpunkt zu stützen.
Aber das Schlimmste ist: Wie steht der Herr Professor jetzt da? Bei seinem Offenen Brief konnte man zumindest glauben, er vertrete die Linie der IG Saubere Luft, nun aber steht er doch ein wenig dumm da, denn alle seine Bedenken interessieren die IG plötzlich nicht mehr.
In meinen Augen hat die IG damit ein Glaubwürdigkeitsproblem und einen der Ihren beschädigt.

Was war denn noch? Ach ja, Strauss-Kahn. Der wurde ja nun freigesprochen, zumindest wird er strafrechtlich nicht mehr verfolgt. Und das Trara über Reiche und Mächtige, die sich Freiheit erkaufen konnten, hielt sich dankenswerterweise in Grenzen, zumindest am Kachelmann-Fall gemessen. Aber es ist doch erstaunlich, wie kurz das Gedächtnis der Presse ist. Da wird darüber lamentiert, Strauss-Kahn hätte ja "das Geld gehabt, um in ihrer (die Nebenklägerin und mutmaßliches Vergewaltigungsopfer) Vergangenheit nach Dreck zu wühlen".
Dass es hier aber nicht um schlecht oder falsch ausgefüllte Asylanträge ging, sondern darum, dass die gute alte Grey Lady New York Times dem mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer Verbindungen zum organisierten Verbrechen nachgewiesen hat, dass sie dreißigtausend Dollar aus einer unbekannten Quelle bekam und sich lt. NY Times bei obigen Verbrechern nach mehr Geld "für die Sache" erkundigte, spielt jetzt plötzlich keine Rolle mehr.
Hier zeigt sich wieder eines: Ursache und Wirkung wird verwechselt. Die Wirkung, die unsere Presse befürchtet, ist, dass tatsächliche Vergewaltigungsopfer den Gang zum Kadi scheuen könnten. Das liegt aber einzig und allein daran, dass die Medien die Ursache nicht richtig vermitteln. Würden sie nämlich klipp und klar sagen, dass das Zimmermädchen wegen ihrer Verbindungen zur Unterwelt unglaubwürdig geworden ist, würden sich nur solche Frauen von einer Anklage abschrecken lassen, die einen Vergewaltigungsvorwurf alleine schon aus der Sache heraus als "sicheres Brett" betrachten.
Lassen sich hier tatsächlich immer noch Frauen verängstigen und terrorisieren, eine echte Vergewaltigung nicht zur Anzeige zu bringen, so ist dies auch der Fehler der Medien, der den Frauen ihre Rechte zu wenig aufgezeigt hat.
Nebenbei bemerkt sollen rund ein Drittel aller angezeigten Vergewaltigungen nicht erfolgt sein. Ist es so falsch, diesen Frauen den Weg vor den Richter zu erschweren?
Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch: Zwei Drittel sind echte Vergewaltigungen. Oder: Es werden immer noch Menschen in der Welt, auch in Deutschland, vergewaltigt. Warum? Ein gesellschaftliches Problem? Ein Problem der Presse? Ein hormonelles Problem? Auf jeden Fall ein Problem, dem sicher nicht damit geholfen ist, wenn eine Zeitung mit vier großen Buchstaben ihre Seite eins-Mädchen im Begleittext zum Objekt degradiert. Und auch nicht, wenn einem heranwachsenden jungen Mann in Deutschland beigebracht wird, dass Frauen Menschen zweiter Klasse seien.
Und dieses Problem wird nicht gelöst, wenn Menschen angeprangert werden, die nachweislich durch eine Falschaussage angeklagt wurden und gegen jede Chance freigekommen sind. Oder denen ein "Freispruch Zweiter Klasse" vorgeworfen wird.

Und wo wir gerade mal dabei sind: Der Komet Elenin, vor dem eine erkleckliche Anzahl Menschen unerklärlicherweise Angst hat, weil er wechselweise mal ein Brauner Zwerg, mal ein Stück Neutronenstern und dann wieder der unheilvolle, erdbebenverursachende Bote des Riesenplaneten Nibirus ist (wahlweise auch ein Brauner Zwerg oder zumindest ein Riesenplanet, der eine fremde Götterrasse zur Erde trägt, um uns zu vernichten), macht gerade Schlagzeilen im Scienceblog: Er löst sich nämlich auf. Laut Florian Freistetter machen Kometen das manchmal eben. Und auch uns sollte das klar sein. Nichts ist für die Ewigkeit geschaffen.
Aber da frage ich mich schon, wie die Weltuntergangsverschwörer nun reagieren.
Wahrscheinlich hat entweder die NASA ein Gerät getestet, um Nibiru zu vernichten, oder es ist alles nur gelogen, und Elenin existiert noch.
Richtig, Elenin existiert noch, denn das ist der Wissenschaftler, der den Kometen entdeckt hat. Der Komet selbst aber kam durch seine exzentrische Bahn der Sonne zu nahe; und was passiert, wenn Eis zu heiß wird? Es schmilzt. Das ist also wahrscheinlich das Ende von Elenin, bevor er uns überhaupt etwas tun konnte. Oder die Geburt vieler kleiner Elenins... Tja.
Generell mag ich ja das Internet und seine schnellen Kommunikationsmöglichkeiten, den reichen Wissensschatz und die Diskussionsplattform, die sich uns hier bietet. Aber leider nutzen auch Idioten, Panikmacher und Extremisten diesen Raum... Eigentlich genauso wie im realen Leben. Aber hier haben wir es sehr viel leichter, ihnen zu widersprechen. Also Punkt für das Internet 2.0! ^^

Was war noch? Ach ja, Stinkstiefel hat mir neulich das Geld für jeweils ein Exemplar von Mein Gott, meine Göttin und Für den Kaiser: Seiner Majestät Schiff Rheinland per Paypal überwiesen, damit ich sie bestelle und sie wegen Widmung zuerst zu mir kommen.
Nun halte ich sie in Händen, und ich muss sagen, Für den Kaiser ist super geraten. Mit dem Format arbeite ich auch bei den anderen drei Büchern dieser Serie.
Bei MGMG muss ich nacharbeiten. Der Text ist etwas zu klein geraten. Muss beim Konvertieren passiert sein. Ist immer noch leserlich, aber man kann es verbessern. Ich brauche ja ohnehin noch neue TiBis...
Jetzt noch zwei schöne Widmungen, und dann sind die Dinger mal richtig was wert, Stinkstiefel. ^^

Donnerstag, 25. August 2011

Mein Leserbrief in der heutigen Ausgabe der LDZ

So, hier findet Ihr meinen Leserbrief in der hiesigen Tageszeitung, in dem ich mich einerseits gegen das Anschreiben wehre, das für mich Erpressung versucht, und andererseits mit einem Teil des Leserbriefs von Prof.Dr. Rothe auseinandersetze, der sich vehement und m.E. teilweise auch verfälschend gegen Strohkraftwerk und Klärschlammtrocknungsanlage ausspricht.
Here we go:


Stellungnahme zum Anschreiben "Wahlprüfstein - Kommunalwahl 2011und dem offenen Brief der IG Saubere Luft in der LDZ vom heutigen Tag als betroffene Einzelperson

Als Bantelner Ratsherr und Kandidat für den Samtgemeinderat habe auch ich das Anschreiben erhalten. Im Gegensatz zum offenen Brief von Herrn Professor Dr. Oskar Rothe, der sachlich, aber uninformativ ist, hat mich das Anschreiben sehr betroffen gemacht.
Im letzten Absatz heißt es: "Ihre individuelle Antwort ist [...] für viele Bürger ein wichtiger Prüfstein bei der bevorstehenden Kommunalwahl, für die Sie kandidieren. Bitte gehen Sie davon aus, dass wir Anfrage und Antwort - auch eine Nichtantwort - über Zeitungen und unsere Internetpräsenz öffentlich machen. Klare Stellungnahmen zu Sachproblemen gehören zum demokratischen Prozess der Meinungsbildung der wählenden Bevölkerung."

Sie sehen mich sprachlos und entsetzt, wenn ich mir anschaue, wie unsachlich die Diskussion mittlerweile geworden ist, dass sich die IG Saubere Luft nicht einmal für den subtilen Hinweis zu Schade ist, dem Kandidaten relativ unverholen mit dem Verlust von Wählerstimmen zu drohen.
Dies betrifft mich als Bantelner nur rudimentär; selbst für den Samtgemeinderat ist diese Drohung für mich nicht relevant. Aber wenn ich mir vorstelle, wie sich betroffene ehrenamtliche Politiker in Gronau unter Druck gesetzt fühlen müssen, kann ich diesen Absatz nur verurteilen und die IG Saubere Luft auffordern, solche versteckten Erpressungsversuche fortan zu unterlassen, wenn sie weiterhin ernst genommen werden will.

Zum Leserbrief von Herrn Professor Dr. Rothe ist folgendes zu sagen: Bitte bleiben Sie doch bei Fakten, und versuchen Sie nicht, die Diskussion durch schwammige Begriffe aufzuweichen.
Sie schreiben "wenige hundert Meter entfernt vom Lehder Berg und der Sauren Maate" soll das Strohkraftwerk entstehen. Wer auch nur einmal am Westrand Gronaus stand und zur Bahnlinie geschaut hat, sollte wissen, dass dieses "wenige hundert Meter" von Ihnen äußerst großzügig ausgelegt wurde. Da Sie hierbei schon übertreiben, wie sachlich sind Ihre weiteren Punkte?
Sie schreiben: "Welche Sicherungsmaßnahmen halten Sie für nötig, um Unfällen, insbesondere Bränden [...] zu begegnen?"
In unserem gut regulierten Land suggerieren Sie tatsächlich, es gäbe keine Unfallverhütungsvorschriften, Brandschutzbestimmungen und keine Vorbereitung der örtlichen Feuerwehr im Brandfall?
Ich könnte weitere Beispiele zitieren, die mit schwammigen Worten aufwarten, aber keine Fakten liefern; so ein Verhalten, den eigenen Standpunkt mit Halbwahrheiten und Befürchtungen zu stützen, bin ich sonst nur von Kreationisten gewohnt.
Geben Sie Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens die Gelegenheit angemessen zu antworten und über Ihre Bedenken zu diskutieren, aber versuchen Sie nicht, Ängste zu schüren und Fakten zu vermeiden. Diese Herangehensweise ist nicht wissenschaftlich, Herr Professor Dr. Rothe.


Nachtrag am 27.08.: Mein Leserbrief hat Wirkung gezeigt.
Gleich zwei Personen, unter ihnen ein Dr., gehen hart mit mir ins Gericht und werfen mir Unsachlichkeit u.ä. vor, und vor allem, wie ich mit dem armen Prof. Dr. umgesprungen bin.
Gleichzeitig aber erschien ein Interview mit unserem Samtgemeindebürgermeister zum Thema, der viele der als Bedenken kaschierten Suggestivfragen ad acta legt, bzw. in die Zukunft verlegt.
Nun schrieb auch einer der Leserbriefautoren, er hätte von der Diskussion "die Nase voll".
Nun, da unser Samtgemeindedirektor die Sache beendet hat, und ich mich eigentlich nur noch persönlich verteidigen muss, werde ich wohl drauf verzichten, einen weiteren Leserbrief zu schreiben.
Stattdessen sehe ich das Ganze als positiv für mich: Ich bin bekannter geworden in der Samtgemeinde Gronau.
Und eventuell werde ich mal persönlich mit den Leuten reden...

Nachtrag am 28.08.: Erst heute bemerkte ich, dass in der Sonntagszeitung Kehrwieder auch ein Artikel war, der sich mit dem Rundschreiben befasst. Dieser geht mit der IG Saubere Luft hart ins Gericht und spricht unverholen von einer Drohung seitens der IG. Auch ich finde Erwähnung, wenn der Autor des Textes scheibt: "Einige Kommunalpoitiker verbaten sich derartigen Druck und empörten sich über den Ton des Schreibens und "schwammigen Halbwahrheiten"."
Nun, nicht einige, sondern ich, aber ansonsten bedanke ich mich für diese Sicht der Dinge, Kehrwieder am Sonntag.

Montag, 22. August 2011

Und noch ne Schnapszahl

So, nun hat es auch die zweite Season meiner Anime-inspirierten Serie Anime Evolution: Erweitert, es in den Schnapszahl-Himmel geschafft. Eintausendeinhundertundelf Aufrufe habe ich heute auf Fanfiktion.de verzeichnet. Na, wenn das mal nicht einen Umtrunk wert ist. ^^
Mal sehen, wann ich den nächsten Erfolg vermelden kann...
Meine SailorMoon-Fanfiktion steht übrigens knapp vor den zweitausend Aufrufen. ^^

Bleibt mir treu und lest mich weiter.

Freitag, 19. August 2011

Juhu, ich werde politisch manipuliert!

So nett dieser Text beginnt, so ernst ist das Thema doch.
Lasst mich kurz ein wenig weiter ausholen. Viele wissen, dass ich in Banteln wohne, das Teil der Samtgemeinde Gronau Leine ist. Für September bin ich für den Gemeinderat aufgestellt, und auch für den Samtgemeinderat.
Hier kommt ein zweites Thema ins Spiel. Im Westen Gronaus, in den Industriegrundstücken an der Bahnverbindung Hannover-Göttingen, ungefähr achthundert Meter vom Stadtrand entfernt, gibt es Planungen für den Bau eines Strohkraftwerks mit Schlammtrocknung, der von Teilen der Bevölkerung als künftige Geruchsbelästigung und Wertminderung der Grundstücke empfunden wird. Es wurde eine Interessengemeinschaft gegründet, um das Strohkraftwerk zu verhindern, die IG Saubere Luft.
...sacken lassen.

Nun führe ich beide Themen zusammen. Einer der Sprecher der Initiative, Joachim G., (Name von mir abgekürzt) hat mir und wahrscheinlich allen anderen Samtgemeinderatskandidaten einen Brief zukommen lassen, in dem er darauf hinweist, dass die IG schon tausend Unterschriften dagegen gesammelt hat, dass die Anwohner, darunter zwei Altersheime und diverses, unter dem Geruch des Klärschlamm leiden müssten, und so weiter. Alles in allem ein Versuch, mich für die Sache der IG zu begeistern, um es mal nett auszudrücken.
Entschuldigt, dass ich nicht zitiere, das mache ich weiter unten.

Nun stand folgender letzter Absatz im Brief: "Ihre individuelle Antwort ist [...]für viele Bürger ein wichtiger Prüfstein bei der bevorstehenden Kommunalwahl, für die Sie kandidieren. Bitte gehen Sie davon aus, dass wir Anfrage und Antwort - auch eine Nichtantwort - über Zeitungen und unsere Internetpräsenz öffentlich machen. [...]"
...sacken lassen.
Also, ich weiß nicht wie Ihr das seht, aber für mich ist das Erpressung mit Wählerstimmen, oder harmlosestenfalls eine Manipulation.
Ich habe bereits eine Kopie des Briefs an die hiesige Zeitung übersandt und Herrn G. eine geharnischte Antwort geschrieben, in der ich ihm gesagt habe, nun dank seines Schreibens aktiver Verfechter des Kraftwerks zu sein. Vorher stand mir Neutralität als Nichtgronauer recht gut, aber Herr G. schreibt ja sinngemäß: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.
Nun, ich bin gegen ihn und die IG. Basta.
Darüber hinaus würde ich eher auf meine Kandidatur verzichten und mich von meinem Ehrenamt augenblicklich zurückziehen, wenn mich erstens so eine Drohung erschreckt und zweitens dazu bewegt, vor lauter Angst um meine Wählerstimmen nachzugeben und das Loblied auf die IG zu pfeifen.

Nein, Herr G., nicht mit mir und nicht mit Leo.

Mich würde Eure Meinung interessieren. Übertreibt Ace (mal wieder)? Hat er Recht? Ist dieser Versuch der IG Saubere Luft, der vermutlich an alle Kandidaten für den Samtgemeinderat ging, in dieser Form legitim? Ich bin gespannt.
Bis dahin bin ich erstmal ernsthaft sauer.

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin,

Ace

Nachtrag am 20.08.: Da ich ja nun zum Befürworter von Strohkraftwerken konvertiert bin, bedanke ich mich bei Nenos für den Link zu einem im Emsland geplanten Strohkraftwerk, das auf jahrzehntelange Erfahrungen unserer dänischen Nachbarn aufbaut.
Tut vielleicht mal ganz gut, auch die andere Seite zu sehen.

Nachtrag 2 am 24.08.: Gestern durfte Prof. Dr. Rothe einen sehr kritischen Artikel zum Strohkraftwerk mit Klärschlammtrocknung als Offenen Brief veröffentlichen, der viele Vorwürfe enthielt, aber keine Fakten.
Morgen, wurde mir von der LDZ zugesagt, erscheint mein eigener Leserbrief zur augenscheinlichen Erpressung und besagtem Offenen Brief.
Also alle, die die Leine Deister Zeitung beziehen, können sich darauf freuen, dass auch außerhalb des Internet etwas von mir zu lesen ist.
Im Nachhinein kann ich nur den Kopf schütteln, wie jemand, der Wissenschaftler ist, einen Lehrstuhl hat, nur so hanebüchen und wertfrei argumentieren, ja Angst schüren kann. Beispiel: "Was denken Sie (die Befürworter) muss getan werden im Falle eines Unfall oder Brandes?"
Da suggeriert ausgerechnet der Herr Professor, das überregulierte Deutschland hätte keine Brandschutzbestimmungen, keine Feuerwehr und kein Katastrophenkonzept. Nach so einer Bankrotterklärung, wie kann ich da die anderen Punkte des Pamphlets noch ernst nehmen?

Donnerstag, 18. August 2011

29.000 Aufrufe und 218 Kommentare - danke

Der Titel sagt alles: Meine Geschichten auf Fanfiktion.de haben heute 29.000 Aufrufe erreicht. Die 30.000 ist nicht mehr fern, und ich muss sagen, allein dieses Interesse an meinen Arbeiten tut recht gut. Die zweihundertachtzehn Kommentare wirken daneben etwas mickrig, aber man sagt ja, für jeden Review, den man erhält, hatte man zehn zufriedene Leser - wenn der Review positiv war.
Natürlich gebe ich mich damit noch nicht zufrieden. Ich schreibe und blogge weiter, und hoffe, noch viele Leser zu haben, die Spaß an meinem Schreibstil finden.
Und natürlich alle meine Leser, die mich schon gefunden haben, weiterhin mit Lesestoff zu versorgen.

Bleibt mir treu und lest mich weiter.

Mittwoch, 17. August 2011

UPR - zweitausend Aufrufe

Da sieht man es mal wieder. Man muss nur genügend Texte schreiben, sie lange genug veröffentlichen und genügend Menschen finden, die sich dafür interessieren, und schon hat das Fanprojekt Ultimate Perry Rhodan, das von der Grundidee von Roland Triankowski stammt, und von mir geschrieben wurde (ja, ich weiß, dass es PR NEO ähnlich sieht), auf Fanfiktion.de zweitausend Aufrufe erreicht.
Das macht mich schon sehr stolz.Das, und die zehn Reviews, die ich zur Geschichte bekommen habe, und die mich im Tenor alle ermutigen, das Projekt weiter zu verfolgen.
Und das werde ich auch, versprochen. ^^
Unter anderen bei meinen gefühlten einhundert offenen Projekten. -.-°

Bleibt mir treu und lest mich weiterhin.

P.S.: PR NEO und UPR sind sich verdammt ähnlich. Und UPR ist definitiv eine ganze Ecke älter. Dennoch glaube ich nicht eine Sekunde daran, dass KNF die Idee von Roland und/oder mir hat. Denn die Idee zu einer 6. Auflage geistert schon seit Jahren durchs Fandom. Mit PR NEO haben wir sie, mit PR im neuen Gewand.
...Allerdings wollte ich die Serie schreiben... Na, man kann nicht alles haben. XD

Dienstag, 16. August 2011

Spinnerei hüben und drüben

Ideologisch verbrämte Spinner gibt es überall. Es sind Menschen, die ich ohne zu zögern so bezeichne; als Beispiel seien die Kreationisten genannt, die auch im säkularisierten Europa Fuß zu fassen versuchen, und Unterstützungsfeuer von den Trotteln der Anti-Islam-Kampagne bekommen.
Aber um Trottel zu finden, muss man nicht in diese Lager schauen. Oft reicht ein Blick in die Tageszeitung.

Ich erinnere gerne mal an unseren niedersächsischen Innenminister Schünemann, der vorgeschlagen hatte, nichtverkehrsgebundene Delikte Jugendlicher und Heranwachsender mit Führerscheinentzug oder mehrjährigem Verbot, den Führerschein zu machen, bestrafen wollte. War natürlich absoluter Blödsinn, und machte weder juristisch noch politisch Sinn. Genauso gut könnte man Verkehrsdelikte ahnden, indem man die Verkehrssünder mit Flugverbot bestraft.
Diesen Unsinn hat nun auch Bernhard Witthaut, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, wiederholt, indem er Führerscheinentzug für Straftäter forderte. Seine Aussage, dass sich Menschen, die sich durch exzessive Gewalt auszeichnen, hinter dem Steuer ebenfalls eine Gefahr sind, erscheint ebenso logisch wie eine behördlich angeordnete psychologische Beurteilung besonders schwerer Fälle und anschließendem Führerscheinentzugs. Aber Herr Witthaut addiert hier Äpfel zu Möhren, denn besonders auffällige Wiederholungsgewalttäter sollten gar nicht in der Lage sein, Auto zu fahren. Weil sie nämlich zur Resozialisierung einsitzen. Immerhin reden wir hier von besonders auffälligen Gewaltwiederholungstätern. Und im gleichen Umkehrschluss können und dürfen wir annehmen, dass das Gros diese Wiederholungstäter nicht nur resozialisiert entlassen werden, sondern auch den Straßenverkehr wieder ernster nehmen.
Was haben wir hier also? Heiße Luft. Herr Witthaut hätte seinen Atem nutzbringender verwenden können, indem er folgerichtig auf die Diskrepanz zwischen linker politischer Gewalt und rechter politische Gewalt hinweist; diese Diskrepanz fand erst vor kurzem in Oslo einen tragischen Höhepunkt.
Stattdessen suggeriert er, dass Straftäter zumindest freie Fahrt haben? Äpfel mit Möhren addiert und dann auch noch durch ein Sieb geteilt. Das ist Idiotie.
Übrigens, auffällig aggressiven Fahrern, die genügend Punkte in Flensburg sammeln, verlieren zeitweise oder auf Dauer den Führerschein. Nur falls das Herrn Witthaut noch keiner gesagt haben sollte...

Aber genug von Deutschland und von deutschen populistischen falschen Meinungen.
Seit einiger Zeit besuche ich sehr gerne das ScienceBlog. Dort fand ich heute unter dem Label Politik einen Artikel zu Michelle Bachman, einem der Aushängeschilder der Tea Party-Bewegung. Der Link unter dem Artikel war ebenfalls sehr interessant, von dort gelangt man zu einem Artikel nebst Youtube-Video, auf dem Bachman über das Thema Mathematik spricht.
Nicht ganz wörtlich nennt sie ein Beispiel, in dem sie in einem Kaufhaus von einem Verkäufer, der Mathestudent ist, einen Artikel für dreißig Dollar kauft, mit fünfzig bezahlt, aber nur fünf wiederkriegt, weil "der Student nun mal so rechnet".
...sacken lassen.
Ich bin kein Mathematiker, aber ich weiß, dass es neben dem Dezimalsystem auch Zwölfer-Systeme und auch Vierzehner-Systeme gibt. Das sind mathematische Aspekte, die für Berechnungen wichtig sind, von denen ich absolut keine Ahnung habe. Und sicherlich, wenn man einem dieser Systeme folgt, gibt es tatsächlich nur fünf Dollar zurück.
Aber auch hier haben wir wieder Äpfel und Möhren addiert, denn das Geldsystem der US-Amerikaner basiert auf dem Dezimal-System, (das der Engländer war noch vor wenigen Jahrzehnten ein Zwölfer-System, nebenbei bemerkt, aber eventuell mixe ich jetzt Äpfel und Nudeln ^^) und kein Mathematik-Student mit Ahnung würde freiwillig in einem Dezimal-System anders rechnen, wenn es ihm keine neuen Erkenntnisse verspricht, oder auch keinen Sinn macht.
...sacken lassen.
Was haben wir hier also? Eine Ultra-Konservative, die ein an den Haaren herbei gezogenes Beispiel nutzt, um die wissenschaftliche Mathematik als Ganzes zu diffamieren. Mit anderen Worten: Eine Kreationistin, die einen Stellungsangriff auf die säkularisierte Wissenschaft führt. Ich warte nur noch darauf, dass die wissenschaftliche Mathematik durch die kabbalistische Zahlenmagie ersetzt werden soll, dann hat sie sich endgültig verraten.

Fazit: Wie ich schon immer gesagt habe, ich hasse Kreationisten. Ihr einfältiges, selbstgerechtes Weltbild, ihr Unvermögen, Niederlagen einzusehen und in ihre Sicht der Dinge zu integrieren. Also dazu zu lernen. Und ihre an den Haaren herbei gezogenen Argumente, die mit den Worten ihrer wissenschaftlichen Gegner nichts zu tun haben, aber die so wunderbar ziehen. Als Beispiel hier mal die Behauptung, wir würden von den Affen abstammen; klingt gut, weil eklig, und das muss ja jeder ablehnen. Die wahre wissenschaftliche Aussage aber ist, dass wir und die Affen gemeinsame Vorfahren haben, und uns getrennt entwickelt haben. Aber diese Aussage vermeiden Kreationisten gerne, weil es zu akzeptabel ist.

Ich hasse übrigens auch Leute, die suggerieren, mehr Strafen würden mehr Frieden bedeuten. Nicht mehr Strafen verbessern die Welt, sondern das Recht so anzuwenden wie es gedacht ist. Und das bedeutet nicht mehr Strafen, sondern Justiz.
Mit einem Kopfschütteln über soviel Polemik und Unverstand - und Ernst - verbleibe ich, und hoffe, in Euch, meinen Lesern, Menschen zu finden, die sich ebenfalls nicht für blöde verkaufen lassen.

Edit am 18.08.: Die Frau heißt tatsächlich Bachmann, nicht Bachman. So etwas gibt es auch in den USA. Ich bin erstaunt, das mir das nicht eher aufgefallen ist.
Ist zwar nicht besonders wichtig, aber ich will wenigstens einen Ansatz von seriöser Arbeit vorweisen.

Montag, 15. August 2011

50 Jahre, 50 Geschichten - Letzter Tag der Abstimmung beim Perry Rhodan-Projekt

Richtig gelesen. Das Fanprojekt, dessen Sieger eventuell olympische Weihen auf dem Weltcon erwarten, hat heute den letzten Tag der Abstimmung erreicht. Die ersten drei haben sich schon sauber heraus kristallisiert - erstaunlicherweise bin ich nicht unter ihnen zu finden.
Nun ist die Abstimmung seit ein paar Tagen schadhaft. Ich hoffe, Roland kriegt das gefixt, sodass noch der eine oder andere Interessierte für seinen Liebling abstimmen kann.
Auf jeden Fall aber kann man für seinen Favoriten, z.B. auf FF.de, gerne auch einen Kommentar hinterlassen. Wir Autoren sehen so etwas gerne. ^^

Edit: Die Abstimmung ist vorbei. Ich gratuliere dem Sieger Michael Tinnefeld mit seinem phantastischen virtuelle Welten-Konzept. ^^

Freitag, 12. August 2011

2222 - So etwas gibt es auch.

Tja, was soll ich sagen? Nun hat meine Story Für den Kaiser auf Fanfiktion.de tatsächlich die zweite Schnapszahl geschafft und über zweitausendzweihundertzweiundzwanzig Aufrufe erreicht. Dabei ist der Text erstens recht lang - vier ausgewachsene Romane verbergen sich unter dem Link - und zweitens ist die Zweitausend gar nicht mal so lange her.
Wie sich das auf mein Book on Demand-Projekt auswirkt, wo ich den ersten der vier Romane verkaufe, werden wir sehen. Ein paar Verkäufe oder ein paar Downloads wären schon ganz nett. Man ist ja bescheiden. ^^ Wenn es sich lohnt, kommen die nachfolgenden drei Bände umso schneller, versprochen. ^^

Ansonsten, bleibt mir treu und lest mich weiterhin. Hier in meinem Blog, oder in meinen zahlreichen Geschichten.


Ach ja, bevor ich es vergesse, noch schnell ein brandaktuelles Thema hinterher geschoben: Die Welt geht unter!
Nein, KTG wird nicht zum neuen deutschen Kaiser ausgerufen, und Angela Merkel plant keine Fotostrecke für den Playboy. Die Lage ist viiiiel schlimmer!
Der Komet "Elenin" wird der Erde im Herbst sehr nahe kommen, und wir tauchen in seinen Schweif ein, oder werden alle vernichtet, oder beides. Warum? Weil der Komet kein Komet ist, sondern ein brauner Zwerg.
...sacken lassen.

*Seufz* *Doppel-Seufz* *Mega-Seufz*
Bevor ich auch nur ansatzweise auf diese neueste mögliche Vernichtung der Welt eingehe, hier ein simpler Fakt: Ein brauner Zwerg ist eine riesige Wasserstoffballung, die mindestens achtzehn mal größer als Jupiter ist. Es handelt sich hier um eine Protosonne, die nicht genügend Masse hatte, um die Kernfusion auszulösen; solch ein Monster von Format wäre am Nachthimmel neben dem Mond die hellste Lichtquelle. Außerdem hätte ein Gigant dieser Größenordnung durch seine Eigengravitation längst Einfluss auf die Planetenbahnen genommen.
*seufz* Elenin ist also definitiv KEIN brauner Zwerg. Das war der andere, der mit dem Schnurrbart, den er Chaplin geklaut hatte. Ihr wisst schon.

Was ist mit dem anderen Hinweis, dass die Welt untergeht?
Tja, da müssen sich die Mayas aber ganz schön verrechnet haben. Elenin kommt ein Jahr zu früh vorbei. Und er wird der Erde auch nicht besonders nahe kommen, nicht einmal nach kosmischen Maßstäben. Dass die Erde durch seinen Schweif treten könnte, gibt nur zu einer Sorge Anlass: Werden wir dann eine klare Nacht haben, damit wir - wie bei den Leoniden und den Perseiden - den Sternschnuppenschauer beobachten können?
Abgesehen davon scheint Elenin zu langsam und zu klein zu sein, um die Erde selbst bei einem Einschlag, DER NICHT STATTFINDEN WIRD, zu gefährden. Ein ganz normaler Komet, den wir im Herbst hoffentlich bei klarer Nacht ein paar Wochen beobachten können... Schön wäre es ja.
Also, geht die Welt unter? Ja, spätestens in drei Milliarden Jahren, wenn sich unsere Sonne zum Roten Riesen aufblähen wird. In naher Zukunft? Weiß man nicht so genau, aber die Wahrscheinlichkeit tendiert stark gegen Null.

Mache ich mich hier zum Erfüllungsgehilfen jene Verschwörung, die uns die Vernichtung der Welt durch Elenin verheimlichen will? Eher nicht, denn die wichtigsten Fakten sind auch für Laien nachprüfbar. Das wichtigste Argument, die Brauner Zwerg-Geschichte, steht für einen einigermaßen belesenen und der Wikipedia mächtigen Menschen, vollkommen außer Frage, da man weiß oder schnell erfährt, WAS ein Brauner Zwerg eigentlich ist: Eine zu klein geratene Protosonne. Und das Ding ist wahrlich NICHT zu übersehen. Die letzten Nächte war es zwar bewölkt, aber ein zweiter Stern im System wäre bestimmt irgendjemanden aufgefallen, bei dem es nicht bewölkt war. Absoluter Quatsch. Hirnrissiger Unsinn. Der Rest ist auch nicht viel besser.
Ich erinnere nur an den Berner Teilchenbeschleuniger, der Schwarze Löcher produzieren könnte, den CERN. Alle Verschwörungstheoretiker stürzten sich auf den Begriff "Schwarze Löcher", und prophezeiten das Ende der Welt.
Was die Forscher vom CERN aber meinten, waren Singularitäten, die für ein paar Mikrosekunden existieren könnten, und dann in sich selbst kollabieren würden. Zu kurz, um der Erde oder gar dem Teilchenbeschleuniger zu schaden. Und nicht massereich genug, um tatsächlich ein Schwarzes Loch zu sein. Denn dieses, wir wissen es ja alle, hat ein Vielfaches der Masse unserer Sonne und ist so kompakt, dass es sein eigenes Licht wieder anzieht. So ein Ding wäre natürlich übel. Haben wir aber nicht. Genauso wenig wie einen Braunen Zwerg, der als Komet getarnt unser Sonnensystem durchquert.
Aber manche wollen halt glauben, dass die Welt zerstört wird, und das möglichst bald. Warum? Ehrlich gesagt möchte ich das gar nicht erst wissen. ^^°°°


Nachtrag am 15.08.2011: Wie ich festgestellt habe, haben viele der Anhänger der "Brauner Zwerg"-Idee absolut KEINE Ahnung von Astronomie. Viele setzen die Koma des Kometen mit ihm selbst gleich, und wissen nicht das Mindeste über die Dichte derselben, geschweige denn des Schweifs.
Also nochmal für die Simpelmaten unter Euch: Eine Sonne, oder zumindest ein Brauner Zwerg besteht aus superkompakt gepackter Materie. Ein Kubikzentimeter kann da schon mal nach Art des Sterns Dutzende Tonnen wiegen. Die Koma eines Kometen, beziehungsweise der Schweif desselben hat praktisch gar keine Dichte. Es ist also richtig, wenn man sagt, dass der Komet als Ganzes die achtzehnfache Größe der Venus hat.... Allerdings auch nur ein Milliardenstel des Gewichts. Der Schweif, auch die Koma eines Kometen, sind einfach nur ultrafein verteilter Staub.
Oder anders ausgedrückt: Eine von meinem Auto angeleuchtete Nebelwand leuchtet, aber ich kann sie ohne Schaden durchfahren, weil sie keine nennenswerte Dichte hat. Das Gleiche gilt für Koma und Schweif eines Kometen.
Was wieder mal beweist: Größe ist eben nicht alles. Auch nicht im Weltall. XD

Dienstag, 9. August 2011

Nur noch bis Montag

Eine knappe Woche bleibt noch, um für das 50 Jahre, 50 Geschichten-Projekt zum 50-jährigem Jubiläum der Perry Rhodan-Serie abzustimmen.
Unter anderem auch für meinen Beitrag Guncross Perry Rhodan - Bedrohung vom Mond.
Also, Leute, rafft Euch auf, lest die Texte, und bewertet Euren Favoriten reichlich. ^^

So weit abgeschlagen, wie ich derzeit bin, wird mein Text sicher nicht gewinnen. Aber ein paar mehr Votes wären schon nett.

Also, bleibt mir treu und lest mich weiterhin.

Edit am Mittwoch, dem 10.08.: Lieber Anonym, Dein Beitrag erschien in meinem Postfach, ist im Blog aber nicht verzeichnet. Ich möchte Dich bitten, Deinen Post erneut zu versuchen, und dann eventuell auch mit einem beliebigen Namen.
Ich weiß nicht, wie dieser Fehler entstanden ist. ^^°

Montag, 8. August 2011

Friedrich der Weise

Also, nicht nur manchmal muss ich die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wenn mal wieder neue Ideen zur Inneren Sicherheit aus der Regierungskoalition an die Öffentlichkeit gelangen.
Aber die aktuelle Idee von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ist was? Ein erneuter Versuch, dem Internet-Volk Sperren für das Web schmackhaft zu machen? Oder schlicht und einfach totales Versagen in seinem eigenen Arbeitsgebiet?

Da schlägt der Herr Innenminister tatsächlich vor, da sich der Attentäter von Oslo ja augenscheinlich seine Ideologie von rechtsorientierten und Ausländerfeindlichen Bloggern geholt hat, diese Ausländerfeindlichen und rechtsorientierten Blogs besser zu kontrollieren, indem man die Anonymität der Blogger aufhebt. Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass sich Blogger identifizieren, quasi jedermann ihren Realnamen, ihren Personalausweis unter die Nase halten. Damit, so meint Friedrich, können sie sich nicht mehr hinter der Anonymität des Webs verstecken und würden weniger radikal argumentieren.
...sacken lassen.

Sehr geehrter Herr Bundesinnenminister, kennen Sie Ihren eigenen Aufgabenbereich? Der umfasst nicht nur den Bereich Innere Sicherheit, sondern auch Schutz der Demokratie. Wir im Web haben ein klares Verständnis dafür, was rechtens ist und was nicht. Radikale Blogger, die gegen Gesetze verstoßen, indem sie zu Mord, Verfolgung, Deportation oder gar Auflösung der Grundrechte rufen, WERDEN strafrechtlich verfolgt. Die anderen Blogs, die hart an der Grenze entlang schliddern, mögen nicht nur Ihnen ein Dorn im Auge sein, sicher auch mir. Aber solange sie die unheilvolle Grenze nicht überschreiten, gilt für sie der gleiche Schutz auf Meinungsfreiheit wie sie jeder andere Bürger, bzw. Blogger auch hat.
Natürlich ist es nicht sehr schön, wenn der Mörder von Oslo sich seine Ideen beim radikalen Fjordmann geholt hat und in sein Pamphlet eingebaut hat, wenn er sich quasi im Web seine eigene Gehirnwäsche zusammengestellt hat. Aber dies tat er aus freien Stücken, aus Überzeugung. Und ich bin der festen Überzeugung, dass seine Radikalisierung nicht im Web stattfand, sondern in seiner Mitgliedschaft in einer rechts orientierten Partei.

Manche Stimmen sagen, Identitätsnachweise für Blogger wären Quatsch, weil sich dann zum Beispiel rebellische syrische Blogger, die über die Untaten ihrer Regierungen berichten, selbst gefährden würden. Auf Sie bezogen, Herr Bundesinnenminister, bedeutet dies, dass Sie keine Ahnung vom Web haben und sich nicht vorstellen können, dass solche Blogger eine falsche Identität erstellen, oder die Identität eines anderen nehmen könnten. Das Problem würde verlagert werden, das wäre der ganze Erfolg einer Aktion gegen Meinungen, die gerade so noch von der Justiz nicht verfolgt werden. Das Gleiche gilt auch für unsere syrischen Blogger; fremde oder künstliche Identitäten wären schnell erstellt. Was bedeutet, FakeBlogs wie jenes der nicht existierenden lesbischen Bloggerin in Damaskus würden so oder so entstehen.
Das Problem, Herr Innenminister, ist nicht darin zu sehen, dass die rechten Gedanken und die radikalen Gedanken ins Web getragen werden. Sie sind darin zu sehen, dass sie überhaupt existieren und zum Beispiel auch bei uns von BLÖD salonfähig gemacht werden. In Norwegen, das unter dem Attentat ein schreckliches Erwachen erlebte, ist es die rechte Fortschrittspartei, die zweitstärkste Kraft ist. Dort liegen die Probleme. Das Web zeigt nur die Symptome.

Bitte, Herr Bundesinnenminister Friedrich, lassen Sie das Internet in Ruhe. Sie haben augenscheinlich keine Ahnung davon.


Fazit: Wie man sieht, ha, ha, blogge ich selbst. Und ich habe im Impressum meine Mail angegeben. Tatsächlich bin ich froh, dass nicht wirklich jederzeit jedermann vor meiner Haustür stehen kann. Tatsächlich will ich mit meinen Lesern im Internet kommunizieren; ein auserlesener Kreis kriegt mich mal in den Chat, ans Telefon und auch mal zu Gesicht. Aber das entscheide ich selbst. Tatsächlich mache ich mich identifizierbar, und jeder der sich die Mühe macht, findet meinen Realnamen heraus und braucht dann nur noch ein Telefonbuch. Das stört mich nicht wirklich. Aber ich gehe mit meiner Realadresse nicht hausieren. Basta.

Freitag, 5. August 2011

Das erste Buch der Quadrologie "Für den Kaiser" ist zu kaufen.

So, da habt Ihr Euren Willen. Man kriegt zwar die Texte zu meiner Quadrologie "Für den Kaiser" im Web umsonst, zum Beispiel auf Fanfiktion.de, auf Battletech.info und auf TWOBT.de, aber Ihr wollt ja unbedingt ein Buch im Schrank stehen haben.
Jetzt ist es vollbracht. In bewährter Manier habe ich mich des Book on Demand-Anbieters lulu.com bedient, und das erste Buch "Seiner Majestät Schiff RHEINLAND" erstellt. Hier der Link.

Leider ist es ohne Titelbild. Noch. Ich arbeite daran, meinen Zeichner auf Touren zu bringen. Bis dahin nehmt bitte in der Ersten Edition mit dem blauen Rundumcover vorlieb.
Book on Demand bedeutet, dass das Buch erst gedruckt wird, sobald es jemand bestellt. Deshalb ist es etwas teuer, und es kommt auch noch Porto drauf. Sorry. ^^°
Aber dafür habeich kein finanzielles Risiko bei der Geschichte.
Allerdings kann nur auf der Homepage bestellt werden, da ich (noch) keine ISBN gekauft habe. Den Ärger mit den Belegexemplaren für die deutsche Bibliothek tue ich mir erst an, wenn sich der Verkauf lohnt.
Apropos Verkauf: Das Buch kostet gedruckt 13,50€; als Download 3,50€.
Und keine Sorge, egal wie gut oder schlecht sich das erste Buch verkauft, ich werde die anderen drei ebenfalls nach und nach als BoD produzieren.

Bleibt mir treu und lest mich weiter,
Ace

P.S.: Entschuldigt das dämliche Format. Es handelt sich um "Pocket" (10,7x17,5) mit über dreihundert Seiten. Eventuell wähle ich doch ein größeres Format, auch wenn das Comic-Album-Ausmaße bedeutet.

Mittwoch, 3. August 2011

Der totale Geißler

"Ja, da soll mich doch...", habe ich gedacht, als ich in den Printmedien zunehmend Berichte entdeckte, in denen Heiner Geißler, derzeit Schlichter im Stuttgart 21-Streit, vorgeworfen wird, mit "Wollt Ihr den totalen Krieg?" Joseph Goebbels zitiert zu haben. Der Deutschlandfunk, der ein Interview mit ihm geführt hat, wirft ihm sogar Verharmlosung des "Nazi-Sprech" vor.
...sacken lassen.

Nun wissen meine treuen Blogleser, dass ich 1) SPD-Mann bin, und 2)einen Scheißdreck auf Political Correctness gebe, die Symptome bekämpft, aber nicht die Ursachen von Fremdenhass, Frauendiskriminierung und Vorurteilen.
Und 3), dass ich weder dem klassischen Nationalsozialismus des WWK II, noch dem Neo-Nationalsozialismus einiger findiger Geschäftsleute, vieler lauter Propaganda-Idioten und einem Haufen grauer Mitläufer irgend etwas abgewinnen kann. Um es auf den Punkt zu bringen, halte ich jede Form von Verallgemeinerung für gefährlich, und jede Form von Extremismus für verwerflich. Punkt. Ende meiner Rechtfertigung.

Da haben wir also Heiner Geißler, von Helmut Kohl geschasster CDU-Politiker, der als einziger mal gegen Aussitz-Helmut gemuckt hat. Das hat sich nicht mal der Augenbrauenmann von der CSU getraut.
Und dann lese ich folgendes: In der Verhandlung mit den S21-Konfliktgegnern sagte Geißler: Wollt Ihr den totalen Krieg?
...sacken lassen.

Was haben wir hier also? Einen Altpolitiker, der versucht zwischen unversöhnlichen Fronten einen Kompromiss auszuhandeln, denn Kompromisse sind die Essenz der Politik; oder haben wir es hier mit jemandem zu tun, der Joseph Goebbels karikiert und damit verharmlost, somit auch seine Brandreden, darunter die aus dem Jahr 1943, aus der dieses Zitat stammt?
...sacken lassen.

Bis hier kann sich jeder seine eigene Meinung bilden. Die der ARD steht übrigens hier.


Wer weiterlesen will, um meine Meinung zu erfahren, kann dies in meinem Fazit tun:
Von den meisten CDU-Leuten schätze ich zwei Personen sehr. Der eine ist Norbert Blüm mit seiner rheinischen Lebensart, der andere ist der unbeugsame Heiner Geißler. Ich sehe nicht, wie Herr Geißler hier die Nazis verharmlost, nur weil er ein zugegeben extrem drastisches Zitat aus dem Munde Joseph Goebbels verwendet hat.
Ich finde, dies war Stuttgarts Weckruf, bevor wir da unten noch einen Bürgerkrieg haben.
Wie ist es zu bewerten, dass Herr Geißler das bekannteste Goebbels-Zitat verwendet hat? Für die Presse ist dies ein gefundenes Fressen, kann man ihm doch damit vorwerfen, er "verharmlose" die Nazi-Propaganda.
Ich sehe das nicht so. Denn wenn dieses Zitat ein solches Echo hervorruft, dann ist die Nazi-Propaganda noch immer nicht verharmlost, und dafür können sich die Medien ausnahmsweise auf die Schultern klopfen.
Allerdings kann man einigen von ihnen gleichzeitig in den Arsch treten, weil sie es erst sind, die eine Verharmlosung herbei reden.

Liebe Medien, lieber Deutschlandfunk, wir können jetzt darüber diskutieren, ob die beiden Wörter "totaler Krieg" auf immer und ewig Dr. Joseph Goebbels geistiges Eigentum bleiben werden, und ob noch viele weitere non grata-Wörter und Sätze folgen werden. Wir können auch über eine Verharmlosung der Nazis und ihrer Propaganda diskutieren, doch die findet nicht bei Heiner Geißler statt, sondern in Medien wie denen der vier großen Buchstaben, die alle zehn Jahre nach Kriegsende am Jahrestag der Invasion der UdSSR die Erfolge der Operation Barbarossa aufzählen, und wie sehr die Deutschen als Befreier gefeiert worden wären, obwohl irgendwie "war das doch schon ganz schlimm mit der Invasion", ganz zum Schluss noch drangequetscht.
Ergo kann es eine Diskussion darüber, ob Heiner Geißler den "totalen Krieg" und die Nazi-Propaganda verharmlost, nur geben, weil sie in Deutschland tatsächlich verharmlost wird.
Das ist so sicher wie die Tatsache, dass politisch rechts motivierte Gewalttaten viermal häufiger sind als politisch links motivierte.

Was wir in Deutschland nicht brauchen, ist es harmlose CDU-Politiker zu bashen, die selbst im hohen Alter ihre Querdenkermeinung zum Besten geben. Und die auch mal sehr drastisch den Leuten die Augen zu öffnen versuchen, nach über hundert Verletzten in einem festgefahrenen Konflikt.
Was wir aber brauchen ist die Frage, warum ihm gleich Verharmlosung der gesamten Nazi-Propaganda vorgeworfen wird. Zieht das einfach besser als Vorwurf, lässt sich daraus leichter ein Skandal kreieren? Denn wenn wir mal ehrlich sind, stehen die Worte "totaler Krieg" für Millionen Tote, Millionen Vertriebene, Millionen niemals geahndeter Verbrechen, für Angst, Schrecken und Terror. Für Zustände, die wir niemals wieder haben wollen. Nicht in Europa, und auch nicht mehr in der Welt. Wie kann das jemals harmlos sein? Wie können diese Worte jemals harmlos sein?
Und so, wie die Medien sich echauffieren, sind sie das auch noch nicht. Also, was soll die ganze Aufregung? Eine späte Rache am Querdenker der CDU-Politik? Oder ist da nur ein scheinbar leichtes Opfer im Visier?


P.S.: Die Gründe für die Diskussion um Stuttgart 21 kommen in den Medien überhaupt nicht vor. Es wird nur über die Proteste berichtet, und darüber, dass "Bäume eine Rolle" spielen. Lediglich die ARD brachte da ein wenig Licht rein und erklärte eines der Hauptprobleme vom zukünftigen unterirdischen Bahnhof: Statt auf sechzehn Gleisen soll auf zukünftig acht Gleisen fast die doppelte Anzahl an Zügen abgefertigt werden. Na, da bin ich aber gespannt, wie das funktionieren soll.


Edit am 4.08.: Einige Witzbolde im Web wollen Heiner Geißler den Doktortitel aberkennen, weil er das Zitat "Wollt Ihr den totalen Krieg?" nicht als solches gekennzeichnet hat.
...sacken lassen.
Herrschaften, Dr. Joseph Goebbels ist schon seit sechsundsechzig Jahren tot, und damit sein Urheberrecht erloschen. Außerdem haben die deutschen Print- und Onlinemedien ausreichend darauf hingewiesen, dass es nur ein Goebbels-Zitat sein kann. Wo ist also das Problem? Da war die Presse ja ausnahmsweise mal nützlich.

Montag, 1. August 2011

Sachen gibt's...

Heute auf Fanfiktion.de habe ich auf der rechten Seite, die für Werbung und damit die Finanzierung von FF.de vorgesehen ist, einen Bilderlink mit religiösem Motiv entdeckt: Ja, ich möchte errettet werden. Klickt man darauf, gelangt man hierhin.

...sacken lassen.
Worauf will Ace heute hinaus? Und warum bloggt er nicht lieber über den Finanzpoker in den USA, über rechte Brandstiftung im Vorfeld der Oslo-Anschläge oder über die Schieflage der Krankenkassenfinanzierung trotz voller Kassen?
Kommt vielleicht noch. Aber an erster Stelle hier erstmal das religiöse Thema.

Ich hasse es. Ich hasse es wirklich. Ich bin vielleicht kein Vorzeigegläubiger, und mein letztes Gebet ist schon einige Zeit zurück. Aber ich definiere mich als Christ. Tatsächlich. Aufmerksame Leser meines Blogs wissen das. Aber ich gehe weder damit hausieren, noch anderen auf die Nerven.
Aber wenn ich so etwas wie den obigen Link serviert kriege, dann kratze ich mich am Kopf und denke: What the f**k? Ja, ich will erlöst werden. Ja, ich erkenne Jesus Christus als meinen Meister an, der mein Leben lenkt. Ja, ich war kein richtiger Christ zuvor und will jetzt einer werden.
Sagt mal, hakt es bei Euch konservativen Christenfundis irgendwo? Ich lasse mir doch nicht von religiösen Fundamentalisten der rechtskonservativen christlichen Ecke vorwerfen, nicht genug Christ zu sein und errettet werden zu müssen. Vor allem nicht von religiösen Fundamentalisten der rechtskonservativen christlichen Ecke. Nein, meine Damen und Herren Fanatiker, ich bin mehr Christ, als Ihr es jemals sein werdet. Denn während Ihr noch propagiert, dass Euer Weg der einzig Richtige zu Jesus Christus ist und nur Euer Weg alle erretten kann, Ihr Euch also DREIST in die Tasche lügt, lebe ich bereits das Christentum so wie Jesus es propagiert hat: Vorurteilsfrei, gerecht gegenüber jedermann, mit Nächstenliebe, ohne Hass auf Fremdes und Neues.
Ich denke, ich bin unter Gottes Augen wohlgefälliger als Ihr. Das wollte ich mal ohne Arroganz festgehalten haben.

Fazit: Warum muss ich überhaupt errettet werden? Gott liebt alle seine Geschöpfe, das steht oft genug in der Bibel. Also auch Moslems, Juden, Taoisten, Buddhisten, Atheisten, usw. Religiösen Fundamentalisten der rechtskonservativen christlichen Ecke zu folgen wird nirgends verlangt.
Außerdem starb Jesus schon für unsere Sünden am Kreuz. Die Sache mit der Errettung hat sich damit also praktisch erledigt.
So, damit ist meinem Ärger genüge getan.


Nächstes Thema, damit mir nicht die Blog-Leser weglaufen: Rechtes Brandstiftertum.
Nicht nur vereinzelt wird gesagt, dass Artikel unserer Leitmedien und extreme Randerscheinungen wie BILD und "Die Achse des Guten" mit ihrer antisemitischen Propaganda (für alle, die jetzt aufstöhnen: Araber sind Semiten. Noch nicht gewusst?)den Boden für den Attentäter von Oslo bereitet haben und Nachahmungstäter erzeugen können und vielleicht auch werden. Geistige Brandstiftung, die zum Erfolg geführt hat. Verkauft wurde uns das, vor allem in BILD, als: Das muss doch auch mal gesagt werden dürfen.
...sacken lassen.
Jetzt gibt es Stimmen, die solche Artikel und deren Autoren verteidigen. Markige Argumente wie: Ein Autor kann ja nicht jede Sekunde darauf achten, was er gerade schreibt, oder: Deshalb können wir doch die Diskussion um Missstände nicht unterdrücken, sind die Folge.
Richtig. Sicherlich. Ihr habt Recht. Aber diese Autoren, diese Artikel, diese Bücher müssen kontrovers diskutiert werden dürfen. AUCH DAS muss doch auch mal gesagt werden dürfen. Oder gilt diese Allheilmedizin nur für die Verbreitung von Übertreibungen, Vorurteilen, Panikmache und Medienhetze? Zupass würde es Euch ja kommen, nicht wahr? Richtiger wird es dadurch nicht.
Also, wenn wir Menschen einer freien Demokratie und einer freien Presse Euch erlauben, Eure "Deutschland schafft sich ab"-Polemik zu präsentieren und mit "Die Achse des Bösen" den Islam zu pauschalisieren und auf Schlagwörter zu reduzieren, dann erlaubt uns die gleiche freie Demokratie und die gleiche freie Presse auch, unsere Meinung im vollen Umfang abzugeben und kontrovers über diese Arbeiten und deren Autoren zu diskutieren. Und das bedeutet auch, porpagandistisch angehauchten Texten den Spiegel vor die Nase zu halten. Das muss doch auch mal gesagt werden dürfen.

Wer übrigens mal von der "anderen" Seite auf die Thematik schauen will, dem empfehle ich die Sachbücher von Tariq Ali, einem pakistanischen Romanautor, der pakistanischer Kommunist war. Er bietet uns Einblicke, den uns unsere Leitmedien größtenteils verwehren. Sehr interessant und lehrreich.


Noch schnell ein Wort zur Finanzkrise in den USA:
Ich habe von Anfang an gesagt, dass Barry es nicht leicht haben wird. Immerhin hat er es mit der Finanzierung von zwei Kriegen zugleich zu tun, droht in einen dritten abzurutschen, muss sich mit den weltweit verteilten teuren US-Truppen rumschlagen und sie finanzieren, hat von Dubia Bush das größte Staatsdefizit aller Zeiten übernommen, und muss sich jetzt auch noch mit der erzkonservativen Tea Party rumschlagen sowie einem republikanisch beherrschten Abgeordnetenhaus. Und die gleiche Partei, die für den Schuldenberg verantwortlich ist, schreit jetzt nach Einsparungen, und am Lautesten die Rechts-Rhetoriker der Tea Party die gegen Steuern für Reiche sind und soziale Fangnetze rigoros ablehnen - also alles, was wir als vernünftig ansehen.
Nein, Barry hat es nicht leicht, hatte es auch nie. Aber ich weiß, er kämpft weiter.
Staatspleite in Amerika? Eher nicht. Das lassen nicht einmal die Republikaner zu.
Aber wer vermittelt der US-Bevölkerung, WOHER die schlechte Finanzlage überhaupt stammt? Sicher nicht Murdoch und seine Medien, voran Fox TV.
Und ich hoffe, die US-Bevölkerung wird sich bei der nächsten Wahl daran erinnern, welche republikanische Splittergruppe durch ihre Kompromisslosigkeit beinahe die Zahlungsfähigkeit der ganzen Nation in Frage gestellt hat. Hoffentlich.


So, genug Ärger von der Seele geschrieben.
Lest mich weiter und bleibt mir treu.

Und vergesst nicht, beim Perry Rhodan-Wettbewerb 50 Jahre, 50 Geschichten läuft die Abstimmung für die beste Geschichte, darunter auch meine.

Donnerstag, 28. Juli 2011

28.000 - Ich sage danke. ^^V

Tja, der Titel sagt wohl alles aus. Achtundzwanzigtausendmal wurden meine Geschichten auf Fanfiktion.de mittlerweile aufgerufen, und das bedeutet tausend Aufrufe mehr in nicht ganz zwanzig Tagen. Ein Schnitt von fünfzig Aufrufen den Tag.
Auch die Zahl der Reviews hat zugenommen, und das freut mich ganz besonders, weil ich daraus mehr ziehen kann als aus den reinen "Klicks".
Ich freue mich also immer über Reviews, über Kritik und Feedback.

Lest mich weiter und bleibt mir treu.

Ace ^^b

Dienstag, 26. Juli 2011

Perry Rhodan reloaded - jetzt geht es ans Eingemachte!

Dass mir hinterher keiner sagt, er habe vom Wettbewerb nichts gewusst, oder er hätte nicht genug Zeit gehabt. Wir sind in der letzten Woche, und am ersten August soll das Voting des Internetvolks beginnen.
Schreiberling hat dafür auf seinem Blog die letzten Regeln vorgestellt - die Wichtigste ist, auch unfertige Texte, die eventuell bis Anfang August fertig sein könnten, jedermann zugänglich im Internet zu posten und die URL an Schreiberling zu schicken. Diese URLs müssen ihm bis FREITAG geschickt werden.
Wie ich schon sagte, die Geschichten müssen dann nicht fertig sein. Das erst ab dem ersten August. Aber zugänglich. Und existieren.

Ich selbst feile gerade an meinem Text, bis er passt. Dann lade ich die Endversion hoch. Euch allen da draußen, die hoffnungsvoll mitmachen wollen, viel Erfolg und Inspiration. Ich hoffe auf viele spannende und interessante Texte, würdig des fünfzigjährigen Jubiläums unserer allseits hoch geschätzten Perry Rhodan-Serie.

Ace

Edit am 28.07.: Fertig. So wie er jetzt auf Fanfiktion.de steht, bleibt er auch.
Wichtig: Für die Abstimmung, wer den besten Text des Wettbewerbs geschrieben hat, werdet Ihr den Umweg über Schreiberlings Blog gehen müssen.
Die Abstimmung beginnt ab dem 01. August. ^^V

Edit am 29.07.: Die Abstimmung ist eröffnet! HIER geht es zum Abstimmungsfenster auf den Seiten von Schreiberling.
Vergesst nicht, eifrig für mich zu stimmen. ^^ Allerdings nur, wenn Ihr den Text gelesen und für den Besten befunden habt. ^^

Montag, 25. Juli 2011

Und schon wieder ein Tausender Aufrufe...

Mal ehrlich, vielen Dank, dass Ihr, meine treuen Leser, die vierte Staffel meiner Anime Evolution-Serie, Anime Evolution: Nami nun auch schon eintausend Mal aufgerufen habt. Das beweist Euer großes Interesse an meinem zweitverrücktesten Universum. ^^
Aber aufmerksame Leser meines Blogs werden jetzt aufhorchen. Hä? Neulich hat die zweite Staffel die Eintausend erreicht, und jetzt die vierte? Was ist denn mit der drei, Anime Evolution: Past?
Die hat im Moment knappe fünfhundert Aufrufe... Ich hoffe einfach mal, die im Verhältnis viel geringeren Aufrufzahlen hängen damit zusammen, dass Staffel zwei achtzehn Episoden, Staffel vier zwanzig, Staffel drei jedoch nur acht Episoden hat...
Und nicht etwa damit, dass Staffel drei niemanden interessiert. Das wäre doch wirklich fatal. -.-°
Die Wahrheit liegt mit Sicherheit irgendwo da draußen, auf dem Fanfiktion-Server.

Bleibt mir treu und lest mich weiter.
Und keine Sorge, wenn Euch der Drang überkommt, mich zu kommentieren: Ich beiße niemanden und kann an Kritik nur noch wachsen. ^^V

Nachtrag: Und soeben rutschte meine Crimson Skies-Geschichte Next Order, die ich mit meinem guten Autorenfreund Tyr Svenson schreibe, über die Schnapszahlgrenze, und erreichte nur wenige Tage nach der Tausend nun die 1111. ^^

Samstag, 23. Juli 2011

Anschläge in Norwegen

Ich trauere um die Toten, und meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer und den Überlebenden des Bombenanschlags in der Osloer Innenstadt sowie der Ferienfreizeit auf der Insel Utoya. Dies war kein simples Verbrechen, es war eine Unmenschlichkeit, wie jeder Terrorakt.
Ich erwarte von der norwegischen Justiz, dass sie mit dem Täter keine Gnade hat - aber einen rechtsstaatlich korrekten Prozess abhalten wird.

Aber wenn ich schon mal dabei bin: Liebe Medien, Eure erste Vermutung, dass es sich um einen Anschlag von Al Quaida handeln könnte, hat sich nicht bestätigt.
Und auch die Analyse von N-TV, die das Facebook-Profil geplündert hat und sich als Psychologe aufspielt, WoW und ein weiterer Ego-Shooter, den der Täter im Profil angegeben hat, könnten mit dem Anschlag zusammen hängen, sind hanebüchen.
Genauso wie sich die Presse zu Anfang in die falsche Richtung bewegte und einen Anschlag mit Al Quaida-Hintergrund gesehen haben wollte, sind die jetzigen Erklärungsbemühungen Spekulationen. Auch ein geplündertes Facebook-Profil bietet keine Antworten, nur neue Fragen. Nur weil bei der Religion "Christ" eingetragen ist, muss man den Mann nicht dem fundamentalistischen Lager zurechnen - auch wenn es mit ziemlicher Sicherheit stimmen wird.
Liebe Medien, in Eurer Hast lagt Ihr mit Al Quaida falsch. Erste offizielle Verlautbarungen lassen auf einen rechtsradikalen Hintergrund schließen, und einige Blogs sammelten Hinweise von eventuelle Posts des Täters in einschlägigen Foren, die dies untermauern könnten. Wahrscheinlich habt Ihr auch Recht, wenn Ihr ab sofort von einem Rechtsradikalen sprecht, der sich dieser schrecklichen Tat schuldig gemacht hat. Aber es sind erneut Spekulationen. Ich erkenne, dass die Medien nicht zu erklären versuchen, sondern die Ersten sein wollen. Wohin führt unser Journalismus bei diesen Tendenzen?

Was spricht dagegen, sich an die bisher ermittelten Fakten zu halten? Im schlimmsten Fall behindert weitere spekulative Berichterstattung die Ermittlungen gegen mutmaßliche Helfer und Hintermänner.
Ich vermisse die journalistische Sorgfalt.
Und ich vermisse Zurückhaltung, vor allem wenn man beim Spiegelfechter lesen muss, in einschlägigen Foren hätten die rechten Hetzer den Anschlag als Vorwand genommen, um den nächsten Kreuzzug auszurufen, diesmal nur im eigenen Land.

Auch eine gewisse Schuld der Medien, wie zum Beispiel N-TVs und der Zeitung mit den vier großen Buchstaben. Sie schufen die Grundlage dafür, dass sich Menschen mit solch einer Meinung GERECHTFERTIGT sehen.
Und was passiert, wenn sie sich gerechtfertigt sehen? Sie töten unschuldige Jugendliche einer Jugendfreizeit, nur weil sie der Jugendabteilung der sozialistischen Partei angehören und deshalb "der Feind" sind.
Oder sie töten in den USA Anhänger der demokratischen Partei und verletzen eine demokratische Abgeordnete lebensgefährlich. Wie mit dem Attentäter Lufford und der Abgeordneten Gifford geschehen.
Wer die Schuld trägt? Fox TV, die Tea Party?
Wer die Schuld bei uns oder in Norwegen trägt?
Ich weiß nur eines: Solche Gewalt, egal ob gegen Hotels in Kabul, Discotheken in Berlin, Flugzeuge über Lockerby oder in den Straßen Jerusalems, ist verwerflich und nicht zu rechtfertigen.
Alle, die es dennoch tun, entlarven sich als Unmenschen. Alle, die Rassenpolitik betreiben, haben Angst. Und kompensieren diese Angst mit organisierter Hetze.

Das ist nicht das Deutschland, das ich will. Das ist nicht die Welt, die ich will.
Und wenn Ihr das ebenfalls nicht wollt, könnt Ihr alle, dort wo Ihr lebt, etwas tun. Denn wenn immer jemand aus Eurem Bekanntenkreis die bekannten und platten Stammtischparolen gegen "Ausländer, Türken, Juden und Islamisten" zum Besten geben, könnt Ihr Euch dagegen positionieren. Warum solltet Ihr das tun? Nun, uns haftet das Klischee an, die Biertrinkernation zu sein, obwohl nicht jeder Deutsche Bier trinkt, und es ein paar schöne Weine im Land gibt. Ist es denkbar, dass das bei Ausländern im Allgemeinen, Türken, Juden und "Islamisten" genauso ist? Dass man jeden Menschen einzeln beurteilen muss und dies auch verlangen muss? Eine pauschalisierte Verurteilung ist ein Vorurteil, eine Dummheit, ein kleines Verbrechen, und es wird ein großes Verbrechen, wenn es durch Schweigen und ohne Widerspruch legitimiert wird.

Es waren viele kleine Verbrechen dieser Art, die im Attentäter der Insel Utoya das Gefühl wachsen ließen, im Recht zu sein bei dem was er tat: Kinder töten. Und es sind all die vielen Agitatoren, die ihre Meinung und ihren Hass in die Welt posaunen, Angst schaffen und ein Ventil für die Angst anbieten. Ihnen auf kleinster Ebene entgegen zu treten kann jeder von uns, muss jeder von uns.
Das ist meine Meinung, und ich beherzige sie selbst. Sonst würde ich es nicht schreiben.