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Mittwoch, 21. Oktober 2009

Zahlenprobleme mit der BLÖD-Zeitung

Es kommt vor. Wirklich, manchmal passiert es einfach. Da stehe ich vor dem Zeitschriftenregal und greife interessiert nach einer BILD-Zeitung.
So ist es auch heute geschehen. Der Aufmacher der BLÖD diesmal: Renommierter Professor befürchtet neununddreißigtausend Tote durch die Schweinegrippe-Epidemie.
Dazu noch etwas weiter unten: Schwerer Verlauf der Schweinegrippe und neue Epidemiewelle im Winter befürchtet. Dreißig Millionen Krankheitsfälle.
...sacken lassen.
Ich will jetzt nicht auf den Offensichtlichen Dingen herum reiten, wie zum Beispiel der Tatsache, dass nächste Woche die Massenimpfungen gegen H1N1 beginnen sollen, und sich viele Bundesbürger (nicht verschrecken lassen) gegen eine Impfung sind, weshalb es der Bundesregierung womöglich an fünfundzwanzig Millionen Impfkandidaten für das teure Produkt fehlen wird. Oder zu bedenken geben, ob ein Mensch, der gegen Schweinegrippe geimpft wurde, auch Impfschutz genießt, falls der Virus mutiert und damit einen vollkommen anderen Aufbau hat. Und ich möchte auch nicht großartig darauf herumreiten, wie oft schon ein "schwerer Verlauf der Infektion" herbeigeschrieen haben, der aber nie eingetreten ist. Fakt ist, dass man nur mit äußerstem Wohlwollen laut unserer Medienlandschaft einen einzigen Todesfall in Deutschland bestätigen könnte. Wie gesagt, mit äußerstem Wohlwollen und drei zusammengedrückten Augen, inklusive Hühneraugen.
Nein, darum geht es in meinem Blog nicht.

Diesmal geht es um die Zahlenmagie von BLÖD.
Nebenbei bemerkt, manche mögen sich wundern, warum ich einerseits BLÖD und dann BILD schreibe. Das ist leicht erklärt. BLÖD ist meine Meinung. BILD dient dazu, damit auch wirklich jeder versteht, WEN ich meine.
Die Zahlenmagie. Angenommen, Schweinegrippe mutiert. Angenommen, es kommt tatsächlich durch den neuen Virus zu einer Grippewelle, die dreißig Millionen Bundesbürger erfasst.
Und angenommen, es kommt in dessen Folge zu neununddreißigtausend Toten...
Dann haben wir prozentual gesehen IMMER NOCH einen milden Verlauf, da in diesem Fall der Virus für 0,1% der Bevölkerung tödlich wäre.
Zynisch? Giftig? Keineswegs. So rechnet man nun mal in Mathematik. Und in der Seuchenkunde misst man eine Grippe an ihrer Verbreitung und ihrer Tödlichkeit.
Einmal ganz davon abgesehen, dass eine Infektionswelle, die mehr als jeden dritten Bundesbürger mit fiebriger Erkältung ins Bett bannen würde, mehr als ungewöhnlich für eine Grippe wäre, um nicht zu sagen der pandemiale Super-GAU, befürchtet besagter von BLÖD zitierter Professor diese (theoretisch möglichen, praktisch nicht wahrscheinlichen) Zahlen für eine mutierte H1N1-Form. Und da gilt wieder die Frage: Wirkt die Impfung in diesem Herbst gegen H1N1 auch gegen eine mutierte Form? Und ich spreche hier von einer Schutzimpfung, keiner Aktivierung des Immunsystems. Eine Impfung macht den Körper mit einem Erreger vertraut, er bildet Antikörper und sorgt im Idealfall dafür, dass die Krankheitserreger bei einer tatsächlichen Infektion gar nicht erst dazu kommen, sich zu vermehren, weil sie erkannt und vernichtet werden. Ich glaube eher nicht.
Andererseits wird die Industrie sicherlich drei, vier Monate, nachdem der mutierte tödliche Killervirus mit dreißig Millionen Infizierten und neununddreißigtausend Toten durch Deutschland gezogen ist, einen Impfstoff entwickelt und zur Verteilung bereit haben.
Andererseits, wenn über zwei Fünftel der deutschen Bevölkerung diese Grippe bereits gehabt haben, ist das schon eine eigene Immunisierung.
Bleibt nur noch eine Frage: Wer bezahlt BLÖD für diese Schleichwerbung?

Edit am 22.10.: Heute habe ich die BLÖD tatsächlich mitgenommen. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, sie war umsonst.
Der großer Aufmacher waren zehn Redakteure, die zur Impfung geschickt wurden, und die anschließend unisono darüber berichteten, wie harmlos die Impfung doch gewesen war, wie wenig man gespürt hat und wie wichtig es doch ist, dass Menschen im öffentlichen Leben nicht zur "Virus-Schleuder" werden.
Alles schön und gut. Wir haben nun zehn in gut zwei Wochen immunisierte BLÖD-Redakteure.
Der Haken bei der Geschichte ist schlicht und einfach: Die Diskussion geht nur sekundär um die Nebenwirkungen der Impfung (siehe Verstärker und den ganzen anderen Nonsens, der durch die Medien schleicht), es geht um den NUTZEN! Da H1N1 sich dazu entschlossen hat, in Deutschland weder tödlich zu sein, noch einen so genannten schweren Verlauf zu verursachen, ist genau diese Nutzen mehr als fraglich.
Und, wie ich oben schon erwähnte, ist diese Impfung nicht effektiv, falls sich H1N1 zur neuen Supergrippe durchmutiert, weil wir es dann mit einem neuen Virus zu tun haben.

Ich betätige mich mal wieder als Prophet: Es wird nicht lange dauern, und die BLÖD-Zeitung wird die Zwangsimpfung fordern, um "Deutschland vor der Katastrophe zu retten". Oder, zwischen den Zeilen gelesen, um die fünfzig Millionen Einheiten angekauften Impfstoff zu verbrauchen, damit er nicht vollkommen sinnlos Staub ansetzt.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Politische Arbeit in der Regierungsmannschaft ist politisch

Oder um es anders auszudrücken, lobbyistisch.
Was ich und viele andere erwartet haben, ist eingetreten: Union und FDP einigten sich auf ein milliardenschweres Subventionsprojekt, das einigen wenigen Mega-Konzernen erstens Milliarden an zusätzlichen Gewinnen in die Kassen spülen wird und zweitens noch einmal die gleiche Summe als Subventionen. Und der Höhepunkt bei der Geschichte ist, dass der Müll, den die Konzerne produzieren, nicht von ihnen selbst entsorgt wird, sondern dem Bund. Und der sucht auch noch - auf Staatskosten - einen geeigneten Müllplatz, der natürlich auch auf Staatskosten betrieben wird.
Richtig, ich rede über die Atomkraft. Union und FDP hatten ohnehin die Laufzeitverlängerung sicherer Kraftwerke in ihren Wahlprogrammen, also überrascht es nicht wirklich, was bei den Koalitionsverhandlungen festgelegt wurde, wie Gmx.de berichtet.
Mich überrascht nur die Dreistigkeit, mit der den Menschen verkauft wird, die Atomenergie sei notwendig. Dazu kommt auch noch die Unverschämtheit, Atomkraft als "Brückenenergie" zu klassifizieren, die "bis zur Ersetzung durch alternative Energien unbedingt nötig ist".
Aber wenn die Laufzeiten "sicherer" Atomkraftwerke erst einmal durch sind, werden ihre Laufzeiten dann auch irgendwann einmal beendet sein? Atomkraftwerke halten nun mal nicht ewig, und jedes einzelne hat einen hochgradig verstrahlten Reaktor, den man nicht einfach ausbauen und endlagern kann. Wohin mit alten Atomkraftwerken ist nur EIN Problem von vielen. Der Weiternutzung der Atomkraft auf unbestimmte Zeit und der Erklärung, ALLE Atomkraftwerke in Deutschland wären sicher und könnten zeitlich unbegrenzt betrieben werden, steht somit nichts mehr im Wege.
Das Dreisteste jedoch ist die Meinung der Leser dieses Artikels. Gmx.de hat eine Umfrage dazu gestartet, und zweiundfünfzig Prozent sprachen sich gegen einen Atomausstieg aus.
Bei den Lesermeinungen stieß ich dann auf folgende Frage: Was passiert wohl, wenn wir alle Atomkraftwerke einfach abschalten?
Mein lieber unbekannter User, und alle anderen die eifrig für den Erhalt der Atomkraft stimmen, ich will diese Frage beantworten und damit den Nutzen der Atomkraft ein für allemal klären. Was passiert also, wenn wir heute, Sonntag, oder morgen, Montag, einfach mal alle Atomkraftwerke abstellen? ...Richtig, es passiert NICHTS!
Wie, nichts? Ja, es passiert rein gar nichts. Denn das bisschen Spannung, das die Atomkraftwerke liefern, wird dann automatisch von Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken ersetzt, die genau für diesen "Notfall" in der Lage sind, ihre Stromabgabe rapide zu erhöhen, um die fehlende Spannung auszugleichen.
Gut, gut, ich will ehrlich sein. Wahrscheinlich käme es hier und da zum Zusammenbruch des Versorgernetzes, aber das wäre nur temporär und bei weitem nicht so schrecklich wie "In Deutschland gehen alle Lichter aus".
Und wenn alle Stricke reißen importieren wir einfach ein wenig Fremdstrom. Das tun wir ohnehin, obwohl im Inland mehr Strom produziert wird als wir wirklich brauchen.
Wie das kommt? Tja, das ist dann ein eigener Blogeintrag, der mit Subventionen, Bilanzen und gierigen Stromkonzernen zu tun hat, sowie einer Aufsichtsbehörde, die m.E. ihren Job zu machen hat.

Fazit: Schleichend öffnet das Merkel der Atomindustrie die Tür für unbegrenzte Laufzeiten, kostenlose Atommüllentsorgung und volle Subvention ihres Produkts. Und alle freuen sich darüber? Nicht alle. Nur all jene, die tatsächlich noch immer glauben, Atomenergie wäre notwendig und hätte Zukunft. Kraftwerke sind nicht unersetzlich, und der produzierte Strom wäre in der Tat billiger. Das wäre gut für uns alle.
"Aber was ist mit CO2?" Genau, was ist mit CO2?
...Seit wann produzieren Photovoltaik-Anlagen und Offshore-Windkraftparks CO2?
"Du willst ja nur die Kohlekraftwerke behalten! Die produzieren CO2!"
Richtig. Aber schon mal was von moderner Filtertechnologie gehört? Also, hinsetzen, googlen, informieren, und dann meckern. Nicht einfach der Union auf den Leim gehen und fadenscheinige Argumente nachkrächzen.
Denn sich informieren, seine eigene Meinung zu bilden ist heute leichter als je zuvor.
Ich habe es getan, wie man sieht. Und Ihr?

Freitag, 16. Oktober 2009

It really doesn´t matter, if you´re black or white...

Zeit-Online.de hat einen längeren Bericht über den Autoren und Undercover-Reporter Günter Wallraff, genauer gesagt über seine aktuelle Aktion als "Schwarzer in Deutschland" veröffentlicht.
Wallraff, der auch mit persönlichen Kommentaren zu Wort kommt, schildert dort die ganz einfachen alltäglichen Mühen, die ein Schwarzer in Deutschland hat, bis hin zu wildem Opportunismus von offiziellen Stellen. Die Ironie in seinem Bericht liegt daran, dass er nach eigener Aussage nur einmal beinahe enttarnt worden wäre. Alle anderen haben nicht hingesehen, bzw. nach seiner Hautfarbe beurteilt und behandelt. Versteht mich nicht falsch, ich hätte ihn wohl auch nicht erkannt, dazu kenne ich ihn nicht gut genug. Es soll in diesem Blog auch gar nicht um Diskriminierung, Eingliederung und dergleichen gehen. Nein, ich will hier und heute der deutschen Öffentlichkeit einen Zahn ziehen. Einen langen mit schmerzhaft verwachsener Wurzel und Geschwüren im Fleisch, der mich schon lange beschäftigt.
Wallraff begegnete Ost wie West immer einem gemeinsamen Gedanken: Deutschland deutsch (und weiß), Afrika den Afrikanern (schwarz).

Afrika den Afrikanern/Schwarzen: Hier treffen wir schon mal auf den ersten Denkfehler. Afrika ist schwarz? Entschuldigung, aber das stimmt so nicht. Wahr ist, dass die negriden Völker in Afrika in weiten Teilen dominieren, und das sie ethnisch einander sehr nahe stehen, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Dutzende anderer Völker leben auf unserem Nachbarkontinent: Araber, Buschleute, Chinesen (ja, Chinesen), Inder (auch Inder, und gar nicht mal wenige) sowie Vertreter jener Volksgruppen, die zwar recht dunkle Haut haben, aber nicht in die Kathegorie der negriden Völker einzuordnen sind. Als Beispiel nenne ich hier den Volksstamm der Pygmäen.
Ich will hier nicht zu ausführlich werden, weil die paar Zeilen da oben erstens der Völkervielfalt Afrikas nicht gerecht werden und zweitens auch gar nicht das Hauptthema sein sollen. Es soll nur kurz aufführen, dass Afrika nicht automatisch schwarz ist. Die Ägypter würden sich da sicher zurückgesetzt fühlen. Mein Thema bezieht sich auf den anderen Part.

Deutschland den Deutschen/Weißen: Einer der meiner Meinung nach größten Fehler in der vorherrschenden, von Vorurteilen und Missverständnissen geprägten Unkultur im Umgang mit Ausländern ist der Irrglaube, Deutschland hätte eine homogene Bevölkerung, beziehungsweise wir wären eine einheitliche ethnische Gruppe.
Niemand käme auf den Gedanken zu sagen, ein Russe, der in Deutschland lebt, sein ein Deutscher, egal wie weiß er ist, was widerum eine ganz eigene Form des Rassismus ist.
Im Gegenzug würden jedoch viele "Deutsche" sofort unterschreiben, dass die Wolgadeutschen, die nach und nach zu uns reemigrieren, Russen sind.
Beide Fraktionen sind automatisch diskriminiert, obwohl eine von ihnen, die Russlanddeutschen, uns genetisch nahe steht. Das zu definieren wäre allerdings ein eigenes Thema.
Womit allerdings bewiesen wäre, dass das Schlagwort: Deutschland=weiß nichts weiter ist als eine rassistische Farce. Bedient wird hier nach der Reihenfolge der Eingänge, und das ist sehr traurig.

Schauen wir uns abseits der Deutsch-Immigranten und weißer Einwanderer, bzw. Gastarbeiter um. Ist Deutschland homogen? Ja, möchte man sagen, wenn sogar die Bayern nicht als eigene Volksgruppe gelten. Aber ist das wirklich so? In der Tat nicht, denn abgesehen davon, dass in den Grenzgebieten Deutsche und Ausländer vermischt sind (also im polnischen Grenzland Deutsche und Polen, in Bayern Deutsche und Tschechen, über Elsaß-Lothringen wollen wir gar nicht erst anfangen) gibt es in Deutschland anerkannte ethnische Gruppen, die als eigene Minderheit gelten und vom Bundestag mit weit reichenden Sonderrechten ausgestattet wurden, bis hin zum Schulgang in der Muttersprache und der Vertretung vor Gericht mit einem Dolmetscher. Roma und Sinthi zum Beispiel. Sehe ich da jemanden abfällig grinsen? Das Beispiel hört hier nicht auf, und das Ergebnis lässt dieses grinsen sicher verblassen. Weitere ethnische und durch den Bundestag protegierte und privilegierte Gruppen sind: Die dänische Minderheit in Holstein; die Friesen in Ost- und Nordfriesland; die Sorben in Sachsen und Brandenburg. Homogenes Deutschland? Wohl eher nicht.

Kommen wir zum nächsten Irrglaube: Was ist deutsch, abgesehen von einer Nationalität, in die wir hineingeboren wurden? Die Kultur? Die Sprache? Das soziale Umfeld? Die traditionelle Strukturen der Familien? Weiß zu sein?
Von diesen fünf Punkten ist der letzte der lächerlichste, wenn ich an Jimmy Hartwig, Günther Kaufmann oder Patrice Bouédibéla denke, die unsere Kultur mehr als bereichern.
Sicher, Kultur und Sprache sind Dinge, die uns zu einem größeren Ganzen machen, aber im gleichen Atemzug, in dem wir das anerkennen, sind es auch die wichtigsten, bzw. einzigen Gründe, die aus einem Menschen einen Deutschen machen.
Es ist nicht die Hautfarbe, es ist nicht die Haarfarbe, es sind nicht die Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern, die deutsch machen. Es ist, Teil dieser Kultur zu sein, und, wer es exakt haben will, deutsch zu sprechen.
Vor siebzig Jahren kam ein kleiner, untersetzter, Chaplinbärtiger Österreicher und vertrat die Ansicht von der Herrenrasse, die groß, blond und blauäugig sein musste.
Die meisten Menschen in DVU, NPD oder Republikaner, die noch heute diese Ansichten vertreten, erfüllen diese Anforderung nicht einmal ansatzweise. Was ist dieses Klischee also wert? Nichts, richtig.
Ich persönlich? Ich bin nur groß, von blond und blauäugig keine Spur. Bin ich deswegen weniger Deutscher? Nun, wenn man wirklich diese Kriterien anlegen würde, könnte ich es nur hoffen.

Kommen wir zu einem noch interessanteren Aspekt, der Geschichte: Die europäische Geschichte, beginnend mit den Aufzeichnungen römischer Historiker vor etwas mehr als zweitausend Jahren, kennt Gallier und Germanen nördlich der Donau und zu beiden Seiten des Rheins. Später ziehen die Ostgoten durch dieses Gebiet und siedeln im heutigen Spanien, während die Westgoten nach Osten ziehen. Und das sind nur zwei ethnische Gruppen, die am Anfang eines wirren Hin und Her stehen. Sibirische Reitervölker wie Hunnen und Tartaren durchqueren dieses Gebiet ebenfalls, und sie sind nicht die Letzten. Unter Karl dem Großen werden eine Menge Kriege mit Völkern östlich der Elbe geführt, die damals schon als Sachsen bekannt waren, und die ihrerseits Auswanderungswellen starteten. Es folgen diverse weitere Ein- und Auswanderungswellen, die letzte große mit der Eroberung Nord- und Südamerikas (wir erinnern uns alle: Irland und Schottland haben sich vom Aderlass dieser Auswanderungen bis zum heutigen Tag noch nicht vollkommen erholt), Kriege überziehen das Land und lassen die verschiedensten Völker durch das heutige Deutschland ziehen, und am vorläufigen Ende steht die Kleinstaaterei mit Preußen als größtem Staat, dem man das Label "deutsch" aufdrücken könnte. Erst mit dem ersten deutschen Kaiser der Neuzeit endet die Kleinstaaterei und macht einem Gebilde Platz, das geographisch Deutschland definiert. Und ethnisch? Ein wilder Mix aus alteingesessenen Völkern, Einwanderern, Invasoren und Hängengebliebenen. Vom Schwarzhaarigen mit dunkler Haut, dessen Familie seit zwanzig oder mehr Generationen in Deutschland lebt bis zum bleichen Blondschopf, der ebenfalls seine Familie ein paar Jahrhunderte zurückverfolgen kann, ist hier alles vertreten.
Ich pflege in diesem Zusammenhang immer gerne zu sagen, dass Deutschland der Schmelztiegel Europas ist, weil hier alles durch kommt, jedes Volk hier einmal durch zieht und seine Spuren hinterlässt.

Mein persönliches Fazit: Deutsch? Deutsch was? Wer deutsch spricht und sich der deutschen Kultur verbunden fühlt, ist m.E. Deutscher. Gibt es noch etwas darüber hinaus? Äußerliche Merkmale? Sicherlich nicht. Wer dies behauptet redet aus Angst, Borniertheit, Rassismus oder sonstigen Beweggründen, mit denen er versucht, sich selbst auf- und andere abzuwerten. Vornehmlich jene, die sich voraussichtlich nicht wehren werden oder können. Und dann natürlich bitte nur aus der Sicherheit der Gruppe heraus, sei dies nun die Wehrsportgruppe, der Stammtisch oder die Schulklasse.
Ausländern mit Vorurteilen oder gar Haß begegnen, weil sie "hier nicht hergehören", "nicht weiß sind" oder "nicht deutsch sein können" ist himmelschreiender Blödsinn, ebenso die Legende vom ethnischen Deutschen.

Hierzu etwas zu meiner Person. Ich wurde `74 in Niedersachsen geboren, bin also defacto Deutscher. Auch meine Vorfahren sind deutscher Abstammung, doch die Herkunft macht das Thema interessant. So gehörte mein Vater zu den Ostpreußen, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs nach Westdeutschland emigrieren mussten. Er selbst verfolgte seine Vorfahren, wobei ich das jetzt nicht belegen kann, auf bayerische deportierte Protestanten zurück, die auf Wunsch der Deutschritter im heutigen Ostpreußen, z.B. Masuren, vor knapp fünfhundert Jahren angesiedelt worden waren.
Auf mütterlicher Seite kann ich auf eine niedersächsische Oma mit holländischen Vorfahren und auf einen rheinischen (Aachener) Opa schauen, dessen Familie demnach im deutsch-französischen Grenzgebiet gelebt hat. Wenn man es genau sehen will, bin ich ein Mischling, und ich bin da auch verdammt stolz drauf. Ich definiere mich als Deutscher, nicht weil ich blond und blauäugig bin, sondern weil dies die Kultur ist, in der ich aufgewachsen bin, und die ich mir zu eigen gemacht habe. Es käme mir demnach nie in den Sinn, einem Fremden mit mehr als anfänglicher Vorsicht zu begegnen, da ich defacto aus anderthalb Flüchtlingsfamilien stamme, die ihrerseits erhebliche Diskriminierungen über sich hatten ergehen lassen müssen, obwohl sie deutsch waren. Andererseits bin ich in keinster Weise bereit, das Label "deutsch" diskriminierenden, beleidigenden und sogar verletztenden Idioten zu überlassen, die meinen, sie könnten sich damit über andere erheben.
Gebt mir mein Land der Dichter und Denker, der kulturellen Vielfalt und der verschiedensten, in Harmonie und Frieden lebenden Menschen zurück, Ihr Idioten!

Sonntag, 11. Oktober 2009

Simon says...

"Simon says" ist ein amerikanisches Kinderspiel, in der eines der Kinder eine Tätigkeit vorführt und mit "Simon says" ansagt - alle anderen machen es ihm nach.
Die Leser der BILD am Sonntag spielen gerade "Sarrazin says", und blamieren sich damit m.E. selbst.

Was ist passiert? Thilo Sarrazin, Vorstand der Bundesbank hatte sich in einem Interview unwillig über den Integrationswillen von Türken in Deutschland geäußert. Das war sogar Gmx.de einen Bericht wert. Nun hat die BLÖD am Sonntag das Meinungsforschungsinstitut Emnid mit einer "repräsentativen" Umfrage betraut, und deren Ergebnis war, dass einundfünfzig Prozent der Deutschen seinen Aussagen zustimmen.
"Nicht integrationsfähig, nicht integrationsbereit", so Sarrazin laut dem Gmx.de-Artikel. Ach ja, ich habe ganz vergessen, dass er Araber auch in die Debatte geworfen hat.
Für das Ergebnis dieser Umfrage wurden fünfhundertneun Leute befragt, und abgesehen von den Wählern der Grünen stimmten die Wähler aller anderen Fraktionen seiner Aussage zu. Zweiundzwanzig Prozent stimmten sogar zu bei der Frage, ob es richtig von ihm gewesen sei, eine Integrationsdebatte angestoßen zu haben.
...sacken lassen.
Fünfhundertneun Personen? Repräsentativ? SPD-Wähler stimmen seiner Aussage zu? Bin ich der einzige, der ein halbes Tausend in keinster Weise für repräsentativ hält? Mal kurz im Kopf überschlagen und sehr großzügig gedacht sind das 0,001 Prozent der deutschen Bevölkerung.

Meine Meinung: Wir haben hier einen älteren Manager, der über Arbeitsmoral, Lebensweise und Integrationsbereitschaft aller Türken und Araber in Deutschland schimpft, ja, geradezu niedermacht. Und die BLÖD am Sonntag hat nichts eiligeres zu tun, um diese These durch eine "repräsentative" Umfrage mit Rückhalt der deutschen Bevölkerung zu untermauern.
Wer bezahlt Emnid für diese Studie? Die CSU mit ihrer "Die Türkei darf auf keinen Fall in die EU"-Paranoia? NPD, DVU oder Republikaner?
Auf jeden Fall ist der BLÖD am Sonntag mit dieser Umfrage ein Riesenwurf gelungen. In welche Richtung er geht und wie er sich weiter auswirkt ist noch offen. (Also, ich hätte nichts gegen eine weiter sinkende Auflage der BamS)
Sehr geehrter Herr Sarrazin, hat Ihnen noch niemand erklärt, dass Verallgemeinerungen grundsätzlich gefährlich, verfälschend und polemisch sind? Sind Sie ein aggressiver Agitator oder einfach nur ein bisschen... Sagen wir gehässig?
Und liebe BamS-Redaktion, was wäre wohl passiert, wenn Ihr eine repräsentative Telefonumfrage gemacht hättet? Ja, warum habt Ihr das eigentlich nicht? Das passiert doch sonst immer bei solchen Themen? Angst vor dem Ergebnis?

Herr Sarrazin, vor einundsechzig Jahren hat es mit den Juden im Dritten Reich genau so begonnen. Bitte denken Sie nach, bevor Sie als Vertreter der wichtigsten Bank Deutschlands solche Äußerungen treffen. Sie sind ehrverletzend, peinlich, abstrus und populistisch.
Ich bin sicher, eine ganze Reihe türkisch-deutscher Geschäftsleute, Abteilungsleiter, Manager und Akademiker werden eine sehr lange Zeit nicht gut auf Sie zu sprechen sein.
Von den türkischen Mitarbeitern in Ihrem Haus ganz zu schweigen. Ich hoffe, Sie haben ein dickes Fell, denn jedes Wort, das Sie bereits bekommen haben, und das Sie in den nächsten Wochen erwartet, haben Sie von A bis Z verdient.

Edit: Meine Heim- und Magenzeitung, die Leine Deister Zeitung, berichtet im überregionalen Part ebenfalls über den Fall und spricht im Titel von einer großen Mehrheit, die Sarrazin unterstützt. Auch sie hält die Umfrage im Auftrag der BLÖD am Sonntag für repräsentativ - bei ihr haben aber nur noch 501 Personen an der Umfrage teil genommen.
Ja, ja, Fehler zu machen oder subjektiv zu berichten ist kein Privileg der großen Zeitungen...

Edit Nr.2 am 14.: Tagesschau-online rudert zurück und berichtet erstmals, nachdem Sarrazin die Ressorts zusammen gestrichen wurden, er hätte seine Aussage speziell für Berliner Türken und Araber formuliert. Besser wird es dadurch allerdings nicht.
Ein Misantroph sollte nicht in einer Position arbeiten, in der er Menschen schaden kann.

Dienstag, 6. Oktober 2009

5555

Nein, ich bin nicht der Zahlenmagie der Kabbala verfallen. Nein, ich versuche auch nicht, die Bit-Technologie zu revolutionieren und mit einem Fünfer-Einzelbit zu kommunizieren.
Dieser Titel hat eine viel schlichtere, dafür aber auch tiefsinnigere Bedeutung:
Als ich mich heute Mittag auf Fanfiktion.de eingeloggt habe, sprang es mir geradezu entgegen:
Richtig, 5555!
Fünftausendfünfhundertfünfundfünfzig Mal wurden meine Geschichten bereits aufgerufen, Tendenz weiterhin steigend. Ich bin, wenn das so weiter geht, nur noch ein, zwei Wochen von der sechstausend entfernt, und vor Jahresende vielleicht schon im Fünfer-Zahlenbereich angelangt.
Leider kann man nur als Autor selbst seine Aufrufe einsehen. Ich habe also immer noch keine Ahnung, wie sehr ich ankomme (vor allem weil die User auf Fanfiktion.de immer noch mit Kommentaren geizen), aber für mich werte ich das Experiment FF.de als großen Erfolg. ^^V

Sonntag, 4. Oktober 2009

Wester macht ne Welle

Sachen gibt´s auf der Welt. Und ungewöhnliche Orte, an denen man sie finden kann.
Auf Gmx.de/Web.de habe ich gestern Abend folgendes entdeckt: Guido Westerwelle hat tatsächlich einen BBC-Reporter, der kein deutsch sprechen kann - oder es zumindest vorgab - angewiesen, ihm auf englisch ein paar Fragen zu beantworten. Er erteilte sogar dem Kompromiss eine Absage, den Reporter englisch fragen zu lassen und auf deutsch zu antworten.
...Sacken lassen.
Ganz, ganz ehrlich: Normalerweise würde ich einem Politiker applaudieren, der der meistgesprochenen Sprache Europas zu mehr Geltung verhelfen würde. Ja, deutsch IST die meist gesprochene Sprache Europas, trotzdem hat es bis zu Gerhard Schröder gedauert, bis offizielle EU-Dokumente auch in Deutsch aufgeführt wurden (danke, Helmut K., für Deinen vorauseilenden Gehorsam).
In diesem speziellen Fall aber bleibt ein bitterer, sehr bitterer Nachgeschmack. Abgesehen davon, das es eine Frage der Höflichkeit gewesen wäre, zumindest die Frage des Reporters auf englisch anzunehmen und zumindest auf deutsch zu antworten: Guido "Spaßpartei" Westerwelle hat Angst vor englisch.

Lieber Herr Westerwelle. Schön, dass Sie in Deutschland drauf bestanden haben, auch deutsch gestellte Fragen zu beantworten. Aber haben Sie im Umkehrschluss daran gedacht, dass das im Ausland ebenso sein kann? Und dass das Ausland dies jetzt von Ihnen erwartet?
Was, also, tun Sie in Frankreich? Was in China? Und noch schlimmer, was im United Kingdom oder gar den U.S.A.?

Herr Westerwelle will Außenminister werden. Schön und gut. Da kann man sich ja durchaus mit einem Dolmetscher behelfen, wenn man die Chuzpe hat zuzugeben, dass man eben nicht so gut englisch spricht... Das weitaus größere Problem sehe ich hier in seiner Höflichkeit. Die war in diesem Fall nichtexistent. Und Deutschland als Export-Land braucht einen höflichen Vertreter in seiner Außenpolitik. Das ist Herr Westerwelle augenscheinlich nicht.
Also, ICH habe ihn NICHT gewählt.

Samstag, 19. September 2009

Es ist ruhig... ZU ruhig...

Eines der beliebtesten Themen der letzten Monate war H1N1, im Volksmund auch gerne Schweinegrippe genannt, weil das ein so schöner, griffiger Name ist, obwohl es nicht mehr oder weniger korrekt wäre als die Namen Menschengrippe oder Vogelgrippe. Ach nee, Vogelgrippe gab es ja schon, der ist schon ausgenudelt.
Warum ich jetzt mal wieder darauf komme? Werft mal einen Blick auf den Header.
Es ist zu ruhig. Der Impfstoff ist fertig, bereit zur Verteilung. Die Pharmakonzerne erwarten den Abverkauf der bestellten Impfdosen... Aber in Deutschland herrscht Impfmüdigkeit. Danke, liebe Boulevardpresse, danke, liebe Experten, danke, liebe WHO, die keine wirklich wichtige höchste Pandemie-Warnstufe hat. Danke dafür, dass die Menschen in Deutschland der Impfung nicht mehr vertrauen, welche die Pocken ausgerottet hat, die Kinderlähmung besiegte und von der europäischen Malaria nichts mehr übrig ließ. Danke für eine populärjournalistische Effekthascherei, die uns vielleicht demnächst in eine wirklich schlimme Pandemie stürzt, weil EUCH die Superlative ausgehen und niemand mehr eine WIRKLICHE Warnung ernstnehmen kann.
Okay, das tat gut, das war Dampf ablassen.

Aber wieder zurück zum Titel. Im Mai versuchte ich mich als Prophet und stellte ein paar Schlagzeilen vor, die ich erwartete. Unter anderem: "Aber der Impfstoff reicht nicht für alle!"
Bild.de war dann tatsächlich so freundlich, einen ähnlichen Spruch zu verwenden.
Heute werde ich wieder etwas prophezeien. Denn angesichts der Tatsache, dass H1N1 immer noch nicht tödlich in Deutschland verläuft, werden einschlägige Boulevardmedien, um den Absatz von Impfstoffen zu steigern, demnächst folgende Schlagzeilen haben:
"Schweinegrippe ist mutiert - die neue Superseuche auf dem Vormarsch?"
"Tausendmal tödlicher als Schweinegrippe. Die Superschweinegrippe kommt."
"Experten erwarten noch gefährlichere Pandemie."
"Normale Grippe und Schweinegrippe haben sich vermischt. Nun erwarten Experten die Superpandemie."
Und all das nur, um eine unbeliebte und unnötige Impfung an den Mann oder die Frau zu bringen. Hatte ich schon danke dafür gesagt, dass die eigentliche Impfung dadurch auch einen schlechten Ruf weg bekommen hat?
Nun, was bleibt ihnen auch anderes übrig? Dafür werden ja Blätter wie die BILD bezahlt. Für tendenziösen Journalismus, Schleichwerbung und das verdrehen der Wirklichkeit, bis es passt. Dann ist es zwar nicht mehr die Wirklichkeit, aber das hat BILD ja noch nie beeindruckt. Ich freue mich jedes Mal wenn ich einen sachlich korrekten, gut recherchierten Artikel in der BILD lese. Das sind dann meistens die, die nichts mit Panik, Horror, Entsetzen oder Schwerverbrechen zu tun haben. Vielleicht lese ich sie deshalb so ungerne. Die guten Artikel sind einfach zu selten.
Erst kürzlich hatte BILD noch getitelt: "Nun ringt der erste Schweinegrippepatient mit dem Tod."
Nun, da sein Tod nicht von BILD und BILD.de vermeldet wurde, ist er augenscheinlich NICHT gestorben. Was für ein Pech aber auch. Der erste Tote von achttausend Infizierten hätte ja der Pandemie-Warnung neue Würze geben können. Tut es also nicht, der Herr war nicht so nett zu sterben. Also greifen Boulevard-Medien demnächst zu obigen Schlagzeilen, verlasst euch drauf.

P.S.: Als Kind wurde ich gegen Kinderlähmung geimpft. Außerdem hole ich mir alle zehn Jahre meine Tetanus-Impfung ab. Unglaublich wäre es, wenn eine ganze Generation Deutscher ohne diesen Schutz aufwachsen würde und Kinderlähmung und Wundstarrkrampf als Todesursache in die Höhe schnellen würden. Dann hätten wir den Salat, die Opfer und die Kosten. Und alles nur weil absteigende bunte Blätter auf Teufel komm raus kommerzialisieren. Zum dritten Mal: Danke. Danke für unseriösen Journalismus.

Edit: Heute tituliert WDR.de folgendes: Eine einhundertachtzig Kilo schwere Raucherin ist nach einer verschleppten Grippe im Uniklinikum verstorben. Bei ihr wurde u.a. H1N1 nachgewiesen. Neben einer ganzen Reihe von anderen Viren. Über Art und Anzahl schweigt der Artikel. Wohlweislich, denn sonst könnte der Autor ja nicht daraus schließen, dass die anderen Viren und die verschleppte Grippe harmlos waren, und die Frau an H1H1 gestorben ist.
Prompt tönt der Gesundheitsminister von NRW, die Impfung müsse her, damit "Risikogruppen wie diese Frau" geimpft und gerettet werden können.
Ach, und die anderen nachgewiesenen Viren waren alle harmlos? Ganz abgesehen von der verschleppten Grippe? Man muss schon ein sehr schlechter Journalist sein, oder eben bösartig, wenn man a) Schlagzeilen mit Fragezeichen benutzt (vergleicht hierzu die BILD-Zeitung, wenn sie für üble Nachrede nicht dran gekriegt werden will) und b) auf Teufel komm raus OHNE OFFIZIELLE ERGEBNISSE die Schweinegrippe (H1N1) zur Todesursache erklärt.
Der Autor des Artikels ist sich auch nicht zu schade darauf hinzuweisen, dass H1N1 (Schweinegrippe) nun auch die Risikogruppen erreicht hat, es bereits zwanzigtausend Infizierte in Deutschland gibt, und es ja "europaweit einhundertfünfzig Tote" gegeben hat.
Okay, mir war klar, dass es um H1N1 zu ruhig war. Aber ehrlich gesagt graut mir vor der BILD-Schlagzeile von morgen. Wahrscheinlich ist für sie al-Masri Schuld.

Auch hier gilt wieder, mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Frau. Vor allem weil sich kleinkarierte, kurzsichtige und sensationsgeile Medien nun auf den Fall stürzen, ihn zum ersten Todesfall der Schweinegrippe in Deutschland machen und den Hinterbliebenen die Medienhölle auf Erden bereiten werden. Leute, holt euch bloß verdammt schnell einen guten Anwalt mit sehr guten Beißreflexen.

Donnerstag, 17. September 2009

Auf Fanfiction.de müsst Ihr sein.

Es ist unglaublich, aber wahr: Ich habe es geschafft! Was ich noch vor einem halben Jahr als Fiebervision abgetan hätte, was mir selbst unmöglich erschienen wäre, ist nun vollbracht! Vor wenigen Minuten habe ich den fünftausendsten Aufruf meiner Geschichten auf der Fanfiction-Homepage registriert.
Ich weiß immer noch nicht ob das viel ist, und neunundsechzig Kommentare bei fünfundfünfzig Geschichten erscheint mir etwas dürftig. Luft nach oben ist immer. Aber ich kann mich nicht erinnern, in meinen anderen Foren für meine Arbeiten in einem ähnlichen Zeitraum so viele Aufrufe registriert zu haben. Also verbuche ich das unter positiv. Sehr, sehr, sehr positiv.
Und das bringt mich zu folgender Feststellung:

Besucht mich auf Fanfiction.de und kauft meine Bücher. ^^V

Montag, 14. September 2009

In München ist Zivilcourage gefährlich?

Ein fünzigjähriger Geschäftsmann in München wollte helfen. Er schritt ein, als zwei mutmaßliche Gewalttäter vier Jugendliche belästigten und rief die Polizei mit seinem Handy.
Nun ist er tot.
Das Gute daran ist, auch wenn es den tapferen Mann nicht wieder ins Leben zurück bringt, dass die Täter inhaftiert wurden. Auf sie wartet der reguläre Justizweg, der für einen solchen Fall in unserer Gesellschaft vorgeschrieben ist. Denn vor der Justiz sind wir alle gleich, und alle unsere Taten werden einzeln bewertet, nicht nach einem Katalog beurteilt und standardisiert. Ich habe wenig Zweifel daran, dass beide oder zumindest der Haupttäter wegen Totschlags angeklagt werden wird. Das ist der Stoff, der die Grenzfälle unseres gesellschaftlichen Lebens beschäftigt, der unser Miteinander zusammen hält.
Das Schlechte daran ist, dass sofort der erste Politiker wieder für höhere Strafen plädiert, ohne überhaupt das Strafmaß zu kennen, dass den beiden Tätern (mutmaßlich, denn immerhin gilt "in dubio pro reo - im Zweifel für den Angeklagten" in Deutschland) droht, wenn sie rechtskräftig verurteilt werden.
Aber das allerschlimmste ist, das ausgerechnet die bayerische Justizministerin Beate Merk gesagt hat: "Es geht selbstverständlich auch um die Sühne für den Fall."

Liebe Leser, bitte stellt Euch jetzt mal kurz vor, wie ich mir an den Kopf fasse, ihn heftig schüttle und leise darum bete, das er mir nicht zerspringt. Sühne? Ausgerechnet eine deutsche Justizministerin nimmt so ein Schlagwort in den Mund? Ich verstehe die Welt nicht mehr.
Wir betreiben in Deutschland keine Rachejustiz, wir sind ein Resozialisierungs-Staat.
Ich höre jetzt schon die ersten rufen: Klar, der Ace ist zu weich. Oder: Wenn das mal in deiner Familie passiert, dann willst du auch, dass die Täter richtig verknackt werden. Ich kann mir auch vorstellen: Schlau reden kannst du ja, aber mehr auch nicht.
Nun, meine lieben Leser, ich gebe zu, ich habe Angst. Angst vor den Menschen, die zu solchen Aussagen fähig sind. Angst vor den Menschen, die ernsthaft eine Sühne-Justiz fordern.
Angst, dass sie nicht begreifen, dass diese Sühne-Justiz auch auf SIE SELBST angewendet werden wird, wenn sie aus irgend welchen widrigen Umständen in die Mühlen der Justiz geraten.
Wir haben die Todesstrafe abgeschafft. Das halte ich für einen sehr wichtigen Schritt. Wir inhaftieren Straftäter, aber wir sperren sie nicht einfach nur weg. Wir geben ihnen die Chance, sich wieder (in manchen Fällen auch das erste Mal) zu resozialisieren und als wertvoller Bestandteil der Gesellschaft reintegriert zu werden. Und einige wirklich unbelehrbare Fälle bleiben ein Leben lang hinter Gittern. Es muss abe das Bestreben der Justiz sein, diese Zahl so klein wie möglich zu halten.
Was so banal klingt und hochgestochen aussieht ist in Wirklichkeit der Grundpfeiler unserer Demokratie. Die meisten Straftaten drehen sich eben nicht um Mord und Totschlag. Es geht nicht um Vergewaltigung und Kindesmissbrauch. Dennoch, wenn wir eine Sühne-Justiz haben, gibt es keine Garantie dafür, dass man beim höchsten Strafmaß der Todesstrafe NICHT damit konfrontiert wird, sobald man vor Gericht steht.
Witzig? Unmöglich? Quatsch? Weit gefehlt. In den U.S.A. werden so viele Todesurteile wie in kaum einen anderen Land der Erde vollstreckt. Zehntausende Menschen sind zum Tode verurteilt und verbringen ihr Leben in Isolation bei der ewigen Warterei auf den letzten Gang. Und mehrere zehntausend rechtskräftig verurteilte und hingerichtete Menschen erweisen sich Jahre nach ihrem Tod als unschuldig.
In Deutschland war der Schauspieler Günter Kaufmann für Jahre inhaftiert, weil er in einem Mordprozess für schuldig befunden worden war. Irgendwann stellte man seine Unschuld fest, und er wurde wieder entlassen. In Amerika hätte er die Giftspritze bekommen; diesen Justizirrtum zu korrigieren wäre im schlimmsten Fall nicht mehr möglich gewesen.

Gut, gut, höre ich wieder einige rufen. Aber müssen wir die wirklich schlimmen Straftäter nicht derart bestrafen, sodass sie nie wieder in der Lage sind, ihre Verbrechen auszuüben?
Darauf will ich antworten: Justiz mit zweierlei Maß wäre das. Und Justiz mit zweierlei Maß bringt uns einen Schritt näher an die Nazizeit. An Volksentmündigung, Kriegstreiberei und Rechtstaatslosigkeit.
Wenn wir die schlimmsten Verbrechen unserer Gesellschaft nicht auf die gleiche Weise behandeln wie die harmlosesten Verbrechen, dann ist unsere Justiz nichts wert. Ich sehe unsere Justiz gegenüber der amerikanischen als weit überlegen an. Ich sehe uns als fortschrittlicher, gereifter, ja, weiser an. Was die Justiz angeht, zumindest. Aber wie leicht wir all das wieder verlieren sehen wir ja, wenn eine bayerische Justizministerin einen einfachen Satz sagt: "Es geht selbstverständlich auch um Sühne für den Fall."
Nein, Frau Ministerin. Es geht um Gerechtigkeit im Rahmen der Gesetze, die von uns für uns alle aufgestellt wurden. Und wenn das nicht klar ist, sitzen Sie auf dem falschen Stuhl.
Bitte, Frau Merk, lernen Sie Ihr Vokabular.
Und Ihr da draußen, die denkt, dass Ace zu weich ist oder anders redet wenn er selbst betroffen ist: Vielleicht rede ich anders, wenn es meinen Bekanntenkreis treffen sollte, oder gar meine Familie. Vielleicht greife ich selbst dann sogar zur Lynchjustiz, wer kann das schon sagen. Aber eines werde ich dann sicherlich erwarten: Vom Rechtsstaat wie jeder andere auch angemessen behandelt und rechtskräftig verurteilt zu werden. So geht der Tanz nun mal. Und wer das nicht versteht, hat den Rechtsstaat nicht verstanden. Der lebt anscheinend im freiesten Land der Welt, ohne es gemerkt zu haben...


Edit: Eine Stunde später, nachdem ich intensiv über diesen Blogeintrag nachgedacht habe, kam ich zu der Erkenntnis, dass ich "Sühne" mit "Rache" gleich setze.
Natürlich wird es im Prozess gegen die Täter auch um Strafe gehen, um eine angemessene Bestrafung, die voraussichtlich im Anbetracht der Schwere der Tat auch hart ausfallen wird, was man als Sühne betrachten KÖNNTE. Sollte man aber nicht. Denn die Rachejustiz soll da bleiben wo sie her kommt - im Alten Testament.
Ich werde obigen Text nicht korrigieren, denn ich unterstelle Beate Merk, Sühne gesagt aber Rache gemeint zu haben. Ganz von ihrer Forderung nach zweierlei Maß im Strafrecht abgesehen.

Donnerstag, 10. September 2009

Drei Tage müsst ihr sein...

...nämlich drei Tage in Hamburg.
Bereits zum sechsten Mal (nicht in Folge, zugegeben) macht ein Arbeitskreis Science Fiction-Fans einen norddeutschen Con in Hamburg-Eidelstedt.
Die Gruppe um den Vorstand des Science Fiction Club Black Hole Galaxie, dem Perry Rhodan Stammtisch Hamburg und der Führung um das Eidelstedter Bürgerhaus ruft auf zum dreitägigen Fantreffen rund um Aliens, Monster und Mutanten.
Kurz entschlossene, die des Hamburger Regionalverkehrs mächtig sind und alle, die ohnehin in der Gegend zu tun haben, und Themen wie Rollenspiel, Perry Rhodan, Science Fiction von SERENITY bis Doctor Who zugeneigt sind - inklusive diverser Abstecher in den Horror und das Phantastische - werden hier ein ausgewogenes Programm und eine gleich gesinnte Klientel an Fans treffen.
Ich selbst war an der Organisation nicht beteiligt, da ich etwas weit entfernt wohne. Ich werde aber als Moderator einige Programmpunkte bestreiten. Wer mich also in Wirklichkeit das erste Mal oder wieder treffen will, der schaue nach der eindrucksvollen Persönlichkeit mit der eloquenten Sprache und der beeindruckenden Körpergröße, der auf der Bühne steht - ich bin garantiert gleich links daneben.

Der Link verweist direkt aufs Programm. Hier ein sehr kurzer Auszug.
Am Freitag findet eher ein Stammtisch statt. Die eigentlichen Programmpunkte beginnen Samstag morgen. Eintritt kostet pro Tag 5€, für beide Tage 10€.
Die Liste der Ehrengäste ist lang und für unseren kleinen Club sehr illust.
Wir sehen uns in Hamburg.

Montag, 7. September 2009

Es ist also passiert.

Heute widme ich mich einem recht merkwürdigem Thema, dessen Chronologie die Tagesschau auf ihrer Internetseite verbreitet: Der Vernichtung zweier geraubter Tanklastzüge und dem Tod von über einhundert Menschen.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden der Bundeswehr zwei Tanklastzüge vorenthalten.
NATO-Maschinen entdeckten sie unweit vom Bundeswehrlager bei einem Fluss. Mindestens einer hatte sich festgefahren. Die Piloten berichteten auch von einem Kordon schwer bewaffneter Menschen. Zu diesem Zeitpunkt gingen alle Beteiligten davon aus, dass es sich bei den Initiatoren, den Fahrern und den schwer bewaffneten Menschen ausschließlich um Taliban handelte.
Ein einheimischer Informant betont wiederholt, dass es sich bei der bewaffneten Menge tatsächlich nur um Taliban handelt; die Bewaffnung selbst ist mit Panzerfäusten aufgepeppt, also als schwer anzusehen.
Kurz vor zwei erbittet der deutsche Kommandeur einen Luftschlag, um die Tanker nicht in die Hände der Aufständischen fallen zu lassen. Nach Abwurf einer schweren Bombe registrieren die Piloten mehr als fünfzig Tote und ein gutes Dutzend fliehender Menschen.
Am nächsten Tag jedoch werden Zivilisten mit Verbrennungen in ein nahes Krankenhaus eingeliefert, unter ihnen ein zehnjähriger Junge.
Und nun streitet sich die Welt, ob die Bundeswehr auf Zivilisten schießen ließ.

Warum beschäftige ich mich mit dem Thema? Vielleicht, weil wir im Zuge der NATO-Mission endlich von einem Bürgerkrieg, wenn nicht gar richtigen Krieg in Afghanistan sprechen sollten.
Vielleicht, weil mich das Hickhack in den Medien etwas zu sehr an Bushkaeske Zeiten erinnert.
Vielleicht aber auch die Frage, was ein zehnjähriger Junge um zwei Uhr morgens in einer Rotte schwer bewaffneter Taliban mitten auf der Straße zu suchen hatte.

Ich möchte jetzt nicht über Politikrichtungen streiten. Ich möchte auch nicht, dass meine Bemerkung als höhnisch gegenüber den zivilen Opfern verstanden wird. Ich möchte einfach nur wissen, warum zu einer fortgeschrittenen Nachtstunde so viele Zivilisten mitten zwischen Taliban gestanden haben sollen. Und mich interessiert auch, warum sowohl der Informant als auch die Piloten keine Zivilisten im Zielgebiet erkannt haben.
Für mich gibt es darauf nur eine ernstzunehmende, logische Antwort, und die lautet, dass diese Menschen menschliche Schutzschilde gewesen sein müssen.
Warum sonst sollten sie um zwei Uhr morgens auf einer staubigen Straße inmitten einer Horde Bewaffneter stecken, nur wenige Kilometer vom Basislager der Bundeswehr entfernt, von der jederzeit eine Eingreiftruppe den Versuch hätte starten können, die Tanklaster zurück zu erobern? Die einzige andere Möglichkeit wäre für mich, die Zivilisten statt als menschliche Schutzschilde als Kombattanten anzusehen. Und das würde die Geschichte erklären, aber die Situation in Afghanistan noch weiter verkomplizieren.
Ich bin auf die Aufklärung gespannt.

Dienstag, 1. September 2009

Der Westerwelle hat gesagt...

und das war am Wahlabend: "Wir sind erstmals bei einer Wahl vor der SPD. Also ich könnte mich daran gewöhnen."
Okay, heute ist Dienstag. Und ich vermisse ernsthaft die hämische Reaktion der Medien auf diese Aussage. Es ist so als hätte Westerwelle das nie gesagt.
Dabei ist der gute FDP-Vorsitzende auf die Prognosen rein gefallen, welche die SPD bei der Sachsen-Wahl bei 10,0 Prozent sahen - und die FDP bei 10,2 Prozent!
Das letztendliche vorläufige amtliche Endergebnis spricht da ganz andere Bände. Demnach kam die SPD auf 10,4 Prozent, und die FDP auf 10,0 Prozent.
Gut, gut, sehen wir den Tatsachen in die Augen. Die SPD hat sich nur minimal verbessert, und diese Wahl ist im Gegensatz zu den guten Ergebnissen in den Bundesländern Thüringen und Saarland eher eine klassische Niederlage. Dagegen hat die FDP kräftig gewonnen und kann sich durchaus als einer der Sieger in Sachsen sehen. Da will ich nix beschönigen und auch nix gutreden. Denn immerhin bedeutet dieses Ergebnis auch, dass SPD und FDP die gleiche Anzahl an Sitzen im Landesparlament haben werden - und die FDP wird voraussichtlich der neue Koalitionspartner der stärksten Fraktion, der CDU.
Aber ich kann es nicht verhehlen, dass Westerwelle genau wie 2002 der Stoiber mit seiner voreiligen Aussage mehr als daneben lag, freut mich wirklich sehr. 0,4 Prozent Differenz zur FDP sprechen da für sich.
Herr Westerwelle, erlauben Sie mir, Sie höhnisch auszulachen. Wenigstens diesen kleinen Sieg hat die SPD in Sachsen errungen.

Freitag, 28. August 2009

333-4444

Ja, ich verwende ab und an schon merkwürdige Titel für meine Blogeinträge.
Aber wie immer habe ich mir was dabei gedacht. Habe ich im letzten Post versucht, Wulffs lächerliches Unankratzbar-Image zu parodieren, so hatte ich heute wirklich mal ein paar Ideen.
Grund für den Titel ist etwas sehr erfreuliches - eine Schnapszahl. Die 4444.
4444 mal wurden meine Geschichten auf diesen Tag genau auf Fanfiction.de aufgerufen. Ich kann zu Recht sagen, das mich das durchaus mit Stolz erfüllt. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass Ihr, meine Leser, schön fleißig weiter die Geschichten aus meiner Feder lest, ab und an mal kommentiert, und hier und da eines meiner Bücher kauft. ^^V

Wie kam ich aber zu diesem Titel? Nun, wenn man 444 murmelt, muss einem zwangsläufig die Eselsbrücke in den Sinn kommen, die für die Schlacht Alexander des Großen im persischen Issos erfunden wurde: 333 - bei Issos Keilerei.
Für 444, zudem eine Nachkommastelle zu kurz, fielen mir allerdings nur banale Reime wie Bier, hier, Parier oder Gier ein... Da dachte ich mir halt, bevor ich mir den schönen Post für die Schnapszahl versaue und einen selten dämlichen Titel nehme, probiere ich es doch mal mit einem selten geheimnisvollen. ^^V

Edit: Am Superwahlsonntag, dem 30.08.: Und auf magische Weise habe ich heute Mittag die 4500 an Aufrufen meiner Leser geknackt.
Ich wünschte, ich hätte auch mehr Kommis. ^^b

Montag, 17. August 2009

Da Wulff is in da House

Nein, ich bin nicht unter die Legastheniker gegangen. Nein, ich habe auch nicht Baggies angezogen, auf Halbmast gezogen und Goldschmuck angelegt. Der Titel ist lediglich mein brillanter Versuch, zu meinem aktuellen Thema überzuleiten: Christian Wulff, niedersächsischer Landesvater in der zweiten Legislaturperiode, und seine Einstellung zur deutschen Energiewirtschaft.

Zugegeben, ich war nie wirklich glücklich mit C.W., um ehrlich zu sein nicht einmal ansatzweise.
Seine Regierungszeit zeichnet eine gewisse Rücksichtslosigkeit gegen kleinere Sozialverbände aus, seine Ansichten in der Bundespolitik sind selbst für einen CDU-Mann konservativ, und der Mann hat nicht mal die Chuzpe, sich zur Wahl als Bundeskanzler zu stellen. Stattdessen kommt es mir so vor, als warte er auf das Straucheln von Angie, um dann als Retter der CDU herzukommen. Mein Eindruck, wohlgemerkt.
Nun, letzte Woche hat C.W. etwas getan, was ihn in meinem Ansehen noch weiter hat sinken lassen: Er hat bei der 25-Jahresfeier von Grohnde, einem AKW gleich um die Ecke an der Weser, tatsächlich den Atomausstieg in Frage gestellt und längere Laufzeiten z.B. für Störfallfreie AKWs wie Grohnde gefordert.
Meine Frage ist: Warum?
Warum propagiert er immer noch Atomstrom als billige Energiequelle, wenn längst bekannt ist, dass der Staat unsere Steuergelder als Subventionen verschwendet, um Atomstrom künstlich billig zu kriegen?
Warum propagiert er Atomstrom immer noch als Stütze der Gesellschaft, wenn er nicht einmal ein Drittel des gesamten Strommarkts ausmacht, Tendenz fallend?
Warum sind Atomkraftwerke notwendig wenn es doch die Kohlekraftwerke sind, die Energiespitzen in System ebenso wie Schwankungen abfangen müssen, weil sich AKWs NICHT dazu eignen, kurzfristige Spitzen zu bedienen?
Warum propagiert der niedersächsische Landesvater Atomstrom, wenn wir mit Gorleben und Asse fünfzigtausend Jahre Probleme vom Rest des Bundes aufgeschoben bekommen?
Vielleicht weil er parteihörig ist und Niedersachsen als relativ großes, aber industriell nicht hoch bedeutendes Bundesland "geopfert" werden kann? So kommt es mir zumindest vor.
So nicht, C.W., so nicht.

Zugegeben, Grohnde hat seit Inbetriebnahme nicht einen schweren Störfall zu verzeichnen, wobei unter Störfall eine Panne zu verstehen ist, die sofort meldepflichtig ist, also noch keine Bedrohung für die Bevölkerung darstellt. (Andererseits, erzählt das mal den leukämiekranken Kindern in der Elbmarsch.)
Nein, Grohnde hatte bisher nur rund vierhundert nicht meldepflichtige Pannen, ist also tatsächlich für ein AKW sicher. Allerdings wird es nicht jünger und hat schon fünfundzwanzig Jahre auf dem Buckel. Die Chance auf Störfälle reduziert sich nicht, sie erhöht sich. Genauso gut kann es natürlich sein, dass es tausend Jahre fehlerfrei läuft, aber ich bin nicht bereit, darauf zu wetten. C.W. anscheinend schon. Auf Kosten Niedersachsens.

P.S.: Der Anteil an Atomstrom liegt nicht nur mittlerweile bei unter einem Drittel. Ein Vergleich im Spiegel aus dem Jahr 2006 spricht von weniger als dreizehn Prozent. In einem hochindustrialisierten Land wie Deutschland ist das ne Hausnummer, die nicht ohne Weiteres ersetzt werden kann. Aber es ist relativ schnell möglich. Und selbst wenn wir die kostenintensiven Castor-Transporte mal außen vor lassen: Raffinierung, Wiederaufbereitung und Endlagerung sind auch ohne Unmengen an Demonstranten verdammt teuer.
Strahlende Zukunft für Deutschland - Ja. Durch Atomstrom - Nein.

Dienstag, 11. August 2009

Man darf halt nicht zwinkern...

Und so ist es mir passiert. Abzusehen war es schon seit einigen Tagen, aber letztendlich war es doch eine willkommene Überraschung für mich: Auf Fanfiction.de habe ich heute die stolze Zahl von viertausend und einem Aufruf erreicht, zugleich schoss die Zahl der Kommentare auf vierundsechzig hoch.
Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das gemessen an beliebten Autoren dieser Seite viel ist, vor allem da meine Leser offenkundig Kommentierfaulheit haben - Kommis wären für mich ein sicherer Indikator als die reinen Hits, immerhin will ich ja auch wissen wie es ihnen gefallen hat - aber ich zeige mich jetzt mal von der blanken Zahl beeindruckt. Immerhin habe ich das Gros von über dreieinhalbtausend Aufrufen seit April erreicht.
Und wenn ich mir davon auch nichts kaufen kann, so geschieht doch eines: Ich bin großartig motiviert, um weiter zu schreiben.
Also, hofft auf mehr Geschichten aus meiner Feder. Sehr viel mehr. ^^V

Mittwoch, 29. Juli 2009

Kriegsklingen von Joe Abercrombie

Heute will ich mich mal einer ganz anderen Sache widmen: Einer Buch-Empfehlung.
Normalerweise habe ich erheblichen Respekt vor besonders langen Büchern. Gerade von amerikanischen Autoren sagt man ja, sie werden nach Seitenlänge bezahlt und neigen dazu zu schwafeln, um zusätzlichen Platz zu sichern. In dieser Beziehung wurde ich angenehm enttäuscht als ich das Achthundert Seiten-Buch Kriegsklingen von Joe Abercrombie in die Hand nahm. Im Gegenteil, das Buch hat mich so sehr beeindruckt, dass ich die anderen beiden Bände der Trilogie, Feuerklingen und Königsklingen, gleich nachgekauft habe. Ich habe es nicht bereut.

Die Trilogie ist ein klein wenig anders als man erwartet, keine richtige Fantasy, aber auch kein Klon des Mittelalters oder der antiken Stadtstaaten. Am ehesten erkläre ich seinen sehr kurzweiligen Stil wohl so: Es ist als würde Terry Pratchett plötzlich fürs Schwarze Auge schreiben.
Gegenwart, Fantasy und Vergangenheit treffen aufeinander, kumulieren und erschaffen etwas völlig neues.

Der eigentliche Held - sofern man von einem Helden sprechen kann, ist der raue Nordmann Neunfinger-Jarl. Auf der Suche nach Rache verschlägt es ihn in die Gefilde von Bayaz, dem Ersten Magus, der ihn sogleich mit auf eine anstrengende und gefährliche Reise mitnimmt, die sie, einen jungen Hauptmann der königlichen Wache und eine junge Halbdämonin aus dem Wüstenland bis ans Ende der Welt führt.
Soweit klingt das schon nach klassischer Fantasy, aber die Charaktere sind nicht ganz das was sie zu sein vorgeben. Der weise alte Magus zum Beispiel hat sich schon sehr lange dazu entschlossen, die Zügel in dem von ihm gegründeten Großkönigreich etwas härter anzufassen, der junge Hauptmann ist von recht zweifelhafter hochroyaler Herkunft, und der Nordmann hat ab und an gewaltige Aussetzer, in denen seine zweite, finstere Persönlichkeit, der Blutige Neuner, Tod und Verderben unter allen säht, die sich ihm in den Weg stellen. Auch unter Verbündete.
All das ist abgeschmeckt mit einem schwachen König, einem unfähigen und einem blassen Erben, einen dräuenden Großreich, das unter dem Einfluss des Zweiten der Magi steht und der Rache an Bayaz sucht, einer interessanten Bank- und einer nicht so interessanten Liebesgeschichte. Alles aufzuzählen würde bei über zweitausendvierhundert Seiten Erzählung wirklich diesen Rahmen sprengen, aber ich empfehle die Bücher nachdrücklich. Zugleich warne ich aber: Das Ende ist unerwartet erwartet. Klingt komisch? Ist aber so. Ich war anfangs enttäuscht, habe die Bücher jedoch noch ein wenig im Kopf gewälzt, und konnte mich letztendlich damit anfreunden. Zu viele Ideen fließen ein, zu viele Handlungsebenen spielen zusammen, und zu gewitzt sind diese und jene Akteure, während man dem Rest grenzenlose Naivität vorwerfen muss...

Mein Lieblingscharakter zum Beispiel ist Sand da Gloktar, ein verkrüppelter Inquisitor, der in feindlicher Gefangenschaft grausam verstümmelt wurde. Nun foltert er selbst, und er ist der Beste in diesem Beruf. Zusammen mit seinen beiden Praktikalen deckt er manche finstere Verschwörung auf - und begeht eine Menge Unrecht, letztendlich sogar an seinem Zahnarzt, einfach weil den Erzlektor nur Ergebnisse interessieren, aber nicht die Wahrheit.
Dass dieser verkrüppelte, bittere und letztendlich dann doch freundlichste der Charaktere schließlich weit mehr erreicht als er vor der Folter hätte schaffen können, ist ein positiver Widerspruch in sich. Beinahe mag man ihn etwas zu sehr - bis er wieder sein Talent zum foltern unter Beweis stellt. Dabei kommt einem dieser Umstand nicht unwirklich vor, sondern man akzeptiert die Inquisition des Königs als das was sie ist: Ein Teil davon. Ein ungerechter, selbstverliebter, pauschalisierender und brutaler Teil, zugegeben.

Wer also keine Angst vor einem besonderen Ende hat, wer mit den Charakteren gerne miteifert und sich an den Gedanken gewöhnen kann, dass einige Hauptakteure sterben, der wird mit Joe Abercrombies Trilogie seine Freude haben.
Ich verlinke jetzt absichtlich nicht auf Amazon oder eBay, da ich festgestellt habe, dass der Begriff Kriegsklingen in der Suche schon ausreicht. Basta. Tut mal was fürs Hobby.

Donnerstag, 16. Juli 2009

Ein Hoch auf den Nachreiter für unser aller Gesundheit!

Ja, ein Hoch auf FOODWATCH, die unermüdliche Verbraucherschutzorganisation, die sich niemals dafür zu schade ist, auf Themen aufzuspringen, die vor zwei Wochen brandaktuell waren, die gerne Ideen angesehener Firmen für Verbraucherschutz auf sich nimmt, um ihnen den Anschein zu geben, eigene Ideen zu sein, und die gegen kleinere Firmen wie Capri Sonne jederzeit ins Feld zu ziehen bereit sind.

Ja, ein Hoch auf den legendären Nachreiter, Foodwatch.
Der neueste Geniestreich der Verbraucherstußorganisation, gestern in meiner Tageszeitung unter neueste Meldungen gelesen, ist... *Trommelwirbel* Ihr hervorragender, verspäteter und vehementer Kampf gegen Kunstkäse und Konstruktfleisch aus dem Chemielabor.
Wie, die Diskussion um dieses Thema wird schon seit Wochen geführt? Wie, warum kommen die erst jetzt damit an?
Nun, vielleicht mussten sie ja erst prüfen, ob sie niemandem mit Geld, Macht und Prestige auf die Füße treten. Als Verbraucherstußorganisation muss man ja vorsichtig sein, damit man weiterhin die Rechte des Bürgers beschützen kann. Solange es für einen selbst nicht gefährlich ist.

Liebe Nachreiter von Foodwatch: Niemand braucht Euch, wenn Ihr nur Themen aufgreift, die bereits seit Wochen in den Medien durchgelutscht wurden.
Ein Besuch auf Eurer Homepage hat mir auch nicht gerade den Eindruck beschert, die Medien würden nur selektiv über Euch berichten. Im Gegenteil: Ihr sucht Euch wirklich nur die harmlosen Themen aus, oder jene Bereiche, in denen andere bereits ausgiebig aktiv waren.
Wie nennt man sowas? Ich hoffe, man nennt es Langsamkeit, denn das nächste was mir einfällt wäre Feigheit, und Feigheit kann sich eine Organisation, die für Verbraucherrechte kämpft, absolut nicht leisten. Denkt man drüber nach.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Ja, sie lebt noch!

Ich betätige mich jetzt einmal als Prophet...
Folgende Schlagzeile wird vor allem in der von mir viel geliebten Zeitung mit den vier Großbuchstaben zu finden sein, aber auch als Aufmacher anderer Springer- und Boulevard-Blätter: "Schweinegrippe auf dem Vormarsch!" "Pandemie nicht mehr aufzuhalten!" "Das Ende der Welt noch in diesem Jahr?" "Wer darf sich durch eine Impfung retten?" "Zu wenig Impfstoff für alle Bürger, wer gehört zu den Auserwählten?"
Und ich wette, mindestens zwei dieser Überschriften werde ich auch in Zeitungsdschungel zu lesen bekommen.

Woher ich das weiß? Nun, seit dem Ausbruch von H1N1, auch Amerikanische Grippe oder volkstümlich Schweinegrippe genannt (ironischerweise wurde sie bei Schweinen aber bisher nicht nachgewiesen), ist gut ein Vierteljahr vergangen. Das bedeutet, die Impfstoffe sind fertig!
Oder um es anders auszudrücken: Die Pharma-Industrien, die fest mit einer weltweiten und tödlichen Pandemie gerechnet haben, investierten Material und Kosten mit immensem Aufwand in der Entwicklung eines Impfstoffs, der nun für ein paar hundert Millionen Bürger zur Verfügung stehen soll. Und was passiert? Die Tödlichkeit von H1N1 ist nicht nur verdammt weit unter den Erwartungen, trotz Pandemie ist das Thema zudem aus den Medien verschwunden.
Aber nun ist der Impfstoff fertig, und vor wenigen Minuten hörte ich bei den Privaten im Fernsehen folgenden Spruch: "Deutschland soll fünfzig Millionen Einheiten des Impfstoffs bekommen. Da aber jeder zweimal geimpft werden muss, reichen die Dosen nur für fünfundzwanzig Millionen Menschen."
Hand hoch, wer hier gezielte Panikmache und Geschäftemacherei vermutet!
Ach, du? Du auch? Und du da hinten? Genau das gleiche denke ich auch.
Nun ist der Impfstoff schon mal fertig, also muss er auch an den Mann gebracht, also verkauft werden, auf Teufel komm raus. Und wenn dazu H1N1 tödlicher geredet werden muss als sie ist, dann muss das halt so sein.
Außerdem könnte sie ja auch mutieren... Aber funktioniert der Impfstoff gegen einen defacto neuen Erreger? ^^°
Liebe Pharma-Industrie, vielen lieben herzlichen Dank für Eure Sorge um die Weltbevölkerung, für Euren Einsatz und die vielen Impf-Dosen, die Ihr produziert habt. Aber können wir das Zeug nicht einfach mit unseren Steuergeldern sinnlos bezahlen und damit die Regeln des freien Marktes ignorieren, und gut ist? Muss es auch noch verbraucht werden? Also ehrlich, das ist doch zuviel des Guten. Da kann Frau Chang in New York noch so lange über die Pandemie lamentieren, H1N1 ist nicht annähernd tödlich genug dafür.
Und wie gesagt, wenn das Virus mutiert, wirkt die Impfung dann noch? Ich denke nein.
Bezahlen müssen wir den Scheiß eh. Dumm gelaufen.
Und welchen Bärendienst erweisen wir hier eigentlich den regulären Impfungen, indem wir das Verfahren so in Verruf bringen? Pocken - weggeimpft. Kinderlähmung - durch Impfungen besiegt. Tuberkulose - in Europa nahezu im Griff durch Impfungen. Das ist nur Wasser auf die Mühlen der Impfungsgegner. Und eine schlechte Visitenkarte für die Pharma-Industrie.
Was ich jetzt schreibe, werdet ihr, werte Leser, von mir bestimmt kein zweites Mal hören, aber was soll´s: Leute, lasst euch nicht impfen. Nicht gegen die Amerikanische Grippe.


Edit: Gerade auf Bild.de entdeckt: ...aber der Impfstoff reicht nicht für alle!
Irgendwie habe ich ein Déjà-vu...

Edit am 18.07.: Britische Boulevardblätter hauen mächtig auf die Pandemie-Pauke und verbreiten Aufmacherschlagzeilen wie: "Worst Case: 65.000 People killed by Pig Flu."
"Schlimmstes Szenario: 65.000 Menschen sterben an Schweinegrippe."
Dazu sollte folgendes gesagt werden: Die so genannten Worst Case-Szenarien sind immer Planspiele, die davon ausgehen, dass sich eine Situation zum allerschlimmsten wandelt und die umgebenden Parameter dies noch unterstützen.
In unserem Fall würde das bedeuten, dass H1N1 doch noch tödlich werden würde.
Himmel, wir sind noch nicht einmal bei 65.000 Infektionen weltweit, bei denen 0,2% tödlich verlaufen und bei denen H1N1 als Todesursache vermutet wird. Wie also sollen wir auf 65.000 Tote kommen? o_O
Aber es stimmt wohl, der Impfstoff ist da, und nun muss er verbraucht werden. Die arme Pharma-Industrie hat ja sonst ein paar Millionen in den Sand gesetzt.
Ach, und wenn ich schon mal dabei bin: 65.000 Grippetote allein im United Kingdom klingt gewaltig, aber ist weit hinter den Horrorprognosen, welche noch im April aufgestellt wurden. Die Schreckensszenarien rudern zurück, wie es die Schlagzeilenlast der Yellow Press gerade noch vertragen kann...

Dienstag, 14. Juli 2009

Zwischenbericht

Tatsächlich, es geht wieder mal ums schreiben. Genauer gesagt geht es um Dinge, die ich bereits geschrieben habe. Die sind mir beinahe die liebsten, weil ich sie schon fertig habe.
Nichts gegen den Kitzel, etwas Neues zu schaffen, oder eine gute Geschichte fort zu setzen. Aber eine beendete Geschichte bietet beinahe noch mehr Möglichkeiten, und ich bin ein leicht abzulenkender Mensch.
Nun, wie alle meine regelmäßigen Blog-Leser wissen, veröffentliche ich seit April massiv und viel auf Fanfiction.de, und berichte regelmäßig über den Stand des Interesses, das meine Storys dort erreichen. Voller Stolz kann ich diesmal verkünden, das meine mittlerweile vierundfünfzig Geschichten stolze 3519 Hits erhalten haben. Mittlerweile halte ich das für ein recht großes Interesse. Ich bin zufrieden, für den Moment. Und ich fühle mich seit langer Zeit endlich mal wieder motiviert, um meine längeren Sachen fort zu setzen, die auf Vollendung harren.
Freut euch auf mehr aus meiner Feder.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Zurück ins wahre Leben? Was ist wahres Leben?

Hm. Seit mich mein alter Freund Lucas heute darauf aufmerksam gemacht hat, das ich ja "lange nichts mehr im Blog geschrieben" habe, dachte ich darüber nach. Über das was ich schreiben könnte, über das was ich schreiben wollte. Ich habe eigentlich erkannt, dass ich in letzter Zeit immer einen Anlass für einen Blog brauchte, und bisher hatte ich den nicht gefunden.
Natürlich hätte ich kurz über meinen extraknappen Trip mit meinen Kumpels zur Ostsee referieren können - oder erwähnen, dass ich auf Fanfiction.de mittlerweile 3354 Hits habe.
Ich könnte einem sehr guten Freund in diesem Blog beistehen, der kürzlich einen großen Verlust erlitten hat - würde mir auch nur irgendetwas einfallen, für das mein Blog der richtige Rahmen wäre, was er aber nicht ist.
Ich könnte mir Ärger, Seelennot, Zufriedenheit und Nachdenklichkeit von der Seele schreiben. Letztendlich fühle ich für all das keine Motivation oder keine Chance, einen wirklich sinnvollen Text zu schreiben.

Dann geschah folgendes: In der aktuellen Leine Deister Zeitung las ich den Kommentar, der den schwungvollen Titel trägt: Zurück ins wahre Leben. Der Verfasser, Herr Jan Schlüter, geht darin auf einer Fünftel Zeitungsseite auf ein Ereignis ein, das uns wohl fast alle die letzte Woche beschäftigt hat, den Tod von Michael Jackson und seine Beisetzung am gestrigen Tage.
Nun war ich nie ein besonders großer oder fanatischer Fan des "King of Pop", dennoch habe ich seine Lieder sehr gerne gehört und fand die meisten seiner Videos schlichtweg genial. Es gibt Menschen, die kann man entweder hassen oder lieben. Ich glaube, Michael kann man nur lieben oder noch nicht kennen.
Jedenfalls schreibt Herr Schlüter: [...] Mehr als 1,6 Millionen Menschen beteiligten sich an der Internetlotterie, um an Michael Jacksons Trauerfeier teilzunehmen... [...] Nun ist der Rummel endlich vorüber. Die Medien beruhigen sich, die Fans hoffentlich auch... [...] ...bei manchem muss wohl erst die erkenntnis reifen, dass auch der als Ersatzmonarch fungierende Star nur aus Fleisch und Blut war... [...] Seine Anhänger sollten Jacko vor allem für dessen Musik dankbar sein, sich aber nicht in kitschiger Verklärtheit verlieren, sondern in die eigene Realität zurückkehren... [...]
Ehrlich gesagt habe ich in dem Moment gewusst, als ich Nun ist der Rummel vorüber las: Dies ist mein neuer Blog.
...sacken lassen.
Lieber Her Jan Schlüter, ich muss wirklich sagen, Ihren Kommentar habe ich mit Widerwillen, ja, mit deutlicher Abneigung gelesen. Was unterstellen Sie da den Fans von Michael Jackson? Was unterstellen Sie mir da persönlich? Nein, reden Sie sich nicht raus, dass Sie nur die fanatischten Fans unter ihnen meinten, und werfen Sie mir nicht vor, dass ich nur auszugsweise aus Ihrem Kommentar berichte; alle anderen Textpassagen sind lediglich Fakten. Was mich aufregt sind die Meinungen!
Wenn ich so einen Kommentar lese, bin ich Michael Jackson-Fan, selbst wenn ich es vorher nicht gewesen wäre. Wir alle sind dann Michael Jackson-Fans, und wir alle sind dann darüber verärgert! Wieso scheren Sie uns alle über einen Kamm? Wieso werfen Sie uns Realitätsflucht vor, und ihm, unser Traumkönig gewesen zu sein? Haben Sie solche Angst vor Menschen, die sich von jemandem verabschieden wollen, der ihre Leben bewegt hat? Oh, er hat vielen Menschen etwas gegeben, er hat sie träumen lassen. Er hatte Visionen, schuf einige der besten Musikstücke und Musikvideos der Welt. Er erfand den Moonwalk. Ihn als etwas anderes zu sehen als einen Mega-Star wäre Kurzsichtigkeit. Ihn aber zum Oberträumer vom Nimmerland zu erklären und zu "hoffen, das sich die Fans beruhigen" nur ein Schlag in unsere Gesichter.
Wir trauern nicht alle gleich. Die einen weinen, die anderen sind stumm. Der eine oder andere mag Daheim einen Altar für sein Idol haben, andere wie ich jedoch nur ein oder zwei Alben.
Dennoch waren und sind wir Fans.
Michael Jackson-Fans neigen weder zu Spontandemonstrationen, noch zum Massenmord. Sie wollen weder die Grundlage unserer Demokratie erschüttern, noch die Welt zur Scheibe erklären, in derem Mittelpunkt sein Grab liegt.
Sie werfen uns kitschige Verklärtheit vor. Und? Ich weiß nicht wo Sie das gesehen haben, aber bitte, Herr Schlüter, lassen Sie uns doch unsere kitschige Verklärtheit. Sie tut niemandem weh und hilft einigen damit klar zu kommen, dass jemand gegangen ist, der schon immer da war und großartige Musikwerke geschaffen hat.
Zurück zur eigenen Realität? Was für ein ausgesprochen dummer Spruch, denn Michael Jackson GEHÖRT zur eigenen Realität eines jeden Fans! So gesehen war das widerum ein sehr guter Rat.
Herr Schlüter, ich glaube nicht, dass Sie ein Fan sind. Bitte schreiben Sie nicht bei Wikipedia ab, um einen Kommentar zu verfassen, wenn das Thema Ihnen Angst macht, Sie aber keine Ahnung davon haben.
Ihr sehr enttäuschter, bekennender Michael Jackson-Fan Alexander "Ace" Kaiser.

Zurück ins wahre Leben? Was ist wahres Leben?

Hm. Seit mich mein alter Freund Lucas heute darauf aufmerksam gemacht hat, das ich ja "lange nichts mehr im Blog geschrieben" habe, dachte ich darüber nach. Über das was ich schreiben könnte, über das was ich schreiben wollte. Ich habe eigentlich erkannt, dass ich in letzter Zeit immer einen Anlass für einen Blog brauchte, und bisher hatte ich den nicht gefunden.
Natürlich hätte ich kurz über meinen extraknappen Trip mit meinen Kumpels zur Ostsee referieren können - oder erwähnen, dass ich auf Fanfiction.de mittlerweile 3354 Hits habe.
Ich könnte einem sehr guten Freund in diesem Blog beistehen, der kürzlich einen großen Verlust erlitten hat - würde mir auch nur irgendetwas einfallen, für das mein Blog der richtige Rahmen wäre, was er aber nicht ist.
Ich könnte mir Ärger, Seelennot, Zufriedenheit und Nachdenklichkeit von der Seele schreiben. Letztendlich fühle ich für all das keine Motivation oder keine Chance, einen wirklich sinnvollen Text zu schreiben.

Dann geschah folgendes: In der aktuellen Leine Deister Zeitung las ich den Kommentar, der den schwungvollen Titel trägt: Zurück ins wahre Leben. Der Verfasser, Herr Jan Schlüter, geht darin auf einer Fünftel Zeitungsseite auf ein Ereignis ein, das uns wohl fast alle die letzte Woche beschäftigt hat, den Tod von Michael Jackson und seine Beisetzung am gestrigen Tage.
Nun war ich nie ein besonders großer oder fanatischer Fan des "King of Pop", dennoch habe ich seine Lieder sehr gerne gehört und fand die meisten seiner Videos schlichtweg genial. Es gibt Menschen, die kann man entweder hassen oder lieben. Ich glaube, Michael kann man nur lieben oder noch nicht kennen.
Jedenfalls schreibt Herr Schlüter: [...] Mehr als 1,6 Millionen Menschen beteiligten sich an der Internetlotterie, um an Michael Jacksons Trauerfeier teilzunehmen... [...] Nun ist der Rummel endlich vorüber. Die Medien beruhigen sich, die Fans hoffentlich auch... [...] ...bei manchem muss wohl erst die erkenntnis reifen, dass auch der als Ersatzmonarch fungierende Star nur aus Fleisch und Blut war... [...] Seine Anhänger sollten jacko vor allem für dessen Musik dankbar sein, sich aber nicht in kitschiger Verklärtheit verlieren, sondern in die eigene Realität zurückkehren... [...]
Ehrlich gesagt habe ich in dem Moment gewusst, als ich Nun ist der Rummel vorüber las: Dies ist mein neuer Blog.
...sacken lassen.
Lieber Her Jan Schlüter, ich muss wirklich sagen, Ihren Kommentar habe ich mit Widerwillen, ja, mit deutlicher Abneigung gelesen. Was unterstellen Sie da den Fans von Michael Jackson? Was unterstellen Sie mir da persönlich? Nein, reden Sie sich nicht raus, dass Sie nur die fanatischten Fans unter ihnen meinten, und werfen Sie mir nicht vor, dass ich nur auszugsweise aus Ihrem Kommentar berichte

Freitag, 26. Juni 2009

Happy?

Gestern Abend gegen halb elf war es endlich soweit: Die Zahl der Aufrufe meiner Storys auf Fanfiction.de durchbrachen die Dreitausender-Grenze. Das Erstaunliche daran ist, dass ein Großteil, nämlich über zweieinhalbtausend Aufrufe - wahrscheinlich mehr - im Zeitraum April bis heute erfolgten. Ich bin nicht sicher, ob ich mich darüber freuen kann, immerhin habe ich mittlerweile fünfzig eigenständige Storys gepostet, und die Anzahl der Aufrufe verteilt sich ja auf die etwas über einhundertdreißig Kapitel all meiner Geschichten. Dazu kommen einundfünfzig Kommentare. Klingt beeindruckend, aber ist das auch viel? Wie ist das Interesse meiner Leser? Die Seite ist groß, es gibt zahlreiche Geschichten in zahlreichen Genres. Habe ich also das eine oder andere Leserherz zu packen gekriegt, oder mache ich mir hier selbst etwas vor? Ich sehe es durchaus kritisch. Aber letztendlich freue ich mich doch über jeden Aufruf und jeden Review.
Danke, meine lieben Leser. Macht weiter so. ^^V

Edit am Montag, dem 29.06.: Gerade gecheckt und für schreibenswert befunden: Um 13.40 Uhr habe ich exakt 3111 Aufrufe registriert. Dazu kommen vier neue Reviews.
Ich glaube, ich freue mich zu Recht. ^^

Edit Nr. 2 am Mittwoch, dem 01.07.: So, ich bin bis Montag fern jedes Internets, deshalb kommt diese Meldung schon jetzt, obwohl ich bis zur nächsten Doppel-Null warten wollte.
Heute um Sechzehn Uhr verzeiche ich 3193 Hits für meine Geschichten. Wenn ich wieder hier bin, werden es vielleicht schon 3300 sein. V^^V

Montag, 22. Juni 2009

Die weltweiten Zeitungsentenvorräte reichen nicht mehr für unsere Kinder!

Es ist eine erschütternde, alarmierende und irgendwie auch gruselige Erkenntnis: Die weltweiten Vorräte an Zeitungsenten gehen unweigerlich dem Ende entgegen! Experten schätzen das die Vorräte an Bildzeitungsenten, Yellow Press-Reserven und The Sun-Vorkommen lediglich noch weitere zwanzig Jahre reichen werden. Unsere Kinder und unsere Kindeskinder müssen also zwangsläufig ohne Zeitungsenten auskommen. Eine Vorstellung voller Schrecken, blanker Horror! Warum tut die Politik nichts dagegen?

Stammleser meines Blogs (also alle beide) wussten natürlich spätestens nach der Überschrift, dass ich obigen Text in keinster Weise ernst gemeint habe. Im Gegenteil, dies ist das humorvolle Vorwort für das eigentliche Thema, dem ich mich in diesem Blog widmen möchte. Und das Thema ist Erdöl.
Wieder und wieder liest man in Tageszeitungen, in Internetmagazinen und sonstigen Publikationen, dass die weltweiten Erdölreserven zwanzig, höchstens dreißig Jahre reichen, und wenn die enorm wachsende chinesische Industrie ein wenig sparsamer ist, eventuell vierzig Jahre. Danach, so die Zeitungen, ist Schluss mit lustig. Dann ist alles Öl abgesaugt, und wir stehen da mit unseren Autos, mit unserer Plastikproduktion, mit unseren petrochemischen Medikamenten. Dann war es das mit unserer Zivilisation.
Und genau das ist ALLES QUATSCH! Das kommt eben davon wenn reißerische Publikationen reißerische Aufmacher suchen um reißerische Falschinformationen unter die Leute zu bringen, um reißerischen Absatz ihrer Zeitungen zu erreichen. Oder um es noch deutlicher zu sagen: Das ist alles erstunken und erlogen und kann mit ungenügendem Fachwissen schon nicht mehr ausreichend erklärt werden. Ich akzeptiere höchstens noch pure Faulheit zur Recherche, fordere aber Höchststrafen für die Autoren solcher Artikel: Macht Hörbücher draus und zwingt die Verfasser, ihre eigenen literarischen Ergüsse vierundzwanzig Stunden anzuhören.
...Okay, für diese Forderung muss ich mich wohl mit Amnesty International auseinander setzen, das ist nämlich schon seelische Grausamkeit.

Aber kommen wir zu den Fakten: Warum ist die Aussage, unsere weltweiten Erdölvorräte würden nur noch dreißig, vierzig Jahre vorhalten, absoluter Quatsch?
Immerhin wachsen mit China und Indien zwei riesige, Ölverschlingende Volkswirtschaften heran, die mehr und mehr Öl brauchen.
Und der Ölpreis klettert in Deutschland ja auch in schwindelerregende Höhen, oder?
Nun, seit einigen Tagen habe ich Zugang zu Fachliteratur, und dort sah ich bestimmtes Wissen bestätigt, das ich in der Dokumentation "Sind wir allein im Universum?" vor Jahren gelesen hatte.
Bereits in dem Buch hieß es zum Thema Rohstoffe sinngemäß:
"In die Aufstellung der weltweiten Rohstoffreserven kommen nur bereits erschlossene Lagerstätten. Bereits vermutete oder zumindest aufgedeckte Lagerstätten fließen hier nicht mit ein. Daran kann es dann liegen, dass die Weltvorräte für Gold in der 1959er-Schätzung noch für fünfzehn Jahre reichen, in der 1960er-Schätzung aber dreißig - einfach weil eine neue erschlossene Lagerstelle in die Aufstellung gelangt ist."
Oder um es speziell für das Thema Öl zu sagen: Alle vermuteten, alle entdeckten und alle verbrauchten Lagerstätten zählen erst dann, wenn sie auch bereits erschlossen sind. Das bedeutet, das all die vermuteten Vorräte in Alaska, die Riesenvorkommen in Sibirien und all jene Schätze in der weltweiten Tiefsee hier noch gar nicht rein gerechnet sind. Wenn man diese vermuteten und bereits erkundeten (aber noch nicht angezapften) Reserven hinzuzieht, kommt man auf zweihundert Jahre und mehr - egal wie sehr Chinas und Indiens Wirtschaften noch wachsen. Und das ist noch nicht das Ende des Themas, wenn sogar Experten vermuten, das die weltweit existierenden Vorräte womöglich knapp gegen unendlich gehen. Denn jetzt kommt der Clou.

Wie gesagt habe ich seit einiger Zeit Zugang zu Fachliteratur, in die ich mich aus beruflichen Gründen einarbeiten muss. Die Sache mit den erfassten Rohstoffen war mir zuvor schon bekannt. Dazu kommt jetzt die Förderpraxis. Und die besagt, dass selbst die sprudelfreudigstens Ölfelder selbst mit der aktuell modernsten Technik lediglich bis zu einem Maximum von siebzig Prozent gefördert werden können!
Die Regel sind aber in etwa vierzig bis fünfzig Prozent!
Für deutsche Ölfelder unter dem Heidesand, im Rheingraben und in der Nordsee gilt sogar nur ein Wert von fünfunddreißig Prozent maximaler Ausbeute...
Wie das?
Nun, das ist einfach erklärt. Erdöl und Erdgas, die meistens gemeinsam vorkommen, lagern nicht einfach in riesigen Kavernen, die nur noch angezapft werden müssen. Sie lagern sich in sogenanntem Speichergestein, meist einer porösen Sandsteinschicht, aus der das Erdöl mit dem einen oder anderen Trick gefördert werden muss.
Die Saudis haben es da recht gut. Ihre Ölfelder stehen zumeist unter sehr hohem Erdgasdruck, sodass sie zwanzig bis dreißig Prozent eines Ölfelds ohne den Einsatz von Pumpen fördern können. Das bedeutet natürlich, das alle Erdölfelder, welche die Saudis in den letzten sechzig Jahren aufgegeben haben, weil sie nicht mehr sprudelten, damals nur zu zwanzig, dreißig Prozent angezapft wurden. Es liegen also noch bis zu achtzig Prozent des bereits geförderten Öls im Sand der ewigen Wüste. Mit den bereits von mir angesprochenen Methoden kann man heutzutage aber sogar siebzig Prozent dieses Öls fördern. Die Saudis sitzen also im wahrsten Sinn des Wortes noch immer auf einem schwarzen Goldschatz, den sie anzapfen werden, sobald die Ölfelder mit Eigendruck erschöpft sind, und man mit Wassereinleitung oder Lösungsmitteln arbeiten muss, um den Rest zu fördern.
In Zukunft wird die Industrie langfristig Mittel und Wege finden, um achtzig oder sogar neunzig Prozent des Erdöls zu fördern. Wenn es sich wirtschaftlich rentiert vielleicht sogar bis nahezu hundert Prozent. Ist alles nur eine Frage der Kosten und der Technik. Das Ende des Öls ist in Sicht? Eher gehen uns die Zeitungsenten aus. Und das wäre echt mal ein Segen für uns.

Warum ist das Öl also so teuer? Tja, damit betreten wir einen Bereich, der, ehrlich gesagt, purer Kapitalismus ist. Furchtbarer, erschreckender Kapitalismus, der auf Angebot und Nachfrage beruht. Fakt ist, das es bis vor kurzem eine Methode gab, das Angebot von Erdöl künstlich zu verknappen und damit eine künstliche Nachfrage zu erzeugen. Speulanten konnten durch einen kaufmännischen Trick Optionen auf Erdöl erwerben. Es wurde also weg gerechnet, aber noch nicht bezahlt. Dafür blechen mussten die Spekulanten erst, wenn sie die Option in Anspruch nahmen, also es selbst verkauft hatten. Und dies taten sie, nachdem sie selbst durch ihre Optionen das Erdöl künstlich verknappt und die Preise in die Höhe getrieben hatten.
Diese Kapitalismuspiraten wendeten sich meinen Informationen aber dem Lebensmittelmarkt zu und sorgten mit der gleichen Methode für horrende Lebensmittelpreise in Afrika, die man prompt der Erzeugung von Biokraftstoff in afrikanischen Ländern zuschrieb, und nicht den Kapitalismusheuschrecken. Das Thema überteuerter Grundversorgung ist mittlerweile länger aus den Medien verschwunden, deshalb vermute ich zu Recht, das irgend jemand dem Optionskauf einen Riegel vorgeschoben hat.
Das ist aber leider nicht das Ende hoher Preise, denn nun kommen die wirklich finanzstarken Investoren, die auch das Geld haben, um das Öl wirklich zu kaufen. Und die Muße und Reserven, um es längere Zeit zu horten, also auf hohe Preise zu warten. Sie lagern das Öl einfach ein, bis es einen akzeptablen Verkaufspreis erreicht hat. Die Zinsen, die sie dabei bezahlen, sind in Anbetracht des zu erwartenden Gewinn ein kalkulierbares Risiko, denn obwohl mehr Erdöl gefördert wird als der Weltmarkt wirklich braucht, stürzen sich Spekulanten auf jede Schwankung des Rohölpreises und sorgen somit für Verteuerungen... Der Endeffekt ist ein steigender Ölpreis, obwohl das Angebot höher ist als die Nachfrage.
Leidtragende dieser Praxis sind in Deutschland dann die Leute direkt an der Front, also die Tankstellenpächter und Heizölfirmen, denen vorgeworfen wird, was in Rotterdamm verbockt wurde, aber das nur am Rande.

Glücklicherweise kann man als Verbraucher etwas dagegen tun. Ja, man kann tatsächlich auf seine eigene Weise gegen künstliche Hochpreise protestieren. Aber das ist mit Arbeit verbunden. Man kann den Ölpreis beobachten und einkaufen, sobald er niedrig ist. Reicht man mit seinem Vorrat nicht, kann man hochpreisig kleinere Partien kaufen, um über die Runden zu kommen, bis die nächste Tiefpreisphase erreicht ist. Und Tiefpreisphasen haben wir trotz Spekulanten jedes Jahr immer mal wieder. Diese Methode ist halt nur mit persönlicher Anstrengung verbunden.

Also, mein persönliches Fazit: Am Erdöl liegt es nicht, und es wird auch noch für unsere Kinder und Kindeskinder reichen. Wir brauchen also weder neue Atomkraftwerke, noch müssen wir die Ölkraftwerke abreißen, weil ihr Rohstoff eh bald nicht mehr reicht.
Es schadet dennoch nicht, angesichts der Spekulationssituation die Abhängigkeit von ausländischem Öl einerseits zu reduzieren und sich andererseits in diesen unseren Tagen das eine oder andere Land mit beträchtlichen Ölreserven schon jetzt zu einem sehr guten Freund zu machen, um eventuell in Zukunft aufgrund dieser Freundschaft einen besseren Preis zu kriegen als all die anderen Kinder auf dem Schulhof. Also machen wir uns ruhig bei Russland und Kanada sehr, sehr beliebt, denn das ist die einzige Gefahr, die unserer Wirtschaft wirklich droht, obwohl auch in Zukunft mehr Öl gefördert werden wird als die Weltwirtschaft braucht: Bezahlbares Rohöl in ausreichender Menge zu bekommen.

Bei den Zeitungsenten hoffe ich jedoch auf eine baldige weltweite Verknappung und extreme Rationierung: Nur noch eine Zeitungsente pro Boulevardzeitung und Monat. Das wäre ein Labsal für uns alle.

Montag, 15. Juni 2009

Nur Scholl-Latour konnte nach Iran gehen...

Wem dieser Titel bekannt vorkommt, und angelehnt an ein Zitat über Nixon, hat vollkommen Recht.
Zwar gibt es auch diesmal etwas über mein schreiben zu berichten - fast zweitausendachthundert Aufrufe auf Fanfiction.de, danke, liebe Leser ^^V - aber wieder einmal wende ich mich der Weltpolitik zu.

Ich bin verwundert. Ehrlich, ich bin zutiefst verwundert. Und diese Verwunderung betrifft den Iran und seinen gerade wiedergewählten Präsidenten Ahmadinedschad. Unruhen gibt es in der Hauptstadt. Seine politischen Gegner glauben nicht, dass er mit über sechzig Prozent der Stimmen gleich im ersten Wahlgang gewonnen hat. Sie sprechen von Unstimmigkeiten, von der Behinderung freier Kontrollen, und westliche Medien beschweren sich darüber, massiv behindert worden zu sein. Sein schärfster Kontrahent steht unter Hausarrest, nachdem er sich selbst zum Sieger erklärt hat, und das bei etwas mehr als einem Drittel der abgegebenen Stimmen. Ach, und Studenten gehen zu Tausenden auf die Straße, um gegen Ahmadinedschad zu protestieren.
Nun hat Ahmad*** nicht gerade den besten Ruf bei uns. Er gilt als Holocaust-Leugner, Nationalist und Feind des Westens. Und wahrscheinlich fördert er die Hamas im Gaza-Streifen.
Ach, und augenscheinlich lässt er iranische Wissenschaftler eine Atombombe konstruieren.

Andererseits ist das Thema zu differenziert, um es nur so zu betrachten. Der Iran ist nicht einfach nur der Iran, sondern auch das ehemalige Kaiserreich Persien, ein Land, das von Rechts wegen hätte reich sein müssen. Ein Land, das von Öl und Erdgas prosperieren müsste. Von diesen Schätzen kam nie besonders viel beim Volk selbst an, das Land befindet sich zudem gerade in einer Rezession. Und dann haben die Israelis auch noch mit einem Militärschlag gegen die Nukleareinrichtungen des fernen Nachbarn gedroht.
In solcher Atmosphäre ist ein Nicht Pro-Westlicher Präsident natürlich automatisch ein Nachteil - zumindest aus der westlichen Welt gesehen. Aber irgendwie beschleicht mich der Verdacht, dass Ahmad*** irgendetwas richtig machen muss.
Wer von uns hatte nicht unterschwellig das Gefühl, die USA würden nach ihrem erfolgreichen Schlag gegen die Ölwirtschaft des Mittleren Osten, tschuldigung, den Irak, nicht auch noch den Iran angreifen?
Und welche Nation, die augenscheinlich mit dem Iran verfeindet ist, verfügt über die Atombombe?
Normalerweise hätte ein Holocaust-Leugner vor meinen Augen keine Gnade verdient. Ahmad*** jedoch wurde so hartnäckig und so perfide falsch zitiert - dank dem Internet schnell nachweisbar falsch zitiert - dass ich mich frage, ob die Berichte darüber, ob er wirklich den Holocaust leugnete, so stimmen, wie sie wiedergegeben wurden.
Mich beschleicht der Verdacht an eine Kampagne der Westlichen Welt, um einen vielleicht ungeschickten, aber sichtlich beherzten Politiker daran zu hindern, wiedergewählt zu werden. Vielleicht mit der Motivation, dass ein mehr pro Westen ausgerichteter Präsident auf die Bombe verzichten würde.
Andererseits hat Scholl-Latour gesagt: "Was bleibt ihnen anderes übrig? Wenn sie die Atombombe haben, werden sie nicht angegriffen."
Von wem? Ein großes Geheimnis der Weltpolitik.
Und siehe da, Nord-Korea HAT die Bombe. Und etliche scharfe Petitionen, Rügen und aufgestockte Hilfslieferungen für die darbende Bevölkerung konnten Kim Jong-Il nicht dazu bringen, seine Atomwaffen abzuschaffen. Anscheinend hilft die Atombombe selbst gegen eine Superpolizei wie die USA.

Fazit: Ich bin dafür, nachdrücklich dafür, dass die Vorwürfe und Anzeigen der Opposition nachgeprüft werden. Eine demokratische Wahl muss eine demokratische Wahl bleiben. Und das Ergebnis muss dann von allen akzeptiert werden.
Ob das nun Menschen sind, die von den Gratis-Kartoffelrationen des Präsidenten profitiert haben, oder ob es Studenten sind, die ihr neues Idol nun nicht im Amt sehen, Demokratie sieht keine gewalttätigen Proteste als legal an.
Das bedeutet: Ist das Wahlergebnis legal, dann muss auch der Westen dies akzeptieren, soll die eigene Demokratie nicht zur Farce werden. Ist es manipuliert, dann bin ich ausdrücklich für Sanktionen, um den wahren iranischen Präsidenten zu unterstützen.
Mit stark tendenziöser Berichterstattung im Westen ist allerdings niemandem geholfen, außer dass eine demokratische Kontrolle der Wahl erschwert wird.
Und was die Bombe angeht - liefert dem Iran kein Uran.
Blauäugig? Vielleicht. Aber wie wir am Beispiel von USA, GB, Russland, Frankreich und China sehen, bedeutet die Bombe zu haben nicht automatisch, sie einzusetzen. Bei Indien und Pakistan bin ich da nicht so sicher... ^^°

Dienstag, 9. Juni 2009

Mit Computerspieleverboten gegen Kinderpornos, oder was?

Manchmal kann ich selbst nicht so recht verstehen, was in der Welt vorgeht - und ich halte mich im allgemeinen für einen klugen Burschen. So sind mir einige der Vorgänge der letzten Zeit unbegreiflich. Geradezu selbstzerstörerisch.
Ich meine, wenn jemand die Pest hat, dann kommt doch auch kein Arzt und sagt: "Das ist gar nicht die Pest, das sind Mückenstiche! Kippt sofort alle Teiche zu, um die Mücken auszurotten!"
Merkwürdiges Beispiel? Ha! Von wegen.

Nehmen wir mal Bezug zum Titel: Computerspieleverbot.
Es gibt tatsächlich Politiker in Deutschland, die behaupten, wer Egoshooter spielt, verroht innerlich und ist eher bereit andere Menschen zu töten. Dies führt zu Amokläufen. Wenn wir also die Egoshooter und andere Computerspiele des Genres verbieten, sind wir auf der sicheren Seite, und es kommt nicht mehr zu Amokläufen.
Hallo? Das klingt doch wieder nach Pest und Mückenstichen!
Herrschaften, jetzt mal ganz ehrlich: Wenn tatsächlich einmal jemand Realität und Spielewelt nicht mehr auseinander halten kann, bezweifle ich stark, dass er mit Computerspielen für den nächsten Amoklauf üben kann. Diese Spiele erklären weder den Ladevorgang, noch Kniffe wie Sicherung und gezieltes Schießen. Hey, ich war beim Bund, ich habe mit allen geläufigen Waffen geschossen. Ich kenne mich aus. Seit ich das erste Mal eine P1 abgeschossen habe und vor dem lauten Knall erschrak weiß ich: Mit Waffen zu töten trainiert man mit Waffen! Das kann einem kein Computerspiel vermitteln.
Gut, gut, es kann eventuell, in irgendeiner Pararealität jenseits von Vernunft und Verstand einen Amokläufer geben, der seine grausige Tat begangen hat, weil ein Egoshooter seine Synapsen zersäbelt hat. Wahrscheinlich ist es indes nicht. Amokläufer, die Computergames wie Egoshooter auf ihren PCs haben, werden damit sicherlich nicht für den Amoklauf trainiert haben. Sonst würden sie nämlich erwarten, an jeder Ecke neue Munition zu finden, die sie aufnehmen, indem sie drüber weg laufen; und ein Tippser auf die Erste Hilfe-Box würde ihnen helfen, wieder volles Leben zu bekommen. Sie haben Egoshooter TROTZDEM auf dem PC.
Wir haben in Deutschland eine sehr strenge FSK für Computerspiele. Sehr viele Spiele sind nur für Erwachsene freigegeben, eine verschwindend geringe Zahl gibt es sogar erst ab achtzehn. Wollt Ihr, liebe verbotswütige Politiker, tatsächlich die sehr gute Arbeit dieser Institution in den Wind schießen, sechzig Millionen Erwachsenen ihre Mündigkeit absprechen und alles auf ein "Killerspiel" schieben?
Waffen töten Menschen, und natürlich derjenige, der diese Waffen in Händen hält. Spiele tun das nicht. Denn: Wo sind all die Amokläufer, die Egoshooter spielen, dadurch labil und mordlüsternd werden, sich Waffen besorgen und dann über unschuldige Menschen herfallen? Immerhin wurden hunderttausende dieser Spiele verkauft.
Jeder Amoklauf ist eine furchtbare Tat, ausgeführt von einem zerrissenen, jenseits der Menschlichkeit befindlichen Täter ohne Hoffnung auf eine Zukunft. Mein Mitgefühl gilt den Opfern und den Angehörigen. Aber, und das ist das perfide, mit dem Verbot von Computerspielen, die zudem der FSK unterliegen, verhindern wir bestimmt keine Amokläufe.
Das geht nur über das soziale Umfeld, Prävention, psychologische Beratung und vielleicht ein wenig Verständnis lange bevor jemand mit dem Leben abschließt und sich zu solch einem Wahnsinn hinreißen lässt.

Auch ein großes Thema: Kinderpornographie.
Zur Zeit ist es hochaktuell, nachdem die Gebärmaschine im Ministersessel (ich entschuldige mich explizit hier bei allen Frauen und Müttern, die nicht über Vermögen verfügen und dementsprechend ihre Kinder nicht an Nannys abschieben können) gesagt hat, man müsse das Internet zensieren. Gemeint ist, Seiten von Anbietern der Kinderpornographie mit Stoppschildern zu belegen, um den Surfer auf sein Missverhalten aufmerksam zu machen. Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob die IP dabei nicht auch noch gespeichert wird.
Nur: Was soll das bitte bringen? Kinderpornographie ist ein Verbrechen. Schlimmer noch ist es Kinder zu missbrauchen um diese Aufnahmen zu machen. Wird das verhindert, indem man virtuelle Stoppschilder vor entsprechende Seiten hängt? Ich meine, Hallo? Wenn Ihr solche Seiten gefunden habt, warum blockt oder löscht Ihr sie nicht? Und den Opfern hilft das auch nicht weiter.
Pädophile im weitesten Sinne waren noch nie Personen der Öffentlichkeit oder haben sich dazu in irgendeiner Form bekannt. Sie sind meist Täter, Konsumenten, Weiterverbreiter. Sie organisieren sich in Zirkeln, beinahe geheimen Logen. Alle Schläge der Polizei gegen Kinderpornographie im Inland ist immer gegen diese geschlossenen Gesellschaften gerichtet. Immer wieder berichten die Medien von Netzwerken, also Passwortgeschützten Servern, auf die nur die Mitglieder Zugriff haben. Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, wie ein harmloser Internetuser ausgerechnet auf diese Seite stoßen, das Passwort knacken und in diesen Zirkel gelangen soll. Im Umkehrschluss kann ich mir nicht vorstellen, dass Fahnder da erst ein Stoppschild vorsetzen, um eventuell allen Mitgliedern dieser kranken Gemeinschaft die Zeit zu geben, belastendes Material zu vernichten.
Imho ist das nicht weiter als der Versuch, uns, die User, langsam an eine staatliche Kontrolle zu gewöhnen. Ich habe hierzu ein interessantes Beispiel aus Finnland ertwittert. Dort findet die Sperrung von Internetseiten statt (nicht die dämlichen Stopp-Schilder). Aber welche Seiten wurden dort gesperrt? Von über eintausend Seiten hatten zwei einen Bezug Kinderpornographie, eine war tatsächlich vollkommen zu Recht gesperrt worden.
Die restlichen tausend Seiten? Auch Pornographie, allerdings keine verbotene.
Das droht uns auch in Deutschland, wenn deutsche Beamte in Entscheidungswut geraten und auch noch die Macht dazu haben, solche Seiten zu sperren.
Herrschaften! Auch damit verfehlen wir die Wirkung! Wir sind wieder bei der Pest und Mückenstichen! Die Täter gehören verhaftet, verurteilt und therapiert, bzw. psychiatrisch isoliert, und die Opfer in psychologische Behandlung, um die Traumata zu verarbeiten. Virtuelle Verbotsschilder nützen ihnen gar nichts.
Lasst die Polizei ihre Arbeit machen. Das Thema ist zu wichtig und zu ernst, als dass man es als Aushängeschild für illegale Kontrolle freier Medien missbrauchen sollte.

Fazit: Wenn jemand die Pest hat, kann man ihm nicht helfen, indem man Teiche mit Mückenlarven zuschüttet. Das ist nicht nur sachlich falsch, sondern sträflich unverantwortlich. Für Volksverdummung sollte es ein Strafmaß geben.

Herzlichen Dank an alle, die meine Geschichten lesen

Tja, ich habe es so nicht erwartet, aber das Experiment Fanfiction.de beschert mir mehr Aufmerksamkeit in zwei Monaten als ich ansonsten in einem Jahr erhalte. Unaufhaltsam klettert die Zahl der Aufrufe meiner Geschichten auf die 2600er Marke, wobei zwei Dinge zu erwähnen interessant sind:
1) Ich habe mittlerweile 44 Geschichten rein gestellt, einige davon mit mächtiger Überlänge, was das alles ein wenig relativiert.
2) Richtig angefangen einzustellen habe ich erst Ende März. Seit diesem Zeitraum bekam ich über dreißig Reviews, die vom Grundtenor positiv waren.
Okay, das ist noch nicht mein Einstieg in die von mir so begehrte Profi-Liga, in den Bereich der massenhaft verkauften Bücher, der eigenen Community, der Fans und Fanfic-Schreiber, die sich nun in meinen Welten bewegen. Kurz gesagt, kein Hype. Aber ich kann mit einer gewissen Ruhe sagen: Ich bin zufrieden. Noch nicht satt, aber zufrieden.


Edit: 10.06.2009, und jetzt sind es 2623 Aufrufe... Ich habe entweder einen sehr eifrigen Leser oder sehr viele Einmalleser... Vielleicht irgendwas dazwischen.
Auf jeden Fall noch mal danke. ^^V

Dienstag, 2. Juni 2009

Die Welt dreht sich

Und das ist auch gut so.
Veränderungen bei mir: Auf Fanfiction.de habe ich soeben meinen zweitausendzweihundertfünfzigsten Zugriff registriert. Ich weiß nicht ob das viel oder wenig für FF.de ist. Aber ich weiß, dass das sechshundertfünfzig Zugriffe seit dem zwölften Mai sind, UND das ich mich sehr darüber freue. Zeitgleich habe ich meinen dreißigsten Review registriert, und auch hier weiß ich nicht, ob es viel oder wenig ist, auf jeden Fall ist der Tenor vom Grund her positiv.
Liebe User und Mitautoren auf FF.de: Herzlichen Dank dafür, das ich gelesen werde. ^^b

Veränderungen in der Welt:

Ein Passagierflugzeug der Air France ist über dem Atlantik verschwunden, und eine uns wohl bekannte nervige Zeitung mit vier Buchstaben spekuliert: War es ein Blitzschlag?
Liebe BLÖD, sicherlich nicht. Denn gegen das primitivste und älteste Problem des Stratosphärenflugs werden unsere findigen Luftfahrtingenieure sicher schon ein Mittel gefunden haben.
Edit: Jetzt, da es offensichtlich wird, das die Maschine tatsächlich abgestürzt und alle über zweihundert Insassen ums Leben gekommen sind, möchte ich kurz anmerken, das meine Sympathie den Hinterbliebenen gilt. Auch wenn obiger Text den Opfern gegenüber etwas zynisch klingt, er ist keinesfalls so gemeint. Zynisch sollte er nur gegenüber der Schlagzeilensucht der BLÖD-Zeitung sein. Sollte jemand nun ernsthafte Zweifel an meinem Mitgefühl und meiner Integrität gehabt haben, so hoffe ich, das hiermit auszuräumen.


H1N1 streunt immer noch durch die Medien, und noch immer erschallen halbherzige Kassandrarufe von irgendwelchen Türmen, die vor der großen Pandemie warnen, nur weil Wissenschaftler das nicht ausschließen.
NATÜRLICH schließen sie das nicht aus, immerhin ist die Möglichkeit, das es immer noch zur Pandemie durch H1N1 kommt, nicht ausgeschlossen. Ein guter Wissenschaftler weiß das.
Aber, liebe Medien, vielleicht fragt Ihr mal: Ist es eigentlich wahrscheinlich, dass es noch zur Pandemie mit H1N1 kommt? Die Antwort wäre sicher ein klares Nein. Aber das wollt Ihr sicher weder hören noch drucken. Soviel zur BLÖDisierung der deutschen Medienlandschaft.

In Pakistan geht die Armee noch immer gegen den offenen Aufstand der Taliban vor, zehntausende Menschen mussten ihr altes Leben und ihr Hab und Gut aufgeben, um vor den Kämpfen zu fliehen. Die Hochburg der Taliban-Bewegung befindet sich jetzt im Krieg.
Sehr merkwürdig. Sehr, sehr merkwürdig. RICHTIG merkwürdig.
Warum ich das sage? Nun, bisher ging ich von drei Fakten aus:
1) Die Taliban sind vom pakistanischen Geheimdienst ausgesuchte und trainierte Pashtunen aus Koranschulen, die als verlängerter militärischer Arm dieses Geheimdienstes dienen sollten.
2) Die Eroberung Afghanistans durch die Taliban ist der einzige militärische Sieg der Pakistani.
3) Geheimdienst und Militär in Pakistan sind bereits stark von militanten konservativen muslimsischen Kräften unterwandert.
Da fragt man sich wirklich, was dort gerade geschieht. Kommt es zur großen Säkularisierung, also der endgültigen Trennung von Kirche und Staat? Ist es ein Machtkampf zwischen verschiedenen konservativen Fraktionen um die Vorreiterrolle? Hat der neue Präsident etwa mehr Rückhalt und mehr Macht als all seine Vorgänger zusammen und traut er sich tatsächlich, im eigenen Haus aufzuräumen? Fragen über Fragen über Fragen.

Nord-Korea testet Langstreckenraketen und Atombomben, und die Welt ist in Aufruhr.
Hallo? Lasst sie doch Atombomben testen, soviel wie sie wollen. Jeder einzelne Test kostet nicht nur Millionen, die das Militärbudget extrem belasten und die Wehrfähigkeit der Armee ernsthaft in Frage stellen, er kostet auch waffenfähiges Plutonium, das danach in Angriffswaffen nicht mehr eingebaut werden kann. Lasst sie doch ihr ganzes Material verballern, dann kloppen sie es wenigstens nicht auf Seoul, Tokyo oder Beijing.
Und davon einmal abgesehen, hat das Patriot-System nicht bereits vor Jahren bewiesen, wie effektiv es gegen anfliegende Raketen ist? Dazu die Aegis-Kreuzer der Amerikaner, die zweifellos vor Ort sind, und die vergleichsweise primitive Tarn- und Waffentechnik der Nord-Koreaner vorausgesetzt, wer will so eine Waffe fürchten, wenn auf jeden Abschuss einhundert Möglichkeiten lauern, diese Rakete abzufangen?
Okay, besser es kommt gar nicht erst dazu. Aber Angst davor haben? Sicher nicht, wenn irgendjemand im amerikanischen Militär seinen Sold auch wert ist.
Diejenigen, die am meisten unter dieser Farce zu leiden haben sind natürlich all jene, denen das Geld vorenthalten wird, welches das Militär für die Atombomben- und Raketentests: Das Volk. Und das ist das wahrlich schlimme an der Situation in einem Land, das seit Jahren Hilfslieferungen aus dem Ausland braucht, um eine Hungersnot im Land zu vermeiden.
Die nächste UNO-Resolution sollte Nord-Korea dazu auffordern, den Reisanbau zu optimieren und die Grundversorgung der eigenen Bevölkerung wieder sicher zu stellen, anstatt mit Waffen herum zu spielen, die im Ernstfall gar keinen Nutzen haben.

Ach ja, das ist auch noch passiert: Die Billy und Barry-Show gerät richtig in Fahrt. Neben Gesprächsbereitschaft mit dem Iran - ohne Vorbedingungen - und der ultimativen Aufforderung an Israel, die umstrittenen Siedlungsprojekte einzustellen, bewegt sich tatsächlich etwas in der Beziehung zu Kuba. Barry macht wirklich ernst und stellt die ganze Welt auf den Kopf. Kumpel, ich drücke Dir die Daumen. Wenn Du nur zwanzig Prozent Deiner Ziele erreichst hast Du mehr bewirkt als Deine Vorgänger.

Montag, 1. Juni 2009

Der Hildesheimer Lyrik-Wettbewerb

Es ist merkwürdig, für welche Dinge ein Blog manchmal praktisch ist. Zuerst hatte ich ihn als kastrierte Version einer Homepage gesehen, später als Newsfeed. Nützlich ist er allemal, gerade um auf Ereignisse und Veränderungen hinzuweisen.
Unter die Abteilung Ereignisse fällt die Überschrift. Zum dreizehnten oder vierzehnten Mal findet der Hildesheimer Lyrikwettbewerb statt. Ziel ist es aus einer möglichst großen Anzahl von Gedichten die "Perlen" heraus zu picken und jedermann eine Schreiberplattform zu bieten. Der, beziehungsweise die Sieger, sieben an der Zahl, werden auf großformatige Plakate gedruckt, die in Bussen und Wartehäuschen des Hildesheimer Stadtverkehrs aufgehängt werden und dort gelesen und gesehen werden können. Letztes Jahr hatte es noch gut zweihundert Einsendungen von knappen siebzig Gedichtbegeisterten gegeben. Dabei hat meine Mutter Dorita Kaiser einen der damals acht Plätze erobert, was mich als Autor besonders stolz gemacht hat. Es war ihr erster Versuch überhaupt in ihrem Leben sich literarisch zu betätigen, und dann gleich sowas - wow.
Dieses Jahr waren es schon Anfang Mai zweitausend Einsendungen, und bis zum vorgezogenen Einsendeschluss kamen sicher noch einmal tausend dazu. Was rund tausend Teilnehmern entspricht, und das bundesweit.
Die Vorjahressiegerin Dorita Kaiser nimmt ebenfalls wieder teil und wurde mit einem wundervollen Gedicht über das voran gehen auf der Homepage des Lyrikwettbewerbs nominiert.
Als ihr Sohn verlinke ich direkt auf ihren Beitrag. Aber von dort kann jeder Interessierte die teils sehr unterschiedlichen Gedichte einsehen und - so sie es möchten - auch bewerten. Denn dieses Jahr werden drei der Siegergedichte nicht von der Jury, sondern vom Publikum gevotet. Ich jedenfalls drücke meiner Mutter die Daumen, und garantiert findet sie da draußen weitere Fans.