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Samstag, 11. Juni 2011

Wie man mit Eschericha Coli umgehen sollte...

Eschericha Coli, auch E.coli genannt, ist die wisenschaftliche Beschreibung für eine bestimmte Form von Bakterium, die dafür bekannt sind, Verdauungsschwierigkeiten auszulösen. Dabei sind die einzelnen Unterstämme unterschiedlich darmpathogen, d. h. einige verursachen schlimmere Symptome als andere.
Zur Gruppe der E.coli-Bakterien gehört auch der sogenannte EHEC-Stamm, dessen aktueller, aggressiver Erreger bei manchen Menschen blutigen Durchfall als Sympton erzeugt, einhergehend mit weiteren, teils schweren Beschwerden, die bis zum Tod führen können.
Wir haben es hier also mit einem recht aggressiven Vertreter eines Bakterienstamms zu tun, den unsere Forschung recht gut kennt.
...sacken lassen.

Dennoch sind EHEC und HUS die neuen apokalyptischen Reiter, wie mir die Zeitung weis machen will. Das Verderbnis, so suggerieren sie, kann jeden jederzeit treffen, und jeder kann daran sterben.
...sacken lassen.

Vollkommen richtig. Es kann jederzeit jeden treffen, und jeder kann an EHEC und dem dadurch ausgelösten HUS sterben, nur wie wahrscheinlich ist das?
Mein letzter Stand der Dinge spricht von achtundzwanzig Toten, bei rückgängigen Infektionszahlen; und auch wenn die Medien jeden klitzekleinen Hinweis auf den möglichen Verursacher breit treten bis Leben ruiniert sind, im Moment sieht es ganz so aus als wäre die Infektionswelle so gut wie vorüber.
...sacken lassen.

Was ziehe ich persönlich für eine Lehre aus diesen Vorgängen? Vor allem eine: Viele Köche verderben den Brei. Und die Köche waren hier das Verbraucherschutzministerium, das vorschnell Fakten schuf und pauschalisiert Gemüsesorten als mögliche Ursachen nannte, während alles auf einen lokalen Ausbruch von EHEC hindeutete; das renommierte Robert Koch Institut, das nach dem Träger des Erregers fahndete, und dessen vorläufige Ergebnisse viel zu schnell an die Medien weiter gereicht wurden; die Medien, die in BILDiesker Manie nach jedem Happen schnappten und sich nicht einmal die Mühe machten, das Feigenblatt-Fragezeichen zu verwenden, die sich nicht zu schade waren, unter dem Deckmantel der "Warnung vor möglichem mit EHEC kontaminierten Gemüse" Angst und Panik zu schüren.
Wer dabei Vergleiche von den Pressestimmen zu H1N1 von 2009 und dieser Berichterstattung zieht, dem kann man es nicht verübeln. Im Gegenteil, es wurde viel Lärm um Nichts gemacht, in beiden Fällen. Natürlich gab es bei H1N1 und bei EHEC Tote. Niemand bedauert das so sehr wie die Toten und ihre Angehörigen, aber es war/ist in beiden Fällen nicht die Hysterie wert, die durch die Meldungen tobt.

Die Problematik, der wir uns stellen, ist schlicht und einfach folgende: EHEC als Bakterienstamm kommt vor allen im Darm vor. Unser Brutofen, der den "Mutantenvirus" erzeugt hat (wobei Mutant vollkommen richtig formuliert ist, aber das vollkommen falsche suggeriert), war wahrscheinlich ein Rind. Dessen Exkremente, besser bekannt unter dem Namen Gülle, diente einem Landwirt als Dünger für sein Gemüse. Soweit ist alles wie es immer war, zumindest in Betrieben die mit Gülle düngen. In diesem Fall aber kam es zu einer sogenannten Schmierinfektion mit EHEC, eventuell gab es zuvor eine kleine Massenerkrankung im Kuhstall durch das neue EHEC. Das gedüngte Gemüse wurde - äußerlich von EHEC, nun, nicht befallen, nicht kontaminiert. Das richtige Wort ist hier wohl: Verdreckt.
Nun wurde dieses Gemüse abgeerntet und verkauft; und weil es irgendwo im weiteren Verkaufsweg keine Strecke nahm, die Bakterien sicher abtötet, und weil es augenscheinlich nicht gut genug (oder auch gar nicht) abgeputzt wurde, gelangte es als Nahrung auf dem Teller der Menschen rund um Hamburg. Natürlich nicht auf jedem Teller, aber auf einigen. Manchen machte das gar nichts aus, anderen etwas mehr, einige erlitten Durchfall, einige zeigten HUS-Symptome, und schließlich verstarben über zwei Dutzend Menschen, mittelfristig zurückzuführen auf die Infektion mit EHEC.

Um die weitere Problematik zu verstehen muss man folgendes verstehen: Ohne Proben aus dem Infektionszeitraum kommt man dem Erreger nicht auf die Spur. Will sagen, die erkrankten Kühe können mittlerweile genesen sein, und ihre Gülle enthält nicht länger den gefährlichen EHEC-Stamm. Es ist auch blauäugig zu glauben, dass Landwirte weiter eifrig mit Gülle düngen und so den Wissenschaftlern des RKI freiwillig Hinweise liefern, wenn in den Medien Zeter und Mordio geschrien wird, ein möglicher - möglicher - Verursacher der Erkrankung, ein Gemüsehof in Niedersachsen, schlimmer durch Kameras und Reporter belagert wird als der rote Teppich der Berlinale.
Die Hauptfaktoren bei EHEC sind in diesem Fall die Düngung mit Gülle, die den Erreger aufs Gemüse brachte, und die schlechte Hygiene beim weiterverarbeitenden Betrieb. Aber dennoch, von einer Epidemie zu reden hat hier nur eine Rechtfertigung, nämlich die bundesweite Streuung der HUS-Fälle durch EHEC. Rein von der Sterblichkeitsrate, der Infektionsrate, wäre die ganze Situation nicht einmal eine Kurznachricht auf Twitter wert. Gefahr gering, Informationsgehalt gleich Null, aber ganz Deutschland rät mit wie beim Bingo, was denn jetzt der EHEC-Träger sein könnte.

Das Robert Koch Institut geht auch sehr unprofessionell vor. Wissenschaftler versuchen, anhand von Verhaltensmustern, Essgewohnheiten und dergleichen einem gemeinsamen kleinsten Nenner auf die Spur zu kommen. Dabei ist das eine Arbeit, die keinen Wissenschaftler erfordert, sondern einen Detektiv. Auch erfordert es jemanden, der nicht bei einem Verdacht gleich die Presse informiert, damit der unter Verdacht liegende Hof eben nicht schon vorab gekreuzigt wird und einen Imageschaden erleidet, der nicht wieder gut zu machen ist. Aber in der sabbernden und hypenden, BILDiesken Boulevardlandschaft, die auch noch großspurig "seriöse Medien" genannt wird, komt ja selbst der Verdacht eines Verdachts zu Ehren. Gnadenlos wird jede mögliche Ursacherquelle herbei gezerrt, so als ginge es tatsächlich um Bingo, in der Hoffnung die richtige Quelle gefunden und darüber berichtet zu haben.
Wahnsinn pur in gedruckter und multimedialer Form. Nutzen für den Verbraucher? Absolut keinen.

Was mich zu mehreren Fragen bringt:
1) Werden wir die Ursache der Infektion finden?
2) Was war die Ursache?
3) Warum häufen sich die Fälle rund um den Großraum Hamburg?
4) Was wird der nächste Hype, dem die Medien hinterher hecheln?

Zu 1) Wie ich schon sagte: Landwirte sind nicht doof, und das kontaminierte Gemüse sicherlich schon verkauft oder auch vernichtet. Man kann anhand von neuen Warenproben nicht mehr bestimmen, auf welchem Hof die Schmierinfektion ihren Anfang nahm.

Zu 2) In Japan gab es Mitte der Neunziger einen üblen Ausbruch mit EHEC. Eine ganze Schule war betroffen, es gab über vierhundert HUS-Fälle, und rund ein Dutzend Tote. Schlimm für die Betroffenen und ihre Angehörigen, und schlimm vor allem für die Schulkantine. Aber hier können wir die erste Parallele zu Norddeutschland im Mai ziehen.
Gemüse gründlich putzen und schälen, war am Anfang der Hysterie die Empfehlung. Ausreichende Hygiene beim Umgang mit Lebensmitteln, möchte man sagen. Nun hat aber irgendjemand diese Lebensmittelstandards nicht eingehalten und tut das womöglich auch nie. Normalerweise hätte dies auch nicht zu Problemen geführt, mit diesem EHEC-Stamm aber schon. Mein erster Verdacht war daher auch eine Großküche, in der das Gemüse schlecht verarbeitet wurde - im Anbetracht der Tatsache, dass viele alte Leute unter den Toten waren, tippte ich auf den Lieferanten eines Hamburgers Essen auf Rädern-Dienst, der auch Kantinen und/oder Betriebe beliefert.
Stellen wir aber die Fallzahlen von EHEC und HUS den Bevölkerungszahlen von Hamburg und Nordniedersachsen gegenüber, so werden diese prozentual gesehen verschwindend gering. Also ist die Infektionsursache sicher nicht DAS Gemüse, sondern lediglich eine der Sorten aus dem kontaminierten Betrieb, und aus der unsauber arbeitenden Großküche. Seien wir doch mal ehrlich: Wäre es Kopfsalat vom Hamburger Fischmarkt gewesen, dann hätten wir im geringen Umkreis um den Fischmarkt ein paar tausend Fälle HUS gehabt.
Zu 3)Die Fälle häufen sich um Hamburg, weil das kontaminierte Gemüse - also durch Schmierinfektion verseucht - hier verkauft wurde. Eher unwahrscheinlich, auf dem Wochenmarkt, eher wahrscheinlich, von Kantinen und/oder Großküchen, in denen schlampig gearbeitet wurde, und die ein paar tausend Kunden beliefert haben, aus denen die rund vierhundert HUS-Fälle und die achtundzwanzig Toten resultierten. Wohlgemerkt, das ist meine persönliche Meinung. Hilft auch den Toten nicht mehr viel. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass im Krankenhaus von Gronau Leine zwei HUS-Patienten behandelt wurden, die aus dem Kreis Hameln kamen... Also gleich um die Ecke. Nun ist HUS nicht an EHEC gebunden, aber in der Zeitung wurde diese Parallele gezogen. Ob tatsächlich EHEC-Bakterien in Proben festgestellt wurden und ob sie zum aktuellen Problemstamm gehören, stand nicht dabei. Wäre aber wichtig zu wissen gewesen, denn E.coli-Bakterien und pathologische, sprich Krankheiten auslösende Stämme gibt es viele und überall. Unser spezielles Problem, der "Killerkeim", ist dann auch nur ein Bakterium von sehr, sehr vielen. Ein pragmatischerer, sachlicher und vor allem Faktenorientierterer Umgang mit dem Thema wäre nicht nur angemessen gewesen, es hätte eine seriöse Berichterstattung ausgemacht, und nicht dieses BILDieske Wirrwarr, in dem nicht der gewonnen hat, der richtig zitierte, sondern der zuerst berichtete.

Zu 4) Die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird, steht sicher schon bereit. Und ich frage mich, was nun? Nach der Angst vor Rindfleisch, von tot vom Himmel fallenden Vögeln, Dioxin im Frühstücksei und Panik vor Obst und Gemüse, wovor könnten die Menschen noch Angst haben? Was kann sie noch in Panik versetzen? Womit lässt sich noch einmal die Auflage steigern?
Ehrlich gesagt habe ich absolut keine Ahnung. Aber die nächste unseriöse, quotenorientierte und unsachgemäße, hetzende und Panikschürende Berichterstattung unserer BILDiesken Medienlandschaft steht uns mit Sicherheit bevor.

5) Wer war es denn nun?
Zu 5) Nichts gegen die Experten vom Robert Koch Institut. Aber sie sind zur Zeit etwas kopflos. Sie gehen von den Infektionsfällen über deren Ernährung und ihr Umfeld zu den Lieferanten, von dort zu den Erzeugern, und hoffen auf einen Treffer. Das ist Symptomforschung, die zum Scheitern verurteilt ist, denn wie ich schon schrieb, sind Landwirte nicht doof. Keiner wird sein Gemüse in diesen Tagen noch mit Gülle düngen. Der Witz bei der Geschichte ist, dass die gefundenen EHEC-Bakterien darauf geprüft werden, ob sie zum pathologischen Stamm gehören, der für die Toten verantwortlich ist.
Umgekehrt wäre ein Schuh draus zu machen. Man sollte sämtliche Gemüsebetriebe, die nebenbei Viehwirtschaft betreiben (oder umgekehrt, ich bin da flexibel), darauf kontrollieren, ob ihr Viehbestand im April/Mai von Tierärzten auf HUS behandelt wurde. Mit Hilfe der Tierärztlichen Proben wäre es dann ein Leichtes, die Verwandschaft oder Nicht-Verwandschaft zu unserem Erreger festzustellen. Der Rest wäre Geschichte. Und das kann nicht aufwändiger sein als die bisherige Suche mit Pipette und Pinzette.
Aber wer bin ich, dass ich den Ermittlern Tipps gebe?
Was? Nein, das gilt auch für das Ausland, egal ob Spanien oder die Niederlande. Denkt Ihr wirklich, ein Landwirt lässt seine erkrankten Rinder nicht behandeln?
Nein, Herrschaften, das ist die narrensichere Methode, denn notfalls braucht man nicht einmal die Proben aus dem Erkrankungszeitraum, es reicht auch der Laborbericht.


Mein Fazit: Diese Sau ist totgeritten, holt schon mal die nächste, die wir durch die Dörfer Panik, Hysterie und Kopflosigkeit treiben können.
Die Berichterstattung zum Thema war vorschnell, der Informationsfluss unverständlich hektisch, und die Warnungen von Frau Aigner zum Schutz der Verbraucher haben niemandem geholfen. Das Problem ist halt, dass es ein lokaler Ausbruch war, auf Norddeutschland begrenzt, von wo die Krankheit dann teilweise in andere Teile Deutschlands und der Welt getragen wurde - ohne dort große Ansteckungskreise zu ziehen. Dessen ungeachtet aber versucht natürlich eine Politikerin, mit einer vorschnellen, ungenauen und hastigen Warnung bei den Medien zu punkten. Und wer hat das alles willig in der Welt verbreitet, und die Vorwürfe der "German Angst" bestätigt? Richtig, unsere BILDiesken Medien.

Ist es so verkehrt, wenn ich mir mehr Faktensicherheit, mehr Sorgfalt und mehr Recherche wünsche, und weniger Fernsehkameras vor dem Zaun jedes Betriebes, der der Patient Zero sein könnte? Aber das würde ja bedeuten, wir hätten gute Medien, und das wäre vielleicht in unseren Zeiten zuviel verlangt.

Montag, 6. Juni 2011

1111 - schon wieder, und Diverses

Was soll ich sagen, außer danke? Nun hat bereits der fünfte Storyblock von mir auf Fanfiktion.de, die Fanfiction Full Metal Panic!: Nordatlantik diese Schnapszahl an Aufrufen erreicht. Natürlich, es ist nur eine Fanfiction, nur die Handlung und einige Charaktere sind von mir, und Kanon ist es schon mal gar nicht. Aber Spaß hat es gemacht, dafür zu schreiben, und Spaß wird es mir auch in Zukunft machen. ^^
Also bleibt mir treu und lest mich weiterhin.


Kommen wir nun zu etwas anderem. Kommen wir zu EHEC.
Wie mir meine Tageszeitung vermelden konnte, sind zwei Ereignisse eingetreten: Einerseits ist der Verkauf von frischem Gemüse und - erstaunlicherweise - frischem Obst durch die EHEC-Geschichte eingebrochen; andererseits wurden bis jetzt einundzwanzig Todesfälle durch EHEC gemeldet.
Okay, noch mal ordentlich sacken lassen. Was haben wir hier? Wir leben in einem Land, das im Jahr in der Grippezeit zwischen fünftausend und fünfzehntausend Tote hat - durch die Grippe. Nun aber gibt es im Moment einundzwanzig Tote durch EHEC, genauer gesagt durch HUS, das hämolitisch-urämische Syndrom, einer schweren Folgeerkrankung mit blutigem Durchfall, Fieber, Erbrechen, Darmkrämpfen und weiteren nicht so schönen Begleiterscheinungen, ja, bis hin zum Tod.
Das ist alles nicht sehr schön, um nicht zu sagen eine sehr hässliche Geschichte, vor allem für die Toten und die HUS-Patienten.
Aber schauen wir doch mal auf die Verhältnismäßigkeit. In der Berichterstattung hieß es, dass die Kliniken wegen der vielen HUS-Fälle an ihre Kapazitäten stoßen.
...sacken lassen.
Nun befinden wir uns in einem Land, das dieses Jahr mindestens fünftausend Tote durch Influenza haben wird. Wie viele Erkrankte braucht es, um auf diese Zahl zu kommen? Wie viele schwere Fälle, wie viele Menschen auf Intensivstation?
Okay, seien wir unwissenschaftlich-aggressiv und behaupten wir vollkommen aus der Luft gegriffen: Die Hälfte aller Toten stirbt allein zu Hause, die Hälfte stirbt auf der Intensivstation. Weitere Intensiv-Fälle gibt es nicht. Ist natürlich vollkommen falsch, zugegeben. Aber wir haben jetzt zweitausendfünfhundert bundesweit belegte Plätze auf Intensivstationen im Vergleich zu wie vielen HUS-Fällen? Dieser Artikel, der sich auf das Robert Koch Institut beruft, kommt auf 486 HUS-Fälle von Schleswig-Holstein bis Niedersachsen. Und jetzt sollen norddeutsche Kliniken DAVON an den Rand ihrer Kapazität getrieben worden sein? Wenn das der Wahrheit entspricht, Herrschaften, dann graut mir vor der nächsten Grippe-Saison. Oder vor der nächsten tödlichen Killerkrankheit, die uns laut der Medien bedroht...

Mein Fazit zu EHEC und HUS-Syndrom: Noch einmal an dieser Stelle, ich will weder die Infizierten, die mittlerweile Genesenen, und auf keinen Fall die Toten und ihre Angehörigen beleidigen oder herab würdigen. Und bei knappen fünfhundert HUS-Fällen auf einundzwanzig Todesfälle zu kommen, beweist eine sehr ernste und gefährliche Erkrankung. Ein Schelm würde das nun relativieren, und statt der HUS-Fälle die EHEC-Infektionen als Maßstab heran ziehen, aber Schwamm drüber. Auf jeden Fall ist die öffentliche Berichterstattung maßlos übertrieben. Es treibt tatsächlich so etwas wie die "German Angst" durch den Blätterwald. Natürlich nicht durch die Redaktionskantinen von BILD und Konsorten, aber durch die Chefbüros. Nämlich die Angst, dass EHEC zu harmlos ist, keine reißerischen Schlagzeilen mehr verspricht und damit keine Auflagensteigerung mehr herbei führt.
Doch bis dahin passiert das, was ich heute gehört habe: Eine mir persönlich bekannte Verkäuferin sagte mir heute, ihre Tochter würde ihre Kinder kein Obst und kein Gemüse mehr essen lassen... So weit ist es also schon gekommen, dass wir KINDERN die fürs Wachstum notwendigen Vitamine und Mineralien vorenthalten, weil die German Angst wieder einmal unrational macht.

Leute, kommt mal wieder runter! Wir haben es mit einem Bakterium zu tun! Einem Bakterium! Und die Biester sind ganz leicht in Schach zu halten! Sie sterben bei Temperaturen über siebzig Grad ab; sie sind nicht IM Gemüse, sondern AUF dem Gemüse, und gründlich geputztes Gemüse ist garantiert EHEC-frei. Und zuguterletzt, Ihr Freunde der German Angst, Ihr gläubigen Anhänger der Panik-Presse, Ihr, die Ihr so gerne in der Panik badet: Schmeißt das Gemüse in die Mikrowelle. DAS übersteht auch kein Bakterium. Und nochmal, es geht hier um Gemüse, NICHT um Obst.
Ich gehe derweil rohes, ungewaschenes Gemüse essen.
Weil ich es kann.

Noch eine kleine Reflektion zum Thema: Meine Cousine hat mir erzählt, HUS würde gar nicht durch Bakterien ausgelöst werden, sondern das käme wegen der radioaktiven Strahlung von Fukushima, die sich überall in Deutschland abgesetzt hätte, und von der uns die Regierung nichts verraten kann, um keine Panik zu schüren.
Meine liebe Cousine, abgesehen davon, dass es überall in Deutschland öffentliche und private Geigerzähler gibt, die einen entsprechend hohen Anstieg der Radioaktivität vermeldet hätten, sind die Fallzahlen für eine radioaktive Verseuchung mit blutiger Darmerkrankung viel zu gering. Wäre dies tatsächlich der Fall, dann müssten wir zehntausende Fälle haben. Und das nicht bundesweit. Selbst wenn nur besonders empfindliche Menschen auf die Radioaktivität reagieren würden, kämen bei zweiundachtzig Millionen Bundesbürgern doch erheblich mehr Fälle zusammen.
Also, die Radioaktivität aus Fukushima ist es nicht, sei unbesorgt.


Nächster Punkt, wo wir gerade schon mal Fukushima erwähnt haben.
Ich stelle jetzt mal eine Denksportaufgabe, und ich möchte, dass Ihr sie gründlich lest, darüber nachdenkt, und dann noch einmal überlegt, ob Ihr meinem Fazit zustimmt.
Also, los geht's. Ich bin Obstlandwirt und baue Äpfel an. Im Schnitt produziere ich pro Ernte achttausend Tonnen Äpfel. Der Haken ist leider, der Markt nimmt mir nur siebentausend Tonnen ab. Ich habe also eine Überproduktion von eintausend Tonnen Äpfeln. Was tue ich also? Stampfe ich eintausend Tonnen Äpfel ein, oder versuche ich sie anderweitig los zu werden? (Alle, die jetzt denken, warum verkauft er sie nicht an eine Apfelmus-Fabrik, kriegen einen Bonuspunkt fürs Mitdenken, müssen sich aber wegen Störung des Unterrichts setzen und kriegen eine Sechs.)
Nein, da ich mehr Äpfel auf den Markt bringe, als er mir eigentlich abnehmen will, versuche ich das Kaufinteresse künstlich zu steigern. Das geht am Besten über den Preis. Denn wenn ich beim jetzigen Preis schon siebentausend Tonnen los werde, könnte ich bei einem günstigeren Preis auch die achttausend Tonnen verkaufen. Und ich verdiene immer noch besser daran, wie als wenn ich den Überschuss verrotten lassen müsste.
Mein Fazit: Angebot und Nachfrage regeln den Markt. Im Moment biete ich ein Überangebot, das über der Marktnachfrage liegt, und deshalb fällt der Preis. Können mir soweit alle zustimmen? Gut. Wer mir nicht zustimmen will, der wird beim Weiterlesen keine Freude haben, und ich verabschiede mich von ihnen.

Kommen wir jetzt zum Punkt, der mit Fukushima zu tun hat: Atomstrom.
Atomstrom machte bis vor Kurzem rund fünfundzwanzig Prozent unseres "Energiemixes" aus. Nun sind sieben Kraftwerke abgestellt, was die Stromleistung auf unter zwanzig Prozent schraubt. Dennoch müssen wir keinen Strom importieren. Wieso nicht? Weil die Energieleistung der abgeschalteten Kraftwerke ungefähr der Strommenge entspricht, die unsere großen vier Stromkonzerne ins europäische Ausland verkaufen.
Moment Mal, werden jetzt hoffentlich einige sagen, wieso verkaufen sie den Strom nicht hier in Deutschland, wenn er doch hier produziert wird? Und warum entsteht durch das Überangebot eigentlich kein Preisverfall? Warum wird Strom nicht billiger, wenn mehr produziert wird als der Markt abnehmen will?
Tja, das ist eine gute Frage. Der ich noch eine weitere hinzu fügen möchte: Warum bezahlen wir den vierthöchsten Strompreis in Deutschland, obwohl wir immer noch zwanzig Prozent "billigen" Atomstrom haben?
Auf alle Fragen im Detail einzugehen fehlt mir heute die Lust und die Zeit. Außerdem habe ich genau zu diesem Thema schon oft genug gebloggt. Aber ich möchte trotzdem noch mal auf die unglaubliche Dreistigkeit der Stromkonzerne verweisen, die den Staat ihren Atommüll teuer entsorgen lassen, die uns in Deutschland zugunsten ihrer Aktionäre teuer für das eigentlich billige Produkt Strom bezahlen lassen (weil sie ohne die verbotenen Kartellabsprachen einfach einig sind, dass Strom nicht billiger sein darf - der Nachteil eines Oligopols, eines von wenigen Mächtigen beherrschten Marktes), und die jetzt auch noch jammern, um Deutschland noch ein paar Subventionsmilliarden aus den Rippen zu schneiden, weil der Atomausstieg so "teuer auf ihren Kassen lastet".
Und gewisse Zeitungen wie z.B. die mit den vier großen roten Buchstaben, die sich immer als "Vertreter Volkes Stimme" auftut, haben nichts Besseres zu tun, als den Stromkonzernen regelrecht die Stiefel zu lecken und ihre Propaganda zu verbreiten. Ein unwürdiges Schauspiel, mindestens ebenso unwürdig wie Muberkels Umfaller in der Atompolitik.
Um das Ganze würdiger zu gestalten, müsste einer der Oligopol-Partner wie EON ausreißen, eigenmächtig die Preise senken, in Konkurrenz treten um weitere Marktanteile abzuschöpfen, was auch die anderen Großkonzerne zwingen würde, den Preis zu senken, um konkurrenzfähig zu sein. Das würde eventuell einen Preis produzieren, der angemessen wäre. Günstiger würde es in jedem Fall werden.
Und wenn wir schon mal dabei sind: Die Entsorgung des Atommülls als indirekte Steuer, der künstlich hoch gehaltene Preis durch das Strom-Oligopol und das zukünftige Gejammer um Ausgleichszahlungen wird uns weit mehr kosten, als es die Subventionen für Solarstrom jemals werden.
Ja, auch wenn es einigen weh tut, wenn ich das sage, aber der teure Strompreis entsteht nicht wegen der Solarkraft. So viel können wir gar nicht subventionieren, um auf diese Preise zu kommen. Und das ist traurig genug.


Und dann war da ja noch der Fall Kachelmann mit dem "Freispruch Zweiter Klasse".
Meine Meinung dürfte jedem, der meinen Blog liest, bekannt sein. Doch ich erwähne es hier noch einmal: Ich halte Kachi für unschuldig, und das nicht weil BILD und Focus ihr Bestes getan haben, um das gegenteilige Bild zu suggerieren, sondern weil ich von "ihrer" Geschichte von Anfang an nicht überzeugt war.
Nun geistert aber vor allem durch die Springer-Medien die Mär vom Freispruch Zweiter Klasse. Also einem Freispruch, der weniger wert ist.
...sacken lassen.
Im letzten Jahr hat, begonnen mit der an Willkür erinnernden Verhaftung, der viel zu langen U-Haft und der herzlosen, zügellosen Berichterstattung in den Medien über Kachis Privatleben, eine unwürdige Szenerie ihren Anfang genommen. Bis hin zu jenem Punkt, dass sich über ein Dutzend Frauen gemeldet hat, das "ebenfalls eine Affäre" mit dem Wettermoderator hatte oder gehabt haben wollte. Lanciert von Käseblättern, Klatschzeitungen und der BILD kamen viele (eventuell für Geld) von ihnen auch zu Wort. Dazu wurden intime Details, illegalerweise Ermittlungsergebnisse und jede Menge Falschinformationen durch die Presse gejagt.
Wie gesagt, ich halte Kachi für unschuldig, und sehe in der Nebenklägerin ob der m.E. selbst zugefügten Wunden, ihren Verstrickungen in den Vernehmungen und vor Gericht tatsächlich eine Frau, die auf Rache aus war. Nicht Rache für eine Vergewaltigung, sondern für ein verdorbenes Leben, was man Kachi durchaus vorwerfen könnte. Das Allheilmittel "Vergewaltigung" war dafür allerdings in Verbindung mit einem übereifrigen Staatsanwalt die denkbar schlechteste Methode. Denn nun ist zwar Kachis Reputation durchaus schwer beschädigt udn sein Privatleben in Konfetti zerschrotet worden. Aber der Freispruch Zweiter Klasse, tja, der hat ihr ungeplanterweise ebenso geschadet. Da half auch kein schickes Halstuch, das übrigens über der Stelle lag, wo sich ein Schnitt mit einem Messer befinden sollte...
Die großen Verlierer dieses Rechtsstreit sind die Privatleben, die Emanzipation der Frauen, Vergewaltigungsopfer, die ordentliche Presse, Nebenklägerin und Angeklagter, die Staatsanwaltschaft, die Richter, aber nicht die Boulevard-Presse, die ja wieder was zum berichten hat. Traurigerweise. Aber solange sie gekauft und gelesen werden, werden diese Schundblätter ihre Berichterstattung auch nicht ändern.
M.E. geht es hier nicht um einen Freispruch Zweiter Klasse (den es so im Strafgesetzbuch auch gar nicht gibt), sondern um einen Prozess Zweiter Klasse, der für alle Beteiligten - abgesehen vom zerstörten Privatleben - noch glimpflich ausgegangen ist. Besonders für Staatsanwaltschaft und Nebenklägerin. Letztere wird sich nicht wegen Meineid und Vorspiegelung einer Straftat verantworten müssen, erstere werden nicht wegen Amtsmissbrauch selbst angeklagt. Denn das wäre die Konsequenz gewesen, wenn das Gericht nicht "in dubio pro reo" auf Freispruch entschieden hätte, sondern weil es von der Unschuld Kachis überzeugt gewesen wäre und in der Version der Nebenklägerin eine dreiste Lüge gesehen hätte.
...sacken lassen.

Welchen Nutzen können wir als Leser daraus ziehen? Nun, es muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er oder sie einen Nutzen aus dieser Gerichtsverhandlung Zweiter Klasse ziehen kann. Ich persönlich sehe da schon einen Nutzeffekt: Ich weiß wieder, warum ich die BILD nicht lese, und ich werde in Zukunft effektiv den FOCUS meiden, und dazu jedes Klatschblatt von GALA über Goldenes Blatt bis BILD. Und wenn wir schon bei verlorener Reputation sind: Frau Alice Schwarzer, einstmals die Vorreiterin für Gleichberechtigung wirbt jetzt nicht nur für BILD, sondern spannt sich freiwillig vor ihren Propagandakarren. Damit sind auch Frau Schwarzers Glaubwürdigkeit und die EMMA die Verlierer in diesem Prozess.


So, das ist doch wieder mal viel mehr geworden als ich eigentlich vorgehabt habe zu schreiben; tatsächlich wären das letzte Woche vier Blogeinträge geworden, wenn ich sie heute nicht gerafft hätte. Aber egal. Ich habe ohnehin den Verdacht, dass mein Blog besser bei Euch Lesern ankommt, wenn ich mindestens zwei Themen behandle.
Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare, Eure Klicks in den Kästchen oder einfach nur Euren Besuch.

Apropos Klicks in Kästchen: In meinem Post über Homöopathie hatte ich zwei Nicht mein Ding-Kästchen, und sechs im Kein Kommentar, aber ich war hier.
Herrschaften, wenn Ihr mir etwas zu sagen habt, wenn Ihr über Nutzen und Wert von Homöopathie mit mir streiten wollt, Ihr wisst wo Ihr mich findet. Ich bin immer bereit mich belehren zu lassen, und ich nehme gerne neue Informationen an. Andererseits bin ich aber auch kein wankelmütiger Strohhalm. Aber wer die Diskussion scheut, kann von seinem Standpunkt nicht sehr überzeugt sein, glaube ich.


Nachtrag um 18.00 Uhr: Noch eine Sache, dir mir auf die Nieren schlägt, seit ich sie in der Zeitung gelesen habe.
Es gibt da eine Partei, nennen wir sie mal CDU. Die hat den kompletten Atomausstieg so mir nichts, dir nichts in den Wind geblasen und den großen Stromkonzernen damit eine nahezu steuerfreie Gewinnspanne von mehreren Milliarden Euro im zweistelligen Bereich verschafft. Damit ist sie SPD und den Grünen natürlich schön vor den Karren gefahren. Jetzt, nach Fukushima, bemüht sich die gleiche Partei, aus welchen Gründen auch immer, um den erneuten Atomausstieg, und das so ziemlich zu dem Termin den Rot/Grün bereits vereinbart hatte.
Jetzt kommt der Hammer: Prompt lässt die CDU-hörige Presse nichts unversucht, um das als ERFOLG zu werten und zu behaupten, die CDU wäre jetzt grüner als die Grünen.
Nach dem Motto, die CDU hätte erreicht, was dreißig Jahre lang das Kernanliegen der Grünen gewesen sei, wird jetzt ein Erfolg, ein Triumph herbeigeredet, und so auch versucht, die abtrünnigen CDU-Wähler, die die Grünen gewählt haben, wieder umschwenken zu lassen.
Hat man jemals einen größeren Quatsch geschrieben? Die CDU hat nicht den Grünen ihre Kernkompetenz genommen, sie ist schlicht und einfach opportunistisch einer Gelegenheit nachgelaufen und hat ein Thema aufgegeben, das sie wahrscheinlich ohnehin nicht hätte durchdrücken können. Nicht wenn der Bundesrat ein Mitspracherecht gehabt hätte, und wofür auch geklagt worden wäre. Nein, hier ist keine neue CDU-Kompetenz entstanden, sondern es hat sich wieder einmal die Richtungs-, Plan, und Ziellosigkeit der CDU unter Muberkel gezeigt.
Liebe CDU, Eure abtrünnigen Wähler waren so schlau, die Grünen zu wählen. Denkt Ihr wirklich, die würden so ein offensichtliches Manöver nicht durchschauen? Soviel also zur Ökokompetenz der CDU.


Nachtrag am Dienstag, dem 07.06.2011: Das JakBlog befasst sich ebenfalls mit dem Thema Hysterie um EHEC, und wie ich finde, trotz einiger Fehler recht gut. Ich empfehle dabei allerdings allen meinen Lesern, auch einen Blick in die Kommentare zu werfen, wo mit diesen Fehlern durchaus ruppig umgesprungen wird.
Aber was bleibt ist unsachgemäße Medienhysterie im Fall von EHEC. Man muss NICHT gleich von Killerkeimen von Killerspanischen Killergurken schreiben, wenn das RKI zu abwaschen, schälen und kochen rät. Am Bedrohlichsten sind m.E. die BILDiesken Züge, die unsere Medienlandschaft im Zuge des Hysteriehypes annimmt.

Montag, 30. Mai 2011

Verwässerte Homöopathie auf Tagesschau.de

Ich habe ja schon vieles erlebt in meiner Zeit als Blogger. Habe versehentlich Menschen gekränkt, mich zeitweise vor einen Propaganda-Karren spannen lassen, und nun schon den dritten Werbehype für eine "unaufhaltbare, tödliche Krankheit" erlebt.

Heute aber ist mein persönliches Monatshighlight: Auf Tagesschau.de gibt es einen Artikel über Homöopathen ohne Grenzen, die in Sierra Leone u.a. mit homöopathischen Mitteln Malaria behandeln.
...sacken lassen.
Nun ist mir das Thema nicht gerade neu, ich bin damit vertraut und weiß, dass die Homöopathie einige sehr wirksame Medikamente hervor gebracht hat. Der Haken dabei ist: Alle funktionierenden homöopathischen Medikamente sind keine homöopathischen Medikamente. Warum ich das sage? Weil es wahr ist.
Der homöopathische Grundsatz ist folgender: Similia similibus curentur - Ähnliches wird durch ähnliches geheilt.
Oder anders ausgedrückt: Der Urvater der Homöopathie, Samuel Hahnemann, entdeckte das Prinzip, dass sich Krankheiten besiegen lassen, indem man Medikamente einnimmt, die bei einem Gesunden die gleichen Symptome wie die Krankheit erzeugen.
...sacken lassen.
Klingt komisch? Ist aber so. Deshalb trenne ich persönlich auch zwischen Medikamenten, die von Homöopathen verabreicht werden, und einem tatsächlichen homöopathischen Produkt.
Deshalb meine Worte eingangs, dass die Homöopathie durchaus funktionierende Medikamente entdeckt hat, diese aber nicht homöopathisch sind.
Oder anders ausgedrückt: Ein homöopathisches Produkt, das gegen Malaria helfen soll, muss bei einem Gesunden die berüchtigten Fieberschübe der Malaria auslösen. Das gilt auch für alle anderen Krankheiten.

Ein Freund von mir hat seinen zahnenden Sohn mit einem homöopathischen Produkt erfolgreich behandelt - ich vergaß ihm zu sagen, er möge sich die Paste doch selbst aufs Zahnfleisch schmieren, als Selbstversuch. Von einem echten homöopathischen Produkt hätte er anschließend Zahnschmerzen bekommen müssen.
M.E. hatte er eine gute schmerzstillende Paste aus Naturprodukten, aber sicherlich KEIN homöopathisches Medikament oder Produkt.

Ja, ich weiß, daran hänge ich mich auf. Aber die Homöopathie ebenfalls. Andererseits hängen sie es nicht an die große Glocke, denn trotz funktionierender Produkte sind diese nicht homöopathisch, ist nicht automatisch die ganze Homöopathie wirksam. Die Homöopathie an sich funktioniert nicht.

Mein Fazit: Der Tagesschau.de-Artikel lässt sich instrumentalisieren, schnürt um den heißen Brei, erwähnt die bestehenden Vorwürfe gegen Homöopathie (siehe hierzu den blauen Info-Kasten in der Mitte des Artikels), lässt auch die Homöopathen ohne Grenzen zu Wort kommen, ebenso wie den restlos begeisterten Dorfvorsteher. Und anschließend kann eine Homöopathin noch stolz berichten, dass "ihr egal sei" wie die Schulmedizin darüber denkt, denn sie "hat am Morgen eine Frau mit Menstruationsbeschwerden behandelt, und jetzt geht es ihr schon besser".
Merkt Ihr was, liebe Leser? Richtig. Was haben Menstruationsbeschwerden mit Malaria zu tun? Frappierend ist auch, dass die Malaria außer in der Überschrift keine Verwendung mehr findet. Die Malaria-Therapie mit homöopathischen Medikamenten wird überhaupt nicht mehr erwähnt, geschweige denn gesagt, dass Malaria auf diese Weise bekämpft werden kann.
Fakt ist nunmal nach Samuel Hahnemann, dass ein homöopathisches Medikament die Symptome hervorrufen soll, die es heilen soll. Darauf verweisen Anhänger der Homöopathie viel zu selten. Weil es sich zu leicht nachprüfen lässt. Weil der blumige Begriff Homöopathie einfach nur einen Haufen nutzloser Produkte umfasst, und einige funktionierende Aspekte der Naturheilkunde. Vom Verdünnungskram, der Erinnerungsfähigkeit von Wasser und änlichem wollen wir heute mal ganz absehen - man tritt niemanden, der bereits am Boden liegt.

Übrigens, liebe Homöopathen, dieser dämliche Name ist wirklich schlecht zu tippen. Und das nehme ich Herrn Hahnemann persönlich übel.

Edit am Freitag, den 03.06.11: Der Blog Beim Wort genommen befasst sich mit dem gleichen Artikel, geht aber einen wissenschaftlicheren Ansatz als ich. Auf jeden Fall lesenswert. Auch wenn ich mich frage, warum der Text, der bei Beim Wort genommen zitiert wird, ausführlicher gewesen zu sein scheint als der Artikel, den ich gelesen habe.

Sonntag, 29. Mai 2011

Wieder mein Hobby.

Tja, was soll ich sagen? Es geht Schlag auf Schlag. Wäre dies ein Hinweis auf die Popularität meiner Geschichten, wäre jetzt ein angemessener Zeitpunkt, um mächtig stolz zu sein.
Ich habe wieder mal einen Tausender voll, d.h. wieder haben tausend Leser meine Geschichten auf Fanfiktion.de aufgerufen.
Diesmal ist es sogar ein ganz besonderer Tausender: Heute morgen beim einloggen prangte mir die 25.000 entgegen. Also nur noch fünftausend Klicks bis zur Dreißigtausend, und nur noch 75.000 zur Hunderttausend.
Bleibt mir treu und lest mich weiterhin. ^^V

Samstag, 28. Mai 2011

Diesmal geht es wieder um mein Hobby

Genauer gesagt geht es um meine Space Opera "Für den Kaiser". (Ja, ich weiß, wie ironisch der Name klingt.)
Auf Fanfiktion.de hat sie heute tatsächlich die Marke der zweitausend Aufrufe durchbrochen. Ehrlich, das macht mich schon ein wenig stolz.
Übrigens habe ich nicht vergessen, dass ich die vier Episoden von "Für den Kaiser" als Book on demand-Bücher versprochen habe. Ich warte nur noch auf das erste Titelbild. Dann werde ich mit meinem bewährten Anbieter lulu.com (bewährt vor allem deshalb, weil ich mich nicht mehr umgewöhnen will ^^°) nach und nach die vier BoD erstellen und meinen Lesern verfügbar machen.
Bis dahin - lest mich weiter und bleibt mir treu. ^^

Donnerstag, 26. Mai 2011

Islamist zu sein ist schwer...

Herzlich willkommen zu meinem kleinen Blog, in dem ich eigentlich mehr darüber berichten wollte, was für ein großartiger, aber erfolgloser Autor ich doch bin, und der nun mehr und mehr mein Sprachrohr für Dinge geworden ist, die ich ansprechen, anprangern muss. Dass ich mir dabei manchmal widerspreche, darf verwundern, aber ist mein Vorrecht als Verfasser dieses Blogs.
Ich darf mich also schon maßlos darüber aufregen, dass deutsche Medien bei Desoxyribonukleinsäure die englische Kurzbezeichnung DNA verwenden ohne einen Hauch von Ahnung was sie damit tun; zugleich aber darf ich mich auch über die unnötige Anglizismus-Debatten aufregen, die immer mal wieder aufkommen und niemandem helfen, nur ein paar "Rechten", die die deutsche Sprache "rein" halten wollen. ^^°°°
Und ich darf auch mal Themen ansprechen, die merkwürdig anmuten. So zum Beispiel mein kleiner Ego-Trip, als ich ein paar Tage tatsächlich zu Fuß zur Arbeit ging, und das zur religiös-spirituellen Erkenntnis stilisierte.
Oder mein Versuch, einigen Unwissenden zu erklären, dass Allah und Gott (also Jehowa oder Jahwe) ein und derselbe sind, dass der Islam im Großen und Ganzen eine christliche Splittersekte ist, die einfach nur so erfolgreich ist wie Katholiken, Orthodoxe und Kopten.

Und damit sind wir schon beim Thema: Ich rege mich auf und versuche etwas zu erklären. Aufregen will ich mich über einen Artikel in meiner Tageszeitung: Islamist mit deutschem Pass in Süd-Afghanistan gefasst.
Islamist. Islamist. Hm, Islamist. Was bedeutet dieses Wort? So wie es die deutschen Medien verwenden, bedeutet es radikaler, gewaltbereiter, tötungsbereiter und unmoralischer Terrorist.

...sacken lassen.
Und hier die Erklärung zur Aufregung: Islamist, das ist absoluter Bullshit! Islamgläubiger potentieller Terrorist ist ihnen wohl zu lang gewesen, wäre aber eine weitaus korrektere Ausdrucksweise gewesen. Islamist ist in diesem Zusammenhang eine Dreistigkeit, eine Frechheit, eine Beleidigung einer ganzen Religion. Islamist in diesem Zusammenhang bedeutet nicht mehr und nicht weniger, dass alle Angehörigen dieses Glaubens radikale, gewaltbereite, tötungsbereite und unmoralische Terroristen sind. Ich kann das so nicht mehr stehen lassen, und als toleranter, gläubiger und vor allem mit dem Prinzip der Nächstenliebe vertrauter Christ will ich es auch nicht länger akzeptieren. So geht das nicht, meine Damen und Herren in den Medien!

Das ist in etwa das Gleiche, wenn man die Angehörigen der Roten Armee Fraktion je nach Taufe Katholizist oder Evangelizist genannt hätte, wohl gemerkt mit der gleichen Bedeutung, nämlich des gewaltbereiten Terroristen. Oder die gewaltbereiten Mitglieder der IRA, die wahrlich genug geschossen und gebombt haben, als Katholizisten zu bezeichnen. Oder jene aufständischen Tibeter, die sich gegen die chinesische Zentralregierung aufgelehnt haben, als Buddhitisten oder Lamaisten. Es passt einfach nicht, es klappt einfach nicht, und diffamiert den Glauben als Ganzes.
Sicher, Osama Bin Laden war muslimischen Glaubens. Und ebenso waren das die Attentäter von 9/11. Und die Selbstmordattentäter, die jahrelang Israel in Angst und Schrecken versetzt haben wahrscheinlich ebenso wie jene, die im Irak, in Afghanistan und Pakistan ihrem Leben ein Ende setzen, und so viele Menschen wie möglich mitnehmen wollen. Gut, gut, das IST Terrorismus. Aber in Afghanistan, im Irak, in Pakistan sind ihre Opfer auch hauptsächlich Muslime.
Zynisch ist ein jeder, der nun denkt: Islamisten, die Islamisten töten, das ist doch in Ordnung. Eine Verhöhnung der Opfer UND ihres Glaubens in einem Atemzug.
Ich stelle fest: Die überwiegend große Mehrheit der Christen dieser Welt hat nichts mit Terrorismus am Hut, und hat auch keine Lust darauf, als Märtyrer zu sterben und möglichst viele Menschen bei einem Selbstmordanschlag zu töten. Das Gleiche gilt eins zu eins für Muslime. Die Verwendung des Begriffs Islamist ist nicht einfach nur diskriminierend, abwertend und von Grundauf falsch, er bietet viele Vorwände für unsere "Stammtischtäter", um Vorurteile zu pflegen und Menschen zu diskriminieren, die sie nicht einmal kennen. Und das alles nur, weil die MEDIEN diskriminieren.

Normalerweise kann mich die Political Correctness mal Kreuzweise am Arsch lecken, weil ich ein ehrlich ausgesprochenes Wort mehr schätze als erzwungene Höflichkeit. Sie ist halt nichts wert, da Zwang im Spiel ist. Aber in diesem Fall ist es auch kein Fall der Political Correctness, sondern eine Frage der Menschenwürde, der Akzeptanz fremden Glaubens, der Toleranz, und - besonders für uns Christen - der Nächstenliebe. All das vermisse ich aber, wenn ich wieder irgendwo Islamist lese, und genau weiß, dass der Autor Terrorist meinte.

Mein Fazit: Liebe deutsche Redaktionen, wenn Ihr Terrorist meint, dann schreibt gefälligst auch Terrorist! Meinetwegen Terrorist islamischen Glaubens, aber dieses Kunstwort Islamist ist in diesem Zusammenhang einfach nur widerwärtig. Pfui, jeder Redakteur, der es benutzt, sollte sich schämen. Solche Taktiken gab es schon einmal in Deutschland, und anschließend haben "gute Deutsche" in bestimmten Geschäften nicht mehr eingekauft. Soll es so wieder kommen? Oder sollen "Islamisten" wegen ihres Glaubens Menschen zweiter Klasse werden? Menschen beurteilt man nach ihren Taten, und ich habe noch keinen Sprengstoffattentäter beim Anschlag beten sehen.
An dieser Stelle möchte ich noch kurz erwähnen, dass ich die feige Art des Selbstmordsprengstoffattentats nicht als Akt des Märtyrertums betrachte. Im Gegenteil, diese verwerfliche, feige Tat ist die direkte Fahrkarte in die Dschehenna, meine lieben Terroristen.
Und im gleichen Atemzug noch mal an alle anderen: Von feigen Selbstmordattentätern auf den gesamten Islam zu schließen ist mindestens ebenso feige. Aber bequem, oder?

Edit am Samstag, dem 28.05.2011: MartinM vom Blog MMsSenf weist mich in den Kommentaren darauf hin, dass das Wort "Islamist" nicht die Bedeutung hat, die ich festgestellt habe.
Nun ist MartinM ein schlauer, belesener Mann mit Ahnung von allem was er tut. Deshalb möchte ich nicht nur in meiner Antwort in den Kommentaren, sondern auch hier noch mal kurz darlegen: Meines Erachtens steht in der deutschen Presse das Wort "Islamist" synonym für "Terrorist", politischer Islam hin oder her. MartinM geht es darum, dass "Islamisten" durch ihre Bestrebungen, Kirche in die Politik oder Politik in die Kirche zu bringen, durchaus zu Recht scheel angesehen werden sollten; mir geht es einzig und alleine darum, dass das Wort Islamist nach meinem Wissen, Fühlen und Denken den Islam und all seine Angehörigen automatisch als Terroristen vorverurteilt.
Danke für Deinen Hinweis, MartinM.
Wie seht Ihr das da draußen? Weitere Kommentare würden mich freuen.

Mittwoch, 25. Mai 2011

EHEC für alle

Also, ich muss schon sagen, ich bin etwas überrascht. Über EHEC. Ihr wisst schon, dieses Bakterium, das die Erbfolge von H1N1 als gefährlichste Geissel Deutschland antreten soll.
Zwar gab es schon zwei bestätigte Todesfälle durch EHEC, aber der übliche Trubel um das vermeintliche Todes-Virus, von den Medien permanent als "Keim" bezeichnet, weil es eben ein Bakterium ist, will sich nicht so recht einstellen.
Selbst BILD.de begrenzt den möglichen Schaden, bevor er eintreten kann, indem sie Horrorvisionen über zukünftige Todesfälle spinnt, sondern beinahe schon sachlich in Fertigsalaten die mögliche Infektionsquelle identifizieren möchte. Und das mit dem Salat macht sogar richtig Sinn.
Irgendwie zündet es also nicht so richtig, das "EHEC ist brandgefährlich"-Feuerwerk.

Aber man muss sich fragen, was mit unseren Medien los ist. Ich habe neulich im Web gelesen, dass die Bakterien, aus dessem Stamm EHEC stammt, jedes Jahr für eintausend bis eintausendfünfhundert Tote verantwortlich sind. Das ist, in Anbetracht der saisonalen Grippe, äußerst geringe Zahlen. Aber seien wir doch mal ehrlich: Manchen Medien reicht schon weniger, um eine neue Superbedrohung mit anschließender Pandemie herbeizureden und Panik zu schüren. Ich denke, es mangelt nicht am VERSUCH, die Mega-Panik herbei zu reden. Es klappt eben nur nicht. Und BILD.de hat das anscheinend erkannt, wenn sie jetzt schon eine mögliche Infektionsquelle liefert, und damit der Panik, dass "es jeden treffen könnte", so konsequent ein Ende setzt. Dafür kann man die Redaktion loben, aber man sollte nicht vergessen, dass die gleiche Redaktion weiter getreten hätte, wäre es ihr nützlich erschienen.

Für diese, ich will es mal Halbpanik nennen, müssen wir beinahe dankbar sein. Aber anscheinend ist das Thema durch die Überzeichnungen der letzten Jahre derart ausgelutscht, dass selbst die reißerischste BILD-Schlagzeile bei mir nicht mal mehr den üblichen Abscheu auslöst. Geschweige denn die Überzeichnung in anderen Print-, Fernseh-, und Online-Medien.

Mein Fazit: EHEC stammt aus einer Bakteriengruppe, die normalerweise keinen so schweren Krankheitsverlauf verursacht, diesmal aber recht aggressiv ist. NDR.de spricht derzeit von 131 schweren Erkrankungen und Verdachtsfällen bundesweit. Das ist zwar für jene, die unter schwersten, teils blutigen Durchfallsymptomen leiden und teilweise auf der Intensivstation liegen, nicht sehr tröstlich, aber von einer Epidemie, gar einer Pandemie, sind diese Zahlen noch weit entfernt. Sorgen machen sollte uns vor allem die merkwürdig weite Streuung über das ehemalige Westdeutschland; der Verdacht liegt nahe, dass mindestens ein bundesweiter Fertignahrungslieferant ungewollt für diese Streuung gesorgt hat. Und im gleichen Atemzug möchte ich den Erkrankten und ihren Angehörigen - vor allem denen der beiden Todesfälle - mein Mitgefühl aussprechen. Aber von einer Katastrophe sind wir weit entfernt. Dass wichtige Gesundheitswächter wie das Robert Koch-Institut nervös werden, braucht wiederum uns nicht nervös zu machen - das ist ihr Job.

Ich sehe die Sachlichkeit und die Vernunft, mit der die Medienkonsumenten dem Thema begegnen, als positive Entwicklung, nach dem Hype um die verschiedensten Grippen, werfe es aber den Medien vor, dass sie EHEC als "Keim" titulieren, anstatt als Bakterium, wobei ich ihnen Absicht unterstellen will, weil "Keim" reißerischer klingt als "Bakterie". Bakterie klingt so normal, so ungefährlich.
Es ist also nicht so, als würden bestimmte Medien nicht VERSUCHEN, Panik zu schüren und ihre Verkaufszahlen hoch zu treiben. Es gelingt ihnen nur wohl einfach nicht, weil das Thema zu abgestumpft ist, egal ob Keim oder Bakterium. Tja. Pech gehabt.

Tipps für alle, die dennoch ein mulmiges Gefühl haben: Händewaschen. Frisches Gemüse und frisches Obst vor der Verarbeitung gründlich putzen und schälen. Nicht ins Bockshorn jagen lassen. Und Grundregel Nummer eins im Umgang mit Bakterien beachten: Gekocht zu werden überleben die Biester niemals.
Also, ruhig bleiben, das Geschehen sachlich verfolgen, und es sehen wie es ist: Eine auffällige, meldepflichtige Krankheit. Mehr nicht.

Nachtrag am 13.07.2011: Und das EHEC-Freudenfeuer der Medien ist ganz erloschen. Erwähnt wird der Erreger überhaupt nicht mehr, obwohl er uns laut Experten "fortan immer begleiten wird".
Und DAS war nun die große Gefahr, die von diesem E.coli-Bakterium ausgegangen ist?
Dafür war das Medieninteresse wieder einmal viel zu hoch, und noch schlimmer, viel zu unsicher. Außerdem hat sich die BILD weit mehr zurückgehalten als üblich. Vielleicht liegt es daran, es fehlte der Hetz- und Panikschür-Vorreiter.
Was lernen wir daraus? Bitte in Zukunft mehr Sachlichkeit und weniger Sensation, liebe BILD-Redaktion, und wir würden sogar eine echte Pandemie meistern.

Sonntag, 22. Mai 2011

Abzocken als Geschäftsmodell

Es ist jetzt fast drei Jahre her, seit ich mich auf der Suche nach Open Office (nach einem wirklich miesen Computercrash, der mich die Festplatte kostete) auf der Seite Megadownload.org nichtsahnend anmeldete und damit ein verstecktes Abo abschloss, das mich im Jahr 96,-€ gekostet hätte. HÄTTE, wohlgemerkt. Denn sowohl die Anmeldung als auch das Abo waren selbstverständlich genauso wenig rechtskräftig wie die Widerrufsfrist von acht Tagen. Darüber hinaus war es ohnehin eine Frechheit, User mit dem kostenfreien Open Office zur Anmeldung zu ködern.

Heutzutage geht es nicht mehr um Megadownload.org. Es sind andere Firmen, die auf die gleiche Weise Geld zu "produzieren" versuchen. Ihr Geschäftsprinzip ist wie folgt und immer identisch: Der verbrecherische Unternehmer versucht, so viele Daten wie möglich über sein potentielles Opfer zu erlangen, am liebsten natürlich die komplette Adresse, mindestens aber die E-Mail. Dabei ist es noch nicht einmal zwingend erforderlich, dass man als User tatsächlich auch das Häkchen macht, mit dem man unwissend ein Abo abschließt. Anschließend wird Geld angemahnt. Üblich sind 96;-€, wie bei mir. Es darf aber auch schon mal mehr oder weniger sein. Das Geschäftsprinzip ist wie folgt: Natürlich ist die Forderung illegal, nicht rechtskräftig, und hätte schon längst per Gesetz mit empfindlicheren Strafen belegt werden sollen, weil diese Verbrecher einen GROßTEIL der internetbenutzenden Gesellschaft verunsichern, terrorisieren und in manchen Fällen regelrecht mental foltern. Aber diese Verbrecher haben eine einfache Rechnung: Wenn von einhundert Forderungen auch nur eine bezahlt wird, dann haben sie 96,-€ gemacht, und das für den Preis von einhundert E-Mails. Selbst wenn der User nicht zahlt, und die Forderung anschließend von einem Inkasso-Unternehmen gemahnt wird, lohnt es sich noch für die Verbrecher - wenn der User, durch den Einsatz des Inkasso, eingeschüchtert genug ist, um doch noch zu zahlen. Aktuelle Zahlen habe ich jetzt nicht, aber da es solche Firmen noch immer gibt (die auch teilweise nur Rechnungen verschicken, ohne jemanden auf eine Seite gelockt zu haben), scheint es sich selbst mit dem Risiko einer Strafverfolgung zu lohnen. Auch Anwaltskanzleien werden dabei beauftragt; sie haben aber in etwa genauso viel rechtliche Handhabe wie die Inkasso-Argenturen: Gar keine.
Warum ich das hier nach fast drei Jahren noch mal schreibe? Weil ich finde, man muss so lange warnen und informieren, wie es diese Art von Betrug noch gibt.
Ich habe damals NICHT bezahlt, habe fünf oder sechs Mahnungen vom Inkasso bekommen, rundweg ignoriert, und lebe jetzt in Ruhe und Frieden. Zumindest vor Megadownload.org.

Ich möchte hier noch einmal die wichtigsten Eckpunkte zusammen fassen:
1) Flattert bei Euch eine Forderung ins Haus, willkürlich aufgestellt oder wegen der Anmeldung auf einer Seite, widersprecht. Selbst wenn Ihr die "Abmeldefrist" schon überschritten habt, widersprecht und erklärt, kein Abo abschließen gewollt zu haben, weil Ihr von einer Gratisnutzung ausgegangen seid. Ihr könnt, wenn die entsprechende Firma im Internet bereits als Betrüger gebrandmarkt ist, natürlich auch den ganzen Vorgang ignorieren. D.h. alle Mails und alle Mahnungen einfach in die Tonne kloppen. Einen Vordruck gibt es im Web.
2)Flattert bei Euch eine Inkasso-Zahlungsaufforderung ins Haus, braucht Ihr weder anzurufen, noch zurückzuschreiben. Eine Inkasso-Argentur fordert, was ihr Auftraggeber in Auftrag gibt. Das bedeutet, dass die Argentur Euch NICHT zwingen kann zu zahlen.
3) Es gibt eine Sache, die eine Reaktion erfordert (mit oder ohne Widerspruch). Sollte Euch ein gerichtlicher Mahnbescheid ins Haus flattern, weil die Verbrecher mit Eis in den Adern ausgestattet sind, WIDERSPRECHT. Dazu müsst Ihr auf dem Mahnbescheid nur das große Feld ankreuzen, mit dem Ihr der Forderung widersprecht. Und natürlich zurückschicken. Nun wird der Richter erstmal prüfen, ob die Forderung überhaupt gerechtfertigt ist. Da die Justiz mittlerweile auf diese Art von Verbrechen aufmerksam geworden ist, bedeutet das, dass unsere Verbrecher sich ins eigene Bein schießen, weil sie nun für die Justiz identifizierbar und damit fassbar sind. Daher ist ein gerichtlicher Mahnbescheid sehr unwahrscheinlich. Nach meinen Informationen gab es tatsächlich zwei Gerichtsverfahren, die aber beide im Sinne des Gemahnten entschieden wurden. Diese Verbrecher meiden das Gericht wie der Teufel das Weihwasser.
Dennoch darf man den gerichtlichen Mahnbescheid NICHT ignorieren. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, einen zu kriegen, stark gegen null geht.
4) Nun heißt es, egal ob mit Inkasso oder gar widersprochenem gerichtlichen Mahnbescheid, die Sache einfach auszusitzen. Deckel drauf, die Mahnbriefe in die Mülltonne, und gut ist.
5) Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, oder wenn Ihr bereits Ängste ausstehen müsst und doch dazu tendiert zu zahlen, weil das alles doch irgendwie logisch klingt, und Ihr keinen Ärger wollt, schluckt ne Baldrian und telefoniert mit der nächsten Verbraucherzentrale, und/oder einem Anwalt.


Mein Fazit: Merkt Euch, diese Art der Abzocke funktioniert nur, wenn ein Idiot mitspielt und sich abzocken lässt.
Also, wenn Ihr in ein Abo-Falle geratet, Ruhe bewahren, nicht provozieren und nicht einschüchtern lassen. Die Sache aussitzen. Sie dauert nur ein halbes Jahr.
Früher gab es auf Youtube Videos vom Katzenjens, der sich mit Engelsgeduld den verunsicherten Opfern annahm und aufklärte. Youtube hat aus mir nicht ersichtlichen Gründen die Videos gesperrt, seitdem ist der Katzenjens weg. Aber es wird sich für die ganz Verängstigten lohnen, nach ihm auf anderen Plattformen zu googlen. Mich hat er damals sehr beruhigt.
Und ich hoffe, hier eventuell das Gleiche für andere User wie mich gemacht zu haben.
Noch ein letzter und wichtigster Rat: NICHT ZAHLEN! Nicht nur, dass Ihr dann für nix und wieder nix GELD los seid, Ihr finanziert damit auch die Terrorisierung anderer User. Also, kein "um des lieben Friedens Willen" und zahlen, sondern ein "für alle Verbraucher wie mich" und NICHT zahlen.

Euer Ace

Samstag, 21. Mai 2011

Verblüffende Erkenntnisse I: Die Gmx.de-Redaktion kann auch Medien

Ich bin ein ziemlich durchschnittlicher Mensch, denke ich. Wenn man mal davon absieht, dass ich blogge, und mit diesem Blog schon mal Häme und Spott auf meine Opfer niedergehen lasse. Natürlich nur, wenn sie es verdient haben. Genauso aber denke ich auch, dass ich, wenn jemand etwas gut macht, auch loben sollte, ja, loben muss.
Nun habe ich an der Web.de/Gmx.de-Nachrichtenredaktion selten ein gutes Blatt gelassen, weil diese sich verhält wie die BILD-Onlineredaktion auf einem Trip nach einem Goldenes Blatt-Joint. Aber heute wurde ich mehr als angenehm überrascht.
Dieser Artikel ist nicht nur lesenswert und informativ, er ist auch witzig. Ich empfehle ihn vorbehaltlos weiter und wünsche mir mehr davon, liebe Gmx.de-Redaktion. Worum es geht? Nun, augenscheinlich geht heute, am 21.05.2011 um acht Uhr Abends mittelamerikanischer Zeit die Welt unter. ...Wieder einmal. Und das weit vor dem Termin am 21.12.2012, an dem die Welt laut des angeblichen Azteken-Kalenders untergehen soll. Abgesehen von meiner offensichtlichen Empörung über diesen Religionsstreit über das Ende der Welt - das aktuelle Datum hat der Laienprediger Camping als Datum der Apokalypse genannt - der mich fragen lässt, welche Religion nun Recht hat, bin ich als Christ auch noch verärgert. Verärgert darüber, dass der Bible Belt nicht nur diesen Quatsch glaubt (Zwölf Uhr MEZ, und noch immer keine vier apokalyptischen Reiter am Himmel), sondern SCHON WIEDER auf einen Propheten hört, der BEIM ERSTEN TERMIN schon nicht getroffen hat, wie die amerikanische Wikipedia notiert hat.
Aber das ist nicht das einzige Lustige am Thema, denn im Zuge der bevorstehenden Apokalypse hat das amerikanische Center for Disease Control and Prevention einen Ratgeber online gestellt, der im Falle marodierender Zombie-Horden am Tag der Apokalypse unser Überleben sichern soll.

Mein Fazit: Tja, was soll ich dazu sagen? Laut der amerikanischen Wikipedia ist dieser Camping nicht nur ein Prophezeiungsversager - zu seinem ersten Termin Mitte der Neunziger ging die Erde NICHT unter (obwohl, sicher sein kann man da nicht, wenn ich mir die Bundesregierung heute so anschaue), und ob es zu seinem zweiten Termin klappt, ist fraglich, denn der gute Camping hat den Termin aus Hinweisen in der Bibel errechnet. Sprich: Er ist ein Anhänger solcher wundersamen Dinge wie kabalistische Zahlenmagie. Oder ganz anders ausgedrückt: Genauso wie die Interpretation eines Buchs über Bienenzucht durch viel Phantasie zu einer Prophezeiung des Endes der Welt durch die Azteken geführt hat, so hat, allerdings in erheblich kleinerem Maßstab, Herr Camping mächtig daneben gerechnet, bzw. willkürlich gerechnet. Oder anders ausgedrückt, er hat Hinweise gefunden, die gar nicht existieren. Was ja auch schwer möglich ist, solange er sich nicht auf die Syntax der Originaltexte im Originalformat berufen kann. Alle anderen - übersetzten - Bibeln sind keine Kopien, sondern Interpretationen. Er kann also gar nicht Recht haben. Soviel zum technischen Teil. Haken bei der Geschichte: Der alte Mann glaubt eventuell tatsächlich, was er da predigt. Schlimmer aber ist, dass es Menschen gibt, die ihm glauben. Und die werden auch nicht aufwachen, wenn die Welt heute um Acht in Amerika nicht untergeht. Stattdessen werden sie Herrn Camping nach dem nächsten Termin fragen, und das bereitet mir Kopfschmerzen. Kreationisten, du kannst einfach nicht mit ihnen. ^^°°°


Nachtrag am Sonntag, dem 22.05.2011: Acht Uhr Abends mittelamerikanischer Zeit für Samstag, den 21.05.2011 ist schon lange vorbei. Die Apokalypse verspätet sich. Erheblich.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Pwned 'bout Fukushima

Gestern wurde ich gepwned. Und das vollkommen zu Recht, wenn ich im Nachhinein nachdenke. Wegen der Reaktorkatastrophe in Fukushima Daiichi. Vom Freund meiner Schwester.
Was war passiert? Nun, das was immer passiert, wenn wir zusammensitzen: Wir unterhalten uns, hüpfen durch die Themen, und da wir beide ein breites Wissen haben, kommt immer was Konstruktives bei raus. Dann kam das Thema auf Fukushima, und ich, mit dem Gedanken daran, was passiert wäre, wenn bei einem, oder womöglich allen sechs Kernkraftwerken die sogenannten Cores supererhitzt auf z.B. Grundwasser getroffen wären, was eine wirklich erstklassige Explosion mit anschließender Verseuchung Nord-Honshus zur Folge gehabt hätte, sagte: Das hätte noch viel schlimmer kommen können.
Nun, der Freund meiner Schwester war nicht dieser Meinung. Er sagte, es wäre so schon schlimm genug, und es würde die Menschen, die unter Tsunami, Erdbeben und nun Atomkatastrophe leiden müssten, verhöhnen. Mit einem "Es hätte schlimmer kommen können" ist ihnen weder geholfen, noch werden sie in irgendeiner Form getröstet. Von den Toten, den Obdachlosen, den Evakuierten und den Angehörigen der Opfer, die ganze Liste runter. Keinem ist damit geholfen, diese Riesenkatastrophe auch nur ansatzweise, auch nur in Gedanken zu beschönigen. Pwned. Vollkommen zu Recht.

Es passt sich eigentlich. Ich wollte die Tage ohnehin etwas zu Fukushima Daiichi schreiben, alleine schon um zu zeigen, das ich das Thema weiterhin im Fokus habe (wobei, wie ich zugeben muss, die Folgen von Erdbeben und Tsunami etwas aus meinem Blickwinkel verdrängt werden, was nicht zuletzt an unserer einseitigen Berichterstattung in den Medien liegt - ich würde wirklich gerne mehr über den Wiederaufbau und die Versorgung der Bevölkerung erfahren, über die Arbeit der Hilfskräfte im Erdbebengebiet, und ich würde liebend gerne etwas darüber lesen oder sehen, dass Menschen in der Krisenregion tatsächlich wieder zur Normalität übergehen. Nun, hoffen darf man doch.).
Wenn ich jetzt darüber schreibe, dann mit dem schlechten Gedanken im Hinterkopf, dass ich tatsächlich dachte, es hätte schlimmer kommen können. Das alleine wäre wohl der Fall gewesen, wenn das Erdbebenepizentrum nicht im Pazifik, sondern beispielsweise direkt unter Tokio gelegen hätte. Oder wenn die Evakuierungszone näher an der Hauptstadt liegen würde. Dennoch, auch so ist es schlimm genug. Und ich habe nicht einmal ansatzweise Daten dazu - kann aber runterbeten, in welchen Reaktoren es zu Wasserstoffverpuffungen kam. Das ist zwiespältig.
Zehntausende Menschen an der Küste sind im Zuge eine Tsunami gestorben, die durch ein Erdbeben der Stufe 9 ausgelöst wurde, einem der stärksten Beben unserer Tage. Hunderttausende waren im Inland betroffen - selbst in der Mega-Region Tokio zeigte das Erdbeben Auswirkungen. Und ich habe absolut keine Ahnung, wie viele Menschen leiden und sterben mussten, weil sie erst späte oder gar keine Hilfe erhielten... In einem Land, das auf Tsunamis eingestellt ist. In einem Land, das auf Erdbeben eingestellt ist. Damit will ich den Helfern und den japanischen Streitkräften keine Unfähigkeit vorwerfen, sondern die GRÖßE der Aufgabe beschreiben, derer sie sich stellen mussten. Warum liest man davon so wenig? Und warum ist der berühmte deutsche THW bereits nach vier Tagen wieder außer Landes geflogen, angeblich weil "die radioaktive Wolke" auf sie zugekommen war, während andere Länder wie China (China, hm, mit dem Japan eigentlich gerade nicht so gut kann) und Südkorea im Lande blieben und halfen?

Alles in allem hätte es natürlich schlimmer kommen können. Ironischerweise geht es immer noch schlimmer. Aber ich gebe dem Freund meiner Schwester nach langem Nachdenken vollkommen Recht. Es war schlimm genug, es war erschütternd. Und es ist nicht vorbei. Weder in der überbevorzugten Berichterstattung über Fukushima Daiichi, die auch ich betreibe, noch in jenen Gebieten, die von Erdbeben und Tsunami verwüstet wurden. Wohlgemerkt, das Land ist auf Erdbeben eingestellt, und entsprechende Hafenanlagen und Strandwälle sollen gegen die Tsunamis helfen (was sie bei schwächeren wohl auch tun). Dennoch wurde es hart getroffen, und es verdient wie jedes andere Land auf diesem Erdball, das eine solche nationale Katastrophe wohl zwei Dinge:
Erstens, unsere Loyalität, Unterstützung und unsere Hilfe, wie wir sie auch allen anderen Ländern zuteil haben werden lassen.
Zweitens, dass die Berichterstattung über Japan aus diesen Tagen, wenn schon auf diese gigantische Katastrophe reduziert, dann doch wenigstens nicht auf die Atomkatastrophe reduziert ist/bleibt/sein wird. Die großen Nachrichtenagenturen und Sender sollten der Bekämpfung der Folgen von Tsunami und Erdbeben genauso viel Nachrichtenzeit einräumen wie der Berichterstattung über die sechs Reaktoren von Fukushima Daiichi.
Meine Meinung. Und, liebe Japaner, entschuldigt, wenn es irgendwann, irgendwo in meinem Blog so geklungen haben sollte, als wäre die Katastrophe nicht schon schlimm genug. Das wäre eine Dummheit, die mir tatsächlich auf der Seele liegen würde.

P.S.: Wer für Japan etwas tun will, kann dies mittlerweile auf die verschiedensten Wege tun. Für WoW-Zocker wie mich bietet Blizzard ein besonderes Cenarius-Jungtier als Pet an. Der Verkaufspreis von zehn Euro soll laut Blizzard Europe komplett an die Japanhilfe gehen.
Selbstverständlich habe ich dieses Pet - das erste Mal, dass ich für so etwas Geld ausgegeben habe.

Freitag, 13. Mai 2011

Gut oder schlecht? Ja was denn nun?

Stichwort Baden-Württemberg. Ihr wisst schon, dieses erzkonservative Autobauerland mit der ewig langen, ununterbrochenen CDU-Regierung... Genau, das Land, das neulich die Grünen und die SPD gewählt und damit in Führungsverantwortung gebracht hat.
Das Land, in dem sich konservative Zeitungen nicht zu schade waren (darunter die BILD mit Wagners Kolumne), Armageddon herab zu beten. Die sich nicht zu schade waren und sind, das Ende des Autobauerlandes voraus zu sagen, weil die Grünen ja "dagegen" sind.
Übrigens die gleichen Zeitungen, die Grünen-Wählern unterstellt haben, sich "aus Besserverdienenden zu rekrutieren, die dickere Autos fahren und öfters in den Urlaub fliegen können, und deshalb die Umwelt stärker belasten".
Kurz gesagt, das Land schießt sich ein auf den Leibhaftigen im Landtag, auf einen Landesvater, der NICHT das CDU-Parteibuch sein eigen nennt. Und die Zeitungen machen eifrig dabei mit.

...sacken lassen.
Nun ist Winfried Kretschmer, der erste Grünen-Landesvater in der Geschichte der Partei zum Oberhaupt von Baden-Württemberg gewählt worden - und dies auch noch mit zwei Stimmen mehr, als die Koalition aus den Grünen und der SPD haben.
Gehen wir vom klassischen Fall aus, gehen wir davon aus, dass die Regierungskoalition geschlossen gestimmt hat. Dann bekam Kretschmer ausgerechnet aus dem konservativen Lager zwei zusätzliche Stimmen.
Das hat zweierlei Konsequenzen: Zuallererst ist es ein Zeichen dafür, dass die Koalition steht, und geschlossen in die Legislaturperiode geht. Das mindert natürlich die Hoffnung auf baldige Neuwahlen.
Und zweitens begräbt es einige der konservativen Hoffnungen von Schwarz/Gelb, wenn schon die eigenen Abgeordneten dem Kretschmer ihr Vertrauen aussprechen.
Mal sehen, ob sich das auf die Berichterstattung auswirkt. Natürlich nicht von jener der BLÖD, die durch Wagner schon polemisierte: "Seid Ihr [...] im Ländle eurer Zweitwagen, eurer Häuser und eurer Steaks überdrüssig?"
Aber mehr Objektivität und weniger Geschrei wäre doch schön, wenn sogar CDU/FDP-Abgeordnete mit einem Kretschmer leben können.

Auf jeden Fall haben es die Panikmacherstimmen nun ein klein wenig schwerer, und das bringt mich zum Grinsen. XD

Mittwoch, 11. Mai 2011

Statistiken, Statistiken

Um ehrlich zu sein hat es etwas gedauert, bis ich entdeckt habe, dass mein Blog eine Statistik hat. Um noch mal ehrlich zu sein habe ich die Buttons eingeführt, um wenigstens den Hauch einer Ahnung zu haben, wie viele Leser ich habe. Bevor ich die Statistik entdeckt habe.
Und um ein letztes Mal ehrlich zu sein, verdächtige ich die Statistik schon, dass sie nicht ganz korrekt anzeigt und zählt. Aber all das ist jetzt nebensächlich, denn meine Blog-Statistik hat mir eben gerade mitgeteilt, dass ich vom Anfang der Erfassung Mitte 2008 bis heute 10.000 Aufrufe erhalten habe... Ich werte das vor allem als Erfolg durch meine treuesten Leser, die immer wieder Gefallen an meiner Sicht der Welt finden, mich loben, kritisieren und mit mir diskutieren. Danke, Leute.
Und lest mich weiter. ^^b

Dienstag, 10. Mai 2011

Alles Atomkraft, oder was?

Herrschaften... Regelmäßige Leser meines Blogs - ja, ich meine Euch fünf ^^ - wissen, dass ich mich mit dem Thema Atomkraft beschäftige. Mit seinem Nutzen, seinen Risiken, dem Problem der Endlagerung, den wahren Kosten für diese Technologie, und noch einigen Dingen mehr, die mir oft genug sauer aufgestoßen sind. Ich will damit sagen, ich habe eine Menge Antworten und eine fundierte Meinung.
Aber all das hilft mir plötzlich nicht mehr.

...sacken lassen.
Versteht mich nicht falsch. Es kann immer mal vorkommen, dass einem jemand ein Argument in einer Diskussion um die Ohren haut, auf das man keine Erwiderung hat, oder über das man sich noch keine Meinung gebildet hat. So etwas kommt vor. Und ich gebe in solchen Situationen meistens meine Unwissenheit zu und verspreche zu recherchieren. Doch diese spezielle Fall hinterlässt mich doch ratlos.

Damit Ihr meine Verwirrung versteht, hier mal meine kurze Chronologie der Ereignisse.

Im Koalitionsvertrag von Rot/Grün wird 1998 festgelegt, dass Deutschland aus der Atomkraft aussteigt. Mit der Atomkraftindustrie wird vereinbart und festgelegt, dass bis 2020 das letzte Atomkraftwerk vom Netz geht. In neueren Tagen geistert sogar ein 2022 herum, warum auch immer.
Dieses Credo galt bis 2009. Da kam Angie mit der CDU und der FDP an die Macht, verabschiedete sich von der Großen Koalition, und so ziemlich das Erste was sie tat, das war - nachdem die FDP ihr Steuergeschenk an die Hoteliers abliefern konnten - der Atomlobby unbegrenzte Laufzeiten für ihre Atommüllproduzenten zu servieren. Für Strom, wohlgemerkt, der hauptsächlich ins Ausland geliefert wird. Die Atomindustrie hätte hier also nicht nur den Strompreis für einen Exportartikel kassiert, sondern auch weiterhin die beträchtlichen Subventionen. Aber das ist ja verständlich, weil sie für ihren Atomstrom im Ausland weniger bekommen als in Deutschland: Weil wir Deutschen ja ohnehin den vierthöchsten Strompreis in Europa zahlen. Trotz Atomstrom, der angeblich so billig ist. Da muss man der Atomindustrie schon mit ein paar Milliarden unter die Arme greifen.
Nächster Punkt der Handlung ist das furchtbare Tsunami-Unglück in Japan, verbunden mit dem Erdbeben und der Havarie von vier der sechs Reaktoren der Anlage Fukushima Daiichi. Da ging es Klick, ein Moratorium musste her, und eine Kommission will jetzt einen "behutsamen Ausstieg" empfehlen. Nun ringt die Bundesregierung um Ideen, Pläne und ein Konzept.

...sacken lassen.
Hallo? Bin ich der einzige, der hierbei Kopfschmerzen kriegt? Das Konzept für den Ausstieg liegt doch seit 2002 fertig in der Schublade, und die Stromindustrie hat doch Vertragsgetreu alles getan, um sich auf den Termin 2020, bzw. 2022 vorzubereiten. Und jetzt soll das alles hinfällig sein? Ich meine, ein verdammtes Jahr und die paar Monate reichen, um ein Konzept, das sieben Jahre funktioniert hat, so vollkommen ad absurdum zu führen?

Ich für meinen Teil fühle mich hier verarscht. Vor allem von gewissen Lobbyisten. Aber in erster Linie von Mama Muberkel.
Hier kommt meine Prophezeiung: Rot/Grün hatte den Ausstieg zu 2022 fertig in der Schublade, mit Segen der Atomindustrie. Schwarz/Gelb will jetzt in Panik auch aussteigen. Und ich WETTE, die Regierung kommt zu dem Schluss, dass ein sicherer Ausstieg erst 2030 oder 2040 gewährleistet werden kann... OBWOHL wir mit Rot/Grün bereits 2022 vom Netz der Subventionsschleudern gewesen wären.
Denkt da mal drüber nach.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Waterboarding leicht gemacht

So, jetzt ist es raus. In einem Artikel auf Tagesschau.de werden führende Republikaner zitiert, die zumindest einen Teilanspruch auf die erfolgreiche Eliminierung von Osama Bin Laden erheben - genau jenen Mann, der von der CIA im Afghanistan-Krieg erst groß gemacht wurde. Sohn einer saudischen Unternehmerfamilie, die enge Geschäftsbeziehungen mit dem Bush-Clan unterhält. Kopf des schwammigen Netzwerks, das die Al Kaida-Idee verbreitet. Und einigermaßen überführter Drahtzieher der Anschläge auf ein US-Kriegsschiff und zwei US-Botschaften. 9/11 hat er, so las ich neulich, noch selbst verurteilt, bevor er auch hierfür verantwortlich gemacht wurde.
Nun, soweit, so gut. Das Verwerfliche aber ist, dass die Republikaner auch das sogenannte Waterboarding salonfähig machen. Um genauer zu sein, die Foltermethode des simulierten Ertrinkens, denn nur dadurch hätten die Fahnder jene Informationen bekommen, die letzte Woche zur gezielten Tötung Bin Ladens geführt hätten.
...sacken lassen.

Soso, meine Damen und Herren Republikaner, es waren also die erfolterten Informationen. Die Informationen, die wie erzwungen wurden? Durch jene Methode, bei der das Opfer natürlich annehmen muss, zum Tod durch Ertrinken gezwungen zu werden? Nicht nur quasi, sondern ganz effizient aus Folter? Abgesehen davon, dass das alleine schon einer verwerfliche Tat ist, die einem sogenannten Rechtsstaat nichts übrig lässt als die Blamage vor den freien Staaten der Welt, abgesehen davon, dass Präsident Obama diese "Maßnahme" mit Amtsantritt verboten hat, abgesehen davon, dass Folter ebenso wie die Todesstrafe zu den primitivsten, dümmsten und gotteslästerlichsten Formen der exekutiven Gewalt gehören und Menschen in meinen Augen vom Status des Menschseins disqualifizieren... Herrschaften, merkt Ihr es noch? Da werden die Hinweise gewonnen, die zu Bin Laden führen, und mindestens zweieinhalb Jahre später kommt erst der Zugriff? In der Amtszeit ausgerechnet von Barry Obama? Wie langsam ist der CIA gleich noch mal?
Also, wenn das wahr ist, dann haben sich die Republikaner nicht nur ein Armutszeugnis ausgestellt, sondern sie haben auch klar ihre Handlungsunfähigkeit bewiesen. Jetzt noch nachzukrähen, den "Erfolg" für sich verbuchen zu wollen und nebenbei auch noch Waterboarding wieder salonfähig machen zu wollen, ist dumm, primitiv und peinlich. Aber was soll man auch erwarten von einer Partei, die mit einer Organisation wie der Teaparty darum kämpft, im Namen der Demokratie Demokratie abzuschaffen, und die Sarah Palin tatsächlich für geeignet hält, nächste Präsidentin der USA zu werden - genau jene Frau, die von Alaska aus Russland sehen kann, und sich dadurch im Thema Außenpolitik legitimiert fühlt?

Mein Fazit: Waterboarding ist Folter, die mit der Todesangst des Opfers arbeitet. Mag sein, dass einem gefangenen Soldaten in Afghanistan noch schlimmere Dinge angetan werden, aber gibt das dem US-Militär und dem CIA das Recht, selbst zu foltern? Nein.
Man erkennt eine Gesellschaft daran, wie sie ihre Hilflosesten und ihre Schlimmsten behandelt. Die USA hat da noch einen langen Weg zu gehen.
Die Republikaner wollen den Tod von Bin Laden auf ihren Fahnen? Nun, meinetwegen. Aber dann sollen sie mir erst erklären, warum sie zugelassen haben, dass ausgerechnet ein demokratischer Präsident diesen "Erfolg" überhaupt erst erzielt hat. Können sie sicherlich, werden sie aber nicht tun.
Na ja, wenigstens hatte ich was zu lachen...

Dienstag, 3. Mai 2011

24.000

Tja, das gibt es auch noch - zwischen Bin Laden, Atomkraft und Aufruhr in der arabischen Welt gibt es immer noch Banalitäten und Normalität. So auch bei mir.
Auf Fanfiktion.de erreichte meine gesammelten Geschichten nun 24.000 Aufrufe.
Diesmal war das Interesse an meinen Geschichten, Romanen und Gedichten jedoch eher mäßig. Es ist auf den Tag genau dreißig Tage her, dass ich die 23.000 erreicht habe. Die letzten beiden Tausender-Marken erstürmte ich in 22, bzw. 24 Tagen.
Ich hoffe, das ist kein Zeichen dafür, dass das Interesse an meinen Geschichten nachlässt, gerade jetzt wo ich weitere Book on demand-Projekte plane...
Aber das sind meine Sorgen, nicht Eure.
Lest mich eifrig weiter, kommentiert wenn Euch etwas nicht gefällt, und erst Recht wenn Euch was gefällt. Ich schreibe in jedem Fall weiter. ^^V

Mittwoch, 27. April 2011

Alles Gutti, oder was?

Ja, ja, das Thema Guttenberg lässt einen nicht wirklich los. Mich vor allem nicht, denn ich habe ja vor, mich an ihn und seine dreiste, nicht bereuende Plagiaterie zu erinnern, wenn er pünktlich zur nächsten Bundestagswahl wieder aus dem Hut gezaubert wird.
Heute wurde auf Gmx.de/Web.de ein Artikel gepostet, dessen Titel lautet: Guttenerg meldet sich zu Wort. Was reißerisch begann, ist dann nur der Hinweis, dass KTG rechtzeitig vor Ablauf der Frist auf der Uni Bayreuth eine Stellungnahme per Fax abgegeben hat. Gut, gut, journalistische Glanzleistungen sind eh nicht von dieser Redaktion nicht zu erwarten, dafür aber geht es anschließend in den Kommentaren zum Artikel hoch her - wenngleich abzusehen ist, dass es ungefähr eins zu null Komma zwei zu acht Komma acht steht. Also Gutti-Groupies, Gibt-es-denn-kein-anderes-Thema-Jammerer und solchen wie mir, die KTG die Lügerei, die versuchte Vertuschung und den Aussitzversuch übel nehmen.
Wenn ich jetzt wieder mal über KTG blogge, dann nicht weil ich neidisch auf ihn bin, gehässig oder sein Kinn nicht mag. Nein, diesmal blogge ich über seine Fans.
Eine/r, der Gmx.de-Forums-User, 90Grad, schrieb folgenden Kommentar:
"Vielleicht sollte man alle Diplome, Dissertationen und Abschlüsse von Politikern, Vorständen und Professoren überprüfen - dann wird es sicherlich sehr leer in den Etagen.... ;-) " Zu finden als vierter Beitrag unter dem Link.

...sacken lassen.
Ist es nicht erstaunlich, mit welcher Beharrlichkeit, mit welcher Frechheit und mit welcher Ignoranz die KTG-Groupies einen Menschen schönreden, der sein Ehrenwort gebrochen hat (was man ihm noch verzeihen könnte) und seine Schuld nicht einmal eingesteht, wenn sie offensichtlich geworden ist (was man ihm nicht verzeihen kann)?
Oder mit anderen Worten: Warum zäumen diese speziellen Guttenberg-Fans das Pferd von hinten auf?
Alle Doktoren sind Betrüger, und deshalb durfte Guttenberg auch betrügen? Falsch, 90Grad! Wenn alle jemals in Deutschland abgegebenen Dissertationen gefälscht sind, dann muss auch allen Doktoren der Titel entzogen werden, so rum muss man es sehen! Dieses Killerargument hat sehr Recht, jeder promovierte Akademiker muss mit seiner Dissertation jeden Prüfstand überstehen. Wobei ich glaube, dass die Zahl von Dissertationen, die wegen Formfehler abgelehnt wurden, weit höher ist als die tatsächlichen Fälle von Betrug wie bei KTG. Oder anders ausgedrückt wird es noch viel mehr schwarze Schafe geben, aber dieses "viel mehr" wird sich m.E. im Promillebereich abspielen.
Anstatt also mit "Abschreiben tun doch alle"-Sprüchen Strahlemann KTG die Makel wegzuloben sollte man tatsächlich darauf bestehen, alle Dissertationen zu überprüfen. Und sich natürlich anschließend lobend über all jene äußern, die nicht abgeschrieben haben, um diesem nun sehr gebeutelten Berufsstand wenigstens etwas der Ehre wiederzugeben, die KTG und andere berühmte Plagiateure ihm genommen haben.

An 90Grad sage ich folgendes: Du hast vollkommen Recht, man muss alle Arbeiten überprüfen, auch wenn danach die Etagen leer werden. Oder eben gerade dann. Nur so kann Deutschland als Akademiker-Standort den Schaden überleben, den es bereits erlitten hat - unter anderem dadurch, dass Menschen wie Du KTG schöngeredet - und damit die Arbeit der ehrlichen, nicht guttenden Doktoren und Doktoranden abgewertet haben. Denk mal drüber nach.

Edit am 11.05.2011: Gmx.de hat den Artikel: Uni stellt Plagiatsbericht vor hochgeladen. In den Kommentaren sind die Gutti-Groupies wieder aktiv, um einen Teil der Schuld auf die Uni abzuwälzen. Die trifft sicherlich die Schuld, KTG nicht entlarvt zu haben, oder nicht ihn zu entlarven gewollt zu haben. Aber das ändert nichts daran, dass KTG gelogen, gestohlen und betrogen hat.

Dienstag, 26. April 2011

Auf dem Weg zu sich selbst.

Mein heutiger Blog-Eintrag wird meinen Stammlesern vielleicht etwas merkwürdig erscheinen. Eventuell auch nicht, Ihr seid ja einiges von mir gewohnt. Dennoch mute ich Euch heute doch einiges zu. Religiöses, psychedelisches, Zen...

Es beginnt alles mit einer Geschichte. Meiner Geschichte der letzten Wochen.
Ich fange mal beim Wichtigsten an. Ich fahre seit ein paar Jahren einen Golf III GT in der Sport-Edition. Nicht unbedingt weil ich den Wagen so supertoll finde. Aber solange er noch gute Substanz hat, ich ihn durch den TÜV kriege und er rollt, werde ich ihn wohl behalten, bis das der TÜV uns scheidet.
Hier beginnt mein Problem. Er rollt nicht mehr. Beziehungsweise rollte.
Was ist geschehen? Nun, er blieb stehen und machte keinen Mucks mehr. Und ich war ehrlich, ehrlich am Boden zerstört. Ich habe mich ernsthaft gefragt: Gott, warum prüfst du mich so?
Okay, ich gebe zu, das war anmaßend. In Japan geschieht die größte Katastrophe, die dieses Land je heim gesucht hat, die Menschen werden auf dreißig Jahre mit der größeren atomaren Bedrohung leben lernen müssen, und ich jammere herum wegen meinem havarierten Wagen. Um diesen Part abzuschließen - er rollt wieder. Vergaserkopf abgerissen. Aber bis zu diesem Punkt war es ein langer, weiter Weg. Ein schwerer Weg.
Nun habe ich von Autos keine Ahnung. Und nachdem ich die Horrorsumme von über tausend Euros investieren musste, um ihn durch den TÜV zu kriegen, auch nicht wirklich Lust darauf, noch viel mehr rein zu stecken. Ein neues Auto für zwischendurch war im Gespräch, und schließlich hat sich jemand den Wagen angesehen, der sich mit sowas auskennt. Anschließend auch noch mein Bruder. Und ein anderer Bekannter, der mir aus einem ausgeschlachteten Wagen ein Ersatzteil besorgt hat. Und eine Abschleppöse, die ich vor ewigen Zeiten aus dem Wagen befördert hatte. Bis ich sie mal brauchte. Wie gesagt, er rollt wieder. Auch wenn noch nicht alle Fehler gefunden wurden, auch wenn ich noch etwas investieren muss.
Der Punkt an dieser Geschichte hat zwei erzählenswerte Aspekte. Der erste Aspekt ist, dass meine ganze Familie mir sofort vorbehaltlos zur Seite stand, was mich nicht überrascht, aber doch sehr beruhigt hat.
Der zweite Aspekt war die Tatsache, dass eine Zeitlang ein Übergangswagen im Gespräch war, für den sich der Freund meiner Schwester umsehen wollte. Nun arbeite ich nicht gerade in Hannover, sondern nur drei Kilometer Luftlinie durch die Leinemasch entfernt in Rheden, einem Nachbarort meiner Samtgemeinde. Das wollte ich mit dem Bus bewältigen... Der fuhr nur leider nicht. Also kam ich auf den Gedanken, die Strecke zu Fuß zu bewältigen, da ich dummerweise vor Jahren mein Fahrrad verschrottet hatte, anstatt weiter darauf zu pokern, dass der Bus wider Erwarten den Fahrplan einhält... Na ja, ich gebe zu, ich bin immer noch zu dick und wollte mir was Gutes tun. An vier Tagen marschierte ich also wirklich diese Strecke, am frühen Morgen. Am ersten Tag bei beißendem Wind und Nieselregen, doch schon am zweiten Tag im Sonnenschein, und am letzten Tag bei einem Wetter, das so früh am Morgen schon fast zu heiß war. Abends holte mich mein Bruder ab; zum Hinfahren fängt er zu früh an, aber er hat nicht gezögert, mich zu holen.

Es war in der Leinemasch, bei meinem selbst auferlegten Fußmarsch (der mir bis auf eine leichte Zerrung im rechten Bein gut bekommen ist - ich mache definitiv zu wenig Sport), als die Sonne schien, die Insekten schwirrten, ich im Selbstmitleid schwelgte, die Welt anklagte weil sie wieder mal mich heraus gepickt hatte, als mir wieder dieser Gedanke kam: Gott, warum prüfst du mich?
In diesem Moment kam mir eine Erkenntnis. Es war eine Prüfung. Es war nicht nur ein realer Weg, den ich zu gehen hatte, den ich nun ging. Es war auch ein Weg der Erkenntnis. Ein Weg der Erkenntnis über mich selbst, über meine Gedanken, über mein eigenes Herz, über meinen Charakter. Ich ging diesen Weg zweifach. Einmal körperlich, und einmal geistig. Es mit dem Marsch auf dem Jakobsweg zu vergleichen wäre arrogant. Aber auf diesem Marsch, jene wenigen Kilometer, über die ich zu Bundeswehrzeiten noch gelacht hätte, bewies ich mir selbst was ich leisten konnte wenn ich es von mir forderte. Bewies ich mir selbst, das ich mir selbst gesteckte Ziele erreichen konnte. Bewies ich mir selbst, wer ich war. So gesehen möchte ich diese Erfahrung nicht mehr missen.
Letztendlich war es eine eher kleine Prüfung, der ich mich stellen musste. Sie ist noch nicht ganz vorbei, aber ich stehe sie durch bis zum Ende. Bis mein Wagen wieder fehlerlos läuft.

Ich gebe zu, diesem Text fehlt Struktur. Ich schreibe ihn so, wie er mir aus der Seele fließt, und wie ich ihn gestalten kann, ohne mich zu schlecht aussehen zu lassen, das gebe ich gerne zu. Aber an jenem Punkt auf dem Weg, als ich meine Frage stellte, bekam ich Antwort: Wenn ich geprüft werde, dann weil ich geprüft werden muss. Dann gibt es nur den Weg zu gehen, oder ihn abzubrechen. Ich entschied mich dafür, den Weg zu gehen, und bekam als Belohnung schon jetzt ein großes Geschenk. Nicht nur in meiner Familie und meinen Freunden fand ich viel Zuspruch und Hilfsangebote (was dramatischer klingt als die Situation überhaupt war), sondern auch von Menschen, bei denen ich nicht damit gerechnet habe. Einfach weil ich sie nicht gut genug kannte, um Rückhalt erwarten zu dürfen.
Für den Preis von ein paar marschierter Kilometer, für den Luxus, ein paar Tage auf mein Auto (unfreiwillig) zu verzichten, für den Canossa-Gang, mir doch keinen anderen Wagen zu besorgen, sondern um diesen zu kämpfen, erfuhr ich Unterstützung, Erkenntnis, Stärke.

Ich bin nicht sehr religiös, wie jeder der meinen Blog liest, wohl weiß. Aber ich habe die Bibel gelesen (bis auf die Psalme) und kenne mich noch einigermaßen gut in ihr aus. Auch glaube ich bis zu einem gewissen Maße an Gott. Nicht unbedingt weil man an irgendetwas glauben muss, sondern weil da etwas ist. Oder jemand. Vielleicht ist hier der Wunsch Vater des Gedanken, und eigentlich sehe ich mich grundsätzlich aufgeklärt. Aber ganz lösen von der Idee eines Gottes werde ich mich sicher nie. Not lehrt beten, und in der Not zu beten war für mich immer ein guter Anker. Alleine dafür lohnt es sich, die Existenz einer höheren Macht anzunehmen. Dennoch trenne ich Religion und Wissenschaft rigoros.
Aber Erfahrungen wie jene Tage sind mir kostbar und wichtig. Und sie auf einen Gott zurück zu führen, der sich vielleicht gesagt hat: "Der Junge jammert zu viel, seinen Wunsch kann ich ihm nicht erfüllen. Aber ich kann ihm zeigen das er die Kraft hat, den Wunsch selbst zu erfüllen.", ist ein interessanter Gedanke.

Letztendlich ist mein spiritueller Weg nicht besonders breit und lang; ich gehe ihn selten. Aber von ihm vertreiben lassen werde ich mich nicht. Und ihn Kreationisten, Intelligenten Designern, Hasspredigern oder diesem Koranverbrennendem Trottel in den USA überlassen - kommt überhaupt nicht in Frage. Ich gehe meinen eigenen Weg, habe meinen eigenen Glauben und finde meine eigenen Prüfungen. So wie jeder andere Mensch auch. Vielleicht aber bin ich etwas glücklicher, weil ich das begriffen habe, und weil andere gar nicht wissen, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg gehen muss - im Leben und zu Gott, anstatt vorgefertigten Meinungen nachzulaufen...


Na, Schwamm drüber. Nächstes Mal gibt es mit Sicherheit keine religiösen Weisheiten von Ace. Aber ab und an möchten auch andere Facetten meiner Persönlichkeit im Licht scheinen. Dies war einer dieser Momente.
Mein Dank an alle, die bis hierher mitgelesen haben.
Ace

Samstag, 16. April 2011

Idiotenfalle BILD... Und andere Dummheiten.

Gestern war ich einkaufen. Im Supermarkt. Wie der Zufall es wollte, blieb ich bei den Zeitschriften stehen, um ein paar Schlagzeilen zu lesen, und um mich über den Header der BILD zu amüsieren. Diesmal war daran nichts amüsant. Diesmal war die Schlagzeile... Ich weiß nicht. Soll ich hier sarkastisch, ironisch, parodistisch oder ehrlich empört weiter machen? Ich kann es nicht sagen.
Doch zuerst die Fakten. Die Schlagzeile lautete: "Todesfalle Facebook".
Und im Text darunter wurde man belehrt, dass eine junge Frau von einem Internetbekannten getötet wurde, den sie auf Facebook kennen gelernt und anschließend getroffen hatte.
...sacken lassen.
Ich muss zugeben, für die junge Frau hat die Schlagzeile vollkommen Recht. Für sie wurde Facebook zur Todesfalle. Sie ist tot. Und nun?
...sacken lassen.
BILD geht mal wieder plakativ vor. Facebook, wegen seiner Informationspolitik ohnehin ein beliebtes Ziel ausgerechnet der Meinungsfreiheit und Rechte am eigenen Bild nicht besonders hoch schätzenden Zeitung, wird hier drangsaliert. Und das vollkommen zu Unrecht.
Was ist mit VZ? Was mit MySpace? Friendfinder, lokalen Chats, bundesweiten Foren, ja, auch den Foren von BILD.de? Was gibt der BILD das Recht, ausgrechnet Facebook plakativ zur Todesfalle zu erklären? Und zwar so, dass es wie eine allgemeine Erkenntnis aussieht, und sich nicht nur auf diesen einen Fall bezieht? Was hat Facebook, was all die anderen Communitys nicht haben? Eine aufregende Todesfallstatistik vielleicht?

Im Bild.de-Artikel wird jedenfalls kein Grund dafür genannt, warum Facebook jetzt eine allgemeine Todesfalle sein soll, wie der Titel suggeriert.
Keine Zahlen, keine Statistiken, keine Vergleiche zu früheren ähnlichen Fällen und Opfern auf Facebook, nichts. Kein Hinweis auf Opfer in anderen Communitys. Und auch kein Hinweis auf die Opfer jener Menschen, die ihre Täter im Real Live kennen gelernt haben, wie dieser Blogger im Ich sag mal deutlich macht.

Keine Fakten, nix zu kauen, ein Opfer, das gestorben ist, und nun noch mal drangsaliert wird - von BILD. Ihr Foto ist unverpixelt auf der Homepage zu finden, und da vermisse ich - nicht zum ersten Mal - den Respekt der Redaktion vor der Toten. Falls es überhaupt das richtige Foto ist, denn die BILD ist bekanntermaßen nicht sehr kleinlich dabei, wenn es darum geht, überhaupt ein Foto zu veröffentlichen.
Mein Fazit: Todesfalle Facebook-Hysterie.


Kommen wir zu etwas vollkommen anderen, kommen wir zu Dirk Ippen, Journalist, Verleger und Zeitungsbesitzer.
Dieser schrieb heute im Kommentar (und damit im überregionalen Teil) der LDZ über die Energiewende der Bundesrepublik und bediente auf dreiste und meine Intelligenz beleidigende Weise die Stromlobby. So schreibt er unter anderem, dass es weltweit über fünfhundert Kernkraftwerke geben würde, die Strom produzieren, weitere würden hinzu kommen, und die Welt würde den Kopf darüber schütteln, dass Deutschland einen Alleingang beim Ausstieg macht.
...sacken lassen.
Herr Ippen, das ist so nicht richtig. Laut Wikipedia waren mit Stand 2009 438 Reaktorblöcke in Betrieb. Selbst Kernenergie.de schreibt für 2010 von 438 Kernkraftwerken. Herr Ippen, haben Sie etwa all jene stillgelegten und noch nicht abgebauten Kernkraftwerke, oder jene die nie in Betrieb gegangen sind, mitgezählt? Oder mangelt es einem alten Hasen wie Ihnen an richtiger Recherche, wenn ein blutiger Amateur wie ich auf einer Befürworterseite und einer neutralen Seite seine Zahlen zweimal bestätigt bekommt? Das ist Polemik oder wirklich schlechte Recherche. Das sollte einem alten Hasen nicht passieren - außer er schreibt seinen Kommentar im Sinne von Lobby-Arbeit.

Dazu kommen, einmal losgelöst von Herrn Ippens Kommentar, zwei wichtige Fakten: 1) Die Neubauten von Atomkraftwerken können jene Kraftwerke, die aus Altersgründen vom Netz genommen und wieder abgebaut werden nicht annähernd ersetzen.
Greenpeace schreibt hierzu: "Atomenergie hat einen Anteil am weltweiten Primärenergieverbrauch von etwa sechs Prozent, Tendenz sinkend."
2) Die ZDF-Sendung WISO räumt mit dem Argument des billigen Atomstroms auf. Fakten, die ich seit langem kenne und von vielen Seiten bestätigt bekommen habe. Und wir reden hier von Vergünstigungen an die Atomlobby, bevor überhaupt ein Cent für die Endlagerung bezahlt wurde, die noch immer unsicher, ungeklärt und höchst gefährlich ist. Abgesehen davon, dass der Bund dafür aufkommen muss.
...sacken lassen.

Eine andere Information ist mir im Gedächtnis, nämlich das Atomkraft Nachwuchsprobleme hat. Sprich, der Studiengang, der Ingenieure und Physiker für AKWs ausbildet, "produziert" nicht einmal ein Drittel derer, die in absehbarer Zeit aus Altersgründen in den Ruhestand gehen. Was also muss passieren? Greencards für indische Atomingenieure und Nuklearphysiker, damit unsere "sichere Atomenergie" weiter laufen kann?

Mein Fazit: Ich kann es nicht mehr hören, das Märchen vom CO2-freien, günstigen und umweltfreundlichen Atomstrom. Bitte, Herrschaften, Ihr seid ja mittlerweile so schlimm wie Kreationisten.
Und noch einmal möchte ich auf eines hinweisen: Wir zahlen in Deutschland den vierthöchsten Strompreis in Europa, bei gerade einmal ein Viertel Anteil der Kernenergie an unserer Stromerzeugung. Und das bei dem Fakt, das wir Stromexportweltmeister sind. Oder vielmehr vier uns gut bekannte Konzerne.
Wenn Stromkonzerne also Strompreissteigerungen herbei beten, weil "ja der billige Atomstrom wegfällt", schreie ich hier lauthals nach dem Bundeskartellamt.
Deutschland, ein Land in Geiselhaft der vier großen Stromerzeugerkonzerne, die uns jeden Preis zahlen lassen, der ihnen genehm ist? Und die jetzt einen fadenscheinigen Grund gefunden haben, wieder mal aufs Gas zu treten?
Angebot und Nachfrage reguliert den Markt normalerweise. In diesem Fall hilft geschickte Lobby-Arbeit anscheinend zu ein paar Milliarden Extra-Profit. Armes Deutschland in Geiselhaft.

Dienstag, 12. April 2011

To my Alien Visitors...

In my Blog-Statistics, I recognized that I have many viewers in countrys like USA, Canada, China, Russia, and other non-german speaking states.
Here's my offer: If you are interested in my blogs, but don't understand german, I offer to translate for you. It would be unwise not to support my international audience.
I'm very sorry that I only can provide english support; my french is too bad, and I don't know more languages. Sorry for that.
Please enjoy my blog.

P.S.: Five or six words japanese, too. But not enough to translate something. ^^

Sonntag, 10. April 2011

1111

Nein, das ist kein sogenannter Quietsch-Kommie (auch Eins-elfer-Kommie genannt. Das bezieht sich auf junge, überbegeisterte Leser, die viele Ausrufungszeichen tippen wollen, um ihrer Begeisterung über ein geschriebenes Werk Ausdruck zu verleihen, aber ohne Feststelltaste eben statt Ausrufungszeichen nur Einsen produzieren - eine parodistische Sicht auf eine Subkultur des schreibenden Fandoms), sondern ein ernsthafter Beitrag.
Meine Story Anime Evolution, Staffel eins, hat soeben eintausendeinhundertundelf Aufrufe erreicht. Da ich alle Schnapszahlen vermelde, so auch diese.
Nebenbei bin ich sehr stolz auf dieses mein Mammutprojekt und habe noch immer viel Spaß dabei, dafür zu schreiben. ...Allerdings erheblich seltener als in den besten Zeiten. Leider. Irgendwie. Zu viele Projekte. ^^° Viel zu viele Projekte. ^^°°°
Na egal, hauptsache es macht Spaß. XD

Samstag, 9. April 2011

Hier mal zum Mitschreiben: Allah ist Gott, Gott ist Allah.

Okay, dies hier zu schreiben ist mir ein inneres Bedürfnis. Heute habe ich mit dem Vater eines Freundes gesprochen, den ich sehr schätze, auch wenn einige unserer Ansichten doch arg gegeneinander laufen. Als ich mit ihm redete, fiel folgendes Satzfragment: "...und wo die ihren Allah her haben... Es gibt nur einen Gott."
...
Sacken lassen.

Dies ist in diesem neuen Jahrzehnt schon das zweite Mal, dass ein an sich sehr gebildeter Mensch mir zeigt, dass er nicht weiß, dass Allah und Gott ein und der selbe sind.
Das ist eine Wissenslücke, die dringend geschlossen gehört.
Deshalb hier mal mein kurzer Abriss über unsere abendländisch-jüdische Kultur, die dem Islam gegenüber wesentlich offener sein sollte, weil der Großteil unserer heiligen Schriften identisch sind:

Wir beginnen mit dem Alten Testament, das sich in unserer Bibel befindet, obwohl wir Christen uns eher auf das Neue Testament beziehen. Oder meinetwegen Talmut und Tora, wie die Juden ihre Bücher nennen.
Mit Begründung der Sekte der Nächstenliebe des gewaltfreien Predigers Jesus Christus entstand eine Splittergruppe des Judentums, das sich dank der Römer und ihres Weltreichs schnell in der bekannten Mittelmeerwelt verbreitete. Vom Oströmischen Kaiser Konstantin zur Staatsreligion erhoben, war der Siegeszug der Sekte zur Kirche nicht mehr aufzuhalten. Schließlich und endlich brachten Römer die Gewaltfreiheit und Nächstenliebe lehrende Religion auch nach Norden. Ironischerweise mit Legionen. Gut, teilweise waren die schon da.
Über Jahrhunderte begann ein Christianisierungsprozess, der uns allerdings nicht davon abgehalten hat, dass unsere Vorfahren, bekennende Christen, Kriege geführt haben, und das auch untereinander. Also im Prinzip glauben wir Christen an den gleichen Gott, an den die Juden zuerst geglaubt haben. Wir verehren den Sektenführer Jesus als Sohn Gottes und Heiland, und unterscheiden uns damit im Glauben schon ein wenig von den Juden.

Kommen wir zu den Moslems. Mohammed, der große Prophet, begann sein Wirken in religiöser Hinsicht als Begründer einer arabisch-christlichen Splitterkirche.
Diese hatte kein leichtes Leben, auch wenn sie guten Zulauf erlebte. Als es zum Bruch zwischen den polytheistischen Gegnern Mohammeds und seinen monotheistischen Anhängern kam, blieb die von Mohammed erhoffte Unterstützung durch eine christliche Stadt aus. An dieser Stelle der Geschichte trat ein Bruch auf, der aus der christlichen Splittersekte, die gen Jerusalem betete, eine eigene Religion machte, die nun Mekka und Medina als Stätten ihrer Ursprünge verehrte.
Tja, so ungefähr war es damals. Vor ewigen Zeiten in meinem Religionsunterricht habe ich mal gelernt, dass das heilige Buch des Islams, der Koran, eine Art "Dach" über die Verehrung der Muslime für Altes und Neues Testament bildet. Auch folgen Muslime vielen christlichen Tugenden wie der Gewaltlosigkeit, Nächstenliebe und des Fastens (für mich nicht so relevant wie für die Katholiken). Jesus wird bei ihnen nicht als Gottes Sohn verehrt, wohl aber als Prophet. In dieser Reihe sah sich auch Mohammed selbst, als letzter Prophet. Zudem gilt im Islam ein Zwangsmissionierungsverbot gegenüber Christen und Juden.

Es würde jetzt zu weit führen, alle drei Religionen zu vergleichen, Vor- und Nachteile aufzuführen, oder auf unsere Kreuzzüge im Mittelalter zu verweisen und dem Islam vorwerfen, sie würden sich benehmen wie unsere Vorfahren damals. Das ist alles Quatsch, und kann nicht pauschalisiert werden. Jeder Fall muss wirklich einzeln betrachtet werden, oder die Ergebnisse bleiben bruchstückhaft.
Aber ein paar Fakten kann ich noch hinterher werfen.
Alle drei Religionen beziehen sich auf Abraham als Stammvater, im biologischen und im religiösen Sinne.
Alle drei Religionen verehren Jerusalem als heilige Stadt. Der wichtigste Tempel des Islam steht in Jerusalem, ebenso wie unsere Grabeskirche und die Klagemauer als Rest des von den Römern geschliffenen Tempels der Juden.
Alle drei Religionen missionieren und nehmen Konvertiten auf.
Alle drei Religionen sind Monotheisten gegenüber tolerant; bei Polytheisten wird es schon schwieriger.

Soweit mein kleiner, unvollständiger, nicht wissenschaftlicher und kaum mit Fakten unterfütterter Artikel.
Wenn Ihr es nicht schon vorher wusstet, könnt Ihr jetzt jedem sagen, der auf Muslime und Allah schimpft, dass er doch bitte beim Menschen differenzieren möchte, weil nicht alle Muslime automatisch fanatische Selbstmordattentäter, Steinewerfer und/oder aggressive Missionare sind; und dass er, wenn er Allah beleidigt, den christlichen Gott beleidigt. Die Kopten, Christen in Ägypten, beten zu Allah, nicht zu Gott. Namen sind austauschbar.
In der Hoffnung, Euch ein wenig klüger gemacht, oder zumindest bestätigt zu haben, schließe ich meinen Eintrag hier. Ich bin gespannt, ob sich hierzu eine Diskussion in den Kommentaren entwickelt.

Montag, 4. April 2011

23.000

Tja, es ist mal wieder so weit, meine Lesergemeinde mit irrelevanten Zwischenständen zu nerven. Heute knackte ich die 23.000er-Marke mit meinen Geschichten auf Fanfiction.de. Nach meinen Aufzeichnungen bedeutet das, dass ich für diese tausend Aufrufe vierundzwanzig Tage gebraucht habe. Wenn der Trend also anhält, habe ich bis spätestens September die dreißigtausend erreicht. Also, meine lieben Leser, habt viel Spaß daran, möglichst viel von mir zu lesen. ^^V

...Ja, ich weiß, ich habe da nichts von. Es geht nur um Ruhm und Ehre. Ist doch auch schon was. ^^b

Sonntag, 3. April 2011

50 Jahre Perry Rhodan - 50 Storys

Ich liebe es manchmal, wenn ich einen einfachen Blogtext habe.
So wie in diesem Fall: Ich muss einfach nur den Obmann unseres 50 Jahre-Projekts zu Wort kommen lassen, und den kompletten Beitrag per Gutten, ich meine copy and paste, aus seinem Blog transferieren. Aber im Gegensatz zu gewissem bayrischen Landadel habe ich die Erlaubnis dazu. Here we go, Schreiberling, the stage is yours...

Freitag, 1. April 2011
PR reloaded - Wasserstandsmeldung
Nun ist es gut zwei Monate her, dass ich - mit wohlwollendem Einverständnis des PR-Chefredax' Klaus N. Frick - zur Teilnahme an der Perry-Rhodan-Jubiläumsaktion 50 Jahre - 50 Texte aufrief. Als Deadline für das Online-Fanautoren-Projekt steht der 15. Juli im Raum. Ein Drittel der Zeit ist somit rum.
Zeit für eine erste kleine Zwischenbilanz.

Bekanntlich geht es darum, Perry Rhodan in Heftroman- oder Kurzgeschichtenform in ein neues literarisches Gewand zu kleiden - sei es ein moderneres, Steampunk, Manga-Action oder Fantasy.
Wie es eigentlich zu erwarten war, war das Feedback in den ersten Wochen enorm - und ebbte dann massiv ab.
Via Twitter, Facebook und Fanfiktion.de meldeten sich etliche potentielle Teilnehmer, das ein oder andere Blog berichtete. Klaus daselbst rührte für uns die Trommel - und allen voran bot uns Fanfiktion.de großartige Unterstützung. So wurde eine eigene Kategorie eingerichtet, in der die Teilnehmer ihre Beiträge hochladen können.
Die Facebookgruppe wuchs schnell auf 18 Mitglieder an ... und dann legte sich die Resonanz ein wenig. Was ganz verständlich ist - schließlich wurde sich nun erst einmal in die Schreibstuben zurückgezogen und gewerkelt. So ist es zunächst etwas stiller geworden - doch langsam haben sich die ersten Tapferen mit ihren Texten an die Öffentlichkeit gewagt. Zu diesem Zeitpunkt liegen fünf Romanfragmente in unterschiedlichsten Stadien vor - interessanterweise allesamt in der Kategorie Heftroman, darunter mochte es bislang niemand machen. Eine Übersicht findet sich hier oder hier.
Zu den anvisierten "50 Texten" ist es somit noch ein langer Weg.

Aber ich gebe mich da mal optimistisch, da ich etliche Schreiberlinge noch in ihren Kämmerlein vermute oder gar weiß. Und schließlich sind noch dreieinhalb Monate Zeit.
Zeit genug, um sogar als Neuling mit einem eigenen Beitrag zu uns zu stoßen.

Somit schließe ich mit einem Aufruf an alle da draußen, die irgendwann einmal ein PR-Heft in den Händen hatten und nun Lust verspüren, zum Jubiläum der "Größten Science-Fiction-Serie der Welt" den guten Perry mal literarisch in ganz andere Welten zu entführen.
Ich würde mich über eine zweite Teilnehmerwelle freuen.


Nachtrag von Ace: Zu Recht bemerkte Obmann Hondo, ich meine Triankowski, dass die Links beim Gutten nicht übernommen wurden. Diese habe ich nun eingepflegt. Wusste ich auch noch nicht. Sorry. ^^

Samstag, 2. April 2011

Schämt euch, einen Atomunfall gehabt zu haben...

...so kommt mir der französische Staatspräsident Sarkozy gerade vor. Die Woche hat er eine Stippvisite in Tokio gehabt und mit Naoto Kan gesprochen. In Japan gibt es gerade die größte anzunehmende Nuklearkatastrophe seit Harrisburg und Tschernobyl (von kleineren Pannen wie der Verstrahlung von neunzig Arbeitern in einer japanischen Wiederaufbereitungsanlage vor ein paar Jahren reden wir besser gar nicht erst), deren Brisanz und Tragik nur noch hätte übertroffen werden können, wenn die anderen beiden Kraftwerke, die ebenfalls Probleme gemeldet hatten, ebenfalls in den GAU gegangen wären. Das Umland ist nachhaltig kontaminiert, Greenpeace empfiehlt nach eigenen Messungen, den Evakuierungsbereich auf vierzig Kilometer auszudehnen...
Wobei das im Moment noch nach einer Geschichte von Jahren aussieht, nicht nach Jahrzehnten wie in Tschernobyl. Aber dennoch, das schwer gebeutelte Land kriegt Besuch vom Staatschef des europäischen Landes, das sich zu achtzig Prozent aus Atomstrom versorgt, und dieser Staatschef hat die Frechheit den Japanern zu sagen, sie sollten nicht voreilig über Atomstrom entscheiden? Der auch noch frech zu einem G20-Gipfel zum Thema Atomkraft lädt?
Mein lieber Herr Staatspräsident, natürlich kann Japan jetzt nicht umdenken! Der Ausstieg eines so auf Atomkraft konzentrierten Landes wie Japan dauert ein Jahrzehnt oder zwei!
Das Land liegt am Boden, hunderte Helfer haben gefährliche, wenn nicht letale Strahlendosen aufgenommen, über einhunderttausend Japaner sind von den durch die Explosionen fein verteilten radioaktiven Partikel betroffen: Es IST ETWAS PASSIERT in Japan... Und SIE machen Lobby-Politik für Atomkraft?

Der G20-Gipfel wird neue Sicherheitskriterien für AKWs ausarbeiten, vorlegen, an die Länder verweisen, und dort werden sie verworfen werden.
Das ist reine Lobby-Arbeit für eine Energieform, die seit den Neunzigern auf dem absteigenden Ast ist.
Schämen Sie sich, Herr Sarkozy, Japan den Spiegel vorzuhalten, ohne selbst hinein gesehen zu haben.


Aber kommen wir zu etwas anderem, kommen wir zu Deutschland und seiner Atomkraft.
Kommen wir zu Baden-Württemberg und dem Wahlsieg der Opposition.
Ja, meine lieben Schwarz/Gelb-Anhänger, es ist ein Wahlsieg der Opposition.
Ja, ich weiß, die CDU hat die meisten Stimmen bekommen und wäre nun damit beauftragt, eine Regierung zu bilden. Aber so verblödet ist Mappus nun doch nicht, eine Minderheitenregierung auf zu ziehen, die von der Mehrheit von Rot/Grün sklavisch abhängig wäre. Auch eine Koalition mit SPD oder Grünen steht nicht wirkich zur Debatte, denn nicht nur der Mappus muß weg, sondern auch die Schwarz/Gelben Krusten-Strukturen. Logische Schlussfolgerung ist eine Mehrheitskoalition, und das nicht unbedingt mit der Partei mit den meisten Stimmen.
Aber genau das, dieses demokratische Basisverhalten, scheint vielen nicht zu schmecken.
Laut Bildblog schrieb der BILD-Kolumnist Wagner u.a.: "Liebe Baden-Württemberger... [...]seid Ihr Eurer Steaks überdrüssig?"
Er schrieb auch: "Lieber Herr Kretschmann... [...]vor Ihnen habe ich keine Angst!"
Dass Wagner augenscheinlich einen an der Waffel hat und heute nicht mehr weiß, was er gestern geschrieben hat, ist uns allen klar. Dass er so offen Schwarz/Gelb propagiert wie die ganze BLÖD, ist auch nichts Neues. Wohlstandsängste schüren ist in dieser Aufzählung kein neues Verbrechen. Es ist aber hirnrissiger Blödsinn, in einem Land mit derartiger Infrastruktur, mit einer derartigen Landschaft an Mittelstand und Hochindustrie drei Dinge anzunehmen: 1) Dass es wirtschaftlich mit BaWü den Bach runter gehen wird, weil die Firmen allesamt die Koffer packen und abwandern, 2) dass in BaWü mit Grün/Rot die Lichter ausgehen, 3) dass sich die Baden-Württemberger auf diesem extrem niedrigen Niveau emotional manipulieren lassen.
Also, bitte, bitte, liebe CDU- und FDP-Tagträumer in BaWü, lieber Herr Wagner, macht bitte weiter auf diesem Niveau, das so leicht zu entlarven ist für jedermann, dessen einzige Tageslektüre NICHT die BLÖD ist.

Aber Hey, machen wir uns nichts vor. Meine Partei, die SPD, hat stark verloren(sowohl in BaWü als auch Rheinland-Pfalz) und wäre eigentlich der Wahlverlierer. Wäre da nicht eine ungewöhnlich starke Partei namens Die Grünen, die unsere Ergebnisse wieder rausgerissen hat.
Wir bewegen uns hier in einem vollkommen demokratischen Rahmen, Herrschaften. Und das ist auch gut so. Hier zu jammern, sich zu beschweren und Zukunftsängste zu schüren können sich nur Anhänger von CDU und FDP leisten; Wähler von SPD und Grünen würden für so ein kindhaftes Verhalten ausgelacht werden.


Nachtrag, der nichts mit den obigen Themen zu tun hat:
Ich habe gerade wieder einen Witz erfunden, der irgendwie auf Kosten von Copy-Guttenberg geht. Es handelt sich um einen "Deine Mutter"-Witze, also lest nicht weiter, wenn Ihr das Genre nicht abkönnt.
Alle anderen: Here we go!
"Deine Mutter ist so fett, wenn KTG ihr ein Autogramm auf den Hintern schreibt, kriegt er alle seine Vornamen in einer Linie alleine auf die linke Arschbacke."